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Schlagwort-Archive: Imperator

Mark Lawrence – King of Thorns

Habt ihr schon mal den Begriff Grimdark gehört und euch gefragt, was das nun wieder ist? Grimdark ist ein Subgenre der Fantasy: die Charaktere sind zwielichtiger, ihre Entscheidungen fragwürdiger, ihre Handlungen gewalttätiger. Alles ist etwas extremer, härter, blutiger, kompromissloser. So würde ich Grimdark erklären, denn bisher scheint es keine einheitliche Definition zu geben. Mein persönlicher Favorit ist die Beschreibung des Autors Adam Roberts, der Grimdark ganz simpel als „Anti-Tolkien“ bezeichnet – obwohl ich nicht glaube, dass dieses Subgenre zwangläufig eine Definition braucht. Ich halte es für eine intuitive Kategorie, die lediglich eine bestimmte Atmosphäre vermitteln und eine gewisse emotionale Resonanz erzeugen sollte.
„King of Thorns“, der zweite Band der Trilogie „The Broken Empire“ von Mark Lawrence, qualifiziert sich nach meinen Maßstäben spielend als Grimdark.

Als Jorg Ancrath schwor, er würde im Alter von 14 Jahren König sein, wurde er verspottet und belächelt. Er bewies, dass er niemals leere Reden schwingt, strafte seinen Onkel für den Verrat an seiner Mutter und seinem Bruder und entriss ihm sein Königreich. Heute ist Jorg 18 Jahre alt, herrscht seit vier Jahren über das Gebirgsland Renar und befindet sich in einer deprimierend aussichtslosen Lage. Vor den Toren seiner Burg versammelt sich eine gewaltige Streitmacht, die Jorgs Truppen zahlenmäßig weit überlegen ist. Der Prinz der Pfeile ist entschlossen, Renar zu erobern, denn er will zum Imperator ernannt werden, um den Krieg der Hundert ein für alle Mal zu beenden. Jorgs Chancen, ihm zu trotzen, sind gering. Jedenfalls in einem fairen Kampf. Vor vier Jahren entdeckte der junge König während einer Reise Artefakte der Erbauer von unsäglicher Macht. Niemand hat behauptet, Jorg würde fair kämpfen, richtig?

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Steven Erikson – Die Feuer der Rebellion & Die Knochenjäger

Imperatrix Laseen entsendete Mandata Tavore mit einem eindeutigen Auftrag ins Reich der Sieben Städte: sie sollte die Rebellion des Wirbelwinds samt ihren Wurzeln herausreißen und das Land erneut befrieden. Nach dem verhängnisvollen Blutbad im Sand der Raraku ist der Aufstand niedergeschlagen; Sha’ik ist tot und die Göttin wurde bezwungen. Doch eine kleine Schar ihrer Anhänger entkam. Angeführt von Sha’iks gefürchtetem Leibwächter Leoman von den Dreschflegeln fliehen die Überlebenden in die uralte Festungsstadt Y’Ghatan. Tavore hat keine andere Wahl, als sie mit der erschöpften 14. Armee zu verfolgen, obwohl sie weiß, dass Y’Ghatan für das malazanische Imperium in der Vergangenheit nichts als Kummer und Schmerz bereithielt. Hier starb Dassem Ultor, das Erste Schwert, der größte Held der Malazaner. Trotz dessen muss Tavore ihre Soldat_innen in den Kampf gegen die Feuer der Rebellion schicken. Scheitern ist keine Option, denn sie darf der Imperatrix keine Vorwände liefern. In den letzten Monaten wurden Laseens Pläne und Absichten stetig undurchschaubarer, sie selbst unberechenbarer. Würde sie sich aus Machthunger gegen ihr eigenes Volk wenden und sich im brodelnden Krieg der Götter auf ein gefährliches Spiel einlassen? Würde sie sich mit dem Verkrüppelten Gott verbünden?

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Mark Charan Newton – Nights of Villjamur

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Der britische Autor Mark Charan Newton begann mit dem Schreiben, als er in einer Buchhandlung arbeitete. Permanent von Büchern umgeben zu sein, scheint ihn stark beeinflusst zu haben. Statt nach seinem Abschluss in Umweltwissenschaften im Regenwald zu verschwinden, entschied er sich für eine Karriere im Verlagswesen. Er arbeitete mehrere Jahre als Lektor, bevor 2009 sein Debüt „Nights of Villjamur“ erschien. Der Auftakt der Reihe „Legends of the Red Sun“ wurde überwiegend positiv bewertet und sicherte Newton einen festen Platz in der erlesenen Riege britischer Fantasy-Autor_innen. Mir wurde „Nights of Villjamur“ auf Goodreads empfohlen.

Ein eisiger Wind fegt durch die Straßen Villjamurs, Juwel und Herz des Imperiums Jamur. Graue Wolken verdecken das blasse Licht der sterbenden roten Sonne. Sinkende Temperaturen sind die Vorboten einer jahrzehntelangen Eiszeit, die bereits mit frostigen Fingern über das Land kriecht. Tausende Flüchtlinge sammeln sich vor den Toren der Hauptstadt. Vertrieben von der unerbittlichen Kälte, hoffen sie, in Villjamur Schutz zu finden. Doch die Tore bleiben verschlossen. Ränke um Macht und Einfluss werden auf den Rücken der Verzweifelten ausgetragen; Intrigen und Verrat, heimtückisch verborgen hinter freundlich lächelnden Gesichtern, die das Leid des Volkes nicht kümmert. Blind für die Gefahren, die dem Imperium drohen. Während Jamur langsam in den Fängen des ewigen Winters erstarrt, erheben sich in der Tundra die Untoten. Hoch im Norden zeugen unheimliche Berichte von ausgelöschten Siedlungen, entvölkert bis auf die letzte unglückliche Seele. Es scheint, als brächte die Eiszeit Schlimmeres mit sich als Frost und Schnee…

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Verfasst von - Februar 7, 2017 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Reality goes High Fantasy: Wie es Donald Trump in einem High Fantasy – Universum erginge

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Hallo ihr Lieben! 🙂

An manchen Tagen wünsche ich mir, die Welt wäre ein High Fantasy – Universum. Das würde sehr vieles sehr viel einfacher machen. Heute ist so ein Tag. Donald Trump hat es tatsächlich geschafft, sich zum Präsidenten der USA wählen zu lassen. Obwohl genau dieses Szenario seit Monaten zu befürchten war, habe ich nie so richtig geglaubt, dass es eintreten könnte. Ich bin wahrlich kein Fan von Hillary Clinton, aber ich habe einfach angenommen, dass das amerikanische Volk genug Verstand besitzt, die Kandidatin zu wählen, die wenigstens weiß, was sie tut. Nun, offenbar ist das Bedürfnis nach einem starken Anführer doch mächtiger als gedacht.

Ich bin mit diesem Ergebnis sehr unglücklich. Ich blicke mit Sorge in die Zukunft. Und genau das ist der Punkt: in einem High Fantasy – Universum müsste ich das nicht. Also dachte ich, spekulieren wir heute doch einfach mal, was mit Donald Trump als Präsident der USA passieren würde, befänden wir uns tatsächlich in einer High Fantasy – Welt.

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Verfasst von - November 9, 2016 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Richard K. Morgan – The Cold Commands

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Monate sind vergangen, seit Ringil Eskiath, Egar Dragonbane und Archeth den Angriff der Aldrain zurückschlugen. Sie glaubten, die Gefahr wäre gebannt. Doch als ein mechanischer kiriathischer Steuermann vom Himmel fällt und vor einer Legende warnt, die allzu bald Wirklichkeit werden könnte, müssen sie erneut ihre Kräfte vereinen, um ihre Welt zu schützen. Der Steuermann berichtet vom Ilwrack Wechselbalg, einem menschlichen Kind, das von den Aldrain in den Grauen Landen als einer der ihren großgezogen und zu einem furchteinflößenden Kriegsherrn ausgebildet wurde. Während des Krieges der Menschen und Kiriath gegen die Aldrain wurde er gefangen genommen, in einen magischen Schlaf versetzt und auf einer mysteriösen Insel verborgen, die sich halb in der Realität und halb in den Grauen Landen befindet. Seit Generationen schläft der Wechselbalg, nun beginnt er jedoch, sich zu regen. Dem Mythos nach wird er die Aldrain unter sich vereinen, sollte er erwachen. Obwohl niemand an den Wahrheitsgehalt der Legende glauben möchte, ist das Risiko zu groß, um sie zu ignorieren. Der Imperator befiehlt eine Expedition, organisiert von Archeth und angeführt von Gil, die die nebulöse Geisterinsel des Wechselbalgs finden soll. Während die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, verfolgt Egar eigene Ziele. Ein Rätsel flüstert durch die Straßen von Yhelteth, ein Geheimnis, in dessen Zentrum die Zitadelle steht. Egar begibt sich auf die Suche nach Antworten und muss schon bald feststellen, dass die Bedrohung der Aldrain sich bereits mitten unter ihnen versteckt…

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Verfasst von - November 1, 2016 in Fantasy, Low Fantasy, Rezension

 

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Steven Erikson – Das Reich der Sieben Städte & Im Bann der Wüste

2016-07-24 - Erikson Das Reich der Sieben Städte & Im Bann der Wüste

Im Reich der Sieben Städte existiert eine alte Prophezeiung. Wenn die Zeit reif ist, wird sich die Göttin des Wirbelwinds in der heiligen Wüste Raraku erheben und den Kontinent in einen Aufstand führen, der die Menschen vom Joch ihrer Unterdrücker befreit. Als die Rebellion mit blutdürstiger Wut ausbricht, trifft sie die malazanischen Besatzer jedoch völlig unvorbereitet. Einzig Faust Coltaine schätzte die Situation richtig ein. Nun liegt das Leben tausender malazanischer Flüchtlinge in seinen Händen. Ihre verzweifelte Reise führt sie quer über den Kontinent und wird in die Geschichte eingehen.
Die Säuberungen der Imperatrix ließen den Adel ausbluten. Die neue Mandata setzt den Willen ihrer Herrin erbarmungslos durch. Sie schickte sogar ihre eigene Schwester, Felisin Paran, als Sklavin in die Otataral-Minen. Doch Felisins Schicksal nimmt durch die Rebellion des Wirbelwinds eine unerwartete Wende und so tastet sie sich blind voran in eine Zukunft, die mehr als ungewiss ist.
Währenddessen erreichen zwei abtrünnige Brückenverbrenner unbemerkt von den Augen der Imperatrix ebenfalls das Reich der Sieben Städte. Kalam Mekhar und Fiedler haben geschworen, Apsalar nach Hause zu bringen, ihre Mission verfolgt allerdings noch ein weiteres Ziel. Ein Ziel, das potentiell tödlich ist.
Der Wirbelwind erfasst sie alle. Wenn der Staub sich legt, welche Geheimnisse wird er offenbaren?

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Verfasst von - August 24, 2016 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Steven Erikson – Die Gärten des Mondes

2016-03-21 - Erikson Die Gärten des Mondes

„Die Gärten des Mondes“ von Steven Erikson ist ein längst überfälliger Reread. Ich besitze das Buch seit Dezember 2012 und habe es etwa zur gleichen Zeit das erste Mal gelesen. Damals wusste ich noch nicht, dass es sich dabei um den Auftakt der sehr umfangreichen Reihe „Das Spiel der Götter“ handelt, die bis heute 15 Bände umfasst. Es dauerte, bis ich mich soweit vorwärts gekauft hatte, dass sich ein Reread des ersten Bandes lohnte, doch im März 2016 war es soweit. Ich holte „Die Gärten des Mondes“ aus dem Regal, bereit, erneut in Eriksons hochkomplexe High Fantasy – Welt abzutauchen.

Der Machthunger der malazanischen Imperatrix kennt keine Grenzen. Seit Jahrzehnten streckt sie ihren starken Arm nach Genabackis aus. Eine Perle fehlt noch in ihrer Sammlung: Darujhistan, die letzte freie Stadt Genabackis‘. Doch der entscheidende Feldzug wird von einer düsteren Erscheinung überschattet. Über Darujhistan thront die schwebende Festung Mondbrut und bietet der Stadt einen zweifelhaften Schutz. Um den Einfluss Mondbruts auszuhebeln, entscheidet die Imperatrix, eine Eliteeinheit nach Darujhistan zu schicken. Die Brückenverbrenner unter Sergeant Elster waren die Lieblinge des alten Imperators, die Imperatrix scheint jedoch alles daran zu setzen, Elsters Truppe loszuwerden. Darujhistan zu infiltrieren gleicht einem Selbstmordkommando. Nicht nur, weil der Herr von Mondbrut im Geheimen Intrigen mit den Meistern der Stadt schmiedet, sondern auch, weil sich die Götter selbst eingemischt haben. Unschuldige werden zu unberechenbaren Marionetten. Das Spiel um Macht zwischen Herrschern, Assassinen, Magiern und Göttern hat begonnen und niemand kann vorhersagen, wer überleben wird.

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Verfasst von - Mai 4, 2016 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Lindsay Buroker – The Emperor’s Edge

„The Emperor’s Edge“

The Emperors Edge

Reihe: The Emperor’s Edge #1

Autor: Lindsay Buroker

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 324 Seiten

Verlag: Createspace

Sprache: Englisch

ISBN: 1466219661

Genre: Science Fiction > Steampunk & Fantasy > High Fantasy

ausgelesen am: 10.09.2014

Bewertung:

Dröhnende Dampfmaschinen, Kupfer und Messing, Luftschiffe, Zahnräder, Korsetts und Zylinder – Steampunk ist ein faszinierendes Genre. Die Verbindung aus Science Fiction und Abenteuerroman, die eine alternative Weltgeschichte mit viktorianischem Flair erzählt, erschafft eine ganz eigene Atmosphäre. Ich verbinde damit eine verrucht-romantische Welt, in der sogar die Bösewichte trotz niederer Absichten noch Gentlemen sind. Genau darauf freute ich mich, als ich Lindsay Burokers „The Emperor’s Edge“ begann. Ich erwartete gespannt einen Ausflug ins Cross-Genre, denn das Cover preist diesen Roman als „High Fantasy Novel in an Era of Steam“ an.

Amaranthe Lokdon ist eine der ganz wenigen weiblichen Polizeikräfte des Turgonischen Imperiums, deren wohlverdiente Beförderung auf sich warten lässt. Als sie eines Tages zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte zitiert wird und selbiger ihr einen haarsträubenden Auftrag anbietet, kann sie daher nicht ablehnen. Sie soll den meistgesuchten Assassinen des Imperiums finden und beseitigen. Sicarius ist gefährlich und absolut tödlich, doch Oberbefehlshaber Hollowcrest würde Amaranthe diesen Auftrag nicht geben, wenn er nicht glaubte, sie könnte ihn meistern, oder? Verunsichert aber pflichtbewusst macht sie sich an die Arbeit. Schnell stellt sich heraus, dass sie sich auf einer Selbstmordmission befindet. Amaranthe stößt auf Geheimnisse, die das Leben des jungen Imperators Sespian bedrohen und muss sich nun als Gesetzlose ungewöhnliche Verbündete suchen, um sein Leben zu retten.

Leider hat „The Emperor’s Edge“ meine Erwartungen nicht erfüllt. Sowohl inhaltlich als auch bezüglich des Aufbaus sehe ich erhebliche Mängel. Es reicht einfach nicht, auf das Cover „in an Era of Steam“ zu schreiben und die spezielle Atmosphäre des Genres dann nur zu streifen. Steampunk bedeutet mehr als ein paar Dampfmaschinen; es bedeutet Lärm, Schmutz, verrückte Erfindungen und viktorianisches Ambiente. Lindsay Buroker setzte keinen dieser Faktoren um und hat es somit nicht geschafft, mich von der versprochenen Steampunk-Umgebung zu überzeugen. Ich konnte es mir weder vorstellen, noch ein Gefühl dafür entwickeln. Sicher liegt das auch am Schreibstil an sich. Vielleicht hängt es damit zusammen, das Englisch nicht meine Muttersprache ist, aber mir erschienen Lindsay Burokers Formulierungen unnötig kompliziert und anstrengend. In „The Emperor’s Edge“ sind mir so viele Vokabeln begegnet, die ich nicht kannte, dass dies meinen Lesefluss deutlich behinderte. In welchem Universum ist das Wort „satrapy“ bitte Teil des allgemeinen Wortschatzes?
Dementsprechend konnte ich auch den Inhalt des Romans nicht wirklich genießen. Allerdings bezweifle ich, dass mich die Geschichte begeistert hätte, selbst wenn Burokers Ausdruck leichter zu verstehen gewesen wäre. Es ist ein langatmiges Katz-und-Maus-Spiel. Die Protagonistin Amaranthe ist dauerhaft damit beschäftigt, gefangen genommen zu werden und sich anschließend selbst wieder zu befreien. Die Umsetzung ihres großen Plans zur Rettung des Imperators konnte ich daher nur schwer nachvollziehen, denn dieses ständige Hin und Her lenkt fürchterlich ab. Mal davon abgesehen, dass der Plan auch ziemlich lächerlich ist.
Amaranthe selbst… tja, schwierig. Einerseits ist sie eine sympathische Figur, aber andererseits ist sie auch eine Heuchlerin mit einem gefährlich blinden Pflichtbewusstsein. Ihr Plan ist eine Straftat. Das ist einfach so, aber Amaranthe dreht sich die Tatsachen so hin, dass sie diese Straftat vor sich selbst rechtfertigen kann. Der Zweck heiligt die Mittel. Doch natürlich sieht sie nicht ein, dass es keinen Plan dieser Größenordnung ohne Opfer geben kann. Sie kann sich mit ihrem Gesetzlosen-Status nicht abfinden und ist davon besessen, ihren Namen reinzuwaschen. Dass ihre Strategie dazu von Anfang an ungeeignet war, begreift sie nicht.
Amaranthes Team beinhaltet einige interessante Charaktere, die allerdings ziemlich flach bleiben. Mir kamen sie wie eine stereotype Rollenspiel-Gruppe vor – samt Magier, Gelehrtem und Tank (groß, breit, kann eine Menge einstecken). Die spannendste Figur ist der Assassine Sicarius, der meines Erachtens nach jedoch nie wirklich einen Grund hatte, sich Amaranthe anzuschließen.

Ich wollte „The Emperor’s Edge“ wirklich mögen und ich bedauere meine Enttäuschung noch mehr, seitdem ich die Website von Lindsay Buroker besuchte. Sie scheint mir eine sympathische Frau zu sein, die sich (vorerst) dem self-publishing verschrieben hat und dementsprechend den Löwenanteil der Arbeit, die mit ihren Romanen verbunden ist, selbst stemmt. Das bewundere ich sehr, aber es ändert eben nichts daran, dass mich der erste Band ihrer Reihe nicht überzeugte. Ich habe mit mir gerungen, ob ich ihr noch eine Chance zugestehen sollte, habe mich jedoch dagegen entschieden, denn zwei Sterne erhält „The Emperor’s Edge“ nur, weil ich die Charaktere im Großen und Ganzen mochte. Und das reicht nun mal leider nicht aus, um mich bei der Stange zu halten.

(Nächster Band: The Emperor’s Edge #2 – „Dark Currents – Lindsay Buroker – ISBN: 1466280956)

 
 

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