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Montagsfrage: Erfahrungen mit Selfpublishern?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Kennt ihr das Gefühl, ewig in einem Buch festzustecken? So ergeht es mir mit meiner letzten Lektüre „The Red Wolf Conspiracy“ von Robert V.S. Redick, die ich heute Morgen endlich beendet habe. Ich weiß gar nicht, was genau das Problem war. Darüber muss ich noch mal nachdenken, bevor ich die Rezension schreibe. Ich mochte das Buch, aber irgendwie kam ich nur sehr langsam voran. So langsam, dass ich mich jetzt wirklich darauf freue, ein neues Buch aussuchen zu können. Bevor ich meine Bibliothek nach der nächsten Geschichte durchforste, beantworte ich aber erst einmal die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Was sind eure Erfahrungen mit self-publishing Autor_innen?

Hmm, wie fasse ich das am besten zusammen? Über die Jahre, die es meinen Blog nun schon gibt, habe ich definitiv einige Erfahrungen mit Selfpublishern gesammelt, über ganz verschiedene Kanäle. Ich habe Autor_innen kennengelernt, die mir ihr selbstveröffentlichtes Buch persönlich per Mail zur Rezension angeboten haben, ich fand Bücher bei Netgalley, die im Selbstverlag erscheinen sollten (Netgalley ist eine Plattform, die Vorabexemplare zur Rezension anbietet) und ich bin durch Buchcommunities wie Goodreads selbst auf Selfpublisher aufmerksam geworden. Außerdem helfe ich gerade meiner lieben Schwester im Geiste, DarkFairy, ihr erstes Buch im Selbstverlag auf den Markt zu bringen – ich habe mich als Testleserin angeboten und unterstütze sie mit Korrektorat/Lektorat. Dazu wird es in absehbarer Zukunft natürlich einen ausführlichen Bericht geben. 😉

Grundsätzlich bin ich Selfpublishern gegenüber folglich aufgeschlossen, obwohl ich Antonia zustimme, dass es nicht immer ganz einfach ist, mit dieser speziellen Nische des Buchmarktes in Kontakt zu treten. Das liegt meiner Ansicht nach schlicht daran, dass Selbstverleger_innen normalerweise nicht dieselben Mittel für Werbemaßnahmen zur Verfügung stehen, auf die Verlage zurückgreifen können. Wer Lust hat, mal ein bisschen in die Möglichkeiten selbstorganisierter Autor_innen hineinzuschnuppern, sollte unbedingt mal auf der Website von Laura Newman vorbeischauen, die dort sehr detaillierte und offene Dokumentationen ihrer Werbestrategien veröffentlichte (HIER). Ich fand ihre Berichte äußerst interessant. Aber zurück zum Thema. Letztendlich begegnen mir selbstverlegte Bücher auf denselben Wegen wie Bücher, die von einem großen Verlag veröffentlicht wurden. Der Unterschied besteht in der Frequenz. Verlagswerke haben es zweifellos leichter, weil sie mehr oder weniger aggressiv beworben werden, in Verlagsvorschauen auftauchen und die Autor_innen meist einfach bekannter sind. Ein kleines Selfpublishing-Exemplar muss schon verflixt gut sein, um sich daneben behaupten zu können.

Deshalb finde ich das Konzept von Netgalley genial. Dort werden alle Bücher gleichberechtigt angepriesen und man kann sich mit ein bisschen Zeit nach Lust und Laune für eine bunte Mischung von Vorabexemplaren bewerben. Ich gönne mir den Spaß in unregelmäßigen Abständen,  klicke mich durch ihr Angebot und bewerbe mich, wenn Genre, Cover und Inhaltsangabe mein Interesse wecken. Was leider nicht funktioniert, ist, sich ausschließlich Selfpublisher anzeigen zu lassen. Man muss hier also genauso viel Geduld aufbringen wie auf anderen Seiten, zum Beispiel Amazon. Ich kenne keine Plattform, auf der man gezielt nach Büchern im Selbstverlag stöbern kann. Vielleicht wisst ihr da mehr?

Widmen wir uns nun der Qualität. Ich habe dazu natürlich keine Statistik aufgestellt, aber ich denke, rechne ich es hoch, sind selbstveröffentlichte Bücher ebenso oft schlecht oder gut wie Bücher, die bei einem Verlag eine Qualitätsüberprüfung absolviert haben. Das Vorurteil, dass Selfpublisher den Markt sowieso nur mit Mist überschwemmen, der lediglich von Blutsverwandten für gut befunden werden kann, kann ich nicht bestätigen. Einige populäre Autor_innen begannen ihre Karriere als Selbstverleger_innen, darunter Andy Weir, dessen Roman „The Martian“ mit Matt Damon in der Hauptrolle verfilmt wurde und Becky Chambers, deren Debüt „The long way to a small, angry planet“ für unzählige Preise nominiert wurde. Beide kamen letztendlich bei Verlagen unter. Die Art der Veröffentlichung sagt überhaupt nichts über die Qualität der Geschichte aus. Es mag sein, dass selbstverlegte Bücher weniger Feinschliff besitzen und sicher gibt es die berüchtigten Schundromane, die von der Mutti über den grünen Klee gelobt wurden, in Wahrheit allerdings kaum als Brandmaterial taugen, aber es lohnt sich dennoch, sie nicht grundsätzlich abzulehnen. Diamanten findet man nun mal im Dreck. Ich würde jetzt gern konkrete Beispiele nennen, da ich jedoch wenig darüber nachdenke, wie ein Buch erschienen ist, will mir dummerweise nichts einfallen. Ich bin schließlich nicht grundlos stolz darauf, jedem Werk erst einmal dieselbe Chance einzuräumen.

Nichtdestotrotz muss ich zugeben, dass ich Rezensionsanfragen von Selfpublishern mittlerweile sehr kritisch beurteile, vielleicht kritischer, als ich es bei Angeboten von Verlagen tue. Ich nehme diese Anfragen nur noch sehr selten an. Einige ignoriere ich von Vornherein, weil es mich ärgert, wenn mein Blog in diesen Mails gelobt wird, mir dann aber beispielsweise ein Liebesroman angedreht werden soll. Hätte die betreffende Person meinen Blog nämlich aufmerksam gelesen, wüsste sie, dass ich Liebesromane meide. Wer etwas von mir will, sollte sich zumindest die Mühe machen, herauszufinden, ob ich die richtige Adresse dafür bin. Das kommt in den letzten Jahren glücklicherweise nicht mehr oft vor. Allzu ambitionierte Projekte sortiere ich ebenfalls aus, denn ich habe wirklich keine Lust, nach Ankündigungen, man würde „die Fantasy neu erfinden“, enttäuscht zu werden. Ich bin misstrauisch, weil meine Logik mir sagt, wäre das Buch tatsächlich so revolutionär, hätte es doch einen Verlag gefunden. Das ist vermutlich ein bisschen unfair, aber meine Lesezeit ist mir zu kostbar, um sie mit pseudo-originellen Geschichten zu verschwenden. Je länger ich darüber nachdenke, desto deutlicher kristallisiert sich heraus, dass mir wirklich selten selbstverlegte Bücher per Mail angeboten werden, die mein Interesse wecken. Also lehne ich den Großteil ab oder mache mir gar nicht erst die Mühe, zu antworten – immer dann, wenn ich glaube, dass es sich dabei sowieso nur um eine Rundmail handelt, in der lediglich die Anrede angepasst wurde. Ich habe mit Selfpublishern, die ich selbst entdeckt habe, wesentlich bessere Erfahrungen gemacht.

Welche Erfahrungen konntet ihr mit Selfpublishern sammeln?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen grandiosen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

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Aileen P. Roberts – Das magische Portal

Rezensionsheader Das magische Portal

Aileen P. Roberts war das Pseudonym der deutschen Fantastik-Autorin Claudia Lössl, die tragischerweise im Alter von 40 Jahren am 05. Dezember 2015 verstarb. Sie hinterließ ihren Ehemann Stephan, mit dem sie unter dem Sammelpseudonym C.S. West ebenfalls fantastische Romane verfasste, und ihre Tochter. Die Schriftstellerin litt unter einer schweren Krankheit, wovon offenbar nicht einmal ihr Verlag Goldmann Kenntnis hatte. Die Nachricht ihres Todes überraschte Fans wie Verleger gleichermaßen. Ich möchte ihrer Familie an dieser Stelle mein tief empfundenes Beileid aussprechen. Ich wusste nicht, dass sie nicht mehr unter uns weilt, als ich „Das magische Portal“, den ersten Band der „Weltennebel“-Trilogie, las. Durch ihre Bücher bleibt sie auf ewig in Erinnerung.

Was hat die unscheinbare Mia bloß an sich, dass sich Darian zu ihr hingezogen fühlt? Weder entspricht sie seinem Typ, noch verkehrt sie in denselben sozialen Kreisen. Er ist beliebt und wohlhabend, sie hingegen wird von allen „die Vogelscheuche“ genannt. Als sie sich auf einer Studienreise nach Schottland näherkommen, erkennt Darian, dass sein Interesse an Mia über eine harmlose Schwärmerei hinausgeht. Sie verbirgt ein unglaubliches Geheimnis: sie ist kein Mensch. Sie stammt aus einem magischen Land namens Albany, dessen königliche Familie vor 25 Jahren Opfer einer heimtückischen Verschwörung wurde. Nur der jüngste Prinz überlebte und wurde durch den Weltennebel in Sicherheit gebracht. Von Verzweiflung getrieben offenbart sie Darian die Wahrheit: er ist Albanys verschollener Prinz, der Thronerbe und muss schnellstmöglich zurückkehren, um sein geknechtetes Volk zu erlösen. Obwohl Mias Geschichte verrückt klingt, glaubt Darian ihr. Doch die Reise nach Albany fordert Opfer und schon bald muss Darian einsehen, dass er in seiner Heimat vielleicht nicht willkommen ist…

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Montagsfrage: Diversität – gelungen oder misslungen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe eins der coolsten Geburtstagsgeschenke ever bekommen! Ich habe ja am Sonntag genullt (30), kann nun nicht mehr leugnen, erwachsen zu sein und weil erwachsene Menschen anspruchsvolle Literatur konsumieren (*hüstel*), dachten sich meine Eltern wohl, sie unterstützen meinen Ehrgeiz und schenken mir etwas, das mich motiviert, Klassiker zu lesen. Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Rubbel-Posters der 99 Bücher, die man gelesen haben muss. Das ist richtig toll, auf dem Poster sind 99 moderne und historische Klassiker abgebildet. Aber die Cover sind großteils versteckt, wie bei einem Rubbellos. Nur Titel und Autor sind sichtbar. Wenn man eins der Bücher gelesen hat, darf man das Cover freirubbeln und kann so wunderbar visuell dokumentieren, welche Fortschritte man macht. Ich war überrascht, dass ich bereits 19 der 99 Bücher gelesen habe. Ich dachte, es wären weniger. Jedenfalls finde ich das total super und freue mich riesig darüber. Da sag mal noch einer, man könne Bücherwürmern ja ohnehin nichts schenken außer Büchern. 😉
Zum Start in mein neues Lebensjahr und die neue Woche widme ich mich nun hochmotiviert der (späten) Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Pride Month Edition: Wie geht Representation (nicht)?

Selbst ich als stinklangweilige Hete habe mitbekommen, dass im Juni Pride Month ist. Persönlich betrifft mich das natürlich nur am Rande, aber ich fühle solidarisch mit allen Menschen, die in der Gesellschaft global ausgegrenzt, diskriminiert und verfolgt werden, weil sie nicht der Heteronormativität entsprechen. Das ist Unrecht und deshalb lasse ich mich auch gern auf dem Berliner Christopher Street Day blicken: um zu zeigen, dass soziale Gerechtigkeit keine Sache von Minderheiten ist, sondern uns alle angeht. Ich freue mich daher sehr über die heutige Frage, obwohl ich, um sie zu beantworten, der später erscheinenden Dienstags-Rezension vorgreifen muss. Denn wenn jemand meiner Meinung nach begriffen hat, wie Repräsentation literarisch funktioniert, ist es Alex Marshall.

Alex Marshall heißt eigentlich Jesse Bullington und ist der Autor der epischen Fantasy-Trilogie „The Crimson Empire“, deren erster Band auf Deutsch als „Blut aus Silber“ erschienen ist. Ich habe alle drei Bände gelesen, die ausstehende Rezension für Dienstag bespricht den letzten Band „A War in Crimson Embers“. Daher habe ich auch ausführlich zum Autor recherchiert, wie es eben meine Art ist. Jesse Bullington ist heterosexuell, weiß und männlich. Normalerweise interessiert mich das selten (und wenn, dann leider eher aus negativen Gründen), aber in diesem Kontext ist es bemerkenswert, weil er mit seiner Trilogie das erklärte Ziel verfolgte, die Vielfältigkeit unserer Realität abzubilden, ohne Diskriminierung und Intoleranz zu reproduzieren. Ganz gelang ihm das nicht, weil ein Volk seines Univerums, des Sterns, durchaus unter Rassismus leidet, doch sexualisierte Gewalt, Homophobie, Transphobie und Frauenfeindlichkeit sucht man dort vergebens. Die meisten Führungspositionen sind von Frauen besetzt, die vorherrschende sexuelle Orientierung ist Bisexualität und Transsexualität ist so natürlich integriert, dass mir bei einer Figur erst sehr spät aufging, dass sich Geschlecht und Gender unterscheiden. Ich finde es großartig, dass Marshall bewusst entschied, die gender- und geschlechtbasierten Konflikte der Wirklichkeit auszuklammern und zu beweisen, dass er dennoch eine spannende Geschichte erzählen kann.

Es gab jedoch Stimmen, die das anders sahen. Ich habe Rezensionen von Leser_innen gelesen, die Marshall vorwarfen, sein Universum sei „nicht wirklich“ gleichberechtigt. Diese bemängelten, es reiche nicht, Frauen als Anführerinnen zu inszenieren, während die Männer nicht allzu gut wegkommen und alle Figuren bisexuell und promiskuitiv zu machen. Ich habe mir sehr lange den Kopf über diese Aussagen zerbrochen, mich daran abgearbeitet und analysiert, was das Zeug hält, weil ich herausfinden wollte, was mich daran störte. Ich finde nicht, dass Männer in „The Crimson Empire“ als Witzfiguren herhalten müssen. Okay, sie führen ausnahmsweise mal weder Königreich noch Armee, aber wen juckt das? Als Teufels Advokat möchte ich daran erinnern, dass kein Hahn danach gekräht hätte, wäre das traditionell patriarchalische System der Fantasy mal wieder bestätigt worden. Ich habe außerdem bereits erwähnt, dass ich Bisexualität für die vorherrschende sexuelle Orientierung des Sterns halte. Ich hatte nicht das Gefühl, dass Marshall strategisch platzierten Figuren ein Interesse für beide Geschlechter auf den Leib schusterte. Die sexuelle Offenheit des Sterns ist meiner Ansicht nach eine Konsequenz der beneidenswerten Toleranz dieses Universums. Wo sich niemand verstecken muss, tut es auch keiner. Logisch.

Im Endeffekt kam ich allerdings zu dem Schluss, dass all diese Argumente nur um den Kern des Themas kreisen. Die Frage, ob der Stern gleichberechtigt „genug“ ist, beantwortet sich nicht dadurch, wer wen liebt und welche Rolle erfüllt. Gelungene literarische Diversität und Gleichberechtigung hängen nicht primär davon ab, ob Figuren auftauchen, die schwul, lesbisch, trans, polyamor oder was auch immer sind, sondern von ihrer dynamischen Interaktion mit der Welt, in der sie leben. Beispielsweise ist Homophobie in einem Buch für mich nur dann akzeptabel, wenn diese eindeutig und fundiert kritisiert wird. Der Stern ist meiner Meinung nach nicht nur deshalb gleichberechtigt und divers, weil eine Vielfalt von Lebensentwürfen abgebildet wird, sondern hauptsächlich, weil diese dort niemanden auch nur im Geringsten interessieren. Es ist allen egal, unter einer Frau in den Krieg zu ziehen. Es ist allen egal, dass es Kämpferinnen gibt, die äußerlich männlich sind. Es ist allen egal, dass eine Figur sich gleich doppelt verliebt, in zwei sehr unterschiedliche Personen. Niemand spricht darüber und das ist für mich das herausstechendste Zeichen für Toleranz und Gleichberechtigung: es ist so normal, dass es nicht mal ein paar Worte wert ist.

Deshalb teile ich die Meinung der anderen Rezensent_innen nicht und kann ihnen nur raten, mal einen Schritt zurückzugehen und das große Ganze zu betrachten, statt sich daran aufzuhängen, dass es mehr Heldinnen als Helden gibt. Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass es auf dem Stern verflixt noch mal NIEMANDEN. KÜMMERT. Wenn die Figuren das hinkriegen, sollten wir als Leser_innen auch dazu in der Lage sein, oder nicht? Alex Marshall thematisiert Intoleranz und Diskriminierung, indem er sie eben nicht thematisiert. Das ist bewundernswert, Punkt. Wer etwas anderes behauptet, hat meiner Ansicht nach überhaupt nichts verstanden.

In welchen Büchern ist eurer Meinung nach die Repräsentation von Diversität gelungen oder mächtig in die Hose gegangen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen eine hervorragende Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Marissa Meyer – Fairest

Rezensionsheader Fairest

Als Marissa Meyer begann, die „Lunar Chronicles“ zu schreiben, wusste sie, dass die zentrale Antagonistin ihrer Geschichte auf der bösen Königin aus „Schneewittchen“ basieren würde. Ihre Figur faszinierte sie. Welche Frau würde so großen Wert auf Schönheit legen, dass sie bereit wäre, all diese furchtbaren Dinge zu tun? Was müsste dieser Frau zugestoßen sein, um diese Skrupellosigkeit zu entwickeln? Meyer gab ihrer bösen Königin den Namen Levana. Sie konzipierte ihre Biografie mental parallel zu den Heldinnen ihrer Reihe, stieß mit dieser Taktik jedoch an eine Grenze, als sie den letzten Band „Winter“ schrieb. Einige Szenen bereiteten ihr Schwierigkeiten. All diese Szenen hatten eines gemeinsam: sie drehten sich um Levana. Um ihre Blockade aufzulösen, entschied die Autorin, Levanas Hintergrundgeschichte auszuformulieren. Das Ergebnis ist der Zwischenband „Fairest“, den man laut Meyer nicht zwangsläufig zwischen „Cress“ und „Winter“ lesen muss, der allerdings gewisse Entwicklungen in „Winter“ verständlicher gestaltet. Ich hielt mich an Meyers Empfehlung und las „Fairest“ nach „Cress“.

Cinder und ihre Verbündeten kennen Königin Levana als skrupellose, kaltherzige Herrscherin des Reiches Luna. Doch einst war sie ein junges Mädchen voller Hoffnungen und Träume. Am Hofe Lunas war sie unsichtbar. Sie wollte geliebt werden, sehnte sich nach Aufmerksamkeit und Respekt. Sie wurden ihr verwehrt. Ihre Einsamkeit vergiftete ihre Seele, bis sie vor nichts mehr zurückschreckte, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Dies ist ihre Geschichte, eine Geschichte voller Tragik und Leid. Denn niemand wird als böse Königin geboren.

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Ralph »Sonny« Barger – Hell’s Angel: Mein Leben

Rezensionsheader Hells Angel Mein Leben

Ich könnte heute nicht mehr sagen, wann mein Interesse am Motorradclub Hell’s Angels begann. Ich gehe davon aus, dass Hunter S. Thompsons literarische Reportage „Hell’s Angels“ großen Anteil daran hatte, die ich las, als ich etwa 20 Jahre alt war. Der exzentrische Journalist reiste in den 60er Jahren mit dem Club. Seine Schilderungen faszinierten mich. Er malte das Bild wilder, unbeugsamer, freiheitsliebender Männer, die sich von niemandem etwas sagen ließen und eigene Gesetze schrieben. Ihre Lebensauffassung brachte meinen eigenen Freiheitsdrang, der in meiner Jugendzeit stark ausgeprägt war, zum Singen. Ich sah in ihnen moderne Piraten, Rebellen und fühlte mich zu ihren Idealen hingezogen.

Es dauerte Jahre, bis ich bereit war, einzusehen, dass meine romantischen Vorstellungen der Hell’s Angels vollkommen verklärt waren. In den Medien häuften sich Berichte von kriminellen, mafiaähnlichen Strukturen, schweren Straftaten wie Zuhälterei, Drogen- und Waffenhandel und blutigen Fehden, die nicht selten in Rachemorden gipfelten. Ich fühlte mich desillusioniert und enttäuscht. Diese Nachrichten hatten nichts mit der sympathischen Bande ruppiger Aussteiger zu tun, die ich in „Hell’s Angels“ kennengelernt hatte. Heute weiß ich, dass ich das immense kriminelle Potential des Clubs, das sich bereits in den 60ern andeutete, einfach ignorierte. Ich wollte es nicht sehen.

Mit der Erkenntnis kam die Ernüchterung. Je öfter ich Nachrichten sah oder las, die die gewalttätigen oder illegalen Exzesse der Hell’s Angels dokumentierten, desto weniger verstand ich, wie aus einem Haufen Verlierer, die der Gesellschaft freiwillig den Rücken gekehrt hatten, eine strikt organisierte, globale, kriminelle Vereinigung werden konnte. Diese Frage beschäftigt mich noch immer. Deshalb nahm ich mir im Februar 2019 die biografischen Aufzeichnungen des Mannes vor, der es meiner Ansicht nach am besten wissen musste: Ralph »Sonny« Barger, Gründungsmitglied und langjähriger Präsident der Hell’s Angels.

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Scott Westerfeld – Uglies

Rezensionsheader Uglies

Ich habe einen interessanten Zeitpunkt gewählt, um „Uglies“ von Scott Westerfeld zu lesen. Das Buch ist mittlerweile 14 Jahre alt und Auftakt der gleichnamigen „Uglies“-Tetralogie. Es lag recht lange auf meinem SuB, etwa dreieinhalb Jahre, weil meine Begeisterung für Young Adult – Dystopien seit dem Kauf deutlich abflaute. Als ich es im Februar 2019 aus dem Regal holte, folgte ich einer spontanen Eingebung meines Bauches. Das Timing hätte nicht besser sein können, denn während meiner Recherchen zum Autor fand ich heraus, dass Westerfeld im September 2018 begann, eine neue Tetralogie namens „Impostors“ im „Uglies“-Universum zu veröffentlichen, die bis 2021 vollständig erscheinen soll. Wir werden sehen, ob er mich so lange bei der Stange halten kann. Mit „Uglies“ erlebte ich auf jeden Fall einen vielversprechenden Start.

Alle Menschen wollen schön sein. Die beinahe 16-jährige Tally ist da keine Ausnahme. Nur noch ein paar Wochen trennen sie von ihrem neuen Gesicht und ihrem neuen Ich. Schluss mit ihrem Dasein als Ugly! Sie wird eine Pretty sein, in New Pretty Town leben und nur noch Spaß haben. Es ist so großzügig von der Regierung, allen Einwohner_innen zu ihrem 16. Geburtstag eine umfangreiche Schönheitsoperation zu schenken! Ist es doch – oder nicht? Tallys Freundin Shay hat Bedenken, denn der Eingriff ist keineswegs freiwillig. Kurz vor ihrer OP läuft sie davon, um in der Wildnis zu leben und bringt Tally damit in ernste Schwierigkeiten. Die Regierung stellt sie vor die Wahl: entweder, sie findet Shay und verrät ihre Freundin oder sie wird niemals operiert werden. Tally muss sich entscheiden. Wird sie Shay opfern, um pretty zu sein?

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Montagsfrage: Die perfekte Buchhandlung?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Meine Eltern haben mir gestern erzählt, dass der Literaturkritiker Denis Scheck für sein ARD-Magazin „Druckfrisch“ George R.R. Martin getroffen hat. Die Sendung wurde gestern Abend ausgestrahlt, allerdings so spät, dass es für mich als fleißige Arbeitsbiene keine Option war, sie mir anzusehen. Nun könnte ich sie wahrscheinlich über die ARD-Mediathek streamen. Ich bin mir aber unsicher, ob das wirklich eine gute Idee ist. Es gibt kaum einen Autor, der mich so aufregt wie George R.R. Martin. Seinetwegen kann ich mich richtig in Rage reden, weil es mich maßlos erzürnt, wie gleichgültig er sich den Fans seiner Bücher gegenüber gibt. Wir warten schon so lange auf „The Winds of Winter“ und er zieht los, verdient sich eine goldene Nase bei HBO, schreibt fleißig andere Bücher und fällt unangenehm mit genervten Aussagen auf. Ich fürchte, dass mich das Interview bloß zu einer weiteren wütenden Tirade verleitet. Und doch… er KÖNNTE (und das ist ein dicker, stark hypothetischer Konjunktiv) sich zu „The Winds of Winter“ äußern und das möchte ich nicht verpassen. Was meint ihr, soll ich das Risiko eingehen oder lieber drauf verzichten?
Während ich abwege, was die richtige Entscheidung ist, möchte ich euch heute ein weiteres Mal mit meiner Antwort zur Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise erfreuen. 😉

Was macht eine gute Buchhandlung aus?

Ich suche noch immer nach der Buchhandlung meiner Träume. Bisher habe ich nicht das gesegnete Paradies gefunden, das ich mir vorstelle. Ich muss allerdings gestehen, dass das eventuell an meinen – zugegeben – etwas unrealistischen Erwartungen zusammenhängt. Ich präsentiere euch die Liste meiner Anforderungen an die perfekte Buchhandlung:

1. Leicht erreichbar: Entweder zu Fuß oder in maximal 20 Minuten mit den Öffentlichen, wenn die Verbindung schlecht ist.

2. Günstig: Neben den normalen Neupreisen wünsche ich mir eine Gebraucht-Abteilung, in der ich Schnäppchen für 3-5€ schießen kann.

3. Flexibel: Die Öffnungszeiten sollten es mir ermöglichen, auch mal vor oder nach der Arbeit vorbeizuschauen.

4. Vielfältig: Ich möchte eine hervorragende Auswahl, die all meine literarischen Interessen abdeckt, inklusive englischer Lektüre.

5. Freundlich und hilfreich: Alle Mitarbeiter_innen sollten sich darüber freuen, dass ich da bin. Ich möchte, dass man mir hilft, die Bücher zu finden, die ich suche, aber auch Bücher empfiehlt, die ich gar nicht kenne. Im Idealfall entwickelt sich mit der Zeit ein stabiles Vertrauensverhältnis.

6. Gemütlich: Ich will mich wohlfühlen und eine kuschelige Atmosphäre vorfinden, die dazu einlädt, direkt vor Ort ein Buch aufzuschlagen und ein paar Stunden zu lesen.

Das Hauptproblem ist Punkt 4. Es gibt sicher viele Buchläden, die meine restlichen Wünsche erfüllen, aber all meine literarischen Interessen abzudecken, ist für eine kleine Buchhandlung sehr schwierig, weil ihr Sortiment normalerweise handverlesen oder sehr spezifisch ist. Das betrifft dann natürlich auch meine Gebraucht-Ecke, denn meiner Erfahrung nach ist das eine Entweder-Oder-Situation. Entweder ein Buchladen, der nur gebrauchte Bücher verkauft oder ein Buchladen, der nur Neuware verkauft. Deshalb lande ich am Ende doch immer wieder bei Medimops und Amazon.

Wenn ihr bereits eure Wunschbuchhandlung gefunden habt, Glückwunsch! Wie sieht sie aus? Erzählt es mir, ich bin neugierig!

Was sind eure Anforderungen an den perfekten Buchladen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen hervorragenden Wochenstart!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Meinungsänderungen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Am Wochenende ist Ostern. In Berlin bedeutet das natürlich kaum mehr als Schokoladenosterhasen in den Regalen, bunte Eier überall und freie Tage, da der christliche Glaube hier kaum praktiziert wird, aber ich wüsste gern, wie ihr Ostern feiert. Besucht ihr eine Kirche? Sucht ihr Eier? Stopft ihr euch mit Schoki voll? Außerdem habe ich überlegt, ob es eigentlich österliche Literatur gibt. Grundsätzlich lesen einige von euch ja gern saisonal, trifft das auch auf dieses Fest zu? Erzählt mir doch, ob ihr eure Lektüre passend dazu auswählt und falls ja, welche Bücher das sind. Ich bin wirklich neugierig! 🙂
Während ihr noch über Ostern grübelt, widme ich mich schon mal der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Gibt es einen Autor oder eine Autorin, den/die du früher sehr bewundert hast, heute aber kritischer siehst?

Bewunderung ist vermutlich ein zu starkes Wort, aber meine Meinung von James Frey hat sich maßgeblich verändert, seit ich herausgefunden habe, wie er junge Autor_innen behandelt. Ihr kennt ihn vielleicht durch seine YA-Trilogie „Endgame“, mir hingegen fiel er als Autor der „Lorien Legacies“ auf, der sich hinter dem Pseudonym Pittacus Lore verbirgt. Die Geschichte seiner Karriere ist lang und kompliziert. Ich möchte hier nicht allzu weit ausholen, doch ein paar Fakten muss ich bereitstellen, damit ihr versteht, wieso ich diesen Mann dermaßen abstoßend finde, dass ich ihn auf meine persönliche schwarze Liste gesetzt habe.

James Frey wurde berühmt durch seine Autobiografie „A Million Little Pieces“. Bestseller, internationale Aufmerksamkeit, ein Auftritt bei Oprah, das ganze Paket. Dann wurde allerdings bekannt, dass dieses Buch gar nicht so autobiografisch ist, wie Frey behauptete. Einige Schlüsselszenen, die sich mit seiner angeblich kriminellen Vergangenheit und seinem Drogenentzug beschäftigen, sind hemmungslos ausgeschmückt und übertrieben. Frey hatte gelogen, im großen Stil. Ihm schlug eine Welle der Empörung entgegen; er wurde mehr oder weniger aus dem literarischen Geschäft in den USA verbannt. Frey verkraftete diesen Rückschlag sehr schlecht. Er zog sich eine Weile zurück, war verletzt, gedemütigt und zornig, weil sein Traum, ein beachteter Autor zu werden, geplatzt war.

Nach einer Phase des Schmollens beschloss Frey, zurückzuschlagen und sich an der gesamten Buchbranche zu rächen. Er gründete die Firma Full Fathom Five. Dieses Unternehmen funktioniert als eine Art Literaturwerkstatt: Autor_innen sind dort angestellt und produzieren hochkommerzielle, marktorientierte Bücher im YA-Segment, die den Mainstream-Geschmack befriedigen, ohne über irgendeinen Mehrwert zu verfügen. Es sind Geschichten, die Geld drucken, statt zu berühren. Dieses Geschäftsmodell widerspricht selbstverständlich meinen romantischen Vorstellungen von der Entstehung von Literatur, aber es ist per se kein Teufelswerk. Im Gegenteil, ich verstehe, dass ein Job bei Full Fathom Five jungen Autor_innen attraktiv erscheint, um sich erst einmal einen Namen zu machen und sich ein finanzielles Polster zu schaffen. Deshalb lehne ich James Frey nicht ab. Mein Problem besteht in den Verträgen, die dort mit aufstrebenden Schriftsteller_innen geschlossen werden/wurden.

Wer für Full Fathom Five schreibt, verkauft seine Seele. Die Kontrolle liegt beim Unternehmen, nicht bei den Autor_innen. Sie treten alle Urheberrechte ab, müssen Änderungswünsche minutiös und punktgenau umsetzen, werden unterirdisch bezahlt, haben keine Entscheidungsgewalt bezüglich der Verwendung von Pseudonymen und so weiter und so weiter und so fort. Meiner Meinung nach ist Full Fathom Five ein Ausbeuterbetrieb, der die Träume von Nachwuchsschriftsteller_innen ausnutzt. Ich finde das zutiefst verwerflich, abscheulich und ethisch fragwürdig. James Frey hat meiner Ansicht nach überhaupt kein Interesse daran, jungen Talenten bei den ersten Schritten auf dem Weg zu ihrer großen Karriere zu helfen. Er will Geld scheffeln und der Buchbranche, die ihn schlecht behandelte, so viel nichtssagende Literatur in den Rachen stopfen, bis sie daran erstickt. Das ist menschlich die allerunterste Schublade und damit möchte ich nichts zu tun haben. Deswegen lese ich grundsätzlich keine Bücher mehr, die von Full Fathom Five auf den Markt geworfen werden und versuche, die Wahrheit über James Frey so weit wie möglich zu verbreiten.

Falls ihr euch für die gesamte Geschichte interessiert, möchte ich euch meine Beitragsserie aus 2016 ans Herz legen, in der ich detailliert beschreibe, wie James Frey von einem Bestseller-Autor zum Enfant terrible der US-amerikanischen Buchbranche wurde, wann und wie er Full Fathom Five gründete und wie die Arbeitsbedingungen dort aussehen (oder aussahen, es ist nicht klar, ob sich die Vertragsklauseln gelockert haben):

James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #1: Münchhausens Erbe
James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #2: Literatur vom Fließband
James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #3: Full Fathom Five – Ein Ausbeuterbetrieb?
James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #4: Die Rache eines Bad Boys

Welche Autor_innen seht ihr heute völlig anders als früher?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fabulösen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Sowas lese ich nicht?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Chilli geht es besser. In ihrem Namen danke ich an dieser Stelle allen, die ihr Genesungswünsche haben ausrichten lassen. Sie scheint ihr Gelenk wirklich nur überdehnt zu haben und macht beinahe täglich Fortschritte. Abends läuft sie mittlerweile sogar fast ganz ohne Humpeln. Ich war sehr erleichtert, als ich das gesehen habe, denn das bedeutet, dass auch die Blutegel ihren Job erfüllt haben. Bald wird sie hoffentlich wieder ganz schmerzfrei laufen können. Das wäre das erste Mal seit etwa einem Jahr. Sie verdient es so sehr, ihre alten Tage genießen zu können. Ich wünsche es ihr aus tiefstem Herzen. Ich möchte jetzt aber nicht allzu emotional werden, also gehen wir zum Tagesgeschäft über, bevor hier am Ende noch Tränen fließen oder so. 😀 Antonia von Lauter&Leise möchte im Rahmen der Montagsfrage heute folgendes wissen:

Gibt es ein Genre, das du gar nicht (gern) liest?

Noch vor einigen Jahren hätte ich diese Frage entschlossen und kategorisch beantwortet. Ich bin kein Fan von Krimis, Chic-Lit ist nicht meins und die sogenannte „Romantasy“ gehört ebenfalls nicht zu meinen bevorzugten Genres. Um diese drei Kategorien habe ich lange Zeit einen großen Bogen gemacht. Mittlerweile sind meine Grenzen aber nicht mehr so klar abgesteckt. Ich bin flexibler geworden und bin eher bereit, meine Wohlfühlzone auch mal zu verlassen, um Neues auszuprobieren. Die drei Literatursparten gehören noch immer nicht zu meinen Favoriten und ich suche selten aktiv nach Büchern, die zu ihnen zählen. Dennoch bin ich offen dafür, einer Geschichte eine Chance einzuräumen, selbst wenn sie diesen Genres zugeordnet ist. Ich lehne kein Genre mehr kategorisch ab, denn irgendwann habe ich begriffen, dass ich mich damit nur selbst einschränke. Besonders im Crossgenre-Bereich werde ich häufig mit Büchern konfrontiert, die zu mindestens einer Kategorie zählen, in der ich normalerweise nicht wildere. Historische Fiktion und Krimi ist zum Beispiel eine beliebte Kombination.

Heutzutage basieren meine Leseentscheidungen auf dem angepriesenen Inhalt. Weckt der Klappentext eines bestimmten Buches mein Interesse, verwerfe ich es nicht, nur weil das Genre nicht zu meinen üblichen Vorlieben passt. Auch diese Geschichten verdienen die Gelegenheit, mich zu überzeugen. Ich kann allerdings nicht leugnen, dass es ihnen seltener gelingt, meine Neugier zu entfachen. Aber das ist wohl völlig normal. 🙂

Macht ihr um bestimmte Genres einen Bogen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fabelhaften Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Cover-Köder?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wir bekommen am nächsten Freitag ungewöhnlichen Besuch. Um 11 Uhr vormittags werden drei Blutegel diese Wohnung betreten. Natürlich nicht von selbst, sie werden sich wohl in irgendeinem Behältnis in der Tasche von Chillis Physiotherapeutin (gesegnet sei sie) befinden. Die Prinzessin erhält eine Behandlung, weil sie üble Schmerzen im rechten Vorderbein hat, die offenbar aus der Schulter kommen. Deshalb lahmt sie schon viel zu lange; wir dachten aber, es sei einfach die Arthrose in ihrem Vorderfußgelenk. Monatelang habe ich ihr jeden Abend Heilerde auf den Fuß geschmiert (fand man bescheiden) und konnte so eine Blockade im Gelenk lösen, doch das Lahmen blieb. Eine Akupunkturnadel brachte dann Gewissheit: der Schmerz kommt aus der Schulter. Für eine reine Akupunkturbehandlung ist es schon zu schlimm, daher werden jetzt die schweren Geschütze aufgefahren. Ich bin ziemlich aufgeregt, denn es heißt, dass Blutegel erstens Wunder wirken und den Hund zweitens in einen seeligen Rausch schicken. Chilli wird high sein. Ich bin gespannt, wie sie reagiert, wie sie mitmacht, wie sie sich verhält und hoffe von Herzen, dass ihr die Behandlung tatsächlich hilft. Gerade jetzt, da wir einen verfrühten Frühlingseinbruch erleben, verdient sie es, sich ohne Schmerzen bewegen und das Wetter genießen zu können. Das Beste ist, dass wir dann vielleicht sogar ihr Schmerzmittel absetzen können. Ich werde berichten, wie es lief, denn ich verfolge die private Mission, andere Tierhalter über die Vorteile alternativer Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Es muss nicht immer Chemie sein, die bekanntermaßen die Organe schädigt. Die Natur bietet uns viel häufiger Auswege, als wir denken.
Vor dem Blutegel-Besuch liegen allerdings noch 4 volle Tage, bis Ende der Woche ist es noch ein bisschen hin. Heute soll uns erst einmal der Wochenstart beschäftigen und somit natürlich auch die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise:

Wie sehr wirst du vom Coverdesign eines Buches zum Kauf beeinflusst?

Ich kann stolz behaupten, dass ich noch nie einen reinen Coverkauf getätigt habe. Jubelt mir zu! Lobgesänge bitte! Zu behaupten, ich wäre völlig immun gegenüber den Reizen eines hübschen Covers, wäre allerdings gelogen. Ich vergleiche die Situation des Buchkaufs gern mit der Partnerwahl: man ist eher geneigt, einen Menschen in das eigene Leben einzuladen, wenn dieser ansehnlich ist. Wer will schon mit einer Person liiert sein, der man am liebsten jeden Tag eine Tüte über den Kopf ziehen möchte? Mit Büchern ist es ähnlich. Cover sind Köder. Gefällt mir die Gestaltung des Buchdeckels, bin ich viel eher geneigt, den Klappentext zu lesen und herauszufinden, welche Geschichte denn da so geschmackvoll angepriesen wird. Die endgültige Entscheidung fällt dann tatsächlich durch den beschriebenen Inhalt, aber der erste Eindruck, die erste Welle der Neugier, entsteht durch das Cover. Cover wecken mein Interesse und überzeugen mich, genau dieses Buch aus der Flut herauszupicken.

Außerdem bin ich meist bereit, ein paar Euro mehr zu bezahlen, um eine Ausgabe zu ergattern, die mir gefällt. Im englischsprachigen Buchmarkt ist es Gang und Gäbe, dass ein und dasselbe Buch bei verschiedenen Verlagen erscheint und diese dann auch unterschiedliche Covergestaltungen aufweisen. Wenn ich schon die Wahl habe, möchte ich auch eine Ausgabe besitzen, die ich ästhetisch finde. Wenn diese ein bisschen mehr kostet – was soll’s? Dafür bin ich glücklicher. Beweisstück A: meine ledergebundenen Barnes & Nobles Ausgaben einiger Klassiker. Sehe ich die im Regal stehen, platze ich fast vor Stolz.

Trotz dessen möchte ich noch mal betonen, dass ich ein schickes Cover als Bonus betrachte. Besonders bei Empfehlungen trifft das zu. Gibt es nur Ausgaben, die mir nicht zusagen, hält mich das nicht vom Kauf ab. Hier kommt wieder die Partnerwahl-Analogie ins Spiel: findet man eine Person nicht sofort attraktiv, heißt das nicht, dass sich das durch das Kennenlernen nicht noch ändern kann. Dann überzeugt der Charakter. Diese Macht besitzen Bücher ebenfalls.

Demzufolge sind schöne Cover für mich ein Anreiz und beeinflussen mich durchaus, aber sie sind ein Faktor, der bei der Entscheidung für einen Kauf nicht allzu viel Gewicht hat. Don’t judge a book by its cover.

Lasst ihr euch von einem hübschen Cover zum Buchkauf überzeugen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen eine wunderbare Woche voller Frühlingsgefühle!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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