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André Pilz – No llores, mi querida – Weine nicht, mein Schatz

Bevor ich mit der Rezension zu „No llores, mi querida – Weine nicht, mein Schatz“ beginne, sollte ich euch erklären, wieso ich diesen Skinhead-Roman besitze. Ich habe eine tiefe persönliche Bindung zum Thema des Buches, zu der Szene, in der und für die der Autor André Pilz es geschrieben hat. Ich war selbst jahrelang in der linken bzw. unpolitischen Skinhead-Szene aktiv. Ich war ein Renee, ein Skingirl, mit allem, was dazu gehört: Musik, Kleidung, Lebensstil. Mittlerweile habe ich die Szene verlassen, weil ich mit der Stagnation selbiger nicht zurechtkam. „No llores, mi querida“ war das letzte ungelesene literarische Überbleibsel dieser Zeit. Als ich es von meinem SuB befreite, war ich extrem gespannt, wie es auf mich wirken würde. Eine Reise in meine Vergangenheit stand bevor.

Skinhead, Skinhead, Oi Oi Oi! Diese Worte sind Ricos Schlachtruf. Jahrelang war Rico schwach, wurde geschubst und getreten, als er am Boden lag. Er schwor sich, niemals wieder so verletzlich zu sein. Er ist ein Skin, ein Krieger im täglichen Kampf gegen die brutalen Anforderungen einer Gesellschaft, in die er nicht passt. Gewalt und Exzess bestimmen seine Existenz. Seine Freunde sind ebenso Ausgestoßene wie er. Doch tief in seinem Herzen verzehrt sich Rico nach Hoffnung. Als er die Mexikanerin Maga kennenlernt und sich rettungslos in sie verliebt, stellt er sich zum ersten Mal die Frage, ob es nicht auch anders geht. Muss er die lähmende Verzweiflung, den Zorn, die giftige Bitterkeit ertragen? Gibt es keinen Ausweg aus der Abwärtsspirale seines Lebens? Entgegen aller Widerstände wird Maga zu Ricos Licht in der Dunkelheit und lehrt ihn, dass jeder Mensch eine Chance auf Glück verdient, sogar ein Skinhead.

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Verfasst von - Juni 15, 2017 in Realistische Fiktion, Rezension

 

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Erfahrungsbericht zum Reread von Harry Potter und Die Heiligtümer des Todes

Abschiedsschmerz, Wehmut und tiefe Liebe

Am 27. Oktober 2007 endete eine Ära. Der letzte Band der „Harry Potter“ – Reihe erschien auf dem deutschen Markt. Ich war damals 18 Jahre alt. Ich werde euch nicht anlügen. Ich werde nicht behaupten, ich hätte Erinnerung daran, wie ich diese erste Lektüre des Finales empfand. Natürlich gibt es diverse kurze Gefühlsfetzen, die ich mit „Harry Potter und Die Heiligtümer des Todes“ verbinde, aber ich kann keine allgemeine Einschätzung meiner damaligen Leseerfahrung anbieten. Ich weiß es wirklich nicht mehr. Ich glaube jedoch, dass sich meine Emotionen nicht allzu stark davon unterschieden, was ich heute vor dem Reread des siebten Bandes empfand. Wehmut. Abschiedsschmerz. Neugier. Aufregung.

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Erfahrungsbericht zum Reread von Harry Potter und Der Halbblutprinz

Das tiefe Luftholen vor dem fulminanten Finale

„Harry Potter und Der Halbblutprinz“ erschien am 01. Oktober 2005 auf dem deutschen Markt. Ich war damals 16 Jahre alt. Erstmals in der Geschichte der Reihe war ich genauso alt wie Harry. Heute erscheint mir diese Tatsache unheimlich bedeutsam. Es kommt mir vor, als hätte ich bei meiner ersten Lektüre des sechsten Bandes eine besondere Verbindung zu unserem Helden spüren müssen, weil wir uns das erste Mal auf Augenhöhe begegneten. Als hätte zwischen uns ein automatisches, tiefes Verständnis existieren müssen, weil wir Altersgenossen waren. Paradoxerweise habe ich das mit 16 nicht so empfunden. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich viel darüber nachgedacht hätte, dass Harry und ich gleich alt waren. Ich war ein Teenager, meine Freunde waren Teenager, für mich war es vollkommen normal, dass jemand in meinem Alter war, sogar eine Buchfigur. Ich glaube, ich habe damals einfach nicht erfasst, was es bedeutete, dass ich Harry eingeholt hatte. Mir war nicht klar, dass Harry im sechsten Band auf ewig 16 sein würde, während ich niemals wieder so jung wäre. Das begreife ich erst jetzt. Erst durch mehr als 10 Jahre Abstand verstehe ich, wie besonders es war, dass wir in diesem einen kurzen, vergänglichen Moment gemeinsam 16 waren.

Ich wünschte, ich hätte es schon damals kapiert, denn dann wären meine Erinnerungen an „Der Halbblutprinz“ unter Umständen greifbarer, vollständiger und überhaupt vorhanden. In meinem Gedächtnis klafft an der Stelle, an der dieser Band seinen Platz haben sollte, ein großes graues Loch voller Nebel. Ich erinnere mich an gar nichts. Fragtet ihr mich, wie mein Leben mit 16 Jahren aussah, könnte ich euch grobe Eckdaten nennen, aber wolltet ihr wissen, wie „Der Halbblutprinz“ in meinen Besitz gelangte und wie ich mich während der ersten Lektüre fühlte, müsste ich ahnungslos mit den Schultern zucken. Ich weiß es nicht. Zumindest nicht genau. Ich weiß, dass ich keinen einzigen Band der Originalreihe selbst kaufte und schlussfolgere dementsprechend, dass „Der Halbblutprinz“ ein Geschenk meiner Eltern war. Ich erinnere mich außerdem an ein diffuses Gefühl der Enttäuschung. Ich glaube, ich habe damals große Hoffnungen in den neuen Potter gesetzt, nachdem mir der Vorgänger „Der Orden des Phönix“ eher mäßig zusagte. Ich wollte erneut haarsträubende Abenteuer erleben und die düstere Episode mit der Prophezeiung hinter mir lassen. Vor diesem Hintergrund musste der sechste Band ernüchternd für mich sein, denn das Actionlevel ist viel niedriger als beispielsweise in „Der Feuerkelch“. Heutzutage würde ich ihn als das tiefe Luftholen vor dem fulminanten Finale bezeichnen. Vielleicht ist das der Grund, warum auch die Handlung lediglich bruchstückhaft hängen bliebt.

Als Marina aka DarkFairy und ich uns „Der Halbblutprinz“ im Rahmen unserer Reread-Aktion vornahmen, prophezeite ich sofort, dass meine Kenntnis des Inhalts bei diesem Band die bisher größten Lücken aufweisen würde. Oh, selbstverständlich war mir der grobe Verlauf noch gegenwärtig und niemals könnte ich das dramatische, tränenreiche Ende vergessen, doch all die Details dazwischen schienen mehr oder weniger verschwunden zu sein.

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Mark Charan Newton – Nights of Villjamur

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Der britische Autor Mark Charan Newton begann mit dem Schreiben, als er in einer Buchhandlung arbeitete. Permanent von Büchern umgeben zu sein, scheint ihn stark beeinflusst zu haben. Statt nach seinem Abschluss in Umweltwissenschaften im Regenwald zu verschwinden, entschied er sich für eine Karriere im Verlagswesen. Er arbeitete mehrere Jahre als Lektor, bevor 2009 sein Debüt „Nights of Villjamur“ erschien. Der Auftakt der Reihe „Legends of the Red Sun“ wurde überwiegend positiv bewertet und sicherte Newton einen festen Platz in der erlesenen Riege britischer Fantasy-Autor_innen. Mir wurde „Nights of Villjamur“ auf Goodreads empfohlen.

Ein eisiger Wind fegt durch die Straßen Villjamurs, Juwel und Herz des Imperiums Jamur. Graue Wolken verdecken das blasse Licht der sterbenden roten Sonne. Sinkende Temperaturen sind die Vorboten einer jahrzehntelangen Eiszeit, die bereits mit frostigen Fingern über das Land kriecht. Tausende Flüchtlinge sammeln sich vor den Toren der Hauptstadt. Vertrieben von der unerbittlichen Kälte, hoffen sie, in Villjamur Schutz zu finden. Doch die Tore bleiben verschlossen. Ränke um Macht und Einfluss werden auf den Rücken der Verzweifelten ausgetragen; Intrigen und Verrat, heimtückisch verborgen hinter freundlich lächelnden Gesichtern, die das Leid des Volkes nicht kümmert. Blind für die Gefahren, die dem Imperium drohen. Während Jamur langsam in den Fängen des ewigen Winters erstarrt, erheben sich in der Tundra die Untoten. Hoch im Norden zeugen unheimliche Berichte von ausgelöschten Siedlungen, entvölkert bis auf die letzte unglückliche Seele. Es scheint, als brächte die Eiszeit Schlimmeres mit sich als Frost und Schnee…

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Verfasst von - Februar 7, 2017 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Steven Erikson – Kinder des Schattens & Gezeiten der Nacht

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Lange Zeit lebten die Völker der Letherii und der Tiste Edur friedlich nebeneinander. Verträge legten ihre Territorien fest und bestimmten den Handel. Das Leid, das die Letherii den indigenen Stämmen antaten, berührte die langlebigen Kinder von Vater Schatten kaum. Aus der Ferne beobachteten sie die gnadenlosen Eroberungsfeldzüge, die weit häufiger mit Münze und Feder geführt wurden als mit Waffen und Soldaten; die perfiden Pläne, die die Stämme in die Abhängigkeit tricksten; Lügen, Verrat und Betrug. Erst als das gierige Auge Lethers auf die Gebiete und Rohstoffe der Edur fällt und die Kontrakte vorsätzlich gebrochen werden, sind sie gezwungen, zu reagieren. Der unausweichliche Konflikt ängstigt die Edur nicht, denn erstmals seit Generation sind sie unter der Führung des Hexenkönigs vereint. Doch auch die Letherii glauben fest an ihre Unbezwingbarkeit. Im Namen des Sieges entfesseln beide Völker schreckliche, unberechenbare Mächte, die niemand zu kontrollieren vermag. Tod, Schmerz und Verzweiflung sind die Banner der unfassbaren Gewalt zwischen Letherii und Tiste Edur, die eine gesamte Kultur auszulöschen droht. Eine uralte Prophezeiung sagt den nahenden Morgen eines neuen Imperiums voraus – wer wird sich aus der Asche des Krieges erheben?

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Marie Lu – The Rose Society

2016-05-07 - Lu The Rose Society

Seit ich den gleichnamigen Auftakt von Marie Lus neuster Trilogie „The Young Elites” im Mai 2015 voller Begeisterung gelesen habe, fieberte ich der Fortsetzung „The Rose Society“ entgegen. Diese erschien im Oktober 2015, ich versuchte jedoch, mich zurückzuhalten, weil ich wusste, dass das Finale „The Midnight Star“ erst ein Jahr später im Oktober 2016 veröffentlicht würde. Im Mai 2016 hielt ich es nicht länger aus. Ich musste einfach wissen, wie es mit Adelina und den Young Elites weitergeht.

Adelina Amouteru wurde verraten. Familie und Freunde ließen sie im Stich, ihre Verbündeten wandten sich von ihr ab, weil sie ihre ungezügelte Macht fürchten. Adelina schwört, Rache zu nehmen. Begleitet von ihrer kleinen Schwester Violetta flieht sie nach Merroutas, um Kenettras Inquisition unter Teren Santoro zu entkommen und andere malfettos zu finden, die ähnliche Kräfte wie sie selbst besitzen. Sie plant, ihre eigene Gesellschaft von Elites zu gründen und mit ihrer Hilfe sowohl die Inquisition als auch die Dagger Society zu zerschlagen. Sie alle werden büßen für das Leid, das Adelina erdulden musste. Sie alle werden vor ihr zittern. Sie alle werden den Tag bereuen, an dem sie die Weiße Wölfin herausforderten. In ihrem blinden Bestreben nach Macht und Vergeltung bemerkt Adelina nicht, dass ihre Fähigkeiten, die sich von Schmerz und Angst nähren, sie zu verschlingen drohen. Sie verliert die Kontrolle. Die Dunkelheit ist ein Teil ihrer Seele – wird sie sich ihren Einflüsterungen hingeben oder an dem Guten in sich festhalten?

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Joyce Carol Oates – Carthage

2016-05-02 - Oates Carthage

Corporal Brett Kincaid kehrte verwundet aus dem Krieg zurück, äußerlich wie innerlich traumatisiert. In seiner Heimatstadt Carthage wird von ihm erwartet, dass er das Leben wiederaufnimmt, das er für den Kampf gegen den Terrorismus hinter sich ließ. Doch Brett kann nicht. Er löst die Verlobung mit Juliet Mayfield und zieht sich zurück. Die Erinnerungen an den Irak quälen ihn, lassen ihn nicht schlafen und suchen ihn noch am Tage heim. Verzweifelt versucht er, zu vergessen, kombiniert Medikamente mit Alkohol. Als er am 10. Juli 2005 in seinem Auto am Straßenrand aufgegriffen wird, kann er nicht erklären, woher das Blut im Wagen stammt. Er erinnert sich vage, die Nacht in einer Kneipe verbracht zu haben. Er erinnert sich, dass Cressida Mayfield, Juliets jüngere Schwester, dort war. Danach verschwimmt alles in einem ungewissen Nebel. Offenbar war er der letzte, der Cressida lebend gesehen hat. Während die Stadt fieberhaft nach dem verschwundenen Mädchen sucht, sieht sich Brett mit Anschuldigungen konfrontiert. Könnte er tatsächlich etwas mit Cressidas Verschwinden zu tun haben? Hat er etwas Unverzeihliches getan? Verwirrt und unfähig, seinen Erinnerungen zu trauen, beginnt für Brett ein Kampf mit seinem Gedächtnis, der ihn Jahre seines Lebens kosten wird.

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Ellen Marie Wiseman – Die dunklen Mauern von Willard State

2016-04-03 - Wiseman Die dunklen Mauern von Willard State

„Die dunklen Mauern von Willard State“ von Ellen Marie Wiseman ist nur zum Teil fiktiv. Die psychiatrische Anstalt Willard State Asylum hat es tatsächlich gegeben. Als die Anstalt nach 126 Jahren des Betriebs 1995 geschlossen wurde, fanden Arbeiter auf dem Dachboden über 400 Koffer, die Patienten gehörten, die Willard nie mehr verließen. Seit 1999 arbeiteten Darby Penney, Peter Stastny und die Fotografin Lisa Rinzler unermüdlich, um die Biografien ihrer Besitzer_innen aufzudecken und ihnen ein Gesicht zu geben. Das Ergebnis ihrer Bemühungen sind die Ausstellung „Lost Cases, Recovered Lives: Suitcases from a State Hospital Attic“ und das Buch „The Lives They Left Behind: Suitcases from a State Hospital Attic“. Letzteres diente Ellen Marie Wiseman als Inspiration „Die dunklen Mauern von Willard State“ zu schreiben.

Izzy Stones Familie wurde in der verhängnisvollen Nacht zerstört, als ihre Mutter ihren Vater erschoss. Niemand weiß, was sie zu dieser grauenvollen Tat veranlasste. Allein, ohne verbleibende Angehörige, wurde Izzy jahrelang herumgereicht. Erst jetzt, mit 17, hat sie das Gefühl, Pflegeeltern zu haben, denen sie wichtig ist. Aus Dankbarkeit hilft sie den beiden bei ihrem neusten Projekt. Nach der Schließung des berüchtigten Willard State Asylum wurden auf dem Dachboden hunderte von Koffern gefunden, deren Inhalt Peg und Harry nun katalogisieren möchten. Unter den Besitztümern der Insassen entdeckt Izzy einen Stapel ungeöffneter Briefe und das Tagebuch einer Patientin namens Clara Cartwright. Izzy ist von Claras tragischem Schicksal fasziniert und setzt alles daran, ihre Geschichte zu rekonstruieren. Doch je tiefer sie in die Geheimnisse von Claras Leben vordringt, desto näher kommt sie auch den Antworten auf die Rätsel ihrer eigenen Vergangenheit…

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Helene Wecker – Golem und Dschinn

2015-11-04 - Wecker Golem und Dschinn

„Golem und Dschinn“ von Helene Wecker habe ich als Rezensionsexemplar über das Bloggerportal von Random House angefragt. Diese Entscheidung war das Blogger-Äquivalent eines Spontankaufs, denn das Buch stand nie auf meiner Wunschliste. Der Klappentext hat mich einfach neugierig gemacht. Ich suche immer nach neuen Ideen in der Urban Fantasy und bisher habe ich noch kein Buch dieses Genres gelesen, in dem ein Golem und/oder ein Dschinn die Hauptrolle übernehmen. Ein wenig skeptisch war ich trotz dessen, da der Untertitel „Eine Liebe nicht von dieser Welt“ nicht gerade meinem Beuteschema entspricht. Doch was wäre das Lese-Leben ohne Risiken?

Chavas Leben beginnt mitten auf dem Ozean, auf der Überfahrt von Polen nach New York, als ihr Meister sie erweckt. Chava ist kein Mensch – sie ist ein Golem, geschaffen von einem unmoralischen Rabbi, um zu dienen und zu gehorchen. Doch ihr Meister verstirbt noch bevor sie New York erreichen. Ihrem Daseinszweck beraubt, spürt und hört sie die Wünsche, Sorgen und Sehnsüchte aller Menschen um sich herum. Allein in einer fremden Stadt muss sie lernen, sich zurecht zu finden, ohne aufzufallen. Nie hätte sie erwartet, eine verwandte Seele zu treffen; jemanden, der sich ebenso verloren, einsam und anders fühlt wie sie. Ahmad ist ein Dschinn, lebendiges Feuer. Vor Jahrhunderten wurden ihm von einem mächtigen Zauberer seine Kräfte genommen. Eingesperrt in einer Kupferflasche trägt ihn das Schicksal in das syrische Viertel in New York.
Zwischen Millionen von Menschen versuchen Chava und Ahmad, gegen einen gefährlichen Feind zu bestehen und Liebe, Freundschaft und ihren Platz in einer Welt zu finden, in die sie eigentlich nicht gehören.

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Verfasst von - November 20, 2015 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Charles Dickens – Oliver Twist

„Oliver Twist“

Oliver Twist

Autor: Charles Dickens

Format: Hardcover

Seitenzahl: 576 Seiten

Verlag: Gustav Kiepenheuer Verlag

Sprache: Deutsch

ISBN: 3423213418

Genre: Klassiker > Englisch & Drama

ausgelesen am: 14.01.2015

Bewertung:

„Oliver Twist“ ist Charles Dickens‘ zweiter Roman, der 1838 erstmalig als Gesamtausgabe erschien. Bereits von 1837 bis 1839 wurde das Werk als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift „Bentley’s Miscellany“ veröffentlicht, weil sich nur wenige LeserInnen dieser Zeit eine vollständige Romanausgabe leisten konnten. Trotz des Erfolgs des Buches musste Dickens für seine ungeschönte, realitätsnahe Darstellung der Lebensumstände der Armen und der Kriminalität in London sehr viel Kritik einstecken. So viel, dass er sich 1841 genötigt sah, anlässlich der dritten Auflage von „Oliver Twist“ ein Vorwort zu verfassen, indem er deutlich und unnachgiebig zu seinen Beschreibungen stand. Er schrieb, er habe kein Interesse daran, diejenigen zu unterhalten, die zu „feinfühlig“ seien, um die Hässlichkeit der Realität zu ertragen. Am Beispiel des kleinen Oliver habe er zeigen wollen, „wie das Prinzip des Guten alle widrigen Umstände überdauert und schließlich triumphiert“. Mit diesem Vorwort, das meiner Ausgabe von „Oliver Twist“ angehängt ist, stieg Dickens in meiner Achtung ins Unermessliche. Ich bin zutiefst beeindruckt davon, dass er sich dem gesellschaftlichen Druck nicht beugte und „Oliver Twist“ genauso ließ, wie es war, damit ich, über 170 Jahre später, einen detaillierten Eindruck von London während der Frühindustrialisierung erhalten konnte.

Im Armenhaus geboren, als Waise unter der strengen Knute der Gemeinde aufgewachsen, erfährt der kleine Oliver Twist früh, dass das Leben für die weniger Gesegneten viel Unrecht bereithält. Als er es nicht mehr aushält, läuft er davon – fort ins meilenweit entfernte London. In der großen Stadt wird Oliver mit Leid, Elend und Verderbtheit konfrontiert; er trifft auf das personifizierte Laster, dem die Worte Anstand und Rechtschaffenheit völlig fremd sind. Trotz dessen wünscht sich Oliver nichts sehnlicher, als dazuzugehören. Schon bald muss er allerdings einsehen, dass sich die Kriminalität stets selbst am nächsten ist und wenig Platz für die Hoffnungen und Träume eines kleinen Jungen bietet. Doch Oliver hat Glück im Unglück und erlebt Wohltätigkeit und Güte, als er es am wenigsten erwartet.

Niemals hätte ich den Wert dieses Romans erkannt, hätte ich nicht das Nachwort meiner Ausgabe von Rudolf Marx gelesen. Ich brauchte seine Ausführungen, um meine Aufmerksamkeit in die richtige Richtung zu lenken. Ich bin begeistert von Dickens‘ Humor, seiner Ironie und seinem Sarkasmus, doch während des Lesens war ich komplett von Olivers Figur eingenommen. Es beschäftigte mich ungemein, dass dieser kleine Junge so blass, passiv und leidenschaftslos ist. Oliver hat keinen Funken Feuer im Leib, er ist nicht durchtrieben, verwegen oder abenteuerlustig. Tatsächlich ist er wohl einer der langweiligsten Charaktere, die mir je begegnet sind; bar jeder Entwicklung bleibt er den ganzen Roman über ein tugendhafter kleiner Engel. Aus dieser Perspektive hätte ich das Wichtigste beinahe übersehen: Dickens‘ unglaublich mutige, tiefgreifende Gesellschaftskritik.
Zu Zeiten der Frühindustrialisierung entfaltete sich der Konflikt zwischen den untersten Gesellschaftsschichten und dem Gesetz mit voller Wucht; in „Oliver Twist“ beschreibt Charles Dickens beherzt diese Spannungen und deren Konsequenzen. Er portraitiert Elend und Armut zwingend und eindringlich, wendet die Augen nicht ab von Hässlichkeit und Verderbtheit und stach genau dort hinein, wo es den Mittelstand am meisten schmerzte. Man kann „Oliver Twist“ nicht lesen, ohne den geschichtlichen Kontext im Auge zu behalten, denn nur so wird deutlich, welche beabsichtigte Wirkung der Roman hatte. Dickens führte seinen LeserInnen unbarmherzig all das vor Augen, was sie im Alltag nicht sehen wollten: bittere Armut, Leid, Kriminalität, Prostitution, Gewalttätigkeit – aber auch den Anteil des Unterdrücker-Staates und der Mittelschicht an diesen Zuständen. Menschen wie seine Figur des Gemeindedieners Mr. Bumble, die kleingeistigen Vollstrecker grausamer, ungerechter Gesetze, waren es, die erheblich zur Not der Ärmsten der Armen beitrugen.
Trotz dessen konnte Dickens nicht aus seiner Haut. So detailliert und ehrlich seine Darstellung des Abschaums der Gesellschaft ist, so ungenau und verschleiernd ist hingegen sein Bild der Mittelklasse. Oliver trifft auf mehrere Vertreter dieser Schicht; sie sind durchweg mildtätige, herzensgute Wohltäter, über deren wahre Lebensumstände die LeserInnen nur sehr wenig erfahren. Das ist nicht realistisch, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Oliver völlig unbeeindruckt ist von den Umständen, in denen er aufwächst. Er scheint immun gegen jegliche Art von Laster und Sünde zu sein, was für die höchst konstruierte Geschichte seines Lebens jedoch unumgänglich ist, denn andernfalls wäre es dem Autor nicht möglich gewesen, den Gegensatz zu den „Bösen“ so klar herauszuarbeiten. Diese kommen bei Dickens nicht gut weg; er bestraft sie für all ihre Verbrechen (wozu auch gehört, gegen Olivers Glück gearbeitet zu haben) unheimlich hart und brutal. Die einzige Ausnahme ist der Dieb Charley Bates, der letztendlich sein Leben umkrempelt und zu einem wertvollen Gesellschaftsmitglied wird. Ich fragte mich ernstlich, warum Dickens dieser einen Figur einen Ausweg und eine Zukunft gab und glaube, es ging ihm darum, zu zeigen, dass Läuterung durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Vielleicht glaubte Dickens daran, dass selbst der schlechteste Mensch sich noch ändern kann. Ich finde es schade, dass er Charley davon kommen ließ, meine liebste Figur jedoch ebenso gnadenlos bestrafte wie alle anderen auch: Nancy. Nancy war für mich die Schlüsselfigur des Romans, mit der ich am meisten mitfühlen konnte. Sie vereint all das, was mir in Oliver fehlte, der zwar der Protagonist der Geschichte ist, aber keinesfalls ihr Held. Nancy ist meines Erachtens nach die Heldin des Romans. Eine junge, verzweifelte, eindeutig verdorbene Prostituierte berührte mein Herz. Wer hätte das gedacht?

„Oliver Twist“ entsprach absolut nicht meinen Erwartungen. Ich hatte mit weit mehr Abenteuer gerechnet und auch mit einer anderen Form von Humor. Die Figur des Oliver enttäuschte mich, doch glücklicherweise konnte Rudolf Marx mich im Nachwort auf das aufmerksam machen, was dieses Buch außergewöhnlich und beeindruckend macht.
Wenn ihr eines Tages auch einmal zu diesem Klassiker der Literatur greifen solltet, vergesst niemals, in welcher Zeit er entstanden ist. Akzeptiert, dass Oliver kein Held ist, sondern nur die Leinwand einer Geschichte, deren privates Schicksal bei weitem nicht so wichtig ist wie ihre gesellschaftlichen Implikationen. Charles Dickens war ein bewundernswerter, mutiger Autor, der es nicht nur verdient hat, in den Literatur-Bestenlisten der Welt aufzutauchen, sondern auch, gelesen zu werden.

 
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Verfasst von - Januar 22, 2015 in Drama, Englisch, Klassiker, Rezension

 

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