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Schlagwort-Archive: Halluzination

Michael R. Fletcher – Beyond Redemption

Rezensionsheader Beyond Redemption

Michael R. Fletcher schreibt nicht hauptberuflich. Es war ihm zwar eine Weile möglich, als Vollzeit-Autor zu leben, nachdem er die Vorauszahlung von Harper Voyager für seinen Grimdark-Trilogieauftakt „Beyond Redemption“ erhalten hatte, aber leider hatte der Verlag aufgrund niedriger Verkaufszahlen kein Interesse an einer Fortsetzung und Fletcher musste erneut regulär arbeiten. Das war sicher eine niederschmetternde Erfahrung, doch sie hinderte ihn nicht daran, seinen Traum weiterzuverfolgen. Er veröffentlichte den zweiten Band der „Manifest Delusions“ im Selfpublishing. Das Finale fand beim kleinen Imprint Talos eine Heimat. In dieser Geschichte steckt eine wichtige Moral: nicht jede schriftstellerische Karriere ist ein Märchen und für jemanden, der so spezielle Bücher schreibt wie Michael R. Fletcher kann es schwer sein, sich dauerhaft zu etablieren.

Eine Welt, in der sich die Wahnvorstellungen der Menschen real manifestieren, kann nur von geistesgestörten Göttern erschaffen worden sein. Konig Furimmer, Oberhaupt der Geborene Damonen, glaubt das nicht. Er ist überzeugt, dass die Götter manifestierte Wahnvorstellungen der Menschen sind. Ist es möglich, einen neuen Gott zu formen? Kostbare Jahre seines Lebens widmete er der Ausbildung potenzieller Kandidat_innen. Ein letzter ist übrig: ein Junge namens Morgen. Sein Aufstieg steht kurz bevor. Die Zeit drängt, denn Konig droht, die Kontrolle über seine Halluzinationen zu verlieren. Fatalerweise bekommt eine dreiköpfige Räuberbande Wind von seinen Plänen. Konig schickt seine gefährlichste Agentin aus, um die drei festzunehmen: Gehirn Schlechtes. Doch Gehirn kann sie nicht aufhalten und schon bald versuchen auch andere Geisteskranke, Morgen in ihre Gewalt zu bringen. Das Schicksal der Welt ruht auf den Schultern des Jungen – aber verdient eine vom Wahnsinn regierte Welt überhaupt Erlösung?

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Kendare Blake – Girl of Nightmares

Im Frühling 2016 wurde bekannt, dass Kendare Blake die Filmrechte von „Anna Dressed in Blood“ an Stephenie Meyer verkaufte. Die Produktionsfirma der „Twilight“-Autorin legte sofort los, benannte Regisseurin, Drehbuchautorin und einen Teil des Casts. Seitdem wurde es still um das Projekt. Vielleicht wurde „Anna Dressed in Blood“ einfach nur hinter Meyers Serien-Realisierung ihres Romans „The Chemist“ zurückgestellt – vielleicht wurde die Verfilmung aber auch gecancelt. Wir haben ja schon oft erlebt, dass solche Projekte im Sande verlaufen. Für mich hat der Film allerdings ohnehin keine Priorität, obwohl ich mir vorstellen könnte, ihn mir anzusehen. Die Fortsetzung „Girl of Nightmares“ war definitiv wichtiger.

Cas, Carmel und Thomas verdanken ihre Leben einem Geist: Anna Korlov, besser bekannt als Anna Dressed in Blood. Sie opferte sich, um die drei zu schützen und zog den schrecklichen Obeahman hinab in die Hölle. Cas weiß, dass Carmel und Thomas die beängstigenden Ereignisse dieser Nacht hinter sich lassen möchten, doch er kann nicht vergessen, was Anna für sie getan hat. Er kann nicht aufhören, an sie zu denken. Er träumt oft von ihr – blutige, unheimliche Albträume. Als er beginnt, Anna auch tagsüber zu sehen, zweifelt er an seinem Verstand. Die Visionen sind verstörend; sie wirkt gequält, gehetzt und verzweifelt. Ist es möglich, dass es sich gar nicht um Halluzinationen handelt? Versucht Anna, um Hilfe zu rufen? Sofort ist Cas fest entschlossen, Anna zu retten. Die einzigen, die ihm einen Weg in die Hölle weisen können, sind die Mitglieder des mysteriösen Ordens, der sein Athame erschuf. Diese verfolgen allerdings ganz eigene Pläne, für die Cas nicht unbedingt überleben muss. Und in der Hölle wartet schon der Obeahman auf ihn…

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Verfasst von - 17. November 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Stephen King – Das Spiel

„Das Spiel“

Das Spiel

Autor: Stephen King

Originaltitel: “Gerald’s Game”

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 464 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453433971

Genre: Horror & Thriller

ausgelesen am: 20.02.2015

Bewertung:

Meine Beziehung zum Autor Stephen King ist ein klassischer literarischer Spätzünder. Jahrelang habe ich mich strikt geweigert, seine Bücher zu lesen, weil ich überzeugt war, jemand, der so viel so schnell schreibt, könne nicht auch noch gut schreiben. Und dann kam „ES“. Ich weiß nicht mehr, was mich letztendlich dazu bewogen hat, zu diesem Buch zu greifen; welche äußere Motivation der Anlass war. Innerlich war es für mich eine persönliche Challenge. Ich wollte mich mit meiner Angst konfrontieren, denn schon seit ich ein kleines Mädchen war, fürchte ich mich schrecklich vor Clowns. Nun, meine Angst ist durch dieses Buch nicht besser geworden (eher schlimmer – ich hatte tatsächlich Albträume davon), aber zumindest habe ich meine Vorurteile gegenüber Stephen King hinter mir gelassen. Zugegebenermaßen habe ich bisher noch nicht viele seiner Werke gelesen, weil ich für seine Art des Horrors in einer bestimmten Stimmung sein muss. „Das Spiel“ ist da keine Ausnahme, denn es führt die LeserInnen tief in die Abgründe der Psyche.

Gerald Burlingame möchte mit seiner Ehefrau Jessie eine heiße Nacht voller Leidenschaft und knisternder Erotik verbringen. Deshalb fährt er mit ihr zu ihrem Haus am See – im Oktober lebt niemand mehr in den benachbarten Sommerhäusern, sie sind völlig ungestört. Er fesselt Jessie mit Handschellen ans Bett. Was Gerald über die Maßen erregend findet, ist für Jessie jedoch vor allem erniedrigend und demütigend. Sie möchte bei Geralds „Spiel“ nicht mehr mitmachen. Sie bittet ihn, die Polizeihandschellen zu lösen. Doch ihr Ehemann gibt vor, den Ernst ihrer Worte nicht zu begreifen und weigert sich. In einem wütenden Impuls tritt sie Gerald in Bauch und Leistengegend – und löst einen tödlichen Herzanfall bei ihm aus. So beginnt für Jessie die schlimmste Zeit ihres Lebens: isoliert und hilflos ans Bett gekettet, unfähig, sich mehr als ein paar Zentimeter zu bewegen. Doch das Schlimmste steht ihr noch bevor: nachts ist sie nicht allein…

Aus psychologischer Sicht ist „Das Spiel“ absolut brillant. Ich habe von Anfang an vermutet, dass sich die Handlung hauptsächlich in Jessies Kopf abspielt und das entspricht auch wirklich den Tatsachen. Bedenkt man, dass Stephen King auf diese Weise über 400 Seiten gefüllt hat, ist das schon sehr beeindruckend. Eine Handlung aufzubauen, in der die Protagonistin kaum aktiv handeln kann, sondern sich fast ausschließlich mit ihren Erinnerungen und ihrer eigenen Psyche befasst, zeugt meines Erachtens nach von großer schriftstellerischer Kunst.
Schon von der ersten Seite an nehmen die LeserInnen an Jessies Gedankenwelt teil. Man erlebt, wie sie von ihrem eigenen Ehemann abgestoßen ist und erkennt, dass die Liebe zwischen den beiden schon lange begraben ist. Dass sich Jessie trotzdem auf Geralds „Spiel“ mit den Handschellen einließ, ist trotz dessen durchaus nachvollziehbar: durch Geralds Erregung fühlte sie sich begehrenswert, eine Empfindung, die mit über 40 und nach 20 Jahren Ehe sicher nicht zu unterschätzen ist. Ebenso nachvollziehbar ist Jessies Reaktion auf Geralds Weigerung, die Handschellen zu lösen; de facto plante er, seine Gattin zu vergewaltigen, welche Frau wäre da nicht handgreiflich geworden? Ich gestehe, wirklich leid tat mir Geralds Tod dementsprechend nicht. So erreichen die LeserInnen schnell die Ausgangssituation des Romans: eine hilflose Jessie, die mit Handschellen ans Bett gekettet ist und sich nicht ohne weiteres selbst befreien kann. Da sie sich kaum mit etwas anderem beschäftigen kann, versinkt sie tief in ihrer Psyche. Diese ist deutlich vernarbt durch ein Trauma aus ihrer Kindheit. Man kann es wohl getrost als Ironie des Schicksals bezeichnen, dass Jessie erst das schlimmste Erlebnis ihres Lebens brauchte, um sich mit diesem Trauma auseinander zu setzen. Jahrzehntelang weigerte sie sich, sich mit ihren Erinnerungen zu konfrontieren, doch auf diesem Bett, völlig abgeschottet, kann sie ihnen nicht mehr entkommen. Interessanterweise erhält das Buch auf diese Weise eine zusätzliche Ebene: Jessie liegt nicht nur physisch in Ketten. Psychisch ist sie schon seit diesem verhängnisvollen Tag in ihrer Kindheit in ihrem Inneren gefangen. Umso vertrackter wird die Situation, als Jessie überzeugt ist, nächtlichen Besuch zu haben. Auch für mich verschwommen ab diesem Punkt die Grenzen von Realität und Halluzination, denn schon von Beginn an zweifelte ich an Jessies geistiger Gesundheit. Warum? Nun, das kann ich hier leider nicht verraten. 😉
Unglücklicherweise konnte Stephen King meine Aufmerksamkeit jedoch nicht ununterbrochen fesseln, weshalb ich das Buch nicht ausnahmslos positiv bewerten kann. Die Momente, in denen Jessie nichts tut, sich weder mit ihrer Psyche auseinander setzt, noch daran arbeitet, sich zu befreien, sind reichlich langatmig beschrieben. Das ist schade, aber auch typisch King. Durch diese Seiten muss man sich als LeserIn einfach durchbeißen, denn schlussendlich wird man dafür belohnt.
Natürlich bietet „Das Spiel“ darüber hinaus unglaublich viel Raum für Spekulationen. Ich habe mir sogar Bilder von Polizeihandschellen angesehen, weil mich die Frage, wie ich gehandelt hätte, nicht losließ. Eins kann ich euch verraten: ich hätte vermutlich eine andere Strategie als Jessie ausprobiert, um die verdammten Dinger loszuwerden.

„Das Spiel“ ist eine Tour de Force, deren subtiler Horror fast ausschließlich psychischer Natur ist. Stephen King ließ mich schaudern, indem er mich zwang, mich mit einer Vorstellung auseinander zu setzen, die zwar unwahrscheinlich, aber nichtsdestotrotz realistisch ist. „Das Spiel“ ist durchaus lesenswert, denn es zeigt Stephen King von einer anderen Seite und verdeutlicht, dass Horror nicht immer einen brutalen Mörder oder Übernatürliches braucht. Manchmal sind eine wildgewordene Fantasie und die Abgründe der Psyche völlig ausreichend, um einen eiskalten Schauer zu verursachen.

 
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Verfasst von - 27. Februar 2015 in Horror, Rezension, Thriller

 

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Daryl Gregory – Afterparty

„Afterparty“

afterparty

Autor: Daryl Gregory

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 350

Verlag: Titan Books

Sprache: Englisch

ISBN: 1783294582

Genre: Science Fiction > Dystopie & Philosophie

ausgelesen am: 13.11.2014

Soundtrack: The Pretty Reckless – „My Medicine“

Bewertung:

Ich denke, ihr wisst mittlerweile, dass ich auf abgefahrene Geschichten stehe. Alles, was irgendwie irre ist, wirkt unwiderstehlich auf mich. Wie hätte ich da dem Satz „Take a Pill. Get a God“ auf dem Cover von „Afterparty“ von Daryl Gregory widerstehen können? Richtig. Gar nicht. 😉

Lyda Rose war einst eine Neurowissenschaftlerin mit glänzenden Zukunftsaussichten. Sie gehörte zu einem Team, das vorhatte, Schizophrenie zu heilen. Die Versuchsreihe ihres Medikaments zeigte erste Erfolge und sollte in die nächste Phase eingehen. Doch der Abend, an dem das Team ihren erstaunlichen Fortschritt feiern wollte, endete mit einer Katastrophe. Und Lyda in einer psychiatrischen Anstalt.
10 Jahre nach diesem Abend begeht ein junges Mädchen in einer Klinik aufgrund der Folgen ihres Drogenentzugs Selbstmord. Eine Klinik, in der auch Lyda Patientin ist. Lyda erkennt die Symptome der Jugendlichen sofort. Das Mädchen hat das Medikament konsumiert, das damals so kolossal scheiterte. Jemand verbreitet es als Droge unter dem Namen Numinous. Lyda muss herausfinden, wer aus ihrem damaligen Team versucht, sich auf diese Weise zu bereichern. Denn an jedem Tag ihres Lebens seit der Katastrophe wird sie daran erinnert, was Numinous anrichten kann. Seit der Katastrophe wird sie auf Schritt und Tritt begleitet. Von Dr. Gloria. Einem Engel. Ihrer ganz persönlichen permanenten Halluzination.

Ich lag mit „Afterparty“ von Daryl Gregory genau richtig, denn dieses Buch ist wie ein wilder Mix aus Agententhriller und „Fear and Loathing in Las Vegas“ von Hunter S. Thompson (den ich im Übrigen vergötterte – HA, Wortspiel!). Es ist zynisch, es ist bissig, eine fast schon bösartige Satire auf unsere Gesellschaft und strotzt dabei vor schwarzem Humor. Die Handlung ist unglaublich actiongeladen; von Schüssen über ein Drogenkartell und einen Auftragskiller bis hin zu einer illegalen Grenzüberquerung ist alles dabei.
Ihr müsst euch eine Zukunft vorstellen, in der die smart drug revolution schlicht und ergreifend jeden dazu befähigt, Drogen herzustellen, denn sie werden einfach gedruckt. Und weil es so für vermutlich jedes Bedürfnis eine Droge gibt, sind die gesellschaftlichen Tabus auf ein Mindestmaß geschrumpft. Kaum etwas ist nicht entschuldbar, was im Übrigen auch für die Regierung und die Pharmaindustrie gilt. Viele Drogen sind sicherlich irgendwann einmal in guter Absicht entstanden, doch gerade der Fall von Numinous zeigt ja, wie leicht diese korrumpiert werden kann.
Damit sind wir auch schon bei Lyda und ihrer außergewöhnlichen Biografie. Lyda ist der personifizierte, ewig andauernde Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion. Als Neurowissenschaftlerin kann sie jede menschliche Reaktion und Überzeugung erklären; wird nun aber mit einer religiösen Halluzination konfrontiert, mit Dr. Gloria. Lyda weiß natürlich, wie diese ausgelöst wurde und diesen Trigger kann man auch als LeserIn nicht abstreiten. Was mich jedoch gewundert hat, ist, dass sie einfach nicht glauben WILL. Sie weigert sich, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass es so etwas wie eine göttliche Macht geben könnte, trotz der erstaunlichen Tiefe ihrer Halluzination. Niemand weiß, ob wir nicht die Fähigkeit zur Kommunikation mit Gott (im weitesten Sinne) bereits in uns tragen, diese aber nicht nutzen können. Wer weiß schon, ob eine Droge diese verschlossene Tür nicht vielleicht öffnen könnte? Außerdem glaube ich, dass Lyda Dr. Gloria auch deswegen so energisch ablehnt, weil sie ihre eigenen positiven Eigenschaften bündelt. Da Lyda aber ein schlechtes Bild von sich haben möchte und sich auf gewisse Weise immer wieder für die Vergangenheit bestraft, kann sie Dr. Gloria und damit ihre eigenen guten Charakterzüge einfach nicht akzeptieren. Es ist kompliziert.
Daran seht ihr aber schon, wie tief Daryl Gregory in die menschliche Psyche eingetaucht ist. Insgesamt hat mich die wissenschaftliche Seite von „Afterparty“ überzeugt. Ich liebe es, wenn ich ein Buch zuschlagen kann und weiß, dass ich etwas gelernt habe. Was sich wie im menschlichen Gehirn abspielt und welche philosophischen Fragen sich daraus ergeben, war hochinteressant. All das schildert Gregory mit einem angenehmen, angemessen anspruchsvollen Schreibstil. Er setzt durchaus einen gewissen Intellekt voraus; verlangt seinen LeserInnen aber nicht so viel ab, dass man „Afterparty“ nicht auch abends im Bett lesen könnte.

Daryl Gregory hat mit „Afterparty“ einen turbulenten, nervenaufreibenden, chaotischen Trip von einem Buch geschrieben, der sich unter der Oberfläche mit einigen der großen Fragen des Lebens beschäftigt. Es ist schwer zu sagen, ob Gregory überhaupt eine Botschaft vermitteln wollte, oder ob es ihm nur darum ging, seinen LeserInnen Denkanstöße zu geben. Bei mir hat er das jedenfalls geschafft.
Wenn ihr Fans von Hunter S. Thompson seid oder generell abgedrehtes sowie kritisches mögt, ist „Afterparty“ die richtige Lektüre für euch. Aber seht euch vor, nicht, dass auch ihr mit einem Engel auf der Schulter erwacht.

 
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Verfasst von - 27. November 2014 in Dystopie, Philosophie, Science-Fiction

 

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