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Montagsfrage: Literarische Mutterliebe?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe es getan. Ich habe mir das Interview mit George R.R. Martin bei „Druckfrisch“ angesehen. Klarer Fall von Quotenjagd. Ich wurde im Voraus bereits darauf hingewiesen, dass es sich lediglich um Ausschnitte alter Interviews handelt – korrekt. Also keine neuen Infos, nichts dazugelernt. Rundum eine Enttäuschung. Aber immerhin habe ich mich nicht fürchterlich aufregen müssen. Ich wusste ja schon, dass ich den Mann gänzlich unsympathisch finde. Jetzt heißt es also weiter warten auf „The Winds of Winter“. Ich denke, ich werde die Lektüre der Reihe vorerst komplett einstellen. Weiterlesen hat doch keinen Sinn. Ich muss ja ohnehin noch mal von vorn beginnen, wenn die letzten beiden Bände endlich erschienen sind. Ach, ist das alles frustrierend.
Worauf wir hingegen nicht warten müssen, ist die neue Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, die meine Laune deutlich aufbessert.

Tolle Bücher, starke Mütter?

In der Beziehung zwischen mir und meiner Mutter findet der Muttertag nicht statt. Sie legt keinen Wert darauf und ich werde immer misstrauisch, wenn mir die Gesellschaft vorschreiben möchte, wann ich einer spezifischen Person aus meinem Umfeld zu gedenken habe. Ich sehe meine Mama jede Woche, normalerweise sonntags – inwiefern sollte der gestrige Tag dann bitte anders sein? Ich hab sie doch immer lieb und bin ihr immer dankbar. Die heutige Montagsfrage ist daher der stärkste Bezug, den ich zum Muttertag habe.

Tatsächlich finde ich die Frage gar nicht so leicht zu beantworten. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich erstaunlich viele Bücher lese, deren Hauptfiguren Halb- oder gar Vollwaisen sind und meist ist es die Mutter, die frühzeitig verstarb. Ich habe gerade erst über genau dieses Thema in meiner ausstehenden Rezension zum achten Band der „Anita Blake“-Reihe, „Blue Moon“, geschrieben. Es scheint sich dabei um ein beliebtes Schlüsselelement zu handeln, das bestimmte Aspekte einer charakterlichen Enwicklung maßgeblich beeinflusst und deshalb gern herangezogen wird, um eine Figur zu konstruieren.

Ein paar starke Mütter finden sich natürlich dennoch in meinem Bücherregal, allein in „A Song of Ice and Fire“ von George R.R. Martin tummeln sich zahllose beeindruckende Muttis. Ich möchte heute aber ebenso wie Antonia auf den Klassiker zurückgreifen: „Harry Potter“.
Antonia entschied sich für Harrys Mutter Lily Potter und ich kann jeden ihrer Gründe nachvollziehen. Mir fiel allerdings als erstes Narzissa Malfoy ein. Das liegt daran, dass sich meine Wahrnehmung von Narzissa über die Jahre seit meiner ersten Lektüre der Reihe vollkommen verändert hat. Als ich die Bücher das erste Mal las, war Narzissa einfach nur die böse Eiskönigin, eine Anhängerin von Voldemort, die ein widerliches Frettchen von einem Sohn mit einem Mann in die Welt setzte, den ich leidenschaftlich hasste. Ich war sehr überrascht, als ich meine Meinung vor ein paar Jahren anlässlich meines Rereads der Reihe mit Marina aka DarkFairy überdenken musste.

Zu Beginn der Geschichte gehört die gesamte Familie Malfoy unstrittig zu den Bösewichten. Aber in den letzten beiden Bänden, „Der Halbblutprinz“ und „Die Heiligtümer des Todes“, gewinnen sie alle gewaltig an Komplexität dazu. Narzissa nötigt Snape den Unbrechbaren Schwur ab, damit er Draco beschützt und geht das Risiko ein, auf Voldemorts Abschussliste zu landen. Ich kann mittlerweile einschätzen, in welche Gefahr sie sich aus Mutterliebe begibt und das beeindruckt mich sehr. Ihre einstmals radikalen politischen Ansichten zählen für sie überhaupt nicht mehr, sobald das Leben ihres Sohnes auf dem Spiel steht. Sie würde alles, auch sich selbst, opfern, um ihn zu retten. Das ist meiner Ansicht nach aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens befindet sie sich damit am Ende der Reihe in beinahe derselben Situation, in der sich Lily Potter kurz vor ihrem Tod am Anfang der Geschichte befand. Auf den ersten Blick haben die beiden Frauen nichts gemeinsam, aber ihre Liebe für ihre Kinder verbindet sie. Das ist ein wirklich schönes Detail, das vermutlich nur eine Mutter so schreiben konnte. Zweitens müsst ihr euch mal vergegenwärtigen, in welchen inneren Konflikt sich Narzissa dadurch begibt. Sie stammt aus einer Familie, die Voldemort seit jeher treu ergeben war. Todesser zu sein, hat für sie Tradition. Wie sehr muss es sie belastet haben, dass sie emotional mit dieser Tradition bricht? Welche Selbstzweifel und Ängste muss sie ausgestanden haben? Wie muss sie sich gemartert haben, weil ihre Loyalität zu Voldemort und den Idealen, die er verkörpert, erlosch? Narzissa glaubte ihr gesamtes Leben an die Sache der Reinblüter und erkennt plötzlich, dass ihre Glaubensgrundsätze großer Murks sind und ihren Sohn gefährden. Sie gibt im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles auf. Das kann nicht einfach gewesen sein und ich finde, J.K. Rowling erfasst die Verzweiflung, die Narzissa empfinden muss, hervorragend. Ihre Auftritte sind stets kurz, doch ihre Ausstrahlung ist eindeutig. In den letzten beiden Bänden ist sie keine Eiskönigin mehr. Sie ist eine Löwenmutter.

Welche literarische Mutter gehört eurer Meinung nach gefeiert?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fröhlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

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Tyrell Johnson – The Wolves of Winter

Autor_innen müssen ehrlich zu sich selbst sein. Die eigene Arbeit realistisch einschätzen zu können, ist eine unverzichtbare Voraussetzung, um schriftstellerisch erfolgreich zu sein. Tyrell Johnsons Debütroman „The Wolves of Winter“ ist das Ergebnis einer aufrichtigen Bewertung seiner Fähigkeiten. Obwohl Johnson mit Fantasy-Literatur aufwuchs und diese liebt, wusste er, als Autor würde er in diesem Genre stets nur durchschnittlich sein. Sein Stil, seine Stimme verlangten nach einem modernen Setting. Er entschied, seine Kreativität in postapokalyptischer Science-Fiction auszuleben, die ihm ebenso erlaubte, eine eigene Welt zu erschaffen. Mit „The Wolves of Winter“ führt er seine Leser_innen in eine Zukunft, in der menschliches Überleben nur in den ungastlichen Gegenden der Erde möglich ist.

Schließt Lynn McBride die Augen, fantasiert sie von Wärme, von einer Welt ohne Eis und Schnee. Öffnet sie ihre Augen wieder, begrüßt sie die winterlich harsche Wirklichkeit des kanadischen Yukon. In den Jahren, seit eine verheerende Grippepandemie ihre Familie in den Norden trieb, entwickelte sich Lynn zu einer taffen Überlebenskünstlerin. Ihr verstorbener Vater wäre stolz auf sie. Sie lernte, zu jagen und ihre kleine Siedlung zu ernähren. Sie lernte, sich zu behaupten. Doch als ihr eines Tages in der Wildnis der undurchsichtige Jax begegnet, muss sie all ihr Können aufwenden, um ihre Familie zu beschützen. Denn Jax bewahrt ein furchtbares Geheimnis, das sie alle in Gefahr bringt. Er weiß etwas, dass die ehemalige Regierungsbehörde Immunity um jeden Preis geheim halten will und das Lynns Leben für immer verändern wird…

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Verfasst von - 16. April 2019 in Dystopie, Rezension, Science Fiction

 

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Montagsfrage: Lesen und Lachen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich bin endlich in 2019 angekommen. Nein, das ist kein Aprilscherz, ich habe den Rezensionsrückstand von 2018 vollständig aufgearbeitet und darf mich nun der Lektüre des neuen Jahres widmen. Ich bin ziemlich stolz auf mich. Ich hoffe, dass ich dieses Tempo beibehalten und somit vielleicht die Frequenz meiner Rezensionen steigern kann, sodass ich pro Woche zukünftig vier statt drei Beiträge veröffentliche. Das wäre super, weil ich auf diese Weise wahrscheinlich meine jährliche Rezensionsquote aufbessern könnte, die 2018 recht enttäuschend war. Irgendwann muss ich die Auswirkungen meines blöden Reitunfalls ja mal überwinden. 😉 Bevor ich auch heute weiter fleißig die nächste Besprechung tippe, gönne ich mir aber eine kleine Pause und beantworte die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise:

Welches humoristische Buch gehört in den Schrank jedes Lesers oder jeder Leserin?

Ich bin tatsächlich kein großer Fan humoristischer Literatur. Geschichten, die bewusst darauf abzielen, die Leser_innen zum Lachen zu bringen und auf diese Weise zu unterhalten, erscheinen mir meist überdreht. Ich finde sie selten lustig, weil sie meinen Humor nicht treffen. Das ist schade, denn ich lache gern und halte mich eigentlich nicht für eine übertrieben ernste Person. Glücklicherweise gab es einen Autor, bei dem ich mit meinem offenbar ziemlich nischigen Humor genau richtig bin: Terry Pratchett. Seine „Scheibenwelt“-Romane sind zum Schreien komisch, aber intelligent und oft sehr gesellschaftskritisch. Pratchett hatte ein zuverlässiges Gespür für absurde, paradoxe Situationen und gesellschaftliche Abläufe. Im Rahmen der Scheibenwelt setzte er diese fröhlich in Szene und betonte so, wann und in welchen Kontexten Menschen sich vollkommen hirnrissig benehmen. Seine Romane enthalten viel Wahrheit, sind aber stets mit einem Augenzwinkern erzählt. Ich besuche die Scheibenwelt sehr gern und bin immer noch ein bisschen traurig, dass Pratchett 2015 viel zu früh verstorben ist.
Wann immer mich jemand fragt, mit welchem „Scheibenwelt“-Band man am besten beginnen sollte (die Reihe umfasst 41 Bände), antworte ich: „Gevatter Tod“. Dabei handelt es sich um Band #4, doch da Pratchett allerhöchstens eine sehr lose, lockere Chronologie vorsah, spielt es keine Rolle, mit welcher Geschichte oder Figur man einsteigt. Deshalb empfehle ich grundsätzlich den ersten Auftritt meiner absoluten Lieblingsfigur: TOD höchstpersönlich. Ich finde, „Gevatter Tod“ muss man gelesen haben und sollte sich wirklich in jedem Bücherregal der Welt befinden. Schließlich gibt es kein besseres Zitat als „Ich bin nicht tot. Ich bin TOD“.

Welche literarische Komödie sollte man eurer Meinung nach gelesen haben?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Kari Maaren – Weave a Circle Round

Kari Maaren ist ein kreatives Allround-Talent. Die Kanadierin schreibt Geschichten, zeichnet den Webcomic „It Never Rains” und komponiert Musik. Ihr musikalisches Schaffen ist leider nur wenigen bekannt, denn ihre Songs gehören zum Genre Filk. Filk ist an Folk angelehnt und behandelt Themen aus der Science-Fiction und Fantasy. Echte, unverfälschte Nerd-Musik. Yeah! Ich habe mir drei ihrer Stücke auf der Ukulele angehört: „Dear George R.R. Martin”, „Voldemort, I Wanna Be Like You” und „Everybody Hates Elves”. Die Lieder sind großartig. Ich habe mich köstlich amüsiert. Wirklich, hört mal rein. „Weave a Circle Round” ist Maarens schriftstellerisches Debüt. Es ist ein YA-Zeitreise-Roman ohne Liebesgeschichte, weil sie Liebesgeschichten als 14-Jährige schrecklich langweilig fand. Ich erhielt ein Rezensionsexemplar via Netgalley.

Eines Tages reißt ein lautes Krachen die 14-jährige Freddy mitten aus einem Streit mit ihrer cleveren kleinen Schwester Mel und ihrem tauben Stiefbruder Roland. Vor dem leerstehenden Nachbarhaus ist ein Umzugswagen gegen einen Baum gebrettert. Aus dem Unfallwagen klettern ein Junge in Freddys Alter und eine ältere Frau. Sie stellen sich als Josiah und Cuerva Lachance vor. Sofort spürt Freddy, dass ihre neuen Nachbarn speziell sind. Sie sind… exzentrisch. In ihrer Gegenwart scheinen die Gesetze der Physik und der Logik keine Gültigkeit zu haben. Nach einigen äußerst seltsamen Begegnungen ist Freddy fast entschlossen, ihr verrücktes Haus nie wieder zu betreten. Doch dann folgt sie Josiah durch eine Tür – und landet plötzlich im mittelalterlichen Schweden. Will sie wieder nach Hause, hat sie keine andere Wahl, als Josiah zu vertrauen. Ausgerechnet! Langsam dämmert ihr, dass Josiah und Cuerva Lachance nicht zufällig nebenan eingezogen sind. Wer sind die beiden wirklich? Was wollen sie von ihr und ihrer Familie? Und wieso steht die Realität Kopf, sobald sie in der Nähe sind?

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Verfasst von - 27. November 2018 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

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Bret Easton Ellis – American Psycho

„American Psycho“ von Bret Easton Ellis ist einer der weltweit umstrittensten Romane aller Zeiten. In Deutschland erschien das Buch 1991, 1995 setzte es die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index. Über 5 Jahre war es nicht frei erhältlich, bis der Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi) vor dem Oberverwaltungsgericht gegen die Indizierung klagte und gewann. In Australien und Neuseeland müssen Käufer_innen bis heute mindestens 18 Jahre alt sein. Ellis erhielt Morddrohungen, wurde massiv angefeindet und musste sich Misogynie und Sadismus unterstellen lassen. 27 Jahre später ist die Aufregung abgeebbt und „American Psycho“ hat seinen Weg in die Popkultur gefunden. Obwohl er ein Geschöpf der 80er Jahre ist, treffen die vom Protagonisten Patrick Bateman verkörperten gesellschaftlichen Entwicklungen den modernen Zeitgeist. Bateman ist eine Ikone, ein Halloween-Kostüm. Höchste Zeit, ihn kennenzulernen.

Patrick Bateman verbirgt sein wahres Gesicht nicht. Er hat es nicht nötig, sich zu verstecken. Perfekt in der belanglosen Unpersönlichkeit seiner Existenz eingerichtet frönt er seinen abscheulichen Neigungen, ohne fürchten zu müssen, entdeckt zu werden. Er mordet. Er foltert. Die dünne Fassade, die seinen Wahnsinn von seinem Leben als erfolgreicher Banker an der Wall Street trennt, reicht aus, um sein Umfeld zu täuschen. Geblendet von seinem makellosen Körper, seinem teuren Haarschnitt, seiner vollendeten Garderobe und dekadenten Restaurantbesuchen vermutet niemand, was Pat Bateman in Wahrheit ist: ein Schlächter, ein Psychopath. Niemand ahnt, dass sich mitten unter ihnen ein Monster in der Sicherheit der Anonymität eingegraben hat…

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Verfasst von - 30. Oktober 2018 in Horror, Rezension

 

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O.J. Simpson – If I Did It: Confessions of the Killer

Herzlich Willkommen zum zweiten Teil unseres dreiteiligen Rezensionsexperiments zum Thema „O.J. Simpson“. Gestern habe ich „The Run of His Life: The People V. O.J. Simpson” von Jeffrey Toobin besprochen und euch die Fakten des Strafprozesses gegen den ehemaligen Footballspieler nahegebracht. Heute widmen wir uns dem zweiten Buch in diesem Themenkomplex: „If I Did It: Confessions of the Killer“, O.J. Simpsons hypothetisches Geständnis der Morde an Nicole Brown Simpson und Ronald Goldman am 12. Juni 1994. Die Geschichte dieses höchst umstrittenen Werkes ist – wie so ziemlich alles, was Simpson betrifft – äußerst verzwickt, kompliziert und kann ausschließlich im Kontext des Zivilprozesses der Familien Goldman und Brown gegen Simpson betrachtet werden. Daher bin ich gezwungen, erneut weit auszuholen und Hintergrundinformationen zusammenzufassen. Ich verlange also wieder eine Menge Geduld von euch. 😉


O.J. Simpsons Strafprozess wegen zweifachen vorsätzlichen Mordes an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson und dem Kellner Ronald Goldman endete am 03. Oktober 1995 mit einem vollständigen Freispruch. Trotz der überwältigenden Beweislast befand ihn die 12-köpfige Trial Jury in allen Anklagepunkten als unschuldig. Da die Geschworenen ihr Urteil nicht begründeten, ist unklar, ob sie die Unschuldsvermutung zugunsten des Angeklagten anwendeten oder Simpson im Sinne der „Jury Nullification“ entgegen geltenden Rechts und der Beweise freisprachen.
Sollte O.J. Simpson jedoch geglaubt haben, er sei damit vom Haken, irrte er sich.

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Verfasst von - 26. September 2018 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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Sue Klebold – A Mother’s Reckoning: Living in the Aftermath of the Columbine Tragedy

Am 20. April 1999 um 11:19 Uhr betraten Eric David Harris und Dylan Bennet Klebold die Columbine High-School in Colorado durch den Westeingang und eröffneten das Feuer. Sie trugen je zwei Schusswaffen, schwarze Trenchcoats, schwarze Hosen und eigens für den Anlass bedruckte T-Shirts. Erics Brust zierte der Schriftzug „Natural Selection“; auf Dylans Shirt prangte das Wort „Wrath“. Innerhalb einer knappen Stunde warfen sie selbstgebastelte Rohrbomben sowie Molotowcocktails und verschossen wahllos insgesamt 188 Kugeln. Sie töteten 12 Schüler_innen und einen Lehrer. 21 Menschen wurden zum Teil schwer verwundet. Kurz nach 12 Uhr begingen Eric und Dylan in der Bibliothek ihrer Schule Selbstmord. Ihr Amoklauf war als Bombenanschlag geplant. Die in der Cafeteria deponierten, selbstgebauten Sprengsätze explodierten aufgrund eines technischen Fehlers nicht.

125 Worte. Ich brauchte 125 Worte, um eines der schlimmsten Schulmassaker in der US-amerikanischen Geschichte zusammenzufassen. Schockierend, wie wenig die Fakten dieser Tragödie verlangen.
Der Amoklauf an der Columbine High-School war nicht die erste Schulschießerei, die das Land erlebt hatte. Es war jedoch die erste Schulschießerei, die globales Aufsehen und Medieninteresse, sowie eine hitzige Debatte über Mobbing, Ego-Shooter, gewaltverherrlichende Musik und das Waffenrecht auslöste. Das Massaker hatte weitreichende Konsequenzen. Nicht zuletzt wird der nachfolgende Anstieg von Amokläufen an Schulen „Columbine Effekt“ genannt, weil viele Täter_innen angaben, von Eric Harris und Dylan Klebold inspiriert worden zu sein. Die Generation, die nach dem 20. April 1999 in den USA geboren wurde, wird als „Generation Columbine“ betitelt – Kids, die eine Welt ohne Schulschießereien gar nicht kennen. Columbine ist die Mutter aller Schulmassaker.

Als Eric Harris und Dylan Klebold ein beispielloses Blutbad anrichteten, war ich 8 Jahre alt. Ich erinnere mich nicht daran, dass die Vorfälle in Colorado in irgendeiner Form in meinem Leben thematisiert wurden und auch meine Eltern konnten auf meine Nachfrage hin keine Situation rekonstruieren, in der wir darüber gesprochen hätten. Columbine rückte erst sehr viel später ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit: ich begann, mich mit Schul-Amokläufen im Allgemeinen auseinanderzusetzen, um zu verstehen, was die Täter_innen bewegte und wie es möglich war, dass ihr Schmerz und ihre Verzweiflung teilweise jahrelang unbemerkt blieben.
Als ich entdeckte, dass Dylans Mutter Sue Klebold 2016 ein Buch veröffentlicht hatte, das den Titel „A Mother’s Reckoning: Living in the Aftermath of the Columbine Tragedy“ trug, stand für mich sofort fest, dass ich es kaufen und lesen wollte. Meine Motivation war sehr simpel. Ich wollte es begreifen. Ich wollte begreifen, wie man so etwas überlebt.

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Verfasst von - 8. August 2018 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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Oliver Dierssen – Fledermausland

Oliver Dierssen, Jahrgang 1980, ist hauptberuflich Kinder- und Jugendpsychiater. Nach drei eher unglücklichen Schreibversuchen setzte er sich 2008 an seinen Debütroman „Fledermausland“. Die Idee war, „ein Buch zu schreiben, das man in der Bahnhofsbuchhandlung Hannover kauft, dann im ICE nach München flott durchliest und in München gut gelaunt aussteigt“. Statt das Manuskript einfach an Verlage zu schicken, nahm Dierssen an dem Heyne-Schreibwettbewerb „Schreiben Sie einen magischen Bestseller“ teil und schaffte es unter die besten Fünf. 2009 veröffentlichte Heyne den Roman; 2010 erhielt er den Deutschen Phantastik Preis als „Bester deutschsprachiger Debütroman“. Ich entschied mich, „Fledermausland“ im März 2018 zu lesen, weil ich nach „Vaterland“ von Robert Harris dringend etwas zum Lachen brauchte.

Fragte man Sebastian Schätz, wann genau sein Leben völlig außer Kontrolle geriet, würde er ohne zu zögern antworten: in der Nacht der Fledermaus. Seit ihn das fürchterliche Biest heimtückisch angriff, ist nichts mehr, wie es sein sollte. Erst muss er sich mit unwirschen Sanitätern herumplagen, die sein Fledermausproblem nicht ernstnehmen. Tags darauf wird er auf der Kinotoilette von einem depressiven Typen überfallen, der sich als Theodor vorstellt und behauptet, ein Vampir zu sein. Und wann ist eigentlich dieser Domowoj in seinem Spülschrank eingezogen? Sebastians Leben mutiert rasant zu einem chaotischen Mahlstrom, dabei will er doch eigentlich nur seine umwerfende Angebetete Kim davon überzeugen, endlich seine Freundin zu werden. Ist denn die ganze Welt verrückt geworden? Als dann auch noch Zwerge von der GEZ auf seiner Couch sitzen und ihm verbieten wollen, Kim jemals wiederzusehen, reicht es Sebastian. Es wird Zeit, den Dingen auf den Grund zu gehen, ob es diese Dinge nun geben sollte oder nicht!

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Verfasst von - 28. Juni 2018 in Fantasy, Humor, Rezension, Urban Fantasy

 

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Mary Shelley – Frankenstein

„Frankenstein“ (Untertitel: „The Modern Prometheus“) von Mary Shelley ist meiner Meinung nach Pflichtlektüre, interessiert man sich für Fantastik- und Science-Fiction-Literatur. 1818 anonym erstveröffentlicht, entwickelte es sich zu Shelleys bekanntestem Werk, das die Pop-Kultur wie kein zweites prägte. Die damals 18-jährige Autorin wurde von einem Albtraum inspiriert, der sie 1816 heimsuchte, während sie in Begleitung ihres Ehemannes Percy Bysshe Shelley und ihrer Stiefschwester Claire Clairmont Lord Byron in Genf besuchte. Bis heute ist umstritten, welche Einflüsse Mary Shelleys Traum auslösten, es scheint jedoch sicher, dass der in der Gruppe diskutierte Galvanismus ein entscheidender Faktor war. Für mich spielt es letztendlich keine Rolle, warum Shelley die Geschichte des Wissenschaftlers Victor Frankenstein niederschrieb – ich freue mich einfach, dass ich sie 200 Jahre später lesen kann.

Von Kindesbeinen an wird Victor Frankenstein von seinem unstillbaren Verlangen nach Erkenntnissen getrieben. Sein Wissensdurst ist grenzenlos. Er trachtet danach, die Geheimnisse von Leben und Tod zu entschlüsseln. Als Student in Ingolstadt profitiert er von den jüngsten Ergebnissen der modernen Forschung des 19. Jahrhunderts. Erfüllt von fieberhaftem Ehrgeiz gelingt ihm, wozu nur Gott fähig sein sollte: die Belebung toten Fleisches. Berauscht erschafft Frankenstein die unheilige Kopie eines Menschen. Doch seine Schöpfung entpuppt sich als abstoßend, monströs. Angewidert von der Frucht seiner Arbeit wendet sich Frankenstein ab. Die Ablehnung seines pervertierten Kindes wird ihm zum Verhängnis, denn das Monster weigert sich, seine Zurückweisung zu akzeptieren. Verbunden durch gegenseitigen Hass beginnen Schöpfer und Schöpfung einen tödlichen Tanz, der sie bis ans Ende der Welt führt.

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Verfasst von - 13. Dezember 2017 in Englisch, Horror, Klassiker, Rezension, Science Fiction

 

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Sophie Jordan – Unleashed

„Uninvited“ von Sophie Jordan brauchte ziemlich lange, um den deutschen Markt zu erreichen. Ich habe das Buch im Juli 2015 gelesen; die deutsche Version wurde erst im Februar 2016 unter dem Titel „Infernale“ bei Loewe veröffentlicht. Auf seiner Website bietet der Verlag einen Test an, durch den Leser_innen herausfinden können, welcher Figur der Geschichte sie ähnlich sind. Ich habe den Test aus Jux und Tollerei durchgeführt: angeblich bin ich wie die Protagonistin Davy. Na danke. In meiner Rezension zu „Uninvited“ beschrieb ich Davy als hilflose Mary Sue. Ich konnte nur hoffen, dass sie in der Fortsetzung „Unleashed“ etwas mehr Feuer erhält.

An der Grenze zu Mexiko warten Davy, Sean, Gil und Sabine auf ihre Gelegenheit. Als Träger_innen des HTS, des Homicidal Tendency Syndrome, sind sie in den USA Freiwild, erst recht, seit sie aus Mount Haven flohen. Nun müssen sie sich auf die Hilfe des Widerstands verlassen, um als Flüchtlinge ein neues Leben zu beginnen. Doch verdient Davy überhaupt eine zweite Chance? Das Gesicht des Mannes, den sie auf Befehl im Camp erschoss, verfolgt sie. Ihre Schuld frisst sie auf und entfernt sie weiter und weiter von ihren Freunden. Trotzdem geht sie mit ihnen, als der Zeitpunkt ihrer Grenzüberquerung gekommen ist. Der Plan scheitert. Davy wird von den anderen getrennt und angeschossen, entkommt nur knapp und ist schwer verletzt auf sich allein gestellt. Zu ihrem Glück findet sie der charismatische Caden, Leiter eines unterirdischen Stützpunktes des Widerstands. Er bringt sie in Sicherheit und stellt ihre Gefühle, ihr Selbstverständnis und ihre Loyalität auf eine harte Probe. Hat sie als Trägerin ein Recht auf eine glückliche Zukunft oder sollte sie als die Mörderin behandelt werden, die sie ist?

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