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Charlie Huston – No Dominion

Charlie Huston, Autor der „Joe Pitt“-Romane, wusste früh, dass er seinen vampyrischen Detektiv nicht auf ewig begleiten würde. Obwohl er mit dem Gedanken spielte, die Reihe ohne festgelegten Abschluss zu konzipieren, langweilte ihn die Idee bereits, bevor er mit dem Schreiben begonnen hatte. Nach dem zweiten Band „No Dominion“ beschloss er, dass „Joe Pitt“ überschaubare fünf Bände umfassen sollte. Dadurch musste er harte Entscheidungen für seinen Protagonisten treffen, intensivierte aber auch seine Schreiberfahrung. Mich motiviert die Aussicht auf einen Abschluss, die Reihe konsequenter als bisher zu verfolgen.

Eigentlich möchte Joe Pitt nur in Ruhe gelassen werden. Leider ist er als unabhängiger Vampyr in Manhattan gezwungen, Aufträge der konkurrierenden Clans anzunehmen, um seinen Geldbeutel und Blutvorrat aufzustocken. Seit dieser schmutzigen Geschichte mit der Kleinen erlebt Joe allerdings eine Durststrecke. Ihm gehen die Ideen aus, also wendet er sich an seinen alten Freund Terry, Anführer der Society. Terry bietet ihm einen dubiosen Job an. Es kursiert eine neue Droge. Dass es überhaupt einen Stoff gibt, der nicht sofort vom Vyrus aus dem System gespült wird, ist überraschend genug, doch dieses Zeug hat es in sich. Falsch dosiert verwandelt es Vampyre in rasende Berserker. Joe soll herausfinden, wer die Droge herstellt. Bemüht, schnell Antworten zu finden, stößt er bald auf eine Spur. Diese führt tief in die Hood, in das Territorium von DJ Grave Digga. Sieht so aus, als wäre diese Sache deutlich größer, als er angenommen hatte. Aber Joe wäre nicht Joe, würde ihn das davon abhalten, einigen Leuten kräftig auf die Füße zu treten…

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2 Kommentare

Verfasst von - 22. August 2018 in Rezension, Science Fiction

 

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17. 11. 2014 – Montagsfrage: Wer ist euer liebster Antiheld/Bösewicht?

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Nachdem die Montagsfrage letzte Woche ausgefallen ist, hat sich Nina aka Libromanie diese Woche eine meiner Meinung nach besonders schöne Frage ausgedacht, die mir dazu noch sehr entgegen kommt:

Wer ist euer liebster Antiheld/Bösewicht?

Ich liebe Antihelden. Sie sind meist so vielschichtig, facettenreich und wesentlich realistischer als „normale“ Helden. Ich brauche keine perfekten ProtagonistInnen, die sich immer richtig verhalten. Das ist zur Abwechslung mal ganz nett, aber im Großen und Ganzen stehe ich einfach auf ambivalente Charaktere, die gute und schlechte Eigenschaften in sich vereinen.
Ganz oben auf meiner Liste steht Sand dan Glokta aus der „The First Law“ – Trilogie von Joe Abercrombie. Diese Figur hat mich nachhaltig stark beeindruckt, weil er als Inquisitor natürlich nicht gerade der perfekte Schwiegersohn ist und sein Charakter viele verwerfliche Eigenschaften aufweist. Abercrombie hat herrlich herausgearbeitet, dass all seine Verhaltensweisen jedoch Gründe haben, die mehr oder weniger gut nachvollziehbar sind. Er ist intelligent, intrigant und skrupellos. Aber tief in seinem Innern hat er noch immer ein Herz und auch ein Gewissen, obwohl diese selten zum Vorschein kommen.
Aus der gleichen Trilogie stammt noch eine Figur, die ich wirklich ins Herz geschlossen habe: der Blutige Neuner. Ein des Kämpfens müder Barbar, der nicht viele Fragen stellt. Ja, er ist streng genommen ein Mörder. Aber er hat auch viel gesehen, viel erlebt und ist keinesfalls herzlos.
Dann sind da all die Urban Fantasy Antihelden, die mich immer wieder aufs Neue begeistern. Joe Pitt. Bourbon Kid. James Stark alias Sandman Slim. Sie rauchen, sie trinken, sie lügen, sie morden. Doch irgendwie kann ich ihnen all das verzeihen, weil es mir immer plausibel erscheint, wie sie sich verhalten. Ich meine, ein Blutbad in Santa Mondega, das verseuchteste, sündhafteste Rattenloch, das man sich vorstellen kann – wer kann Bourbon Kid das schon richtig übel nehmen? So wie ich Anonymus verstanden habe, kann man in Santa Mondega die Augen schließen und einfach in die Menge schießen, es trifft trotzdem immer den/die Richtige/n.
Stark tötet niemals grundlos und niemals Unschuldige, sondern Menschen und/oder Sub Rosas, die sich mit Dämonen oder ähnlich finsteren Mächten eingelassen haben. Ja, okay, er arbeitet für Luzifer. Na und? Deswegen ist er noch lange nicht böse.
Und Joe Pitt? Joe ist ein Auftragskiller, der innerhalb vampirischer Ränkespiele nur versucht, das Richtige zu tun und zu überleben.
In all diesen Büchern fließt literweise Blut, was mir tausendmal lieber ist als irgendwelche unrealistischen, romantisierenden Beschreibungen oder Friede-Freude-Eierkuchen-Sonnenschein-Darstellungen.

Wie ist es bei euch? Liebt ihr Antihelden genauso wie ich? Wer ist euer liebster Antiheld?

Ich freue mich wie üblich auf eure Meinungen und Kommentare! 🙂

 
11 Kommentare

Verfasst von - 17. November 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Charlie Huston – Stadt aus Blut

„Stadt aus Blut“

StadtausBlut

Reihe: Joe Pitt #1

Originaltitel: Already Dead

Autor: Charlie Huston

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 320

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453675274

Genre: Fantasy > Urban Fantasy & Horror & Thriller

ausgelesen am: 19.02.2014

Bewertung: 

Beschäftigt man sich intensiver mit dem Genre Urban Fantasy, fällt schnell auf, dass es häufig einen bemerkenswerten Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Autoren gibt. Männer schreiben in der Regel völlig andere Urban Fantasy als Frauen. Oft gehen sie wesentlich rationaler und wissenschaftlicher an die Thematik heran; außerdem spielen Romantik und Erotik eine eher untergeordnete Rolle, während die Handlung von blutigen Konflikten geprägt ist. Viele weibliche Autoren romantisieren und idealisieren die Welt des Übernatürlichen, Männer hingegen neigen dazu, deren brutale Schattenseiten darzustellen.

Dies trifft auch auf Charlie Hustons „Stadt aus Blut“ zu, der erste Roman seiner Reihe um den Protagonisten Joe Pitt. Joe ist ein unabhängiger Vampyr (ja, die Schreibweise ist beabsichtigt) in Manhattan, der sich seinen Lebensunterhalt mit kleineren Aufträgen der verschiedenen ansässigen Clans verdient. Dazu gehört auch, infizierte Zombies aufzutreiben und auszuschalten, bevor sie größeren Schaden anrichten können. Ein solcher Fall ist es, der Joes Leben erheblich verkompliziert. Plötzlich steht er zwischen den Clans und muss nebenbei noch einen von zu Hause ausgerissenen Teenager aufspüren. Doch damit nicht genug ist das Mädchen die Tochter eines des wohlhabendsten und einflussreichsten Ehepaars Manhattans. Ihr Verschwinden scheint mit ihrem Vater zusammenzuhängen, dem eine Biotech-Firma gehört, in der er auch als Chefforscher arbeitet. Für ihn sind sowohl das Zombie-Bakterium als auch das Vampyr-Vyrus hochinteressant…

Die Handlung von „Stadt aus Blut“ ist rasant, spannend und blutig; Gewalt nimmt einen erheblichen Stellenwert ein. Es ist auffällig, dass der Plot zu keinem Zeitpunkt unterbrochen wird und komplett ohne Kapitel auskommt. Charlie Huston verwendete ausschließlich Absätze, um seine Geschichte zu unterteilen. Ich mochte das, denn es passt sehr gut zu den sich schnell entwickelnden Ereignissen. Die Kombination von Vampiren und Zombies tritt in Urban Fantasy Romanen eher selten auf; mir gefiel es daher, dass die obligatorischen Werwölfe in „Stadt aus Blut“ nicht auftauchen und sich die Vampirgesellschaft stattdessen mit Infizierten des Zombie-Bakteriums auseinander setzen muss. Die Herangehensweise an Vampirismus sowie Zombiismus als Krankheiten mit verschiedenen Ursachen empfand ich ebenfalls als positiv. Zwar ist die Darstellung einer Infektion als Ursache bei Zombies nicht ungewöhnlich, doch die Entscheidung, Vampire als Opfer eines Virus zu präsentieren, ist eine gelungene Abwechslung zu den sonst üblichen magischen oder übernatürlichen Hintergründen. Zusätzlich beschreibt Charlie Huston den „Vyrus“ als lebenden, parasitären Organismus, während  die Verwandlung in anderen Vampirromanen oft mit einem Biss mehr oder weniger abgeschlossen ist.  Ein Unterschied findet sich auch in der Konstruktion der Gemeinschaft der Vampire. In der Regel strebt diese einigermaßen übereinstimmende Ziele an; optional ist sie heftig zerstritten, ihre Bemühungen entsprechen jedoch meist einheitlichen Motiven. In „Stadt aus Blut“ ist dies nicht Fall; die Clans könnten kaum unterschiedlicher sein. Ich halte die Zerrissenheit untereinander für realistisch; es ist nur natürlich, dass unterschiedliche Gruppierungen auch unterschiedliche Ziele verfolgen. Inmitten dieser verschiedenen Strömungen steht der Protagonist Joe Pitt, der ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben führen möchte ohne Anbindungen an einen der Clans. Selbstredend, dass er damit oft aneckt. Joe erzählt seine Geschichte selbst als Ich-Erzähler, dadurch offenbart sich dem Leser schnell sein sarkastischer, zynischer Charakter. Er ist keine herausragend facettenreiche Figur, doch das ist auch gar nicht nötig. Mit seiner schonungslos ehrlichen und pragmatischen Art gewann er trotz dessen meine Sympathie, darüber hinaus besticht er durch seine Menschlichkeit, die ihm auch das „Vyrus“ nicht nehmen konnte. Seine Rolle als Rebell in einer feststehenden Gesellschaft wurde von Husten noch unterstrichen, indem er ihm eine Vergangenheit als Punk gab, ein nettes Detail, das darüber hinaus auch seine Entwicklung während seines Daseins als Vampir betont. Es verdeutlicht, dass Joe als Vampir erwachsen wurde und sich seine Wünsche und Ziele verändert haben.

Insgesamt gefiel mir der Auftakt der Reihe um Joe Pitt sehr gut. „Stadt aus Blut“ ist ein Roman für Leser, die Urban Fantasy mögen, aber Abwechslung zu all den weiblichen Helden mit ihrem dominant geschilderten Liebesleben suchen. Charlie Huston verzichtet auf romantische Szenen und konzentriert sich auf das Wesentliche: das Leben der Vampire in Manhattan. Sein Protagonist Joe Pitt ist kein Held; er ist einfach nur ein Kerl, der ohne äußere Zwänge leben möchte und sich mal besser, mal schlechter über Wasser hält. Somit füllt der Autor eine realistische Nische in einem häufig idealisierten Genre. Leser, die von drastischen Gewaltbeschreibungen abgestoßen sind, sollten jedoch auf „Stadt aus Blut“ verzichten.

(Nächster Band: Joe Pitt #2 – „No Dominion“ / „Blutrausch“ – Charlie Huston – ISBN: 1841495271 / 3453433300)

 

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