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Schlagwort-Archive: Lauter&Leise

Montagsfrage: Stilistische Weiterentwicklung?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe etwas anzukündigen: Ich werde den wortmagieblog Ende der Woche in die Sommerpause schicken. Ich brauche wirklich eine Pause. Nicht, dass es mir keinen Spaß mehr machen würde, regelmäßig Rezensionen zu schreiben, doch ich fühle mich ausgelaugt. Meiner Meinung nach liegt das an meiner aktuellen Situation, in der ich faktisch zwei Blogs parallel bespiele. Einerseits verfasse ich Beiträge für den alten wortmagieblog, andererseits bastele ich am neuen wortmagieblog. Diese Doppelbelastung ist anstrengend und lässt mir sehr wenig Spielraum in meinem Zeitplan. Geht irgendetwas schief oder kommt mir etwas dazwischen, haut meine Organisation nicht mehr hin. Ich möchte mir die Pause gönnen, um meine Kapazitäten ohne Veröffentlichungsdruck je nach Lust und Laune verteilen zu können. Deshalb werde ich voraussichtlich bis Ende August Ferien vom Posten machen.

Diese Woche veröffentliche ich nach der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise noch eine Rezension und einen ordentlichen Sommerpause-Beitrag, danach herrscht hier erst mal Funkstille. Ich hoffe, ihr werdet mich nicht allzu sehr vermissen. 😉

Hat sich dein Stil beim Verfassen von Blogbeiträgen/Rezensionen über die Jahre verändert?

Selbstverständlich. Nach all den Jahren, die es den wortmagieblog nun schon gibt, wäre es ja auch traurig, wenn ich mich nicht weiterentwickeln und noch immer im selben Stil schreiben würde wie ganz am Anfang. Für die Beantwortung der heutigen Frage befinde ich mich in der luxuriösen Lage, dass ich euch gar nicht erklären muss, inwiefern sich mein Stil verändert hat. Ich kann es euch zeigen. 2016 habe ich mir nämlich anlässlich meines 3. Bloggeburtstags meine allererste Rezension geschnappt und diese komplett überarbeitet. Dafür habe ich zuerst in meinem alten Text alles rot angestrichen und kommentiert, was irgendwie … unglücklich gelungen war. Danach habe ich die Rezension entsprechend meiner gewachsenen Ansprüche neu geschrieben. Wenn ihr im direkten Vergleich sehen wollt, wie ich mich als Rezensentin verändert habe und über meine tapsigen ersten Versuche schmunzeln möchtet, schaut HIER vorbei.

Damals sorgte das Ergebnis für allgemeine Heiterkeit. Mir war gar nicht klar, dass das schon wieder fast fünf Jahre her ist. Eigentlich wird es so langsam höchste Zeit, den Vergleich zu wiederholen. Dieses Jahr feiert der wortmagieblog sein achtjähriges Bestehen, vielleicht ist das der perfekte Anlass für eine weitere Selbstkritik und – korrektur?

Hat sich euer Schreibstil beim Bloggen verändert?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sommerlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Fragwürdige Aussagen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Habt ihr registriert, dass das letzte Buch, das ich gelesen habe, „The Godfather“ von Mario Puzo war? Dabei handelt es sich – wie ihr sicher wisst – um die Originalfassung von „Der Pate“. Der Roman über die Familie Corleone ist einer der erfolgreichsten Bestseller aller Zeiten und nach der Lektüre kann ich durchaus verstehen wieso. Ähnlich erfolgreich war natürlich die gleichnamige Verfilmung von 1972, die Marlon Brando den Oscar für die beste männliche Hauptrolle einbrachte und mit zwei weiteren Filmen eine Trilogie bildet. Ich habe die Filme nie gesehen. Jetzt überlege ich allerdings, ob ich diese kulturelle Lücke nicht vielleicht schließen sollte. Darum wollte ich euch heute fragen, was ihr darüber denkt. Findet ihr, man sollte die „Der Pate“-Trilogie gesehen haben? Ist es überhaupt eine gute Idee, sich den Film oder sogar alle Filme reinzuziehen, wenn man das Buch gelesen hat? Kann mir jemand etwas über die Unterschiede zwischen Verfilmung und Romanvorlage verraten? Ich bin wirklich ratlos. Seid doch so lieb und helft mir weiter.

Während ich darauf hoffe, dass ihr mir meine private Frage beantworten könnt, kümmere ich mich um den offiziellen Teil des heutigen Beitrags: Die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise.

Wie gehst du damit um, wenn sich herausstellt, dass ein_e Autor_in, dessen_deren Bücher du sehr schätzt, Auffassungen äußert, mit denen du nicht übereinstimmst?

Unterschiedlich. Es gibt kein allgemein gültiges Rezept für eine solche Situation, es sind immer Einzelfälle. Meistens kriege ich glücklicherweise nicht mit, was Schriftsteller_innen so von sich geben, weil ich auf Social Media nicht so aktiv bin. Das befreit mich von der moralischen Entscheidung, die damit unter Umständen einhergeht.

Aber natürlich weiß ich, mit was für … Murks Joanne K. Rowling die Welt ergötzt, um mal bei dem Beispiel zu bleiben, auf das Antonia so ausführlich eingegangen ist. Ihre Äußerungen über das Potter-Universum sind die eine Sache, dafür bedauere ich sie tatsächlich überwiegend, weil ich es erbärmlich finde, dass sie nicht die Größe besitzt, zuzugeben, dass sie während des Schreibprozesses, der mittlerweile ja recht lange zurückliegt, noch nicht für Diversität und rassistische Stereotype sensibilisiert war. Ihr Versuch, ihre Schöpfung nachträglich an den Zeitgeist anzupassen, erscheint mir albern und komplett unglaubwürdig. Diese Äußerungen ignoriere ich deshalb ganz einfach, weil ich mich mit solchem Unsinn nicht befassen muss und sie nichts daran ändern, dass mir die HP-Reihe viel bedeutet. Aufgrund meiner eigenen Sensibilisierung erkenne ich heutzutage, welche Punkte der Geschichte für viele Leser_innen verletzend wirken können und würde sie daher mit anderen Augen lesen. Das ist viel entscheidender.

Die andere Sache sind ihre transfeindlichen Aussagen. Und ja, sie sind in meinen Augen offen transfeindlich, obwohl Mrs. Rowling auch hier nachträglich versuchte, sie zu relativieren. Das führte dazu, dass ich sie als Person ablehne, weil ich es untragbar finde, dass sie aus ihrem kleinlichen Weltbild heraus Menschen diskriminiert. Aber spielt das eine Rolle für meine Beziehung zu „Harry Potter“? Nein. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass ich mich in der bequemen Lage befinde, dass ich die Bücher bereits besitze. Wäre das nicht der Fall, müsste ich mir wohl überlegen, ob ich noch bereit wäre, der Dame Geld in den Rachen zu werfen und sie damit indirekt zu unterstützen. Denn das ist doch letztendlich das Einzige, was wir als Leser_innen tun können, wenn Autor_innen öffentlich Ansichten vertreten, die nicht den unseren entsprechen.

Wir können privaten Boykott praktizieren, um unseren Beitrag dazu zu leisten, den Geldhahn zuzudrehen. Selbstverständlich können wir auch widersprechen, wenn auf Twitter, Facebook oder anderen sozialen Netzwerken Aussagen auftauchen, die wir nicht hinnehmen wollen. Wir können Grenzen aufzeigen und ich plädiere stark dafür, das auch zu tun, um diesen Menschen klarzumachen, dass ihr Verhalten inakzeptabel ist, obwohl es tendenziell eher unwahrscheinlich ist, dass sie ihre Meinung durch eine Social Media – Diskussion ändern werden.

Ich denke, grundsätzlich müssen wir als Leser_innen immer schauen, inwieweit wir es vertreten können, Autor_innen, die sich zu fragwürdigen Aussagen hinreißen lassen, zu unterstützen. Das ist sehr individuell, denn was als grenzüberschreitend empfunden wird, ist eben sehr unterschiedlich. Ebenso individuell ist die Reaktion. Ich finde nicht, dass man automatisch keine Bücher mehr von Autor_innen lesen darf, mit denen man nicht einer Meinung ist. Die Frage ist immer, wie groß die Diskrepanz ist. Ich breche es mal herunter: Ich könnte ohne Probleme ein Buch einer Autorin kaufen und lesen, die sich leidenschaftlich für Fleischkonsum einsetzt, obwohl ich selbst versuche, so wenig Fleisch wie möglich zu essen. Aber ich würde kein Buch eines Autors kaufen und lesen, der durch bewusst rassistische Aussagen aufgefallen ist, weil es bei gezieltem Rassismus einfach keinen Spielraum gibt.

Wie reagiert auf fragwürdige Äußerungen eurer liebsten Autor_innen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sorgenfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Gegen den Strom?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wir haben es getan. Wir haben uns „Godzilla vs. Kong“ angesehen. Und ja, wir haben exakt das bekommen, was wir erwartet haben: Eine vollkommen unlogische und unsinnige Geschichte, aber eine herausragende Inszenierung. Zum Abschalten, zum Nicht-Nachdenken, ist es der perfekte Film. Es lohnt sich sehr, diesen Streifen auf der Leinwand eines Kinos zu sehen, weil alles daran auf Bildgewalt und Größe ausgelegt ist. Wir haben ihn sogar in 3D angeschaut, ich muss allerdings sagen, dass ich diese Umsetzung nicht besonders gelungen fand. Sie hätten mehr aus der 3D-Technik herausholen können. Irgendwie haben sie in den Szenen, die sich wirklich dafür anbieten, oft nach wenigen Sekunden die Perspektive verändert, sodass zum Beispiel der Eindruck des Fallens bei mir nicht so recht aufkommen wollte. Als Brillenträgerin ist 3D für mich ohnehin immer ziemlich anstrengend – dann erwarte ich zumindest, dass sich das lästige Gefühl, zwei Brillen auf der Nase sitzen zu haben, auch richtig lohnt. Das war hier nicht der Fall. Ich kann euch den Film also als hirnlose, actionlastige Unterhaltung empfehlen und würde euch auch raten, ihn im Kino zu genießen, aber auf die 3D-Version könnt ihr getrost verzichten.

Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise ist glücklicherweise nicht hirnlos, sondern wieder mal sehr interessant:

Welches Buch, das (fast) alle Welt toll findet, findest du selbst grottenschlecht und enttäuschend?

Oh, wir sprechen über unpopuläre Buchmeinungen? Prima, da kann ich mitreden. Wobei „grottenschlecht“ schon ein sehr hartes Wort ist. Ich habe mich ja bereits in der Vergangenheit geoutet und offenbart, dass ich trotz meiner Liebe zur High Fantasy an „Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien bisher nicht herankomme. Aber grottenschlecht – nein, dieses Adjektiv würde ich nicht verwenden. Langweilig und langatmig, ja, vielleicht auch ein bisschen melodramatisch, doch mir ist durchaus bewusst, was für ein Meilenstein die Trilogie ist. Allein aus Respekt kann ich kein so vernichtendes Urteil abgeben.

Ähnlich erging es mir mit „His Dark Materials“ von Philip Pullman. Ich bin möglicherweise die einzige Person auf der Welt, die diesen Kinderbuchklassiker nicht bezaubernd fand. Trotzdem erkenne ich, was Pullman zu vermitteln versuchte, auch wenn er mich damit nicht erreichte. Wieder kein Kandidat für „grottenschlecht“.

Letztendlich musste ich für meine heutige Antwort in meinen 1-Stern-Bewertungen stöbern und siehe da, es gibt tatsächlich zwei Bücher, die ich komplett verrissen habe, obwohl ein solider Hype um sie besteht bzw. bestand. Bei dem ersten handelt es sich um „Shatter Me“ von Tahereh Mafi. Es ist sieben Jahre her, dass ich es gelesen habe, gefühlt ist das aber nicht lange genug. In meiner Rezension schrieb ich:

Ich empfand „Shatter Me“ als eine bis zum Erbrechen süßliche Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten, die mich darüber hinaus permanent an die X – Men Comics erinnerte. Juliette ist keine einzigartige Heldin, sondern ein erschreckend genauer Abklatsch von Rogue. In meinen Augen hat Tahereh Mafi versucht, eine Jugendfantasie massentauglich zu vermarkten, indem sie dieser den Anschein einer YA Dystopie gab. Bei mir hat das nicht funktioniert. Für mich endet die Serie genau hier.

Alle Welt lobte dieses Buch euphorisch in den Himmel. Besonders die stilistische Eigenheit der Autorin, ganze Sätze der Protagonistin durchzustreichen und sie durch andere zu ersetzen, kam wahnsinnig gut an. Ich halte das für Unsinn. Ebenso bescheuert fand ich ihre ziellosen Vergleiche und Metaphern, die wahrscheinlich poetisch und bezaubernd wirken sollten, in meinen Augen jedoch lediglich unrealistisch waren, weil schlicht niemand so denkt. Für mich ist dieser Reihenauftakt ein Totalausfall, der den Hype absolut nicht verdient.

Das zweite Beispiel ist „Sieben Nächte“ von Simon Strauß. Dieses schmale Buch ist nicht unumstritten, wurde aber vor allem von den Feuilleton-Kolleg_innen des Autors über den grünen Klee gelobt. Strauß wurde 1988 geboren, ist also ein Jahr älter als ich. Wir gehören zur selben Generation. Dass sein Manifest als Buch unserer Generation bezeichnet wurde, beleidigte mich zutiefst. Ich schrieb in der Rezension:

Das pseudointellektuelle, selbstmitleidige Gejammer eines privilegierten jungen Mannes, der mit einem goldenen Löffel im Mund auf die Welt kam. Ich empfinde dieses Debüt als völlig überflüssiges Manifest, in dem Strauß seine kleinlichen Ängste vor Stillstand in seinem Leben schildert […]

Ich hoffe, dass die Gefühle und Wahrnehmungen, die Strauß zu diesem Murks motivierten, in unserer Generation nicht allzu verbreitet sind. Ich kann ihn lediglich bedauern und geht es nach mir, gehört seine schriftgewordene Midlife-Crisis auf den Müll.

Ihr seht, hin und wieder komme ich an dem heftigen Adjektiv „grottenschlecht“ nicht vorbei. Auf diese beiden Bücher hätte ich gern verzichtet, sie waren eine Verschwendung von Geld sowie kostbarer Lebens- und Lesezeit.

Über welche Bücher habt ihr eine unpopuläre Meinung?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen hervorragenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Lieber logisch?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Der Lieblingsmensch und ich haben am Samstag etwas getan, was wir seit mindestens anderthalb Jahren nicht mehr machen konnten: Wir waren im Kino. Angesehen haben wir uns „A Quiet Place 2“. Die Fortsetzung überzeugte mich nicht wirklich, doch das war auch gar nicht so wichtig. Ein Kinobesuch war jetzt so lange nicht möglich, dass wir uns einfach darüber gefreut haben, dieses kleine Stück Freiheit zurückbekommen zu haben. Natürlich, man muss sich vorher testen lassen und die bekannten Vorschriften befolgen, aber Leute. Kino. Einfach nur in diesem Sessel zu sitzen, eine meterhohe Leinwand vor Augen und Snacks auf dem Schoß zu haben – allein dafür hat es sich gelohnt. Wir hatten tatsächlich so viel Spaß, dass wir bald wieder gehen wollen. Dann zu einem Film, der sich auf der großen Leinweind wirklich besser macht als auf dem heimischen Fernseher: „Godzilla vs. Kong“. Ich weiß jetzt schon, dass ich die Story total unrealistisch und unlogisch finden werde, aber das macht nichts, denn eigentlich will ich ihn nur sehen, um das Maximum aus dem Erlebnis Kino herauszuholen, mit massiven Special Effekts, Explosionen und allem Drum und Dran. Hach, das wird gut, ich freu mich schon sehr!

Interessanterweise passt die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise erstaunlich gut zu dieser Filmauswahl.

Sind euch eher ständige Handlungswendungen oder eine logische Geschichte wichtig?

Wie Antonia habe ich am liebsten beides. Leider hat Torsten, der sich die heutige Frage ausgedacht hat, allerdings recht: Beides geht oftmals nicht. Muss ich mich entscheiden, bevorzuge ich logische Geschichten. Unabhängig davon, wie aufregend, abwechslungsreich und / oder überraschend eine Handlung gestaltet ist, entdecke ich Logiklöcher, gibt es Punktabzug, denn ich bin der Meinung, kann ich als Leserin sie finden, können das Autor_in, Verlag und Lektorat auch. Mangelnde Logik ärgert mich, weil sie Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit der Geschichte untergräbt.

Kleinere Logikfehler kann ich verzeihen, besonders wenn sie den grundsätzlichen Verlauf der Handlung nicht beeinflussen. Ich kann mich auch auf die inhärente Logik einer Geschichte einlassen, selbst wenn diese von unserer Realität abweicht. Ebenso bin ich bei einigen Büchern bereit, nicht allzu genau hinzuschauen, falls dafür alles andere stimmt. Zeitreiseromane sind ein gutes Beispiel: Die Logik hinter Zeitreisen ist prinzipiell komplex, deshalb untersuche ich sie meist nicht zu detailliert, um mir Enttäuschungen zu ersparen. Es reicht, wenn sie auf den ersten Blick logisch erscheinen.

Bücher, die hingegen zugunsten von Action und Spektakel auf Logik verzichten, sind für mich ein rotes Tuch. Auf mich wirkt das, als hätte der_die Autor_in geglaubt, ich wäre nicht clever genug, um zu erkennen, dass er_sie versucht, mir Unsinn zu verkaufen. Solche Kniffe sind billig und beleidigen meine Intelligenz. Deshalb bevorzuge ich Logik grundsätzlich, denn ich möchte wirklich nicht mit dem Gefühl lesen, der_die Schriftsteller_in hält mich für dumm.

Sind euch aufregende Wendungen oder Logik in einer Geschichte wichtiger?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sensationellen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Auditiv vs. visuell?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Oh mein Gott. Es ist so heiß. In Berlin herrschen seit letzter Woche Donnerstag tropische Temperaturen mit über 30° am Tag und über 20° in den Nächten. Wir schwitzen munter vor uns hin. Alles klebt. Gestern waren der Lieblingsmensch und ich sogar am See, weil wir es in unserer Wohnung nicht mehr ausgehalten haben. Ich bin sonst kein Fan der ganzen See-Situation, weil es mir normalerweise viel zu viele Menschen sind, die um viel zu wenige Schattenplätze kämpfen, aber wir sind morgens hingefahren und schon am frühen Nachmittag wieder zurück, um dem Massenansturm soweit wie möglich zu entgehen und das war überraschend schön. Lesen am Strand ist eben immer ein Highlight. Trotzdem ist meine Schmerzgrenze bezüglich Hitze jetzt erreicht und ich bin froh, dass es ab morgen erst mal wieder kühler werden soll. Einen Tag schaffe ich noch.

Meine Antwort auf die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise könnte heute dennoch etwas uninspiriert ausfallen – seht es mir nach, mein Hirn macht hitzefrei.

Hört ihr Stimmen oder seht ihr Bilder beim Lesen?

Es handelt sich wieder einmal um eine Publikumsfrage, sie stammt von Nerd mit Nadel.

Beides. Ich bin mit einem recht starken, konsistenten Kopfkino gesegnet und brauche wenig Stimulation, um einen Film starten zu lassen. Was sicher dazu beiträgt, dass ich seit so vielen Jahren ununterbrochen ein Buch nach dem anderen verschlinge.

Beim Lesen sehe ich Bilder vor meinen inneren Auge, die sich quasi halbtransparent über die Realität legen und mich über den reinen Text hinweg transportieren. Je nachdem, wie präzise und gewissenhaft der Autor oder die Autorin gearbeitet hat, haben meine Bilder mal mehr, mal weniger Details. Manche Szenen sehe ich, als wäre ich wirklich vor Ort, andere vermitteln mir eher eine Atmosphäre. Dadurch erkenne ich auch schlechte oder unzureichende Beschreibungen sehr schnell, denn wenn meine visuelle Vorstellungskraft hakt und stottert, bedeutet das, dass der Geschichte etwas fehlt.

Zusätzlich höre ich Stimmen. Primär ist das meine eigene, innere Stimme, die mir das Buch vorliest und den visuellen Part als Voice-Over begleitet. Diese nehme ich normalerweise nur am Anfang einer Lesesequenz bewusst wahr, also wenn ich das Buch gerade aufgeschlage und die ersten Sätze lese. Danach rückt sie für mich in den Hintergrund, ich bemerke das Voice-Over nicht mehr, weil die Bilder dominanter sind. Interessant wird es, sobald Dialoge (oder Monologe) ins Spiel kommen. Wenn die Figuren sprechen, tun sie das immer noch in meiner persönlichen Stimme. Was ich höre, unterscheidet sich rein klanglich nicht maßgeblich von meinen Gedanken. Durch die Kombination mit dem visuellen Input bin ich allerdings trotzdem in der Lage, mir auditive Unterschiede vorzustellen. Ich weiß, das wird jetzt sehr abstrakt, aber gebt mir eine Chance, es zu erklären.

Obwohl der Klang ihrer Stimmen prinzipiell weiterhin dem Klang meiner Stimme entspricht, bin ich fähig, mir Unterschiede in Modulation, Tonfall, Satzmelodie, Akzent, usw. dazuzudenken, selbst wenn sie nicht explizit erwähnt werden. Wie stark diese Unterschiede sind, hängt davon ab, wie eindeutig und individuell die Charakterbeschreibungen sind. Gelingt es mir, Figuren eine bestimmte Persönlichkeit zuzuschreiben, bekommen sie auch ein Stimmprofil von mir. Ich weiß einfach, wie sie sprechen, wie sie klingen. Es ist sehr schwer, das mit Beispielen zu veranschaulichen, weil die Differenzen äußerst subtil sind. Es ist sogar für mich kaum greifbar. Es sind Kleinigkeiten. Eine der Hauptfiguren in meiner aktuellen Lektüre „The Last Stormlord“ von Glenda Larke ist Nealrith, ein äußerst verantwortungsbewusster Familienvater. Obwohl ich noch nicht besonders weit bin, bin ich mir völlig sicher, dass seine Stimme in der Regel sanft, ruhig, eher leise und sehr angenehm ist. Ich weiß, dass er so gut wie nie laut wird. Ich weiß auch, dass sein Vater daran gewöhnt ist, keinen Widerspruch zu erhalten und sich das in seiner Stimme niederschlägt. Und ich weiß, dass die Stimme seiner Frau allein anhand ihres Tonfalls oft mehrere Bedeutungen vermittelt, sodass man sich fragt, wie sie ihre Aussprüche nun meint. All das wurde nie konkret beschrieben. Seht ihr, ich nehme ihre Eigenschaften, das Bild, das ich von ihnen habe und füge sie ihren Stimmen hinzu. Besser kann ich es leider nicht erläutern.

Ich bin sehr froh, dass ich beim Lesen sowohl visuellen als auch auditiven Input erhalte, denn dadurch fühlt es sich für mich wirklich wie Kopfkino an.

Hat euer Kopfkino ebenfalls Bild- und Tonspur?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen möglichst kühlen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Stimmungssache?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist mal wieder Zeit für ein Update über meine Fortschritte mit dem neuen wortmagieblog. Ich bin immer noch dabei, alle Rezensionen an mein neues Layout anzupassen. Leute, das ist einfach SO. VIEL. ARBEIT. Und zeitraubend. Ich habe in meinem Berufsleben bereits an mehreren Migrationsprojekten mitgearbeitet, aber noch nie musste ich eine Website komplett allein umziehen. Ohne Team im Rücken, das den lieben langen Tag nichts anderes tut, als Inhalte einzupflegen und sie den neuen Gegebenheiten entsprechend zu aktualisieren, ist das wirklich eine echte Sisyphosaufgabe.

Mittlerweile habe ich mich in meinem alphabetischen Rezensionsarchiv immerhin bis zum Buchstaben O vorgekämpft. Der Großteil ist geschafft. Allerdings hatte ich am Freitag letzte Woche eine berufliche Weiterbildung zum Thema SEO und habe dadurch erkannt, dass alle meine Beiträge und Seiten eine Optimierung vertragen können. Das heißt, ich werde meine Rezensionen noch einmal anfassen müssen. NOCH MAL. Ich habe jedoch den Entschluss gefasst, dass der neue wortmagieblog zum Launch nicht komplett fertig sein muss. Einige To Dos werde ich erst abarbeiten, wenn er schon online ist, weil es für den für euch sichtbaren Bereich kaum eine Rolle spielt, ob ich hinter den Kulissen noch an der einen oder anderen Schraube drehe. Die grundlegende Struktur muss stehen, die müssen Layouts funktionieren (vor allem mobil) und die Inhalte müssen aufbereitet sein, alles weitere kann ich auch nach dem Launch machen.

Eine Website bzw. ein Blog hat sowieso große Ähnlichkeit mit einem Eigenheim – man ist nie wirklich fertig, also denke ich, es ist nicht nötig, meinem Perfektionismus in diesem Fall nachzugeben, denn ich möchte die aktuelle, von WordPress gehostete Version des wortmagieblogs so bald wie möglich hinter mir lassen. Seit den Updates funktioniert nichts mehr so richtig, was mich täglich mehr frustriert. Ein Launchdatum kann ich immer noch nicht festlegen, aber wie versprochen werde ich euch sofort wissen lassen, wenn ein Termin absehbar ist. Bis dahin ackere ich fleißig weiter daran, den neuen Blog hübsch einzurichten, damit ihr euch dann auch sofort wohlfühlt. 🙂

Dazu gehört dann übrigens auch ein neues Layout und Design für die wöchentliche Montagsfrage. Darauf habe ich mich noch nicht festgelegt, aber ich denke jede Woche darüber nach. So auch heute, denn pünktlich zum Wochenstart gibt es eine neue Ausgabe der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Suchst du entsprechend deiner Stimmung gezielt nach Büchern bestimmter Genres oder Autor_innen?

Die heutige Frage stammt vom Büchernarr Frank.
Ja, natürlich. Aber anders, als diese Frage vielleicht meint. Meine Lektüreauswahl richtet sich nach meiner Lesestimmung. Meine Lesestimmung entspricht aber nicht grundsätzlich meiner allgemeinen, emotionalen Stimmung. Ich kann den Unterschied erklären. Ich würde niemals denken „Oh, ich bin traurig, deshalb lese ich jetzt ein aufmunterndes, humoristisches Buch“. Ich würde hingegen sehr wohl denken „Oh, mein letztes Buch war traurig, deshalb lese ich jetzt ein aufmunterndes, humoristisches Buch“. Das heißt, meine Lesestimmung hängt weit mehr mit der Abfolge meiner Lektüreauswahl zusammen als mit meinen generellen Gefühlen.

Das heißt nicht, dass diese nicht auch Einfluss haben. Nachdem meine Hündin Chilli 2019 gestorben ist, habe ich zum Beispiel einen weiten Bogen um Bücher gemacht, in denen Hunde eine Rolle spielen. Wenn mein Alltag außergewöhnlich stressig ist, greife ich nicht unbedingt zu einem Klassiker. Und wenn ich weiß, dass ich in den kommenden Tagen viel unterwegs sein werde, wähle ich keine schweren, sperrigen Hardcover aus, sondern leichte, bequeme Taschenbücher. Viele Faktoren prägen meine Leseentscheidungen und selbstverständlich zählen meine Emotionen dazu.

Aber ich greife nicht auf bestimmte Genres oder Autor_innen zurück, wenn ich mich in einer spezifischen Gefühlslage befinde. Lesen ist für mich reiner Eskapismus, soll heißen, ich lese ja unter anderem, um meinen Gefühlen zu entkommen. Das funktioniert mit allen Genres und im Idealfall auch mit allen Autor_innen, je nachdem, wie talentiert sie sind. Ich würde in einer schwierigen Phase nur nicht gerade Literatur auswählen, die meine Emotionen spiegelt, das ist alles. Ansonsten verlasse ich mich immer auf meinen Bauch und dessen Wünsche werden stark davon gelenkt, was ich ihm zuletzt vorgesetzt habe.

Versucht ihr, eure Stimmung durch eure Lektüreauswahl zu beeinflussen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen kreativen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Radikale Meinungsänderungen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich hatte letzte Woche eine merkwürdige Mail-Korrespondenz. Eine Frau schrieb mir, sie hätte Bücher bestellt, die nie bei ihr angekommen wären. Angeblich, laut Zettel der DHL, soll ihr Bücherpaket bei mir abgegeben worden sein. Allerdings handelt es sich offenbar nicht um eine meiner Nachbar_innen, denn in ihrem Haus gibt es niemanden mit meinem Namen und umgekehrt ist es genauso. Die Bücher sind ihr wohl sehr wichtig, weshalb sie meinen Namen gegoogelt hat und über den wortmagieblog gestolpert ist. Auf diesem Weg kam sie an meine E-Mail-Adresse. Weiterhelfen konnte ich ihr leider nicht, weil ich kein Paket für eine Frau mit ihrem Namen angenommen habe. Stattdessen habe ich ihr angeboten, ihre Bestellung mit meiner Privatbibliothek abzugleichen, eventuell gibt es Überschneidungen unter den Exemplaren, die ich ohnehin aussortieren möchte. Soweit ist das Ganze zwar ungewöhnlich, aber meiner Meinung nach nicht seltsam. Komisch ist nur, dass sie mir auf meine Mail bisher nicht geantwortet hat. Das irritiert mich, denn wenn ihr die Bücher so wichtig sind, wie sie schrieb, müsste sie doch eigentlich daran interessiert sein, das Problem so schnell wie möglich zu lösen. Ich bin ratlos. Ich würde ihr gern helfen, aber ohne weitere Informationen kann ich das nicht. Weder weiß ich, wo sie wohnt, noch wann das Paket angeblich bei mir abgegeben wurde. Ein Teil von mir fragt sich jetzt, ob das irgendeine bizarre Betrugsmasche ist oder so. Hm. Abwarten. Vielleicht kommt diese Woche ja noch eine Antwort. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Dass ich die neue Woche mit der Montagsfrage beginne, ist hingegen nicht ungewöhnlich oder seltsam, sondern alte Tradition. Antonia von Lauter&Leise fragt heute:

Gibt es Bücher, bei denen sich eure Meinung über sie beim Reread vollkommen verändert hat?

Ähnlich wie Antonia will ich doch schwer hoffen, dass sich meine Meinungen und Ansichten über diverse Büchern mit den Jahren verändert und weiterentwickelt haben. Alles andere wäre irgendwie ein Armutszeugnis, denn das würde ja bedeuten, dass auch ich mich nicht weiterentwickelt habe. Glücklicherweise kann ich das durchaus von mir behaupten und sehe einige literarische Werke mittlerweile mit anderen Augen, was wohl ganz natürlich ist. „Harry Potter“ ist da wirklich ein Paradebeispiel, aus all den Gründen, die Antonia bereits hübsch ausformuliert hat und die ich daher jetzt nicht wiederholen werde.

Ein anderes Beispiel ist die „Anita Blake“-Reihe von Laurell K. Hamilton. Obwohl Anita sicher immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben wird, betrachte ich die Bücher heutzutage wesentlich kritischer. Als ich angefangen habe, die Bände zu lesen, war ich ein Teenager. Ich hatte doch von nichts eine Ahnung, selbst wenn ich das damals vehement bestritten hätte und überzeugt war, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Mir war nicht klar, wie viele schwierige und problematische Aussagen Anitas Abenteuer und speziell ihre Beziehungen über Genderrollen, sexuelle Identität und Machtverhältnisse treffen. Das konnte mir auch gar nicht klar sein, weil ich mich noch nicht mit diesen Themen beschäftigt hatte. Heute erkenne ich, dass die Reihe diesbezüglich arg überholt und rückständig ist. Deswegen werde ich nicht aufhören, sie zu lesen, aber ich lese sie eben mit einem anderen Bewusstsein, einer gesteigerten Sensibilität.

Bei vielen Werken, mit denen ich mehr oder weniger aufgewachsen oder zumindest als Leserin gereift bin, traue ich mich gar nicht erst an einen Reread heran, weil ich fürchte, dass ich sie danach nicht mehr mag. Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, die „Twilight“-Reihe und die „Eragon“-Reihe noch einmal zu lesen, doch ich bin ehrlich besorgt, dass ich mir damit nur meine vielen positiven Erinnerungen kaputt mache. Bei „Twilight“ habe ich das Gefühl, dass ich fast soweit bin, dieses Risiko einzugehen, „Eragon“ hingegen … Ich weiß nicht, ob ich dazu jemals bereit sein werde. Mittlerweile weiß ich einfach sehr genau, wie gute High Fantasy aufgebaut sein muss und ich bezweifle, ob diese Reihe meinen heutigen Ansprüchen genügen kann.

Meine Hemmungen sind der Grund dafür, dass ich nicht behaupten kann, meine Meinung über ein bestimmtes Buch mit einem Reread schon einmal radikal geändert zu haben. Es gibt kein Buch, dass ich früher mochte und heute nicht mehr. Es gibt auch kein Buch, dass ich früher verteufelt habe und heute feiere. Allerdings hoffe ich, dass dieser zweite Fall bei einer sehr populären Trilogie eintritt: „Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien. Ich konnte die allgemeine Begeisterung nie ganz nachvollziehen, ich fand die drei Bände bei der ersten Lektüre langweilig und viel zu gestreckt. Von Frodo wollen wir mal gar nicht erst anfangen, das ist ein Fass ohne Boden. Aber seit ich zu Weihnachten mit dem Lieblingsmenschen zusammen noch einmal die Filme geschaut habe, frage ich mich, ob sich das nicht geändert haben könnte. Also nicht der Part über Frodo, den werde ich wohl immer grauenvoll finden, doch ich kann mir vorstellen, dass ich die Geschichte heute anders empfinde. Deshalb habe ich mir die drei Bände mittlerweile auf Englisch zugelegt. Sie stehen in meinem Regal und warten darauf, dass ich ihnen die Chance gebe, mich doch noch zu überzeugen. Irgendwann ist es soweit. Vielleicht werde ich mich der Ehrfurcht für diesen Klassiker der High Fantasy doch noch anschließen können.

Hat ein Reread eure Meinung über ein Buch schon mal radikal verändert?

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Montagsfrage: Besondere Schätze?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Das war’s. In Berlin haben wir bis nächstes Jahr keine brauchbaren Feiertage mehr. Ohnehin ist Berlin ja das feiertagsärmste Bundesland Deutschlands, weshalb für uns sowieso nur noch der Tag der Deutschen Einheit und Weihnachten frei wären, doch da all diese Feiertage 2021 jeweils auf ein Wochenende fallen, können wir nicht davon profitieren. Ich finde diese Aussicht ziemlich deprimierend. Klar, ich habe noch Urlaubstage und werde sie auch nehmen, aber dass ich bis nächstes Jahr nicht mehr zusätzlich frei haben werde, obwohl noch Feiertage anstehen, ist wirklich keine schöne Aussicht. Ich hoffe, bei euch sieht die Lage etwas rosiger aus, je nachdem, wo in Deutschland ihr lebt.

Nun gut. Augen zu, Zähne zusammenbeißen und durch. Den Start in die lange Feiertags-Durststrecke beginnen wir heute mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise.

Welches Stück Literatur deiner Sammlung liegt dir besonders am Herzen?

Die heutige Frage stammt erneut von Nerd mit Nadel.

Ich denke, es gibt bei mir drei Kategorien, nach denen sich die Bücher, die mir über die Geschichte hinaus etwas bedeuten und am Herzen liegen, klassifizieren lassen.

In der ersten Kategorie befinden sich Bücher, mit denen ich aufgewachsen bin. Das sind zum Beispiel „Timm Thaler ODER Das verkaufte Lachen“ von James Krüss, die „Uralte Metropole“-Reihe von Christoph Marzi und natürlich auch „Harry Potter“. Diese Bücher liegen mir am Herzen, weil sie mich schon mein Leben lang begleiten, Einfluss auf meine Entwicklung hatten und dazu beitrugen, dass ich die Liebe zum Lesen erst entdeckte und dann beibehielt.

Die zweite Kategorie wird von Büchern gefüllt, die mir aufgrund ihrer Vorgeschichte etwas bedeuten. Erbstücke wie die „Faust“-Ausgabe meines Großvaters, uralte, halb auseinanderfallende Antiquariatsexemplare wie mein „Ivanhoe“, aber auch viele der Bücher, die ich auf der Straße gefunden habe. Letztere nehmen einen speziellen Platz in meinem Bücherherzen ein, weil ich es so gemein finde, Literatur einfach auszusetzen, statt aktiv ein neues Heim zu suchen.

Die dritte und letzte Kategorie ist ästhetischer Natur: Werke, die ich in besonders ansprechenden Ausgaben besitze. Obwohl ich Geschichten selbstverständlich nicht nach ihrer Verpackung beurteile, finden sich in meiner Bibliothek doch ein paar Exemplare, bei denen ich sehr stolz bin, dass sie hier stehen. Das sind überwiegend Klassiker, die ich mir aus der ledergebundenen Barnes and Noble – Sammlung zugelegt habe, beispielsweise „Great Expectations“ von Charles Dickens, „Alice in Wonderland“ von Lewis Carroll oder „The Divine Comedy“ von Dante Alighieri. Diese Ausgaben sind wunderschön und werden dem Inhalt mehr als gerecht, weshalb ich äußerst froh bin, dass ich diese Kollektion vor einigen Jahren entdeckt habe. Sie sind nicht gerade günstig, aber gebraucht trotzdem erschwinglich, sodass ich hin und wieder das Geld in die Hand nehme und investiere.

Darüber hinaus gibt es natürlich haufenweise Bücher, die mir inhaltlich viel bedeuten, weil mich die Geschichte sehr berührt hat oder weil ich den_die Autor_in schätze. Ich bin unheimlich stolz, dass ich mittlerweile eine hübsch umfangreiche Sammlung von Robert E. Howard besitze, die stetig weiter wächst. Es würde jedoch zu weit führen, hier all meine Lesehighlights der vergangenen Jahrzehnte aufzuzählen, deshalb wollen wir es jetzt dabei belassen.

Welche eurer Bücher bedeuten euch besonders viel?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Du solltest mal … ?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich wünsche euch einen wunderbaren freien Pfingstmontag! Ich habe am Samstag die frisch wiedereröffnete Außengastronomie in vollen Zügen genutzt! Es war herrlich! Frisch gezapftes Bier und eine Mahlzeit, die extra für mich zubereitet, aber nicht in einem Papp- oder Styroporbehälter serviert wurde. Dazu über drei Tische verteilt ein paar gute Freunde und beste Laune, wo man nur hinsah. Ich kann euch gar nicht sagen, wie gut das getan hat. So ausgelassen, entspannt und zufrieden habe ich mich schon sehr lange nicht mehr gefühlt. Ich wusste ja, dass ich mittlerweile wirklich Pandemie-müde bin, aber wie müde, war mir dann doch nicht klar. Also, lasst uns nicht übermütig werden, damit der positive Trend anhält und wir bald alle unser Leben zurückbekommen.

Obwohl heute ein Feiertag ist, findet die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise natürlich trotzdem statt. Die heute Frage stammt von Buchpfote, die folgendes wissen möchte:

Welche Bücher wurden euch mit dem Satz „Das musst du unbedingt lesen“ empfohlen, habt ihr aber bis jetzt noch nicht gelesen?

Als Buchbloggerin ist es mein Schicksal, tendenziell besser informiert als die meisten Leser_innen in meinem Umfeld zu sein. Ich beschäftige mich viel mehr und viel intensiver mit möglicher Lektüre als der Großteil der Menschen um mich herum. Ohnehin pflegen nur meine Eltern und eine Kollegin sowie ihr Partner ein Leseverhalten, das mit dem meinigen vergleichbar ist. Darum ist die Anzahl derjenigen, die überhaupt in der Lage sind, Empfehlungen für mich auszusprechen, äußerst überschaubar. Doch selbst diese vier halten sich normalerweise zurück. Irgendwie hat es sich so ergeben, dass ich diejenige bin, die Empfehlungen herausgibt, während ich eher selten Empfängerin bin. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann mir das letzte Mal jemand gesagt hat „Dieses Buch musst du unbedingt lesen“. Diese Dringlichkeit entwickelt sich meistens nicht; über einen Satz wie „Ich denke, das würde dir auch gefallen“, gehen meine Buchgespräche normalerweise nicht hinaus. Ich vermute, das liegt daran, dass ich selbst sehr genau weiß, was mir gefallen könnte und was nicht und darüber hinaus eine ziemlich kritische Leserin bin. Ich kann mir vorstellen, dass es dadurch gar nicht so einfach ist, mir ein Buch nachdrücklich zu empfehlen. Außerdem sind allzu begeisterte Empfehlungen seitens meiner Mutter in der Vergangenheit auch schon mächtig schiefgegangen, weil ihre Euphorie in mir eine Erwartungshaltung weckte, die unmöglich zu erfüllen war.

Ein bisschen schade finde ich es schon, dass mir so selten Bücher „aufgezwungen“ werden, aber letztendlich ist es für mich ein Zeichen dafür, dass ich in meinem Leseverhalten maximal unabhängig bin. Dass ich selbst am besten weiß, welche Bücher mir gefallen, heißt ja nur, dass ich mich selbst am besten kenne – so sollte es doch sein. Ich übe ein hohes Maß an Kontrolle über meine Lektüreauswahl aus und ich habe den Eindruck, dass mein kleines lesendes Umfeld das respektiert. Mein Papa sagt mir zum Beispiel nie, dass ich ein Buch lesen soll, nicht einmal, wenn es ihm hervorragend gefällt. Er berichtet einfach von seinen Erfahrungen und lässt mich selbst zu dem Schluss kommen, dass ich dieses Buch auch lesen will. Damit kann ich prima leben.

Als Buchbloggerin reflektiere und beurteile ich Bücher anders als Leser_innen, die sich nicht verpflichtet fühlen, im Anschluss an die Lektüre eine Rezension zu verfassen. Ich bin wählerischer, strenger und setze mich ganz automatisch häufiger damit auseinander, welche Bücher neu erschienen sind, welche Klassiker verschiedenster Genres unbedingt in meinem Regal landen müssen und welche Autor_innen was geschrieben haben. Auf gewisse Weise bin ich dadurch in meinem Umfeld die Expertin – und ich kann nicht behaupten, dass ich mich in dieser Rolle unwohl fühlen würde. 😉

Welche Empfehlungs-Altlasten habt ihr noch nicht abgearbeitet?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen hoffnungsfrohen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Kreatives Blog-Fremdgehen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

In Berlin öffnet Mitte der Woche die Außengastronomie. Ja, man braucht einen negativen Coronatest oder muss nachweisen können, dass man durchgeimpft oder genesen ist, aber Leute. Die Außengastro öffnet. Selbst wenn wir am Wochenende einen plötzlichen Wintereinbruch mit Minusgraden bekommen sollten, werde ich es mir nicht nehmen lassen, mir in einer Kneipe ein frischgezapftes Bier zu gönnen. Es ist einfach viel zu lange her. Diese Lockerung ist für mich seit einer Ewigkeit der erste echte Hoffnungsschimmer. Vielleicht erreichen wir mit der Impferei ja doch langsam etwas. Ich habe vor zwei Wochen meine erste Impfung mit AstraZeneca erhalten und zähle nun die Tage bis zur Zweitimpfung, für die ich am 19. Juli einen Termin habe. Die Nebenwirkungen der Erstimpfung waren bei mir überraschend heftig. Überraschend, weil sie spät einsetzten (erst 12 Stunden nach der Impfung). Mir ging es den ganzen Tag über gut, erst am Abend bekam ich Schüttelfrost und Fieber. Am darauffolgenden Tag hatte ich typische Grippesymptome mit Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und wahrscheinlich erhöhter Temperatur (ich habe nicht gemessen), doch ich bin überzeugt, das war es wert. Bald gehöre ich auch zu den Glücklichen, für die die meisten Einschränkungen aufgehoben sind. Stück für Stück bekomme ich den Eindruck, dass wir nur noch ein bisschen länger durchhalten müssen.

Letzte Woche habe ich das noch nicht so empfunden, es ist verrückt, wie schnell sich die Situation derzeit ändern kann. Deshalb freue ich mich, dass diese Woche auch die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise wieder stattfindet, nachdem die letzte Ausgabe ausgefallen ist.

Schreibt ihr auch außerhalb eures Blogs und habt ihr vielleicht schon selbst veröffentlicht?

Die heutige Frage hat sich Shannon von Shannon’s Schreibstübchen ausgedacht.

Privat nicht. Bisher hat mich die Inspiration noch nicht gepackt, mir ist noch keine Geschichte begegnet, die unbedingt von mir erzählt werden möchte. Früher habe ich immer davon geträumt, selbst Schriftstellerin zu werden, heute sehe ich das ziemlich locker. Wenn das Universum möchte, dass ich diesen Karriereweg beschreite, wird es mir das mitteilen. Wenn nicht, dann nicht. Schreiben ist schwierig, ich wüsste nicht, weshalb ich mich dazu zwingen sollte, wenn ich keine gute Idee habe, die mich fasziniert. Ich kann wunderbar damit leben, eines Tages zu sterben, ohne ein Buch verfasst zu haben. Man muss nicht jeden fixen Wunschtraum realisieren, besonders, wenn ich nicht einmal weiß, ob mich das glücklich machen würde.

Beruflich muss ich schreiben, daran führt kein Weg vorbei, weil ich in der Agentur die Schnittstelle zwischen technischem Projektmanagement und Content darstelle. Das heißt, ich bin auch Teil der Redaktion und setze mein kreatives Talent dafür ein, Meldungen, Pressemitteilungen, Website-Texte und was auch immer sonst anfällt zu verfassen. Das ist mal mehr und mal weniger spaßig, aber eine Form der Selbstverwirklichung sehe ich darin nun nicht, obwohl mein kreativer Output oft öffentlich nachlesbar ist. Es handelt sich eben um projektbezogene Kreativarbeit, das ist einfach nicht dasselbe wie private Schreiberei in der Freizeit und entsteht häufig auch im Team.

Mich erfüllt diese Mischung aus beruflicher und privater Kreativität. In meinem Job kommt es darauf an, dass ich auf Knopfdruck effektiv und zielgerichtet produzieren kann, was mir bei der Gestaltung meines privaten Blogs natürlich auch zu Gute kommt. Privat ist entscheidend, dass ich über Themen schreibe, die mich interessieren und faszinieren, was ich auf Arbeit oft nicht kann. Dieses Wechselspiel bietet mir genau die kreative Abwechslung, auf die es für mich ankommt – auch ohne Schriftstellerei. 😉

In welchen Formen seid ihr neben euren Blogs kreativ?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen gesunden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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