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Schlagwort-Archive: Juni 2014

10. 06. 2014 – Wie ich zum Elefanten werde: unbeliebte Buchmeinungen

tc5af43_abrissEs gibt Meinungen über Bücher, die man nicht gern laut sagt. Einfach, weil man sich damit selbst so dermaßen als Außenseiter brandmarkt. Weil die Blicke der anderen LeserInnen von erschrocken über angeekelt bis hin zu spontaner Antipathie reichen. Man bekommt das Gefühl vermittelt, ein kompletter Banause zu sein, der offenbar nur gerade so die Entwicklung vom Affen zum Homo sapiens abgeschlossen hat. Wohne ich einem Gespräch über ein Buch bei, zu dem ich eine eher… sagen wir mal: seltene Einstellung vertrete, verfalle ich neben all den enthusiastischen Lobpreisungen schnell in ein unangenehmes, defensives Schweigen. Meine Erfahrung zeigt einfach, dass es sinnlos ist, ein Buch zu kritisieren, das von meinen GesprächspartnerInnen in den Himmel gehoben wird. Obwohl mein Schweigen zu dem Gefühl führt, einen Elefanten im Raum zu haben, den sonst niemand zu bemerken scheint, ist mir der graue Riese allemal lieber als mich mit den Reaktionen der anderen BuchliebhaberInnen auseinander zu setzen. Dann werde ich nämlich selbst zum Elefanten im Porzellanladen, der allen Anwesenden zielsicher auf den Zehen herum trampelt.

Inspiriert von Robert und seinem Blog 101 Books sage ich: SCHLUSS DAMIT! Niemand ist ein ungebildeter, unsensibler Ignorant, nur weil er oder sie ein bestimmtes Buch nicht mag. Selbst wenn es ein internationaler Bestseller ist, zur Liste der 100 besten Bücher aller Zeiten der Times gehört oder von einem berühmten Autor geschrieben wurde.
Darum ist der heutige Beitrag ganz den Meinungen gewidmet, mit denen LeserInnen sonst oft allein sind. Lasst uns Farbe bekennen und ehrlich zu dem stehen, was wir denken, ohne uns gegenseitig schräg anzusehen.
Ich mache direkt den Anfang und präsentiere euch drei meiner unbeliebten Meinungen:

Ich kann die „Der Herr der Ringe“ – Bücher nicht leiden. Die gesamte Trilogie war für mich eine kolossale Verschwendung meiner kostbaren Lesezeit. Als ich etwa 12 war, habe ich „Der kleine Hobbit“ gelesen und geliebt. Die „Herr der Ringe“ – Filmreihe von Peter Jackson ist großartig. Doch die Bücher haben mich zu Tode gelangweilt. Seitenweise Hobbit – Lieder und ein Protagonist, der das Jammern nicht lassen kann. Selbst in den Filmen ist Frodo der Charakter, den ich am wenigsten mag. Sogar noch hinter Sauron. Und den Orks. Und Gríma Schlangenzunge. Ich halte ihn für ein hypersensibles Weichei. Trotzdem habe ich alle drei Teile gelesen, weil ich immer hoffte, es würde noch besser. Was nicht passiert ist. Schon die Reise am Anfang nach Bruchtal… meh. Öde. Ich weiß, dass die Quest ein elementarer Bestandteil der High Fantasy Literatur ist. Deswegen muss ich das aber noch lange nicht spannend finden.

Der Hype um die „The Mortal Instruments“ – Reihe von Cassandra Clare ist mir ein Rätsel. Es gibt so viele gute Urban Fantasy Young Adult Romane, aber die ganze Geschichte um Clary und Jace ist für mich einfach nur unlogischer Bullshit. Flache Charaktere, die mit einer vollen Klischee – Ausstattung daher kommen; ein Universum, das nachlässig zusammengeschustert wirkt. Ich begreife nicht, was daran so toll sein soll.

Während meiner Schulzeit habe ich „Das Parfum“ von Patrick Süskind lesen müssen. Obwohl ich das Buch insgesamt faszinierend und spannend fand, ja, es sogar zu einem der besten Bücher in der Liste der Schulliteratur küren würde, gibt es da einen Handlungsabschnitt, der mich immer noch ratlos macht. Ich frage mich bis heute, was dem Autor da durch den Kopf ging. Sieben zutiefst einschläfernde Jahre in einem Berg? Ernsthaft? Ja ja ja, ich weiß, diese Jahre waren nötig für Jean-Baptistes Entwicklung; er brauchte sie, um festzustellen, dass er keinen Eigengeruch hat. Bla Bla Bla. Ging das nicht kürzer? Für den Spannungsbogen stellte diese Zeitspanne meiner Meinung nach den absoluten Overkill dar. Unfassbar, dass ich das überlebt habe, ohne ins Koma zu fallen.

So. Drei Meinungen, die ich in einem Gespräch mit EnthusiastInnen niemals äußern würde. Und jetzt frage ich euch:

Welche Meinungen über Bücher machen euch zum Außenseiter?
Welche berühmten, erfolgreichen, angeblich wertvollen Bücher oder AutorInnen könnt ihr nicht leiden und warum?

Denkt daran, dieser Beitrag ist nicht dazu gedacht, sich gegenseitig anzugiften. 😉
Ich freue mich wahnsinnig auf eure Antworten und Kommentare, egal wie unbeliebt, gemein und radikal sie sein mögen. Hier ist (fast) alles erlaubt!

 
 

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09. 06. 2014 – Montagsfrage: Hörbücher gekürzt oder ungekürzt?

 

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Die Montagsfrage dieser Woche von Libromanie dreht sich um Hörbücher:

Hörbücher gekürzt oder ungekürzt?

Nina möchte gern wissen, ob wir bei Hörbüchern darauf achten, dass es sich um eine ungekürzte Ausgabe handelt.
Unglücklicherweise bin ich bei dieser Frage raus. Ich kaufe und höre keine Hörbücher. Bevor ich euch erkläre, warum, möchte ich klarstellen, dass ich niemanden dafür verurteile, Hörbücher zu nutzen. Meine Erklärung bezieht sich ausschließlich auf mich. Es sind meine Empfindungen, die für niemanden sonst gelten müssen und bedeuten keinerlei Kritik.

Ich höre keine Hörbücher, weil sie sich für mich wie Schummeln anfühlen. Es ist, als würde ich lieber den Film sehen, als das Buch zu lesen. Der leichte Ausweg.
Als Kind habe ich es geliebt, wenn mir vorgelesen wurde – was auch oft vorkam. Doch jetzt, als Erwachsene, die des Lesens schon seit circa 20 Jahren mächtig ist… Mir muss einfach niemand mehr vorlesen. Ich kann das auch allein. Ich kann mich selbst durch ein Buch arbeiten, ob nun mit mehr oder weniger Aufwand.
Aus den 100 Fragen wisst ihr, dass der Satz „Keine Zeit zum Lesen!“ in meinem kleinen Universum nicht existiert. Ich glaube, dass viele BuchfreundInnen Hörbücher nutzen, weil ihnen die Zeit fehlt, sich mit einem Buch hinzusetzen. Das Hörbuch kann nebenbei laufen: beim Putzen, beim Autofahren und so weiter. Ich kann mir jedenfalls keinen anderen akzeptablen Grund vorstellen, warum man statt dem Buch das Hörbuch kaufen sollte. Das triff auf mich einfach nicht zu. Ich habe die Zeit, weil ich mir die Zeit nehme. Ich WILL Zeit zum Lesen haben, also sorge ich eben dafür.
Alle anderen Begründungen verbuche ich für mich unter Faulheit oder – euphemistischer – Bequemlichkeit. Was Bücher betrifft, möchte ich weder faul noch bequem sein. Ich möchte eine LeserIn sein, die mit ihrer eigenen Fantasie, ihrer eigenen Intonation, ihren eigenen Interpretationen an eine Geschichte herangeht. Als Linguistin weiß ich, dass in Intonation und Prosodie unglaublich viele Informationen der Metaebene kodiert sind. Es schimmern immer Meinungen und Gefühle durch einen einfach erscheinenden Ausspruch. Kein menschliches Wesen kann wirklich neutral sprechen.
Ich möchte einen Satz auch fünf Mal lesen können, wenn ich Probleme habe, ihn zu verstehen oder auch, wenn ich ihn besonders schön finde. Ich möchte den Figuren selbst eine Stimme geben. Ich möchte nicht, dass zwischen der Verbindung, die zwischen mir und einem Buch entsteht, dieser einzigartigen Magie, noch jemand steht. Lesen ist für mich intim. Privat. In dieser Beziehung hat niemand sonst etwas zu suchen.

So, nun wisst ihr es. Wie gesagt, bei anderen LeserInnen finde ich Hörbücher überhaupt nicht schlimm. Doch für mich kommen sie eben nicht in Frage.

 
 

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06. 06. 2014 – Das Karussell des Wahnsinns: Meine Wunschliste

Eigentlich wollte ich heute keinen Beitrag verfassen. Nachdem ich die letzten 4 Tage am Stück gebloggt habe, fand ich, es sei Zeit für eine kleine Verschnaufpause. Dummerweise kam etwas dazwischen, wozu ich unbedingt ein paar Gedanken loswerden möchte: Goodreads. goodreads_f4

Ich liebe diese Seite. Für mich ist sie das virtuelle Äquivalent zu einem ausgedehnten Besuch in einer Buchhandlung. Ich kann bequem auf dem Sofa sitzen und nach Herzenslust in einem riesigen Sortiment stöbern. Die Empfehlungen sind großartig, ich finde eigentlich immer etwas, das mir gefällt und mich interessiert.

Meine Beziehung zu dieser Seite ist trotzdem erstaunlich paradox. So viel Spaß es mir macht, nach neuem Lesestoff für mein Regal zu suchen, ich verbiete es mir meistens. Auf meiner Wunschliste stehen bereits jetzt fast 250 Bücher. Wenn ich nicht aufpasse, werden daraus innerhalb von zwei Stunden schnell mal 300. Das ist verrückt. Sobald ich die Buttons „Recommendations“ oder – ganz neu – „Explore“ anklicke, betrete ich ein fatales Karussell. Einen Teufelskreis. Heute wollte ich eigentlich nur schauen, was sich hinter „Explore“ verbirgt. Dann wollte ich bloß herausfinden, was für ein Buch „The Truth About Alice“ von Jennifer Mathieu ist. Schon befand ich mich in einer Spirale, aus der ich mich bewusst herausreißen musste. „The Truth About Alice“ führte mich zu „The Girl With All The Gifts“ von M. R. Carey, durch welches ich dann wiederum bei „Afterparty“ von Daryl Gregory landete. Alle drei stehen nun auf meiner Wunschliste. Das Entdecken passender Literatur ist für mich wie ein Sog. Eine Seite wie Goodreads (oder auch amazon, wobei ich hier die Empfehlungen oftmals unpassend und merkwürdig finde) bietet Informationen über eine so breite Masse an Büchern, dass ich wirklich aufpassen muss, um mich nicht zu verlieren. Denn eigentlich ist es schon jetzt Unsinn, 250 Bücher auf dem Wunschzettel stehen zu haben. Einige dieser Bücher werde ich vermutlich niemals besitzen.
Glücklicherweise neige ich überhaupt nicht dazu, die Lektüre auf meinem Wunschzettel auch sofort zu kaufen. Die Liste dient mir eher als Erinnerungsstütze. Ich kann warten. Teilweise jahrelang. Wäre das anders, wäre ich vermutlich schon pleite, säße auf der Straße und könnte hier nicht für euch bloggen. Man rechne es mal durch: 250 Bücher à rund 10€ pro Buch, macht in etwa phänomenale 2.500€, die meine Liste momentan an Wert enthält. Das übersteigt meine Möglichkeiten um… ich finde keinen passenden, dramatischen Vergleich. Davon kann ich ein halbes Jahr lang meine Miete bezahlen.
Genau das ist der Grund, warum ich mir normalerweise verbiete, mich durch die Empfehlungen zu wühlen, obwohl es eigentlich kaum Konsequenzen nach sich zieht. Schon jetzt habe ich ernste Probleme, wirklich Fortschritte im Abbau dieser Liste zu machen. Ich habe keine Hoffnung, dass es mir jemals völlig gelingt. Es grenzt dementsprechend an Wahnsinn, immer wieder neue Bücher auf meinen Wunschzettel zu schreiben.
Vielleicht sollte ich mir mal ein Limit setzen. Im Stil von „Erst wenn der Wunschzettel nur noch 100 Bücher enthält, darfst du neue draufsetzen.“ Vielleicht habe ich dann eine minimale Chance, jemals zumindest im zweistelligen Bereich anzukommen.

Wie handhabt ihr das? Führt ihr überhaupt eine Wunschliste? Setzt ihr euch ebenfalls Grenzen bei der Suche nach neuen Büchern? Oder ist es euch einfach egal? Habt ihr Geduld oder kauft ihr direkt alles, was euch gefällt und interessiert?

Ich freue mich sehr auf eure Antworten und Kommentare! 🙂

 
 

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05. 06. 2014 – 100 Fragen

Lese ich eigentlich zu viel? Auf dem Blog Vorzeigbar habe ich einen spannenden und lustigen Fragenkatalog gefunden, der LeserInnen bei der Einschätzung ihres Leseverhaltens helfen soll. Diese Fragen sollte man natürlich nicht zu ernst nehmen. 😉 Ich habe mir den Spaß gemacht und sie einfach mal beantwortet.

  1. Du hast mehr Bücher als Schuhe.
    Ja. Logisch. Was will ich schon mit Schuhen; die sollen mir ja nur helfen, von A nach B zu kommen.
  2. In allen Buchhandlungen der Umgebung bist du mit den Buchhändlern per „Du“.
    Nein. Ich schäme mich, aber ich kaufe kaum in Buchhandlungen. Eher Online. Allein schon, weil das Angebot englischer Bücher größer ist.
  3. In deinem Kalender sind die Erscheinungsdaten neuer Bücher rot markiert.
    Nicht ALLE. Aber manchmal schon. Kann man wohl als „Ja“ gelten lassen.
  4. Die Leipziger und Frankfurter Buchmesse kommen für dich Nationalfeiertagen gleich.
    Ja. Und ich würde so gern mal hin.
  5. Wenn du dich vor der Schule entscheiden musst, ob du dein Mathebuch oder deinen neuen Roman mitnimmst, nimmst du den Roman.
    Ich studiere zwar, aber ja, haut hin. Wenn ich mich entscheiden müsste. Sonst würde ich eher eine größere Tasche nehmen.
  6. Du kennst dich in der Bücherei besser aus als die Bibliothekarinnen.
    Nein. Ich kaufe lieber, als zu leihen, weil ich eine Sammlerin bin.
  7. Deine Eltern hören oft die Worte „Ich lese gerade, also lasst mich!!!“
    Ich wohne nicht mehr zu Hause. Aber das kam sicher vor. Und mein Partner kriegt es zu hören. Also Ja.
  8. Du bist ständig geistesabwesend und weißt nicht, was dein Gegenüber gerade noch zu dir gesagt hat, weil du mit den Gedanken noch in deinem neuen Lieblingsbuch steckst.
    Ja. Vor allem direkt nachdem ich ein Buch ausgelesen habe.
  9. Wenn du durch eine Buchhandlung wanderst, murmelst du vor dich hin: „Das hab´ ich schon. Und das hab´ ich schon. Das auch…“
    Ja. Das ist immer lustig, man wird so komisch angestarrt.
  10. Du weißt genau, wo alle deine Bücher hingehören und merkst sofort, wenn eines fehlt.
    Jein. Zur Zeit nicht. Mein Regal ist momentan einfach nur Chaos, das soll sich aber ändern, wenn der Anbau da ist.
  11. Du besuchst mehr als nur eine Buchhandlung, denn wenn du nur in eine gehen würdest, wärst du jeden Tag dort – und das ist ja peinlich!
    Nein. Wie gesagt, ich kaufe Online.
  12. Namen merkst du dir so: „Meggie, wie das Mädchen aus Tintenherz“, „Harry, wie Harry Potter.“ oder „Gideon, wie die männliche Hauptperson aus Rubinrot.“
    Jein. Manchmal schon. Aber nur, wenn es sich anbietet.
  13. Viele Leute fragen dich verwirrt, woher du so viel verrücktes Zeug weißt.
    Ja.
  14. Wenn 13. eintritt, murmelst du ein „Das habe ich irgendwo gelesen“, obwohl du genau weißt, wie das Buch heißt in dem du es gelesen hast.
    Ja. Genau DAS.
  15. Wenn du dich zwischen einem Bett und einem neuen Bücherregal entscheiden musst, nimmst du das Regal.
    Ja. Das ist ja wohl ebenso logisch wie die erste Frage. Schlafen kann ich auch auf der Couch, wenn es nicht anders geht.
  16. Wenn du alle deine Bücher aufeinander stapelst, kannst du problemlos deine Decke abstützen.
    Ja.
  17. Du kannst überall lesen: Im Zug; im Bus, auch stehend, wenn es sein muss; auf der Straße; in der Schule; im Café um die Ecke; auf dem Laufband;…
    Ja. Ich habe noch keinen Ort gefunden, an dem ich nicht lesen könnte.
  18. Du kannst immer lesen: Morgens, vor der Schule; während dem Essen; während dem Gehen; im Dunkeln; in der Kirche; mitten in der Nacht; …
    Ja. Die Tageszeit ist doch völlig irrelevant.
  19. Wenn du umziehst, brauchst du mindestens 3 starke Männer, die deine Bücherkisten tragen – und selbst die sind danach fix und fertig!
    Ja. Wobei… 3? Es sind vermutlich mehr.
  20. Dein Leben ist nicht in Jahre, sondern in Kapitel unterteilt.
    Nein. So Hardcore bin ich dann doch nicht.
  21. Du hast immer mindestens ein Buch unter dem Kopfkissen.
    Jein. Nicht unter dem Kopfkissen, aber direkt daneben auf dem Nachttisch.
  22. Deine Eltern/ dein Partner murren ständig: „Mach das Licht aus und schlaf endlich.“ und du ignorierst es.
    Nein.
  23. Du hast immer ein Buch in deiner Tasche.
    Ja. Natürlich. Was soll ich sonst unterwegs machen?
  24. Wenn dich jemand fragt, was du dir zum Geburtstag/ zu Weihnachten/ zum Jahrestag wünschst, antwortest du: „Ein Buch!“
    Ja. Allerdings ist es eher ein Buch-Gutschein. Sonst müsste ich mich ja für EINS entscheiden.
  25. Es ist schon mal vorgekommen, dass du ein Buch zweimal besessen hast.
    Ja. Kommt schon mal vor.
  26. Es gibt Bücher, die du eigentlich auswendig kannst, sie aber dennoch immer wieder lesen musst.
    Ja. „Die Uralte Metropole“ von Christoph Marzi. „Timm Thaler oder das Verkaufe Lächeln“ von James Krüss. „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry.
  27. Du kennst die aktuelle Bestsellerliste auswendig.
    Nein. Die interessiert mich eigentlich eher weniger. Schon allein, weil da immer Krimis draufstehen und ich keine Krimis mag.
  28. Du hast mindestens die Top 10 aus der aktuellen Bestsellerliste in deinem Regal stehen.
    Nein. Ich hab nachgesehen.
  29. Wenn dich jemand nach deinen Hobbies fragt, antwortest du: „Lesen“. Andere Hobbies hast du nicht, denn lesen ist dein Leben!
    Jein. Na ja. Ich sage das immer als Erstes, das stimmt. Danach muss ich ein bisschen überlegen. Aber mir fällt bestimmt was ein. Irgendwann mal.
  30. Du fragst dich gerade erschrocken, wann in dieser Liste endlich mal etwas kommt, das nicht auf dich zutrifft.
    Nein.
  31. Deine Mutter drohte dir mindestens einmal alle deine Bücher aus dem Zimmer zu räumen, wenn du nicht endlich das Licht ausmachst und schläfst – und du erwiderst, dass du sehen willst, wie sie 500 Romane aus deinem Zimmer schleppt.
    Nein. Wie gesagt, ich wohne nicht mehr bei meinen Eltern. Sie hat das aber auch nie getan.
  32. Deine Bücher liegen überall herum, weil einfach nicht genug Platz für alle da ist. Selbst wenn du das Regal bis zum Limit vollstopfst.
    Ja. Leider. Das neue Regal wird sehnsüchtig erwartet.
  33. Dein Bücherregal ist nach einem ganz bestimmten System geordnet, welches dir ermöglicht alle Bücher sofort zu finden.
    Jein. Momentan nicht, aber bald. Einfach alphabetisch nach Autor.
  34. Du hast mindestens drei Lieblingsgenres.
    Ja. Fantasy, Dystopien,Thriller.
  35. In deinem Bücherregal ist jedes nur erdenkliche Genre vertreten.
    Ja. Sogar ein, zwei Krimis.
  36. Wenn du auf einen Geburtstag/ eine Hochzeit eingeladen bist, schenkst du ein Buch.
    Nein. Ich war in meinem Leben erst auf einer Hochzeit, die ich bewusst miterlebt habe und da gab es Geld.
  37. Du würdest gern mal ein Buch veröffentlichen.
    Ja. Aber Schreiben ist schwer.
  38. Derjenige, der dich beim Lesen stört, ist Staatsfeind Nummer eins.
    Jein. Ganz so schlimm ist es nicht. Aber ich bin schon ziemlich genervt, besonders, wenn es häufiger vorkommt.
  39. Wer eins deiner Bücher bekleckst, verknickt, verdreckt, einreist oder sonst irgendwie beschädigt, gehört deiner Meinung nach exekutiert.
    Ja. Das hat aber nicht nur mit den Büchern an sich zu tun, sondern auch mit dem Respekt vor dem Eigentum anderer.
  40. Du kannst gleichzeitig Lesen und Gehen.
    Ja. Und das, ohne gegen Menschen, Hunde oder Gegenstände zu laufen. Meistens.
  41. In der Schule wirst du nie erwischt, wenn du unter dem Tisch heimlich liest. Beim Spicken aber fliegst du sofort auf.
    Jein. Ich habe in der Schule unter dem Tisch gelesen. Aber ich wurde erwischt.
  42. Du liebst jede Jahreszeit, denn im Frühling und im Sommer kann man draußen lesen und im Herbst und im Winter kann man es sich drinnen bequem machen und lesen.
    Ja. Aber ich mag Herbst und Winter lieber.
  43. Du kaufst dir mindestens 3 Bücher im Monat.
    Jein. So regelmäßig ist das nicht. Aber wenn man es hochrechnet, dürfte das in etwa dem Durchschnitt entsprechen.
  44. Du brauchst nie länger als eine Woche für ein gutes Buch – NIE!
    Ja. Hallo, ein GUTES Buch!
  45. Dein Geld geht für folgende Dinge drauf: Bücher, Strom (für die Leselampe), Essen (kleine Lesesnacks). Und zwar in dieser Reihenfolge.
    Ja. Zum Glück muss ich nicht allein für Lebensmittel sorgen.
  46. Wenn du Wörter hörst wie „das Einzigste“ und „zwei Fensters“ bekommst du Schüttelfrost.
    Ja. Baaaah. Das wurde durch mein Studium noch schlimmer.
  47. Du weißt, dass die Vergangenheitsform von „backen“ „buk“ lautet.
    Ja. Sicherlich, das lernt man doch schon in Märchen.
  48. Du kannst problemlos Synonyme für alles finden.
    Ja. Aber ich schaue auch gern mal nach. Vielleicht gibt es ja ein noch besseres Wort.
  49. Wenn jemand ein Wort nicht kennt, kannst du es auf jeden Fall erklären.
    Ja. In der Regel schon.
  50. Du weißt: Bücher sind immer besser als ihre Verfilmungen.
    Ja. Zu diesem Thema habe ich ja grade erst einen Beitrag verfasst.
  51. Büchern, die alle anderen toll finden, stehst du kritisch gegenüber. Denn dein Geschmack ist exquisit.
    Ja. Lustig, dass es offenbar nicht nur mir so geht. Ich denke immer, dass diese Bücher bestimmt voller Klischees und ausgelutschten Ideen sind.
  52. Trotz 51. liest du alles, was du in die Finger kriegst.
    Ja. Die Neugier siegt einfach.
  53. Du bist schon des Öfteren auf einem Buch aufgewacht.
    Ja. Aber eher früher, heutzutage nicht mehr, weil das Buch wegzulegen zu meiner Einschlafroutine gehört.
  54. Du besitzt ein Buch, das du noch nicht gelesen hast. Aber du hebst es auf – falls du mal nichts mehr zum Lesen im Haus hast.
    Ja. Nicht nur eins. Ich glaube, ich habe so etwa 200 in Reserve.
  55. Bücher sind deiner Meinung nach 100x besser als E-Books.
    Ja. Anfassen und riechen.
  56. Du besitz trotzdem ein E-Book – aus Platzgründen.
    Nein. Ich sammle eben. Da ist der Platz das letzte meiner Probleme.
  57. Du hast eine Liste im Kopf, welche Figuren du gern aus ihren Büchern lesen würdest.
    Ja. Wobei mir das wirklich sehr oft so geht. Ich würde mich einfach gern mal mit der einen oder anderen Figur unterhalten. Oder ein Bier trinken gehen.
  58. Es ist für dich kein Problem, Zitate bestimmten Autoren oder Büchern zuzuordnen.
    Ja. Meist erkenne ich es schon am Stil.
  59. 57. erinnert dich an die Tintenreihe – du hast soeben beschlossen, sie mal wieder zu lesen.
    Jein. Ja, es erinnert mich daran. Nein, ich will sie nicht direkt lesen.
  60. Bei folgendem Satz willst du am Liebsten eine Schlägerei anzetteln: „Du kannst das Harry Potter Buch noch nicht gelesen haben, denn der Film ist noch gar nicht draußen.“ Oder auch „Wo finde ich denn den zweiten Teil vom Hobbit?“
    Ja. Argh. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
  61. Lesezeichen gehen bei dir grundsätzlich immer in den Büchern verloren.
    Ja. Ist auch schon vorgekommen.
  62. Du kannst nächtelang durchlesen.
    Ja. Nachts habe ich die meiste Ruhe.
  63. Für Notfälle hast du immer eine Taschenlampe parat. So kannst du auch lesen, wenn der Strom ausfällt.
    Ja. Aber die ist sowieso da, nicht wegen den Büchern.
  64. Du besitzt noch dein liebstes Kinderbuch und hütest es wie einen Schatz.
    Ja. Eins? Alle.
  65. Der Duft von frischer Druckerschwärze ist einer deiner Lieblingsgerüche.
    Ja. Nase ins Buch und ab dafür.
  66. Ein Tag, an dem du nicht gelesen hast, ist ein verlorener Tag.
    Ja. Ich schäme mich auch, wenn ich nur wenige Seiten geschafft habe.
  67. Wenn du ein Buch bestellst, wirst du nicht mehr nach deinem Namen gefragt, den kennt der Verkäufer nämlich schon. Genau wie deine Nummer und dein halbes Bücherregal.
    Nein. Noch mal: ich kaufe Online.
  68. Selbstverständlich hast du schon mal beim Lesen geweint.
    Ja. Reine Magie eben.
  69. Du hast keine Probleme damit, 68. zu zugeben.
    Ja. Warum auch?
  70. Menschen, die nicht lesen, findest du blöd. 😉
    Jein. Blöd ist zu viel gesagt, aber ich kann mit ihnen nicht SO viel anfangen.
  71. Du weinst manchmal an besonders schönen Stellen in Büchern, weil du dich so für die Figur freust.
    Ja. Die Figuren wachsen mir ja ans Herz.
  72. Es gibt Namen, die für immer in deinem Kopf verknüpft sind: Bella & Edward, Cassia & Ky, Clary & Jace, Harry & Ginny, …
    Ja. Literarische Paare gehören einfach zusammen.
  73. Die oben genannten Namen kommen dir alle bekannt vor.
    Ja. Nicht nur bekannt. Ich bin mit allen per „Du“.
  74. Du fragst dich immer noch, wann endlich etwas kommt, das nicht auf dich zutrifft.
    Nein.
  75. Einer deiner größten Wünsche ist es, mal in einer riesigen Buchhandlung eingesperrt zu werden.
    Ja. Aber nicht nur für eine Nacht.
  76. Wenn du am Bahnhof „Kings Cross“ in London bist, versuchst du heimlich, ob es Gleis 9 3/4 nicht doch gibt.
    Jein. Ich hab schon überlegt, ob ich das mache, wenn ich noch mal nach London komme.
  77. Du behandelst deine Bücher besser, als manche Menschen – denn die Bücher haben deine Zuneigung verdient.
    Ja. Menschen können so gemein sein. Bücher nicht.
  78. Es gibt mindestens ein Buch, das du abgrundtief hasst.
    Ja. Vermutlich „Die Gewehre der Frau Carrar“ von Bertolt Brecht.
  79. Du hast, als du noch klein warst, so getan als könntest du lesen.
    Ja. Ich konnte die Bücher meist vom Vorlesen auswendig.
  80. Du misshandelst alles als Lesezeichen: Briefumschläge, Kassenzettel, Papierschnipsel, Finger, Verpackungen aller Art, Kuscheltiere, …
    Ja. Ich habe zwar meist ein Lesezeichen dabei, aber wenn nicht…
  81. Du hast mindestens 2 Verlage/ Autoren bei Facebook mit „Gefällt mir“ markiert.
    Jein. Ich bin nicht bei Facebook. Zählt Twitter auch?
  82. Dein Motto: „Ich kann alles lesen, aber nicht alles essen!“
    Nein.
  83. Es gibt Bücher, die du schon auf Englisch gelesen hast, weil du die deutsche Übersetzung nicht abwarten konntest.
    Ja. Ich lese ja viel auf Englisch.
  84. Von deinen Büchern sprichst du wie von guten Freunden.
    Ja. Denn das sind sie ja auch.
  85. Du könntest deine Freunde stundenlang über deinen aktuellen Lesestoff bequatschen.
    Ja. Aber ich verkneif es mir oft. Will ja doch kaum jemand hören.
  86. Ab und zu geht deine Fantasie mit dir durch.
    Ja. Bildliche Vorstellungskraft sag ich da nur.
  87. Für dich gibt es das nicht: „Keine Zeit zum Lesen“.
    Ja. Ich nehme mir die Zeit einfach.
  88. Neue Bücher versetzen dich in Hochstimmung.
    Ja. Grinsen, rumspringen, singen und tanzen. Ist alles schon vorgekommen.
  89. Gern würdest du mal die Orte bereisen, an denen deine Romanhelden waren.
    Ja. Fast alle.
  90. AutorInnen sind für dich mit Gottheiten gleich zu setzen.
    Nein. AutorInnen sind auch nur Menschen, das ist mir durchaus bewusst. Sonst wäre jede Kritik/Rezension obsolet.
  91. Du kannst ein paar Brocken Elbisch.
    Nein. Elbisch finde ich weniger spannend als Klingonisch.
  92. Bei jedem Spiegel fragst du dich, ob er vielleicht ein Portal in eine andere Welt ist.
    Jein. Nicht bei jedem Spiegel. Aber manchmal…
  93. Du besitzt eine überdurchschnittliche Allgemeinbildung und weißt über alles irgendwas.
    Ja. Ich glaube schon, ich hab aber noch nie darüber nachgedacht.
  94. Beim Lesen hast du dich schon mal verletzt. (Am Papier geschnitten, Buch ins Gesicht oder auf den Fuß gefallen, Finger eingeklemmt, beim Gehen/lesen irgendwo gegen gelaufen…)
    Ja. Obwohl ich aufbrausend bin, gebe ich nie den Büchern die Schuld. Ich sage vielleicht mal „Blöde Tischecke!“, aber niemals „Blödes Buch!“, wenn sowas passiert.
  95. Du brauchst keinen Yoga-Kurs, denn beim Lesen probierst du die abenteuerlichsten Positionen aus um es bequem zu haben.
    Ja. Beine ausstrecken, Beine anziehen, Beine unterschlagen. Hinsetzen, aufsetzen, umsetzen. Und so weiter.
  96. Leute, die keine Bücher besitzen, sind dir unheimlich. Du hast richtig Angst vor ihnen.
    Ja. Absolut. Wie kann das passieren? Jeder hat doch IRGENDEIN Buch.
  97. Ständig erlebst du Momente in deinem Leben, die dich an Szenen aus Büchern erinnern.
    Ja. Ich muss dann immer lächeln.
  98. Bücher sind dein Statussymbol.
    Ja. Ich bin da schon ein bisschen angeberisch. Ich liebe es, wenn die Leute Augen wie Untertassen bekommen, wenn ich sage, dass ich mindestens 500-600 Bücher besitze. Wobei das ja noch wenig ist.
  99. Die Bakerstreet in London & Orte wie Forks sind für dich Pilgerstädte.
    Ja.
  100. Auf dieser Liste trifft erschreckend viel auf dich zu. Aber es stört dich nicht im Geringsten, nein – du bist stolz darauf!
    Ja. Ich finde es allerdings nicht erschreckend. Ich kenne mich ja.

Fazit
Ja: 71/100
Nein: 16/100
Jein: 13/100

Ich schätze, die Fragen zeigen noch einmal, dass ich wirklich viel lese. Aber zu viel? Nein, ganz bestimmt nicht. Ich finde, man kann einfach nicht zu viel lesen. Obwohl mein Partner etwas anderes behauptet. 😉 Es ist wie mit allen Dingen, die Spaß machen: solange das tägliche Leben nicht darunter leidet, ist alles in bester Ordnung. Wenn ich also in der Lage bin, mein Leben auf die Reihe zu bekommen und nichts vernachlässige, soll man mich so viel lesen lassen, wie ich möchte. 😉

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr die Fragen auch beantwortet und zumindest das Ergebnis postet, denn das interessiert mich doch sehr. Wer mag, kann natürlich auch jede Antwort angeben oder auf einen Beitrag im eigenen Blog verlinken. 🙂

 

 
 

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04. 06. 2014 – Wie Kristen Stewart eine wunderbare Figur ruinierte: YA Verfilmungen

Heute möchte ich mal ein bisschen rummeckern und mich beschweren. Muss auch mal erlaubt sein. So sehr ich Bücher und AutorInnen verehre, es gibt da etwas, dass mich momentan immer wieder ärgert.
Ihr wisst, ich mag Young Adult Romane. Ich beobachte gern jugendliche ProtagonistInnen bei ihren Abenteuern. Ob nun im Kampf gegen ein totalitäres, untragbares Gesellschaftssystem, gegen übernatürliche Bösewichte, die ihnen nach dem Leben trachten oder einfach gegen die Widrigkeiten des Erwachsenwerdens. Die Geschichten sind aufregend, die Figuren wachsen mir schnell ans Herz und die unvermeidliche Liebesgeschichte berührt immer wieder eine weiche Saite in mir, die sich über Unschuld und diese besondere Form der jugendlichen Romantik freut.
Ich habe mit Bella gegen Vampire gekämpft. Mit Penryn entdeckte ich auf der Suche nach ihrer kleinen Schwester Paige das dunkle Geheimnis der Engel. Ich habe mit Heather und Dodge „Panic“ gespielt und mit Alex und Darla im aschebedeckten Iowa überlebt. Ich begleitete John Redlantern bei seiner Revolution auf Eden. Ich habe Clarys Suche nach ihrer Vergangenheit genauso miterlebt wie Lenas mutige Auseinandersetzung mit ihren Gefühlen.
Ich könnte diese Liste noch endlos weiterführen. All diese YA Romane haben mir mal mehr, mal weniger Lesespaß bereitet. Ich habe gelacht und geweint, gebangt und gehofft. Nichts, aber auch gar nichts kann diese wunderbaren Erfahrungen übertreffen. Auch kein Film.

Dieser Wahnsinn, jede halbwegs erfolgreiche Young Adult Reihe, Trilogie oder was auch immer zu verfilmen, geht mir gehörig gegen den Strich. Versteht mich nicht falsch, es gibt in der Tat gute Verfilmungen, „Die Tribute von Panem“ bzw. „The Hunger Games“ ist das beste Beispiel. Die Qualität ist nicht der Punkt.
Mir geht es um folgendes: wie soll man junge Erwachsene davon überzeugen, diese Bücher zu lesen, wenn ihnen ein Film die gleiche Geschichte mit weniger Aufwand erzählt? Ständig hört man Beschwerden, dass unsere Jugend ja so furchtbar schlecht lesen und auch schreiben könne. Neulich habe ich bei Stefan Raabs „TV Total“ den sogenannten „Erst-Leser-Check“ gesehen. TV Total ErstlesercheckDort wurden jungen Menschen Anfang 20 ein paar grundlegende Fragen zu Literatur und Lyrik gestellt. Die Antworten lehrten mich das kalte Grausen. Ein 18-jähriger, der genau EIN Buch besitzt. Über Fußball. Eine 20-jährige, die zwar auf die Frage nach einem beliebigen Autor mit „Goethe“ antworten konnte, aber den „Faust“ Schiller zuschrieb. Ein 19-jähriger, der in seinem Leben bisher gerade mal ein Buch gelesen hat. In der Schule. An den Titel konnte er sich nicht mehr erinnern und an den Autor auch nicht.
In einer Welt, in der jedes gute Buch irgendwann den Weg ins Kino findet, sollten diese Unwissenheit nicht mehr schockieren. Wir tun so, als wäre unsere Jugend absichtlich dämlich und desinteressiert an Literatur. Aber das stimmt nicht. Wir werfen ihnen doch die Ausreden vor die Füße.
Wozu lesen, wenn man auch sehen kann? Es ist einfach, es ist bequem, es ist weniger zeitintensiv. Konsumiert, ihr treuen Lemminge! Wie oft sieht man Filmplakate? Richtig, ständig. Und wie oft sieht man Plakate zu neu erscheinenden Büchern?
Der Jugend werden Geschichten vorgekaut und sie haben einfach keine Chance, zu begreifen, dass das, was sie sehen, nur eine Interpretation ist. Von Meinungen, Einstellungen, Erfahrungen der Filmcrew (im weitesten Sinne) gefärbt. Dem Buch könnten sie ihre eigene Richtung geben, sich selbst wiederfinden – aber das werden sie nie erfahren, weil sie ganz simpel keinen Grund dazu haben.

Zusätzlich habe ich mittlerweile eine äußerst irrationale emotionale Reaktion entwickelt, wenn ich mal kristen-stewart-bella-swan-the-twilight-saga-bdwieder höre oder lese, dass einer meiner YA Lieblinge verfilmt wird/wurde. Ich habe das Gefühl, als würde die Verfilmung meine Beziehung zu dem Buch beschmutzen. Augenblicklich erfasst mich das Bedürfnis, das Buch und seine Charaktere zu beschützen. Beim Lesen eines Buches entsteht eine Verbindung, die reine Magie ist. Wenn es nicht magisch ist, dass man Gefühle für fiktionale Ereignisse oder Figuren entwickelt (was wirklich jede/r LeserIn kennen sollte), dann weiß ich auch nicht weiter. Eine Verfilmung holt diese Verbindung in die Realität und gibt ihr einen anderen Charakter. Sie lässt sie wirklich und hart werden. Ich will das einfach nicht. Ich will nicht, dass meine liebevoll weichgezeichneten Vorstellungen von Figuren ein hartes, echtes Gesicht bekommen. Ich will nicht sehen, wie Kristen Stewart aus der wunderbaren, witzigen, selbstironischen Bella eine miesepetrige, niemals lächelnde Zicke macht.

Und ich frage mich: warum verkaufen AutorInnen überhaupt die Rechte an ihren Büchern? Liegt es am Geld? Ist es Neugier? Fühlen sie sich geschmeichelt? Glauben sie, so mehr Menschen erreichen zu können?
Sollten nicht gerade AutorInnen von Young Adult Romanen eine gewisse Verantwortung zeigen? Lesen hat so viele positive Nebeneffekte: der Wortschatz wird erweitert, die Rechtschreibung verbessert sich, die Fantasie wird trainiert. Warum fordern YA AutorInnen ihre KonsumentInnen nicht heraus? Warum beflügeln sie sie nicht, besser zu werden, so, wie es ihre Geschichten vermitteln? Warum fordern sie sie nicht auf, zu lesen statt zu sehen? Warum liefern sie ihnen freiwillig einen leichten Ausweg? Ich verstehe das einfach nicht. So viel Respekt und Bewunderung ich für viele AutorInnen empfinde, das übersteigt meinen Horizont.
Und was haben wir davon? Junge Mädels und Jungens, die sich an den roten Teppich stellen, heulen und schluchzen, wenn sie die Darsteller der Roman – Verfilmung bei der Prämiere zu Gesicht bekommen, aber niemals zu einer Lesung der Romanvorlage gehen würden.

Ich übertreibe natürlich. Ganz so schwarz ist die Realität hoffentlich nicht. Und ganz so aggressiv und radikal, wie es hier vielleicht wirkt, ist meine Meinung auch nicht. Doch da dieser Beitrag dazu diente, mal ein bisschen zu motzen und zu schreien, sei mir das verziehen.
Wie seht ihr das? Was empfindet ihr, wenn ihr lest/hört, dass eines eurer Lieblingsbücher verfilmt wird? Findet ihr, dass YA AutorInnen eine gewisse Verantwortung tragen, der sie gerecht werden sollten? Glaubt ihr, dass Jugendliche mehr lesen würden, wenn keine YA Bücher mehr verfilmt würden?

Ich freue mich sehr auf eure Antworten und Kommentare!
Und wer mag, darf gern auch ein bisschen rumschreien. 😉

 
 

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02. 06. 2014 – Montagsfrage: Am Stück oder häppchenweise?

 

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Die Montagsfrage dieser Woche von Nina alias Libromanie dreht sich um die täglichen Lesegewohnheiten. Sie möchte gern wissen, ob wir öfter längere Lese-Sessions einlegen oder doch eher über den Tag verteilt kürzere Zeitspannen zum Lesen nutzen. Die Frage lautet daher:

Am Stück oder häppchenweise?

Tja, mal so und mal so. Mein Leseverhalten ist Tag für Tag unterschiedlich; es hängt von so vielen Faktoren ab, die ich nicht immer beeinflussen kann.
An erster Stelle steht natürlich der Zeitfaktor. Wenn ich unterwegs bin, schaffe ich es meistens nicht, mir an diesem Tag stundenlang Zeit zum Lesen zu nehmen. Aber ich habe meine aktuelle Lektüre immer dabei und lese, wenn es die Umgebung erlaubt. In der Bahn lese ich beispielsweise immer.
Zusätzlich hängt es auch von meiner Tagesform ab. An manchen Tagen habe ich Konzentrationsschwierigkeiten, weil meine Gedanken in meinem Kopf wie Pingpong-Bälle hin und her fliegen. Ich bin dann furchtbar leicht ablenkbar und stelle oft fest, dass ich den gleichen Satz immer und immer wieder lese, ohne tatsächlich zu verinnerlichen, WAS ich eigentlich grade gelesen habe. An so einem Tag hat es keinen Sinn, mit aller Macht das Lesen erzwingen zu wollen, also lege ich das Buch zur Seite und mache irgendwas, das nicht ganz so viel Konzentration erfordert.
Meine Leseausdauer leidet unglücklicherweise auch immer massiv, wenn ich in einer meiner Zocker-Phasen bin. In diesen Phasen zocke ich exzessiv, jeden Tag, mehrere Stunden lang (manchmal auch den ganzen Tag). Selbst wenn ich mich zum Lesen hinsetze, schleicht sich irgendwann der Gedanke ein, dass ich eigentlich auch gern spielen würde. Ich schaffe dann meist nur etwa 50 Seiten, bis es mich so sehr in den Fingern juckt, dass ich es nicht mehr aushalte. Was würde ich dafür geben, wenn es eine Möglichkeit gäbe, beides gleichzeitig zu tun. 😀
Doch der wohl wichtigste Faktor ist das Buch an sich. Fesselt mich ein Buch stark, kann ich es kaum aus der Hand legen, um mal eben zur Toilette zu gehen, fällt es mir selbstverständlich auch leicht, mich stundenlang damit zu beschäftigen. Ist die Lektüre weniger spannend… nun ja, dann mache ich eher mal längere Pausen. Bei so einem Buch lese ich oft in den Werbepausen des Fernsehprogramms. Zum Vergleich: das Fernsehprogramm interessiert mich nicht die Bohne, wenn mich mein Buch nicht loslässt.

Zusammengefasst kann ich also sagen, stimmen die Umstände, lese ich durchaus auch mal stundenlang. Dafür muss aber wirklich alles perfekt sein: die Zeit muss vorhanden sein, der Tag muss passen, das Buch muss mich begeistern. Dann kann es schon mal passieren, dass ich irgendwann mitten in der Nacht auf die Uhr sehe und völlig erschrocken feststelle, dass ich längst hätte schlafen müssen. 😉
Ansonsten lese ich den Tag über verteilt, wann immer es sich anbietet.

Wie ist das bei euch? Wann habt ihr das letzte Mal ein Buch hintereinander weg ausgelesen?

 
 

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