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Schlagwort-Archive: Januar 2015

08. 01. 2015 – Je suis Charlie

Je suis Charlie Logo

Ich habe lange überlegt, ob ich mich zu den gestrigen Ereignissen in Paris hier äußern soll. Eigentlich gehört es thematisch nicht auf einen Buchblog, aber die Botschaft ist über die Maßen wichtig und betrifft meiner Meinung nach auch uns Blogger. Jede/n Einzelne/n von uns.
Unser Recht auf Meinungsfreiheit, unser Recht darauf, uns auszudrücken, ist die Grundlage dessen, was wir hier tun. Was ich hier tue, jeden Tag. Ich schreibe auf, was ich denke und veröffentliche es. Ich weigere mich, mir von irgendjemandem Angst einflößen zu lassen. Ich weigere mich, diesen Angriff auf die freie Meinungsäußerung hinzunehmen.
Je suis Charlie.

Das Magazin Charlie Hebdo entspricht weder meinem Geschmack, noch meinem Humor, noch heiße ich ihre Arbeit generell gut. Es ist Satire, sie polarisieren und provozieren bewusst und absichtlich. Sie wollen anecken. Es spielt überhaupt keine Rolle, wie ich ihre Arbeit finde. Es spielt auch keine Rolle, dass besonders die Karikaturen von vielen (zu Recht) als beleidigend empfunden werden. Es ist nicht wichtig, dass ich niemals ein Magazin gekauft habe und wohl auch nicht kaufen werde. Wichtig ist, dass das Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit Grundpfeiler der Demokratie sind, an die ich noch immer glaube. Tag für Tag.
Je suis Charlie.

Der Künstler ist mir leider unbekannt. Ich fand das Bild bei Twitter

Der Künstler ist mir leider unbekannt. Ich fand das Bild bei Twitter

Ich bin dankbar, meine Meinung frei äußern und veröffentlichen zu können. Ich bin nicht islamfeindlich. Ich glaube an Multikulti und an das Recht auf freie Religionsausübung. Ich will nicht hinnehmen, dass einige wenige glauben, sie könnten Journalisten oder generell Menschen, die ihre Meinungen publizieren, zum Schweigen bringen. Ich nehme es nicht hin, dass einige wenige Mord als moderates Mittel ansehen, um ungeliebte Meinungen auszulöschen. Ich werde keine Angst haben. Ich werde nicht schweigen. Niemals.
Je suis Charlie.

Mein Herz blutet für die ermordeten Journalisten und Polizisten. Meine Gedanken sind bei ihren Familien, ich trauere um ihren Verlust. In Gedenken an sie sitze ich hier und schreibe nieder, was ich denke.
Je suis Charlie.

Ich stehe auf für Meinungs- und Pressefreiheit. Mein Stift ist das Symbol meiner Überzeugung.
Je suis Charlie.

Stifte

(Bildquelle 1)

 
 

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08. 01. 2015 – Mein Westpaket

Guten Morgen ihr Lieben,
die Mauer steht zwar schon lange nicht mehr, aber ein Westpaket kann man ja trotzdem noch bekommen. 😉
Ich habe meins gestern bekommen, als ich endlich genug Motivation aufbringen konnte, zur Post zu watscheln:

USA-Paket

Ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet, aber als ich den kleinen grünen Aufkleber sah, wusste ich direkt Bescheid. Der stammt nämlich vom Zoll und besagt, dass ich nicht hin muss, um ihnen zu erklären, was in dem Päckchen drin ist.

Zollaufkleber

Aber woher stammt mein Westpaket eigentlich, wenn der Zoll einen Blick darauf geworfen hat?
Anfang September habe ich an dem Geburtstagsgewinnspiel auf Roberts Blog 101 Books teilgenommen. Gewinnen war nie die Absicht, ich fand die Frage nur einfach witzig, die es zu beantworten galt: Welches Buch ist das schlechteste, das du je gelesen hast?
Aus über 100 Antworten loste Robert vier Gewinner aus, die sich jeweils ein Buch aus der Times Bestenliste (Schaut mal HIER vorbei für mehr Infos!) aussuchen durften, durch die er sich ja seit einigen Jahren liest. Tja, die Glücksfee hatte an diesem Tag offenbar Mitleid mit mir, denn eines der Lose spukte meinen Namen aus. 😀
Ich war sehr aufgeregt deswegen, weil Robert in Nashville, Tennessee lebt. Wann bekommt man schon mal ein Buch extra aus den USA zugeschickt? Als die Mail mit der Info kam, dass ich gewonnen hatte, habe ich Robert trotzdem noch anboten, das Ganze zu canceln, weil er ja sicher nicht damit gerechnet hatte, ein Paket nach Deutschland schicken zu müssen. Er bestand allerdings darauf und zauberte mir damit ein dickes Grinsen ins Gesicht. Jetzt hieß es warten. Und warten. Und warten. Anfang letzten Monats kam Robert dann endlich dazu, mein Buch zu verschicken. 🙂

USA Paket offen

Jetzt habe ich euch aber immer noch nicht verraten, für welches Buch ich mich entschieden habe. Es war „The Great Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald. Warum ausgerechnet dieses? Vor Jahren sollte ich diesen Roman für die Schule lesen. Ich war aber damals noch nicht bereit dafür und konnte nichts mit der Geschichte anfangen. Ich erinnere mich an so gut wie nichts mehr. Ende 2013 sprach dann mein Dozent für amerikanische Literatur über das Buch, wodurch es erneut auf meinem Radar auftauchte. Es ist große Literatur, Weltliteratur, geschrieben von einem höchst komplizierten Mann. Also nahm ich mir vor, es noch einmal zu lesen.

Great Gatsby

Da ich dieses Jahr sowieso vor habe, ein paar mehr Klassiker zu lesen, kommt mir mein Gewinn sehr gelegen. Vielen vielen Dank Robert, ich freue mich wahnsinnig über dieses Buch! 😀

Thank You Robert!

Habt ihr „The Great Gatsby“ bereits gelesen?

Oder ist es eines der Bücher, die ihr immer lesen wolltet, zu dessen Lektüre ihr aber bis heute noch nicht gekommen seid? Habt ihr schon einmal gelogen und behauptet, ihr hättet es gelesen, obwohl das nicht stimmt? War es für euch ebenfalls Schullektüre?

Erzählt mir von euren Erfahrungen mit F. Scott Fitzeralds Meisterwerk! Ich freue mich wie üblich auf eure Geschichten und Kommentare! 🙂

Alles Liebe,
Elli

 
 

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06. 01. 2015 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Heute findet Gemeinsam Lesen das erste Mal im Jahr 2015 statt. Irgendwie finde ich das toll und grinse von einem Ohr zum anderen. Vermutlich, weil ich dieses Jahr von Anfang an dabei bin. 😉
Wie ihr mittlerweile sicher bereits auswendig wisst, wird die Aktion von Schlunzen-Bücher und Weltenwanderer im Wechsel betreut. Diese Woche kommen die Fragen von Schlunzen-Bücher, die ihr durch einen Klick aufs Bild findet. 🙂

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Imperial Bedrooms“ von Bret Easton Ellis und befinde mich auf Seite 38 (von schmalen 217).

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Mit einer Schauspielerin, die ich heute Vormittag beim Casting kennengelernt habe, sitze ich jetzt zum Mittagessen an einem Fenstertisch im Comme Ça.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

„Imperial Bedrooms“ ist der Nachfolger von „Unter Null“, das ich vor einigen Jahren gelesen habe. Wie ihr euch vermutlich denken könnt, ist es mein Buch mit „I“ für die ABC-Challenge. 😉
„Unter Null“ ist ein absolut widerwärtiges und abstoßendes Buch, aber eben auch verdammt gut. Menschliche Abgründe at it’s best, hübsch verpackt in der Glitzer-Glamour-Welt Hollywoods der 80er Jahre. Jetzt, 25 Jahre später, kehrt der Protagonist Clay zurück in diesen Sündenpfuhl und muss laut Klappentext feststellen, dass sich gar nichts geändert hat. Ich fand damals schon, dass Bret Easton Ellis einen beeindruckend scharfen Blick auf unsere Gesellschaft hat. Reiche Kids, die einfach alles haben, außer einem moralischen Kompass. Gelangweilt, stumpf, kalt, empathie- und gefühllos. Die Leere im Leben der Figuren hat mir wahrhaft Gänsehaut von Kopf bis Fuß verpasst.
Eine Szene hat mich besonders aus dem Konzept gebracht. In dieser besucht Clay seinen Bekannten (denn von Freundschaft hat in diesem Buch niemand auch nur den blassesten Schimmer) Rip in seinem Apartment. Im Schlafzimmer ist ein 12-jähriges Mädchen ans Bett gefesselt; offenbar wird sie schon seit Stunden immer wieder von verschiedenen Jungs vergewaltigt. Clay ist von der Situation schockiert und verlässt das Zimmer, Rip folgt ihm.

„Ich gehe aus dem Zimmer.
Rip kommt mir nach.
«Warum?» Das ist alles, was ich frage.
«Wie bitte?»
«Warum, Rip?»
Rip macht einen verwirrten Eindruck.
«Warum? Du meinst das da drin?»
Ich versuche zu nicken.

«Warum nicht? Was hast du denn?»
«O Gott, Rip, stell dich nicht so blöd an, das Mädchen ist elf.»
«Zwölf», korrigiert mich Rip.
«Ja, genau, zwölf», sage ich und denke einen Moment lang darüber nach.
«He, guck mich bloß nicht so an, als wenn ich der letzte Arsch wäre. Das stimmt nämlich nicht.»

«Es ist…» Ich gerate ins Stocken.
«Es ist was?» will Rip wissen.
«Es ist… Ich glaube nicht, dass es recht ist.»
«Was heißt hier recht? Wenn du was willst, dann hast du das Recht, es dir zu nehmen. Wenn du was machen willst, dann hast du das Recht, es zu machen.»
Ich lehne mich an die Wand. Ich kann hören, wie Spin im Schlafzimmer stöhnt, und dann das Geräusch einer Hand, die zuschlägt, vielleicht in ein Gesicht.
«Aber du brauchst doch nichts. Du hast doch alles», erkläre ich ihm.
Rip schaut mich an.
«Nein, das stimmt nicht.»
«Was?»

«Nein, das stimmt nicht.»
Daraufhin schweigen wir beide eine Weile, und schließlich frage ich: «Verdammte Scheiße, Rip. Was könnte das denn sein, was du nicht hast?»
«Etwas zu verlieren. Ich habe nichts zu verlieren.»“

(„Unter Null“, Bret Easton Ellis, S. 173)

Diese Szene ist in ihrer ganzen Abscheulichkeit exemplarisch für „Unter Null“. Ich rechne damit, in „Imperial Bedrooms“ ähnlich widerwärtige Szenen vorzufinden, wenn auch auf einer anderen Ebene. In „Unter Null“ war alles überdeutlich gezeichnet, schrill und laut. Ich denke, „Imperial Bedrooms“ wird subtiler sein. 25 Jahre später liegt der Ekel vermutlich tiefer und versteckter. Ich bin gespannt und tatsächlich freue ich mich schon darauf, das Buch am Ende zu rezensieren, weil ich ganz bestimmt eine Menge dazu zu sagen habe.

4. Wir sind nun angekommen in 2015 und wir hoffen ihr seid alle gut, aber nicht zu weit gerutscht 🙂 Lasst doch einmal 2014 Revue passieren, welches Buch oder welche Reihe war euer Highlight und warum?

Diese Fragen habe ich eigentlich schon beantwortet, ich tue es aber gern noch einmal. 🙂 Das meiner Meinung nach beste Buch des Jahres 2014, das ich gelesen habe, war „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel. Die beste Reihe war „Chaos Walking“ von Patrick Ness. Ich könnte jetzt ausschweifend darüber dozieren, warum diese Werke mich so sehr beeindruckt haben, aber ich denke, das muss ich nicht, weil ich sie bereits rezensiert habe. Ich verlinke euch die Rezensionen, dann könnt ihr einen Blick auf meine Gedanken werfen. 🙂
Außerdem möchte ich hier noch mal die Chance nutzen, auf meinen Jahresrückblick 2014 hinzuweisen und schamlos Werbung für diesen Post zu machen. 😀 Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch den Beitrag anseht und mir sagt, was ihr davon haltet.

„Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel
Chaos Walking #1: „The Knife of Never Letting Go“ von Patrick Ness
Chaos Walking #2: „The Ask and the Answer“ von Patrick Ness
Chaos Walking #3: „Monsters of Men“ von Patrick Ness

Was lest ihr im Moment? Welche Bücher waren eure Highlights in 2014?

Ich freue mich wie üblich auf eure Meinungen, Gedanken und Kommentare! 😀

Alles Liebe,
Elli

 
 

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05. 01. 2014 – Montagsfrage: Störende Erzähltechniken?

montagsfrage neu

Guten Morgen ihr Lieben 🙂
Seid ihr auch ein wenig erleichtert, dass ab heute wieder Routine in eurem Alltag herrscht? Die Feiertage waren ja wirklich toll, aber sie haben mich auch völlig durcheinander gebracht. Am Freitag war ich zeitweise fest überzeugt, es ist Dienstag. Ab heute läuft wieder alles normal und was darf da nicht fehlen? Richtig, die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja. 😉

Gibt es Erzähltechniken, die dich beim Lesen stören?

Im ersten Moment wusste ich nicht so richtig, was Svenja mit „Erzähltechnik“ meint. In ihrer Antwort hat sie aber zum Glück erklärt, dass Traumsequenzen für sie ziemlich nervig sind. Im Gegensatz zu ihr kann ich nicht pauschal eine Erzähltechnik benennen, die mich immer stört. Es hängt davon ab, wie gut das betreffende Buch ansonsten ist und wie gut eine bestimmte Technik zur Geschichte passt. Ein Beispiel: normalerweise lese ich gern Bücher, die aus der Ich-Perspektive geschrieben sind. Aber in „Die flüsternde Straße“ von Livi Michael fand ich diese Strategie ziemlich ungünstig, aus Gründen, die ich in der Rezension näher erläutern werde. „The Grapes of Wrath“ von John Steinbeck kann ich mir ohne die philosophischen Zwischenkapitel nicht vorstellen, aber andere AutorInnen hätten diesen Ansatz sicher nicht so überzeugend und tiefgründig umsetzen können. Es kommt auf das Gesamtbild an. Ich muss spüren, dass ein Autor oder eine Autorin sich etwas dabei gedacht hat, eine Erzähltechnik zu verwenden. Dann bin ich eigentlich bereit, alles zu akzeptieren, was mir vorgesetzt wird.
Trotz dessen gibt es natürlich Sequenzen, auf die ich mich mehr freue als auf andere. In „Gier“ von Arne Dahl gibt es ganze Kapitel, die nur aus jeweils einer E-Mail bestehen. Ich mochte diese Kapitel besonders, nicht nur, weil ich die Verfasserin sympathisch fand, sondern auch, weil ich bis zum Schluss herumgerätselt habe, wie sie sich in die Geschichte einfügen. Das hat Spaß gemacht. 🙂

Gibt es Erzähltechniken, die euch nerven? Oder empfindet ihr das ähnlich wie ich?

Ich freue mich wie üblich auf eure Meinungen, Gedanken und Kommentare! 🙂

 
 

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01. 01. 2015 – Das Kreuz mit dem X

Hallo ihr Lieben,
ein frohes neues Jahr wünsche ich euch! 😀 Für mich ist der Jahreswechsel nicht wirklich etwas besonderes, man geht abends ins Bett und steht morgens wieder auf, wie an jedem anderen Tag auch. Allerdings ist es schon irgendwie merkwürdig nach einem Jahr voller Bücher wieder bei Null anzufangen. In einem Punkt fange ich allerdings nicht wieder von vorn an, sondern mache weiter. Für die ABC-Challenge 2014/2015 habe ich noch 6 Monate Zeit, bin aber fast fertig. Drei Buchstaben des Alphabets fehlen noch: „I“, „O“ und „X“. Angesichts dessen, dass ich die Challenge so bald wie möglich beenden möchte, um das Ganze dann bei DarkFairy noch einmal zu spielen, habe ich heute begonnen, mir Gedanken über die fehlenden Buchstaben zu machen.

holz buchstaben„I“ und „O“ sind absolut kein Problem. Aber das „X“ ist wirklich eine Herausforderung. Die Regeln der Challenge erlauben, dass schwere Buchstaben auch innerhalb des Titels auftauchen dürfen und nicht nur am Anfang. Bisher musste ich diese Lockerung nicht nutzen und dabei würde ich es auch gern belassen. Das heißt, ich brauche ein Buch, dessen Titel mit einem „X“ beginnt. In meiner Liste findet sich nur dummerweise kein einziges.
Das sind die Momente meines Bücher-Lebens, in denen ich dankbar für meine Entscheidung bin, einen Buchblog zu führen. 😀 Denn jetzt kann ich mein Problem an euch weiterreichen und euch um Hilfe bitten.

Kennt ihr ein Buch, dessen Titel mit „X“ beginnt?

Ich bin für jeden Ratschlag dankbar und bin fast bereit, alles zu lesen, egal welches Genre. Ich will einfach nur diesen Buchstaben abhaken können und außerdem möchte ich flexibel sein und auch mal was Neues ausprobieren, wenn nötig. Laut Regeln zählen Artikel natürlich nicht, sowas wie „Der X-Faktor“ wäre also auch möglich.
Ich danke euch schon einmal für eure Vorschläge und freue mich auf viele neue Buch-Tipps! 😀

Alles Liebe,
Elli

(Bildquelle)

 
 

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