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Schlagwort-Archive: Juni 2021

Montagsfrage: Lieber logisch?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Der Lieblingsmensch und ich haben am Samstag etwas getan, was wir seit mindestens anderthalb Jahren nicht mehr machen konnten: Wir waren im Kino. Angesehen haben wir uns „A Quiet Place 2“. Die Fortsetzung überzeugte mich nicht wirklich, doch das war auch gar nicht so wichtig. Ein Kinobesuch war jetzt so lange nicht möglich, dass wir uns einfach darüber gefreut haben, dieses kleine Stück Freiheit zurückbekommen zu haben. Natürlich, man muss sich vorher testen lassen und die bekannten Vorschriften befolgen, aber Leute. Kino. Einfach nur in diesem Sessel zu sitzen, eine meterhohe Leinwand vor Augen und Snacks auf dem Schoß zu haben – allein dafür hat es sich gelohnt. Wir hatten tatsächlich so viel Spaß, dass wir bald wieder gehen wollen. Dann zu einem Film, der sich auf der großen Leinweind wirklich besser macht als auf dem heimischen Fernseher: „Godzilla vs. Kong“. Ich weiß jetzt schon, dass ich die Story total unrealistisch und unlogisch finden werde, aber das macht nichts, denn eigentlich will ich ihn nur sehen, um das Maximum aus dem Erlebnis Kino herauszuholen, mit massiven Special Effekts, Explosionen und allem Drum und Dran. Hach, das wird gut, ich freu mich schon sehr!

Interessanterweise passt die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise erstaunlich gut zu dieser Filmauswahl.

Sind euch eher ständige Handlungswendungen oder eine logische Geschichte wichtig?

Wie Antonia habe ich am liebsten beides. Leider hat Torsten, der sich die heutige Frage ausgedacht hat, allerdings recht: Beides geht oftmals nicht. Muss ich mich entscheiden, bevorzuge ich logische Geschichten. Unabhängig davon, wie aufregend, abwechslungsreich und / oder überraschend eine Handlung gestaltet ist, entdecke ich Logiklöcher, gibt es Punktabzug, denn ich bin der Meinung, kann ich als Leserin sie finden, können das Autor_in, Verlag und Lektorat auch. Mangelnde Logik ärgert mich, weil sie Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit der Geschichte untergräbt.

Kleinere Logikfehler kann ich verzeihen, besonders wenn sie den grundsätzlichen Verlauf der Handlung nicht beeinflussen. Ich kann mich auch auf die inhärente Logik einer Geschichte einlassen, selbst wenn diese von unserer Realität abweicht. Ebenso bin ich bei einigen Büchern bereit, nicht allzu genau hinzuschauen, falls dafür alles andere stimmt. Zeitreiseromane sind ein gutes Beispiel: Die Logik hinter Zeitreisen ist prinzipiell komplex, deshalb untersuche ich sie meist nicht zu detailliert, um mir Enttäuschungen zu ersparen. Es reicht, wenn sie auf den ersten Blick logisch erscheinen.

Bücher, die hingegen zugunsten von Action und Spektakel auf Logik verzichten, sind für mich ein rotes Tuch. Auf mich wirkt das, als hätte der_die Autor_in geglaubt, ich wäre nicht clever genug, um zu erkennen, dass er_sie versucht, mir Unsinn zu verkaufen. Solche Kniffe sind billig und beleidigen meine Intelligenz. Deshalb bevorzuge ich Logik grundsätzlich, denn ich möchte wirklich nicht mit dem Gefühl lesen, der_die Schriftsteller_in hält mich für dumm.

Sind euch aufregende Wendungen oder Logik in einer Geschichte wichtiger?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sensationellen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Auditiv vs. visuell?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Oh mein Gott. Es ist so heiß. In Berlin herrschen seit letzter Woche Donnerstag tropische Temperaturen mit über 30° am Tag und über 20° in den Nächten. Wir schwitzen munter vor uns hin. Alles klebt. Gestern waren der Lieblingsmensch und ich sogar am See, weil wir es in unserer Wohnung nicht mehr ausgehalten haben. Ich bin sonst kein Fan der ganzen See-Situation, weil es mir normalerweise viel zu viele Menschen sind, die um viel zu wenige Schattenplätze kämpfen, aber wir sind morgens hingefahren und schon am frühen Nachmittag wieder zurück, um dem Massenansturm soweit wie möglich zu entgehen und das war überraschend schön. Lesen am Strand ist eben immer ein Highlight. Trotzdem ist meine Schmerzgrenze bezüglich Hitze jetzt erreicht und ich bin froh, dass es ab morgen erst mal wieder kühler werden soll. Einen Tag schaffe ich noch.

Meine Antwort auf die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise könnte heute dennoch etwas uninspiriert ausfallen – seht es mir nach, mein Hirn macht hitzefrei.

Hört ihr Stimmen oder seht ihr Bilder beim Lesen?

Es handelt sich wieder einmal um eine Publikumsfrage, sie stammt von Nerd mit Nadel.

Beides. Ich bin mit einem recht starken, konsistenten Kopfkino gesegnet und brauche wenig Stimulation, um einen Film starten zu lassen. Was sicher dazu beiträgt, dass ich seit so vielen Jahren ununterbrochen ein Buch nach dem anderen verschlinge.

Beim Lesen sehe ich Bilder vor meinen inneren Auge, die sich quasi halbtransparent über die Realität legen und mich über den reinen Text hinweg transportieren. Je nachdem, wie präzise und gewissenhaft der Autor oder die Autorin gearbeitet hat, haben meine Bilder mal mehr, mal weniger Details. Manche Szenen sehe ich, als wäre ich wirklich vor Ort, andere vermitteln mir eher eine Atmosphäre. Dadurch erkenne ich auch schlechte oder unzureichende Beschreibungen sehr schnell, denn wenn meine visuelle Vorstellungskraft hakt und stottert, bedeutet das, dass der Geschichte etwas fehlt.

Zusätzlich höre ich Stimmen. Primär ist das meine eigene, innere Stimme, die mir das Buch vorliest und den visuellen Part als Voice-Over begleitet. Diese nehme ich normalerweise nur am Anfang einer Lesesequenz bewusst wahr, also wenn ich das Buch gerade aufgeschlage und die ersten Sätze lese. Danach rückt sie für mich in den Hintergrund, ich bemerke das Voice-Over nicht mehr, weil die Bilder dominanter sind. Interessant wird es, sobald Dialoge (oder Monologe) ins Spiel kommen. Wenn die Figuren sprechen, tun sie das immer noch in meiner persönlichen Stimme. Was ich höre, unterscheidet sich rein klanglich nicht maßgeblich von meinen Gedanken. Durch die Kombination mit dem visuellen Input bin ich allerdings trotzdem in der Lage, mir auditive Unterschiede vorzustellen. Ich weiß, das wird jetzt sehr abstrakt, aber gebt mir eine Chance, es zu erklären.

Obwohl der Klang ihrer Stimmen prinzipiell weiterhin dem Klang meiner Stimme entspricht, bin ich fähig, mir Unterschiede in Modulation, Tonfall, Satzmelodie, Akzent, usw. dazuzudenken, selbst wenn sie nicht explizit erwähnt werden. Wie stark diese Unterschiede sind, hängt davon ab, wie eindeutig und individuell die Charakterbeschreibungen sind. Gelingt es mir, Figuren eine bestimmte Persönlichkeit zuzuschreiben, bekommen sie auch ein Stimmprofil von mir. Ich weiß einfach, wie sie sprechen, wie sie klingen. Es ist sehr schwer, das mit Beispielen zu veranschaulichen, weil die Differenzen äußerst subtil sind. Es ist sogar für mich kaum greifbar. Es sind Kleinigkeiten. Eine der Hauptfiguren in meiner aktuellen Lektüre „The Last Stormlord“ von Glenda Larke ist Nealrith, ein äußerst verantwortungsbewusster Familienvater. Obwohl ich noch nicht besonders weit bin, bin ich mir völlig sicher, dass seine Stimme in der Regel sanft, ruhig, eher leise und sehr angenehm ist. Ich weiß, dass er so gut wie nie laut wird. Ich weiß auch, dass sein Vater daran gewöhnt ist, keinen Widerspruch zu erhalten und sich das in seiner Stimme niederschlägt. Und ich weiß, dass die Stimme seiner Frau allein anhand ihres Tonfalls oft mehrere Bedeutungen vermittelt, sodass man sich fragt, wie sie ihre Aussprüche nun meint. All das wurde nie konkret beschrieben. Seht ihr, ich nehme ihre Eigenschaften, das Bild, das ich von ihnen habe und füge sie ihren Stimmen hinzu. Besser kann ich es leider nicht erläutern.

Ich bin sehr froh, dass ich beim Lesen sowohl visuellen als auch auditiven Input erhalte, denn dadurch fühlt es sich für mich wirklich wie Kopfkino an.

Hat euer Kopfkino ebenfalls Bild- und Tonspur?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen möglichst kühlen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Stimmungssache?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist mal wieder Zeit für ein Update über meine Fortschritte mit dem neuen wortmagieblog. Ich bin immer noch dabei, alle Rezensionen an mein neues Layout anzupassen. Leute, das ist einfach SO. VIEL. ARBEIT. Und zeitraubend. Ich habe in meinem Berufsleben bereits an mehreren Migrationsprojekten mitgearbeitet, aber noch nie musste ich eine Website komplett allein umziehen. Ohne Team im Rücken, das den lieben langen Tag nichts anderes tut, als Inhalte einzupflegen und sie den neuen Gegebenheiten entsprechend zu aktualisieren, ist das wirklich eine echte Sisyphosaufgabe.

Mittlerweile habe ich mich in meinem alphabetischen Rezensionsarchiv immerhin bis zum Buchstaben O vorgekämpft. Der Großteil ist geschafft. Allerdings hatte ich am Freitag letzte Woche eine berufliche Weiterbildung zum Thema SEO und habe dadurch erkannt, dass alle meine Beiträge und Seiten eine Optimierung vertragen können. Das heißt, ich werde meine Rezensionen noch einmal anfassen müssen. NOCH MAL. Ich habe jedoch den Entschluss gefasst, dass der neue wortmagieblog zum Launch nicht komplett fertig sein muss. Einige To Dos werde ich erst abarbeiten, wenn er schon online ist, weil es für den für euch sichtbaren Bereich kaum eine Rolle spielt, ob ich hinter den Kulissen noch an der einen oder anderen Schraube drehe. Die grundlegende Struktur muss stehen, die müssen Layouts funktionieren (vor allem mobil) und die Inhalte müssen aufbereitet sein, alles weitere kann ich auch nach dem Launch machen.

Eine Website bzw. ein Blog hat sowieso große Ähnlichkeit mit einem Eigenheim – man ist nie wirklich fertig, also denke ich, es ist nicht nötig, meinem Perfektionismus in diesem Fall nachzugeben, denn ich möchte die aktuelle, von WordPress gehostete Version des wortmagieblogs so bald wie möglich hinter mir lassen. Seit den Updates funktioniert nichts mehr so richtig, was mich täglich mehr frustriert. Ein Launchdatum kann ich immer noch nicht festlegen, aber wie versprochen werde ich euch sofort wissen lassen, wenn ein Termin absehbar ist. Bis dahin ackere ich fleißig weiter daran, den neuen Blog hübsch einzurichten, damit ihr euch dann auch sofort wohlfühlt. 🙂

Dazu gehört dann übrigens auch ein neues Layout und Design für die wöchentliche Montagsfrage. Darauf habe ich mich noch nicht festgelegt, aber ich denke jede Woche darüber nach. So auch heute, denn pünktlich zum Wochenstart gibt es eine neue Ausgabe der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Suchst du entsprechend deiner Stimmung gezielt nach Büchern bestimmter Genres oder Autor_innen?

Die heutige Frage stammt vom Büchernarr Frank.
Ja, natürlich. Aber anders, als diese Frage vielleicht meint. Meine Lektüreauswahl richtet sich nach meiner Lesestimmung. Meine Lesestimmung entspricht aber nicht grundsätzlich meiner allgemeinen, emotionalen Stimmung. Ich kann den Unterschied erklären. Ich würde niemals denken „Oh, ich bin traurig, deshalb lese ich jetzt ein aufmunterndes, humoristisches Buch“. Ich würde hingegen sehr wohl denken „Oh, mein letztes Buch war traurig, deshalb lese ich jetzt ein aufmunterndes, humoristisches Buch“. Das heißt, meine Lesestimmung hängt weit mehr mit der Abfolge meiner Lektüreauswahl zusammen als mit meinen generellen Gefühlen.

Das heißt nicht, dass diese nicht auch Einfluss haben. Nachdem meine Hündin Chilli 2019 gestorben ist, habe ich zum Beispiel einen weiten Bogen um Bücher gemacht, in denen Hunde eine Rolle spielen. Wenn mein Alltag außergewöhnlich stressig ist, greife ich nicht unbedingt zu einem Klassiker. Und wenn ich weiß, dass ich in den kommenden Tagen viel unterwegs sein werde, wähle ich keine schweren, sperrigen Hardcover aus, sondern leichte, bequeme Taschenbücher. Viele Faktoren prägen meine Leseentscheidungen und selbstverständlich zählen meine Emotionen dazu.

Aber ich greife nicht auf bestimmte Genres oder Autor_innen zurück, wenn ich mich in einer spezifischen Gefühlslage befinde. Lesen ist für mich reiner Eskapismus, soll heißen, ich lese ja unter anderem, um meinen Gefühlen zu entkommen. Das funktioniert mit allen Genres und im Idealfall auch mit allen Autor_innen, je nachdem, wie talentiert sie sind. Ich würde in einer schwierigen Phase nur nicht gerade Literatur auswählen, die meine Emotionen spiegelt, das ist alles. Ansonsten verlasse ich mich immer auf meinen Bauch und dessen Wünsche werden stark davon gelenkt, was ich ihm zuletzt vorgesetzt habe.

Versucht ihr, eure Stimmung durch eure Lektüreauswahl zu beeinflussen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen kreativen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Radikale Meinungsänderungen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich hatte letzte Woche eine merkwürdige Mail-Korrespondenz. Eine Frau schrieb mir, sie hätte Bücher bestellt, die nie bei ihr angekommen wären. Angeblich, laut Zettel der DHL, soll ihr Bücherpaket bei mir abgegeben worden sein. Allerdings handelt es sich offenbar nicht um eine meiner Nachbar_innen, denn in ihrem Haus gibt es niemanden mit meinem Namen und umgekehrt ist es genauso. Die Bücher sind ihr wohl sehr wichtig, weshalb sie meinen Namen gegoogelt hat und über den wortmagieblog gestolpert ist. Auf diesem Weg kam sie an meine E-Mail-Adresse. Weiterhelfen konnte ich ihr leider nicht, weil ich kein Paket für eine Frau mit ihrem Namen angenommen habe. Stattdessen habe ich ihr angeboten, ihre Bestellung mit meiner Privatbibliothek abzugleichen, eventuell gibt es Überschneidungen unter den Exemplaren, die ich ohnehin aussortieren möchte. Soweit ist das Ganze zwar ungewöhnlich, aber meiner Meinung nach nicht seltsam. Komisch ist nur, dass sie mir auf meine Mail bisher nicht geantwortet hat. Das irritiert mich, denn wenn ihr die Bücher so wichtig sind, wie sie schrieb, müsste sie doch eigentlich daran interessiert sein, das Problem so schnell wie möglich zu lösen. Ich bin ratlos. Ich würde ihr gern helfen, aber ohne weitere Informationen kann ich das nicht. Weder weiß ich, wo sie wohnt, noch wann das Paket angeblich bei mir abgegeben wurde. Ein Teil von mir fragt sich jetzt, ob das irgendeine bizarre Betrugsmasche ist oder so. Hm. Abwarten. Vielleicht kommt diese Woche ja noch eine Antwort. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Dass ich die neue Woche mit der Montagsfrage beginne, ist hingegen nicht ungewöhnlich oder seltsam, sondern alte Tradition. Antonia von Lauter&Leise fragt heute:

Gibt es Bücher, bei denen sich eure Meinung über sie beim Reread vollkommen verändert hat?

Ähnlich wie Antonia will ich doch schwer hoffen, dass sich meine Meinungen und Ansichten über diverse Büchern mit den Jahren verändert und weiterentwickelt haben. Alles andere wäre irgendwie ein Armutszeugnis, denn das würde ja bedeuten, dass auch ich mich nicht weiterentwickelt habe. Glücklicherweise kann ich das durchaus von mir behaupten und sehe einige literarische Werke mittlerweile mit anderen Augen, was wohl ganz natürlich ist. „Harry Potter“ ist da wirklich ein Paradebeispiel, aus all den Gründen, die Antonia bereits hübsch ausformuliert hat und die ich daher jetzt nicht wiederholen werde.

Ein anderes Beispiel ist die „Anita Blake“-Reihe von Laurell K. Hamilton. Obwohl Anita sicher immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben wird, betrachte ich die Bücher heutzutage wesentlich kritischer. Als ich angefangen habe, die Bände zu lesen, war ich ein Teenager. Ich hatte doch von nichts eine Ahnung, selbst wenn ich das damals vehement bestritten hätte und überzeugt war, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Mir war nicht klar, wie viele schwierige und problematische Aussagen Anitas Abenteuer und speziell ihre Beziehungen über Genderrollen, sexuelle Identität und Machtverhältnisse treffen. Das konnte mir auch gar nicht klar sein, weil ich mich noch nicht mit diesen Themen beschäftigt hatte. Heute erkenne ich, dass die Reihe diesbezüglich arg überholt und rückständig ist. Deswegen werde ich nicht aufhören, sie zu lesen, aber ich lese sie eben mit einem anderen Bewusstsein, einer gesteigerten Sensibilität.

Bei vielen Werken, mit denen ich mehr oder weniger aufgewachsen oder zumindest als Leserin gereift bin, traue ich mich gar nicht erst an einen Reread heran, weil ich fürchte, dass ich sie danach nicht mehr mag. Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, die „Twilight“-Reihe und die „Eragon“-Reihe noch einmal zu lesen, doch ich bin ehrlich besorgt, dass ich mir damit nur meine vielen positiven Erinnerungen kaputt mache. Bei „Twilight“ habe ich das Gefühl, dass ich fast soweit bin, dieses Risiko einzugehen, „Eragon“ hingegen … Ich weiß nicht, ob ich dazu jemals bereit sein werde. Mittlerweile weiß ich einfach sehr genau, wie gute High Fantasy aufgebaut sein muss und ich bezweifle, ob diese Reihe meinen heutigen Ansprüchen genügen kann.

Meine Hemmungen sind der Grund dafür, dass ich nicht behaupten kann, meine Meinung über ein bestimmtes Buch mit einem Reread schon einmal radikal geändert zu haben. Es gibt kein Buch, dass ich früher mochte und heute nicht mehr. Es gibt auch kein Buch, dass ich früher verteufelt habe und heute feiere. Allerdings hoffe ich, dass dieser zweite Fall bei einer sehr populären Trilogie eintritt: „Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien. Ich konnte die allgemeine Begeisterung nie ganz nachvollziehen, ich fand die drei Bände bei der ersten Lektüre langweilig und viel zu gestreckt. Von Frodo wollen wir mal gar nicht erst anfangen, das ist ein Fass ohne Boden. Aber seit ich zu Weihnachten mit dem Lieblingsmenschen zusammen noch einmal die Filme geschaut habe, frage ich mich, ob sich das nicht geändert haben könnte. Also nicht der Part über Frodo, den werde ich wohl immer grauenvoll finden, doch ich kann mir vorstellen, dass ich die Geschichte heute anders empfinde. Deshalb habe ich mir die drei Bände mittlerweile auf Englisch zugelegt. Sie stehen in meinem Regal und warten darauf, dass ich ihnen die Chance gebe, mich doch noch zu überzeugen. Irgendwann ist es soweit. Vielleicht werde ich mich der Ehrfurcht für diesen Klassiker der High Fantasy doch noch anschließen können.

Hat ein Reread eure Meinung über ein Buch schon mal radikal verändert?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sommerlichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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