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Rebecca Wild – Verräter der Magie

Rezensionsheader Verräter der Magie

Rechtfertigt die Arbeit an einem neuen Buch die Vernachlässigung des medialen Auftritts? Diese Frage stelle ich mir anlässlich meiner Recherchen zur Salzburger Autorin Rebecca Wild. Seit etwa zwei Jahren herrscht bei ihr beinahe Funkstille. Ihr letztes Buch erschien 2017. Ihre Website ist veraltet und nicht voll funktionstüchtig. Es finden sich keine aktuellen Interviews. Im Mai 2019 erklärte sie auf Facebook, was bei ihr los ist. Sie arbeitet an der Veröffentlichung eines Thrillers. Ein bedeutender Genrewechsel, denn bisher war sie in der Fantasy- und Young Adult – Ecke zu finden, zu der auch ihr 2012er Debüt „Verräter der Magie“ zählt. Ich verstehe, dass sie dieses Projekt beschäftigt, trotzdem finde ich, dass eine gepflegte Website heutzutage die Mindestanforderung ist, sucht eine Person die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Frau Wild, viel Erfolg mit dem Thriller, aber ich empfehle, an dieser Stelle nachzubessern.

Ein kühler Hauch im Nacken, explodierende Kopfschmerzen, Ohnmacht – und plötzlich ist Kira nicht mehr allein in ihrem Körper. Sie ist geschockt, als sie begreift, dass ihr ungebetener Gast ausgerechnet Cian Kingsley ist, die einzige Person, die sie aufrichtig hasst. Cian ist ein mächtiger, einflussreicher Magier, dessen hartherzige Gesetze alle nicht-menschlichen Spezies in abgeriegelte Reservate sperren, einschließlich Kira. Sie muss die arrogante Nervensäge so schnell wie möglich loswerden. Leider ist das nicht so einfach, denn Cian wurde ermordet. In der Verzweiflung seiner letzten Augenblicke spaltete er seine Seele ab und schlüpfte in Kiras Kopf. Ihre einzige Chance besteht darin, ihm zu helfen, herauszufinden, wer ihn tötete und warum. Doch je mehr Zeit sie mit Cian verbringt, desto weniger stört sie seine Anwesenheit. Sie beginnt sogar, ihn zu mögen und Kira muss sich fragen, ob sie überhaupt noch will, dass er sie verlässt …

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2 Kommentare

Verfasst von - 14. August 2019 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

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Dan Wells – Partials

Dan Wells und ich haben eines gemeinsam: wir haben beide „Die Welt ohne uns“ von Alan Weisman gelesen. In meinem Fall führte die Leseerfahrung zu der Erkenntnis, dass unser Fußabdruck auf der Erde fast ausschließlich negativ wäre, würden wir plötzlich verschwinden. In Dan Wells‘ Fall beeinflusste die Lektüre das Design der Dystopie in seiner Young Adult Science-Fiction-Trilogie „Partials Sequence“. Er orientierte sich bei seiner Beschreibung einer verlassenen Welt stark an Weismans wissenschaftlichem Gedankenspiel. Das war ihm nur möglich, weil seine Zukunftsvision nicht auf physischer Zerstörung beruht, beispielsweise durch eine Bombe. In seiner Apokalypse kam die Katastrophe auf leisen Sohlen: in Form eines Virus.

Beinahe jeden Tag hält die 16-jährige Medizinstudentin Kira ein totgeweihtes Neugeborenes in ihren Armen. Seit die Partials vor über einem Jahrzehnt das RM-Virus freisetzten, das die Menschheit nahezu ausrottete, wurde kein einziges gesundes Baby geboren. Die meisten Säuglinge überleben nur wenige Tage. Nicht einmal verzweifelte Fortpflanzungsgesetze können das Unausweichliche aufhalten. Ohne ein Heilmittel stirbt Kiras Gemeinschaft auf Long Island langsam aus. Als ihre Ziehschwester Madison schwanger wird, hält sie ihre Hilflosigkeit nicht länger aus. Es muss eine Heilung geben. Die Forschung muss etwas übersehen haben. Um Madisons Baby zu retten, entwickelt Kira einen waghalsigen Plan. Will sie RM besiegen, braucht sie Antworten von denjenigen, die das Virus erschufen: den Partials. Sie muss eine der biomechanischen künstlichen Intelligenzen gefangen nehmen, sie befragen und untersuchen. Sie weiß, dass sie einen weiteren Krieg riskiert. Aber ist die Zukunft der Menschheit das Risiko nicht wert?

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Daphne Unruh – Himmelstiefe

„Himmelstiefe“

himmelstiefe

Reihe: Zauber der Elemente #1

Autor: Daphne Unruh

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 412

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Sprache: Englisch

ISBN: 1480179299

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 07.07.2014

Bewertung:

Ich habe lange versucht, „Himmelstiefe“ von Daphne Unruh bei eBay zu ersteigern. Irgendetwas ist mit diesem Buch, dass die eBayer komplett ausflippen, wenn es in seltenen Fällen in der Angebotsliste auftaucht. Da wird dann gern auch mal wesentlich mehr als der Neupreis geboten. Ich konnte darüber immer nur den Kopf schütteln und habe dieses Jahr dann beschlossen, es mir einfach neu zu kaufen. Ich dachte, dass ein Buch, das so heiß begehrt ist, phänomenal gut sein muss. Auch bei Goodreads sind die Bewertungen weitgehend positiv, sodass es einen durchschnittlichen Wert von 4,02 Sternen hat. Ich begann die Lektüre daher reichlich optimistisch.

Noch 250 Schultage trennen Kira von der Freiheit. Dann ist sie 18, hat endlich ihr Abitur und kann sich auf und davon machen. Doch das letzte Schuljahr hält weit mehr für Kira bereit, als sie es sich jemals vorzustellen wagte. Sie entwickelt merkwürdige Symptome, die zu keiner bekannten Krankheit passen und wird das Gefühl nicht los, von seltsamen Schatten verfolgt zu werden. Kiras Eltern glauben ihr nicht und wissen sich nicht anders zu helfen, als sie in eine psychiatrische Klinik einzuweisen.
Zum Glück kann Kira fliehen und findet den Weg zu dem einzigen Ort, an dem ihr wahrhaft geholfen werden kann: die Akademie der Elemente in der magischen Welt. Denn Kira kann mit ihren Fähigkeiten die Elemente ihrem Willen unterwerfen. An der Akademie soll sie ausgebildet werden. Allerdings merkt Kira schnell, dass sie erneut anders ist. Während die anderen Schüler jeweils nur ein Element beherrschen können, ist sie zu weit mehr fähig. Kira ist unglaublich mächtig, doch das bringt einen Haufen Probleme mit sich…

Anfangs fand ich das Buch super. Es las sich packend und flüssig; ich mochte Kira, weil sie auf mich wie eine taffe, etablierte und freiwillige Außenseiterin wirkte und fand die Entwicklung ihrer Fähigkeiten spannend. Leider blieb das nicht so. Stück für Stück wurde Kira immer oberflächlicher. Von stark und unabhängig mutierte sie zu kindlich trotzig und dauerhaft verängstigt. Ich hätte dafür Verständnis aufgebracht, wäre diese Verhaltensweise nur vorübergehend gewesen, aber nein, es wurde schlimmer. Als sie in der Akademie der Elemente ankommt, ist Kira wie durch ein Wunder offenbar plötzlich nicht mehr 17, sondern 12 Jahre alt. Sie ist sprunghaft, aufbrausend und permanent verunsichert, so, als würde nicht ein rationaler Gedanke den Weg durch ihre Gehirnwindungen schaffen. Zusammenhänge zu erkennen ist nicht gerade ihre Stärke, völlig egal, wie offensichtlich sie sind. Daher hatte ich ständig das Gefühl, ihr gedanklich mindestens drei Schritte voraus zu sein. Für mich war „Himmelstiefe“ dementsprechend selten überraschend und weitgehend vorhersehbar. Verdutzt war ich nur immer wieder davon, was für ein unsensibler Trampel die Protagonistin ist. Ich kann nicht zählen, wie oft ich ihr gern den Mund zugehalten hätte. Sie ist dermaßen schnell bereit, andere zu verurteilen, dass es mich massiv geärgert hat, wie bereitwillig die Nebencharaktere ihr ihre Eskapaden verzeihen. Wer so ich-bezogen ist und andere verletzt, verdient keine Nachsicht. Aber natürlich musste das so sein, denn Kira ist das definite Zentrum des Romans. Alle Nebenfiguren sind perfekt auf sie abgestimmt und bewegen sich lediglich in ihrem Kielwasser. Für mich hatte keine einzige eine eigenständige Persönlichkeit, als könnten sie ohne Kira nicht existieren.
Diese Defizite auf der Charakterebene fand ich besonders enttäuschend, weil Daphne Unruhs Ideen für ihre magische Welt eigentlich zauberhaft sind, obwohl sie eindeutig mehr Gewicht auf die Beschreibung der Kontrolle der Elemente hätte legen können. Ich weiß im Grunde immer noch nicht, wie es sich für Kira anfühlt, so viel Macht zu haben und Feuer, Wasser, Erde, Luft und Äther ihren Willen aufzuzwingen.

In meinen Augen hat Daphne Unruh das große Potential ihrer Geschichte verschenkt, weil sie sich auf ihre nervige, infantile Protagonistin konzentrierte. Ich kann Kira nicht ausstehen. „Himmelstiefe“ fokussiert Kira so umfassend, dass ich nicht mal die Möglichkeit hatte, mich von meiner Abneigung abzulenken. Immer steht sie im Mittelpunkt; nie geht es um etwas anderes als sie.
Die Geschichte selbst finde ich zwar nett, aber wenig aussagekräftig. Was soll mir Kiras Schicksal bitte mitteilen? „Hab keine Hemmungen, dich verletzend zu benehmen, denn dir wird sowieso verziehen“?
Im nächsten Band „Schattenmelodie“ geht es nicht um Kira, sondern um ihre Freundin Neve. Ich habe diese Fortsetzung auf meine Vielleicht – Liste gesetzt, glaube aber kaum, dass ich sie je lesen werde, denn auch Neve steht auf meiner Sympathieskala recht weit unten. Kira ist ja wenigstens noch temperamentvoll, Neve hingegen ist einfach nur devot.
Ich weiß nicht, wie ich „Himmelstiefe“ empfehlen soll. Vielleicht ist dieser Roman nur etwas für LeserInnen, die verständnisvoller sind als ich. Vielleicht gehe ich zu hart mit Kira ins Gericht. Entscheidet selbst, wie viel ihr einer Protagonistin verzeihen könnt.

 
 

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