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Erica Spindler – Der Albtraum

2016-11-18-spindler-der-albtraum

Ich habe keine Ahnung, wann und wo ich „Der Albtraum“ von Erica Spindler gekauft habe. Das Buch lag ewig auf meinem SuB. Ich besitze es länger, als ich bei Goodreads angemeldet bin. Ich weiß, dass es während meiner intensiven Thriller-Phase bei mir landete, dann jedoch in Vergessenheit geriet, weil mein Interesse an diesem Genre abflaute. Als ich es jetzt hervorholte, waren meine Erwartungen bescheiden. Ich wollte damit lediglich eine Aufgabe des Lesebingos 2016 erfüllen: „Lies ein Buch, dessen Autor dieselben Initialen hat wie du“. Da Erica Spindler die einzige Autorin in meinem Regal ist, die dieselben Initialen hat wie ich, blieb mir keine andere Wahl.

Als Julianna New Orleans erreicht, ist sie 19 Jahre alt, allein und schwanger von einem Mörder. Sie versucht, sich an den Gedanken zu gewöhnen, bald für ein Leben außer ihrem eigenen verantwortlich zu sein. Es gelingt ihr nicht. Ihr Bauch wächst und mit ihm die Erkenntnis, dass sie keine Mutter sein möchte. Schon gar nicht die Mutter eines Kindes, dessen Vater völlig gestört ist. Sie wendet sich an eine Adoptionsagentur. Die Agentur empfängt Julianna mit offenen Armen. Es ist an ihr, eines der Paare auszuwählen, die sich mehr als alles andere auf der Welt ein Kind wünschen. Der Moment, in dem sie Richard und Kate Ryan erblickt, erscheint Julianna wie eine Offenbarung. Er ist der Richtige. Sie weiß es. Richard Ryan ist ihre Zukunft. Kate wird das Baby bekommen, das sie sich so sehr wünscht. Julianna wird Richard bekommen. Ein fairer Tausch. Sie fasst einen perfiden Plan, um Richard nach der Geburt des Babys für sich zu gewinnen, ohne zu ahnen, dass der Vater des Kindes, der Mann mit dem Codenamen Eis, bereits nach ihr sucht…

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2 Kommentare

Verfasst von - 30. November 2016 in Krimi, Rezension, Thriller

 

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Montagsfrage: Buchclub?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Hach, was freue ich mich, dass ich heute frei habe. Da die liebe Svenja aka Buchfresserchen ein paar Probleme mit ihrem Internet hat, ist die Montagsfrage wesentlich später als sonst online gegangen. Müsste ich arbeiten, hätte ich keine Chance, sie noch zu beantworten. Ich würde jetzt essen und mich dann fertig machen. Aaaaaber: ist ja nicht der Fall. 😀 Also, los geht’s:

Bist du in einem Buchclub?

Nein, bisher nicht, obwohl ich das gern ausprobieren würde. Leserunden sind ja nicht so mein Ding, weil mir die Muße fehlt, regelmäßig während einer Lektüre etwas zu posten. Das funktioniert eigentlich nur, wenn ich ein Buch mit einer einzigen weiteren Person lese, so als Buddy Read. Ich kann mir vorstellen, dass das ganz anders wäre, wenn ich die Chance hätte, ein Buch erst auszulesen und mich dann persönlich mit anderen darüber auszutauschen, schön gemütlich in einer Runde. Deswegen plane ich, der Otherland Buchhandlung am 12. August mal wieder einen Besuch abzustatten. Mit dem letzten Newsletter kam nämlich die Ankündigung für den ersten Termin des Otherland Speculative Fiction Book Club. Einmal monatlich soll ein englischsprachiges Buch gelesen und darüber gesprochen werden, ebenfalls in Englisch. Das erste Buch ist „Oryx and Crake“ (MaddAddam #1) von Margaret Atwood. Der Name der Autorin ist mir natürlich bereits begegnet, aber die Lektüre kenne ich bisher nicht. Der Klappentext klingt okay, von selbst würde ich es mir allerdings nicht zulegen. Da mir die Erfahrung eines richtigen Buchclubs jedoch wichtiger ist als die Lektüre selbst, bin ich gewillt, es zu versuchen. Ich warte jetzt eigentlich nur noch auf meinen Dienstplan für August, damit ich sicher sein kann, dass ich auch hingehen kann, bevor ich mir das Buch kaufe. Falls mir doch etwas dazwischen kommt, habe ich mir auch schon das nächste Buch angesehen, „All the Birds in the Sky“ von Charlie Jane Anders. Tatsächlich gefällt mir die Aussicht, dieses Buch zu lesen, sogar noch besser; es wäre also grundsätzlich kein Problem, wenn ich bis September warten müsste. Trotzdem wäre ich schon gern beim ersten Termin dabei. Drückt mir die Daumen, dass es klappt, dann kann ich die heutige Frage vielleicht bald mit „Ja“ beantworten. 😉

Seid ihr Mitglieder in Buchclubs?

Ich freue mich wie üblich sehr auf eure Anekdoten und Kommentare und kann es kaum erwarten, einen Beitrag zu finden, der mir erklärt, wie das eigentlich abläuft! 😀 Einen wundervollen Wochenstart für euch alle!
Alles Liebe,
Elli

 
 

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Montagsfrage: Unverhofft reich?

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich mach es heute kurz. Ich habe an diesem Feiertag noch ein bisschen was vor, also folgt jetzt die Antwort auf die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja und dann widme ich mich dem Tagesgeschäft. 😉

Unverhofft reich – welches Buch ist euch nur durch Zufall in die Hand gefallen und entpuppte sich als großartig?

Da fällt mir „Little Brother“ von Cory Doctorow ein. Diesen Jugendroman habe ich auf dem Mängelexemplar-Grabbeltisch einer Buchhhandlung entdeckt und mitgenommen. Lange, bevor ich begann, eine Wunschliste zu schreiben und nur noch danach zu kaufen. Mensch, das muss schon mehr als 5 Jahre her sein. Jedenfalls fand ich das Buch fantastisch. Es ist intelligent und sensibilisiert deutlich für Themen wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Überwachung und Sicherheit innerhalb sowie außerhalb des Internets. Doctorow erklärt bestimmte Mechanismen der Programmierung so, dass sie auch jeder Laie verstehen kann. Die Handlung ist spannend, absolut vorstellbar und heute aktueller denn je. Ich kann es wirklich von ganzem Herzen empfehlen, weshalb ich euch Cover und Klappentext herausgesucht habe.

Little BrotherMarcus, alias «w1n5t0n», ist 17, smart und ein begeisterter Gamer. Als Terroristen die Oakland Bay Bridge in San Francisco in die Luft sprengen, befinden er und seine Freunde sich zur falschen Zeit am falschen Ort. Agenten der Sicherheitsbehörde halten sie für verdächtig und verschleppen sie auf eine geheime Insel, wo sie tagelang verhört, schikaniert und gedemütigt werden. Als Marcus freikommt, hat sich San Francisco in einen Überwachungsstaat verwandelt. Jeder Bürger – ein potentieller Terrorist; Menschenrechte – zweitrangig; Freiheit – ein «Sicherheitsrisiko».
Marcus und seine Freunde können nicht akzeptieren, was geschehen ist – und beschließen, sich zu wehren. Mit Hilfe subversiver neuer Medien organisieren sie sich zu einer «Gamer-Guerilla». Ihr Plan: Sabotage der staatlichen Überwachung. Ihre Waffen: die Zukunftstechnologien. Ihr Ziel: der Sturz der Regierung.

Welches Buch entpuppte sich für euch als unverhoffter Schatz?

Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten; vielleicht entdecke ich beim Stöbern ja noch die eine oder andere brauchbare Empfehlung! 😉
Ich freue mich außerdem wie immer auf eure Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli

 
 

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Dave Eggers – The Circle

„The Circle“

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Autor: Dave Eggers

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 512

Verlag: Vintage

Sprache: Englisch

ISBN: 0804172293

Genre: Thriller & Realistische Fiktion > Politik & Soziales

ausgelesen am: 23.06.2014

Bewertung:

Der Autor Dave Eggers wurde mir wenig subtil von meinem ehemaligen Dozenten in amerikanischer Literatur empfohlen. Ihr hättet dabei sein müssen, als er anfing, von „Zeitoun“ und „The Circle“ zu schwärmen. So ein Leuchten in den Augen sehe ich sonst nur bei einer Person: mir selbst. 😉 Durch den Kurs vertraue ich seinem Urteil vorbehaltslos und wer einen Blick auf meine Wunschliste wirft, wird feststellen, dass „Zeitoun“ noch immer vermerkt ist. Thematisch trifft „The Circle“ für mich voll ins Schwarze, daher war ich maßlos neugierig und habe es als erste Lektüre von Dave Eggers ausgewählt.

Für Mae Holland ist ein Traum wahr geworden: dank ihrer College – Freundin Annie hat sie einen Job in der mächtigsten und populärsten Firma der Welt ergattert. The Circle ist mehr als nur ein Internet – Unternehmen, mit seinen revolutionären Ideen und Entwicklungen betrifft es täglich Millionen Menschen weltweit. Mae geht in The Circle völlig auf und merkt nicht, dass sie sich auf einen gefährlichen Weg begibt. Ihr Leben auf dem Campus der Firma rückt immer mehr nicht nur in ihren Fokus, sondern auch in den der Öffentlichkeit. Selbst als sich ihre Freunde und ihre Familie von ihr distanzieren, bleibt Mae The Circle treu. Während ihr Arbeitgeber das öffentliche Leben entscheidend in eine neue, grenzwertige Richtung lenkt, kommt unvermeidlich der Tag, an dem sie Prioritäten setzen muss. Wird Mae weiterhin zu The Circle stehen oder entscheidet sie sich für ein Leben außerhalb der Firma?

Dieses Buch hat mich völlig verstört und verängstigt. Ich weiß, das sind starke Worte, doch es sind die einzigen, die meine Gefühle treffen. Ich bin sehr froh, dass die Firma The Circle (noch) nicht existiert, denn am Beispiel von Mae beschreibt Dave Eggers erschütternd und eingängig, wie die Zukunft aussehen kann, beobachten wir nicht sehr genau, wie sich die Einflussnahme bestimmter Firmen entwickelt.
Anfangs wirkt Mae wie das einfache, nette Mädel von nebenan; ein bisschen planlos, etwas schüchtern und bis ins Mark beeindruckt von The Circle. Doch während sich die Handlung immer weiter zuspitzt, werden die LeserInnen hautnah Zeuge einer intensiven Gehirnwäsche. Es beginnt so harmlos, die Firma erscheint wie der perfekte Arbeitsplatz. Stück für Stück schleichen sich Szenen ein, die mir einen kalten Schauer über den Rücken jagten: Mae muss sich vor ihren Personalchefs dafür rechtfertigen, dass sie intime Details über den Krankheitsverlauf ihres Vaters (er leidet an Multiple Sklerose) nicht veröffentlicht; ein Kollege ist zutiefst verletzt, weil sie auf seine – nicht berufliche – E-Mail nicht antwortet und beruft eine Beratung mit ihrem direkten Vorgesetzten ein. Mae eignet sich eine beängstigend verdrehte Logik an und findet Entschuldigungen für alle Handlungsweisen ihrer Firma. Gleichzeitig glaubt sie, zu einer perfekteren Version ihrer selbst zu werden, in meinen Augen ist jedoch das genaue Gegenteil der Fall, ihre schlimmsten Eigenschaften treten zu Tage. Sie verkauft ihre Seele; verlernt den Unterschied zwischen Richtig und Falsch, denn der Zweck heiligt für The Circle alle Mittel. Sie bemerkt nicht einmal die zunehmende Distanz ihrer Eltern und Freunde.
Eggers hat mit „The Circle“ ein Buch geschaffen, das den bitteren Geschmack einer beklemmend realistischen Vorgeschichte einer Dystopie hinterlässt. Ich bewundere seine intelligente Weitsicht, seinen Blick für die Implikationen ursprünglich gut gemeinter Ideen, Erfindungen und Entwicklungen. Dabei ist das gesamte Werk spannend und aufregend; ich würde es als anspruchsvollen Pageturner bezeichnen. Es ist ihm großartig gelungen, sich als männlicher Autor in seine weibliche Protagonistin hineinzuversetzen und sie lebendig wirken zu lassen. Darüber hinaus hat er einen Sinn für subtile, feinsinnige Metaphern und Gleichnisse, die so unaufdringlich daher kommen, dass ich mir diverse Szenen bewusst vergegenwärtigen musste, um sie zu erkennen. Ich glaube, „The Circle“ ist ein Buch, das man wieder und wieder lesen kann und dabei jedes Mal neue Ebenen entdeckt.

Ich nehme unglaublich viel aus „The Circle“ mit, vor allem die Überzeugung, dass wir genau überlegen sollten, in was für einer Welt wir leben möchten. Geheimnisse und die eigene Privatsphäre sind keine Verbrechen an der Allgemeinheit, sie sind unser gutes Recht; niemals dürfen wir uns einreden lassen, es sei anders.
Dave Eggers Thriller ist ein wichtiges, äußerst intelligentes Buch, von dem ich allerdings befürchte, dass es viel zu wenige Menschen lesen werden und gleichzeitig die Parallelen zur Realität erkennen. Es hat mich sehr aufgeregt und war der perfekte Einstieg, um den Autor kennenzulernen.
Ich empfehle es allen LeserInnen weiter, die unsere moderne Zeit kritisch reflektieren und sich über die Vor – und Nachteile des Internet/Computer – Zeitalters bewusst sind oder werden möchten. Seid nicht wie Mae; schluckt und entschuldigt nicht alles, was euch vorgesetzt wird.

 

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Cory Doctorow – Little Brother: Homeland

„Little Brother: Homeland“

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Reihe: Little Brother #2

Originaltitel: Little Brother: Homeland

Autor: Cory Doctorow

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 480 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453268830

Genre: Thriller > Young Adult & Realistische Fiktion > Politik

ausgelesen am: 26.04.2014

Bewertung:

Meine erste literarische Begegnung mit dem Autor Cory Doctorow war einer dieser Zufälle im Leben, für die man im Nachhinein sehr dankbar ist. Sein Roman „Little Brother“ fiel mir auf einem Grabbeltisch einer großen deutschen Buchhandlungskette in die Hände; ich klopfe mir bis heute selbst dafür auf die Schulter, dass ich mir ab und zu die Zeit nehme, solche Tische mit preisreduzierten Büchern systematisch stapelweise durchzusehen.
Cory Doctorow schreibt sehr moderne Romane, die sich eingängig und nachvollziehbar mit Themen wie Datenschutz, Netzsicherheit und Privatsphäre beschäftigen. In „Little Brother“ zeigt er, wie schnell sich eine Stadt in einen Überwachungsstaat verwandeln kann und dass es nur beherzte Individuen wie Marcus Yallow braucht, um sich dagegen zu wehren. „Little Brother: Homeland“ ist nun die Fortsetzung von Marcus‘ Geschichte.

Zwei Jahre nach den Ereignissen in San Francisco, die Marcus Yallow zu einer Berühmtheit in der Hackerszene gemacht haben, sieht das Leben des jungen Computerspezialisten weniger rosig aus als erwartet: er musste sein Studium abbrechen, findet einfach keinen Job und auch seine Eltern sind arbeitslos geworden. Trotzdem fährt er gemeinsam mit seiner Freundin Ange auf das Burning Man Festival. Es ist dieses Festival mitten in der Wüste, das seine Existenz sogleich verbessert als auch verkompliziert: zwar wird ihm endlich ein Job als Webmaster bei einem unabhängigen Kandidaten für die Senatorenwahl anboten; doch trifft er dort auch Masha wieder, die ihm einen USB – Stick mit hochsensiblen Regierungsdaten übergibt. Marcus muss nun entscheiden, was er mit den Daten anstellt; veröffentlicht er sie, riskiert er damit erneut seine Sicherheit und gleichzeitig seine neue Anstellung. Während er noch darüber grübelt, wie er die Wahrheit ans Licht bringen kann, ohne selbst abermals ins Fadenkreuz der Regierung zu geraten, wird ihm die Entscheidung abgenommen: sein Laptop und das Netzwerk, in dem er die Daten aufarbeiten wollte, werden gehackt und Unbekannte stellen die Informationen für jeden sichtbar ins Internet. Die Lage spitzt sich dramatisch zu und Marcus muss wieder einmal einen Ausweg aus einer Situation finden, in der ihm sowohl die Regierung als auch wirtschaftliche Unternehmen auf den Fersen sind.

Ich bewundere Cory Doctorow zutiefst für seine Fähigkeit, komplizierte technische Vorgänge so zu erklären, dass sie im Grunde auch ein Laie verstehen kann. Er weckt in mir das Interesse und die Neugier für Programmierung und Hacking; er macht mich darauf aufmerksam, dass ich noch viel mehr für meine eigene Sicherheit im Netz tun kann und er vermittelt mir eine Ahnung davon, wie und wo ich anfangen kann, meine Kenntnisse zu erweitern. „Homeland“ führt den Aufruf des ersten Bandes „Little Brother“ nahtlos fort, sich für ein freies und offenes Netz einzusetzen. Der gesamte Roman strotzt nur so vor intelligenter Kritik an Regierung und Wirtschaft und demaskiert das amerikanische System schonungslos. In einer Zeit, in der wir uns in Deutschland mit den Veröffentlichungen des Whistleblowers Edward Snowden und dem daraus resultierenden NSA – Skandal auseinander setzen müssen, verdeutlicht Cory Doctorow scharfsinnig, dass die Datensammelwut von Regierungen und Unternehmen das Symptom eines wesentlich größeren Problems ist. Wir müssen Einschnitte in unsere Privatsphäre nicht kommentarlos hinnehmen, wir können uns wehren. Diese Botschaft wird durch Doctorows äußerst sympathischen und lebensechten Protagonisten übertragen; Marcus ist eine wunderbar ausgearbeitete, runde Figur. Glaubhaft lässt der Autor ihn zwischen seinem Gewissen und seinen Ängsten stehen; er hadert mit der immensen Verantwortung, die er unfreiwillig trägt.
Darüber hinaus haben mich die Ausmaße der beschriebenen Demonstrationen regelrecht mitgerissen; ich bekam eine Gänsehaut, als ich mir vorstellte, wie es sein muss, mit hunderttausenden von Menschen gemeinsam für das gleiche Ziel auf die Straße zu gehen. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass ich das eines Tages selbst erleben darf.

„Little Brother: Homeland“ bekommt von mir ohne zu zögern fünf Sterne, weil der Roman mich wirklich berührt und auch beeinflusst hat. Es kommt nicht oft vor, dass ein Buch bleibende Spuren bei mir hinterlässt, die über simplen Unterhaltungswert hinausgehen, doch Cory Doctorows Thriller hat es geschafft. In meinen Augen ist es ein wichtiges Werk, das den Zeitgeist zielsicher erfasst und für die aktuellen Problematiken unserer modernen Gesellschaft sensibilisiert.
Ich möchte sowohl „Homeland“ als auch den Vorgänger „Little Brother“ allen meinen LeserInnen ans Herz legen, auch denjenigen, die mit Hardware und Software eigentlich nichts am Hut haben. Beide Romane sind tolle Einsteigerwerke in die faszinierende Welt der Programmierung, die von Cory Doctorow anhand einer spannenden und mitreißenden Handlung leicht verständlich dargestellt wird.

 

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