RSS

Schlagwort-Archive: High Fantasy

Terry Pratchett – Der fünfte Elefant

Kommandeur Samuel Mumm der Stadtwache von Ankh-Morpork ist eine wiederkehrende Hauptfigur in Terry Pratchetts „Scheibenwelt“. Er taucht in 13 Romanen auf, ist ein Mensch in den Vierzigern und stammt von „Steingesicht“ Mumm ab, der die Stadt einst von ihrem letzten, verbrecherischen König befreite, dafür allerdings selbst hingerichtet wurde. Seiner Familie wurden alle Besitztümer aberkannt und ihr Wappen gebannt. Samuel Mumm stellte die Ehre seines Namens durch seine Verdienste in der Stadtwache wieder her. Er wurde vom Patrizier Lord Vetinari zum Ritter geschlagen und in den Stand des Herzogs von Ankh erhoben. Er trägt diesen Titel widerwillig und möchte mit Politik eigentlich nichts zu tun haben, kann es jedoch nicht immer vermeiden, wie wir im 24. Band „Der fünfte Elefant“ erfahren.

Kommandeur Mumm versteht sich auf die Verbrecherjagd. Auf Diplomatie versteht er sich hingegen nicht, was ihn jedoch nicht daran hindert, als Herzog von Ankh gelegentlich auf wichtige Zehen zu trampeln. Nun soll er auf Geheiß des Patriziers sein entschieden undiplomatisches Geschick im Ausland einsetzen und Ankh-Morpork bei der Krönung des Niederen Königs der Zwerge in Bums vertreten. Bums liegt in Überwald, wo man das Wort „Fortschritt“ noch für eine ansteckende Krankheit hält. Trotzdem ist die Krönung ein politisches Großereignis, bei dem alle Regierungen, die etwas auf sich halten, zugegen sein werden und die ideale Gelegenheit, Ankh-Morpork lukrative Handelsverträge zu sichern. Dumm nur, dass ausgerechnet jetzt die Steinsemmel, das traditionelle zwergische Symbol der Königswürde, gestohlen wurde. Adelstitel hin oder her, einem ordentlichen Verbrechen kann Mumm nicht widerstehen und nimmt die Ermittlungen zwischen Zwergen, Vampiren und Werwölfen auf. Manchmal sind sich Diplomatie und Verbrecherjagd doch erstaunlich ähnlich.

👉 Weiterlesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Markus Heitz – Der Krieg der Zwerge

Der überwältigende Erfolg der Buchreihe „Die Zwerge“ von Markus Heitz führte dazu, dass die Geschichte des Zwerges Tungdil in andere Medien übertragen wurde. Darunter finden sich ein Brettspiel, eine Comic-Reihe und ein Videospiel, das von der Bremer Firma King Art 2016 realisiert und zum Teil über eine Kickstarter-Kampagne finanziert wurde. Das Rollenspiel folgt der Handlung des ersten Bandes „Die Zwerge“. Heitz war intensiv in die Entwicklung involviert und berichtet, dass die Zusammenarbeit mit King Art erschreckend reibungslos ablief. Er schrieb sogar extra für das Spiel eine neue Begleitfigur, die im Buch nicht auftaucht. Dennoch blieb es bei diesem einen Spiel. Der zweite Band „Der Krieg der Zwerge“ wurde bisher nicht umgesetzt – aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Das Geborgene Land feiert. Der böse Magier Nôd’onn ist besiegt und erstmals herrscht Einigkeit unter Menschen, Zwergen und Elben. Tungdil hofft, endlich ein richtiger Zwerg zu werden. Leider fällt es ihm schwer, sich den strengen Gesetzen der traditionsbewussten Stämme unterzuordnen. Er fürchtet schon, sich niemals unter seinesgleichen einzufügen, doch dann erfährt er von den Freien. Die Gemeinschaft verstoßener Zwerge folgt eigenen Regeln und begrüßt ihn mit offenen Armen. Er schließt sich ihnen an und verlässt seine Freunde, um ein neues Leben zu beginnen. Aber Tungdil wäre nicht Tungdil, stünde er nicht sofort bereit, wird er gebraucht. Denn der Frieden im Geborgenen Land hält nicht an. Orks, Albae und der Zwergenstamm der Dritten säen Angst, Misstrauen und Zwist. Abgelenkt von Scharmützeln und Intrigen entgeht Tungdil und seinen Verbündeten beinahe eine mysteriöse Gefahr, die sich unaufhaltsam von Westen nähert und das gesamte Geborgene Land zerstören könnte. Wollen sie ihre Heimat schützen, bleibt ihnen nur eine Wahl: sie müssen alte Feindschaften überwinden und sich mit denjenigen verbrüdern, gegen die sie seit Generationen kämpfen.

👉 WEiterlesen

 
6 Kommentare

Verfasst von - 24. November 2020 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , ,

Leigh Bardugo – Siege and Storm

Leigh Bardugo ist die erste und einzige Autorin, die ich kenne, die offen zugibt, dass sie beinahe an ihrer Vorstellung der Schriftstellerei gescheitert wäre. Bevor sie über Nacht berühmt wurde, glaubte sie, nur Vollzeitschriftsteller_innen seien „richtige“ Schriftsteller_innen. Weil sie Rechnungen bezahlen musste und sich diesen Luxus nicht leisten konnte, fraßen sie ihre Selbstzweifel und -vorwürfe schier auf. Erst, als sie erkannte, dass sie auch neben ihrem damaligen Beruf als Maskenbildnerin schreiben konnte, fand sie eine gesunde Routine. Sie berichtet, dass sich die Selbstzweifel noch heute hin und wieder melden, sie aber Bestätigung aus dem überwältigenden Erfolg ihrer Romane schöpft. „Siege and Storm“ ist der zweite Band ihrer „Grisha Trilogy“, mit der sie die New York Times Bestsellerliste stürmte.

Nach den schrecklichen Ereignissen im Schatten-Spalt flohen Alina und Mal aus Ravka. Sie segelten über die Wahre See nach Novyi Zem, um im Westen ein neues Leben zu beginnen und zu vergessen, was sie hinter sich ließen. Doch der Dunkle überlebte – verändert, grausamer und ehrgeiziger denn je. Solange er Ravka mithilfe von Alinas Magie zu unterwerfen plant, kann sich ihr Traum einer friedlichen Zukunft niemals erfüllen. Aus der Ferne wird es Alina nicht gelingen, ihn aufzuhalten. Sie muss nach Ravka zurückkehren. Unerwartet bietet sich der berüchtigte Freibeuter Sturmhond als Verbündeter an und bringt Alina und Mal nach Hause. Sie finden Ravka tief gespalten vor. Will Alina ihr Land auf einen erneuten Angriff des Dunklen vorbereiten, muss sie sich auf ein riskantes Spiel um Macht und Einfluss einlassen, während ihr die Kontrolle ihrer verstärkten Kräfte zunehmend schwerer fällt. Gerade jetzt braucht sie Mals Unterstützung, aber er scheint ihr von Tag zu Tag mehr zu entgleiten. Wird sie sich zwischen ihrer Heimat und ihrer Liebe entscheiden müssen?

👉 Weiterlesen

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 17. November 2020 in Fantasy, High Fantasy, Rezension, Young Adult

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Montagsfrage: Wo bist du?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe gute Neuigkeiten. Es sieht so aus, als könnten wir im September tatsächlich in Urlaub fliegen! Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts gilt für die meisten Länder außerhalb Europas zwar noch bis 31. August und bisher habe ich keine Mail mit den Worten „Ihre Reise wird stattfinden“ erhalten, aber es gibt einige Hinweise, die mich optimistisch stimmen. Erst einmal öffnet Sri Lanka seine Grenzen ab 01. August für Touristen. Die Einreisebedingungen sind etwas verschärft und verlangen unter anderem Corona-Tests kurz vor der Abreise aus Deutschland und bei Einreise in Sri Lanka, eine nachweisbare Krankenversicherung und genaue Angaben zu Reiseroute und Unterbringung, doch das sind Komplikationen, die ich gern in Kauf nehme, wenn wir dafür unseren Urlaub realisieren können. Des Weiteren ist die Corona-Situation auf der kleinen Insel gut unter Kontrolle. Beinahe alle, die sich dort infiziert hatten, sind mittlerweile wieder gesund und es wurden Maßnahmen ergriffen, um einen erneuten Ausbruch zu verhindern, zum Beispiel Ausgangssperren. Zu guter Letzt wurde der fette, unübersehbare, dauerhafte Warnhinweis, den das Vergleichsportal, über das wir die Reise gebucht haben, über die Buchungsinformationen gepostet hatte und in dem stand, dass der Reiseveranstalter die Durchführung der Reise aktuell für unwahrscheinlich hält, entfernt. Kommentarlos. Jetzt steht da gar nichts mehr, was mich darauf hoffen lässt, dass der Veranstalter die Lage neubewertet hat. Das heißt, im Moment hängt es offenbar nur noch an der deutschen Regierung, doch da Sri Lanka aus wirtschaftlichen Gründen sehr daran interessiert sein dürfte, den Tourismus wieder aufzunehmen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass rechtzeitig eine Einigung erreicht wird.

Für uns bedeutet das, dass wir die Urlaubsvorbereitungen mit neuem Elan angehen. Ich hole heute meinen Reisepass ab, was oberste Priorität hatte. Morgen lasse ich meine Impfungen auffrischen. Ich habe für uns eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen und bereits den ersten Bikini im Schrank, der zweite ist unterwegs. Als nächstes kümmere ich mich um meine Reise-Yogamatte und dann werde ich Stück für Stück unsere weitere Ausstattung zusammenstellen. Die Visa kann ich erst ab August beantragen, das hat also noch etwas Zeit. Ich freue mich wahnsinnig, jetzt nicht mehr untätig rumsitzen und abwarten zu müssen, wie sich die Lage entwickelt. Hach, alles wird gut. Ganz bestimmt.
Bevor ich mich nachher auf den Weg zum Bürgeramt mache, möchte ich aber noch die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise beantworten.

Wo genau befindest du dich gerade in deiner momentanen Lektüre?

Ich befinde mich gerade auf Seite 290 von „The Queen of Blood“ (The Queens of Renthia #1) von Sarah Beth Durst, tief in den äußeren Wäldern des Landes Aratay auf dem Kontinent Renthia, in einem Dorf, das einst Greytree hieß, bis sich dort vor neun Jahren eine furchtbare Tragödie ereignete. Ich bin in Gesellschaft der Protagonistin Daleina und allen anderen aktuellen Kandidatinnen, die Erbin des Throns von Aratay werden wollen. Sie müssen in dem ehemaligen Greytree eine Prüfung erfüllen, um sich als mögliche Erbinnen zu beweisen. Eine Zeitrechnung wurde bisher nicht explizit erwähnt, ich weiß nur, dass in Jahren gezählt wird und es momentan Herbst ist.

Das sagt euch erst mal nicht viel, oder? In Ordnung, ein bisschen Kontext. „The Queen of Blood“ ist der Auftakt einer sehr femininen High Fantasy – Trilogie. Die Welt Renthia ist in mehrere Länder strukturiert, die jeweils von einer Königin regiert werden. Der Grund dafür liegt in der dominanten Besonderheit dieser Welt: die Menschen teilen sie sich mit einer Vielzahl von Naturgeistern. Nun sind diese Geister, die nach ihrem Element kategorisiert werden, jedoch keineswegs friedlich oder freundlich. Ihr Instinkt verlangt von ihnen, die Menschheit auszulöschen und die einzige Person, die das verhindern kann, ist die Königin. Sie verfügt über die Fähigkeit, die Geister zu kontrollieren. Diese Macht manifestiert sich ausschließlich in Frauen, weshalb jedes Mädchen in Renthia, das eine Affinität für Geister zeigt, ausgebildet und trainiert wird. Die Stärksten unter ihnen werden von Champions erwählt, die sie dann darauf vorbereiten, den Status einer Erbin zu erlangen, wodurch eine von ihnen eines Tages vielleicht der aktuellen Königin auf den Thron folgt, wenn diese stirbt oder ihre Macht schwindet. Im Idealfall stehen zu jeder Zeit mehrere Erbinnen zur Verfügung, denn die Wahl der neuen Königin treffen nicht die Menschen, sondern die Geister. Sie entscheiden, wem sie dienen wollen.

Daleina ist in der Reihe der Kandidatinnen ein Sonderfall, weil sich ihre Fähigkeit speziell äußert. Sie ist selten in der Lage, den Geistern einfach ihren Willen aufzuzwingen, wie es die anderen können. Sie kann die Instinkte der Geister nicht unterdrücken, sie kann sie meist nur umlenken. Deshalb glaubt sie, dass sie schwächer und nicht zur Erbin geeignet ist. Ich vermute allerdings, dass die Ausprägung ihres Talents bald äußerst wichtig wird, denn in Aratay gehen seltsame Dinge vor sich. Die Kontrolle der amtierenden Königin Fara scheint nicht lückenlos zu sein. Immer wieder geschehen Unfälle, Überfälle von Geistern, die ganze Dörfer abschlachten. Das ist bereits schlimm genug, doch ich habe den Eindruck, dass die Situation nach einem ungeheuerlichen Geheimnis stinkt. Seit einiger Zeit wirken die Todesfälle nicht mehr zufällig und ich frage mich langsam, ob Königin Fara wirklich schwächelt oder ob sie einen perfiden Plan ausheckte, um ihre Krone zu behalten.

Ich habe noch knapp 100 Seiten zu lesen und werde wohl bald lernen, was da in Aratay tatsächlich los ist. Vorausgesetzt, die Autorin verschiebt die Antworten nicht in die beiden Folgebände, die ich aber ohnehin lesen möchte. Die Lektüre gefällt mir bisher sehr gut, weil das gesamte Konzept der Naturgeister einige interessante Aspekte des Verhältnisses zwischen Mensch und Umwelt aufwirft. Im Kern scheint es mir um das Gleichgewicht zwischen Menschheit und Natur zu gehen. Renthia ist eine faszinierende Welt und Dursts Beschreibungen verzaubern mich, von ganzen Städten, die weit über dem Boden in den Bäumen gewachsen sind, bis zu den einzelnen Geistern, deren Vielfalt ebenso fantastisch wie beeindruckend ist. Ich möchte herausfinden, warum die Geister eigentlich diesen Hass auf die Menschen empfinden und wie viel über sie bekannt ist, denn bisher sind die Informationen recht karg. Mit diesem Buch habe ich genau das bekommen, was ich mir zu Beginn gewünscht habe: eine feminine Geschichte voller Magie und Heldinnenmut.

Wo befindet ihr euch in eurer aktuellen Lektüre?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen optimistischen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Jens Lossau & Jens Schumacher – Der Knochenhexer

Beschäftigt man sich mit Kollaborationen zwischen Schriftsteller_innen, stellt sich die Frage nach der Organisation des Schreibprozesses. Jens Lossau und Jens Schumacher, die seit 40 Jahren befreundet sind und seit 25 Jahren literarisch zusammenarbeiten, verlassen sich dafür auf rigorose Vor- und Nachbereitung. Die Ideen für ihre Romane entstehen im Gespräch. Um eine Idee zu verkaufen, entwerfen sie ein kurzes Exposee für Verlage. Wird das Projekt von einem Verlag erworben, erstellen sie einen ausführlichen, detaillierten Ablaufplan für ihre Geschichte. Dieser Plan ermöglicht ihnen, getrennt daran zu arbeiten. Es folgen zahlreiche Korrekturschleifen, bis das fertige Buch ausgewogen und einheitlich ist. Die Vorstellung der beiden vor einem einzigen Computer, die sich hartnäckig in meinem Kopf hielt, ist also Humbug. Das ist zwar schade, ihre Strategie scheint aber hervorragend zu funktionieren, denn gemeinsam haben sie bisher 13 Romane veröffentlicht. „Der Knochenhexer“ ist der vierte Band ihrer High Fantasy – Krimi – Reihe „Die Fälle des IAIT“.

Um das IAIT auf den Plan zu rufen, muss ein Diebstahl schon außergewöhnlich spektakulär sein. Der neuste Fall für Meister Hippolit und Jorge den Troll ist nicht nur spektakulär, sondern auch gigantisch: dem Museum in Nophelet wurden über Nacht die Skelette gewaltiger Urzeitechsen gestohlen. Der zuständige Nachtwächter liegt in einer Pfütze seiner Eingeweide tot am Boden. Warum sollte irgendjemand die Gerippe uralter Monster klauen? Als Nophelet kurz darauf von riesigen Echsen angegriffen wird, ahnt das ungleiche Ermittlerduo, dass ein Zusammenhang mit dem Raub besteht. Aber wie ist das möglich? Nicht einmal durch Thaumaturgie kann Totes wieder zum Leben erweckt werden, darin sind sich die Fachkreise einig. M.H. und Jorge stehen vor einem Rätsel, das ihnen alles abverlangt. Die Zukunft Nophelets hängt von ihnen ab und von der Lösung des Falls, der der schwierigste ihrer Karriere sein könnte.

👉 Weiterlesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Brian McClellan – Blood of Empire

„Blood of Empire“ ist das Finale der „Gods of Blood and Powder”-Trilogie von Brian McClellan. Es ist außerdem der vorerst letzte Band, der im „Powder Mage“-Universum spielt. So sehr ich das bedauere, habe ich für alle Fans gute Nachrichten: McClellan hat kürzlich einen Vertrag für eine neue High Fantasy – Reihe unterschrieben. Der erste Band wird voraussichtlich „In the Shadow of Lightning“ heißen und ist für Frühling 2022 geplant. Leider ist das noch ganz schön lange hin. Wie wäre es für die Wartezeit mit Urban Fantasy? Seit 2019 veröffentlicht McClellan nämlich im Selfpublishing die Reihe „Valkyrie Collections“, deren zwei Bände für kleines Geld als E-Books erworben werden können. Mit diesen Aussichten fällt der Abschied von Michel, Styke und Vlora in „Blood of Empire“ doch gleich leichter.

Die Pläne der Dynize stehen kurz vor ihrer Vollendung. Ganz Fatrasta ächzt unter der Besatzung, die bereits viele Leben kostete. Doch noch ist nicht alles verloren. In Landfall bemüht sich der Spion Michel Bravis mithilfe der Widerstandsbewegung der Palo, die Herrschaft der Dynize von innen zu destabilisieren. Ben Styke und seine Mad Lancers wagen eine verrückte Mission und dringen als kleinste Invasionstruppe der Geschichte ins Feindgebiet vor, um den letzten Götterstein zu zerstören. Die schwer verletzte und ihrer Kräfte beraubte Lady Vlora Flint, ihre Riflejacks und das Heer aus Adro kämpfen sich auf dem Landweg zurück nach Landfall, um zu verhindern, dass Ka-Sedial den Götterstein in seinem Besitz aktiviert. Ihnen allen bleibt nicht mehr viel Zeit. Wollen sie das Vorhaben der Dynize vereiteln, müssen sie sich beeilen. Denn niemand kann vorhersagen, welche Konsequenzen die Wiedererweckung eines Gottes hätte – für Fatrasta und für die ganze Welt.

👉 Weiterlesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Anthony Ryan – Queen of Fire

Einen sicheren Job zu kündigen, der ein verlässliches Einkommen garantiert, um hauptberuflich zu schreiben, ist keine leichte Entscheidung. Für Anthony Ryan scheint es trotz dessen eine Erleichterung gewesen zu sein, seine Beamtenstelle nach „Tower Lord“ aufzugeben. Die Erfahrung, täglich während des Pendelns 2.000 Worte produzieren zu müssen, wollte er keinesfalls wiederholen und berichtet, dass er seitdem weniger müde sei. Vielleicht war die Veränderung für ihn auch deshalb befreiend, weil er seine Identität hinter seinem Pseudonym nicht mehr rigoros schützen musste. Als Beamter durfte ja nicht mal ein Foto von ihm in seinen Büchern abgedruckt werden. Mit dem Finale „Queen of Fire“ konnte er wahrscheinlich erstmals die Anerkennung beanspruchen, die seine „Raven’s Shadow“-Trilogie hevorrief. Das muss ein tolles Gefühl gewesen sein.

Tausende fielen dem Angriff des Volarianischen Kaiserreichs zum Opfer. Unter großen Verlusten wurden die feindlichen Truppen zurückgeschlagen. In den Vereinigten Königslanden herrscht wieder Friede. Dennoch ist Königin Lyrna besessen von dem Gedanken, bald erneut volarianische Segel am Horizont zu entdecken, kommt sie ihnen nicht zuvor. Entschlossen, die Bedrohung, die auch sie beinahe das Leben kostete, ein für alle Mal auszulöschen, schließt sie nie dagewesene Allianzen mit allen Völkern der Königslande und entsendet ihre Armee ins unbekannte Feindesland. Doch das Volarianische Reich ist trotz seiner Macht kaum mehr als eine Marionette. Seit Jahrhunderten intrigiert der finstere Verbündete im Verborgenen, um die Welt nach seinen Wünschen neu zu formen. Mit herkömmlichen Mitteln kann er nicht getötet werden; wer ihn besiegen will, muss zu seinen Ursprüngen zurückkehren. Der einzige, dem dies gelingen könnte, ist Vaelin Al Sorna, dessen Blutlied seit ihrer letzten Konfrontation verstummte. Blind und taub kann Vaelin lediglich erahnen, was sein unmenschlicher Gegner plant. Nur eines ist gewiss: die Zeit versteckter Ränkespiele ist vorbei.

👉 Weiterlesen

 
4 Kommentare

Verfasst von - 8. April 2020 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , ,

Anthony Ryan – Tower Lord

Anthony Ryan begann seine Autorenkarriere als Selfpublisher. Nach dem Erfolg seines Debüts „Blood Song“ nahm er ein Angebot des Verlagsriesen Penguin an, denn er wünschte sich, seine Trilogie „Raven’s Shadow“ so vielen Leser_innen wie möglich zugänglich zu machen, was durch die Kontakte des Verlages zum internationalen Markt und traditionellen Buchhandel leichter ist. Den zweiten Band „Tower Lord“ schrieb er bereits unter der Schirmherrschaft von Penguin. Es war eine neue Erfahrung für ihn, mit einer Deadline zu arbeiten. Er konnte es sich nicht länger leisten, inkonsequent zu sein und produzierte trotz seines Vollzeitjobs 2.000 Worte täglich, sodass „Tower Lord“ nur ein Jahr nach „Blood Song“ erschien.

Ihr Leben lang wurde Reva darauf vorbereitet, zu Ehren des Weltvaters Großes zu vollbringen. Endlich, nach Jahren der erbarmungslosen Ausbildung, wurde ihr ihre Mission offenbart. Sie soll den Mörder der Wahrklinge stellen und sein heiliges Schwert zurück in die Hände der Gläubigen bringen. Der Priester warnte sie, dass die Dunkelklinge wahrscheinlich der schrecklichste Gegner ist, der ihr je begegnen wird. Sie war jedoch nicht darauf gefasst, dass er nicht das Monster ist, das ihr beschrieben wurde. Er erzählt ihr eine völlig andere Geschichte vom Tod der Wahrklinge und hinterfragt alles, woran sie je glaubte. Könnte der Priester sie getäuscht haben? Ist jedes Wort über ihren Auftrag eine Lüge, um zu verschleiern, dass er nicht dem Weltvater, sondern einer finsteren Macht dient? Reva schwört, die Wahrheit aufzudecken und gerät zwischen die Fronten im Eroberungsfeldzug des Volarianischen Kaiserreichs, das danach trachtet, die Vereinigten Königslande zu unterwerfen. Plötzlich lastet das Schicksal ihrer Heimat auf ihren Schultern und der einzige, dem sie trauen kann, ist der Mann, den sie töten sollte: Vaelin Al Sorna.

👉 Weiterlesen

 
3 Kommentare

Verfasst von - 7. April 2020 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Anthony Ryan – Blood Song

Anthony Ryan schreibt unter einem Pseudonym. Ich konnte nicht herausfinden, wie der britische Autor tatsächlich heißt, aber ich habe erfahren, dass er sich zu diesem Schritt entschied, weil er während der Entstehung seines Debüts „Blood Song“ als Beamter arbeitete. Parallel zu seinem Job studierte er damals zusätzlich in Teilzeit mittelalterliche Geschichte, weshalb sechseinhalb Jahre vergingen, bis er seinen Roman fertigstellte. Seine Arbeit war zuerst jedoch nicht von Erfolg gekrönt: er fand keinen Agenten. Daher beschloss er, „Blood Song“ im Selfpublishing zu veröffentlichen. Das Buch wurde von der Leserschaft begeistert aufgenommen und weckte dadurch das Interesse des Verlagsriesen Penguin, der Ryan einen Vertrag über drei Bücher anbot – die Geburtsstunde der Trilogie „Raven’s Shadow“. Ende gut, alles gut.

Nach Jahren der Gefangenschaft erblickt der berüchtigtste Häftling des Alpiranisches Reiches wieder die Sonne. Vaelin Al Sorna weiß, dass er nur befreit wurde, um zu sterben. Ein Schiff soll ihn auf die Meldeneischen Inseln bringen, wo er ein gnadenloses Duell auf Leben und Tod ausfechten wird. Auf seiner Reise begleitet ihn der kaiserliche Geschichtsschreiber Verniers, der nicht widerstehen kann, den Hoffnungstöter persönlich zu befragen. Vaelin erzählt ihm seine Geschichte. Er berichtet von seiner Kindheit und Ausbildung im strikten Sechsten Orden der Vereinigten Königslande, seiner Zeit als Glaubenskämpfer, den Kriegen als Schwert des Königs und dem Blut an seinen Händen. Doch sein größtes Geheimnis behält er für sich: die mysteriöse Macht, die in seinen Adern flüstert und ihn lehrt, zu sehen. Er kann nicht riskieren, Verniers einzuweihen, denn hinter dem Gewebe der Welt giert eine bösartige Kreatur danach, die Kontrolle über die gesamte Menschheit an sich zu reißen. Vaelin ist der einzige, der ihre Pläne vereiteln kann. Er ist der Rabenschatten. Sein Lied ist noch nicht gesungen.

👉 Weiterlesen

 
7 Kommentare

Verfasst von - 25. Februar 2020 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

Montagsfrage: Können Genrewechsel funktionieren?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe fantastische Nachrichten. Mein Jahresrückblick 2019 ist fertig! Konfetti und Sekt bitte! Ich bin sehr stolz darauf, dass ich ihn so zügig zusammenstellen konnte und freue mich darauf, ihn euch gleich morgen zu präsentieren. Das bedeutet, jetzt kann das Jahr 2020 richtig losgehen. Na ja, fast. Da sind ja noch ein paar übriggebliebene Rezensionen aus 2019, die abgearbeitet werden wollen. Aber nachdem ich doch recht lange mit Statistiken und Diagrammen zu Werke war, kann ich es kaum erwarten, endlich wieder eine Besprechung zu schreiben und das sind ja eigentlich recht gute Voraussetzungen, oder nicht? Ich strenge mich an, zur nächsten Woche wieder das normale Programm hier auf dem Blog fahren und euch die üblichen zwei Rezensionen pro Woche bieten zu können. Auf in den Alltag! 😀
Zum normalen Blogprogramm gehört selbstverständlich auch die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, der ich mich heute widme!

Können Autor_innen in mehreren Genres brillieren?

Als ich die Frage zuerst las, dachte ich ohne zu zögern und im Brustton der Überzeugung: „Ja, klar, selbstverständlich können sie das!“ Der nächste Gedanke lautete „Okay. Beispiele?“ und schon begannen meine Schwierigkeiten. Mir fielen einige Autor_innen ein, die den großen Genrewechsel wagten. J.K. Rowling, die Antonia ebenfalls nennt, war eine der ersten, die sich meldeten. Seit 2012 veröffentlicht die Mutter unseres liebsten Zauberlehrlings Krimis, teilweise unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith. Antonia hat natürlich Recht, dass auch die „Harry Potter“-Romane eine kriminalistische Ebene aufweisen und dieser Schritt für Rowling daher vermutlich naheliegend war; den Wechsel von Jugendliteratur zu erwachsener Literatur kann ihr hingegen niemand absprechen. Unglücklicherweise kann ich nicht beurteilen, ob sie in dieser Sparte ebenso brilliert. Ich habe bisher keinen ihrer Krimis gelesen und ich habe es auch nicht vor. Meine Beziehung zu Krimis ist kompliziert und ich möchte meine Einstellung zu J.K. Rowling, die durch diverse unschöne Äußerungen in den Medien ohnehin harte Schläge einstecken musste, nicht zusätzlich belasten, indem ich sie in einem Genre kennenlerne, das mich nur in Ausnahmefällen begeistert. Rein wirtschaftlich hatten ihre Krimis nicht denselben Erfolg wie HP – doch da es sich dabei um eine Messlatte von astronomischer Höhe handelt, sehe ich die Gültigkeit dieses Arguments ziemlich kritisch. Kurz: ich weiß nicht, ob Rowling in ihren Krimis brilliert.

Die nächste, der ich meine Aufmerksamkeit widmete, ist Marie Lu. Lu gelang der Durchbruch mit ihrer dystopischen Jugend-Trilogie „Legend“, die mich nach einem etwas schwachen Start sehr gut unterhielt. Als bekannt wurde, dass sie einen Genrewechsel von Science-Fiction zur Königsdisziplin der High Fantasy riskieren würde, war ich extrem neugierig und freute mich auf die Trilogie „The Young Elites“. Leider kann ich nicht behaupten, dass ihr dieser Wandel gut gelang. In der Rezension zum Finale „The Midnight Star“ fragte ich mich, ob sie für die High Fantasy vielleicht noch nicht bereit war, weil mich ihr Worldbuilding nicht überzeugte. Damit kann Marie Lu also nicht als positives Beispiel dienen.

Ein weiterer Autor, der mir einfiel, ist Markus Heitz. In Heitz‘ Bibliografie finden sich zahlreiche Genres, er hat viele Kategorien ausgetestet und mal den großen Zeh ins Wasser gehalten: High Fantasy, Urban Fantasy, Historische Fiktion, Thriller, Horror, Dystopien. Allerdings sollte hier erwähnt werden, dass er ein Fan vom Crossgenre ist. Seine Thriller weisen häufig paranormale Elemente auf und in seinen Fantasy-Romanen finden sich Thriller-Elemente. Neben der High Fantasy, die er meist klassisch und traditionell angeht, fällt mir lediglich ein Vertreter ein, der einem einzigen Genre zugeordnet werden kann: der Thriller „Totenblick“. Das heißt, sein Schaffen lebt hauptsächlich von Überschneidungen; von revolutionären Experimenten kann ich nicht sprechen. Dennoch sind seine Genre-Mixe normalerweise durchaus glaubwürdig und unterhaltsam. Ich würde ihn als halbes Positivbeispiel gelten lassen.

Robert E. Howard wäre für die heutige Frage ein passender Fall, weil seine Kurzgeschichten in vielen verschiedenen Genres verortet sind. Dummerweise habe ich bisher nur seine Conan-Geschichten gelesen und vermute, dass es problematisch wird, seine anderen Werke zu beschaffen, weil es jahrzehntelang Streitigkeiten um sein Vermächtnis gab und ich noch nicht weiß, ob es heutzutage überhaupt Sammlungen seiner übrigen Geschichten zu kaufen gibt. Auch hier kann ich daher kein Urteil abgeben.

Zu David Safier, den Antonia ebenfalls nennt, kann ich mich nicht äußern. Ich habe Safier noch nicht gelesen, obwohl sein hochgelobter Roman „28 Tage lang“ in meinem Regal auf seinen großen Auftritt wartet. Ich bezweifle jedoch, dass ich jemals den Vergleich zu seiner humoristischer Literatur ziehen können werde, weil ich mit lustigen Büchern selten etwas anfangen kann.
Meinen Anteil der Stücke Shakespeares habe ich natürlich gelesen, sowohl Komödien als auch Tragödien, aber irgendwie empfinde ich seine Vielfalt nicht als Genrewechsel. Ich muss gestehen, ich kenne mich mit der Theorie des Theaters nicht gut aus, deshalb agiere ich in seinem Fall lediglich auf einer intuitiven Basis, doch ich glaube mich zu erinnern, dass Komödie und Tragödie verwandt sind und lediglich geringe strukturelle Unterschiede aufweisen (die dafür allerdings gewaltige Auswirkungen haben). Grundsätzlich finde ich es schwierig, Bühnenstücke mit Prosa zu vergleichen, weil sie komplett anderen Regeln folgen.

All diese Überlegungen zwingen mich, meine ursprüngliche Einschätzung ein wenig zu korrigieren. Ich kann nicht mit völliger Sicherheit schlussfolgern, dass Autor_innen in verschiedenen Genres gleichermaßen brillieren können. Mir fehlt einfach die Erfahrung für ein Fazit. Also formuliere ich meinen ersten Gedanken um: „Ja, wahrscheinlich können sie das“. Ich glaube nicht, dass Genrewechsel immer zum Scheitern verurteilt sind oder immer gelingen. Vermutlich kommt es stets auf den Autor oder die Autorin an. Talent ist und bleibt Talent, unabhängig vom Genre. Dennoch denke ich, dass nicht alle Autor_innen ihr Talent in jedem Genre unter Beweis stellen können. Ich glaube, dass einige unter ihnen die speziellen Rahmenbedingungen ihres Heimatgenres brauchen, um sich entfalten zu können. Man denke nur an all die Krimi- bzw. Thriller-Autor_innen, die selbst eine berufliche Vergangenheit in der Strafverfolgung haben. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass es eine gute Idee wäre, würde es sich Jilliane Hoffman in den Kopf setzen, einen High Fantasy – Roman zu schreiben. Ebenso wenig sehe ich Steven Erikson einen Liebesroman verfassen. Suchen sich Schriftsteller_innen hingegen neue Genres aus, die ihnen gleichermaßen liegen, kann der Wechsel ohne Weiteres funktionieren.

Wie schätzt ihr Genrewechsel von Autor_innen ein?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen furiosen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: