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Montagsfrage: Lesehighlight 2020?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Uiuiui, die letzte Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise im Jahr 2020. Nächste Woche haben wir schon 2021. Ich bin fest entschlossen, die letzten Tage des Jahres zu genießen und gleichzeitig effektiv zu nutzen, denn so langsam müssen wir uns auf die neue Küche vorbereiten, die in der zweiten Januar-Woche eintreffen soll. An diesem Wochenende, also direkt nach Neujahr, wird mein Schwiegerpapa die notwendigen Baumaßnahmen umsetzen. Bis dahin muss die Küche soweit wie möglich leer sein. Deshalb werde ich diese Woche einerseits vorkochen, was das Zeug hält und andererseits alle Küchenutensilien aussortieren und das Zeug, das übrig bleibt, in Kartons verpacken. Ein bisschen graut es mir ja davor. Ich wage nicht, vorherzusagen, wie viel unnützer Kram sich angesammelt hat. An Neujahr räumen wir dann alle Möbel aus. So richtig geruhsam kann ich das Jahr 2020 also nicht ausklingen lassen, aber ich hoffe, dass ich trotzdem Zeit finde, den Blog angemessen ins neue Jahr zu schicken, den Jahresrückblick anzufangen und mich für Challenges anzumelden.

An dieser Stelle möchte ich dreist ein bisschen Eigenwerbung einfließen lassen, denn gestern habe ich die neuste Ausgabe von Wortmagie’s makabrer High Fantasy Challenge veröffentlicht! Ihr könnt euch ab sofort anmelden und ich lade euch herzlich ein, auch 2021 gemeinsam mit mir 30 zweifelhafte Aufgaben in den Genres High und Low Fantasy zu erfüllen! Ganz am Ende des heutigen Beitrags habe ich das Logo für euch verlinkt, klickt ihr da drauf, gelangt ihr zu meiner Challenge-Seite, auf der ihr alles wichtige erfahrt. Ich hoffe auf rege Beteiligung!

Nun wollen wir aber mal schauen, was Antonia anlässlich der letzten Montagsfrage des Jahres von uns wissen möchte:

Was war dein Lesehighlight 2020?

Da mich in Gedanken bereits mein literarischer Jahresrückblick beschäftigt, habe ich über diese Frage schon nachgedacht. Aktuell stehen auf meiner Liste der 5-Sterne-Bewertungen ganze 11 Bücher, was für mich tatsächlich recht viel ist. Die Auswahl ist also vergleichsweise vielfältig. Trotzdem fällt es mir dieses Jahr sehr leicht, mich für ein Highlight zu entscheiden, denn eines dieser Bücher hatte den mit Abstand größten Einfluss auf mich. Das war „The Fault in Our Stars“ von John Green.

„The Fault in Our Stars“ ist ein massiv gehypter Young Adult – Roman, der in Deutschland unter dem Titel „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ bekannt wurde. Es geht um die unheilbar krebskranke Hazel, die seit ihrer Kindheit gegen den Tod kämpft und sich nach ihrer Begegnung in einer Selbsthilfegruppe in den hinreißenden Augsutus Waters verliebt. Mehr will und muss ich sicher nicht verraten, weil das Buch wirklich extrem populär ist und sogar verfilmt wurde.

Unter normalen Umständen hätte mich diese Geschichte wahrscheinlich nicht hinter dem Ofen hervorgelockt. Ich denke schon, dass sie mir gefallen hätte, aber ich schätze, dass ich sie recht kitschig und ein bisschen berechenbar gefunden hätte. Fünf Sterne hätte ich vermutlich nicht vergeben. Allerdings waren die Umstände für mich nicht normal, als ich das Buch Ende März 2020 las. Ende März 2020 war meine Hündin Chilli seit sechs Monaten tot. Diese Erfahrung bestimmte die Lektüre für mich. Weil ich Chilli sechs Monate zuvor nach einem rasanten, fatalen Krankheitsverlauf auf ihre letzte Reise schicken musste, war „The Fault in Our Stars“ genau das Buch, das ich zu diesem Zeitpunkt brauchte – obwohl ich das nicht wusste, als ich es aus dem Regal zog.

Die schonungslose, entwaffnende Ehrlichkeit und Tabulosigkeit, mit der John Green das Schicksal seiner Protagonsitin Hazel schildert, berührte mich tief in meiner geschundenen Seele. Ich war damals gerade aus dem Allergröbsten heraus, musste nicht mehr ständig weinen und fing an, zu reflektieren, was Chilli und mir eigentlich passiert war. Das Buch half mir dabei. Die Parallelen zwischen dem, was Hazel erlebt und dem, was ich mit Chilli erlebt hatte, waren beinahe unheimlich. All die hässlichen Seiten des Kampfes gegen eine Krankheit und das Sterben, die unschöne Fratze von Trauer und Verzweiflung, waren Stationen, in denen ich mich wiedererkannte und John Greens Beschreibungen fassten vieles in Worte, was ich bis dahin nicht ausformulieren konnte. Ich fühlte mich in einem Ausmaß verstanden, auf das ich nicht zu hoffen gewagt hatte. Es war, als würde der Roman legitimieren, was ich empfand und nahm mir damit eine große Last von den Schultern.

Ich denke, „The Fault in Our Stars“ fand seinen Weg nicht zufällig zu exakt diesem Zeitpunkt in meine Hände. Ich denke, es wurde mir geschickt. Vielleicht vom Universum, vielleicht von Chilli. Egal, wer dafür verantwortlich war, ich bin bis heute unendlich dankbar für diese Intervention. Es gab 2020 kein Buch, das wertvoller für mich war, denn kein anderes Buch unterstützte mich auf dieselbe Weise bei meinem Trauerprozess.

Falls ihr wissen wollt, wie ich diese spezielle Leseerfahrung im Nachhinein reflektierte, lege ich euch meine Rezension dazu ans Herz, die die persönlichste und intimste Besprechung ist, die ich seit langer Zeit veröffentlicht habe. Ihr findet sie HIER

Welches Buch war euer Jahreshighlight 2020?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare! Da wir uns dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr lesen, wünsche ich euch allen einen wunderbaren, sicheren Rutsch ins neue Jahr und hoffe, dass ihr den Jahreswechsel trotz Corona gebührend zelebrieren könnt!

Bevor ich mich verabschiede, hier nun noch wie versprochen das Logo zu meiner Challenge, schaut vorbei und meldet euch an!

Alles Liebe,
Elli ❤️

 

 

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John Green – The Fault in Our Stars

Kann ich irgendetwas über „The Fault in Our Stars“ von John Green schreiben, das noch nicht geschrieben wurde? Ich glaube nicht. Ich glaube auch nicht, dass ich euch erklären muss, um welches Buch es sich handelt. Spätestens beim deutschen Titel „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (übrigens eine furchtbare Variante, schließlich ist der Originaltitel ein Shakespeare-Zitat) sollten in euren Köpfen alle Glocken laut klingeln. Also dachte ich mir, lassen wir die Einleitung doch einfach wegfallen. Ersparen wir mir ausnahmsweise die Recherche von Trivia, die sowieso jede_r nachlesen kann und kommen direkt zum Eingemachten. Denn das hat es dieses Mal so richtig in sich, das verspreche ich euch.

Hazel tanzt Tango mit dem Tod. Das war schon immer so. Seit in ihrer Kindheit der Krebs diagnostiziert wurde, der sie langsam von innen auffrisst, besteht ihre Hauptaufgabe im Überleben. Ein Wunder verschaffte ihr bereits mehr Lebenszeit, als ihre ursprüngliche Prognose versprach, doch Schule, Freunde und alles, was für andere 16-Jährige wichtig ist, hat für Hazel kaum Priorität. Erst, als sie in ihrer Selbsthilfegruppe den umwerfenden Augustus Waters kennenlernt, ändern sich ihre Prioritäten schlagartig und sie begreift, dass sie todkrank sein mag – aber noch längst nicht tot.

Okay. Dies wird vermutlich die persönlichste Rezension, die ich seit langer Zeit geschrieben habe. Formal handelt es sich um eine Besprechung von „The Fault in Our Stars“ von John Green. In Wahrheit ist es jedoch eher ein emotionales Resümee meiner Leseerfahrung. In Wahrheit ist es eine Geschichte meiner Trauer.

Einige von euch erinnern sich wahrscheinlich, dass meine Hündin Chilli am 24. September 2019 gestorben ist. Dieses Erlebnis war das Schlimmste, das mir bisher in meinem Leben widerfahren ist. Sie gehen zu lassen, war das Schwerste, das ich je tun musste. Chilli war der Mittelpunkt meines Universums. Sie war mein Sonnenschein, mein Ein und Alles, mein Grund, jeden Morgen aufzustehen. Als sie starb, hinterließ sie einen Krater in meinem Herzen, der so gewaltig ist, dass die Ränder erst jetzt, ein halbes Jahr später, beginnen, zu verschorfen und langsam zu heilen. Ich vermisse sie schrecklich. Es vergeht kein Tag und beinahe keine Nacht, ohne dass ich an sie denke oder von ihr träume.

Ich wusste ungefähr, was mich erwartet, als ich „The Fault in Our Stars“ aus dem Regal zog. Ich wusste, dass es ein Bestseller ist, gehypt wie kaum ein anderes Buch und dass es um eine krebskranke Jugendliche geht, die sich unsterblich verliebt. Meine Entscheidung, den Roman genau jetzt zu lesen, war eher impulsiv und nicht wohldurchdacht. Primär dachte ich, dass es ein guter Zeitpunkt sei, weil ich für die Motto-Challenge im März Verkaufsschlager lesen sollte, also Bücher, um die ein Hype besteht, die sich als Bestseller qualifizieren oder die von Autor_innen verfasst wurden, die als populär gelten. Man nenne mir ein Buch, das besser zu diesen Anforderungen passt als „The Fault in Our Stars“. Außerdem plante ich, mit der Lektüre meine Lesestatistik aufzupolieren, denn für meine Verhältnisse ist es mit etwas mehr als 300 Seiten recht schmal und Jugendliteratur liest sich in der Mehrheit der Fälle ja fix und flüssig. Ich war überrascht, wie sehr sich mein Bauch trotz dieser rationalen Gründe auf das Buch freute – ich hatte es eigentlich nur gekauft, weil es auf meiner Liste der modernen Klassiker stand, nicht, weil ich mich tatsächlich danach sehnte, die gehypte Geschichte kennenzulernen.

Es gab eine Zeit in meiner Lesekarriere, in der ich häufig zu sogenannter Erfahrungsliteratur griff. Berichte psychisch kranker Menschen, Krebstagebücher, die Erlebnisse von Menschen, die in die Fänge diverser Sekten gerieten, die Schilderungen misshandelter Kinder und Frauen – ich las sie alle. Ich denke, ich lechzte damals nach einer Öffnung meines Horizonts, ohne dass ich das in diesen Jahren hätte ausformulieren können. Irgendwann fühlte ich mich gesättigt und distanzierte mich wieder von diesen Büchern. Auf gewisse Weise waren sie ja doch alle gleich und die ständigen Angriffe auf mein Herz begannen, ihren Effekt zu verlieren. Ich stumpfte ab und hatte keine Lust mehr auf deprimierende, reale Geschichten. Seitdem mache ich um diese Form der Literatur meist einen großen Bogen. Ich verbannte die Krebstagebücher, die Berichte extremer Lebensumstände und Schicksalsschläge in eine entfernte Ecke meines Bücherhirns, die ich nur selten mental besuche. Obwohl es rein fiktiv ist, befand sich auch „The Fault in Our Stars“ in dieser eingestaubten Ecke, als ich es auswählte.

Ich bin kein besonders sentimentaler Mensch. Ich breche nicht bei jeder Kleinigkeit in Tränen aus. Ich bin nicht kaltherzig, aber es bedarf schon besonderer literarischer Momente, um meine emotional schützende Mauer zu überwinden. Beschreibungen von Krankheiten reichen dafür normalerweise nicht aus, weil ich seit meiner Geburt in meiner Familie mit den Auswirkungen gesundheitlicher Hürden konfrontiert bin. Ich wurde dazu erzogen, Krankheiten als das zu akzeptieren, was sie sind, zu tun, was nötig und möglich ist und nicht zu verzweifeln, egal, wie düster die Aussichten sind. Hysterie ist nicht hilfreich, nicht produktiv. Schwer krank zu sein ist – entschuldigt die Umgangssprache – scheiße, aber ich lernte, dass es gar nichts bringt, sich im Selbstmitleid zu suhlen und sich davon lähmen zu lassen. Das heißt allerdings nicht, dass ich alle Gefühle, die damit einhergehen, wie Zorn, Trauer und Hoffnungslosigkeit, nicht als legitim anerkenne.

Als Chilli krank wurde und ich zwei Monate lang zusehen musste, wie es ihr von Tag zu Tag schlechter ging, ohne ihr helfen zu können, habe ich all diese Empfindungen selbst erlebt. Ich habe geweint, ich bin innerlich mit jeder weiteren schlechten Nachricht aufs Neue zerbrochen. Aber ich bin immer wieder aufgestanden. Ich habe zusammengekehrt, was von mir übrig war, habe mir ein Lächeln ins Gesicht geklatscht und habe weiter gemacht. Ich schreibe das nicht, um Lob oder Bewunderung zu ernten, ich will lediglich erklären, wie ich mit Krankheiten umgehe. Sie verdiente es, dass ich an sie glaube. Ich durfte sie nicht sehen lassen, wie sehr mich ihre Erkrankung und ihre desaströse Prognose aus dem Gleichgewicht brachten. Sie brauchte mich an ihrer Seite bei diesem Kampf, sie brauchte ihre Mama, die mutig und stark für sie ist, sie beschützt und sie daran erinnert, dass es sich lohnt, zu kämpfen, egal wie weh es tut oder wie anstrengend es ist. Sie brauchte einen Champion und genau das war ich für sie, weil meine Verzweiflung uns beide nur handlungsunfähig gemacht hätte, hätte ich sie die Oberhand gewinnen lassen.

Deshalb fühlte ich mich für „The Fault in Our Stars“ hervorragend gewappnet. Mehr noch, ich glaubte vor der Lektüre nicht daran, dass mich dieses Buch, das ich aus der vernachlässigten „Erfahrungen“-Ecke meines Bücherhirns hervorkramte, berühren könnte. Ich vertraute auf meine Mauer. Ich befürchtete sogar, dass ich es unerträglich kitschig finden würde. Ich war nicht auf die entwaffnende Ehrlichkeit von „The Fault in Our Stars“ vorbereitet; ich war nicht darauf vorbereitet, wie tief es mich bewegen würde. Vielleicht hätte es das auch nicht geschafft. Vielleicht wäre meine Mauer funktional und intakt geblieben. Vielleicht. Wäre Chilli nicht im September gestorben.

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Richard Adams – Unten am Fluß: Watership Down

2015-11-12 - Adams Unten am Fluß

„Unten am Fluß: Watership Down“ von Richard Adams wurde 1972 veröffentlicht. Die Entstehung dieses internationalen Bestsellers geht auf eine Fahrt von London nach Stratford-upon-Avon (Shakespeares Geburtsort, mal so nebenbei) zurück, während derer Adams begann, seinen beiden 8- und 9-jährigen Töchtern eine Geschichte über Wildkaninchen zu erzählen, die fantastische Abenteuer bestanden. In den folgenden drei Wochen wurde die Geschichte immer länger, da Adams nun auch die Schulfahrten seiner Mädchen nutzte, um ihnen weitere Kapitel zu erzählen. Letztendlich überredeten ihn die beiden, aus seiner Geschichte ein Buch zu schreiben.
Ich persönlich bin mit der Geschichte in Form des Zeichentrickfilms von 1978 aufgewachsen, habe diesen aber nur ein einziges Mal gesehen, weil er mir als Kind fruchtbare Angst gemacht hat. Das Buch hat meine Mutter auf einem Flohmarkt erstanden; ich habe entschieden, es zu lesen, um meinen Eindruck aus Kindertagen möglicherweise zu korrigieren.

Wildkaninchen verlassen ihr Gehege nie. Es sei denn, ihnen bleibt keine andere Wahl. Als Hazel erfährt, dass sein Bruder Fiver fest überzeugt ist, dass ihrem Gehege in Sandleford ein schreckliches Schicksal bevorsteht, sucht er sofort das Oberkaninchen auf, um es davon zu überzeugen, wegzugehen. Dieses tut Fivers Befürchtungen als Unsinn ab, doch Hazel vertraut seinem Bruder. Noch in der gleichen Nacht schart er einige mutige Kaninchen um sich und kehrt Sandleford den Rücken. Gemeinsam wagen sie sich auf der Suche nach einer neuen Heimat in die Wildnis. So beginnt ihre Geschichte, in deren Verlauf sie lernen, dass das Leben auch für eine kleine Gruppe Kaninchen zahllose Abenteuer und Herausforderungen bereithält.

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Verfasst von - 28. November 2015 in Englisch, Kinderbuch, Klassiker, Rezension

 

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion wird wöchentlich von den Schlunzen-Büchern veranstaltet; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Logo!

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Verfasst von - 10. November 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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