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Schlagwort-Archive: Lektüre

Montagsfrage: Stimmungssache?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist mal wieder Zeit für ein Update über meine Fortschritte mit dem neuen wortmagieblog. Ich bin immer noch dabei, alle Rezensionen an mein neues Layout anzupassen. Leute, das ist einfach SO. VIEL. ARBEIT. Und zeitraubend. Ich habe in meinem Berufsleben bereits an mehreren Migrationsprojekten mitgearbeitet, aber noch nie musste ich eine Website komplett allein umziehen. Ohne Team im Rücken, das den lieben langen Tag nichts anderes tut, als Inhalte einzupflegen und sie den neuen Gegebenheiten entsprechend zu aktualisieren, ist das wirklich eine echte Sisyphosaufgabe.

Mittlerweile habe ich mich in meinem alphabetischen Rezensionsarchiv immerhin bis zum Buchstaben O vorgekämpft. Der Großteil ist geschafft. Allerdings hatte ich am Freitag letzte Woche eine berufliche Weiterbildung zum Thema SEO und habe dadurch erkannt, dass alle meine Beiträge und Seiten eine Optimierung vertragen können. Das heißt, ich werde meine Rezensionen noch einmal anfassen müssen. NOCH MAL. Ich habe jedoch den Entschluss gefasst, dass der neue wortmagieblog zum Launch nicht komplett fertig sein muss. Einige To Dos werde ich erst abarbeiten, wenn er schon online ist, weil es für den für euch sichtbaren Bereich kaum eine Rolle spielt, ob ich hinter den Kulissen noch an der einen oder anderen Schraube drehe. Die grundlegende Struktur muss stehen, die müssen Layouts funktionieren (vor allem mobil) und die Inhalte müssen aufbereitet sein, alles weitere kann ich auch nach dem Launch machen.

Eine Website bzw. ein Blog hat sowieso große Ähnlichkeit mit einem Eigenheim – man ist nie wirklich fertig, also denke ich, es ist nicht nötig, meinem Perfektionismus in diesem Fall nachzugeben, denn ich möchte die aktuelle, von WordPress gehostete Version des wortmagieblogs so bald wie möglich hinter mir lassen. Seit den Updates funktioniert nichts mehr so richtig, was mich täglich mehr frustriert. Ein Launchdatum kann ich immer noch nicht festlegen, aber wie versprochen werde ich euch sofort wissen lassen, wenn ein Termin absehbar ist. Bis dahin ackere ich fleißig weiter daran, den neuen Blog hübsch einzurichten, damit ihr euch dann auch sofort wohlfühlt. 🙂

Dazu gehört dann übrigens auch ein neues Layout und Design für die wöchentliche Montagsfrage. Darauf habe ich mich noch nicht festgelegt, aber ich denke jede Woche darüber nach. So auch heute, denn pünktlich zum Wochenstart gibt es eine neue Ausgabe der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Suchst du entsprechend deiner Stimmung gezielt nach Büchern bestimmter Genres oder Autor_innen?

Die heutige Frage stammt vom Büchernarr Frank.
Ja, natürlich. Aber anders, als diese Frage vielleicht meint. Meine Lektüreauswahl richtet sich nach meiner Lesestimmung. Meine Lesestimmung entspricht aber nicht grundsätzlich meiner allgemeinen, emotionalen Stimmung. Ich kann den Unterschied erklären. Ich würde niemals denken „Oh, ich bin traurig, deshalb lese ich jetzt ein aufmunterndes, humoristisches Buch“. Ich würde hingegen sehr wohl denken „Oh, mein letztes Buch war traurig, deshalb lese ich jetzt ein aufmunterndes, humoristisches Buch“. Das heißt, meine Lesestimmung hängt weit mehr mit der Abfolge meiner Lektüreauswahl zusammen als mit meinen generellen Gefühlen.

Das heißt nicht, dass diese nicht auch Einfluss haben. Nachdem meine Hündin Chilli 2019 gestorben ist, habe ich zum Beispiel einen weiten Bogen um Bücher gemacht, in denen Hunde eine Rolle spielen. Wenn mein Alltag außergewöhnlich stressig ist, greife ich nicht unbedingt zu einem Klassiker. Und wenn ich weiß, dass ich in den kommenden Tagen viel unterwegs sein werde, wähle ich keine schweren, sperrigen Hardcover aus, sondern leichte, bequeme Taschenbücher. Viele Faktoren prägen meine Leseentscheidungen und selbstverständlich zählen meine Emotionen dazu.

Aber ich greife nicht auf bestimmte Genres oder Autor_innen zurück, wenn ich mich in einer spezifischen Gefühlslage befinde. Lesen ist für mich reiner Eskapismus, soll heißen, ich lese ja unter anderem, um meinen Gefühlen zu entkommen. Das funktioniert mit allen Genres und im Idealfall auch mit allen Autor_innen, je nachdem, wie talentiert sie sind. Ich würde in einer schwierigen Phase nur nicht gerade Literatur auswählen, die meine Emotionen spiegelt, das ist alles. Ansonsten verlasse ich mich immer auf meinen Bauch und dessen Wünsche werden stark davon gelenkt, was ich ihm zuletzt vorgesetzt habe.

Versucht ihr, eure Stimmung durch eure Lektüreauswahl zu beeinflussen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen kreativen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Radikale Meinungsänderungen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich hatte letzte Woche eine merkwürdige Mail-Korrespondenz. Eine Frau schrieb mir, sie hätte Bücher bestellt, die nie bei ihr angekommen wären. Angeblich, laut Zettel der DHL, soll ihr Bücherpaket bei mir abgegeben worden sein. Allerdings handelt es sich offenbar nicht um eine meiner Nachbar_innen, denn in ihrem Haus gibt es niemanden mit meinem Namen und umgekehrt ist es genauso. Die Bücher sind ihr wohl sehr wichtig, weshalb sie meinen Namen gegoogelt hat und über den wortmagieblog gestolpert ist. Auf diesem Weg kam sie an meine E-Mail-Adresse. Weiterhelfen konnte ich ihr leider nicht, weil ich kein Paket für eine Frau mit ihrem Namen angenommen habe. Stattdessen habe ich ihr angeboten, ihre Bestellung mit meiner Privatbibliothek abzugleichen, eventuell gibt es Überschneidungen unter den Exemplaren, die ich ohnehin aussortieren möchte. Soweit ist das Ganze zwar ungewöhnlich, aber meiner Meinung nach nicht seltsam. Komisch ist nur, dass sie mir auf meine Mail bisher nicht geantwortet hat. Das irritiert mich, denn wenn ihr die Bücher so wichtig sind, wie sie schrieb, müsste sie doch eigentlich daran interessiert sein, das Problem so schnell wie möglich zu lösen. Ich bin ratlos. Ich würde ihr gern helfen, aber ohne weitere Informationen kann ich das nicht. Weder weiß ich, wo sie wohnt, noch wann das Paket angeblich bei mir abgegeben wurde. Ein Teil von mir fragt sich jetzt, ob das irgendeine bizarre Betrugsmasche ist oder so. Hm. Abwarten. Vielleicht kommt diese Woche ja noch eine Antwort. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Dass ich die neue Woche mit der Montagsfrage beginne, ist hingegen nicht ungewöhnlich oder seltsam, sondern alte Tradition. Antonia von Lauter&Leise fragt heute:

Gibt es Bücher, bei denen sich eure Meinung über sie beim Reread vollkommen verändert hat?

Ähnlich wie Antonia will ich doch schwer hoffen, dass sich meine Meinungen und Ansichten über diverse Büchern mit den Jahren verändert und weiterentwickelt haben. Alles andere wäre irgendwie ein Armutszeugnis, denn das würde ja bedeuten, dass auch ich mich nicht weiterentwickelt habe. Glücklicherweise kann ich das durchaus von mir behaupten und sehe einige literarische Werke mittlerweile mit anderen Augen, was wohl ganz natürlich ist. „Harry Potter“ ist da wirklich ein Paradebeispiel, aus all den Gründen, die Antonia bereits hübsch ausformuliert hat und die ich daher jetzt nicht wiederholen werde.

Ein anderes Beispiel ist die „Anita Blake“-Reihe von Laurell K. Hamilton. Obwohl Anita sicher immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben wird, betrachte ich die Bücher heutzutage wesentlich kritischer. Als ich angefangen habe, die Bände zu lesen, war ich ein Teenager. Ich hatte doch von nichts eine Ahnung, selbst wenn ich das damals vehement bestritten hätte und überzeugt war, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Mir war nicht klar, wie viele schwierige und problematische Aussagen Anitas Abenteuer und speziell ihre Beziehungen über Genderrollen, sexuelle Identität und Machtverhältnisse treffen. Das konnte mir auch gar nicht klar sein, weil ich mich noch nicht mit diesen Themen beschäftigt hatte. Heute erkenne ich, dass die Reihe diesbezüglich arg überholt und rückständig ist. Deswegen werde ich nicht aufhören, sie zu lesen, aber ich lese sie eben mit einem anderen Bewusstsein, einer gesteigerten Sensibilität.

Bei vielen Werken, mit denen ich mehr oder weniger aufgewachsen oder zumindest als Leserin gereift bin, traue ich mich gar nicht erst an einen Reread heran, weil ich fürchte, dass ich sie danach nicht mehr mag. Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, die „Twilight“-Reihe und die „Eragon“-Reihe noch einmal zu lesen, doch ich bin ehrlich besorgt, dass ich mir damit nur meine vielen positiven Erinnerungen kaputt mache. Bei „Twilight“ habe ich das Gefühl, dass ich fast soweit bin, dieses Risiko einzugehen, „Eragon“ hingegen … Ich weiß nicht, ob ich dazu jemals bereit sein werde. Mittlerweile weiß ich einfach sehr genau, wie gute High Fantasy aufgebaut sein muss und ich bezweifle, ob diese Reihe meinen heutigen Ansprüchen genügen kann.

Meine Hemmungen sind der Grund dafür, dass ich nicht behaupten kann, meine Meinung über ein bestimmtes Buch mit einem Reread schon einmal radikal geändert zu haben. Es gibt kein Buch, dass ich früher mochte und heute nicht mehr. Es gibt auch kein Buch, dass ich früher verteufelt habe und heute feiere. Allerdings hoffe ich, dass dieser zweite Fall bei einer sehr populären Trilogie eintritt: „Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien. Ich konnte die allgemeine Begeisterung nie ganz nachvollziehen, ich fand die drei Bände bei der ersten Lektüre langweilig und viel zu gestreckt. Von Frodo wollen wir mal gar nicht erst anfangen, das ist ein Fass ohne Boden. Aber seit ich zu Weihnachten mit dem Lieblingsmenschen zusammen noch einmal die Filme geschaut habe, frage ich mich, ob sich das nicht geändert haben könnte. Also nicht der Part über Frodo, den werde ich wohl immer grauenvoll finden, doch ich kann mir vorstellen, dass ich die Geschichte heute anders empfinde. Deshalb habe ich mir die drei Bände mittlerweile auf Englisch zugelegt. Sie stehen in meinem Regal und warten darauf, dass ich ihnen die Chance gebe, mich doch noch zu überzeugen. Irgendwann ist es soweit. Vielleicht werde ich mich der Ehrfurcht für diesen Klassiker der High Fantasy doch noch anschließen können.

Hat ein Reread eure Meinung über ein Buch schon mal radikal verändert?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sommerlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Du solltest mal … ?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich wünsche euch einen wunderbaren freien Pfingstmontag! Ich habe am Samstag die frisch wiedereröffnete Außengastronomie in vollen Zügen genutzt! Es war herrlich! Frisch gezapftes Bier und eine Mahlzeit, die extra für mich zubereitet, aber nicht in einem Papp- oder Styroporbehälter serviert wurde. Dazu über drei Tische verteilt ein paar gute Freunde und beste Laune, wo man nur hinsah. Ich kann euch gar nicht sagen, wie gut das getan hat. So ausgelassen, entspannt und zufrieden habe ich mich schon sehr lange nicht mehr gefühlt. Ich wusste ja, dass ich mittlerweile wirklich Pandemie-müde bin, aber wie müde, war mir dann doch nicht klar. Also, lasst uns nicht übermütig werden, damit der positive Trend anhält und wir bald alle unser Leben zurückbekommen.

Obwohl heute ein Feiertag ist, findet die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise natürlich trotzdem statt. Die heute Frage stammt von Buchpfote, die folgendes wissen möchte:

Welche Bücher wurden euch mit dem Satz „Das musst du unbedingt lesen“ empfohlen, habt ihr aber bis jetzt noch nicht gelesen?

Als Buchbloggerin ist es mein Schicksal, tendenziell besser informiert als die meisten Leser_innen in meinem Umfeld zu sein. Ich beschäftige mich viel mehr und viel intensiver mit möglicher Lektüre als der Großteil der Menschen um mich herum. Ohnehin pflegen nur meine Eltern und eine Kollegin sowie ihr Partner ein Leseverhalten, das mit dem meinigen vergleichbar ist. Darum ist die Anzahl derjenigen, die überhaupt in der Lage sind, Empfehlungen für mich auszusprechen, äußerst überschaubar. Doch selbst diese vier halten sich normalerweise zurück. Irgendwie hat es sich so ergeben, dass ich diejenige bin, die Empfehlungen herausgibt, während ich eher selten Empfängerin bin. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann mir das letzte Mal jemand gesagt hat „Dieses Buch musst du unbedingt lesen“. Diese Dringlichkeit entwickelt sich meistens nicht; über einen Satz wie „Ich denke, das würde dir auch gefallen“, gehen meine Buchgespräche normalerweise nicht hinaus. Ich vermute, das liegt daran, dass ich selbst sehr genau weiß, was mir gefallen könnte und was nicht und darüber hinaus eine ziemlich kritische Leserin bin. Ich kann mir vorstellen, dass es dadurch gar nicht so einfach ist, mir ein Buch nachdrücklich zu empfehlen. Außerdem sind allzu begeisterte Empfehlungen seitens meiner Mutter in der Vergangenheit auch schon mächtig schiefgegangen, weil ihre Euphorie in mir eine Erwartungshaltung weckte, die unmöglich zu erfüllen war.

Ein bisschen schade finde ich es schon, dass mir so selten Bücher „aufgezwungen“ werden, aber letztendlich ist es für mich ein Zeichen dafür, dass ich in meinem Leseverhalten maximal unabhängig bin. Dass ich selbst am besten weiß, welche Bücher mir gefallen, heißt ja nur, dass ich mich selbst am besten kenne – so sollte es doch sein. Ich übe ein hohes Maß an Kontrolle über meine Lektüreauswahl aus und ich habe den Eindruck, dass mein kleines lesendes Umfeld das respektiert. Mein Papa sagt mir zum Beispiel nie, dass ich ein Buch lesen soll, nicht einmal, wenn es ihm hervorragend gefällt. Er berichtet einfach von seinen Erfahrungen und lässt mich selbst zu dem Schluss kommen, dass ich dieses Buch auch lesen will. Damit kann ich prima leben.

Als Buchbloggerin reflektiere und beurteile ich Bücher anders als Leser_innen, die sich nicht verpflichtet fühlen, im Anschluss an die Lektüre eine Rezension zu verfassen. Ich bin wählerischer, strenger und setze mich ganz automatisch häufiger damit auseinander, welche Bücher neu erschienen sind, welche Klassiker verschiedenster Genres unbedingt in meinem Regal landen müssen und welche Autor_innen was geschrieben haben. Auf gewisse Weise bin ich dadurch in meinem Umfeld die Expertin – und ich kann nicht behaupten, dass ich mich in dieser Rolle unwohl fühlen würde. 😉

Welche Empfehlungs-Altlasten habt ihr noch nicht abgearbeitet?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen hoffnungsfrohen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Kreatives Blog-Fremdgehen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

In Berlin öffnet Mitte der Woche die Außengastronomie. Ja, man braucht einen negativen Coronatest oder muss nachweisen können, dass man durchgeimpft oder genesen ist, aber Leute. Die Außengastro öffnet. Selbst wenn wir am Wochenende einen plötzlichen Wintereinbruch mit Minusgraden bekommen sollten, werde ich es mir nicht nehmen lassen, mir in einer Kneipe ein frischgezapftes Bier zu gönnen. Es ist einfach viel zu lange her. Diese Lockerung ist für mich seit einer Ewigkeit der erste echte Hoffnungsschimmer. Vielleicht erreichen wir mit der Impferei ja doch langsam etwas. Ich habe vor zwei Wochen meine erste Impfung mit AstraZeneca erhalten und zähle nun die Tage bis zur Zweitimpfung, für die ich am 19. Juli einen Termin habe. Die Nebenwirkungen der Erstimpfung waren bei mir überraschend heftig. Überraschend, weil sie spät einsetzten (erst 12 Stunden nach der Impfung). Mir ging es den ganzen Tag über gut, erst am Abend bekam ich Schüttelfrost und Fieber. Am darauffolgenden Tag hatte ich typische Grippesymptome mit Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und wahrscheinlich erhöhter Temperatur (ich habe nicht gemessen), doch ich bin überzeugt, das war es wert. Bald gehöre ich auch zu den Glücklichen, für die die meisten Einschränkungen aufgehoben sind. Stück für Stück bekomme ich den Eindruck, dass wir nur noch ein bisschen länger durchhalten müssen.

Letzte Woche habe ich das noch nicht so empfunden, es ist verrückt, wie schnell sich die Situation derzeit ändern kann. Deshalb freue ich mich, dass diese Woche auch die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise wieder stattfindet, nachdem die letzte Ausgabe ausgefallen ist.

Schreibt ihr auch außerhalb eures Blogs und habt ihr vielleicht schon selbst veröffentlicht?

Die heutige Frage hat sich Shannon von Shannon’s Schreibstübchen ausgedacht.

Privat nicht. Bisher hat mich die Inspiration noch nicht gepackt, mir ist noch keine Geschichte begegnet, die unbedingt von mir erzählt werden möchte. Früher habe ich immer davon geträumt, selbst Schriftstellerin zu werden, heute sehe ich das ziemlich locker. Wenn das Universum möchte, dass ich diesen Karriereweg beschreite, wird es mir das mitteilen. Wenn nicht, dann nicht. Schreiben ist schwierig, ich wüsste nicht, weshalb ich mich dazu zwingen sollte, wenn ich keine gute Idee habe, die mich fasziniert. Ich kann wunderbar damit leben, eines Tages zu sterben, ohne ein Buch verfasst zu haben. Man muss nicht jeden fixen Wunschtraum realisieren, besonders, wenn ich nicht einmal weiß, ob mich das glücklich machen würde.

Beruflich muss ich schreiben, daran führt kein Weg vorbei, weil ich in der Agentur die Schnittstelle zwischen technischem Projektmanagement und Content darstelle. Das heißt, ich bin auch Teil der Redaktion und setze mein kreatives Talent dafür ein, Meldungen, Pressemitteilungen, Website-Texte und was auch immer sonst anfällt zu verfassen. Das ist mal mehr und mal weniger spaßig, aber eine Form der Selbstverwirklichung sehe ich darin nun nicht, obwohl mein kreativer Output oft öffentlich nachlesbar ist. Es handelt sich eben um projektbezogene Kreativarbeit, das ist einfach nicht dasselbe wie private Schreiberei in der Freizeit und entsteht häufig auch im Team.

Mich erfüllt diese Mischung aus beruflicher und privater Kreativität. In meinem Job kommt es darauf an, dass ich auf Knopfdruck effektiv und zielgerichtet produzieren kann, was mir bei der Gestaltung meines privaten Blogs natürlich auch zu Gute kommt. Privat ist entscheidend, dass ich über Themen schreibe, die mich interessieren und faszinieren, was ich auf Arbeit oft nicht kann. Dieses Wechselspiel bietet mir genau die kreative Abwechslung, auf die es für mich ankommt – auch ohne Schriftstellerei. 😉

In welchen Formen seid ihr neben euren Blogs kreativ?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen gesunden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Lektüre verbindet Fremde?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Na, wie habt ihr den Welttag des Buches am Freitag verbracht? Falls ihr euch gewundert habt, ob ich diesen höhsten aller Feiertage für Bücherwürmer vergessen habe, weil es keinen Beitrag gab – nein, habe ich nicht. Ich hatte nur einfach keine Zeit, etwas Angemessenes vorzubereiten und ehrlich gesagt fehlten mir auch ein bisschen die Ideen. Ich bin mir mittlerweile nicht mal mehr sicher, ob dieser Tag immer noch ein großes Ding in der Buchblog-Bubble ist. Vor einigen Jahren wurde dieser Anlass groß gefeiert; es gab zahllose Aktionen, Gewinnspiele und alle Buchblogger_innen, die etwas auf sich hielten, posteten Beiträge. Angetrieben wurde das Spektakel von dem Projekt „Blogger schenken Lesefreude“, doch das wurde irgendwann eingestellt. Seitdem habe ich den Eindruck, dass dem Feiertag das Momentum fehlt. Wie seht ihr das? Findet ihr, dass der Welttag des Buches weiterhin mit viel Brimborium auf Buchblogs gefeiert werden sollte oder glaubt ihr, dass die beste Art, ihn zu begehen, immer noch das Lesen selbst ist? Möchtet ihr nächstes Jahr wieder einen Beitrag dazu bei mir sehen?

Ich habe die vergangene Woche (und natürlich auch den Welttag des Buches) dazu genutzt, meine Rezension von „Zeitoun“ fertigzustellen. Die Minipause ist vorbei, morgen geht sie online, wie erwartet im Ausmaß eines Essays. Bringt Sitzfleisch mit, wenn ihr sie lesen wollt. 😉 Heute starten wir aber erst einmal mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, die mir deutlich weniger Aufwand beschert.

Hast du schon mal eine fremde Person angesprochen, weil sie ein Buch las, das du auch schon gelesen hast?

Mein Aufwand für diese Frage ist deshalb so gering, weil es meine eigene ist. 😀
Nein, habe ich nicht. Genau darum habe ich diese Frage gestellt, denn ich möchte wissen, ob ihr es akzeptabel findet. Ich traue mich nie, Fremden in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrer Lektüreauswahl zu gratulieren, weil ich fürchte, damit eine Grenze zu überschreiten. Ich selbst fände das völlig in Ordnung und würde mich sogar darüber freuen, aber ich bin eben auch ein Bücherwurm und Literaturnerd. Nicht alle Menschen, die mir im Alltag begegnen, können sich für Bücher und das Lesen genauso begeistern wie ich und möchten sich vielleicht nicht unbedingt mit einer dahergelaufenen Literaturverrückten darüber unterhalten. Ich möchte nicht aufdringlich erscheinen und niemanden stören. Ich versuche oft, meinen Mitreisenden mit den Augen zu suggerieren, dass ich ihre aktuelle Lektüre super finde, aber ich schätze, damit erreiche ich höchstens, dass sie glauben, ich hätte nicht alle Tassen im Schrank. Oder Verstopfung.

Daher wünsche ich mir eine Einschätzung von euch. Findet ihr das okay? Oder ist das eurer Meinung nach ein Verstoß gegen soziale Konventionen? Würde es euch gefallen, auf eure Lektüre angesprochen zu werden? Ich freue mich schon darauf, eure Ansichten zu lesen – vielleicht traue ich mich dann eines Tages doch. Nach Corona natürlich. 😉

Was haltet ihr davon, eine fremde Person auf ihre Lektüre anzusprechen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen aufregenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Hass, Hass, Hass?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Mein Blog wird alt. Nein, keine Sorge, ihr habt keinen Bloggeburtstag verpasst. Diese Feststellung hat einen anderen Ursprung. Wie ich euch schon berichtet habe, arbeite ich im Hintergrund fleißig am Umzug meines Blogs. Derzeit bin ich dabei, alle Rezensionen an das neue Layout anzupassen. Das ist eine mühsame, zeitraubende Aufgabe, weil ich jede gepostete Rezension noch einmal anfassen und händisch bearbeiten muss. Ich gehe dabei sowohl alphabetisch als auch chronologisch vor. Dadurch ist mir aufgefallen, wie verdammt lange es bei einigen Büchern her ist, dass ich sie gelesen und rezensiert habe. Immer wieder bin ich überrascht und kann kaum glauben, wie lange die Rezension zurückliegt, weil ich geschworen hätte, dass ich das Buch erst vor drei Jahren gelesen habe, nicht vor sechs. Es fühlt sich beinahe an, als wäre es erst gestern gewesen. Außerdem ist mir noch einmal schmerzlich bewusst geworden, wie viele Rezensionen es mittlerweile sind. Ich habe absichtlich darauf verzichtet, sie anlässlich der Umgestaltung zu zählen, weil mich diese Zahl nur demotivieren würde, aber ich sehe ja trotzdem, wie lang meine To-Do-Liste ist. Rational weiß ich natürlich, dass sich eine Menge angesammelt hat, es schwarz auf weiß zu sehen, ist jedoch tatsächlich noch mal etwas anderes.

Dieselbe Arbeit erwartet mich später auch für alle Montagsfragen, was ebenfalls hunderte sein dürften. Heute kommt eine weitere dazu; schauen wir mal, was Antonia von Lauter&Leise wissen möchte.

Gibt es ein Buch, das du richtiggehend hasst?

Na das passt ja, da ich ja nun eh schon gedanklich bei alten Rezensionen war. Die Frage stammt übrigens von Aequitas et Veritas.

Nein. Nein, ich denke nicht. Hass ist ein äußerst starkes Wort. Ich glaube, dafür bin ich einfach nicht nachtragend genug. Selbstverständlich gibt es Bücher, die mich während der Lektüre furchtbar aufregen, über die ich schimpfe und meckere, gernervt die Augen rolle und denen ich drohe, sie aus dem Fenster zu werfen, wenn sie nicht bald besser werden. Dasselbe passiert vielleicht noch einmal, wenn ich die Rezension schreibe. Aber dann ist gut. Für mich ist eine schwierige Beziehung zu einem Buch abgeschlossen, wenn ich einen Verriss geschrieben habe. Es mag sein, dass ich mich in Zukunft mit Grauen an die Lektüre erinnere und allen, die leichtsinnig genug sind, zu fragen, ausführlich schildere, warum es meiner Meinung nach ein ganz schreckliches Buch ist, aber Hass? Nein.

Wahrscheinlich kann ich Bücher grundsätzlich nicht hassen. Nicht, weil es unbelebte Gegenstände wären – fragt mal nicht nach Sonnenschein, wie viel Hass zwischen mir und meinem alten Staubsauger existierte, ich bin durchaus in der Lage, Gegenstände mit brennender Leidenschaft zu hassen. Aus meiner Sicht sind Bücher nie Schuld. Schuld sind Autor_innen, Verlage, Lektor_innen und einfach alle, die dafür verantwortlich sind, dass eine Geschichte in der Form, die ich am Ende konsumiere, das Licht der Welt erblickt. Das Buch kann nichts dafür, dass es schlecht, langweilig, unausgereift oder was auch immer ist. Ich sehe die Verantwortlichkeit bei den Personen, die nicht verhindert haben, dass es so in meine Hände gelangte. Das können die Autor_innen selbst sein, weil sie es ihnen nicht gelang, objektiv zu urteilen, dass ihr Manuskript Murks ist. Es können Verlage sein, weil sie zum Beispiel die millionste Auflage eines ausgelutschten Stoffes auf den Markt bringen. Das kann auch das Lektorat sein, weil logische Fehler, Rechtschreibfehler oder Inkonsistenzen nicht korrigiert wurden. Es ärgert mich, dass manchmal Bücher veröffentlicht werden, die ganz eindeutig (noch) nicht bereit für den kritischen Blick der Öffentlichkeit sind. Doch Hass empfinde ich trotzdem nicht, sondern eher eine Mischung aus Bedauern, Fremdschämen, Fassungslosigkeit und Beleidigung.

Nehmen wir ein extremes Beispiel: „Mein Kampf“ von Adolf Hitler. Selbstverständlich habe ich dieses Buch nie gelesen und werde es auch nie tun, nicht nur, weil ich mich damit strafbar machen würde. Ich glaube aus tiefstem Herzen, dass es ein böses Buch ist. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, es in meiner Bibliothek stehen zu haben, weil ich fest überzeugt bin, dass seine Ausstrahlung alles in seinem Umfeld vergiften würde, denn was darin steht, ist falsch, bösartig und menschenverachtend. Allein der Gedanke, es hier zu haben, gruselt mich. Ich möchte es nicht besitzen. Niemals. Ich möchte nicht einmal in seine Nähe kommen, es macht mir Angst. Aber hasse ich es deswegen? Nein. Ich hasse den Mann, der es geschrieben hat. Ich halte es nicht an sich für böse, ich weiß sehr wohl, dass am Ende „nur“ gedruckte Worte auf Seiten aus Papier sind. Ich halte es für böse, weil ein Teil von mir ganz sicher ist, dass es ein Stück der Seele des Autors enthält und die war ja nun bekanntermaßen schwarz wie die Nacht. Auf gewisse Weise hasse ich den Verfasser auch dafür, dass er die Integrität des geschriebenen Wortes beschmutzte, doch sein Buch selbst … Nein, ich kann es nicht hassen.

Ihr seht, in meinem Kopf besteht eine klare Grenze zwischen Werk und den Personen, die für dessen endgültige Form verantwortlich sind. So sehr mich eine Lektüre aufregen mag, habe ich ein Buch ausgelesen, greift sofort diese Differenzierung. Ich möchte aber auch festhalten, dass das Leben meiner Meinung nach zu kurz für Hass ist. Meine Lebenszeit ist es nicht wert, dass ich sie darauf verschwende, ein kulturelles Objekt und/oder dessen Schöpfer_innen zu hassen. Schlimm genug, dass ich sie für die Lektüre selbst geopfert habe.

Empfindet ihr Hass für ein bestimmtes Buch?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen bezaubernden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Literarische Fremdsprachigkeit?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Am Samstag haben der Lieblingsmensch und ich die neue Küche zelebriert. Zuerst hat der gelernte, ehemalige Bäcker einen Kirsch-Streuselkuchen für uns gezaubert und abends gab es selbstgemachte Pizza. Beides konnten wir noch nie backen, weil unser alter Ofen die dafür notwendigen Temperaturen nicht erreichte. Dann haben wir es uns vor dem Fernseher gemütlich gemacht und uns die neuste Ergänzung der Netflix-Bibliothek angesehen: „Der goldene Handschuh“. Ich habe das gleichnamige Buch von Heinz Strunk, in dem er die Verbrechen des Serienmörders Fritz Honka in den 70er Jahren in Hamburg thematisiert, bereits vor etwa 3 Jahren gelesen, der Lieblingsmensch hingegen hat es gerade erst beendet. Es war einer der seltenen Fälle, in denen ich auf die Verfilmung neugierig war, weil ich sehen wollte, ob das literarische Experiment, das Heinz Strunk vorlegte, überhaupt filmisch umsetzbar ist. Mein Fazit: Ist es nicht. Der Film ist wirklich gut gemacht, hält sich eng an die Vorlage und der Setaufbau ist eine verblüffend authentische Kopie der Lebensumstände Honkas, aber das, was das Buch ausmacht, kann er nicht vermitteln. Der biografische Roman lebt von den Innenansichten des Serienmörders, sein Reiz besteht darin, dass man sich als Leser_in fragen muss, wie weit Sympathie für einen Protagonisten gehen darf. Dieser Effekt entsteht im Film überhaupt nicht, weil das Publikum nicht erfährt, was in Honka vorgeht. Außerdem nimmt die Kneipe „Zum goldenen Handschuh“ eine viel zu geringe Rolle ein. Es kommt nicht rüber, dass es sich dabei um einen Schmelztiegel der Schicksale handelte, wodurch die Milieustudie, als die das Buch gelobt wurde, völlig in den Hintergrund tritt. Im Film geht es um Honkas Verbrechen, was ich als Andenken an seine Opfer schätze, doch das Buch deckt viel mehr ab als das. Solltet ihr also darüber nachdenken, den Film anzuschauen, kann ich euch nur empfehlen, auch den Roman auf eure Liste zu setzen. Bei Interesse findet ihr HIER meine Rezension.

Nun ist das Wochenende und damit die Gelegenheit zu einem lauschigen Filmabend allerdings schon wieder vorbei und wie immer starte ich in die neue Woche mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Wie hoch ist euer Leseanteil in einer Fremdsprachen und warum lest ihr nicht die Übersetzung?

Die heutige Frage stammt vom lieben Torsten von Torsten’s Bücherecke. Ich beherrsche nur eine Fremdsprache gut genug, um in dieser Sprache auch lesen zu können: Englisch. Immerhin eine, mit der ich ziemlich weit komme. 😉 Wahrscheinlich lese ich etwas mehr als die Hälfte meiner Gesamtlektüre im Jahr in Englisch. Genau weiß ich es nicht (mehr), weil ich die entsprechende statistische Zahl aus meinem Jahresrückblick 2020 gestrichen habe. Ich fand, dass sie nichts mehr über mich aussagt und es einfach nicht wichtig ist, in welcher Sprache ich ein Buch nun lese, weil das kein Faktor ist, der bei meiner Lektüreauswahl eine Rolle spielt. Ich kann englische Bücher mittlerweile genauso flüssig lesen wie Bücher in Deutsch, bin literarisch also wahrhaft zweisprachig. Das muss ich nicht ausufernd analysieren oder gegeneinander aufrechnen.

Auf die Frage nach dem Warum ist die Antwort im Kern denkbar simpel: Weil ich es kann. Es gibt einen Haufen Gründe, die meiner Meinung nach dafür sprechen, im Original zu lesen und nicht zur Übersetzung zu greifen, wenn man nicht muss.
Ursprünglich bewegten mich zwei Argumente dazu, auf englische Lektüre umzusatteln. Ich hatte es satt, den deutschen Marktmechanismen unterworfen zu sein, die dazu führen, dass einige Reihen aus finanziellen Faktoren heraus irgendwann nicht weiter übersetzt werden. Obwohl ich diese Entscheidung aus Sicht der Verlage durchaus verstehen kann, bin ich als Leserin in solchen Fällen natürlich die Gelackmeierte. Will ich wissen, wie die Geschichte weitergeht, bleibt mir keine andere Wahl, als auf die englischen Originale umzusteigen.
Der zweite Aspekt war der Preis. Englische Bücher sind häufig deutlich günstiger als die deutschen Übersetzungen, weil sie nicht der deutschen Buchpreisbindung unterworfen sind. Dieses Verhältnis ist sogar auf dem Gebraucht-Markt zu spüren, denn viele deutsche Bücher erreichen niemals den niedrigen Schnäppchenpreis, von dem ich bei englischen Büchern profitiere.

Später haben sich weitere positive Effekte herauskristallisiert, die bis heute eine Rolle für mich spielen.
Eine Übersetzung kann, unabhängig von ihrer Qualität, niemals dieselbe Authentizität aufweisen wie das Original. Manche Formulierungen lassen sich nicht ohne Weiteres von einer Sprache in eine andere übertragen. Metaphern, Wortwitz und Stilblüten müssen zwangsläufig bis zu einem gewissen Grad verloren gehen. Wenn ich mit diesem Kompromiss nicht leben muss, warum sollte ich dann?
Wartezeiten sind ebenfalls ein Faktor. Eine Übersetzung braucht Zeit. Findet die Veröffentlichung eines Buches international nicht parallel statt, muss ich als Deutsche warten, bis die Übersetzung verfügbar ist, was unter Umständen Monate dauern kann. Habe ich ohnehin Jahre auf ein Buch gewartet, zum Beispiel bei einer Fortsetzung, möchte ich diese Wartezeit nicht unnötig verlängern.
Ich habe außerdem festgestellt, dass sich durch zweisprachiges Lesen die Vielfalt deutlich erhöht. Manche Autor_innen werden nie ins Deutsche übersetzt. Andere werden nicht mit ihrem Gesamtwerk übersetzt, heißt, Reihe A wird übersetzt, Reihe B aber nicht. Das kann mir egal sein, wenn ich auf Englisch lese. Ich habe Zugriff auf den gesamten deutschen und den gesamten englischsprachigen Buchmarkt, was neben den USA und Großbritannien ja auch zahlreiche weitere Länder einschließt, zum Beispiel Kanada oder Australien. Dadurch habe ich Schriftsteller_innen entdeckt, die mir nie begegnet wären, würde ich mich auf deutschsprachige Literatur beschränken.
Darüber hinaus habe ich eine Vorliebe für englischsprachige Taschenbuchformate. Durch die fehlende Buchpreisbindung in englischsprachigen Ländern können mehrere Verlage dasselbe Buch verlegen. Um Kampfpreise anbieten zu können und trotzdem wirtschaftlich zu sein, sparen diese Verlage häufig bei den Kosten für die physische Form des Buches. Sie nutzen kleine Formate und weniger hochwertiges Papier. Viele Leser_innen mögen sich an den dünnen Seiten mit dem typischen Recycling-Grauschleier stören, aber ich liebe diese Ausgaben. Sie sind handlich, sie sind leicht, sie geben mir das Gefühl, nicht allzu vorsichtig beim Lesen sein zu müssen. Habe ich die Wahl, würde ich mich immer für so eine Ausgabe entscheiden.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Argumente fallen mir für englische Originale ein. Die wichtigsten habe ich jetzt allerdings abgedeckt, also belassen wir es bei dieser Aufzählung. Auf englischsprachige Lektüre umzuschwenken, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich möchte die literarische Zweisprachigkeit und all ihre positiven Aspekte nicht mehr missen.

Lest ihr in einer Fremdsprache und wenn ja, wieso?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen inspirierenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Ehrlich, freundlich oder beides?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Leute, ihr werdet es nicht glauben. Es ist alles fertig. Die Küche steht, die Fliesen kleben an der Wand und im Badezimmer ist das neue Waschbecken eingebaut. Unsere Wohnung hat in der letzten Woche wirklich ein kompettes Make-Over bekommen. Es ist wundervoll. Ich bin sehr, sehr glücklich. Wenn ich so im Türrahmen stehe und mir meine neue Küche ansehe, war sie jeden Cent und jeden Tag der Ungeduld wert. Am Freitag habe ich auch schon darin gekocht – wir entschieden uns für Nudelauflauf, weil man mit Pasta und Käse nicht allzu viel falsch machen kann, selbst wenn Kochfeld und Ofen ungewohnt sind. Es war ein Traum. Es ist ein völlig anderes Gefühl, wenn alles aufgeräumt und sortiert ist, statt nur provisorisch gelöst. Beim Öffnen von Türen und Schubladen muss ich jetzt nicht mehr all die vielen kleinen Tricks beachten, die bisher nötig waren, weil jedes einzelne Möbelstück Macken und Alterserscheinungen hatte. Alles ist einheitlich. Wir haben viel mehr Arbeitsfläche. Mehr Licht. Wir müssen nicht mehr von Hand abwaschen und dank der Dunstabzugshaube ist der schmierige Film, gegen den ich einen aussichtslosen Kampf austrug, Geschichte. Hach, es ist schön. Als ich mir am Freitag dann auch noch das erste Mal im neuen Badezimmer-Waschbecken die Hände wusch und feststellte, dass wir nun endlich Wasser einlassen können, ohne dass es durch den undichten Stöpsel von selbst wieder abläuft, ging mir durch den Kopf, mit wie wenig ich im vergangenen Jahrzehnt zufrieden war. Bescheidenheit ist eine Tugend, aber ich bin doch sehr erstaunt, mit wie vielen Unannehmlichkeiten ich mich arrangieren konnte. Für mich fühlt es sich an, als hätte ich eine neue Phase in meinem Leben erreicht. Vor einigen Jahren wäre die Realisierung eines großen Projekts wie die neue Küche noch undenkbar gewesen. Ich hätte gar nicht gewusst, wo ich anfangen soll. Jetzt bin ich solchen Herausforderungen gewachsen und das ist wirklich ein gutes Gefühl. 🙂

Nun aber genug von der neuen Küche geschwärmt, kommen wir zum Tagesgeschäft – der heutigen Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Wie geht ihr mit Rezensionsanfragen um, die uninteressant sind?

Ich habe die Frage, die von Sophia von Wordworld stammt, gekürzt, weil sie sonst wirklich sehr lang geworden wäre. Sophia möchte nämlich eigentlich wissen, ob wir ehrlich sind und zugeben, dass uns ein Rezensionsexemplar nicht interessiert. Für mich ist das leicht zu beantworten: Ja, ich bin immer ehrlich. Ich glaube, es bringt niemandem etwas, wenn ich aus falsch verstandener Höflichkeit eine Ausrede erfinde. Was ist schon dabei, wenn ich anhand von Klappentext und Leseprobe von dem angebotenen Buch nicht überzeugt bin? Selbst aufstrebende Autor_innen wissen, dass sie es nicht allen Recht machen können. Es ist gar nicht schlimm, wenn sie meinen Geschmack nicht treffen, denn es gibt garantiert andere Blogger_innen, bei denen das ganz anders aussieht. Anfangs habe ich mich ziemlich schlecht gefühlt, wenn ich eine Rezensionsanfrage ablehnen musste, aber irgendwann habe ich aufgehört, diese Situation persönlich zu bewerten und betrachte solche Angebote mittlerweile ausschließlich professionell, weil den wenigsten Autor_innen tatsächlich an meiner individuellen, persönlichen Meinung gelegen ist. Die meisten schreiben mich nicht an, weil sie meinem Blog schon ewig folgen und wirklich wissen wollen, was ich, also Elli als Privatperson, über ihr Buch denke. Sie schreiben mich an, weil sie ihr Buch möglichst vielfältig bewerben möchten und ich dafür als Buchbloggerin eine sinnvolle Adresse bin. Sie stolpern über mich, stöbern vielleicht ein bisschen herum und entscheiden dann, mir eine Rezensionsanfrage zu schicken. Das beweist allein schon der Anteil der Bücher, die mir angeboten werden, obwohl sie ganz offensichtlich nicht meinem Geschmack entsprechen. Für mich ist das völlig in Ordnung, denn eine Rezensionsanfrage ist keine Schmeichlei. Es ist eine geschäftliche Offerte. Habe ich an diesem Geschäft kein Interesse, wird sich wohl kaum jemand von einer Brücke stürzen, wenn ich das ganz offen sage.

Ehrlichkeit bedeutet ja nicht, dass man gemein werden muss. Ich kann ehrlich und freundlich sein. Ich kann darauf hinweisen, dass das Buch leider nichts für mich ist, es aber sicher andere Blogger_innen gibt, denen es eher zusagt. In einigen Fällen habe ich sogar konkrete Empfehlungen ausgesprochen, an wen sich der Autor bzw. die Autorin wenden könnte. Dadurch vermeide ich nicht nur, unnötig lügen zu müssen, ich verhindere auch, dass ich in Zukunft von derselben Person ähnliche Angebote erhalte. Weiß die Person, dass mir ein Buch dieser Art nicht zusagt, ist es weniger wahrscheinlich, dass sie mir künftig eine thematisch-inhaltlich ähnliche Geschichte vorschlägt, was allen Zeit und Aufwand spart.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich darauf verzichte, eine Ablehnung aufgrund mangelnden Interesses zu schreiben, wenn es einen anderen Grund gibt, der meiner Ansicht nach drängender ist. Die meisten Rezensionsanfragen lehne ich nicht ab, weil ich das Buch uninteressant finde. Die meisten lehne ich aus Zeitgründen ab. Ich bin keine wirklich gute Auftragsrezensentin, denn ich kann einerseits nicht vorhersagen, wann ich das Buch lesen werde und andererseits kann ich mit absoluter Sicherheit vorhersagen, dass es auf jeden Fall Monate dauern wird, bis ich das Buch bespreche. Der Stapel meiner ausstehenden Rezensionen ist besorgniserregend hoch – buchstäblich, denn die entsprechenden Bücher stapeln sich mittlerweile wirklich prekär. Es widerstrebt mir, ein Buch, das ich später gelesen habe, für die Rezension vorzuziehen. Das mache ich nur in Ausnahmefällen. Also würde das Rezensionsexemplar ewig rumliegen. Das finde ich nicht fair, weil es für die Autor_innen meist wichtig ist, dass das Buch zeitnah zum oder nach dem Erscheinen Aufmerksamkeit erhält. Bei mir wiederum würde die Situation Druck erzeugen, was meiner Kreativität meist einen Riegel vorschiebt. Wieder hat keine_r etwas davon, wenn ich die Anfrage annehme. Folglich erkläre ich freundlich, dass ich leider keine Kapazitäten habe, um der Bitte nachzukommen, wünsche viel Erfolg für die Zukunft und erspare allen Beteiligten eine blöde Lage. Dann auch noch zu erwähnen, dass ich das Buch übrigens sowieso nicht lesen wollen würde, ist ja nun unnötig.

Wie reagiert ihr auf uninteressante Rezensionsanfragen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen glückseligen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

 

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Montagsfrage: Über den Tellerrand?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wisst ihr, ich liebe CMS-Arbeit. Ich finde es wirklich toll, eine Website von Null aufzubauen und alles genau so aussehen und funktionieren zu lassen, wie ich es möchte. Kein Witz, mir macht das Spaß, sonst würde ich das wohl kaum seit Jahren beruflich machen. Aber wisst ihr, was ich daran hasse? Die Kleinfriemelei. Hier ein Abstand, der nicht stimmt, dort ein Link, der nicht den korrekten Hover-Effekt zeigt, an wieder anderer Stelle sind die Bildmaße nicht gleichmäßig – neigt man wie meine Wenigkeit zum Perfektionismus, können einen diese winzigen Anpassungen in den Wahnsinn treiben, weil gerade der Kleinkram oft dazu führt, dass das Layout zerschossen wird. Falls ihr jetzt bereits vermutet, dass ich mitten in der Gestaltung des neuen wortmagieblogs stecke, liegt ihr richtig. Ich komme schneller voran als erwartet, was ich tatsächlich meiner ausführlichen Vorarbeit zuschreibe. Ohne meine schriftlichen Layoutentwürfe müsste ich viel mehr rumprobieren. Dennoch wird es voraussichtlich noch eine ganze Weile dauern, bis ihr das Ergebnis zu sehen bekommt, denn ich werde meine alten Beiträge wahrscheinlich alle noch einmal anfassen und auf neue Templates umstellen müssen. Das sind mittlerweile über 1.000, wie ich seit dem Export meiner Daten weiß. Ich könnte mir vorstellen, dass ich zur Jahresmitte mit allem fertig bin. Letztendlich kann ich aber nicht vorhersagen, was mir dazwischen kommen könnte, also habt Geduld.

Apropos Geduld: Ihr werdet es nicht glauben, doch wir haben endlich einen Termin für die neue Küche! Sie wird am 17.02. geliefert und am 18.02. aufgebaut. Der Lieblingsmensch und ich streichen die Tage im Kalender ab. Die ganze Geschichte hat dann wirklich etwas mehr als einen Monat länger gedauert als geplant. Ich fantasiere schon von all den Leckereien, die wir bald zubereiten können. Ich habe solche Lust, uns was richtig Gutes zu kochen, dass ich regelrecht Sehnsucht nach meinen Töpfen und Pfannen habe. Ich muss mir noch überlegen, welches Festessen es in zwei Wochen gibt. Irgendwie müssen wir feiern, dass wir uns wieder ordentlich ernähren können, aber die Auswahl ist so groß. 😀 Mit welchem Gericht würdet ihr so einen Anlass zelebrieren?

Bevor jetzt meine kulinarische Fantasie mit mir durchgeht, widmen wir uns lieber schnell dem Tagesgeschäft und das ist heute natürlich die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Liest du auch Bücher, die außerhalb deines Kulturkreises spielen?

Die heutige Frage stammt erneut von Aequitas et Veritas und schließt meine Lieblingsgenres Fantasy und Science-Fiction selbstverständlich aus. Um sie zu beantworten, müssten wir eigentlich erst einmal definieren, was „mein“ Kulturkreis überhaupt ist. Deutschland? Europa? Alles, was westlich des Urals liegt? Bevor ich nun aber von Höckchen auf Stöckchen komme, legen wir doch einfach fest, dass mein Kulturkreis Europa sowie Nordamerika einschließt. Ich weigere mich, mich auf Deutschland zu beschränken, obwohl ich anerkenne, dass alle europäischen Länder sowie Kanada und die USA eine eigene, reiche Geschichte haben, die nicht deckungsgleich mit der deutschen Historie ist – warum, erkläre ich gleich.

Ich versuche durchaus, außerhalb meines Kulturkreises zu lesen. Spätestens, seit ich mich intensiv mit dem Literaturnobelpreis auseinander gesetzt habe und erkannte, dass Repräsentation bei der Auswahl der Preisträger_innen kein Faktor ist, wurde mir jedoch klar, dass das gar nicht so einfach ist, wie es klingt. Meinem Empfinden nach (ich habe keine Daten, die das untermauern) haben es Autor_innen, die nicht aus europäischen Ländern oder den USA stammen, schwer, auf unserem Buchmarkt Aufmerksamkeit zu erlangen. Natürlich gibt es schillernde Ausnahmen wie Haruki Murakami, aber ich denke, tendenziell werden Schriftsteller_innen, die auf dem afrikanischen, asiatischen oder australischen/ozeanischen Kontinent leben, seltener übersetzt. Ich vermute, dass dieser Trend mit den Mechanismen des Buchmarktes selbst zusammenhängt. Um wirtschaftlich zu sein, müssen Verlage überwiegend auf das sichere Pferd setzen. Das heißt im Endeffekt, sie verlegen, was den Leser_innen vertraut ist, weil sie bei diesen Büchern mit zuverlässigen Absätzen und einer entsprechenden Gewinnmarge rechnen können. Für Experimente besteht wenig Spielraum. Wahrscheinlich werden Bücher aus dem europäischen bzw. nordamerikanischen Kulturkreis deshalb eher verlegt, denn Geschichten von Menschen, die in einer Kultur leben, die uns fremd ist, verlangen häufig ein Umdenken, ein Eindenken in andere Maßstäbe und Bräuche. In Europa und Nordamerika teilen wir viele grundlegende Faktoren, wodurch es für uns einfach ist, uns in Geschichten, die in diesem Rahmen spielen, zurechtzufinden. Es ist bequemer. Die Chancen, dass ein Buch aus Europa, Kanada oder den USA in Deutschland verlegt wird, stehen dadurch schlicht besser.

Daher habe ich zum Beispiel noch nie ein Buch von einem Autor oder einer Autorin aus Thailand oder der Mongolei gelesen. Selbst wenn es ein solches Buch auf dem deutschen Markt gibt, ist das an mir bisher vorbeigegangen. Ich habe eine Kollegin, die es sich seit Jahren zur Aufgabe gemacht hat, aus jedem Land der Erde ein Buch zu lesen, doch selbst sie hat noch gravierende Lücken auf ihrer mentalen Karte. Darum freue ich mich immer, wenn mir Bücher begegnen, deren Autor_innen eben nicht aus meinem Kulturkreis stammen oder zumindest in einem anderen Kulturkreis geboren wurden. Ich möchte diese Literatur, diese Öffnung meines Horizonts und will besonders wissen, wie diese Schriftsteller_innen meine liebsten Genres interpretieren.

Ich weiß, ich bin jetzt ein bisschen am Thema vorbeigeschrammt, weil es ja eigentlich um Bücher geht, die außerhalb meines Kulturkreises spielen, nicht um Bücher, die außerhalb meines Kulturkreises geschrieben wurden. Doch es war mir ein Anliegen, meine Theorie zu präsentieren, warum ganze Regionen unseres Planeten bei uns literarisch unterrepräsentiert sind, also habe ich mir diesen Exkurs erlaubt. Nun zum eigentlichen Kern: Ja, ich lese Bücher, die in einem anderen Kulturkreis spielen, aber ich genieße diese Werke mit Vorsicht und schaue mir immer an, wer sie geschrieben hat. Ein passendes Beispiel ist Henning Mankells „Die flüsternden Seelen“, das ich Ende 2020 gelesen habe. Henning Mankell war Schwede, verbrachte jedoch viele Jahre seines Lebens in Afrika. Das Buch ist seine Liebeserklärung an die afrikanische Seele. So weit, so gut. Oder vielmehr, so weit, so oberflächlich, klischeebeladen und voreingenommen. Tatsächlich finde ich vieles an dieser losen Geschichtensammlung problematisch. Ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen, weil die Rezension noch aussteht, aber ich kann verraten, dass Mankell meiner Meinung nach lediglich beschrieb, was er durch seine europäische Brille zu sehen glaubte. Die Geschichten geben die afrikanische Seele wieder, wie er als Europäer sie interpretierte. Von Authentizität kann demnach keine Rede sein, weshalb mir die Lektüre kaum Erkenntnisse brachte und ich auch nicht das Gefühl hatte, Afrika wirklich kennenzulernen. Überhaupt schon von Afrika zu sprechen, als sei der ganze Kontinent eine homogene Fläche, ist Unsinn.

Es wäre schön, wenn mir literarische Ausflüge in andere Kulturkreise leichter gemacht würden. Wenn ihr Tipps habt, wie ich die Grenzen des europäisch geprägten Buchmarktes (der auch die USA einschließt) umgehen kann, immer her damit. Vielleicht kann ich mich mit etwas mehr Achtsamkeit diesbezüglich besser anstellen.

Lest ihr Bücher, die nicht in unserem Kulturkreis spielen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen köstlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Ehrenamtliches Buch-Engagement?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es hat begonnen. Ich habe den ersten Schritt gewagt. Am Wochenende habe ich Webspace angemietet und damit den Prozess für Umzug und Umgestaltung meines Blogs eingeleitet. Ich weiß mittlerweile ziemlich genau, wie der neue, frische, grundüberarbeitete wortmagieblog aussehen soll. Wahrscheinlich macht das sonst niemand in der Blogsphäre, aber da ich seit Jahren beruflich mit Content Management Systemen arbeite und weiß, wie wichtig es ist, genau zu visualisieren, welche Elemente eine Website enthalten soll, habe ich mich hingesetzt und die Layouts für Seiten und Standardbeiträge entworfen. Schriftlich. Mit Papier, Lineal und Stift. Deshalb habe ich jetzt seitenweise Designs, an denen ich mich orientieren kann und die maßgeblich bestimmen werden, für welchen Pagebuilder ich mich entscheide. Es wird vermutlich auf Avada hinauslaufen. Für einen Buchblog ist das eigentlich ein bisschen Overkill, weil Avada eine Komplettlösung darstellt und zahlreiche Elemente enthält, die ich nie brauchen werde (zum Beispiel die Möglichkeit, ein Shopsystem zu integrieren), aber ich habe es einfach satt, mich nicht austoben und frei mit Design- und Layout-Elementen experimentieren zu können. Ich will auch nicht für jede Kleinigkeit ein eigenes Plugin installieren müssen, in der Hoffnung, überhaupt eines zu finden, das die gewünschte Funktion erfüllt und mit meinem Theme kompatibel ist. Außerdem sehe ich Avada als eine Investition in die Zukunft, denn wenn ich eines Tages noch einmal auf den Trichter komme, den wortmagieblog umzugestalten, sind mir mit diesem umfangreichen Baukasten wenig Grenzen gesetzt.

Ach, ich bin so aufgeregt und freue mich so sehr darauf, meinen Blog neu aufzuziehen, dass ich fast vergessen könnte, dass wir noch immer keine Küche haben. Aber eben nur fast. Angeblich soll diese Woche endlich der heiß ersehnte Anruf zum Liefertermin kommen. Falls ich bis Mittwoch nichts gehört habe, soll ich noch mal anrufen. Wir werden sehen.

Bis zum Wochenende muss die Mission „Neuer wortmagieblog“ aus Zeitgründen erst einmal ruhen, aber vielleicht ist das ganz gut so. Sonst würde ich den normalen Blogalltag garantiert sträflich vernachlässigen 😉 Den Wochenstart zelebrieren wir heute deshalb wie gewohnt mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise.

Hast du dich schon mal ehrenamtlich im Bereich Bücher/Lesen engagiert?

Yey, das ist meine Frage! 😀 Dementsprechend sollte sie schnell beantwortet sein, denn ich habe mir über das Thema bereits häufig Gedanken gemacht.

Bisher habe ich mich noch nie ehrenamtlich im Bereich Bücher und Lesen engagiert. Das ist einer der Gründe, warum ich diese Frage gestellt habe, denn mich interessiert sehr, wie das in der Praxis so abläuft und welche Angebote und Möglichkeiten es gibt. Ich hoffe, dass ihr mich erleuchten könnt. 😉 Ich würde mich nämlich gern ehrenamtlich engagieren, weil ich die Liebe zu Büchern, mit der ich aufgewachsen bin, weitergeben möchte. Lesen hat so viele positive Nebeneffekte und ist eine so wunderbare Art und Weise, sich zu beschäftigen, dass ich die Vorstellung, dass es da draußen zum Beispiel Kinder gibt, denen nie vorgelesen wird, ganz schrecklich finde.

Für mich käme deshalb das Projekt Berliner Lesepaten in Frage. Hier mal ein Auszug der Website, in dem kurz erklärt wird, was Lesepat_innen tun:

„Die Lesepaten setzen sich parallel zum Unterricht mit einzelnen Kindern oder in Gruppen zusammen. Sie lassen sich Texte vorlesen oder lesen selbst vor. Die Lehrkräfte entscheiden über Inhalt, Art und Umfang der Unterstützung. In Kitas betrachten die Paten mit den Kindern Bilderbücher und unterstützen ihre Sprachentwicklung. In Sekundarschulen erschließen sie mit Jugendlichen Fachtexte, u.a. in Naturwissenschaften und Fremdsprachen. Lesepaten bewerten nicht und sind daher starke Partner für ihre Schützlinge.“

In meinen Ohren klingt das großartig. Was hingegen nicht so großartig klingt, ist der Zeitaufwand. Da liegt der Hase für mich im Pfeffer. Denn jede Woche ein- bis zweimal für zwei bis drei Stunden Kitas und Schulen zu unterstützen, erscheint mir aktuell einfach nicht machbar. Ich verstehe, dass es wichtig ist, eine gewisse Regelmäßigkeit zu pflegen, damit sich eine Vertrauensbasis entwickeln kann, aber ich wüsste derzeit nicht, wie ich das in meinen Wochenplan integrieren könnte. Sicher gibt es immer Mittel und Wege, doch ich bin nicht überzeugt, dass es gut für mich wäre, mir diese zusätzliche Anfordrung jetzt aufzubürden.

Ich hoffe sehr, dass sich das ändert, sobald ich wirklich in meinem noch recht neuen Tagesablauf angekommen bin. Der neue Job bietet mir eine Planbarkeit, die ich noch nie hatte. Wenn ich gelernt habe, diese Planbarkeit effektiv zu nutzen, kann ich mir durchaus vorstellen, mich anzumelden. Mit dem Schichtdienst war das bisher nicht möglich, aber jetzt sehe ich einen Silberstreif am Horizont. Irgendwann werde ich Lesepatin. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen. Aber eines Tages. So Corona will.

Habt ihr Erfahrungen mit ehrenamtlichem Engagement im Bereich Bücher und Lesen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen spannenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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