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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 5 – Unreif, schlampig und ödipal: Der jahrzehntelange Kampf um Anerkennung für Robert E. Howard (Teil 3)

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Heute widmen wir uns dem letzten Abschnitt des Kapitels zu Roberts Vermächtnis und werden erfahren, wie der texanische Autor nach Jahrzehnten der Missverständnisse und Fehlinformationen endlich den Respekt erhielt, den er verdient. Es war ein harter Kampf, dem L. Sprague de Camp und die Etablierung des Conan-Franchise im Weg standen…

Mitte der 1970er Jahre verfügte L. Sprague de Camp über die vollständige, alleinige Kontrolle über Conan. Trotz eines Streits mit Glenn Lord über nicht gezahlte Tantiemen an Alla Ray Kuykendall und Alla Ray Morris hielt sich dieser an ihre Vereinbarung und die damit beschlossene Arbeitsteilung. Wer plante, Conan-Material zu veröffentlichen, das sich nicht in der Public Domain befand, kam nicht an L. Sprague de Camp vorbei und dieser dachte nicht einmal im Traum daran, den Forderungen nach Roberts originalen Erzählungen nachzugeben. Er begriff sich selbst als die maßgebende Instanz in Sachen Conan, was er 1977 anhand zwei Ereignissen sehr deutlich machte. In diesem Jahr handelte der Fantasy-Autor und Conan-Purist Karl Edward Wagner einen Deal mit Glenn Lord aus, um die Conan-Geschichten, die in Weird Tales erschienen und nicht mehr urheberrechtlich geschützt waren, im Verlag Berkeley Books zu veröffentlichen. Die Bücher wurden um Essays ergänzt, die klar Partei für Robert bezogen und erklärten, dass seine Werke keiner Überarbeitung bedurften. Leider musste dieses Projekt unvollständig bleiben, denn L. Sprague de Camp weigerte sich, seine Zustimmung zur Veröffentlichung der originalen Geschichten zu geben, die seinem Urheberrecht unterlagen.

Im Januar 1977 wurde außerdem Conan Properties, Inc. gegründet. Diese Firma, die ab sofort offiziell alle Anfragen zu Conan verhandelte, war das Ergebnis einer Auseinandersetzung zwischen L. Sprague de Camp und Glenn Lord, die darauf zurückzuführen war, dass de Camp sich übergangen fühlte. Mitte der 70er Jahre kamen die Filmproduzenten Edward Pressmann und Edward Summer auf Lord zu, weil sie die Filmrechte an Conan erwerben wollten. Lord begann, Gespräche mit ihnen im Namen von Alla Ray Kuykendall und Alla Ray Morris zu führen und hätte diese vermutlich auch zu einem Abschluss gebracht, hätte de Camp nicht Wind davon bekommen und verlangt, dass Pressmann und Summer nicht mit Lord, sondern mit ihm reden müssten. Pressmann war genervt und wollte mit dem Konflikt der Männer nichts zu tun haben. Er bestand darauf, dass sie sich einigten, damit er fortan nur noch mit einer Person sprechen müsste. Die Gründung von Conan Properties, Inc. (CPI) war ein praktikabler Kompromiss, denn Lord und de Camp saßen beide im Vorstand. Nur wäre dieser Schritt gar nicht nötig gewesen, hätte sich de Camp nicht benachteiligt gefühlt. Über CPI kam der Verkauf der Filmrechte zustande; bis der Film fertiggestellt war, vergingen jedoch noch einige Jahre.

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 5 – Unreif, schlampig und ödipal: Der jahrzehntelange Kampf um Anerkennung für Robert E. Howard (Teil 2)

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Gestern haben wir gelernt, dass Roberts Vermächtnis bereits in den ersten 20 Jahren nach seinem Tod gravierende Änderungen und Umdeutungen erlebte. Heute werden wir erfahren, dass L. Sprague de Camp noch viel weiter ging, um Conan der Welt so zu präsentieren, wie er ihn interpretierte und keine Gelegenheit ausließ, um Robert öffentlich zu diskreditieren…

L. Sprague de Camp (Jahr unbekannt) © Bookogs

Gnome Press veröffentlichte von 1950 bis 1957 sieben Conan-Sammelbände. Vier davon enthielten Einleitungen und Geschichten, die L. Sprague de Camp geschrieben oder überarbeitet hatte. Der letzte Gnome Press – Band „The Return of Conan“ war die erste Conan-Geschichte, die nicht ursprünglich von Robert stammte oder auf einer seiner Ideen basierte. Stattdessen hatte sie ein schwedischer Howard-Fan namens Björn Nyberg verfasst. Natürlich musste de Camp auch in diesem Fall intervenieren; Nybergs Erzählung fiel ebenso seinem Rotstift zum Opfer wie Roberts Nachlass. Schon damals zeigte sich, wie ambitioniert de Camp war, was die Zusammenarbeit zwischen ihm, Oscar Friend und Michael Greenberg von Gnome Press belastete. Im März 1954 schrieb Friend einen Brief an Kuykendall, in dem er berichtete, dass ein „cleverer Schriftsteller“, der mehrere Howard-Geschichten für das Projekt überarbeitet hatte, eine höhere finanzielle Beteiligung verlangte und damit drohte, selbstständig über Conan zu schreiben, weil der Autor ja sowieso tot sei. Dabei kann es sich nur um de Camp gehandelt haben. Friend warnte ihn, dass er ihn verklagen würde, sollte er auch nur einen Schritt in diese Richtung unternehmen, solange Conan dem Urheberrecht unterlag. Kurz bevor „The Return of Conan“ veröffentlicht wurde, geriet de Camp auch mit Michael Greenberg aneinander. Es ging um Zahlungen, die Gnome Press de Camp schuldete. Außerdem wollte de Camp seine überarbeiteten Conan-Geschichten Taschenbuchverlagen anbieten, was Greenberg als Rechteinhaber strikt ablehnte. Immer deutlicher kristallisierte sich heraus, dass de Camp große Pläne mit Conan hatte und bereit war, notfalls um die Kontrolle über Roberts Barbaren zu kämpfen.

1959 war für die weitere Entwicklung des Mythos Conan aus mehreren Gründen ein entscheidendes Jahr. Man mag die Gnome Press – Ausgaben für die Vorgehensweise der beteiligten Akteure kritisieren, es steht jedoch völlig außer Zweifel, dass sie das öffentliche Interesse an Robert und seinem Cimmerier förderten. Die Fans begannen, sich mit den damals verfügbaren Mitteln zu vernetzen, um sich über ihre Leidenschaft austauschen zu können. Deshalb wurde 1959 eines der ersten Howard-Conan-Fanzines gegründet: Amra. Bereits zu den frühen Exemplaren trugen Autor_innen bei, die heute sehr bekannt sind, darunter Michael Moorcock und Marion Zimmer Bradley. Amra war das Medium, in dem der Fantasy-Schriftsteller Fritz Leiber 1961 erstmals den Begriff der Sword and Sorcery aufbrachte und als literarisches Subgenre definierte. L. Sprague de Camp nahm ebenfalls an den Diskussionen innerhalb des Magazins teil und verbreitete dort mit Vorliebe seine Ansichten über Roberts Leben und dessen Suizid. Dass es sich dabei um einen zweifelhaften Segen handelte, wurde erst Jahre später offenkundig.

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