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Daniela Rohr – fluggemEINSchaft

2015-10-04 - Rohr fluggemeinschaft

Erinnert ihr euch, dass ich schon einmal mit der Nachwuchsautorin Daniela Rohr zusammen gearbeitet habe? Im Februar habe ich auf ihre Bitte hin ihre Kurzgeschichte „Im Turm des Panopticons“ gelesen und rezensiert. Als sie im September abermals an mich herantrat und mir vorschlug, ihre neuste Veröffentlichung „fluggemEINSchaft“ auf meinem Blog vorzustellen, erklärte ich mich mit Freuden dazu bereit. „fluggemEINSchaft“ ist die erste Episode ihrer längeren Serie namens „Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All“, die Daniela selbst als „Space-Opera“ bezeichnet und getrost der humoristischen Science Fiction zugeordnet werden kann.

Als Singlefrau hat man es nicht leicht. Erst recht nicht, wenn man Kiki heißt, eine völlig unterschätzte Kosmetikfachangestellte im technischen Support ist und auf der Suche nach der wahren Liebe peinliche Singleveranstaltungen abklappern muss. Doch dass ein fantastisch aussehender Alien nach einer Nacht voller lebensveränderndem, grandiosem Sex ihren Vibrator klaut, geht einfach zu weit. Was bildet sich der Typ eigentlich ein? Was will er mit Kikis Spielzeug? Kiki beschließt, den Diebstahl nicht auf sich sitzen zu lassen und ihrem extraterrestrischen Liebhaber (und ihrem Vibrator) nachzujagen. Mit einem beachtlichen Vorrat an Kaffee in ihrem pessimistischen Handgepäck und einem telePhone voller mehr oder weniger nützlicher Apps macht sie sich auf die Reise durch eine Galaxie, die noch weit mehr Merkwürdigkeiten zu bieten hat als diebische Aliens.

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Verfasst von - 4. November 2015 in Humor, Rezension, Science-Fiction

 

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Montagsfrage: Erfahrungen mit Selfpublishern?

montagsfrage neu

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Meine Güte, wie die Zeit fliegt. Könnt ihr glauben, dass ich morgen schon wieder Geburtstag habe? Passend zum Anlass werde ich morgen ein Gewinnspiel online stellen, denn mir ist wichtig, dass wir gemeinsam diesen ganzen Geschenke-Quatsch umdrehen und nicht ich beschenkt werde, sondern jemand Glückliches unter euch. Doch bevor ihr euch jetzt bereits gierig die Hände reibt – heute ist erst mal Montag und damit Zeit für die Montagsfrage von Svenja aka Buchfresserchen! 😉

Sind deine Erfahrungen mit Indie-AutorInnen/Selfpublishern eher positiv oder eher negativ?

Puh, eine schwierige Frage. Ich würde sagen: durchwachsen. Mal so und mal so. Insgesamt habe ich erst recht wenige Werke von Selfpublishern gelesen. Was die eBooks betrifft, waren meine Erfahrungen bisher meist positiv; ich denke, ich habe erst ein selbstverlegtes eBook gelesen, das mir nicht so richtig gefiel. In diesem Fall trat der Autor persönlich an mich heran und bat um eine Rezension, da mein Urteil seiner Meinung nach jedoch nicht die richtige Form von Werbung gewesen wäre, haben wir uns mehr oder weniger darauf geeinigt, dass ich keine Rezension schreibe. Ich verzichte aus diesem Grund auf die Nennung von Namen. Das beste eBook aus einem Selbstverlag war definitiv „Im Turm des Panopticons“ (Rezension: HIER) von Daniela Rohr – es war spannend, überraschend und auf gute Art und Weise psycho.
Nicht alle Selfpublisher greifen auf das eBook-Format zurück. Daher habe ich auch schon zwei Print-Ausgaben gelesen, die nicht aus einem großen Verlagshaus stammen. Diese gefielen mir allerdings beide nicht, weder „Himmelstiefe“ (Rezension: HIER) von Daphne Unruh, noch „The Emperor’s Edge“ (Rezension: HIER) von Lindsay Buroker.
Prinzipiell interessiert es mich reichlich wenig, ob ein Buch nun in einem großen Verlag veröffentlicht wurde oder ob die AutorInnen selbst dafür verantwortlich sind. Ich habe da keine Vorurteile und achte beim Kauf nicht darauf. Selfpublisher werden von mir genauso behandelt wie Verlagshäuser. 🙂

Welche Erfahrungen habt ihr mit Selfpublishern gesammelt?

Ich bin gespannt, zu lesen, ob es für euch eine Rolle spielt, ob ein Buch selbst verlegt wurde oder ob es für euch ebenfalls irrelevant ist. Vielleicht seid ihr ja sogar der Meinung, dass selbstpublizierte Bücher tendenziell schlechter sind als Bücher aus Verlagshäusern?
Ich freue mich wie immer sehr auf eure Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Wochenstart! Und denkt daran, morgen mal vorbei zu schauen, wenn ihr was gewinnen wollt. 😉
Alles Liebe,
Elli

 
 

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Daniela Rohr – Im Turm des Panopticons

„Im Turm des Panopticons“

Im Turm des Panopticons

Autor: Daniela Rohr

Format: Kindle Edition

Seitenzahl: 102 Seiten (Print-Ausgabe)

Verlag: Selbstverlag

Sprache: Deutsch

ASIN:  B00HBD05G8

Genre: Science Fiction & Thriller

ausgelesen am: 15.02.2015

Bewertung:

Die Autorin Daniela Rohr trat vor zwei, drei Wochen mit der Bitte um eine Rezension an mich heran. Sie schlug mir vor, entweder ihre Roman-Collage „Der Zeit-Zwirbel-Effekt und seine Knöpfchendrücker“, die aus 11 zusammenhängenden Kurzgeschichten besteht, oder die Novelle „Im Turm des Panopticons“ zu rezensieren. Beide Werke sind dem Genre Science Fiction zuzuordnen. Reine Science Fiction lese ich sonst eher nicht, aber für mich klang „Im Turm des Panopticons“ so spannend und interessant, dass ich neugierig wurde. Ich nahm ihre Bitte mit Freuden an.

Im Turm des Panopticons erfüllt Linea Wermut ihren Dienst. Das Herz des gigantischen, interstellaren Gefängnisses ist bereits seit über 5 Monaten ihr Arbeitsplatz. Als Wärterin ist es ihre Aufgabe, rebellische SystemkritikerInnen zu beobachten – ohne dass die Insassen es bemerken. Unzählige Kameras, gläserne Zellen und das zentrale Computersystem „Alexa“ machen die totale Überwachung möglich. Alles ist genau wie immer für Linea – das heißt, hauptsächlich sterbenslangweilig. Doch dann scheint einer der Gefangenen bei einer Routineüberprüfung der Zellen genau in die Kamera zu starren. Direkt in Lineas Gesicht. Als wüsste er, dass sie da sei. Was absolut unmöglich ist. Linea fühlt sich unbehaglich, schiebt den Vorfall jedoch schnell gedanklich beiseite. Er kann sie nicht sehen. Keinesfalls. Aber als Linea weitere seltsame Verhaltensweisen der Insassen auffallen, kommt ihr der Gedanke, dass sie sie doch sehen könnten, plötzlich gar nicht mehr so absurd vor…

Dafür, dass ich reine Science Fiction normalerweise meide, hat mich „Im Turm des Panopticons“ sehr positiv überrascht. Vielleicht sollte ich dem Genre doch ab und zu eine Chance einräumen und mich darauf einlassen. Diese Novelle von Daniela Rohr ist ein wirklich spannender Psycho-Trip, der die LeserInnen schnell in eine Dimension führt, in der Realität und Einbildung parallel zueinander zu existieren scheinen. Es ist, als würden sich verschiedene Versionen derselben Situation über einander legen, sodass alles irgendwie zusammen passt, irgendwie aber auch überhaupt nichts. Ich fühlte mich, als würde ich durch dicken Nebel waten; am Rande konnte ich immer wieder Schemen der Wahrheit ausmachen, die jedoch konturlos blieben. Umso spaßiger und aufregender war es, zu raten, was denn nun tatsächlich mit Linea geschieht. Erst ganz am Ende löst Daniela Rohr diesen Nebel auf – mit einem Knall, der sich gewaschen hat.
Die Zugkraft der Geschichte geht meines Erachtens nach von der Protagonistin Linea aus. Sie ist eine wirklich starke Figur, in die ich mich sofort hineinversetzen konnte. Ich denke, die Identifikation mit ihr fiel mir besonders leicht, weil ich mich in einigen Szenen vermutlich ganz ähnlich verhalten hätte. Als ihre Paranoia zunehmend drängender wurde, konnte auch ich mich ihrem Einfluss nicht ganz entziehen. Ich begann zu zweifeln. Trotzdem ließen sich all die Jahre Thriller-Erfahrung nicht völlig ausknipsen, am Ende war meine Intuition doch unbestechlich. Aber ich liebe ja den Moment, in dem mir vom Autor oder in diesem Fall der Autorin gesagt wird, dass ich auf der richtigen Fährte war. Die Auflösung der tatsächlichen Situation konnte ich in ihren Details selbstverständlich nicht vorhersehen, was auch gut so war, allerdings war es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass mich Daniela Rohr nicht völlig verwirren konnte. 😉
Darüber hinaus hat mich die bedrohliche, beklemmende Atmosphäre nachhaltig beeindruckt. Die Darstellung der absoluten Isolation, in der sich Linea befindet, ist Daniela Rohr hervorragend gelungen. Diese Isolation ist der Ausgangspunkt aller Entwicklungen, denn Linea ist nicht nur von den Insassen des Gefängnisses komplett abgeschottet, sondern auch von der Erde. Sie kann telefonieren, aber ansonsten ist ihr einziger Kontakt die künstliche Intelligenz des Computersystems Alexa. Wie sagt man so schön? „Im Weltall hört dich niemand schreien“. Genau das macht die Situation so vertrackt und unheimlich. Sie ist ganz allein. Niemand kann ihr helfen. Niemand versteht ihre Ängste. Wie reagiert man, wenn man das Gefühl hat, langsam verrückt zu werden und außer der unausweichlichen Rationalität eines Computers keinen Beistand bekommt? Ich konnte voll und ganz nachvollziehen, wie verzweifelt Linea sich gefühlt hat. Wem sollte sie glauben? Ihren eigenen Augen oder Alexas Logik?

„Im Turm des Panopticons“ ist eine zwingende Novelle, der man sich als LeserIn gedanklich einfach nicht entziehen kann. Man kommt nicht darum herum, sich zu fragen, wie man selbst handeln würde, wäre man in Lineas Position. Daniela Rohr hat meiner Meinung nach eine Menge Potential und Talent, das sich vor allem darin zeigte, dass ich selbst irgendwann nicht mehr sicher einschätzen konnte, was Wirklichkeit ist und was Einbildung. Das Ende der Geschichte setzt dann noch mal einen drauf; völlig unvorhersehbar, selbst wenn man glaubt zu wissen, was mit Linea passiert und ebenso nachhaltig wie die Atmosphäre. Ich erwische mich auch jetzt noch manchmal dabei, dass ich darüber nachdenke, weil mich die aufgeworfene Frage einfach beschäftigt.
Ich kann euch dieses kurze Werk begeistert empfehlen, aber wenn ihr es lesen möchtet, nehmt euch einen Tag Zeit, an dem ihr sonst nichts anderes vorhabt, denn ich bin überzeugt, ihr wollt und könnt es nicht mehr aus der Hand legen.

Ich bedanke mich von Herzen bei Daniela Rohr, die mir ihr Werk als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat und außerdem wahnsinnig freundlich war. Wollt ihr mehr über sie und ihr Schaffen wissen? Dann schaut doch mal auf ihrer Website vorbei!

 
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Verfasst von - 25. Februar 2015 in Science-Fiction, Thriller

 

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