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Schlagwort-Archive: Krimi

[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 2 – Robert E. Howard: Der tragische König der Kurzgeschichte (Teil 3)

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem großen Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Gestern haben wir Roberts Durchbruch als Pulp-Schriftsteller besprochen; heute widmen wir uns den vermutlich wichtigsten Ereignissen für seine professionelle Entwicklung. 1930 war ein entscheidendes Jahr für den jungen Texaner…

Robert E. Howard schrieb von Anfang an Literatur, die, wenn schon nicht explizit als Horror kategorisierbar, zumindest unheimlich, gruselig und/oder bedrohlich war. Bereits im August 1925, etwa ein Jahr nach seiner ersten Veröffentlichung bei Weird Tales, brachte das Magazin seine Geschichte „In the Forest of Villefère“, eine Werwolf-Erzählung in der Tradition französischer Volkssagen (Hat da jemand „Gévaudan“ gesagt?). Den Höhepunkt seines schauerlichen Schaffens erreichte er jedoch erst nach 1930, denn in diesem Jahr lernte er H.P. Lovecraft kennen.
Howard Phillips Lovecraft, der von 1890 bis 1937 lebte, war ein literarischer Gigant, dessen Namen man heute wohl niemandem mehr erklären muss. Sein Cthulhu Mythos ist Legende. In den 1930ern war er einer der Star-Autoren und Veteranen der Pulp Magazine, der von den Leser_innen verehrt wurde. Darüber hinaus war er der Kopf eines weiten literarischen Zirkels, der sich über die gesamten USA verteilte. Lovecrafts erhaltene Korrespondenz umfasst mehr als 100.000 Briefe, die er an hunderte von Menschen schrieb. Er liebte es, Bekanntschaften zu schließen und Kontakt zwischen seinen verschiedenen Bekanntschaften herzustellen. Heute würde man ihn wohl als Networker bezeichnen, eine Rolle, in der er aufging. Robert E. Howard wurde Teil dieses elitären Clubs, weil er es im Juni 1930 wagte, Lovecraft zu kritisieren.

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Montagsfrage: Die goldene Ausnahme?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Das Howard/Conan-Projekt befindet sich in der heißen Phase. Ich schreibe aktuell meine Rezension. Das ist zwar auch nicht ganz so leicht, wie ich gehofft hatte, weil es nach so langer Zeit beinahe unmöglich ist, meine Empfindungen und Gedanken vor meiner Recherchemission von meinem jetztigen Wissensstand abzukoppeln, aber ich genieße es, mich auf meine subjektive Meinung konzentrieren zu können. Keine Quellenchecks, keine Widersprüchlichkeiten mehr. Ich bin zuversichtlich, dass ich nur noch ein paar Tage brauche. Dann stehen die inhaltlichen Beiträge alle. Endlich. Danach werde ich nur noch eine Einleitung und ein Fazit schreiben, da ich es seltsam fände, ein so umfangreiches Projekt kontextlos zu beginnen und abrupt zu beenden und kann mich anschließend mit Formatierungsaspekten beschäftigen. Mit etwas Glück kann ich vielleicht schon nächste Woche mit meinem grafischen Konzept beginnen, auf das ich mich sehr freue, weil ich jetzt schon ewig Ideen mit mir herumtrage und es kaum erwarten kann, diese endlich umzusetzen. So langsam gewinne ich einen Eindruck davon, wann das Ganze möglicherweise online gehen könnte. September vielleicht? Wir werden sehen.

Da die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise sich nach der heutigen Ausgabe in die Sommerpause verabschiedet und erst im September wieder stattfindet, könnte es im August daher ziemlich ruhig hier auf dem Blog werden. Lasst euch davon nicht täuschen. Ich lebe weiterhin. Ich arbeite nur fieberhaft in beinahe jeder freien Minute am Projekt.

Nun wollen wir aber erst einmal sehen, was Antonia von uns wissen will, bevor sie in die Ferien verschwindet.

Welches Buch aus einem Genre, das du eigentlich nicht magst, magst du?

Das ist eine schöne Frage, die mir die Gelegenheit gibt, mich mal ein bisschen selbst zu loben. Ich bin nämlich sehr stolz darauf, dass ich in den vergangenen Jahren so gut wie all meine Genre-Vorurteile überwunden habe und deshalb kein Buch mehr ablehne, nur weil es Genre XY zugerechnet wird. Das heißt nicht, dass ich keine Vorurteile mehr habe (es ist wirklich schwer, die nachhaltig loszuwerden, wenn sie sich erst mal festgesetzt haben), aber ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich nicht mehr behaupten kann, dass ich bestimmte Genres grundsätzlich nicht mag. Diese Zeiten sind vorbei und ich finde, dass diese Entwicklung eine ganz schöne Leistung ist.

Wie habe ich das gemacht? Ich habe außerhalb meiner Komfortzone gelesen und der leisen Stimme meiner Neugier nachgegeben, selbst wenn Zweifel und Skepsis laut brüllten. Dadurch habe ich festgestellt, dass Genrezuordnungen zu mentalen Stereotypen führen, die die Vielseitigkeit unserer literarischen Kategorien völlig verkennen. Ich dachte zum Beispiel immer, dass ich Krimis und historische Fiktion nicht mag. Doch dann entdeckte ich die Reihe „Nicolas Le Floch“ von Jean-François Parot, in der es um Kriminalfälle im Paris des 18. Jahrhunderts geht. Siehe da, die Kombination funktioniert für mich hervorragend. Mittlerweile habe ich drei Bände im Regal stehen und werde Nicolas sicher auch weiterhin bei seinen Ermittlungen begleiten. Ganz normale Krimis zählen bis heute nicht zu meinen Favoriten, weil sie mich nicht genug fordern und erst recht nicht schockieren (anders als ihre Verwandten, die Thriller), doch ich kann nicht mehr sagen, dass ich sie prinzipiell nicht mag. Im Fall der historischen Fiktion habe ich lange gebraucht, um meine Nische zu finden, weil es dauerte, bis ich begriff, dass „historisch“ nicht automatisch „mittelalterlich“ heißen muss. Romane wie „Die Wanderhure“ werde ich wohl nie meinem Regal hinzufügen, aber das 18. und 19. Jahrhundert sowie die Antike faszinieren mich. Ich glaube, jeder Bücherwurm kann in den Subgenres fündig werden, wenn er oder sie sich die Mühe macht, sie zu erkunden. Das ist natürlich ein Prozess und Fehlschläge sind vorprogrammiert. Ich erinnere mich mit Grauen an meine Versuche mit historischer Wikinger-Fiktion, die sich alle als Griff ins Klo entpuppten. Heute bin ich trotzdem froh, dass ich nicht aufgegeben und meinen individuellen, persönlichen Lesegeschmack dadurch so viel besser kennengelernt habe.

Es gibt eine Ausnahme. Eine muss es geben, oder? Chic-Lit. Frauenliteratur. Schmachtfetzen über Protagonistin XY, die ihren Verlobten am Altar stehen lässt, nach Italien durchbrennt, dort eine kleine Eisdiele eröffnet und der Liebe ihres Lebens begegnet, aber ist sie überhaupt schon wieder bereit, sich zu öffnen und ist der Latin Lover nicht viel zu wenig vertrauenswürdig, ach egal, was wäre das Leben ohne Risiko, Happy End. Brr. Ich kann das einfach nicht. Ich kann da nicht mitfühlen. Das einzige, was ich bei dieser… nennen wir es mal großzügig Literatur fühle, ist, wie sich meine Augen nach oben in meinen Hinterkopf rollen. Ich finde das alles albern und stereotyp und sowas von gar nicht emanzipiert. Das Frauenbild, das vermittelt wird, ist das absolute Gegenteil von Feminismus und darüber kann ich in diesem speziellen Fall nicht hinwegsehen, weil ES. DER. EINZIGE. INHALT. IST. Ihr seht, das Genre regt mich auf. Trotzdem habe ich in der Vergangenheit mal meinen großen Zeh ins Wasser gehalten, um meine Temperatur zu ermitteln. Ich habe „P.S. Ich liebe Dich“ von Cecelia Ahern gelesen und fand es gut. Gut, nicht mehr, nicht weniger. Mögen ist eigentlich schon zu viel gesagt, weil mich auch in diesem Buch das Rollenbild der Protagonistin Holly störte. Immerhin fand ich durch die Lektüre heraus, das meine Probleme mit der Chic-Lit viel damit zu tun haben, dass diese Bücher die Leser_innen quasi zwingen, zu weinen. Alles trieft nur so vor emotionaler Manipulation zum Selbstzweck und das passt mir überhaupt nicht. Es ist, als würden sich Autor_innen dieses Genres überlegen, wie sie ihre Geschichten extra schmerzhaft und extra tragisch aufziehen können, damit auch ja kein Auge trocken bleibt. Nicht, weil sie ihren Figuren zu einer Weiterentwicklung verhelfen wollen, sondern weil sie bei ihren Leser_innen eine bestimmte Reaktion provozieren wollen. Ich weiß, dass es auch andere Chic-Lit gibt und eine ganze Sparte existiert, die statt auf Tragik auf Humor setzt, doch meine grundlegenden Schwierigkeiten bleiben davon unangetastet. Es macht für mich kaum einen Unterschied, ob ich nun lachen oder weinen soll und das Frauenbild kann ich trotzdem nur ertragen, wenn ich fest entschlossen bin, das Potpourri aus Geschlechterklischees konsequent als überzogene Satire zu lesen. Das ist mir zu anstrengend. Also lasse ich die Finger von Chic-Lit. Aber ich habe es zumindest versucht und kann erklären, warum ich diese Bücher meide.

Mögt ihr ein Buch, obwohl ihr dessen Genre eigentlich nicht mögt?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fantastischen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Jens Lossau & Jens Schumacher – Der Knochenhexer

Beschäftigt man sich mit Kollaborationen zwischen Schriftsteller_innen, stellt sich die Frage nach der Organisation des Schreibprozesses. Jens Lossau und Jens Schumacher, die seit 40 Jahren befreundet sind und seit 25 Jahren literarisch zusammenarbeiten, verlassen sich dafür auf rigorose Vor- und Nachbereitung. Die Ideen für ihre Romane entstehen im Gespräch. Um eine Idee zu verkaufen, entwerfen sie ein kurzes Exposee für Verlage. Wird das Projekt von einem Verlag erworben, erstellen sie einen ausführlichen, detaillierten Ablaufplan für ihre Geschichte. Dieser Plan ermöglicht ihnen, getrennt daran zu arbeiten. Es folgen zahlreiche Korrekturschleifen, bis das fertige Buch ausgewogen und einheitlich ist. Die Vorstellung der beiden vor einem einzigen Computer, die sich hartnäckig in meinem Kopf hielt, ist also Humbug. Das ist zwar schade, ihre Strategie scheint aber hervorragend zu funktionieren, denn gemeinsam haben sie bisher 13 Romane veröffentlicht. „Der Knochenhexer“ ist der vierte Band ihrer High Fantasy – Krimi – Reihe „Die Fälle des IAIT“.

Um das IAIT auf den Plan zu rufen, muss ein Diebstahl schon außergewöhnlich spektakulär sein. Der neuste Fall für Meister Hippolit und Jorge den Troll ist nicht nur spektakulär, sondern auch gigantisch: dem Museum in Nophelet wurden über Nacht die Skelette gewaltiger Urzeitechsen gestohlen. Der zuständige Nachtwächter liegt in einer Pfütze seiner Eingeweide tot am Boden. Warum sollte irgendjemand die Gerippe uralter Monster klauen? Als Nophelet kurz darauf von riesigen Echsen angegriffen wird, ahnt das ungleiche Ermittlerduo, dass ein Zusammenhang mit dem Raub besteht. Aber wie ist das möglich? Nicht einmal durch Thaumaturgie kann Totes wieder zum Leben erweckt werden, darin sind sich die Fachkreise einig. M.H. und Jorge stehen vor einem Rätsel, das ihnen alles abverlangt. Die Zukunft Nophelets hängt von ihnen ab und von der Lösung des Falls, der der schwierigste ihrer Karriere sein könnte.

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Welttag des Buches 2020: Spiel und Spaß mit Mord und Totschlag

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist wieder mal soweit. Der für alle Bücherwürmer wichtigste Feiertag jährt sich. Es ist Welttag des Buches! 😀 Auch für mich ist das natürlich ein Grund zum Feiern. Obwohl die Optionen aktuell ja eher begrenzt sind, sollte das für diesen Festtag kaum eine Rolle spielen, denn die beste Art und Weise, ihn zu zelebrieren, ist meiner Meinung nach immer noch, ein Buch hervorzuholen, es sich bequem zu machen und einfach stundenlang zu lesen. Ich hoffe, ihr habt alle die Gelegenheit und Möglichkeit dazu und winke euch von hinter meiner Lektüre solidarisch zu!

Traditionell ist der Welttag des Buches für Buchblogger_innen der ideale Anlass, ein Gewinnspiel zu veranstalten. In der Vergangenheit habe ich mich an diesem Brauch ebenfalls beteiligt, habe in den letzten Jahren jedoch mehr und mehr den Eindruck gewonnen, dass Materielles dadurch zu sehr im Fokus steht. Es geht schließlich nicht darum, neue Bücher oder Gutscheine abzustauben, sondern das schönste Hobby der Welt wertzuschätzen und dankbar zu sein, dass wir hier in einem der reichsten Länder der Welt permanent Zugang zu Literatur haben.

Trotzdem waren mir die popeligen Grüße des letzten Jahres dann doch etwas zu wenig, also habe ich tatsächlich monatelange überlegt, was ich machen könnte, um diesen Tag gebührend zu begehen und in den Austausch mit euch zu treten. Ich berichte stolz, dass mir ein Leckerchen für euch eingefallen ist, dass uns allen viel Spaß bereiten sollte. 😉

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Liza Marklund – Nobels Testament

„Nobels Testament“ ist der sechste Band der Krimiserie „Annika Bengtzon“ der schwedischen Autorin Liza Marklund. Ich kannte Marklund bereits; vor Jahren habe ich ihre „Mia“-Romane gelesen, die auf einer wahren Begebenheit basieren. Ich wusste, dass die „Annika Bengtzon“-Bücher existieren, hatte jedoch nie Interesse an der Reihe, weil Krimis nicht zu meinen bevorzugten Genres zählen. Dennoch beschloss ich im November 2019 impulsiv, „Nobels Testament“ zu lesen. Ich sah darin die ideale Möglichkeit, mein Blog-Projekt zum Literaturnobelpreis, das mich einige Zeit beschäftigt hatte, mental abzuschließen. Es kümmerte mich nicht, dass ich die Protagonistin nicht kannte und mir der Kontext der Vorgängerbände fehlte. Mich interessierte nur der Fall, der eng mit der Nobelpreisverleihung zusammenhängt.

1895 verfügte Alfred Nobel in seinem Testament die Einrichtung einer Stiftung, die außergewöhnliche Leistungen in den Disziplinen Physik, Chemie, Frieden, Literatur und Medizin honoriert. Über 100 Jahre später gilt das elegante Bankett im Stockholmer Stadshuset, das die Nobelpreisverleihungen offiziell abschließt, als kulturelles Großereignis. Die Journalistin Annika Bengtzon nimmt im Auftrag des Abendblattes teil. Sie gönnt sich einen letzten Tanz, bevor sie zurück in die Redaktion muss, um von rauschenden Roben, dekadenten Speisen und endlosen Dankesreden zu berichten. Plötzlich hallen Schüsse durch den Goldenen Saal des Stadshuset. Der Preisträger für Medizin bricht getroffen zusammen. Auf der Brust seiner Tanzpartnerin, der Vorsitzenden des Nobelkomitees des Karolinska Instituts, breitet sich ein blutroter Fleck aus. Im anschließenden Chaos verbietet die Polizei Annika, über den Angriff zu schreiben. Sie ist empört und hat nun ein persönliches Interesse an der Lösung des Falls. Wer war Ziel des Attentats? Der Preisträger, dessen Stammzellforschung umstritten ist? Oder die Vorsitzende des Komitees, das ihn auszeichnete? Annika beginnt zu recherchieren und erfährt bald am eigenen Leib, dass die Welt der medizinischen Forschung wesentlich rauer ist, als sie sich vorstellen konnte.

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Verfasst von - 1. April 2020 in Krimi, Rezension

 

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Montagsfrage: Ausgelutschte Klischees?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Psst. Heute muss ich die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise von Arbeit aus beantworten. Es ist einer der seltenen Montage, an denen ich Frühschicht habe und als die Frage online ging, musste ich bereits los. Es sollte verboten werden, zum Wochenstart so widerlich früh aufstehen zu müssen. Ich hoffe, dass ich den Tag einigermaßen unbeschadet überstehe, denn mir liegen diese zeitigen Schichten absolut nicht. Ich war schon immer eher eine Eule. Trotzdem habe ich heute auch gute Nachrichten zu verkünden: die Rezension zu „A Wayward Angel“ ist endlich fertig und für morgen geplant! Sie ist tatsächlich eine der umfangreichsten Besprechungen, die ich je geschrieben habe, aber ich hatte einfach äußerst viel zu sagen und wollte euch keinen meiner Gedanken vorenthalten. Hin und wieder darf ich eskalieren. 😉 Jetzt wollen wir aber erst mal sehen, was Antonia diese Woche von uns wissen möchte.

Welche Klischees haben für euch wirklich ausgedient?

Ich stimme Antonia zu, in der Jugendliteratur sind Klischees äußerst weit verbreitet. Allein das berühmt-berüchtigte Liebesdreieck ist ja mittlerweile ein Klischee, das wohl zuletzt zu Shakespeares Zeiten originell war. Vielleicht liegt es daran, dass die junge Zielgruppe diese sich wiederholenden Elemente besonders wertschätzt. Vielleicht an der mangelnden Erfahrung, denn man schnallt ja erst durch eine gewisse Vertrautheit mit dem Genre, dass dessen Geschichten häufig nach Schema F gestrickt sind. Vielleser_innen wie wir, denen das früh auffällt, weil wir Literatur in überdurchschnittlichem Ausmaß konsumieren, sind immer noch die Ausnahme.

Da ich aber schon in meinen Rezensionen auf der mangelden Originalität der Jugendliteratur herumhacke und das vermutlich auch weiterhin tun werde, habe ich mir für heute ein anderes Opfer herausgepickt: Kriminalthriller. In diesem Genre führte der übermäßige Einsatz eines bestimmten Klischees tatsächlich dazu, dass ich es nur noch selten lese und sehr genau darauf achte, was mir Klappentexte zwischen den Zeilen über die inhaltlichen Strukturen verraten. Ich habe nämlich absolut keine Lust mehr auf Workaholic-Ermittler_innen. Ihr kennt sie bestimmt, die Polizist_innen, Patholog_innen, Profiler_innen, Staatsanwält_innen, etc. die folgendes Charakterprofil aufweisen: obsessiv überarbeitet, sozial isoliert, suchtgefährdet, emotional traumatisiert, reizbar, kaum teamfähig, einsam, verbittert, zynisch. Gerade durch diese Eigenschaften ist er oder sie die einzige Person, die sich wirklich in den/die Mörder_in hineinversetzen kann (oft haben sie auch eine gemeinsame Vergangenheit) und ist dadurch letztendlich befähigt, das Katz und Maus – Spiel zu beenden. Es sind vorgebliche Antiheld_innen, deren heroischer Status nie wirklich in Frage gestellt wird.

Mich nervt das tierisch, weil dieses charakterliche Profil zu den immer selben, berechenbaren Szenen führt. Kriege ich beim Lesen eines Klappentextes das Gefühl, dass die Hauptfigur diesem Stereotyp entspricht, weiß ich bereits, dass es sicherlich eine, mehrere oder gleich alle dieser Situationen geben wird:

Option A: Der/die Ermittler_in verbringt eine heiße Nacht mit einem Kollegen oder einer Kollegin. Am nächsten Morgen ist das beiden furchtbar unangenehm, während der/die Kolleg_in allerdings gern versuchen würde, eine tiefere Beziehung aufzubauen, schreckt unsere zynische, verbitterte Hauptfigur davor zurück, weil er/sie basierend auf schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit Vertrauensschwierigkeiten hat.

Option B: Der/die Ermittler_in ist beruflich extrem talentiert und könnte ebenso erfolgreich sein, wäre da nicht das Problem mit der Autorität. Deshalb wurde er/sie nie befördert, hat keine_n Partner_in und eckt immer wieder an. Den aktuellen Fall nimmt er/sie persönlich und verhält sich daher ungesund obsessiv. Im Laufe der Ermittlung überschreitet er/sie Grenzen, wird beurlaubt oder suspendiert, arbeitet aber heimlich trotzdem weiter am Fall.

Option C: Es stellt sich im Laufe der Ermittlungen heraus, dass der/die Täter_in ein Geist aus der Vergangenheit des/der Ermittler_in ist. Höchstwahrscheinlich zielen die Mordfälle ausschließlich darauf ab, seine/ihre Aufmerksamkeit zu wecken, ihm/ihr Angst zu machen und daran zu erinnern, was sie gemeinsam erlebten.

Option D: Der/die Ermittler_in zeigt mehr Feingefühl für die Toten als für die Lebenden. Er/Sie ist oft eklig zu Kolleg_innen und den Menschen in seinem oder ihrem Umfeld, für die Opfer des/der gesuchten Mörder_in hingegen empfindet er/sie großes Mitgefühl und möchte ihnen unbedingt Gerechtigkeit verschaffen.

Option E: Der/die Ermittler_in lebt allein in einer kleinen, spartanisch und unpersönlich eingerichteten Wohnung. Wir sehen ihn/sie dort entweder zwischen leeren Alkoholflaschen oder leeren Tablettenpackungen aufwachen, um sofort zu verstehen, dass er/sie sozial völlig versagt.

Option F: Das große Finale der Geschichte ist der Showdown zwischen Ermittler_in und Mörder_in. Dabei handelt es sich um eine sehr exklusive Veranstaltung, an der nur die beiden und höchstens ein Opfer teilnehmen dürfen. Verstärkung gibt es für den/die Ermittler_in nicht, weil das entweder a) zu lange dauert oder b) der/die Mörder_in droht, das Opfer abzumurksen oder c) niemand erreichbar ist oder d) der/die Ermittler_in die potentielle Unterstützung ohnehin für nutzlose Stümper_innen hält.

Mir würden sicher noch mehr Szenen einfallen, aber ich denke, anhand dieser Beispiele erhaltet ihr einen recht zuverlässigen Eindruck davon, was ich meine. Es hängt mir zum Hals raus. Ich kann für solche Figuren einfach keine Sympathie mehr entwickeln. Eine Parade von Sozialversager_innen drückt sich in meinem Bücherregal herum. Egal, wie motiviert, begründet und gerechtfertigt die Traumata dieser Ermittler_innen sind, es gibt zu viele von ihnen, weil sich zu viele Autor_innen auf diesem Klischee ausruhen, das nur der billige Ersatz einer sorgfältigen Charakterkonstruktion ist.

Welches Klischee hängt euch so richtig zum Hals raus?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen stressfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Jean-François Parot – Commissaire Le Floch und der Brunnen der Toten

Jean-François Parot war ein weitgereister Mann. 1946 in Paris geboren, schloss er sein Studium als anerkannter Experte des 18. Jahrhunderts ab, absolvierte seinen Militärdienst und wurde dann Diplomat. Die Liste der Stationen seiner Karriere ist lang; als er 1999 begann, die historische Krimi-Reihe „Nicolas Le Floch“ zu schreiben, arbeitete er im bulgarischen Sofia. An den Wochenenden hatte er viel Freizeit, also setzte er sich eines Tages hin, zückte seinen neuen Stift, ein Weihnachtsgeschenk seiner Mutter und seines Sohnes, und dachte sich das erste Abenteuer seines Ermittlers aus. Seitdem sind über 20 Jahre vergangen und 13 Bände erschienen, die Blessing ins Deutsche übersetzt. Den zweiten Band „Commissaire Le Floch und der Brunnen der Toten“ erhielt ich vom Bloggerportal als Rezensionsexemplar.

Am Abend des 27. Oktober 1761 wird der Sohn des Grafen de Ruissec tot im Stadtpalais der Familie aufgefunden. Das Bild, das sich Commissaire Nicolas Le Floch am Tatort bietet, wirkt eindeutig: das Zimmer des jungen Vicomtes war von innen verschlossen, unweit seiner Leiche liegt eine Kavalleriepistole und auf dem Schreibtisch entdeckt Nicolas einen Abschiedsbrief. Alles deutet auf Selbstmord hin. Doch einige Details wecken Nicolas‘ Misstrauen. Als sich die Gräfin de Ruissec heimlich an ihn wendet und um ein geheimes Treffen bittet, ahnt der Commissaire, dass sie mehr über die Umstände des Todes ihres Sohnes wissen könnte. Unglücklicherweise erleidet sie einen schrecklichen Unfall, bevor das Treffen stattfinden kann. Nicolas ist alarmiert. Er glaubt nicht an einen Zufall und fürchtet, dass die Gräfin zum Schweigen gebracht werden sollte. Unerschrocken nimmt er die Ermittlungen auf, die ihn bis an den Hof von Versailles führen…

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Jahresrückblick 2019: Zahlen, Diagramme und ein bisschen Sentimentalität

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich kann es kaum glauben. Mein Jahresrückblick 2019 ist tatsächlich innerhalb der ersten zwei Wochen des Jahres 2020 fertig geworden! Ich finde, das verdient einen Tusch! Es hat sich ausgezahlt, dass ich dieses Mal sehr diszipliniert war und bereits zum Jahresende angefangen habe, mein Resümee zusammenzustellen. Übrigens, laut Duden ist ein Resümee eine „knappe Inhaltsangabe“ oder „kurze Zusammenfassung“. Nun, das ist hier nicht der Fall. Mit „kurz und knapp“ kann ich nicht dienen – wie auch, schließlich soll dieser Rückblick 12 volle Lesemonate statistisch und emotional Revue passieren lassen.

Wie immer habe ich eine zweigeteilte Struktur gewählt, um euch die verschiedenen Facetten meines vergangenen Lesejahrs zu präsentieren. Im ersten Part werden wir 2019 statistisch aufarbeiten und anhand der Fakten ein objektives Fazit ziehen. Dafür habe ich bei Piktochart Infografiken erstellt, die euch mithilfe von Zahlen und Diagrammen einen transparenten Überblick verschaffen. Ich werde jede Kategorie einzeln kommentieren und interpretieren, damit ihr das nötige Kontextwissen erhaltet, um zu verstehen, wie die Statistiken einzuordnen sind. Ich möchte mich im Voraus dafür entschuldigen, dass die Legenden der Diagramme nicht mehr so gut zu lesen sind; das liegt einfach daran, dass Piktochart die Aufmachung veränderte und ich die Schriftgröße leider nicht beeinflussen kann. Ich bemühe mich, Zahlen und Prozentangaben in meinen Diskussionsabschnitten zu erwähnen, damit ihr diese trotzdem kennenlernt. Außerdem werde ich natürlich den Bezug zu den vergangenen Jahren herstellen, denn die entscheidende Frage, die es zu beantwortet gilt, lautet: Wie entwickelt sich mein Leseverhalten?

Im anschließenden zweiten Part machen wir es uns bequem, lehnen uns zurück und lassen 2019 emotional Revue passieren, Popcorn, Chips und Erfrischungen inklusive. Dafür werde ich 30 Fragen beantworten, die ursprünglich von Martina Bookaholics stammen. Seit einigen Jahren bietet sie das Formular nicht mehr auf ihrer Website an, deshalb habe ich auf die alte, bewährte Version von 2016 zurückgegriffen und meinen Header, den ich letztes Jahr erstellt habe, aktualisiert. Ich lade euch in die Kommandozentrale meines Bücherhirns ein; in dem kleinen Büro in einem Nebenraum meines Lektürearchivs wird es für uns alle vermutlich reichlich eng, aber ich habe Kissen und Decken ausgelegt, damit ihr es euch gemütlich machen könnt!

Habt ihr Lust auf einen ausführlichen Ausflug in die jüngste Vergangenheit? Dann klemmt euch die Sepiabrille auf die Nase, lasst euch von einem sentimentalen Harfenthema in die richtige Stimmung bringen und schon starten wir mit meinem Jahresrückblick 2019!

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Verfasst von - 14. Januar 2020 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Können Genrewechsel funktionieren?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe fantastische Nachrichten. Mein Jahresrückblick 2019 ist fertig! Konfetti und Sekt bitte! Ich bin sehr stolz darauf, dass ich ihn so zügig zusammenstellen konnte und freue mich darauf, ihn euch gleich morgen zu präsentieren. Das bedeutet, jetzt kann das Jahr 2020 richtig losgehen. Na ja, fast. Da sind ja noch ein paar übriggebliebene Rezensionen aus 2019, die abgearbeitet werden wollen. Aber nachdem ich doch recht lange mit Statistiken und Diagrammen zu Werke war, kann ich es kaum erwarten, endlich wieder eine Besprechung zu schreiben und das sind ja eigentlich recht gute Voraussetzungen, oder nicht? Ich strenge mich an, zur nächsten Woche wieder das normale Programm hier auf dem Blog fahren und euch die üblichen zwei Rezensionen pro Woche bieten zu können. Auf in den Alltag! 😀
Zum normalen Blogprogramm gehört selbstverständlich auch die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, der ich mich heute widme!

Können Autor_innen in mehreren Genres brillieren?

Als ich die Frage zuerst las, dachte ich ohne zu zögern und im Brustton der Überzeugung: „Ja, klar, selbstverständlich können sie das!“ Der nächste Gedanke lautete „Okay. Beispiele?“ und schon begannen meine Schwierigkeiten. Mir fielen einige Autor_innen ein, die den großen Genrewechsel wagten. J.K. Rowling, die Antonia ebenfalls nennt, war eine der ersten, die sich meldeten. Seit 2012 veröffentlicht die Mutter unseres liebsten Zauberlehrlings Krimis, teilweise unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith. Antonia hat natürlich Recht, dass auch die „Harry Potter“-Romane eine kriminalistische Ebene aufweisen und dieser Schritt für Rowling daher vermutlich naheliegend war; den Wechsel von Jugendliteratur zu erwachsener Literatur kann ihr hingegen niemand absprechen. Unglücklicherweise kann ich nicht beurteilen, ob sie in dieser Sparte ebenso brilliert. Ich habe bisher keinen ihrer Krimis gelesen und ich habe es auch nicht vor. Meine Beziehung zu Krimis ist kompliziert und ich möchte meine Einstellung zu J.K. Rowling, die durch diverse unschöne Äußerungen in den Medien ohnehin harte Schläge einstecken musste, nicht zusätzlich belasten, indem ich sie in einem Genre kennenlerne, das mich nur in Ausnahmefällen begeistert. Rein wirtschaftlich hatten ihre Krimis nicht denselben Erfolg wie HP – doch da es sich dabei um eine Messlatte von astronomischer Höhe handelt, sehe ich die Gültigkeit dieses Arguments ziemlich kritisch. Kurz: ich weiß nicht, ob Rowling in ihren Krimis brilliert.

Die nächste, der ich meine Aufmerksamkeit widmete, ist Marie Lu. Lu gelang der Durchbruch mit ihrer dystopischen Jugend-Trilogie „Legend“, die mich nach einem etwas schwachen Start sehr gut unterhielt. Als bekannt wurde, dass sie einen Genrewechsel von Science-Fiction zur Königsdisziplin der High Fantasy riskieren würde, war ich extrem neugierig und freute mich auf die Trilogie „The Young Elites“. Leider kann ich nicht behaupten, dass ihr dieser Wandel gut gelang. In der Rezension zum Finale „The Midnight Star“ fragte ich mich, ob sie für die High Fantasy vielleicht noch nicht bereit war, weil mich ihr Worldbuilding nicht überzeugte. Damit kann Marie Lu also nicht als positives Beispiel dienen.

Ein weiterer Autor, der mir einfiel, ist Markus Heitz. In Heitz‘ Bibliografie finden sich zahlreiche Genres, er hat viele Kategorien ausgetestet und mal den großen Zeh ins Wasser gehalten: High Fantasy, Urban Fantasy, Historische Fiktion, Thriller, Horror, Dystopien. Allerdings sollte hier erwähnt werden, dass er ein Fan vom Crossgenre ist. Seine Thriller weisen häufig paranormale Elemente auf und in seinen Fantasy-Romanen finden sich Thriller-Elemente. Neben der High Fantasy, die er meist klassisch und traditionell angeht, fällt mir lediglich ein Vertreter ein, der einem einzigen Genre zugeordnet werden kann: der Thriller „Totenblick“. Das heißt, sein Schaffen lebt hauptsächlich von Überschneidungen; von revolutionären Experimenten kann ich nicht sprechen. Dennoch sind seine Genre-Mixe normalerweise durchaus glaubwürdig und unterhaltsam. Ich würde ihn als halbes Positivbeispiel gelten lassen.

Robert E. Howard wäre für die heutige Frage ein passender Fall, weil seine Kurzgeschichten in vielen verschiedenen Genres verortet sind. Dummerweise habe ich bisher nur seine Conan-Geschichten gelesen und vermute, dass es problematisch wird, seine anderen Werke zu beschaffen, weil es jahrzehntelang Streitigkeiten um sein Vermächtnis gab und ich noch nicht weiß, ob es heutzutage überhaupt Sammlungen seiner übrigen Geschichten zu kaufen gibt. Auch hier kann ich daher kein Urteil abgeben.

Zu David Safier, den Antonia ebenfalls nennt, kann ich mich nicht äußern. Ich habe Safier noch nicht gelesen, obwohl sein hochgelobter Roman „28 Tage lang“ in meinem Regal auf seinen großen Auftritt wartet. Ich bezweifle jedoch, dass ich jemals den Vergleich zu seiner humoristischer Literatur ziehen können werde, weil ich mit lustigen Büchern selten etwas anfangen kann.
Meinen Anteil der Stücke Shakespeares habe ich natürlich gelesen, sowohl Komödien als auch Tragödien, aber irgendwie empfinde ich seine Vielfalt nicht als Genrewechsel. Ich muss gestehen, ich kenne mich mit der Theorie des Theaters nicht gut aus, deshalb agiere ich in seinem Fall lediglich auf einer intuitiven Basis, doch ich glaube mich zu erinnern, dass Komödie und Tragödie verwandt sind und lediglich geringe strukturelle Unterschiede aufweisen (die dafür allerdings gewaltige Auswirkungen haben). Grundsätzlich finde ich es schwierig, Bühnenstücke mit Prosa zu vergleichen, weil sie komplett anderen Regeln folgen.

All diese Überlegungen zwingen mich, meine ursprüngliche Einschätzung ein wenig zu korrigieren. Ich kann nicht mit völliger Sicherheit schlussfolgern, dass Autor_innen in verschiedenen Genres gleichermaßen brillieren können. Mir fehlt einfach die Erfahrung für ein Fazit. Also formuliere ich meinen ersten Gedanken um: „Ja, wahrscheinlich können sie das“. Ich glaube nicht, dass Genrewechsel immer zum Scheitern verurteilt sind oder immer gelingen. Vermutlich kommt es stets auf den Autor oder die Autorin an. Talent ist und bleibt Talent, unabhängig vom Genre. Dennoch denke ich, dass nicht alle Autor_innen ihr Talent in jedem Genre unter Beweis stellen können. Ich glaube, dass einige unter ihnen die speziellen Rahmenbedingungen ihres Heimatgenres brauchen, um sich entfalten zu können. Man denke nur an all die Krimi- bzw. Thriller-Autor_innen, die selbst eine berufliche Vergangenheit in der Strafverfolgung haben. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass es eine gute Idee wäre, würde es sich Jilliane Hoffman in den Kopf setzen, einen High Fantasy – Roman zu schreiben. Ebenso wenig sehe ich Steven Erikson einen Liebesroman verfassen. Suchen sich Schriftsteller_innen hingegen neue Genres aus, die ihnen gleichermaßen liegen, kann der Wechsel ohne Weiteres funktionieren.

Wie schätzt ihr Genrewechsel von Autor_innen ein?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen furiosen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Jilliane Hoffman – Argus

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2001 traf Jilliane Hoffman eine folgenreiche Entscheidung. Nach 10 Jahren, in denen sie als stellvertretende Staatsanwältin und juristische Beraterin des Florida Department of Law Enforcement arbeitete, beschloss sie, ihren aufregenden Job in der Strafverfolgung aufzugeben, um Autorin zu werden. Während eines Prozesses gegen einen Vergewaltiger beobachtete sie, wie eine Betroffene „zitternd vor Angst mit der eigenen Aussage haderte“. Sie fragte sich, wie dieses Mädchen reagieren würde, stünde sie an ihrer Stelle und könnte ihren Angreifer zur Rechenschaft ziehen. Sie begann, aus dieser Idee eine Romanhandlung zu entwickeln. Leider konnte sie die Herausforderungen ihres Berufs nicht mit ihrem Privatleben und dem Traum vom Schreiben vereinbaren. Deshalb kündigte sie – ein mutiger Schritt, der belohnt wurde, denn ihr Debüt „Cupido“ wurde ein internationaler Erfolg und der Auftakt einer Reihe von Thrillern um die Staatsanwältin C.J. Townsend. „Argus“ ist der dritte Band.

Eine grausame Serie sadistischer Frauenmorde versetzt Miami in Angst und Schrecken. Die Opfer werden vor laufender Kamera brutal gefoltert – und viele Augen sehen zu. Staatsanwältin Daria DeBianchi ist sicher, dass der Tatverdächtige Talbot Lunders nicht allein handelt. Hinter ihm steht ein skrupelloses Netzwerk wohlhabender und einflussreicher Personen, ein elitärer Club, der die Morde als Attraktion vermarktet. Leider schweigt Lunders. Der einzige, der bereit ist, mit Daria zu reden, sitzt im Todestrakt des Staatsgefängnisses von Florida ein. Es handelt sich um William Bantling, der 10 Jahre zuvor für die Cupido-Morde verurteilt wurde. Er behauptet, die Identitäten der Clubmitglieder zu kennen und bietet Daria seine Mithilfe an, verlangt dafür jedoch einen hohen Preis. Daria ist lange genug dabei, um zu wissen, dass sie sich Idealismus in ihrem Job nicht leisten kann. Doch rechtfertigt der Fall einen Pakt mit dem Teufel?

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Verfasst von - 30. Oktober 2019 in Krimi, Rezension, Thriller

 

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