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Peter V. Brett – The Core

Rezensionsheader The Core

Peter V. Bretts Demon Cycle“ wurde im Verlauf von neun Jahren veröffentlicht. Insgesamt arbeitete der Autor jedoch deutlich länger an dem Fünfteiler, nämlich seit 1999. 18 Jahre verbrachte er mit der Geschichte und wusste von Anfang an, wie sie enden würde. Sein bestgehütetes Geheimnis. Deshalb war das Erscheinen des Finales „The Core“ 2017 für ihn emotional weniger aufreibend als für seine Fans, denn er hatte wesentlich mehr Zeit, sich konkret auf den Abschied vorzubereiten. Dennoch gesteht er, dass ihn der Abschluss der Saga sehr stolz macht – vollkommen zurecht, schließlich verdiente er sich mit dem Demon Cycle“ einen Platz in der A-Liga der High Fantasy.

„Der Schwarm wird kommen“. Zuerst halten Arlen, Renna und Jardir die düstere Prophezeiung des dämonischen Prinzgemahls Alagai Ka für eine Lüge. Doch seine lustvolle Genugtuung, als er ihnen erklärt, welche Folgen seine Gefangenschaft haben wird, kann keine Täuschung sein. Genüsslich berichtet er, dass die Dämonenkönigin bald Eier legen wird, aus denen weitere, junge Königinnen schlüpfen werden. Da er eingesperrt ist und seine stärksten Nachkommen ausgelöscht wurden, werden die verbliebenen, schwächeren Prinzen die Eier stehlen und fliehen, um überall in Thesa neue Dämonennester zu gründen. Der Hunger der frischgeschlüpften Königinnen wird unersättlich sein. Die Städte der Menschen schweben in höchster Gefahr, denn weder Siegel noch Mauern können dem Schwarm dauerhaft standhalten. Unwissentlich verdammten Arlen, Renna und Jardir die Menschheit. Ihnen bleibt keine andere Wahl, als Arlens riskanten Plan in die Tat umzusetzen und Alagai Ka zu zwingen, sie in den Horc zu führen. Können sie die gefährliche Reise durch das verschlungene Labyrinth des Abgrunds zur Brutkammer überleben und die Königin töten, bevor ihre Verbündeten an der Oberfläche von den Vorboten des Schwarms in die Knie gezwungen werden?

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Peter V. Brett – The Skull Throne

Sie fielen tief. Als ihr Duell auf Leben und Tod seinen Höhepunkt erreichte, stürzte der Tätowierte Mann Arlen Bales sich selbst und seinen Gegner Ahmann Jardir, selbsternannter Shar’Dama Ka, in den Abgrund. Doch ihr Sturz war kein Zufall, kein Akt der Verzweiflung. Arlen braucht Jardir. Er verfolgt einen wahnwitzigen Plan, um den Krieg gegen die Dämonen ein für alle Mal zu beenden. Er glaubt, dass sie ihre Streitigkeiten beilegen müssen, um wie früher mit vereinten Kräften zu kämpfen. Können Arlen und Jardir Jahre der Enttäuschung und des Grolls im Namen der Menschheit hinter sich lassen?
Unterdessen versinken die Völker Krasias und des Nordens im Chaos. Erbitterte Machtkämpfe destabilisieren den zerbrechlichen Frieden. Krasia steht am Rande eines Bürgerkriegs um den Schädelthron, den vielleicht nicht einmal Jardirs durchtriebene Ehefrau Inevera verhindern kann. Im Norden bemühen sich Leesha und Rojer, die Herzogtümer Angiers und Miln zur Einigkeit zu bewegen, aber als Jardirs ältester Sohn mit seinen Truppen in Lakton einfällt, verhärten sich die Fronten. Von der Hitze des Krieges überwältigt drohen die Völker zu vergessen, wer ihr wahrer Feind ist…

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Peter V. Brett – The Daylight War

Peter V. Bretts „Demon Cycle“ ist eine dieser Reihen, bei denen ich mich absichtlich stark zurückhalte. Als ich den Mehrteiler 2015 begann, wusste ich nicht, dass der finale fünfte Band „The Core“ erst zwei Jahre später im September 2017 erscheinen würde. Berauscht las ich die ersten beiden Bände, „Das Lied der Dunkelheit“ und „The Desert Spear“, nur um dann festzustellen, dass Band 4 und 5 noch gar nicht veröffentlich waren. Ich musste mir etwas einfallen lassen, um die Wartezeit zu überbrücken. Mir blieb nichts anderes übrig, als mir mit den Fortsetzungen extrem viel Zeit zu lassen. So kam es, dass ich geduldig zwei Jahre ausharrte, bis ich mir Band 3 „The Daylight War“ vornahm.

Einst waren Ahmann Jardir und Arlen Bales Brüder im Kampf gegen die Dämonen. Verrat kappte ihre Bande und entfachte einen Konflikt, der die gesamte Menschheit schwächt. Während Jardir den Titel des Shar’Dama Ka, des Erlösers, beansprucht und die Krasianer in den Norden führte, um den prophetischen Tageslichtkrieg für sich zu entscheiden, weigert sich Arlen, die Verehrung des einfachen Volkes anzunehmen. Statt die Menschen anzuführen, möchte er sie lehren, sich selbst verteidigen, sich selbst führen zu können. Der Zusammenprall der Kulturen spaltet die Menschheit zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Seit Arlen und Jardir die Horcling-Prinzen besiegten, sind die Angriffe der Dämonen aggressiver denn je. In Neumondnächten steigen ganze Armeen aus dem Horc auf und rennen gegen die Verteidigungslinien der Menschen an, auf der Suche nach den beiden Männern, in deren Zukunft eine Priesterin vor langer Zeit jeweils das Potential zum Erlöser entdeckte…

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Verfasst von - 18. Juli 2017 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Peter V. Brett – The Desert Spear

„The Desert Spear“

the desert spear

Reihe: Demon Cycle #2

Autor: Peter V. Brett

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 638 Seiten

Verlag: Del Rey

Sprache: Englisch

ISBN: 0345524144

Genre: Fantasy > High Fantasy

ausgelesen am: 02.05.2015

Bewertung:

Ich würde gern das Siegel-Zeichnen lernen. So, wie es Leesha und der Tätowierte Mann können. Sie verbinden viele verschiedene Siegel zu einem komplexen Muster, das Schutz vor allen möglichen Dämonen bietet. Ich finde, Peter V. Brett könnte gemeinsam mit der Künstlerin Lauren K. Cannon ein Grimoire herausbringen, in dem all die Siegel mit Abbildungen und Erklärungen zu finden sind. Sonst habe ich es nicht so mit Extra-Merch zu einer Buchreihe, aber diesen Bildband würde ich mir besorgen und einfach alles mit Siegeln versehen, das sich anbietet. Allerdings werde ich darauf wohl noch eine Weile warten müssen, denn es macht wenig Sinn, ein Grimoire zu veröffentlichen, bevor die Reihe abgeschlossen ist. Schließlich kommen in jedem Band neue Siegel hinzu.

Sein ganzes Leben widmete Ahmann Jardir dem Kampf gegen die Dämonen, den alagai. Er überlebte die harte Schule der Kaji’sharaj, wuchs über sich hinaus und wurde mit Hilfe seiner Ehefrau Inevera zum mächtigsten Mann Krasias, des Wüstenspeers. Als der Par’Chin den Speer des Kaji zu Jardir brachte, war ihm klar, dass diese Waffe nur für ihn bestimmt sein konnte. Er ist der Shar’Dama Ka, der Erlöser. Doch bevor er die Welt von der Dämonenplage befreien kann, müssen die Menschen unter seiner Führung geeint werden. Gemeinsam mit jedem Mann und jeder Frau Krasias zieht Jardir aus, den Tageslichtkrieg zu kämpfen. Im Norden kennt niemand die Prophezeiung des Shar’Dama Ka. Hier glauben die Menschen daran, dass der mysteriöse Tätowierte Mann der Erlöser ist. So werden aus alten Freunden Rivalen und merken nicht, dass sie beobachtet werden. Denn der Horc ist die Heimat vieler Dämonen. Und einige sind gefährlich intelligent…

Es ist jetzt etwas mehr als drei Wochen her, dass ich den zweiten Band des Demon Cycle ausgelesen habe, aber wenn ich an „The Desert Spear“ denke, möchte ich noch immer im Kreis hüpfen, wie wild klatschen und begeisterte Quietschgeräusche von mir geben. Applaus für Peter V. Brett und die fantastische Fortsetzung seiner High Fantasy – Reihe! Er hat es wirklich verdient; ich kann kaum glauben, wie unfassbar gut seine Geschichte ist. Von der ersten Seite an schlug er mich in ihren Bann und führte mich in eine Richtung, die ich niemals erwartet hätte. Ich habe nicht damit gerechnet, Ahmann Jardir so intensiv kennenzulernen. Im ersten Band empfand ich ihn als den unsympathischen Gegenspieler des Tätowierten Mannes, der keine Skrupel hat, eine Freundschaft für etwas zu opfern, das er haben will. Jetzt habe ich ihn aufwachsen sehen. Ich habe erlebt, wie anders die Lebensrealität in Krasia ist und warum Jardir glaubte, keine andere Wahl zu haben, als Arlen den Speer des Kaji abzunehmen und ihn dem Tod zu überantworten, obwohl sie Freunde waren. Sein Glaube daran, dass er der Shar’Dama Ka ist, ist unglaublich stark. Es ist für ihn nicht nur ein Titel, den er sich verliehen hat, um mehr Macht zu haben. Er ist überzeugt, dass er die Menschheit von den Dämonen erlösen wird. Er ist nicht böse. Ich musste meine Meinung von ihm komplett revidieren und habe es gern getan, weil Jardir für mich zu einem äußerst attraktiven Mann geworden ist: intelligent, gebildet, leidenschaftlich, bestimmt, zielstrebig und sehr aufopferungsvoll. In Peter V. Bretts Universum gibt es keine eindimensionalen Charaktere; sie alle sind lebendig und facettenreich. Das gilt auch für Jardirs erste Ehefrau Inevera, die ich liebe, liebe, liebe. Sie ist eine Frau, der man besser nicht in die Quere kommt. Eine manipulative Schlange, eine geschickte Intrigantin und extrem gefährlich. Atemberaubend schön, aber in ihren Adern fließt Gift. Ihre tatsächlichen Ziele kennt nur sie selbst; nicht mal ich weiß, was sie eigentlich plant, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Jardir nur deshalb zum Shar’Dama Ka machte, weil ihr Glaube so unerschütterlich ist. Nein, die Dame hat etwas vor und ist es nicht gewohnt, nicht zu bekommen, was sie will. In diesem Punkt ist sie Leesha sehr ähnlich, weshalb es mich überhaupt nicht überrascht hat, dass Jardir sich zu Leesha hingezogen fühlt. Natürlich ist die Kombination von Leesha und Inevera hochexplosiv und unter Umständen sogar tödlich – ich konnte es kaum abwarten, dass sie sich begegnen! Ihr Aufeinandertreffen war eine der spannendsten Situationen meiner Literaturgeschichte. Leesha und Inevera sind jedoch nicht die einzigen interessanten Frauen in „The Desert Spear“. Erinnert ihr euch an Renna aus dem ersten Band? Arlen war ihr versprochen, bevor er davon lief. Sie waren damals beide noch Kinder. Jetzt ist Renna erwachsen und bekommt eine eigene Erzählperspektive. Damit habe ich ebenfalls nicht gerechnet, denn ich empfand Renna eigentlich nur als „unwichtigen“ Nebencharakter. Peter V. Brett belehrte mich eines Besseren und zeigte mir, dass es sowas wie unwichtige Figuren in seiner Welt nicht gibt. Ist das nicht großartig? Man weiß bei ihm einfach nie, wer in der weiteren Handlung noch eine Rolle spielen wird. Obwohl er sehr detailreich schreibt und seine LeserInnen fast überall dabei sein lässt, kann man nur schwer voraussagen, was als Nächstes passieren wird. Ich finde das fabelhaft, denn ich habe keinerlei Probleme, ihm zu vertrauen und mich einfach in seine extrem dichte, greifbare Atmosphäre fallen zu lassen.

„The Desert Spear“ verdient eigentlich weit mehr als fünf Sterne. Ich könnte stundenlang davon schwärmen und hätte dann vermutlich immer noch nicht alles aufgezählt, was mir daran gefällt. Es ist actionreich, spannend, intelligent und überrascht mich immer wieder aufs Neue. Ich kann es kaum abwarten, den dritten Band „The Daylight War“ zu lesen, versuche aber, mich zurückzuhalten, bis der vierte Band „The Skull Throne“ ebenfalls in meinem bevorzugten Format erschienen ist. Mal sehen, wie lange ich tatsächlich widerstehen kann. Bis dahin werde ich einfach weiter in der Erinnerung an „The Desert Spear“ schwelgen und jeder bzw. jedem auf die Nase binden, dass Peter V. Brett ein High Fantasy – Rockstar ist, ob er/sie es nun hören will oder nicht! 😉

 
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Verfasst von - 27. Mai 2015 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit

„Das Lied der Dunkelheit“

das lied der dunkelheit

Originaltitel: „The Warded Man“ / „The Painted Man“

Reihe: Demon Cycle #1

Autor: Peter V. Brett

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 797 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453524764

Genre: Fantasy > High Fantasy

ausgelesen am: 01.03.2015

Bewertung:

Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind fürchtet die Nacht. Denn mit der Dunkelheit kommen die Dämonen. Verschwindet die Sonne am Horizont, kriechen sie aus dem Horc hervor und alles, was die Menschen zu schützen vermag, sind uralte Siegel, die die Dämonen nicht passieren können. Einst gab es mächtige Kampfsiegel, doch diese Symbole gingen über die Jahrtausende verloren und so haben die Menschen keine andere Wahl, als sich jede Nacht ängstlich hinter den Schutzsiegeln zu verbarrikadieren.
Als die Mutter des jungen Arlen bei einem Dämonenangriff ums Leben kommt und er erleben muss, wie sein Vater tatenlos zusieht, erkennt er, dass er es leid ist, sich furchtsam zu verstecken; er will kämpfen. Arlen läuft davon und macht sich auf die Suche nach dem Wissen um die Kampfsiegel und nach Menschen, die noch einen letzten Funken Hoffnung und Mut in sich tragen.
Das Tal der Holzfäller, Leeshas Heimatdorf, ist dem Dorf, in dem Arlen aufwuchs, sehr ähnlich. Auch ihr Leben wird maßgeblich von einem brutalen Dämonenangriff geprägt, denn dadurch erkennt sie ihr Talent und ihre Bestimmung. Unter der Anleitung der alten Bruna wird sie zur Heilerin ausgebildet.
Rojers Eltern werden von Dämonen umgebracht, als er gerade einmal drei Jahre alt ist. Seit dieser verhängnisvollen Nacht wächst er bei dem Jongleur Arrick auf.
Drei Menschen, die durch die Horclinge fast alles verloren haben. Können sie gemeinsam den Menschen ihren Kampfeswillen wiedergeben, wenn sich ihre Wege kreuzen?

Eigentlich kann ich gar nicht viel zu „Das Lied der Dunkelheit“ sagen, denn es gibt einfach nichts zu meckern. 😀 Ich fand es fand es fantastisch, so fantastisch, dass ich diesen dicken Wälzer innerhalb von knapp drei Tagen ausgelesen habe. Dieses Buch ist High Fantasy at its finest und ein delikater Vorgeschmack auf eine überzeugende, spannende Serie.
Besonders beeindruckt war ich von der greifbaren Vorstellbarkeit von Bretts Welt, die atmosphärisch beschrieben ist, ohne langatmig Geduld von den LeserInnen zu erfordern. Wir begegnen Arlen direkt nach einem Dämonenangriff in seinem Dorf und begreifen so sehr schnell, wie gefährlich und eingeschränkt die Lebensrealität der Menschen ist. Die Angst vor den Horclingen bestimmt jedes einzelne Leben; der Stand der Sonne ist das Maß aller Dinge. Geschickt verwebt Brett in diese Ausgangssituation Erklärungen und Hintergründe; er beweist Autorität, nimmt seine LeserInnen an die Hand und erläutert, wie es überhaupt so weit kommen konnte. So fühlte ich mich die gesamte Geschichte über nicht nur den Figuren sehr nahe, sondern auch dem Autor selbst.
Die drei Protagonisten werden einzeln und sehr ausführlich etabliert, wodurch es für mich völlig unkompliziert war, ein Gefühl für sie zu entwickeln und sie richtig kennenzulernen. Ich fand es großartig, dass mir alle drei als Kinder vorgestellt wurden und ich sie dann einige Jahre begleiten durfte, denn so erlebte ich live und in Farbe, wie sie (mehr oder weniger) erwachsen wurden. Ich war dabei, als Arlen, Leesha und Rojer jeweils am Scheideweg standen und entscheiden mussten, wie sie ihr weiteres Leben gestalten wollen. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Außerdem wusste ich einfach von Beginn an, dass sich ihre Wege kreuzen würden und ich konnte es kaum abwarten, bis es soweit war. Auf die eine oder andere Weise sind sie alle Außenseiter der Gesellschaft, weil sie ihr Leben abseits der Norm leben. Sie sind besondere Persönlichkeiten; von ihrem Aufeinandertreffen versprach ich mir viel Spannung und tja, was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht. 😉
Vergleicht man Arlen, Leesha und Rojer mit ihrem Umfeld, wird erst deutlich, WIE außergewöhnlich sie sind. Peter V. Brett hat vor allem die Mentalität der Dorfbevölkerung hervorragend getroffen. Ich bin zwar eine Großstädterin, aber auch ich weiß, dass es schwer sein kann, auf dem Land zu leben, wenn man anders ist. In einer Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt und in der über alles getratscht wird, bleibt nichts verborgen und ein Gerücht kann sich mir nichts, dir nichts verselbstständigen. Trotz dessen versäumt Brett es nicht, diesem Bild den besonderen Zusammenhalt hinzuzufügen, den es wohl so nur in Dörfern geben kann. Sobald es Nacht wird, sobald es heißt „Wir gegen die Dämonen“, sind all die kleinen Streitigkeiten des Tages vergessen.
Die Dämonen an sich verdienen übrigens auch ein herzliches Lob. Ihre Vielfalt ist verblüffend und ich kann verstehen, warum die Menschen solche Angst vor ihnen haben. Leesha fällt gegen Ende des Buches auf, dass allerdings nur sehr rudimentäre Fakten über sie bekannt sind; ich freue mich schon darauf, mit ihr gemeinsam im nächsten Band mehr über sie herauszufinden, das wird bestimmt sehr interessant und spannend.

„Das Lied der Dunkelheit“ ist ein großartiger Serien-Auftakt, der Lust auf mehr macht. Das Buch stand sehr lange ungelesen in meinem Regal – jetzt kann ich das nicht mehr verstehen. Arlen, Leesha und Rojer steht meiner Meinung nach eine fantastische Reise bevor, die sie mit so mancher Prüfung konfrontieren wird. Wenn sie wirklich den schlummernden Kampfeswillen der Menschen wieder erwecken möchten, wird das ein hartes Stück Arbeit. Ich bin wirklich neugierig auf den nächsten Band, den ich allerdings auf Englisch lesen werde, weil die Originalausgabe („The Desert Spear“) schlicht und ergreifend viel günstiger ist. Ich kann mir noch gar nicht richtig vorstellen, in welche Richtung Peter V. Brett seine Geschichte treiben möchte und bin gespannt, was er mit mir vorhat.
Ich kann euch „Das Lied der Dunkelheit“ guten Gewissens empfehlen, wenn ihr High Fantasy liebt. Euch erwarten ein atmosphärischer, vorstellbarer Weltenaufbau, facettenreiche Charaktere und ein Kampf, der grundlegender nicht sein könnte: die Menschheit gegen das Böse!

 
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Verfasst von - 18. März 2015 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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