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Montagsfrage: Lieber Mini als Maxi?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Die Lieferung der Küche verzögert sich. Natürlich. Ich habe vorletzte Woche Freitag beim Händler angerufen, weil wir immer noch keinen Termin hatten. Angeblich wurden unsere Möbel letzte Woche fertiggestellt. Theoretisch sollte ich heute einen Anruf von der Montagefirma erhalten, um die Lieferung abzusprechen. Je nachdem, wie deren Kapazitäten aussehen, kann es sein, dass die Küche erst nächste Woche kommt. Großartig. Ich weiß, zwei Wochen Verzögerung sind in der aktuellen Situation vergleichsweise gering, aber ich ärgere mich trotzdem. Nicht nur, weil wir dann einen Monat aus Kisten gelebt haben und uns nur sehr eingeschränkt ernähren konnten, sondern vor allem, weil wir von der Verzögerung gar nicht erfahren hätten, hätte ich nicht angerufen. Als wir die Küche geplant und beauftragt haben, wurde ein Wunschtermin für letzte Woche vereinbart. Mir ist durchaus bewusst, dass für den Händler keine Verbindlichkeit besteht, diesen einzuhalten, doch sie hätten uns zumindest rechtzeitig Bescheid geben können, dass es länger dauert. Dann hätten wir nämlich anders planen und den Abbau der alten Küche sowie die baulichen Vorbereitungen verschieben können. Ich finde es nicht sehr kundenfreundlich, dass sie uns nicht informiert und auf dem Laufenden gehalten haben. Das fuchst mich, schließlich haben wir ihnen bereits eine Menge Geld überlassen.

Glücklicherweise habe ich heute allerdings auch gute Nachrichten: Der Jahresrückblick 2020 geht morgen online! Ein Tusch bitte! Ich bin sehr stolz darauf, dass ich neben der Arbeit so fleißig daran geschraubt habe und zügig fertig geworden bin. Euch erwarten wieder einmal eine Menge Zahlen, noch mehr Buch-Schwärmerei und ein paar Erkenntnisse, die sogar mich überrascht haben. Schaut morgen auf jeden Fall vorbei, wenn ihr wissen wollt, wie mein Lesejahr 2020 war!

Vor meiner ausführlichen Jahresstatistik steht heute aber erst einmal die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise an, denn die lasse ich natürlich nicht ausfallen!

Sind Buch-Adaptionen in der Form von Mini-Serien vielleicht besser als Buch-Adaptionen in der Form von Filmen?

Komme ich heute durch mit „Ist mir egal“? Nein? Na gut, okay, dann etwas ausführlicher.
Mich interessieren Verfilmungen nicht. Es gibt selbstverständlich ein paar wenige Ausnahmen, aber normalerweise sehe ich einfach nicht ein, wieso ich mir Zeit für eine Geschichte nehmen soll, die ich entweder schon kenne oder die ich im Original, also als Buch, kennenlernen möchte. Das Buch ist meist ohnehin wesentlich besser. Mir ist schon klar, dass viele Menschen dankbar dafür sind, wenn ein Buch verfilmt wird, weil sie es dann nicht lesen müssen und ich sehe ein, dass einige Bücher die zusätzliche Aufmerksamkeit brauchen, um die wichtige Botschaft, die sie vermitteln, einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen, zum Beispiel „The Hate U Give“ von Angie Thomas. Aber ich persönlich kann mit Verfilmungen wirklich wenig anfangen und darum ist mir auch egal, wie Bücher nun adaptiert werden, ob als Film oder als Serie.

Grundsätzlich erkenne ich die Vorteile einer Adaption als Serie, weil eine komplexe Geschichte eben nicht auf zwei bis drei Stunden zusammengestrichen werden muss, doch meiner Erfahrung nach führt das oft dazu, dass sich die Drehbuchschreiber_innen massive Freiheiten erlauben. Man denke an „True Blood“ und „American Gods“. Wird die Quintessenz einer Geschichte verfälscht, ärgert mich das, weshalb ich auch um Serien-Adaptionen für gewöhnlich einen weiten Bogen mache. Darum ist mir völlig schnuppe, ob es sich bei der Adaption um eine (Mini-)Serie oder einen Film handelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir sowohl das eine wie auch das andere ansehe, ist verschwindend gering.

Zieht ihr die Adaption eines Buches als Serie der Adaption als Film vor?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen produktiven Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Lesevorsätze 2021?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Puh. Hinter mir liegt ein anstrengendes Wochenende. Wir haben unsere Küche in eine Baustelle verwandelt. Es war laut und schmutzig, der feine Baustaub klebte echt überall. Aber jetzt ist der Raum leer und fertig vorbereitet für die neuen Küchenmöbel. Heute hat der Lieblingsmensch noch gestrichen, während ich im Wohnzimmer im Home Office saß, und morgen kommt der Elektriker. Danach heißt es warten. Wir haben leider noch immer keinen Termin. Theoretisch sollte die neue Küche irgendwann nächste Woche eingebaut werden. Vorsichtshalber haben wir unseren alten Herd noch behalten und nicht in den Keller gebracht, für den Fall, dass sich die Lieferung doch verzögert. Ich versuche trotzdem, optimistisch zu bleiben. Drückt uns die Daumen, dass alles klappt, denn ewig halten unsere vorgekochten Vorräte natürlich nicht. 😉

Heute ist der erste Montag des neuen Jahres, den wir selbstverständlich mit der wöchentlichen Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise zelebrieren.

Was sind deine Lesevorsätze für 2021?

Abgesehen davon, dass ich mir wieder 85 Bücher als Leseziel gesetzt habe und meine Challenges so erfolgreich wie möglich abschließen möchte? Nein. Es ist die alte Leier: Ich brauche ein paar lockere Ziele, weil sie meinem Leseverhalten Struktur geben, aber es handelt sich dabei lediglich um Richtwerte. Pi mal Daumen – Kalkulationen. Es ist nicht schlimm, wenn ich diese Ziele nicht erfülle. Mir geht es nicht darum, mir am Ende des Jahres auf die Schulter klopfen zu können. Es geht darum, ein Hilfmittel zu haben, um meinen literarischen Weg durch das Jahr ein bisschen besser steuern zu können und durch das Lesebingo sowie die Motto Challenge auch mal Büchern eine Chance zu geben, die sonst vielleicht weiterhin auf meinem SuB einstauben würden. Lege ich am Anfang des Jahres eine Anzahl Bücher fest, die ich lesen möchte, unterstützt mich das außerdem bei meinem Jahresrückblick. Dadurch kann ich leichter reflektieren, wie das Jahr für mich lief, wann ich mich gut konzentrieren konnte, wann nicht und welche Gründe dafür verantwortlich sind. Deshalb entscheide ich mich immer für dieselbe Zahl. Es sind immer 85 Bücher, die ich mal erreiche und mal nicht. Erreiche ich sie nicht, heißt das, mir ist irgendetwas dazwischen gekommen und ich glaube, es lohnt sich, herauszufinden, was das war, um mich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren. Für mich sind Leseziele also keine Übung in Ehrgeiz – sie sind eine Übung in Selbstliebe.

Habt ihr euch Leseziele für 2021 gesetzt?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen stressfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Lesehighlight 2020?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Uiuiui, die letzte Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise im Jahr 2020. Nächste Woche haben wir schon 2021. Ich bin fest entschlossen, die letzten Tage des Jahres zu genießen und gleichzeitig effektiv zu nutzen, denn so langsam müssen wir uns auf die neue Küche vorbereiten, die in der zweiten Januar-Woche eintreffen soll. An diesem Wochenende, also direkt nach Neujahr, wird mein Schwiegerpapa die notwendigen Baumaßnahmen umsetzen. Bis dahin muss die Küche soweit wie möglich leer sein. Deshalb werde ich diese Woche einerseits vorkochen, was das Zeug hält und andererseits alle Küchenutensilien aussortieren und das Zeug, das übrig bleibt, in Kartons verpacken. Ein bisschen graut es mir ja davor. Ich wage nicht, vorherzusagen, wie viel unnützer Kram sich angesammelt hat. An Neujahr räumen wir dann alle Möbel aus. So richtig geruhsam kann ich das Jahr 2020 also nicht ausklingen lassen, aber ich hoffe, dass ich trotzdem Zeit finde, den Blog angemessen ins neue Jahr zu schicken, den Jahresrückblick anzufangen und mich für Challenges anzumelden.

An dieser Stelle möchte ich dreist ein bisschen Eigenwerbung einfließen lassen, denn gestern habe ich die neuste Ausgabe von Wortmagie’s makabrer High Fantasy Challenge veröffentlicht! Ihr könnt euch ab sofort anmelden und ich lade euch herzlich ein, auch 2021 gemeinsam mit mir 30 zweifelhafte Aufgaben in den Genres High und Low Fantasy zu erfüllen! Ganz am Ende des heutigen Beitrags habe ich das Logo für euch verlinkt, klickt ihr da drauf, gelangt ihr zu meiner Challenge-Seite, auf der ihr alles wichtige erfahrt. Ich hoffe auf rege Beteiligung!

Nun wollen wir aber mal schauen, was Antonia anlässlich der letzten Montagsfrage des Jahres von uns wissen möchte:

Was war dein Lesehighlight 2020?

Da mich in Gedanken bereits mein literarischer Jahresrückblick beschäftigt, habe ich über diese Frage schon nachgedacht. Aktuell stehen auf meiner Liste der 5-Sterne-Bewertungen ganze 11 Bücher, was für mich tatsächlich recht viel ist. Die Auswahl ist also vergleichsweise vielfältig. Trotzdem fällt es mir dieses Jahr sehr leicht, mich für ein Highlight zu entscheiden, denn eines dieser Bücher hatte den mit Abstand größten Einfluss auf mich. Das war „The Fault in Our Stars“ von John Green.

„The Fault in Our Stars“ ist ein massiv gehypter Young Adult – Roman, der in Deutschland unter dem Titel „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ bekannt wurde. Es geht um die unheilbar krebskranke Hazel, die seit ihrer Kindheit gegen den Tod kämpft und sich nach ihrer Begegnung in einer Selbsthilfegruppe in den hinreißenden Augsutus Waters verliebt. Mehr will und muss ich sicher nicht verraten, weil das Buch wirklich extrem populär ist und sogar verfilmt wurde.

Unter normalen Umständen hätte mich diese Geschichte wahrscheinlich nicht hinter dem Ofen hervorgelockt. Ich denke schon, dass sie mir gefallen hätte, aber ich schätze, dass ich sie recht kitschig und ein bisschen berechenbar gefunden hätte. Fünf Sterne hätte ich vermutlich nicht vergeben. Allerdings waren die Umstände für mich nicht normal, als ich das Buch Ende März 2020 las. Ende März 2020 war meine Hündin Chilli seit sechs Monaten tot. Diese Erfahrung bestimmte die Lektüre für mich. Weil ich Chilli sechs Monate zuvor nach einem rasanten, fatalen Krankheitsverlauf auf ihre letzte Reise schicken musste, war „The Fault in Our Stars“ genau das Buch, das ich zu diesem Zeitpunkt brauchte – obwohl ich das nicht wusste, als ich es aus dem Regal zog.

Die schonungslose, entwaffnende Ehrlichkeit und Tabulosigkeit, mit der John Green das Schicksal seiner Protagonsitin Hazel schildert, berührte mich tief in meiner geschundenen Seele. Ich war damals gerade aus dem Allergröbsten heraus, musste nicht mehr ständig weinen und fing an, zu reflektieren, was Chilli und mir eigentlich passiert war. Das Buch half mir dabei. Die Parallelen zwischen dem, was Hazel erlebt und dem, was ich mit Chilli erlebt hatte, waren beinahe unheimlich. All die hässlichen Seiten des Kampfes gegen eine Krankheit und das Sterben, die unschöne Fratze von Trauer und Verzweiflung, waren Stationen, in denen ich mich wiedererkannte und John Greens Beschreibungen fassten vieles in Worte, was ich bis dahin nicht ausformulieren konnte. Ich fühlte mich in einem Ausmaß verstanden, auf das ich nicht zu hoffen gewagt hatte. Es war, als würde der Roman legitimieren, was ich empfand und nahm mir damit eine große Last von den Schultern.

Ich denke, „The Fault in Our Stars“ fand seinen Weg nicht zufällig zu exakt diesem Zeitpunkt in meine Hände. Ich denke, es wurde mir geschickt. Vielleicht vom Universum, vielleicht von Chilli. Egal, wer dafür verantwortlich war, ich bin bis heute unendlich dankbar für diese Intervention. Es gab 2020 kein Buch, das wertvoller für mich war, denn kein anderes Buch unterstützte mich auf dieselbe Weise bei meinem Trauerprozess.

Falls ihr wissen wollt, wie ich diese spezielle Leseerfahrung im Nachhinein reflektierte, lege ich euch meine Rezension dazu ans Herz, die die persönlichste und intimste Besprechung ist, die ich seit langer Zeit veröffentlicht habe. Ihr findet sie HIER

Welches Buch war euer Jahreshighlight 2020?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare! Da wir uns dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr lesen, wünsche ich euch allen einen wunderbaren, sicheren Rutsch ins neue Jahr und hoffe, dass ihr den Jahreswechsel trotz Corona gebührend zelebrieren könnt!

Bevor ich mich verabschiede, hier nun noch wie versprochen das Logo zu meiner Challenge, schaut vorbei und meldet euch an!

Alles Liebe,
Elli ❤️

 

 

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Montagsfrage: Social Media als Alternative?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wisst ihr was? Diese Woche ist schon Weihnachten. Jahaaa, damit hättet ihr nicht gerechnet, was? 😉 Spaß beiseite, ich werde 2020 wieder einmal von den Feiertagen und vom Jahresende überrascht (trotz Weihnachtsfeier letzte Woche, die übrigens sehr schön war). Der Dezember ist bisher an mir vorbeigerauscht wie eine Achterbahn und ich habe für den bevorstehenden Jahreswechsel auf dem Blog noch gar nichts vorbereitet. Letzte Woche hätte ich sogar meinen siebten Blogschlüpftag komplett verschwitzt, hätte mich WordPress nicht netterweise daran erinnert. Für ein Beitragsspecial war es da nur leider schon zu spät. Tja. Zum Glück habe ich ab Mittwoch Weihnachtsurlaub bis Anfang Januar und kann hoffentlich alles nachholen, was bisher liegen geblieben ist. Diese Woche wird es daher noch mal zwei Rezensionen und den traditionellen Weihnachtsgruß geben, danach muss ich schauen, was wann online gehen kann. Schließlich muss ich mit meiner Truppe tapferer Recken auch 2021 wieder in die Welt der High Fantasy ausziehen und den Jahresrückblick 2020 sollte ich ebenfalls anfangen. Ich hoffe auf produktive Tage!

Euch wünsche ich heute erst mal eine entspannte restliche Adventszeit und ganz viel Spaß mit meiner Antwort auf die neuste Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Sind Social Media – Kanäle wie YouTube oder Instagram eine Alternative zum klassischen Buchblog oder hat das klassische Bloggen Zukunft?

Ach Leute. Haben wir denn immer noch nicht verinnerlicht, dass das Internet keine Entweder-Oder-Veranstaltung ist? Ja, soziale Netzwerke bieten eine alternative Plattform zum Bloggen, egal über welches Thema. Ja, das klassische Bloggen hat trotzdem Zukunft. Das eine schließt das andere nicht aus. Warum nicht? Weil sie unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen. Die Motivation, einen Blogbeitrag zu lesen, ein YouTube-Video anzusehen oder durch Instagram-Fotos zu stöbern, unterscheidet sich und das Angebot, das diese verschiedenen Kanäle den User_innen machen, ebenfalls. Daher ist eine friedliche Koexistenz möglich. Es ist lediglich eine Frage dessen, welchen Content Blogger_innen bereitstellen wollen.

Nehmen wir mal meine Rezensionen als Beispiel. Die Besprechungen, die ich schreibe, eignen sich meiner Ansicht nach überhaupt nicht für eine andere Plattform als für eine Website (was Blogs im Kern ja sind). Sie sind zu ausführlich, zu analytisch, zu sehr darauf ausgerichtet, bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Wenn ich eine Rezension schreibe, ziele ich darauf ab, dass meine Leser_innen sich auch noch Monate später daran erinnern, wie ich über ein Buch geurteilt habe und jeder Zeit zu ihnen zurückkehren können, um ihr Gedächtnis aufzufrischen. Mein Blog ist als eine Art Rezensions-Datenbank gedacht. Ich glaube, dass diese Ausrichtung in einer anderen Form als schriftliche Beiträge nicht im selben Maß funktioniert, weil soziale Netzwerke Schnelllebigkeit in den Vordergrund stellen. Andere Formate wie zum Beispiel Bookhauls kann ich mir hingegen sehr gut auf YouTube, Instagram oder sogar Twitch vorstellen.

Letztendlich kommt es nur darauf an, welche Plattform Blogger_innen als Herzstück ihrer Inhalte begreifen. Die meisten bespielen ohnehin bereits parallel mehrere Kanäle, um Reichweite und Vernetzung zu optimieren. Darum glaube ich nicht, dass das klassische Bloggen eines Tages aussterben wird und wir uns alle nur noch auf den sozialen Medien mitteilen.

Wie beurteilt ihr das Verhältnis von Blogs und sozialen Medien?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen besinnlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

 

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Montagsfrage: Lieblingsgenre?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich erlebe diese Woche meine allererste betriebliche Weihnachtsfeier! 😀 Bisher konnte ich an Weihnachtsfeiern nie teilnehmen, weil ich offiziell bei einer studentischen Leihfirma angestellt war, daher nicht zur internen Belegung zählte und dementsprechend auch keine Einladung erhielt. Doch selbst wenn ich eine bekommen hätte, ich bezweifle, dass ich hingegangen wäre. Ich habe nie das Bedürfnis verspürt, mehr Zeit als nötig mit meinen Kolleg_innen zu verbringen. Dieses Jahr ist das anders. In der Agentur wird der Zusammenhalt unter den Kolleg_innen groß geschrieben und die Geschäftsführung setzt sich sehr dafür ein, dass sich alle als Mitglieder des Teams fühlen. Gemeinsam zu feiern, gehört da definitiv dazu und ich freue mich ungemein darauf, alle in einem lockeren, ungezwungenen Rahmen kennenzulernen. Das wird mir sicher helfen, mich intensiver mit meinem neuen Arbeitgeber zu identifizieren. Nun kann dieses Jahr aufgrund von Corona allerdings keine gewöhnliche Weihnachtsfeier stattfinden, also ist es eine virtuelle Veranstaltung am Donnerstagabend. Um trotzdem eine besondere Atmosphäre entstehen und das Ganze nicht wie ein normales Meeting wirken zu lassen, werden alle Teams kleine Progammpunkte organisieren – mein Team hat bereits eine Idee. 😉 Außerdem gibt es eine weihnachtliche Playlist und es wurden schon Essenspakete verschickt, die ein vollständiges, festliches 3-Gänge-Menü enthalten, das wir dann zusammen aufwärmen und verspeisen. Ist das nicht cool? Ich finde es super, wie viel Mühe sich alle geben und bin mit jedem Tag glücklicher, dass ich den großen Schritt gewagt habe, dort anzufangen. Es wird bestimmt ein toller Abend!

Wie ist das bei euch? Veranstaltet euer Arbeitgeber oder eure Uni/Schule/etc. trotz Corona eine (virtuelle) Weihnachtsfeier? Werdet ihr teilnehmen? Lasst mal hören, wie euer Umfeld die Vorweihnachtszeit in dieser schwierigen Lage meistert.

Vorweihnachtszeit oder nicht, hier auf dem Blog beginnt jede Woche mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, die ich auch heute wieder beantworten möchte.

Was ist dein Lieblingsgenre und warum?

Sollte es hier wirklich noch jemanden geben, der/die nicht weiß, dass die Fantasy mein Lieblingsgenre ist? Das kann ich ja fast nicht glauben. Ich denke, ich habe mittlerweile überdeutlich betont, dass ich mich in fantastischen Welten am wohlsten fühle. Ich mag so ziemlich jede Subkategorie dieses Genres, aber meine Spezialität sind High und Low Fantasy in allen Spielarten. Ich liebe es, meine Fantasie in völlig andere Welten zu schicken. Mit diesem Satz kommen wir auch schon zur Begründung. Mit keinem anderen Genre gelingt mir die Realitätsflucht so mühelos, in keinem anderen Genre kann ich meinen Geist ähnlich weit wegschicken. Das halte ich für den Hauptgrund, dass ich so verrückt nach Fantasy bin.

Es liegt aber ebenso sehr daran, dass speziell High und Low Fantasy ein unglaubliches inhaltliches Spektrum abdecken können. Gute Vertreter dieser literarischen Spezies können nicht auf ein einzelnes Handlungselement reduziert werden. Es sind nicht nur Liebesromane, es sind nicht nur Horrorgeschichten, es sind nicht nur Krimis. Sie sind alles auf einmal. Diese Bandbreite begeistert mich, weil ich dadurch mit Abwechslungsreichtum und Überraschungen rechnen darf. Ich bekomme Action (Schlachten! Ein Leben ohne gute Schlachtszenen ist nicht lebenswert!), Tränen, Freude, Rührung, Wut – und all das in nur einem Buch.

Außerdem glaube ich, dass ich die Herausforderung schätze, die das Eintauchen in eine völlig unbekannte Welt darstellt. Spielt ein Buch in unserer Welt (und vielleicht auch noch in der Moderne), muss ich mich nicht erst zurechtfinden, ich muss nicht durchschauen, wie sie funktioniert. In High und Low Fantasy ist das Worldbuilding hingegen ein integraler Bestandteil der Handlung. Mir macht es Spaß, Stück für Stück zusammenzusetzen, wo ich mich befinde, die Regeln zu definieren. Ich liebe es auch, dass diese Romane häufig ausgedehnte Zeitspannen behandeln, wodurch ich gezwungen bin, stets aufmerksam zu bleiben und mir zu merken, was ich lese, um zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Mir gefällt das Gefühl, dass der Autor oder die Autorin mir zutraut, seinen oder ihren Gedanken zu folgen, denn wenn sich herausstellt, dass ich mich gut angestellt habe, ist das wahnsinnig befriedigend.

Man könnte nun argumentieren, dass ich all das auch in der Science-Fiction bekommen kann und ja, das stimmt ganz sicher. Am Ende ist meine Präferenz der Fantasy wohl einfach Geschmackssache. Ich mag Welten, die vor Magie bersten und voller fantastischer Fabelwesen sind, eben lieber als Welten, die sich als Planeten definieren lassen, tendenziell eher Zukunftsvisionen darstellen und mit einem Raumschiff erreicht werden. Das heißt nicht, dass ich die Science-Fiction nicht auch mag, nein, absolut nicht. Aber mein Herz gehört eben der Fantasy. Lesende Schildmaid for Life!

In welchem Genre fühlt ihr euch am meisten zu Hause?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen festlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Mehr Erfolg, mehr Ruhm?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Mannomann, die erste Woche in meinem neuen Job ist rum. Ich bin sehr glücklich in der Agentur. Dort ist wirklich alles anders, als ich es bisher gewohnt war. Ich wurde herzlich und offen aufgenommen, meine Kolleg_innen kümmern sich um mich, alle sind nett und freundlich, niemand zickt sich an und positive, konstruktive Kommunikation wird großgeschrieben. Die Geschäftsleitung ist sehr bemüht, für alle Mitarbeiter_innen ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen (Das involviert sogar Firmenyoga einmal die Woche!) und hat sowohl für Wünsche und Bedürfnisse als auch für Kritik stets ein offenes Ohr. Es gibt keine verschlossenen Türen, keine undurchdringlichen Hierarchien. Ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Meine Aufgabenzuteilung ist noch ein wenig unstrukturiert, ich habe aber das Gefühl, das liegt hauptsächlich an der Corona-Situation (die meisten Kolleg_innen arbeiten vom Homeoffice aus) und am Status der aktuellen Projekte. Ich gehe davon aus, dass sich das legen wird, sobald ich wirklich angekommen und in die Abläufe integriert bin. Es waren ja erst fünf Tage.

Trotzdem muss ich gestehen, die Umstellung ist für mich gewaltig. Nach so vielen Jahren im Schichtbetrieb und überwiegend Spätschichten bis Mitternacht ist es gar nicht so einfach, mich an einen „normalen“ Tagesablauf zu gewöhnen. Jeden Tag zur selben Zeit aufzustehen, keinen Dienstplan mehr zu haben, feste Arbeitszeiten und alles, was damit verbunden ist, gestaltet sich als echte Herausforderung in der Alltagsplanung. Allein die Organisation meiner Mahlzeiten ist ein Thema, das ich komplett unterschätzt habe. Bisher habe ich mein Abendessen zu einer Uhrzeit eingenommen, zu der ich jetzt schon fast wieder im Bett sein muss. Ich rudere noch und probiere herum, was für mich funktioniert, bin jedoch optimistisch, dass ich Strategien entwickeln werde, die es mir erlauben, eine gesunde Work-Life-Balance aufzubauen. Es wird. Ganz bestimmt. 🙂

Für die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise muss ich ebenfalls eine Strategie entwickeln, denn da ich Montags nun immer tagsüber arbeite, habe ich es gestern nicht geschafft, sie zu beantworten. Aber wie sagt man so schön? Besser spät als nie. 😉

Welches Buch läuft leider nicht so erfolgreich, wie du es ihm wünschen würdest?

Ich kann leider nicht verhindern, dass ich an dieser Stelle wieder einmal einen Namen nennen muss, der euch mittlerweile wahrscheinlich wirklich zu den Ohren (oder Augen?) rauskommt: Robert E. Howard. Ja, ich weiß, ich weiß, das ist ein Autor und kein Buch, aber nach meiner intensiven Beschäftigung mit dem König der Kurzgeschichte und seiner berühmtesten Schöpfung Conan dieses Jahr muss ich diese passende Gelegenheit nutzen, um noch einmal zu betonen, dass Howard wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient, als er aktuell bekommt. Ich will hier jetzt nicht im Detail erläutern, wieso er meiner Meinung nach einer der bedeutendsten Schriftsteller_innen der Fantasy ist, schließlich könnt ihr das ausführlich in meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“ nachlesen, doch ich kann euch sagen, es ist eine Schande, dass sein Werk – abgesehen von Conan, für den er mittlerweile allerdings selten die Lorbeeren erntet – in einer Nische einstaubt und der deutsche Verlag Festa die Neuauflage seiner Geschichten sogar einstellen musste, weil sich die Reihe nicht rentierte. Ich wünschte, er würde ein Revival erleben und in jeden Fantasy-interessierten Haushalt einziehen.

Außerdem wurmt es mich fürchterlich, dass alle Welt „A Song of Ice and Fire“ von George R.R. Martin kennt und die Reihe gern als das Nonplusultra der Fantasy gehandelt wird, Steven Eriksons „Malazan Book of the Fallen“ hingegen jedoch nur denjenigen bekannt ist, die sich sowieso intensiv mit dem Genre beschäftigen. Ich leugne gar nicht, dass ASOIAF eine tolle, beeindruckende Reihe ist – ich hatte mit den Bänden, die ich gelesen habe, wirklich Freude. Aber Steven Erikson ist besser. Das ist keine Übertreibung, meiner Meinung nach ist er der beste Autor, den die Fantasy je hervorbrachte. Doch da „The Malazan Book of the Fallen“ nie verfilmt wurde und wahrscheinlich auch nicht verfilmbar ist, ist er längst nicht so populär und erfolgreich, wie er es eigentlich verdient. Wenn ihr also mal High Fantasy lesen wollt, die das Genre völlig neu definiert, ist er euer Mann. Gebt ihm eine Chance. Oh und im Gegensatz zu Mr. Martin hat er es tatächlich geschafft, sein Epos abzuschließen.

Welche Bücher sollten eurer Meinung nach erfolgreicher sein?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen eine gemütliche Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Jahreszeitentrend?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Morgen ist es soweit. Morgen starte ich in meinen neuen Job. Wie prophezeit bin ich jetzt doch ganz schön aufgeregt. Es war ein sehr merkwürdiges Gefühl, das Axel Springer – Gebäude am vergangenen Mittwoch zum letzten Mal zu verlassen, vor allem, weil meine Kündigung überwiegend komplett ignoriert wurde. Ich wollte nun selbst auch keine große Sache draus machen, doch dass ich nicht mal eine Mail erhalten habe, in der mir mitgeteilt wurde, was ich mit meinem Hausausweis machen soll, erscheint mir etwas… Bockig? Gleichgültig? Ich weiß es nicht. Ich musste außerdem feststellen, dass es in einem normalen Arbeitstag keine natürliche Situation gibt, in der man erwähnen könnte, dass man gekündigt hat. Also habe ich es weitgehend für mich behalten und nur sehr wenigen Leuten überhaupt erzählt, dass ich raus bin. Den Großteil wird es wohl sowieso nicht interessieren. An meinem letzten Tag bin ich ganz normal zur Arbeit erschienen, habe meine Schicht erledigt und bin abends einfach gegangen, ohne mich wirklich zu verabschieden. Tja. Ziemlich unzeremoniell für das Ende eines Lebensabschnitts. Ein Teil von mir wünscht sich, es wäre anders abgelaufen und man hätte mir zumindest vermittelt, dass man mich ungern gehen sieht oder mir Glück für die Zukunft wünscht, aber letztendlich ist das nun nicht mehr wichtig. Ich wollte dort weg und das bin ich. Morgen beginnt mein neues Leben und darauf freue ich mich wie eine Schneekönigin. In der Übergangsphase muss ich wahrscheinlich viel Herumprobieren, auch bezüglich der zeitlichen Organisation meines Blogs. Sollten Beiträge in den nächsten Monaten also etwas unregelmäßig erscheinen, wisst ihr, woran es liegt. 😉

Heute huldigen wir aber noch einmal der ritualisierten Regelmäßigkeit und widmen uns der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Welchen Einfluss haben Jahreszeiten auf dein Leseverhalten?

Zuerst dachte ich, diese Frage, die übrigens vom Büchernarr Frank stammt, zielt mal wieder darauf ab, ob wir zur Saison passende Bücher lesen, also zum Beispiel Liebesromane im Frühling und Horrorromane zu Halloween. Hier lautet die Antwort selbstverständlich „Nein“, was ich bereits sehr oft erklärt habe und jetzt nicht noch einmal erläutern werde . Durch Antonias Antwort erhielt die Frage allerdings eine weitere Interpretation und die bezieht sich nicht auf die Lektüreauswahl, sondern auf die Lesezeit, was ich zur Abwechslung wiklich mal interessant finde. Lese ich im Herbst mehr als im Sommer? Praktischerweise kann ich das einfach nachschlagen, weil ich jedes Jahr eine statistische Auswertung meines Leseverhaltens vornehme.

Die Zahl der Bücher, die ich pro Monat lese, war in den letzten fünf Jahren nie gleichmäßig verteilt. Ich kam immer auf 6,5 bis 7,5 Bücher, aber dieser Durchschnitt bildet nicht ab, dass darin jedes Jahr Ausreißer enthalten sind. Beispielsweise habe ich im Juni 2019 11 Bücher gelesen, im Februar 2017 nur vier und im November 2016 sogar 12. Eine grobe Sichtung zeigt, dass diese Ausreißer keinen Bezug zur Jahreszeit haben. Ich lese nicht grundsätzlich im Februar wenig und im Juni viel. Um eine exakte Einschätzung vornehmen zu können, müsste ich natürlich die durchschnittliche Monatsverteilung der letzten fünf Jahre ausrechnen, worauf ich jetzt verzichte, aber wenn ich mich an den Ausreißern orientiere, komme ich zu dem Schluss, dass die Jahreszeiten keinen Einfluss darauf haben, wie viel ich lese, sondern dass es mein Privatleben ist, das diese Zahl bestimmt. Im August 2019 habe ich lediglich vier Bücher gelesen, weil meine Hündin todkrank war: wir verbrachten sehr viel Zeit beim Tierarzt und mich nahm ihre Erkrankung emotional wie mental sehr mit, weshalb ich mich schwer auf das Lesen konzentrieren konnte. Im Februar 2017 waren es ebenfalls nur vier Bücher, weil der Lieblingsmensch und ich einen Kurzurlaub mit unseren Freunden einlegten, in dem ich einfach nicht viel zum Lesen kam. Im Mai 2017 las ich hingegen 12 Bücher, weil ich mir bei einem Reitunfall das rechte Handgelenk gebrochen hatte und nicht viel tun konnte, außer mich in einer Lektüre nach der anderen zu vergraben.

Erstaunlicherweise lassen sich die Ausreißer nach unten für mich meist besser erklären als die Ausreißer nach oben. Oft kann ich nicht genau sagen, wieso ein Monat besonders gut läuft. Ich denke, es gibt einfach diese Monate, in denen alles stimmt, von der thematischen Lektüreauswahl bis zur Dicke der jeweiligen Werke. Mit den Jahreszeiten hat das bei mir allerdings offenbar nichts zu tun. Tendenziell würde ich behaupten, je mehr Freizeit ich habe, desto mehr lese ich auch, da ich mich jedoch nicht mehr in einer Ausbildung (Schule oder Uni) befinde, hängt das wohl hauptsächlich davon ab, wann ich Urlaub habe und nicht davon, ob Sommer oder Winter ist.

Beobachtet ihr einen Zusammenhang zwischen eurem Leseverhalten und den Jahreszeiten?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen spannenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Trigger-Warnungen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich beginne heute meine letzte Arbeitswoche bei der großen überregionalen Tageszeitung mit den vier Buchstaben. Dreimal muss ich noch antanzen, dann habe ich ein paar Tage frei und nächste Woche Dienstag, pünktlich zum 01. Dezember, starte ich in meinen neuen Job. Es ist merkwürdig, dass meine restliche Zeit nun so überschaubar ist und ich weiß, dass ich mich danach für immer verabschiede. Noch hält sich meine Nervosität in Grenzen, aber das kann nächste Woche natürlich schon ganz anders aussehen. Mein ganzes Leben wird sich auf den Kopf stellen und neu ausrichten, da ist ein bisschen Muffensausen sicher keine Schande. Ich hoffe, dass meine letzten drei Tage einigermaßen reibungslos ablaufen und ich mich nicht noch mal ärgern oder auf umfangreiche Überstunden einstellen muss. Drückt mir die Daumen, dass keine größeren Katastrophen passieren. Es wäre nett, wenn der Übergang entspannt sein könnte. Ist schließlich alles so schon aufregend genug. 😉

Die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise ist definitiv ein entspannendes Ritual zum Wochenstart, das ich auch heute wieder zelebriere.

Sollten Bücher, die sensible Themen behandeln, mit Trigger-Warnungen ausgestattet sein?

Kurz gesagt: Ja. Ich bin definitiv für die Integration von Trigger-Warnungen auf der Außenseite von Büchern. Ich schreibe bewusst nicht „Cover“, weil ich glaube, man muss keinen großen roten Hinweis fett auf die Front drucken, um Menschen, die Traumatisches erlebt haben oder mit psychischen Erkrankungen kämpfen, davor zu warnen, dass ein Buch möglicherweise negative Emotionen auslösen könnte, die ihre Situation verschlimmern. Es reicht völlig, auf der Rückseite einen Kasten zu platzieren, der die behandelten, sensiblen Themen auflistet. Ich habe das bei einigen englischen Young Adult – Romanen sogar schon gesehen. Ist der Kasten immer an derselben Stelle, wissen ja alle Leser_innen, wo sie danach Ausschau halten müssen, um nicht unerwartet in eine Krise gestürzt zu werden.

Meiner Meinung nach ist eine Trigger-Warnungen kein Spoiler, denn dafür ist sie viel zu allgemein gehalten, sondern eine Vorsichtsmaßnahme, die emotional belastete Menschen schützt. Da ich selbst auf eine Vergangenheit mit Depressionen, selbstverletzendem Verhalten und Suizidgedanken zurückschaue, kann ich nachvollziehen, dass einige Menschen vermeiden wollen, mit ihren Traumata oder psychischen Schwierigkeiten in einem Buch konfrontiert zu werden. In der Tiefe meines depressiven Lochs hatte ich ebenfalls Probleme damit, Beschreibungen von Depressionen zu ertragen, weil sie mir unangenehm vor Augen führten, wie ich mich fühlte. Ich wusste bereits, dass es mir schlecht ging, ich empfand es als unnötig schmerzhaft, daran erinnert zu werden. Und nein, bevor jemand dieses Argument anbringt, als Konfrontationstherapie taugen unvorbereitete Lesesituationen überhaupt nicht. Eine Konfrontationstherapie ist ein strikt überwachter Prozess, der ausschließlich von kompetenten Therapeut_innen durchgeführt werden sollte, die ihre Patient_innen genau kennen. Eine Selbstbehandlung mit Büchern, die sensible Themen behandeln, ist gefährlich und nicht hilfreich. Deshalb finde ich, dass Trigger-Warnungen ein kleiner Preis dafür sind, Menschen davor zu bewahren, in einen nicht absehbaren emotionalen, psychischen Abgrund zu stürzen.

Trigger-Warnungen werden oft mit Zensur in Verbindung gebracht, im Sinne von „Werden Bücher überhaupt noch gelesen, wenn sie nachweislich schwierige Themen ansprechen?“. Eltern könnten ihren Kindern verbieten, gewisse Bücher zu konsumieren, wenn bereits auf dem Cover (oder auf der Rückseite) steht, dass sie gewisse Darstellungen beinhalten. Sie könnten aus Bibliotheken verbannt, aus dem Lehrplan gestrichen und von Buchhandlungen boykottiert werden. Dazu kann ich nur sagen: Das geschieht bereits jetzt, ohne die Verpflichtung zu Trigger-Warnungen und das betrifft häufig Bücher, die (meiner bescheidenen Ansicht nach) nicht mal eine Trigger-Warnung rechtfertigen. Überall auf der Welt gibt es Bemühungen, den Zugang zu bestimmten Büchern zu verbieten, weil es überall Menschen gibt, die sich daran stören, dass sie Aspekte behandeln, die nicht ihrem Weltbild entsprechen. Die „Harry Potter“-Reihe wird beispielsweise seit ihrem Erscheinen immer wieder beanstandet, weil sie (ich zitiere und übersetze) „sich auf Magie und Hexenwerk bezieht, Zaubersprüche und Flüche enthält und die Charaktere schändliche Mittel einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen“. Die meisten anderen Bücher, die dieses Jahr auf der Top-10-Liste der beanstandeten Bücher der Banned Books Week gelandet sind, stehen dort aufgrund ihrer Darstellung nicht-heteronormativer Beziehungen und Lebensweisen. Natürlich könnten Trigger-Warnungen Menschen, die ohnehin bereit sind, Bücher verbieten zu lassen, zusätzliche Argumente liefern, das will ich nicht abstreiten. Ich glaube jedoch, dass diese Menschen immer Gründe finden werden, Bücher zu beanstanden, ob mit oder ohne Trigger-Warnungen.

Ein weiterer Punkt ist die Frage nach den Grenzen von Trigger-Warnungen. Wovor sollte man warnen und auf welche Themen muss man nicht extra hinweisen? Eine Antwort ist kniffelig, weil prinzipiell alles ein Trigger sein kann. Das ist hochgradig individuell, denn unsere Erinnerungen und Erfahrungen sind mit all unseren Sinnen verknüpft. So könnte beispielsweise die Beschreibung eines spezifischen Geruchs eine Betroffene von sexualisierter Gewalt bereits an den Übergriff erinnern. Ebenso individuell sind Traumata. Manche empfinden die Scheidung der Eltern als traumatisch, andere sind durch Erfahrungen von Missbrauch im Kindesalter traumatisiert. Das Spektrum ist extrem vielfältig, Leid und Schmerz lassen sich nicht messen. Ich muss es leider ganz deutlich sagen: Wir können nicht alle schützen. Das funktioniert nicht. Deshalb würde ich mich bei der Formulierung einer Vorgabe für Trigger-Warnungen an den international anerkannten psychischen Krankheitsbildern des ICD-10 orientieren, die als triggeranfällig bekannt sind und gegebenenfalls deren als (einigermaßen) gesichert geltende Ursachen. Das könnte PTBS, Depressionen, Schizophrenie, Borderline, Suchterkrankungen, Essstörungen oder auch dissoziative Identitätsstörungen (im Volksmund gespaltene Persönlichkeit genannt) beinhalten, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wir wissen, dass Kriegserfahrungen PTBS auslösen können; wir wissen, dass selbstverletzendes Verhalten ein Symptom vieler psychischer Krankheiten und Störungen ist; wir wissen, dass sexualisierte Gewalt immer emotionale Narben hinterlässt. Was hindert uns daran, mit diesem Wissen wenigstens ein paar Menschen das erneute Durchleben ihrer schmerzhaften Erfahrungen oder die Verschlimmerung ihrer Symptome zu ersparen?

Ich denke außerdem, dass man literarische Genres differenziert betrachten muss. Vor allgemeinen Gewaltdarstellungen in einem Psychothriller zu warnen, erscheint mir überflüssig, weil potenzielle Leser__innen von Anfang an damit rechnen, diese in der Geschichte vorzufinden. Auf sexualisierte Gewalt hinzuweisen, finde ich hingegen auch bei einem Thriller sinnvoll, weil nicht alle Thriller sexualisierte Verbrechen behandeln. Es ist eine Gradwanderung, das ist mir klar. Ich bin keine Politikerin und habe selbstverständlich keinen konkreten Entwurf für eine gesetzliche Vorgabe für Trigger-Warnungen im Ärmel. Ich glaube trotzdem, ein entsprechendes Gesetz würde vielen Leser_innen die Literaturauswahl erleichtern.

Was haltet ihr von Trigger-Warnungen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen angenehmen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Die Frage um die Fragen

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ist euch klar, dass in nicht einmal zwei Wochen der erste Advent ansteht? Für mich kommt das bevorstehende Jahresende wie immer ziemlich überraschend und hätte der Lieblingsmensch letzte Woche nicht angefangen, über Plätzchen und Adventskalender zu sprechen, wäre mir jetzt vermutlich noch immer nicht bewusst, dass wir hart auf die Weihnachtszeit zusteuern. Habt ihr euch schon einen Adventskalender besorgt und wenn ja, was für ein Modell? Traditionell mit Schokolade oder etwas Ausgefalleneres? 2020 wird Weihnachten wahrscheinlich anders ablaufen, als wir es gewohnt sind, denn aufgrund der Corona-Pandemie fallen große Familienfeiern vermutlich aus. In meiner Familie haben wir uns vorgenommen, den 26. Dezember im Berliner Naturkundemuseum zu verbringen. Ja, das war meine Idee, fragt mich nicht, wie ich darauf komme, dass ein Museumsbesuch eine angemessene Familienaktivität für Weihnachten ist, es ist einfach so. Die Karten haben wir schon, aber wir wissen natürlich nicht, ob dieser Ausflug tatsächlich stattfinden kann. Sollte der „Lockdown light“ über die Feiertage verlängert werden, müssen die Museen geschlossen bleiben. Habt ihr schon Pläne für Weihnachten oder seid ihr noch total abhängig davon, was die Regierung entscheidet und könnt deshalb gar nicht planen? Lasst mal hören, wie weit eure Vorbereitungen fortgeschritten sind, ich beantworte derweil die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise.

Welche Frage würdet ihr in Zukunft gern gestellt sehen?

Heute feiern wir die 100. Ausgabe der Montagsfrage bei Antonia und im Zuge dessen möchte sie gern wissen, welche Fragen wir der Buchblog-Community schon immer einmal stellen wollten. Puh, 100 Ausgaben. Das bedeuetet auch, dass ich (höchstwahrscheinlich) bisher 99 Mal teilgenommen habe. Ist es okay, wenn ich zur 100. Frage ein bisschen faul bin? Mein Hirn ist heute etwas matschig und noch nicht wirklich auf Betriebstemperatur, deshalb wollen mir keine neuen Fragen einfallen. Also lebe ich das Recyclingprinzip und schlage zwei Fragen vor, die ich bereits letztes Jahr vorgeschlagen habe, die es dann aber nicht in Antonias Auswahl geschafft haben. Vielleicht haben sie diesmal bessere Chancen.

1. Hast du dich bereits schon mal ehrenamtlich im Bereich Bücher und Lesen engagiert?

Ist jemand unter euch Lesepate oder Lesepatin? Arbeitet ihr ehrenamtlich in einer Bibliothek? Lest ihr in eurer Freizeit Kindern vor, die nicht eure eigenen sind? Ich würde unheimlich gern wissen, ob in unserer Community Erfahrungen in diese Richtung existieren und hätte gern mal einen Einblick, wie das funktioniert. Wie seid ihr dazu gekommen und inwiefern ist euer Engagement derzeit durch Corona beeinflusst? Mich interessiert brennend, ob es jemanden in unseren Reihen gibt, der oder die die Liebe zu Büchern im wohltätigen Bereich auslebt.

2. Hast du schon mal eine fremde Person angesprochen, weil sie ein Buch las, das du schon gelesen hast?

Diese Frage begleitet mich seit vielen Jahren, weil mir in den öffentlichen Verkehrsmitteln immer mal wieder Menschen begegnen, die Bücher lesen, die ich auch bereits gelesen habe. Jedes Mal habe ich den Drang, diese Menschen anzusprechen, einfach „Und, wie gefällt es Ihnen?“ zu fragen, aber ich kann mich nicht entscheiden, ob das nun ein akzeptables Verhalten wäre oder nicht. Einerseits bin ich mir sicher, dass ich mich darüber freuen würde, andererseits fürchte ich, dass Leser_innen, die vielleicht nicht ganz so Bücher-kommunikativ sind wie ich, das als aufdringlich und grenzüberschreitend empfinden würden. Wie seht ihr das? Wäre es für euch in Ordnung, von einer fremden Person auf eure aktuelle Lektüre angesprochen zu werden? Helft mir bitte weiter, damit ich einschätzen kann, ob ich das in Zukunft tun darf.

Das war es heute von mir, ich bin gespannt, ob Antonia meine zwei Fragen dieses Mal aufnimmt!

Welche Montagsfragen würdet ihr gern mal stellen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Wie nützlich findet ihr die Buchpreisbindung?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Na, habt ihr in der vergangenen Woche die Präsidentschaftswahl in den USA verfolgt? Ich konnte dem turbulenten Zirkus als Teil des Nachrichtenkosmos selbstverständlich nicht entkommen, nicht einmal, wenn ich gewollt hätte. Mittlerweile wurde der demokratische Kandidat Joe Biden ja als offizieller Sieger ausgerufen. Die Ära Trump hat tatsächlich ein Ende. Mich freut das für die US-amerikanische Bevölkerung sehr, denn ich glaube, gerade im Kontext der Corona-Pandemie hat Donald Trump deutlich gezeigt, dass er nicht fähig ist, ein Land stabil zu führen. Ich wünsche allen Amis, dass ihre Heimat jetzt zur Ruhe kommt, um sich dann im neuen Jahr den Herausforderungen zu widmen, die vier Jahre der Trump-Administration hinterlassen und/oder vernachlässigt haben.

Als Trump damals gewählt wurde, woran ich vorher nicht wirklich geglaubt hatte, habe ich genau am 09. November 2016, also exakt heute vor vier Jahren, einen Beitrag veröffentlicht, den ich „Reality goes High Fantasy: Wie es Donald Trump in einem High Fantasy – Universum erginge“ taufte. Darin erzählte ich die Geschichte von Trumps Wahlsieg im Rahmen der High Fantasy, eine Variante, die naheliegenderweise etwas anders ausfiel als die Realität, weil sich in der High Fantasy immer tapfere Held_innen finden, die clevere Pläne entwickeln, um die Bösen aufzuhalten. Sie endete mit Trumps Inhaftierung, Enteignung und Exilierung. Darüber muss ich jetzt schmunzeln, denn aufgrund der Klagen, die ihn möglicherweise nach seiner Präsidentschaft erwarten, könnte das tatsächlich eintreten. Okay, die Exilierung nun nicht, aber er könnte im Gefängnis landen und/oder empfindliche Geldstrafen zahlen müssen. Wir wissen natürlich noch nicht, ob es so weit kommt, aber irgendwie beruhigt mich die Aussicht, dass sich die Realität doch nicht so weit entfernt von der High Fantasy bewegt, wie ich vor vier Jahren befürchtete. Es dauert eben nur länger. 😉

Mit diesen guten Nachrichten starten wir heute in die neue Woche, die traditionell natürlich mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise beginnt!

Wie nützlich findet ihr die Buchpreisbindung?

Oh-Oh, sollen wir diese Büchse der Pandora wirklich öffnen? Nun gut, ihr habt es nicht anders gewollt.
Ich bin eine Kritikerin der Buchpreisbindung, weil bis heute nicht widerspruchsfrei bewiesen ist, dass sie funktioniert. Theoretisch soll die Buchpreisbindung Bücher als Kulturgut schützen, womit ich durchaus einverstanden bin. Ich bin nur nicht davon überzeugt, dass die Festsetzung eines Preises dafür eine effektive Strategie darstellt. Sie folgt der Idee, dass das Verbot eines Preiskampfes zu einer größeren Vielfalt des Buchmarktes führt und Planungssicherheit für kleine bzw. unabhängige Verlage und Buchhandlungen garantiert. Das heißt, sie soll verhindern, dass Verlage und Buchhandlungen sich lediglich auf hochprofitable Bestseller beschränken und Kampfpreise ansetzen, die die kleinere Konkurrenz aus dem Geschäft drängen könnten, was natürlich vor allem im digitalen Handel eine Rolle spielt. Man hofft, dass die Marktanteile großer Verlage und Buchhandelsketten moderat gehalten werden, die Dichte von Buchläden hoch bleibt, Umsätze und Verkaufszahlen stabilisiert werden und die Vielfalt des Angebots gefördert wird. Soweit die Theorie.

In der Praxis wissen wir nicht, ob ein Festpreis tatsächlich all diese positiven Effekte verursacht. Es gibt bisher keine verlässlichen Studienergebnisse, die nahelegen würden, dass das der Fall ist. In Deutschland existiert die Buchpreisbindung in verschiedenen Verbindlichkeiten und Formen seit 1888; das derzeit geltende Buchpreisbindungsgesetz trat 2002 in Kraft. Demzufolge haben wir national keine Vergleichswerte, die die Entwicklung des Buchmarktes mit und ohne Buchpreisbindung abbilden. Das Gesetz basiert auf Annahmen, nicht auf Fakten. Wir können lediglich in unsere Nachbarländer schauen, um einen Eindruck davon zu erhalten, ob es sinnvoll ist oder nicht, was aber natürlich keine Garantie dafür darstellt, dass sich die Lage in Deutschland genauso gestalten würde.
In der Schweiz (Shoutout an unsere Nachbar_innen!) wurde die Buchpreisbindung 2007 abgeschafft, weil es sich dabei nicht um ein Gesetz handelte, sondern um eine Absprache zwischen Verlagen und Buchhändler_innen, die nicht mit dem Kartellrecht vereinbar war. 2012 sollte sie wiedereingeführt werden, scheiterte jedoch an einer Volksabstimmung. Im Zuge dessen wurde eine Studie in Auftrag gegeben, die untersuchte, wie sich die Buchpreise in den ersten 10 Monaten seit der Aufhebung der Buchpreisbindung in der Deutschschweiz entwickelten. Für diese Zeitspanne konnten keine signifikanten Veränderungen festgestellt werden, die Autor_innen der Studie prophezeiten, dass „klare Signale“ erst in etwa drei Jahren zu erwarten wären. Wikipedia erwähnt allerdings, dass im Internethandel (zum Beispiel bei Amazon, wem sonst) tatsächlich Kampfpreise eingeführt wurden. Inwiefern sich die Auswirkungen auf Aspekte wie Buchhandlungsdichte und Vielfalt des verfügbaren, lieferbaren Buchbestandes beobachten ließen, ist unklar.
In Großbritannien fiel die Buchpreisbindung bereits 1997. Eine Untersuchung der Regierung für den Zeitraum von 2000 bis 2005 ergab, dass die Anzahl der neu verlegten Bücher nicht sank, sondern sogar stieg.

Ihr seht, es gibt keine eindeutigen Hinweise, dass die Buchpreisbindung den Buchmarkt wirklich schützt. Aus wirtschaftlicher Sicht erkenne ich die Vorteile für Verlage und Buchhandel und kann verstehen, dass sie sich tendenziell für diese Regulierung aussprechen. Ich glaube zwar nicht, dass die Vielfalt der verlegten Bücher plötzlich einbrechen würde, würde man sie abschaffen, aber ich kann die Angst, auf Dauer nicht gegen einen Großhändler wie Amazon konkurrieren zu können, nachvollziehen. Dennoch bin ich persönlich definitiv dafür, das Buchpreisbindungsgesetz aufzuheben, weil ich nicht aus wirtschaftlicher Perspektive denke, sondern aus der der Konsument_innen. Mein Hauptanliegen besteht darin, dass der festgesetzte Preis den Zugang zu Literatur besonders für diejenigen erschwert, die aus einem sozial schwachen Umfeld stammen und finanziell nicht gut abgesichert sind. Für diese Menschen sind neue Bücher einfach teuer. Natürlich haben sie andere Möglichkeiten, denn der Gebrauchthandel ist von der Buchpreisbindung ausgenommen und Bibliotheken sind ihr gar nicht erst unterworfen, aber versetzt euch – die ihr alle liebend gern lest und nach Büchern stöbert – in die Lage, dass ihr vor einem Buchladen steht und wisst, dass ihr gar nicht erst hineingehen müsst, weil ich ihr euch keines der angebotenen Bücher leisten könnt. Durchschnittlich kostet ein neues Buch in Deutschland 10€. Muss man sich entscheiden, ob man sich von diesen 10€ ein Buch kauft oder die Familie einen Tag länger ernährt, ist klar, worauf die Wahl fällt. Ich finde das ungerecht und unsolidarisch und glaube, dass die Möglichkeit, Bücher günstiger zu verkaufen, zu mehr Chancengleichheit führt. Im Gebrauchthandel und in Bibliotheken ist man immer auf den derzeitigen Bestand angewiesen, man kann weder gänzlich frei wählen noch bestellen. Gerade, wenn man sich nicht wie unsereins ohnehin ständig mit Büchern beschäftigt und gezielt nach Literatur sucht, weil man eine Wunschliste führt, ist es ein Hindernis, wenn man nicht nach Herzenslust stöbern kann. Wie wichtig das Lesen von Büchern unter dem Gesichtspunkt der Bildung ist, muss ich wohl niemandem erklären.

Darüber hinaus finde ich es schwierig, dass die Endabnehmerpreise von den Verlagen festgelegt werden, ohne dass durch das Buchpreisbindungsgesetz festgelegt wäre, wie sich diese zusammensetzen müssen. Ich habe einen Artikel gelesen, in dem ein Professor für Buchhandel und Verlagswirtschaft wörtlich sagte, die Festlegung eines angemessenen Preises sei „auch viel Bauchgefühl“. Im Klartext heißt das, dass Kosument_innen nicht vor Wucher geschützt sind. Selbstverständlich ist dieses Risiko gering, weil der Buchhandel grundsätzlich daran interessiert ist, Preise anzusetzen, die die Kund_innen zu zahlen bereit sind und die gleichzeitig zumindest die Produktionskosten abdecken. Mir ist ebenfalls klar, dass Verlage mit den meisten ihrer Bücher Verluste einfahren, die die wenigen Bestseller ausgleichen müssen, aber ich bekomme ein ungutes Gefühl, wenn Transparenz nicht verpflichtend ist. Wenn der freie Markt schon durch die Buchpreisbindung reguliert wird und Konsument_innen gezwungen sind, von den Verlagen fest, aber willkürlich definierte Preise zu zahlen, sollte zumindest nachvollziehbar sein, wie der Buchpreis zustande kommt. Vielleicht würde mehr Transparenz sogar zu mehr Verständnis führen, was das Verhältnis zwischen Verlagen und Leser_innen nachhaltig verbessern könnte. Ah, aber bevor ich nun gänzlich abschweife, werde ich den heutigen Beitrag an dieser Stelle beenden. Die Diskussion ist eröffnet!

Wie beurteilt ihr die Buchpreisbindung?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen traumhaften Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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