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Jens Lossau & Jens Schumacher – Der Schädelschmied

Mit dem Aufkauf des Verlages Egmont LYX durch Bastei Lübbe wurde die Ausrichtung des Verlagsprogramms umgestellt. Der Imprint ist nun auf Romantik spezialisiert. Pff. Dadurch mussten einige Autor_innen und Reihen ein neues Zuhause finden, darunter auch Jens Lossau und Jens Schumacher mit ihrer High Fantasy-Krimi – Reihe „Die Fälle des IAIT“. Glücklicherweise kamen sie bei einem Verlag unter, der meiner Meinung nach hervorragend zu ihnen passt: Feder & Schwert. Ich möchte mich von Herzen bei Feder & Schwert bedanken, dass sie die Weiterführung der Reihe ermöglichen. Es wäre zu schade gewesen, Meister Hippolit und Jorge den Troll niemals wiederzusehen.

Nur einmal nach Herzenslust in einem edlen Puff verwöhnt werden, mehr wünscht sich Jorge der Troll nicht. Aber nein, natürlich kommt ihm genau dann, wenn es am schönsten ist, sein Job in die Quere. In Barlyn, einer unterirdischen Minenstadt der Zwerge, wurde der bedeutende Schürfminister Borkudd tot in seinem Büro aufgefunden. Ein einzelner dahingeschiedener Zwerg wäre für das IAIT noch lange kein Grund, ihr wichtigstes Ermittlerduo unter Tage zu schicken, wären die Umstände seines Todes nicht äußerst merkwürdig. Das Büro des Ministers glich einer hermetisch verriegelten Festung. Nichts kam rein, nichts kam raus. Trotzdem befinden sich in Borkudds Schädel mehr als 20 Stahlnägel. Handelt es sich um einen überaus umständlichen Selbstmord? Oder wurde der Zwerg thaumaturgisch abgemurkst? Besteht vielleicht sogar ein Zusammenhang zu den Gerüchten eines furchteinflößenden Monsters, das in den Minen sein Unwesen treiben soll? Die Wahrheit ist tief vergraben, doch wenn jemand sie ausbuddeln kann, dann sind es Meister Hippolit und Jorge der Troll!

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4 Kommentare

Verfasst von - August 3, 2017 in Fantasy, High Fantasy, Krimi, Rezension

 

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Jens Lossau & Jens Schumacher – Der Orksammler

„Der Orksammler“

der orksammler

Reihe: Die Fälle des IAIT #2

Autor: Jens Lossau & Jens Schumacher

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 360

Verlag: Egmont LYX

Sprache: Deutsch

ISBN: 3802582586

Genre: Fantasy > High Fantasy & Thriller & Krimi

ausgelesen am: 22.05.2015

Bewertung:

Das Autorenduo Jens Lossau und Jens Schumacher ist für mich einer der besten Gründe, ab und zu mal einen Ausflug ins Cross-Genre zu machen. Ihre Art und Weise, Thriller/Krimi-Elemente in eine Fantasy-Welt zu übertragen, ist einfach fabelhaft und witzig, weswegen ich mich sehr auf die Fortsetzung ihrer Reihe Die Fälle des IAIT, „Der Orksammler“, freute. Ich bewundere sie beide dafür, dass sie sich weigern, in eine Schublade zu passen und einfach das schreiben, worauf sie Lust haben. Gemeinsam decken sie so eine ziemliche Bandbreite ab: Krimis, Thriller, Kinderbücher, Fantasy und Mystik. Es ist schade, dass ich nicht herausfinden konnte, wie es überhaupt zu dieser literarischen Zusammenarbeit kam. Sie tragen den gleichen Vornamen, wurden im gleichen Jahr geboren und wuchsen in der gleichen Stadt auf. Daraus schlussfolgere ich, dass sie schon ewig Freunde sind, aber es ist ja nicht gerade alltäglich, dass zwei Freunde genau den gleichen Berufswunsch haben und diesen auch realisieren. Diese Geschichte würde mich wirklich brennend interessieren.

Nachdem Meister Hippolit und Jorge der Troll den mysteriösen Fall des Ebenschlächters lösten, haben sie sich eigentlich einen erholsamen Urlaub verdient. Doch aus der Entspannung wird nichts, denn das Verbrechen gönnt ihnen keine Pause. Nacht für Nacht verschwinden Orks aus einem Soldatenlager vor den Toren der Totenstadt Torrlem. Ihre Leichen werden kurz darauf übel zugerichtet aufgefunden, mit aufgebrochenem Brustkorb und fehlenden Herzen. Ein Serienkiller treibt sein Unwesen. Die Spuren führen M.H. und Jorge tief in die Eingeweide Torrlems. Dort erwartet sie jedoch nicht nur der Killer, sondern auch das hässliche Geheimnis der Stadt der Toten…

Die Romane aus der Reihe Die Fälle des IAIT machen mir viel Freude. Es ist unterhaltsam, Meister Hippolit und Jorge bei der Arbeit zu beobachten und dabei zu spüren, wie viel Spaß Jens Lossau und Jens Schumacher beim Schreiben ihrer Abenteuer hatten. Trotzdem muss ich zugeben, dass ihnen „Der Orksammler“ meiner Meinung nach etwas weniger gut gelungen ist als der erste Band „Der Elbenschlächter“. Hätten die beiden Bücher nichts mit einander zu tun, würde ich das vermutlich nicht so empfinden. Als Einzelband wäre „Der Orksammler“ sicher komplett überzeugend. Doch da es sich um eine Fortsetzung handelt, muss ich leider bemängeln, dass ihm dieser bestimmte Fortsetzungscharakter fehlt. Jens Lossau und Jens Schumacher haben zwar einen interessanten neuen Fall für M.H. und Jorge konzipiert, aber sie bieten kaum neue Informationen über die beiden an. Das hat mich durchaus ein wenig enttäuscht, denn ich hatte wirklich auf Details aus dem Privatleben des ungleichen Duos gehofft. Sie sind so außergewöhnliche Persönlichkeiten, doch ihre Biografien sind unvollständig. Beispielsweise war ich immer wieder von Jorges Ausdrucksweise überrascht; er nutzt Redewendungen und Formulierungen, die darauf hindeuten, dass er wesentlich intelligenter und anscheinend auch gebildeter ist als für einen Troll üblich. Da ich aber bisher nichts über seine Vergangenheit weiß, kann ich mir diesen Umstand nicht erklären. Man sollte meinen, es läge an Jorges Nähe zu Meister Hippolit, doch dafür verbringen sie wie bereits im ersten Band einfach nicht genug Zeit zusammen. Auch das fand ich schade, denn es gibt so vieles, das ich bezüglich ihrer Beziehung nicht verstehe. Ein kleines, intensives Gespräch über ihre jeweiligen Lebensgeschichten hätte Wunder gewirkt. Stattdessen streiften sie wieder hauptsächlich allein durch die düsteren Straßen Torrlems, einer Stadt, deren großartiges Potential Lossau und Schuhmacher meines Erachtens nach nicht voll ausgenutzt haben. Diese Stadt ist ein einziges riesiges Bestattungsunternehmen – ein skurrileres Setting will mir bei bestem Willen nicht einfallen. Ich hätte gern mehr von ihr gesehen; hätte gern mehr Komplikationen in der Ermittlung des Falls und eine solidere Atmosphäre erlebt. Natürlich enträtseln M.H. und Jorge das Problem der ermordeten Orks; die Auflösung dieses Falls empfand ich allerdings als weniger spannend als den Fall des Elbenschlächters. Vor allem kannte ich die Antwort bereits vor den beiden Ermittlern. Trotz der angenehmen Befriedigung, die einfach daher rührt, dass ich Recht hatte, wäre es mir doch lieber gewesen, wenn mich Lossau und Schumacher erneut geschickt aufs Glatteis geführt hätten.

Ich denke, ich werde meine Erwartungshaltung hinsichtlich der Reihe Die Fälle des IAIT korrigieren müssen. Sicher gehören die Geschichten aus Meister Hippolits und Jorges Ermittlerleben auf gewisse Weise zusammen und folgen einer chronologischen Reihenfolge, doch sie sind offenbar keine Fortsetzungsromane. Diese Bücher sind nicht wie all die anderen Reihen, die ich sonst lese. Sie sind purer Spaß ohne Zwänge und Ketten. Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass Jens Lossau und Jens Schumacher vielleicht einfach keine Lust darauf haben, sich komplizierte Hintergrundgeschichten für ihre Protagonisten auszudenken – also lassen sie es. So müssen sie sich zumindest nie die Frage stellen, ob diese oder jene Verhaltensweise zu M.H. oder Jorge passen könnte. Und das ist okay, ich kann das akzeptieren. Ich muss mich wohl nur daran gewöhnen. Ich bin überzeugt, wenn mir das gelingt, sind diese Romane erfrischende, ungewöhnliche und humorvolle Ausflüge ins Cross-Genre, die mich zum Lachen bringen und euch sicher auch, wenn ihr diesen beiden Käuzen eine Chance gebt. Und damit meine ich nicht nur M.H. und Jorge. 😉

 

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Man, was für ein Tag gestern. Ellenlang und anstrengend. Da ich gestern nicht dazu kam, will ich euch heute kurz erzählen, wie das Umstellen meines Tagesablaufes letzte Woche für mich gelaufen ist. Nicht wie erwartet. Es hat alles super funktioniert, aber mehr Zeit zum Bloggen hatte ich deswegen auch nicht. Also muss ich mir was anderes einfallen lassen. Vielleicht wäre ein fester Zeitplan die bessere Idee. Irgendwann muss ich ja mal mit meinen Rezensionen hinterher kommen. 😉
Heute lesen wir wieder einmal gemeinsam! Diese Aktion wird abwechselnd von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher betreut; die Fragen dieser Woche findet ihr bei Weltenwanderer durch einen Klick aufs Bild! 🙂

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Der Orksammler“ (Die Fälle des IAIT #2) von Jens Lossauer und Jens Schumacher und befinde mich auf Seite 93.

der orksammler

 

 

„Nacht für Nacht verschwinden Soldaten aus einem Heerlager in der abgelegenen Steinwüste von Torr. Bei den Vermissten handelt es sich immer um Orks, und ihre Leichen tauchen später wieder auf – mit herausgerissenen Herzen. Ein Fall für Meister Hippolit und Jorge den Troll! Die beiden Ermittler verfolgen die Fährte des rätselhaften Mörders in die berüchtigte Grabstadt Torrlem. Hier, zwischen Millionen von Leichen, stoßen sie auf ein grauenhaftes Geheimnis…“

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Da packte ihn plötzlich eine kräftige Hand am Kragen und riss ihn ohne Mühe mindestens fünf Fuß hoch in die Luft.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Klappt ganz gut bei mir mit dem Weiterlesen von Reihen dieses Jahr, was? 😀 Es ist gar nicht so schwer, die Alphabet-Challenge von DarkFairy hilft mir dabei. Wenn ich die Wahl habe, entweder einen Reihenauftakt zu lesen oder eine angefangene Reihe weiterzulesen, entscheide ich mich einfach immer für das Weiterlesen. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich gar keine neuen Reihen beginne, so diszipliniert bin ich dann auch nicht. Aber ein bisschen mehr Konsequenz in meinem Leseverhalten gefällt mir richtig gut. 🙂
Den ersten Band von Die Fälle des IAIT („Der Elbenschlächter“) habe ich letztes Jahr im September gelesen und war begeistert, obwohl ich mir mehr Details aus den Leben der beiden Ermittler Jorge und Meister Hippolit wünschte. Ich bin optimistisch, dass Jens Lossau und Jens Schumacher genau das im zweiten Teil nachholen werden. Was mir schon jetzt wieder besonders gut gefällt, ist, dass ich den Spaß spüre, den das Autorenduo beim Schreiben hatte. Immer, wenn ich mir die beiden dabei vorstelle, sehe ich sie kichern wie Schuljungs. 😀 Dadurch macht auch das Lesen unheimlich viel Spaß. Es ist dieser dreckige Witz, die schrullige Art der beiden Protagonisten, gepaart mit dem Gefühl der Freiheit, das meiner Meinung nach nur die Fantasy bietet. Serienmörder bekommen noch mal einen ganz neuen Reiz, wenn sie sich nicht an die Grenzen des Möglichen halten müssen und selbst auch eher nicht Irdisch sind. Diesmal scheint es sich wirklich um ein Monster zu handeln, das des Nachts umgeht und Orks abschlachtet. Orks. Krieger. Geborene Soldaten. Wie heftig muss dieses Vieh sein, damit es das hinkriegt? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich wieder nicht selbst auf die Lösung des Falls komme und bin schon ganz kribbelig, zu erfahren, was sich Lossau und Schumacher dieses Mal ausgedacht haben! 😀

4. Stell dir vor die Welt würde in ein paar Wochen untergehen… Welche Bücher willst/musst du vorher unbedingt noch lesen und warum?

Argh, die Welt geht unter? Und ich muss mich viel früher als gedacht damit abfinden, dass ich nur eine begrenzte Zeit zum Lesen zur Verfügung habe? :O Trotzdem ist es eine wirklich tolle vierte Frage.
WENN die Welt in ein paar Wochen untergehen würde, würde ich diese letzte verbliebene Möglichkeit zum Lesen wohl akribisch planen und mir genau überlegen, wie viele Bücher ich noch schaffe. Ich denke allerdings nicht, dass ich neue Bücher lesen würde. Ich denke, ich würde stattdessen einen exzessiven Re-Read-Marathon starten. Noch einmal die Geschichten erleben, die mich über Jahre begleitet haben und die mir die Welt bedeuten. Ich könnte mir vorstellen, dass ich meine Mutter bäte, mir noch ein letztes Mal „Timm Thaler oder Das Verkaufte Lachen“ vorzulesen. Noch einmal in Harry Potter eintauchen. Die Reihe „Die Uralte Metropole“ von Christoph Marzi. So viele Walter Moers, wie ich eben schaffe. „Gevatter Tod“ von Terry Pratchett, um mir die Angst zu nehmen.
Statt das Risiko einzugehen, meine letzten Wochen auf Erden mit Büchern zu vergeuden, die mir möglicherweise nicht gefallen, würde ich sie lieber dafür nutzen, alte Freunde noch einmal zu besuchen. Versteht ihr, mir ist es viel wichtiger, die Schätze meines Lebens im Kopf zu haben, wenn ich diese Welt verlassen muss. Was nutzen mir hundert neue Geschichten, wenn ich mich nicht mehr daran erinnern kann, wie es eigentlich dazu kam, dass Käpt’n Blaubär ein Lügengladiator wurde? Wenn ich sterbe, ohne zu wissen, wer Emilys Herz zum Singen brachte? Ich verdanke ein paar der schönsten, bewegendsten Momente meines Lebens diesen Geschichten. Bücher sind grundsätzlich ein Geschenk, doch das Wundervollste an ihnen ist doch, dass man sie wieder und wieder erleben kann. Was läge da näher, als genau das noch ein letztes Mal zu tun? Ich möchte nicht gehen, ohne mich von meinen Freunden zu verabschieden.

Was lest ihr im Moment? Mit welchen Büchern würdet ihr eure letzten Wochen auf Erden verbringen?

Ich freue mich schon total darauf, eure Antworten auf die vierte Frage zu lesen, das wird bestimmt richtig interessant. Und meine Wunschliste erhält bestimmt auch wieder Zuwachs. 😉
Alles Liebe,
Elli

 
 

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Jens Lossau & Jens Schumacher – Der Elbenschlächter

„Der Elbenschlächter“

der elbenschlächter

Reihe: Die Fälle des IAIT #1

Autor: Jens Lossau & Jens Schumacher

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 320

Verlag: Egmont LYX

Sprache: Deutsch

ISBN: 3802582578

Genre: Fantasy > High Fantasy & Thriller & Krimi

ausgelesen am: 18.09.2014

Bewertung:

„Der Elbenschlächter“ vom Autorenduo Jens Lossau und Jens Schumacher ist für mich nun schon der zweite Ausflug ins Cross-Genre dieses Monats. Wie ihr seht, haben die beiden High Fantasy mit Krimi/Thriller – Elemente kombiniert. Obwohl viele High Fantasy– oder auch Urban Fantasy– Romane Merkmale des Thrillergenres beinhalten, habe ich meiner Meinung nach noch kein Buch gelesen, das beides so eindeutig verbindet und die Jagd nach einem Serienmörder in eine High Fantasy – Welt transferiert.

In Foggats Pfuhl, dem wohl sündhaftesten Viertel der Stadt Nophelet, treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Nur wenige Tage liegen zwischen den Morden an fünf elbischen Lustknaben. Alle Leichen sind völlig blutleer und weisen deutliche Spuren von Magie auf. Das ruft die beiden gefürchtetsten Ermittler des IAITs auf den Plan, des Instituts für angewandte investigative Thaumaturgie: Lichtadept Meister Hippolit und Jorge, den Troll. Das ungewöhnliche Duo steht vor einem Rätsel. Wer könnte nur ein Interesse am Blut junger Elben haben und wozu soll es verwendet werden? Gemeinsam begeben sie sich auf die Jagd nach dem Mörder und müssen dabei in die tiefsten Abgründe Nophelets eintauchen.

Ich glaube, Thrillerautoren wie Jens Lossau und Jens Schumacher macht es unglaublich viel Spaß, einen Ausflug in die Fantasy zu wagen, weil dieser Rahmen keine Grenzen hinsichtlich der Morde kennt. Sie können ungewöhnliche und brutale Gewalttaten geschehen lassen, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, ob diese durchführbar und/oder realistisch sind, denn mit Magie ist eben alles möglich. In „Der Elbenschlächter“ konnte ich die Freude der beiden am Schreiben spüren. Dieser fröhliche Übermut übertrug sich auch auf mich, weshalb ich ihren fantastischen Thriller wirklich genossen habe. Zu allererst ist dieses Buch so dermaßen witzig. Jorge der Troll hat Sprüche drauf, da kann man nur laut lachen und den Kopf schütteln. Meister Hippolit, oder kurz M.H., ist dazu die perfekte Ergänzung, weil er eine so tragisch-absurde Figur ist. Der gute Mann ist über 100 Jahre alt, steckt aber aufgrund eines verpatzten Zaubers im Körper eines pubertierenden Albino-Jungen. Er wird nirgendwo ernst genommen, obwohl er einen absolut überlegenen Intellekt sein Eigen nennt. So kam es auch zu der Partnerschaft mit Jorge, denn M.H. brauchte einen Mann fürs Grobe an seiner Seite, der seinen Argumenten Nachdruck verleiht. Die beiden sind so verschieden, wie es überhaupt nur möglich ist, ergänzen sich bei der Arbeit aber genau deswegen perfekt. Was mir allerdings gefehlt hat, war ein detaillierterer Einblick in ihre Beziehung. In „Der Elbenschlächter“ sind Jorge und M.H. größtenteils getrennt unterwegs, man sieht sie selten miteinander agieren. Die Situationen, in denen sie gemeinsam auftreten, deuten jedoch auf ein erstaunliches Vertrauensverhältnis hin; ich wüsste gern mehr darüber, wie sie über einander denken und wie sie sich zusammen rauften, um eine effektive Zusammenarbeit zu erreichen. Auch das Privatleben beider Protagonisten wird nur gestreift; ich hoffe, dass die Autoren dazu in den nächsten Bänden mehr offenbaren und somit parallel Jorges und M.H.s Beziehung nachvollziehbarer wird.
Die Umgebung, in der sich das Ermittler-Duo bewegt, empfand ich als brillant beschrieben. Der Schmutz, der Lärm, der Gestank, die verschiedenen Viertel mit eigenem Charakter – Nophelet kam mir genau wie der Sündenpfuhl vor, den Lossau und Schumacher wohl auch im Sinn hatten. Sie haben definitiv ein Gespür für Atmosphäre; ich hatte nicht im Geringsten Probleme, mich in die Straßen der Stadt hineinzuversetzen. Foggats Pfuhl sticht da natürlich als Lasterhölle besonders heraus, was mich auch direkt zum nächsten Punkt bringt: wie großartig ist bitte die Idee der Elben-Prostitution? Ein Volk, das sonst verherrlicht und romantisiert wird, haben die Autoren mal in ein ganz anderes Licht gerückt. Ich fand das herrlich erfrischend. Ausnahmsweise sind sie mal nicht die Helden, sondern die Opfer eines brutalen Serienmörders, den ich übrigens nicht selbst ermitteln konnte. Als dann herauskam, wer es war und wieso, war ich ernsthaft überrascht. Das Motiv ist hochgradig trivial und egoistisch, da wäre ich im Leben nicht drauf gekommen, doch erst dadurch wird es richtig glaubwürdig und überzeugend.

Insgesamt fand ich „Der Elbenschlächter“ toll, es mangelt für mich allerdings noch ein wenig an den Details. Ich möchte die beiden Ermittler unbedingt besser kennenlernen, mehr über die Stadt erfahren und die organisatorischen Strukturen von der Königin bis hin zur Stadtwache besser verstehen können. Glücklicherweise habe ich schon zwei der drei weiteren Bände rund um Jorge und M.H. im Regal stehen.
Ich denke, „Der Elbenschlächter“ ist eine erfrischende Abwechslung für Thriller-Fans, die auch gern mal High Fantasy lesen. Jens Lossau und Jens Schumacher nehmen ihre eigene Geschichte nicht übertrieben ernst, daher enthält das Buch viel Humor an den richtigen Stellen. Sie erzählen alle Ereignisse mit einem Augenzwinkern, vernachlässigen dadurch aber nicht die für einen Thriller nötige Spannung. Begebt euch nach Nophelet, schmunzelt über Jorges einzigartige Sprüche und betreibt ernsthafte, wenn auch ungewöhnliche investigative Arbeit mit Meister Hippolit – ihr werdet es nicht bereuen!

(Nächster Band: Die Fälle des IAIT #2 – „Der Orksammler“ – Jens Lossau & Jens Schumacher – ISBN: 3802582586)

 
3 Kommentare

Verfasst von - Oktober 1, 2014 in Fantasy, High Fantasy, Krimi, Rezension, Thriller

 

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