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Schlagwort-Archive: Hölle

Max Wilde – Schwarzes Blut

„Schwarzes Blut“ von Max Wilde ist ein Mängelexemplar vom Grabbeltisch, das ich vor einigen Jahren erbeutete. Ich erinnere mich, dass der wenig aussagekräftige Klappentext meine Neugier entfachte. Damals wusste ich nicht, dass Max Wilde das Pseudonym des erfolgreichen südafrikanischen Thriller-Autors Roger Smith ist, dessen Roman „Kap der Finsternis“ 2010 den zweiten Platz beim Deutschen Krimipreis belegte. „Schwarzes Blut“ erschien bei Heyne Hardcore, einer gesonderten Sparte des Verlags, die neben einem Angebot von Musik- und Erotikliteratur auf grenzwertige, sehr blutige und brutale Horrorliteratur spezialisiert ist. Kurz, ich wusste, worauf ich mich einließ.

Skye weiß, dass sie verfolgt wird. Sie kann die Männer hinter sich hören. Sie hat Angst. Nicht davor, dass sie ihr wehtun könnten, sondern davor, dass der Andere die Kontrolle übernimmt, wenn sie sie verletzen. Seit sie zurückdenken kann, teilt sie ihren Körper mit diesem… Ding, einem Monster, das sich unter ihrer Haut verbirgt und unerträgliche Gelüste hat. Skyes Wachsamkeit darf niemals nachlassen, denn die Konsequenzen wären furchtbar. Für sie selbst, für ihren Adoptivbruder Gene und für ihren kleinen Neffen Timmy. Ist der Andere frei, sterben Menschen. Skye ahnt nicht, dass ihre Verfolger erst der Anfang sind. Da draußen lauert jemand, der die Wahrheit über sie kennt. Jemand, der mehr über ihre Herkunft weiß, als sie selbst. Jemand, der nur ein Ziel verfolgt: er will den Anderen.

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Verfasst von - August 30, 2017 in Horror, Rezension

 

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Rainer Wekwerth – Damian: Die Stadt der gefallenen Engel

Der deutsche Autor Rainer Wekwerth ist den meisten von euch sicher durch die populäre „Labyrinth“-Trilogie bekannt. Der erste Band erschien 2013, doch Wekwerth schreibt bereits seit Mitte der 90er Jahre Kinder- und Jugendbücher, später kamen Thriller hinzu. Bis 2004 erschienen alle seine Werke unter verschiedenen Pseudonymen. Ich habe entschieden, „Damian: Die Stadt der gefallenen Engel“ vor der „Labyrinth“-Trilogie zu lesen, weil es einfach länger auf meiner Wunschliste stand. Außerdem wollte ich erst antesten, ob mir sein Stil zusagt, bevor ich mich auf einen Dreiteiler einließ.

Ferien in Berlin – welcher Ort könnte besser geeignet sein, um sich von einem gebrochenen Herzen abzulenken? Die 17-jährige Lara freut sich darauf, Zeit mit ihren Großeltern zu verbringen und die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Als sie den gutaussehenden Damian kennenlernt, ist ihr Liebeskummer wie weggeblasen. Sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn und ahnt nicht, dass ihre Begegnung kein Zufall ist. Hinter der Fassade erhabener Altbauten und hipper Neubaugebiete ist Berlin das Schlachtfeld des ewigen Krieges zwischen Himmel und Hölle. Unbemerkt von menschlichen Augen bekämpfen sich Engel und Dämonen ohne Gnade, doch nun droht eine alte Prophezeiung alles zu verändern. Lara ist der Schlüssel. Seit Jahrzehnten hütet ihre Familie ein düsteres Geheimnis, das sie in große Gefahr bringt und schon bald muss sie um ihr Leben fürchten. Werden Damian und Lara eine Möglichkeit finden, ihrer Bestimmung zu entgehen, um zusammen sein zu können?

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Richard Kadrey – Devil Said Bang

Satan. Herrscher der Hölle. Gottes ewiger Widersacher. Eine Position voller Macht und Prestige. James Stark alias Sandman Slim will den Job trotzdem nicht. Was nützt all die Macht, wenn ihm der Tag regelmäßig durch Budgetbesprechungen, sinnentleerte Rituale und lächerliche Attentatsversuche versaut wird? Nein, Stark will raus. Schließlich hat er sich nie um die Stelle beworben; der originale Luzifer trickste ihn aus und genießt jetzt Ferien im Himmel. Toll. Einfach Fabelhaft. Seit er Gebieter der Verdammten wurde, sucht Stark unermüdlich nach einem Weg, die Hölle zu verlassen und nach L.A. zurückzukehren. Ganz so simpel ist das nur leider nicht. Die Verdammten hassen ihn und wenn es nach ihm ginge, könnten sie ihm alle getrost den Buckel runterrutschen, aber die Hölle braucht einen Anführer; jemanden, der den Papa spielt und Händchen hält. Also, was macht man mit einem miesen Blatt? Richtig. Bluffen, was das Zeug hält und die erste günstige Gelegenheit beim Schopfe packen. Dummerweise wird Starks glorreiche Heimkehr nach L.A. von einem serienmordenden Geist überschattet, der offenbar im Auftrag einer Fraktion der Sub Rosas handelt, die die Realität umschreiben will. Diese Idioten schaffen es doch tatsächlich, ein Loch ins Universum zu reißen. Da sehnt man sich fast nach der bizarren Idylle der Hölle, nicht wahr?

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Verfasst von - Juni 1, 2017 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Alex Siegel – First Circle Club

2016-11-17-siegel-first-circle-club

Mich faszinieren Geschichten, die von Himmel und/oder Hölle handeln. Erstaunlich angesichts der Tatsache, dass ich nicht gläubig bin. Offenbar teile ich diese Faszination mit dem Autor Alex Siegel, dessen neueste Reihe „First Circle Club“ ein Ermittlungsteam aus Himmel und Hölle fokussiert. Der gleichnamige Reihenauftakt ist bereits Siegels 19. Roman. Insgesamt veröffentlichte er bis heute 24 Bücher. Mir fiel „First Circle Club“ bei Netgalley ins Auge.

Ungewöhnliche Umstände verlangen ungewöhnliche Methoden. Als der Serienmörder Daniel Shipman aus dem Achten Kreis der Hölle entkommt und sein blutiges Handwerk auf der Erde sofort wiederaufnimmt, herrscht sowohl in der Hölle als auch im Himmel helle Aufregung. Es ist ein Skandal! Niemand sollte aus der Hölle fliehen können! Der Vorfall gefährdet das gesamte System! Da laut Überirdischem Vertrag weder Engel noch Dämonen direkt in weltliche Belange eingreifen dürfen, wird eine nie dagewesene Taskforce zusammengestellt: vier menschliche Seelen, zwei aus dem Ersten Kreis der Hölle, zwei aus der Ersten Ebene des Himmels, werden auf die Erde geschickt, um Daniel zu finden und zurückzubringen. Der ehemalige U.S. Marshal Virgil ist mehr als glücklich, seine persönliche Hölle vorübergehend hinter sich zu lassen. Die Ewigkeit damit zu verbringen, den Papierkram von Dämonen zu sortieren, ist nicht gerade ein Spaß. Klar, es hätte schlimmer kommen können, aber noch einmal seine speziellen Talente zum Einsatz bringen zu können und die Erde wiederzusehen ist definitiv eine Verbesserung. Sein Team besteht aus der Polizistin Lisa, der Leichenbeschauerin Sara und dem forensischen Psychologen Alfred, alle schön verpackt in dämonische bzw. engelhafte Hüllen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Daniel. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass der Serienkiller nicht allein arbeitet…

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Amber Benson – Lieber Tod als Teufel

2015-12-17 - Benson Lieber Tod als Teufel

„Lieber Tod als Teufel“ habe ich bereits vor einigen Jahren schon einmal gelesen. Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich darüber freute, dass meine Mutter es mir schenkte; nicht nur, weil die Inhaltsangabe vielversprechend klang, sondern auch, weil die Autorin Amber Benson jahrelang die Figur der Tara Maclay in der Serie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ verkörperte und dadurch bei mir einen besonderen Stein im Brett hat. Mir gefiel das Buch damals wirklich gut, doch die Fortsetzung „Einmal Tod ist nicht genug“ aufzutreiben, stellte sich als schwierig heraus. Die Zeit verging und meine Erinnerungen an den ersten Band der „Jenseits GmbH“ verblassten. Da der zweite Band mittlerweile in meinem Regal steht, sollte mich das Reread auf eine Entscheidung hinsichtlich dieser Reihe vorbereiten, die ich ab dem dritten Band in Englisch lesen müsste. Weiterverfolgen oder abbrechen?

Die Tochter des Todes zu sein ist weitaus schwieriger, als es klingt. Deswegen wandte sich Calliope Reaper-Jones von ihrer Familie ab und begann ein normales Leben in New York. Langweilig, ja, aber zumindest weit entfernt vom übernatürlichen Chaos. Doch als ihr Vater samt dem kompletten Aufsichtsrat der Jenseits GmbH entführt wird, bleibt ihr nichts Anderes übrig, als sich erneut in eben dieses Chaos zu stürzen. Um ihre Familie zu schützen, muss sie die Leitung der Firma übernehmen – und ihren Vater als Tod vertreten. Unglücklicherweise ist eine einfache Unterschrift dafür natürlich nicht ausreichend. Callie ist gezwungen, durch die Erfüllung dreier mörderischer Aufgaben ihre Würdigkeit zu beweisen. Als wäre das nicht bereits Herausforderung genug, macht ihr der unverschämt attraktive, charmante Protegé des Teufels auch noch Konkurrenz und scheut sich dabei nicht, fiese Tricks anzuwenden. Einmal Hölle und zurück – wird Callie die Aufgaben meistern und ihre Familie retten?

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Verfasst von - Dezember 29, 2015 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Richard Kadrey – Aloha from Hell

2015-12-02 - Kadrey Aloha from Hell

Richard Kadrey ist mein Lieblings-Urban-Fantasy-Autor. Er ist einfach der Beste, wenn es darum geht, harte, witzige, makabre Geschichten zu schreiben, die Magie und Übernatürliches in unsere Welt katapultieren. Bei ihm gibt es keine glitzernden Vampire, keine schmusigen Werwölfe und erst recht keine jungen Frauen, die sich in all ihrem Herzschmerz mit Wonne suhlen. Seine Welt ist die Welt von James Stark aka Sandman Slim, mäßig begabter Hexer, Nephilim und Ex-Höllengladiator. Er ist nicht nett, er hat ein Alkoholproblem und sein Motto lautet „Mit Hoodoo und Bullshit wird’s schon gehen“. Kurz gesagt: ich liebe ihn! „Aloha from Hell“ ist der dritte Band der Reihe und ich freute mich riesig auf ein Wiedersehen mit Stark, seinen Gefährten und seinen Feinden!

Wieder einmal regiert die Langeweile in Starks Leben. Das Golden Vigil ist zerschlagen und Luzifer kehrte in den Himmel zurück. Seit er Los Angeles abermals rettete, war Stark brav und arrangierte sich mit dem Engel in seinem Kopf. Aber Stark wäre nicht Stark, hätte er nicht noch ein paar offene Rechnungen, die beglichen werden wollen. Da sich Luzifer kurzerhand aus dem Staub machte, versinkt die Hölle dank Mason im Chaos. Das könnte Stark natürlich egal sein, hätte Mason sich nicht mit Aelita verbündet, die weiterhin der fixen Idee nachjagt, Gott zu töten. Gemeinsam planen sie, Himmel und Hölle zu zerstören und dabei auch gleich noch Stark zu beseitigen. Sie spielen seine größte Schwachstelle gegen ihn aus und entführen Alice aus dem Himmel. Stark hat keine Wahl. Er muss ein weiteres Mal in die Hölle hinabsteigen. Sandman Slim kehrt heim.

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Verfasst von - Dezember 12, 2015 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion wird wöchentlich von den Schlunzen-Büchern veranstaltet; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Logo!

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Verfasst von - Dezember 1, 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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George Pendle – Death: A Life

„Death: A Life“

Death A Life

Autor: George Pendle

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 250

Verlag: Three Rivers Press

Sprache: Englisch

ISBN: 030739560X

Genre: Biografie & Fantasy & Historisch & Humor & Religion

ausgelesen am: 16.01.2014

Bewertung:

George Pendle ist einer der AutorInnen, die ich gern mal persönlich kennenlernen würde. Ich würde gern sehen, ob er wirklich so lustig und verrückt ist, wie es den Eindruck macht. Auf seiner Website gibt es eine Abteilung, die Teppichböden auf Flughäfen gewidmet ist. Sein Lebenslauf umfasst außer Artikeln für die „Financial Times“, die „Los Angeles Times“ und die „Times“ (u.a.) auch die Beschriftung von Straßenschildern für das „New York City Department of Parks and Recreation“. Im Vorwort von „Death: A Life“ beschreibt Pendle, wie er dazu kam, der Biograf des Todes zu sein. Es lag wohl daran, dass er eigentlich gern eine Autobiografie verfasst hätte, was aber nicht möglich war, weil seine eigene Kindheit zu glücklich war. Kein Trauma, keine Autobiografie. Also schrieb er fortan die Biografien anderer Leute. Ich denke wirklich, ich würde Pendle sehr mögen. 😉

„Death: A Life“ ist die Biografie des Todes. Ja, genau, der Tod, das Ende Aller Dinge, er, den alle eines Tages einmal treffen. Mit Hilfe seines Biografen berichtet er von seiner schwierigen Kindheit, wie er als Sohn von Satan und Sünde in der Hölle aufwuchs, um später dann auf die Erde umzuziehen und dort seine Bestimmung zu finden. Er räumt mit Vorurteilen auf, schildert ungeschönt seine fatale Beziehung zum Leben und erzählt hunderte Anekdoten über das Lebensende der verschiedensten mehr oder weniger berühmten Persönlichkeiten. Ohne Tabus spricht Tod über seine zutiefst missverstandene, unendliche Existenz; über Liebe, die im Großen Plan nicht vorhergesehen war und stellt klar, dass er es ist, der das Leben der Menschheit erst so kostbar macht.

Was soll ich sagen? Die Bewertung von „Death: A Life“ spricht eigentlich schon für sich selbst. Diese herrliche Biografie ist so lustig, dass ich nicht wüsste, wie man es besser machen könnte. Sie erzählt mythologische und religiöse Weltgeschichte aus einem völlig neuen Blickwinkel und beleuchtet auch die Aspekte, die in all den Legenden und Geschichten gerne mal ausgelassen werden. Tod als Protagonist und Ich-Erzähler ist eine höchst sympathische Figur, der in all seiner Übernatürlichkeit immer wieder durch und durch menschlich agiert und reagiert. Ich liebte es, dass in diesem Buch schlicht und ergreifend niemand, wirklich niemand, unfehlbar ist. Tod nicht, Gott nicht und erst recht nicht die Menschheit. Es erscheint mir völlig logisch, dass auch Gott das volle Ausmaß seiner Schöpfung nicht überblicken konnte und es im Garten Eden zu Beginn daher einige Kreaturen gab, die nie eine echte Chance auf das Überleben hatten. Wurzelpflanzen mit Klaustrophobie, Fische, die allergisch auf Wasser waren, stolze Insekten, die sich selbst so hässlich fanden, dass sie es nicht über sich brachten, sich zu reproduzieren. Es liegt auf der Hand, dass „Death: A Life“ dementsprechend als stark blasphemisch aufgefasst werden könnte und ich muss all diejenigen LeserInnen warnen, die in diesem Punkt sensibel reagieren. Ich selbst bin nicht religiös erzogen, ich bin nicht getauft und habe nie eine Verbindung zum Glauben aufbauen können – vielleicht bin ich gerade deswegen prädestiniert für dieses Buch. Es hat mich hervorragend unterhalten. George Pendles Darstellung aller möglichen religiösen Figuren ist zum Brüllen komisch. Wer hätte gedacht, dass Noah eine so weiche Birne hatte, dass er mit einer Rhabarber-Pflanze verheiratet war? Wie kommt man auf die Idee, Methusalem als Stalker zu skizzieren, der Tod über Jahrhunderte hinweg verfolgte, weil er unbedingt sterben wollte? Und Jesus? Verzeiht, wenn ich jetzt jemandem auf die Füße trete, aber in diesem Buch ist er einfach ein Miststück. Es ist beeindruckend, wie umfangreich und detailliert George Pendle recherchiert hat, zu längst vergessenen Kulturen und Völkern ebenso wie zu theologischen Ansätzen, um dann seine ganz eigene Interpretation niederzuschreiben. Er ließ seiner gesamten, phänomenalen Kreativität freien Lauf und vermittelt seinen LeserInnen, dass es völlig in Ordnung ist, ungezwungen über Themen zu lachen, die seit Jahrhunderten eine Aura von Ernsthaftigkeit und Strenge umgibt. „Death: A Life“ ist frei von jeglichen Konventionen und Tabus, dafür strotzt es vor liebevollen Charakterisierungen. Ich kann es nicht anders sagen, es ist großartig.

George Pendles originelle Biografie des Todes hat extrem viel Herz, obwohl der Protagonist keines hat und auch nicht haben darf. Von vorne bis hinten ist es fantasievoll, kurios und amüsierte mich köstlich. Es lohnt sich sogar, die Danksagung am Ende zu lesen.
Sollte ich sterben und tatsächlich auf Tod treffen, habe ich mir ganz fest vorgenommen, dankbar und respektvoll zu sein, ihn nicht mit dummen Fragen zu nerven und ihm meine Hochachtung dafür auszusprechen, dass er diesen verdammt harten Job macht, denn ohne ihn wäre das Leben wesentlich weniger wertvoll.
Ich kann euch „Death: A Life“ von Herzen empfehlen, muss aber darauf hinweisen, dass George Pendles Englisch nicht ganz einfach ist, weil er viele religiöse und biologische/zoologische Vokabeln verwendet. Außerdem gibt es sicher einige LeserInnen, die in diesem Buch die pure Gotteslästerung sehen würden; wer sich also schnell in seinen/ihren religiösen Ansichten verletzt fühlt, sollte vielleicht die Finger davon lassen.
Ich schließe nun und beende die Rezension mit Jesus‘ Worten:

„Jesus reigns in Heaven, bitch!“ (S.153)

 

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Jennifer Rardin – Ein Quantum Blut

„Ein Quantum Blut“

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Reihe: Jaz Parks #3

Originaltitel: Biting the Bullet

Autor: Jennifer Rardin

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 413 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 345352585X

Genre: Fantasy > Urban Fantasy

ausgelesen am: 24.11.2014

Bewertung:

Habt ihr Jennifer Rardin schon mal gegoogelt? Ich habe es getan, um ein bisschen mehr über die Autorin der Jaz Parks – Romane herauszufinden. Dabei musste ich feststellen, dass Jennifer Rardin schon nicht mehr lebt. Ich finde das wirklich traurig, denn sie ist verfrüht und überraschend im Alter von 46 Jahren verstorben, im September 2010. Die Veröffentlichung der beiden letzten Bände ihrer Urban Fantasy – Reihe hat sie nicht mehr erlebt, konnte Jaz‘ Abenteuer allerdings noch abschließen. Mich freut das von Herzen, weil ich kaum etwas so tragisch finde wie eine/n AutorIn, der/die vor der Vollendung ihres oder seines Werkes stirbt. Obwohl ich von der Jaz Parks – Reihe nicht gerade begeistert bin, lässt es mich nicht kalt, dass ich Rardins Vermächtnis im Regal stehen habe.

„Ein Quantum Blut“ ist der dritte Band der Serie und konfrontiert Jaz und Vayl ein weiteres Mal mit einer Herausforderung. Ihr neuster Fall sieht vor, dass sie einen mächtigen Zauberer und Nekromanten eliminieren, der weltweit Terroranschläge durchgeführt hat und ein Verbündeter des Raptors Edward Samos ist. Dafür müssen sie in den Iran reisen und sich mit einem Spezialkommando zusammentun. Schnell zeigt sich, dass der Auftrag die eine oder andere Überraschung bereithält, denn das Spezialkommando wird von niemand anderem als Jaz‘ Zwillingsbruder David geleitet. Dieser ist zutiefst besorgt, weil sein Team von einem Maulwurf infiltriert wurde.
Währenddessen kann sich Vayl kaum auf den Fall konzentrieren, hat ihm doch eine iranische Seherin versprochen, ihn mit seinen Söhnen zusammenzubringen. Jaz‘ ist mehr oder weniger auf sich selbst gestellt und entdeckt dabei nicht nur neue Fähigkeiten an sich selbst, sondern auch neue Feinde und dass der Auftrag nicht so einfach gestrickt ist, wie sie glaubte…

Und wieder war es viel zu viel. Wie schön wäre es gewesen, wenn Jennifer Rardin nicht schon wieder neue Gegner eingeführt hätte, zusätzlich zu den bereits bekannten. Es muss bereits eine Warteschlange für diejenigen geben, die Jaz schaden wollen. Sie kämpft in „Ein Quantum Blut“ nicht nur gegen den Zauberer/Nekromanten, sondern auch gegen Zombies, Dämonen, Schröpfer und die Mahghul, eine Rasse, die sich von schlechten Gefühlen ernährt. Noch im letzten Band war der Endgegner ein mächtiger Schröpfer, jetzt sind diese Fieslinge nicht mehr wirklich bedrohlich und eher lächerlich dargestellt. Ich verstehe das nicht.
Doch nicht nur bezüglich der Gegner übertrieb Rardin meiner Empfindung nach maßlos, auch Jaz‘ Figur mutiert immer mehr zur unglaubwürdigen Superheldin. Was sie mittlerweile alles kann, ist erstaunlich. Damit meine ich nicht mal ihre physischen Fähigkeiten wie den Schwertkampf, sondern all den übernatürlichen Kram. Sie kann Supras spüren, sie beherrscht die Astralprojektion, sie besucht die Hölle und kämpft in einer Zwischenebene gegen einen gefährlichen Dämon. Sie bräuchte nur noch ein Cape und eine nette Erkennungsmelodie.
Zusätzlich ist mir da etwas aufgefallen, das sich auf meinem Interesse an Genderstudies gründet. Jaz ist der einzige weibliche Charakter, der als Retterin auftreten darf. In „Man lebt nur ewig“ war das noch nicht so offensichtlich, aber in „Ein Quantum Blut“ wird systematisch jede andere weibliche Figur ausgeschaltet, die ihre Rolle gefährden könnte. Cassandras Fähigkeiten haben so etwas wie einen Kurzschluss. Die Sanitäterin aus Davids Team kommt nicht mit Vayl zurecht und wird deswegen gleich auf den ersten 100 Seiten heim geschickt. Grace, eine Soldatin, ist von Beginn an so unsympathisch beschrieben, dass es keine Möglichkeit gibt, sie zu mögen. Später wird sie oft komplett außen vor gelassen und schießt sich dann auch noch selbst ins Aus, weil sie Befehle missachtet. Aus der Gender-Perspektive ist das interessant, weil es ein Phänomen ist, das auch in Horrorfilmen sehr oft auftritt. Dort ist es das sogenannte „final girl“, das den Tag rettet. Ich werde auf jeden Fall in diese Richtung recherchieren und versuchen, herauszufinden, ob es Artikel gibt, die eine mögliche Existenz des „final girl“ auch in Urban Fantasy – Romanen belegen oder untersuchen.
Da wir schon beim Thema Rolle der Frau in „Ein Quantum Blut“ sind, möchte ich unbedingt erwähnen, dass ich mit Jennifer Rardins Darstellung vom Iran nicht zufrieden bin. Verschleierte Frauen, öffentliche Hinrichtungen, eine aus westlicher Sicht komplett rückständige Gesellschaft. Ich bezweifle, dass Rardin vor Ort war; schreibt man über ein Land, das man noch nie besucht hat, sollte man sehr vorsichtig sein, nicht nur ethnische Klischees zu reproduzieren. Auf mich wirkte ihr Bild sehr voreingenommen, ich glaube nicht, dass es der Lebensrealität im Iran gerecht wird.

Ich bin fertig mit der Jaz Parks – Reihe. Ich werde nicht mehr weiterlesen, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass es noch besser wird. Meine Sympathie für die Charaktere reicht nicht aus, um über all die Mängel hinweg zu sehen.

 
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Verfasst von - Dezember 5, 2014 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Richard Kadrey – Kill the Dead

„Kill the Dead“

kill the dead kadrey

Reihe: Sandman Slim #2

Autor: Richard Kadrey

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 418

Verlag: Harper Voyager

Sprache: Englisch

ISBN: 0061714344

Genre: Fantasy > Urban Fantasy

ausgelesen am: 17.11.2014

Soundtrack: Led Zeppelin – „Ramble On“ / The Rolling Stones – „Sympathy for the Devil“

Bewertung:

Richard Kadrey schreibt nicht nur fleißig Romane und Kurzgeschichten, er ist auch Fotograf. Eine eigene Website für seine Fotografie habe ich bei meinen Recherchen nicht gefunden, doch selbst wenn, würde ich sie nicht verlinken. Ich persönlich finde seine Kunst interessant, aber sie ist auch sehr verstörend und es gibt sicher einige unter euch, die sie abstoßend fänden. Daher überlasse ich es euch selbst, ob ihr euch ansehen möchtet, welche Motive Mr. Kadrey ablichtet. Auf eigenes Risiko sozusagen. 😉 Fakt ist, Richard Kadrey liebt sowohl in der Literatur als auch in der Fotografie das Extreme. Seine Figur des James Stark alias Sandman Slim ist da keine Ausnahme.

Nach 11 Jahren in der Hölle und der eher zufälligen Rettung von Los Angeles ist Starks Leben nun regelrecht langweilig geworden. Für seine Verhältnisse. Ab und zu ein Auftrag für das Golden Vigil, doch sonst ist es ruhig. Bis Luzifer Stark zu sich bittet und ihn zu seinem Bodyguard macht. Wozu der Herrscher der Hölle einen Bodyguard braucht? Offiziell soll Stark ihn zu den öffentlichen Auftritten begleiten, die Luzifer besuchen muss, um die Verfilmung seiner Biografie zu überwachen. In Wirklichkeit? Wen interessiert‘s, denn die Bezahlung ist gut. Schon bald bleibt Stark allerdings nichts anderes übrig, als sich dafür zu interessieren, denn Leute verschwinden, Luzifer wird angegriffen und die Toten erheben sich in Scharen. Irgendjemand pfuscht mit Zombies herum. Stark muss herausfinden, wer es ist und Schlimmeres verhindern, denn es kann ja wohl nicht sein, dass er bei seinem abendlichen Gläschen/Fläschchen Aqua Regia im Bamboo House of Dolls gestört wird. Oder?

Ich habe es bereits in Bezug auf die Montagsfrage von Libromanie geschrieben und ich muss es jetzt wiederholen: James Stark ist der perfekte Antiheld. Er hat so viele schlechte Eigenschaften, dass ich mich fragen musste, warum ich ihn eigentlich so unglaublich sympathisch finde. Ich weiß darauf keine eindeutige Antwort. Vermutlich hat es viel damit zu tun, dass seine Persönlichkeit wirklich einnehmend und unter der Oberfläche gar nicht so einfach gestrickt ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. In „Kill the Dead“ ist mir besonders aufgefallen, dass sein Aufenthalt in der Hölle ihn in bestimmten Punkten für das Leben unter Menschen verdorben hat. Jeder Mensch hat Ballast, aber Stark… Ihr kennt sicher das berühmte Zitat „Die Hölle, das sind wir selbst“ von T.S. Eliot – bei Stark ist es die wahrhaftige Hölle, die er mit sich herumträgt. Er wird seine Erinnerungen an die Jahre dort nicht los, weil er sich nicht richtig damit auseinandersetzt. Daraus entsteht eine ganz merkwürdige Beziehung zu einem Ort, der ihm schon bei dem bloßen Gedanken daran das Blut in den Adern gefrieren lassen sollte. Doch ich wurde das Gefühl nicht los, dass Stark damit angibt, in der Hölle als Gladiator überlebt zu haben. Er ist stolz darauf, trotz all der Schmerzen und der Qual, die er dort erlitt. Hinzu kommt noch, dass ihm seit dieser Zeit die soziale Interaktion mit anderen Menschen sehr schwer fällt. Auf ihn trifft deshalb auch Sartres Zitat „Die Hölle, das sind die anderen“ zu. Er sehnt sich nach der Einfachheit der Arena, weil er sich dort nie die Frage stellen musste, wem er trauen kann. Er trug keine Verantwortung, musste keine Rücksicht nehmen und keine Pläne machen. Jetzt ist er zurück und hat eigentlich keine Ahnung, was er mit seinem Leben anstellen möchte. Diese Entwicklung war zu erwarten und ich finde es wunderbar, dass Richard Kadrey so deutlich darauf eingegangen ist. Stark ist ein verlorener Junge; er steht zwischen dem Golden Vigil und Luzifer und weiß genau, dass beide Seiten ihn eigentlich nur für ihre eigenen Pläne benutzen.
In „Kill the Dead“ beleuchtet Richard Kadrey aber nicht nur neue Facetten seines Protagonisten, er verrät auch einiges über sein übernatürliches Universum. Die Handlung hat sehr viel mit der Geschichte der Sub Rosas (also der Übernatürlichen) zu tun: wie die verschiedenen Familien nach Nordamerika kamen und warum, wie sich Machtstrukturen entwickelten und wie sie um eben diese kämpfen. Stark erfährt all das nebenbei, während er versucht, die Zombie-Plage in den Griff zu bekommen. Dadurch kommen Action, Blut und Chaos nicht zu kurz – „Kill the Dead“ ist wirklich aufregend und spannend, in seiner Brutalität ganz ähnlich der Bourbon Kid – Reihe. Ich finde, Richard Kadrey versteht es hervorragend, dem Ganzen ein wenig die Schärfe durch seinen unvergleichlichen Humor zu nehmen. Müsste ich nicht so oft lachen, empfände ich die exzessive Gewalttätigkeit seiner Romane vermutlich als zu dominant, doch so ist es eine perfekte Mischung.
Zu guter Letzt möchte ich noch die Figur des Luzifers hervorheben. Ich liebe ihn. Wirklich. Er ist nicht eindimensional böse, sondern kultiviert, belesen und manipulativ. Er erinnerte mich an einen Politiker oder Unternehmer und in gewisser Weise ist er das ja auch, denn die Hölle will gewinnbringend geführt und organisiert werden. Ich habe eine Schwäche für Luzifer-Versionen in Milton-Manier und Kadreys Vorstellung des Teufels kommt meiner eigenen so nahe, dass es fast schon unheimlich ist.

Die Sandman Slim – Romane machen mich einfach glücklich. Sie lesen sich leicht und flüssig, sind witzig und herrlich unanständig. Sie sind Urlaub für meine Gedanken und mittlerweile empfinde ich Stark als Freund.
Ich kann euch diese Reihe nur wirklich ans Herz legen, wenn ihr auf Antihelden à la Bourbon Kid, Joe Pitt oder Harry Dresden steht. Stark wird sicher auch eure Sympathie erobern, er ist einfach außergewöhnlich. Denn wann trifft man schon mal einen rauchenden, trinkenden, mordenden Halbengel?

(Nächster Band: Sandman Slim #3 – „Aloha from Hell“ – Richard Kadrey – ISBN: 006171433X)

 
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Verfasst von - November 29, 2014 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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