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Kimberlee Ann Bastian – The Breedling & The City in the Garden

Kennt ihr die irische Legende von Stingy Jack? Vielleicht kennt ihr ihn als Jack O’Lantern, zu dessen Ehren an Halloween Kürbislaternen aufgestellt werden. Der Sage zufolge trickste Jack den Teufel am Abend vor Allerheiligen aus, sodass dieser niemals seine Seele beanspruchen würde. Als Jack starb, wiesen ihn sowohl Himmel als auch Hölle ab. Er wurde auf die kalte, dunkle Erde zurückgeschickt, um dort auf ewig unter den Sterblichen zu wandeln. Aber der Teufel hatte Mitleid mit ihm und schenkte ihm ein Stück Kohle, das Jack in einer ausgehöhlten Rübe aufbewahrte. Daraus leitete sich der Volksglaube ab, dass eine Rüben- oder Kürbislaterne vor dem Teufel und bösen Geistern schützt. Außerdem inspirierte die Legende die Autorin Kimberlee Ann Bastian dazu, ihren Debütroman „The Breedling & The City in the Garden“ zu schreiben, Auftakt der Reihe „The Element Odysseys“, den ich als Rezensionsexemplar via Netgalley erhielt.

Jahrhundertelang kannte Bartholomew nur die Grenzen seines Käfigs, in den ihn seine Meister als Strafe für seinen Ungehorsam sperrten. Der unsterbliche Seelenfänger traf eine Wahl. Er wählte den Widerstand, um ein Geheimnis zu schützen. Seiner magischen Kraft beraubt siechte er in seinem Gefängnis dahin, ohne Hoffnung auf Freiheit. Bis sich unerwartet eine Tür in die menschliche Welt öffnete und Bartholomew sich in einem Inferno wiederfand. Desorientiert und traumatisiert wäre er in den Flammen des brennenden Waisenhauses gestorben, hätte ihn nicht der junge Charlie Reese gerettet. Nun sind ihre Schicksale verknüpft. Unter Charlies Führung versuchen sie, in Chicagos Straßen der 30er Jahre einen Hinweis auf Bartholomews ursprüngliche Mission und das Geheimnis zu aufzuspüren, das er von seinen Meistern bewahrte. Doch Gefahren lauern an jeder Ecke und schon bald muss Bartholomew entscheiden, ob er bereit ist, für seinen Auftrag Charlies Seele zu riskieren.

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Malin Persson Giolito – Im Traum kannst du nicht lügen

Auf „Im Traum kannst du nicht lügen“ von Malin Persson Giolito wurde ich durch den Newsletter der Lesejury von Bastei Lübbe aufmerksam. Die Mail pries den Thriller, der als bester Kriminalroman Schwedens 2016 ausgezeichnet wurde, für eine Leserunde an. Meine Erfahrungen mit Leserunden waren bisher eher negativ, doch der Klappentext weckte meine Neugier. Ich gab der umfangreichen Leseprobe eine Chance. Die ersten 60 Seiten nahmen mich gefangen. Ich wollte überhaupt nicht mehr aufhören zu lesen und schoss all meine Zweifel spontan in den Wind. Für dieses Buch würde ich die Leserunde in Kauf nehmen. Ich bewarb mich und erhielt etwa 2 Wochen später die Zusage. Was machte ich für Augen, als ich in meinem Briefkasten kein Buch, sondern ein echtes Manuskript vorfand, das extra für mich gedruckt worden war! Mühsam geduldete ich mich bis zum vorgegebenen Termin, um die Lektüre gemeinsam mit allen anderen zu beginnen.

Als die Polizei das Klassenzimmer in Stockholm stürmte, saß die 18-jährige Maja Norberg in der Mitte des Raumes. Überall war Blut. Um sie herum lagen die regungslosen Körper ihrer besten Freundin Amanda, ihres Lehrers Christer und ihrer Mitschüler Samir und Dennis. Auf ihren Schoß hatte sie den Kopf ihres Freundes Sebastian gebettet. Sebastian, der Sohn des reichen Unternehmers Claes Fagermann. Sebastian, der langsam kalt wurde. In der Luft hing der Geruch nach faulen Eiern und Pulverrauch. In ihrer Hand hielt Maja eine Waffe. Sie war unverletzt.
Jetzt, Wochen später, muss sich Maja vor Gericht verteidigen, während ganz Schweden von ihrer Schuld überzeugt ist. Doch was ist wirklich in dem Klassenzimmer geschehen? Wie kam es zu dem Massaker, das mehrere Menschen das Leben kostete? Ist Maja eine Mörderin?

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Verfasst von - 26. Oktober 2017 in Realistische Fiktion, Rezension, Thriller

 

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Alexey Pehov – Dunkeljäger

2016-11-13-pehov-dunkeljaeger

Alexey Pehov ist neben Sergej Lukianenko der erfolgreichste russische Fantasy-Autor. Sein Werdegang ist interessant: vom studierten Kieferorthopäden zum gefeierten Schriftsteller. Diese Geschichte würde mich ja schon interessieren. Leider ist bei uns offenbar nur wenig über sein Privatleben bekannt.
Ich habe entschieden, es hinsichtlich seines Schaffens als erstes mit „Dunkeljäger“ zu versuchen, weil es sich dabei um einen Einzelband handelt und ich irgendwann eine Rezension dazu gelesen habe, die eine ungewöhnliche, aber liebevoll gezeichnete High Fantasy – Welt versprach.

Der Elf Lass liebt das Fliegen. Lange Zeit diente er in der Luftstreitkraft der Kyralletha, bis diese einen Befehl gab, den Lass nicht ausführen wollte. Des Hochverrats angeklagt floh er und entkam in seinem Aeroplan in letzter Sekunde. Nun befindet er sich am anderen Ende der Welt, auf der Schildkröteninsel, zwar noch immer auf der Flucht, aber vorerst in Sicherheit. Dachte er zumindest. Eine unerwartete Verkettung der Umstände spielte Lass ein Artefakt in die Hände, dessen Verwendungszweck ihm Rätsel aufgibt. Äußerlich unauffällig und bar jeder erkennbaren Magie scheint das Medaillon doch einen gewissen Wert zu besitzen. Warum sonst sollten die aggressiven Margudier danach suchen, bereit, Blut zu vergießen? Lass muss herausfinden, was es mit dem Artefakt auf sich hat, will er sich ein neues Leben aufbauen. Glücklicherweise muss er sich dieser Aufgabe nicht allein stellen. Auf der Schildkröteninsel findet er Freunde, die bereitwillig ihr Leben riskieren, um ihm zu helfen. Ein Elf, ein Ork und ihr pfirsichrotes Wollknäuel von einem bissigen Haustier. Was kann da schon schiefgehen?

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Verfasst von - 25. November 2016 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Daphne Unruh – Himmelstiefe

„Himmelstiefe“

himmelstiefe

Reihe: Zauber der Elemente #1

Autor: Daphne Unruh

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 412

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Sprache: Englisch

ISBN: 1480179299

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 07.07.2014

Bewertung:

Ich habe lange versucht, „Himmelstiefe“ von Daphne Unruh bei eBay zu ersteigern. Irgendetwas ist mit diesem Buch, dass die eBayer komplett ausflippen, wenn es in seltenen Fällen in der Angebotsliste auftaucht. Da wird dann gern auch mal wesentlich mehr als der Neupreis geboten. Ich konnte darüber immer nur den Kopf schütteln und habe dieses Jahr dann beschlossen, es mir einfach neu zu kaufen. Ich dachte, dass ein Buch, das so heiß begehrt ist, phänomenal gut sein muss. Auch bei Goodreads sind die Bewertungen weitgehend positiv, sodass es einen durchschnittlichen Wert von 4,02 Sternen hat. Ich begann die Lektüre daher reichlich optimistisch.

Noch 250 Schultage trennen Kira von der Freiheit. Dann ist sie 18, hat endlich ihr Abitur und kann sich auf und davon machen. Doch das letzte Schuljahr hält weit mehr für Kira bereit, als sie es sich jemals vorzustellen wagte. Sie entwickelt merkwürdige Symptome, die zu keiner bekannten Krankheit passen und wird das Gefühl nicht los, von seltsamen Schatten verfolgt zu werden. Kiras Eltern glauben ihr nicht und wissen sich nicht anders zu helfen, als sie in eine psychiatrische Klinik einzuweisen.
Zum Glück kann Kira fliehen und findet den Weg zu dem einzigen Ort, an dem ihr wahrhaft geholfen werden kann: die Akademie der Elemente in der magischen Welt. Denn Kira kann mit ihren Fähigkeiten die Elemente ihrem Willen unterwerfen. An der Akademie soll sie ausgebildet werden. Allerdings merkt Kira schnell, dass sie erneut anders ist. Während die anderen Schüler jeweils nur ein Element beherrschen können, ist sie zu weit mehr fähig. Kira ist unglaublich mächtig, doch das bringt einen Haufen Probleme mit sich…

Anfangs fand ich das Buch super. Es las sich packend und flüssig; ich mochte Kira, weil sie auf mich wie eine taffe, etablierte und freiwillige Außenseiterin wirkte und fand die Entwicklung ihrer Fähigkeiten spannend. Leider blieb das nicht so. Stück für Stück wurde Kira immer oberflächlicher. Von stark und unabhängig mutierte sie zu kindlich trotzig und dauerhaft verängstigt. Ich hätte dafür Verständnis aufgebracht, wäre diese Verhaltensweise nur vorübergehend gewesen, aber nein, es wurde schlimmer. Als sie in der Akademie der Elemente ankommt, ist Kira wie durch ein Wunder offenbar plötzlich nicht mehr 17, sondern 12 Jahre alt. Sie ist sprunghaft, aufbrausend und permanent verunsichert, so, als würde nicht ein rationaler Gedanke den Weg durch ihre Gehirnwindungen schaffen. Zusammenhänge zu erkennen ist nicht gerade ihre Stärke, völlig egal, wie offensichtlich sie sind. Daher hatte ich ständig das Gefühl, ihr gedanklich mindestens drei Schritte voraus zu sein. Für mich war „Himmelstiefe“ dementsprechend selten überraschend und weitgehend vorhersehbar. Verdutzt war ich nur immer wieder davon, was für ein unsensibler Trampel die Protagonistin ist. Ich kann nicht zählen, wie oft ich ihr gern den Mund zugehalten hätte. Sie ist dermaßen schnell bereit, andere zu verurteilen, dass es mich massiv geärgert hat, wie bereitwillig die Nebencharaktere ihr ihre Eskapaden verzeihen. Wer so ich-bezogen ist und andere verletzt, verdient keine Nachsicht. Aber natürlich musste das so sein, denn Kira ist das definite Zentrum des Romans. Alle Nebenfiguren sind perfekt auf sie abgestimmt und bewegen sich lediglich in ihrem Kielwasser. Für mich hatte keine einzige eine eigenständige Persönlichkeit, als könnten sie ohne Kira nicht existieren.
Diese Defizite auf der Charakterebene fand ich besonders enttäuschend, weil Daphne Unruhs Ideen für ihre magische Welt eigentlich zauberhaft sind, obwohl sie eindeutig mehr Gewicht auf die Beschreibung der Kontrolle der Elemente hätte legen können. Ich weiß im Grunde immer noch nicht, wie es sich für Kira anfühlt, so viel Macht zu haben und Feuer, Wasser, Erde, Luft und Äther ihren Willen aufzuzwingen.

In meinen Augen hat Daphne Unruh das große Potential ihrer Geschichte verschenkt, weil sie sich auf ihre nervige, infantile Protagonistin konzentrierte. Ich kann Kira nicht ausstehen. „Himmelstiefe“ fokussiert Kira so umfassend, dass ich nicht mal die Möglichkeit hatte, mich von meiner Abneigung abzulenken. Immer steht sie im Mittelpunkt; nie geht es um etwas anderes als sie.
Die Geschichte selbst finde ich zwar nett, aber wenig aussagekräftig. Was soll mir Kiras Schicksal bitte mitteilen? „Hab keine Hemmungen, dich verletzend zu benehmen, denn dir wird sowieso verziehen“?
Im nächsten Band „Schattenmelodie“ geht es nicht um Kira, sondern um ihre Freundin Neve. Ich habe diese Fortsetzung auf meine Vielleicht – Liste gesetzt, glaube aber kaum, dass ich sie je lesen werde, denn auch Neve steht auf meiner Sympathieskala recht weit unten. Kira ist ja wenigstens noch temperamentvoll, Neve hingegen ist einfach nur devot.
Ich weiß nicht, wie ich „Himmelstiefe“ empfehlen soll. Vielleicht ist dieser Roman nur etwas für LeserInnen, die verständnisvoller sind als ich. Vielleicht gehe ich zu hart mit Kira ins Gericht. Entscheidet selbst, wie viel ihr einer Protagonistin verzeihen könnt.

 
 

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