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Schlagwort-Archive: Großvater

Montagsfrage: Alte Schinken?

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Ich habe Pläne. Die habe ich nun schon eine Weile, aber Ende der Woche werden sie endlich umgesetzt. Am Samstag startet das Projekt „Wir gestalten das Wohnzimmer um, um Platz für ein neues Bücherregal zu schaffen“! Im Moment belegt mein Regal ca. anderthalb Wohnzimmer-Wände, wobei die voll belegte Wand die kurze Seite des Raumes ist. Mein Plan sieht vor, zusätzlich eine lange Wand einzubauen. Dafür muss allerdings unsere Wohnwand weg. Also ersetzen wir diese mit einer Kommode und einem Low Board und voilà, genug Platz für den nächsten Bücherregal-Anbau! 😀 Ich freue mich riesig darauf und kann es kaum erwarten, meine Bücher endlich wieder ordentlich einsortieren zu können. Das geht jetzt nämlich nicht mehr, weil bereits alles voll ist. 😉
Um meine Vorfreude im Zaum zu halten, kümmere ich mich heute zum Wochenstart um die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja. Wie ich den Rest der Woche rumbringen soll, weiß ich noch nicht. 😀

Hast du ältere Buchausgaben im Regal? Wenn ja, welche/s sind/ist die/das mit dem ältesten Erscheinungsjahr?

Ja, ich besitze einige ältere Ausgaben, weil ein Teil meiner Bibliothek aus Erbstücken von meinem Großvater besteht. Das betrifft vor allem Klassiker, wie Goethe, Sartre, Hemingway oder Frisch. Außerdem kaufe ich die überwiegende Menge meiner Bücher gebraucht, da ist es durchaus möglich, dass ich mal einen literarischen Opa erwische. Ich weiß, dass einige meiner Ausgaben deutlich älter als ich selbst sind, aber genaue Angaben kann ich da nicht machen. Ziehe ich ein Buch aus meinem Regal, weil ich es lesen möchte, kann es schon mal sein, dass ich einen Blick auf das Erscheinungsjahr werfe und mich kurz darüber freue, wie alt das gute Stück ist. Ich stelle mir gern vor, was sie schon alles gesehen und erlebt haben. Doch danach vergesse ich diese Information sofort wieder, weil es für mich nicht wichtig ist. Es soll da draußen ja Menschen geben, die nicht einfach Bücher sammeln, sondern seltene Ausgaben aus einem bestimmten Jahr oder gar richtig teure Erstausgaben. Mir ist das wurscht. Mich interessiert es nur minimal, wie alt eine Ausgabe ist, da ich das Buch selbst eher als Verpackung einer Geschichte begreife. Der Inhalt zählt, das Äußere ist lediglich sekundär. Deshalb habe ich keine Ahnung, welches Buch das älteste in meinem Regal ist. Trotzdem möchte ich meinen guten Willen zeigen und habe eine kurze Suchanfrage auf Goodreads gestartet. Leider brachte das nicht das gewünschte Ergebnis, was ich mir schon gedacht hatte, da nicht bei allen Büchern ein Erscheinungsdatum verzeichnet ist. Tja. Müssen wir wohl dumm sterben. 😀

Sammelt ihr alte Schinken?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

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N.K. Jemisin – The Hundred Thousand Kingdoms

Ich habe mir in den Kopf gesetzt, häufiger weibliche, erwachsene High Fantasy zu lesen. Mir ist aufgefallen, dass Frauen dieses Genres in meinem Regal völlig unterrepräsentiert sind. Gefühlt stammen alle großen HF-Romane von Männern: „Der Herr der Ringe“, „A Song of Ice and Fire“, „Das Spiel der Götter“, „First Law“. Ich glaube, dass Autorinnen, die epische Fantasy schreiben, zu wenig Beachtung erhalten. Also habe ich mir vorgenommen, diesen Umstand zumindest für mich selbst zu ändern und bewusst High Fantasy aus der Feder von Frauen zu lesen. Daher griff ich im Juli 2017 zu „The Hundred Thousand Kingdoms“ von N.K. Jemisin, der Auftakt der „Inheritance Trilogy“, der schon viel zu lange auf meinem SuB einstaubte.

Als Yeine Darr kurz nach dem rätselhaften Tod ihrer Mutter an den Hof ihres Großvaters Dekarta Arameri, Herrscher der Welt und Günstling des Lichtgottes Itempas, bestellt wird, vermutet sie bereits, dass an diesem Zwangsbesuch etwas faul ist. Niemals würde ihr Großvater sie zu sich befehligen, um die Familienbande aufzufrischen. Sie behält Recht. Der alte Gebieter will sie als potentielle Erbin einsetzen. Yeine ist schockiert, denn diese vermeintliche Ehre ist ein zweischneidiges Schwert. Als potentielle Erbin muss sie mit Verwandten, die sie nicht kennt und die ihr bezüglich höfischer Sitten und Intrigen weit voraus sind, um den Thron rivalisieren. Widerwillig richtet sie sich in der Himmelsfestung Sky ein und schwört, das Beste aus ihrem neuen Status zu machen. Sie begibt sich auf eine gefährliche Suche nach Antworten. Den Tod ihrer Mutter umgeben uralte, blutige Geheimnisse, die sie nur in Sky aufdecken kann, hier, in diesem Schloss im Himmel, in dem sich die Leben von Sterblichen und Göttern täglich berühren.

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Verfasst von - 2. August 2017 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Ninie Hammon – Five Days in May

2016-10-24-hammon-five-days-in-may

Über „Five Days in May“ von Ninie Hammon bin ich nicht zufällig gestolpert. Ich habe diesen Mystery-Thriller bewusst ausgewählt, weil ich für das Lesebingo 2016 dringend ein Buch mit einem Monatsnamen im Titel brauchte. Ich durchforstete Goodreads und sah mir hunderte von Büchern an, um die passende Lektüre zu finden. „Five Days in May“ hatte eine gute Durchschnittsbewertung und klang interessant, also wagte ich den Kauf, obwohl ich von der Autorin noch nie etwas gehört hatte. Ninie Hammon arbeitete viele Jahre als Journalistin, bevor sie eine Vollzeit-Schriftstellerin wurde. Bisher scheint der gewaltige Erfolg ausgeblieben zu sein, trotz 10 veröffentlichter Werke. „Five Days in May“ ist Hammons siebter Roman.

Joy, die Tochter, die glaubt, sie müsse das ungeborene Leben in sich beenden, um ihr eigenes zu schützen.
Mac, der Vater, der allen Glauben verlor, als seine große Liebe starb und sich von Gott abwendet.
Jonas, der Großvater, dessen Liebe stark genug ist, um der leeren Hülle seiner Frau die letzte Gnade zu erweisen.
Princess, die Mörderin, die im Todestrakt des Gefängnisses auf ihre Hinrichtung wartet.
Vier Menschen, die nicht ahnen, dass ihre Leben durch ein Geheimnis untrennbar miteinander verknüpft sind. Vier Menschen, die Freitag, den 10. Mai 1963, gleichermaßen herbeisehnen und fürchten.
Fünf Tage im Mai, die alles verändern werden.

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Verfasst von - 16. November 2016 in Mystery, Rezension, Thriller

 

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Rysa Walker – Time’s Divide

2016-02-12 - Walker Time's Divide

Mit dem Abschluss ihrer Trilogie „The CHRONOS Files“ hat die Autorin Rysa Walker etwas sehr Großzügiges getan: sie hat ihr Universum verschenkt. Sie schenkt es allen Autor_innen, die gern ihre eigene Geschichte darin erzählen möchten. Das bedeutet, sie stellt es anderen Schriftsteller_innen frei, auf der Grundlage ihrer Trilogie die „CHRONOS Files“ weiterzuführen. Ich kannte das Prinzip bereits von den „Metro“ – Romanen von Dmitry Glukhovsky, der seine Kolleg_innen ebenfalls dazu ermunterte, sich bei seiner Fantasie zu bedienen. Ich finde, das hat etwas von offiziell genehmigter Fanfiction und ist ziemlich selbstlos. Es gehört einiges dazu, das eigene Universum, die eigene Fantasie zu teilen. Hut ab für Rysa Walker, dass sie zulässt, dass die „CHRONOS Files“ auch nach ihrem Finale „Time’s Divide“ weiterleben.

Die Last auf ihren Schultern droht Kate zu erdrücken. Sie trägt die Verantwortung für tausende Menschenleben, denn sie allein besitzt die Fähigkeit, ihren Großvater Saul an der Spitze der Cyrists aufzuhalten und die Auslese zu verhindern. Die Zeit verrinnt ihr zwischen den Fingern. Sie braucht Hilfe, weiß allerdings nicht, ob sie der Widerstandsgruppe Fifth Column trauen kann und wird auch ihre Vorbehalte gegenüber Kiernan nicht los. Als sich die Dinge zuspitzen und ihre Optionen schrumpfen, bleibt ihr keine andere Wahl, als einen gefährlichen Plan zu wagen. Sie muss in die Zukunft springen, dorthin, wo alles begann: in das statische Rauschen des CHRONOS-Hauptquartiers. Selbst wenn es unter Umständen bedeutet, ihre eigene Existenz auszulöschen.

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Verfasst von - 5. März 2016 in Science Fiction, Young Adult

 

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion wird wöchentlich von den Schlunzen-Büchern veranstaltet; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Logo!

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Verfasst von - 9. Februar 2016 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Das hässlichste Buchcover?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

So früh im Jahr und schon musste ich einen meiner guten Vorsätze brechen. Ich hatte eigentlich vor, gestern bereits die nächste Rezension zu veröffentlichen, wie angekündigt, nur leider erweist sich die Besprechung von „Die Verratenen“ von Ursula Poznanski als etwas widerspenstig. Tja. Ihr werdet euch also noch bis Mittwoch gedulden müssen. Heute ist Montag und den Start in die neue Woche möchte ich natürlich wie immer mit der Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja begehen:

Es wird immer nach den schönsten Buchcovern gefragt, aber welches ist für dich das mit Abstand hässlichste?

In meinem Regal finden sich einige unschöne Cover. Die meisten davon sind Klassiker, die ich von meinem Großvater geerbt habe und die bei alten DDR – Verlagen erschienen sind (z.B. Aufbau-Verlag). Oft zeigen die Cover nichts anderes als den Titel, weshalb ich diese Bücher einfach mal außen vor lasse. Ich besitze auch einige Titel von Stephen King, die teilweise bereits in den 80ern erschienen sind und dementsprechend aus heutiger Sicht nicht mehr die ansprechendsten Cover haben. Aber so richtig hässlich finde ich sie nicht. Sie sind eben nur alt und das ist okay.
Ich denke, das absolut und unangefochten hässlichste Buch in meinem Bücherregal ist „Necroscope: Das Erwachen“ (Necroscope #1) von Brian Lumley. Schaut mal:

Das Erwachen

Ich bin mir nicht sicher, was das für ein Vieh sein soll. Vermutlich irgendein Tiefseefisch. An sich hätte ich nichts gegen diese Abbildung, wenn sie denn etwas besser integriert wäre. Schließlich gehört die „Necroscope“ – Reihe zur Horror-Literatur. Aber so sieht das Cover einfach nur reißerisch und billig aus. Ich finde es wirklich ganz furchtbar hässlich. Über den Inhalt kann ich unglücklicherweise noch nichts sagen, da ich es noch nicht gelesen habe. Ich weiß, es soll um Vampire und Nekromantie gehen, weshalb ich das scheußliche Stück überhaupt gekauft habe. Der Klappentext ist leider nicht sehr aussagekräftig. Angeblich ist die Reihe jedoch ein internationaler Mega-Erfolg. Vom Verlag Blitz habe ich übrigens auch noch nie gehört. Laut Website gibt es diesen Verlag bereits seit 20 Jahren und soweit ich das erkennen kann, haben sie sich auf das Horror-Genre spezialisiert, in allen Formen. Das heißt, sie verlegen zum Beispiel H.P. Lovecraft, aber auch Edgar Wallace und Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik.

Ich hoffe sehr, dass auf „Necroscope: Das Erwachen“ das Motto „Don’t judge a book by its cover“ zutrifft, denn wenn das Cover auch nur irgendwie auf den Inhalt schließen lässt, erwartet mich wohl eine sehr enttäuschende Lektüre.

Welches Cover findet ihr besonders scheußlich?

Ich freue mich schon richtig aufs Stöbern in euren Antworten, weil manche Cover garantiert so hässlich sind, dass ich einfach nur darüber lachen muss. 😀
Ich wünsche euch allen einen tollen Tag und einen entspannten Start in die Woche!
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 18. Januar 2016 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Jonathan Barnes – Das Königshaus der Monster

„Das Königshaus der Monster“

Das Königshaus der Monster

Reihe: Die Dominomänner #2

Autor: Jonathan Barnes

Originaltitel: The Domino Men

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 400 Seiten

Verlag: Piper

Sprache: Deutsch

ISBN: 3492267505

Genre: Fantasy > Urban Fantasy & Science Fiction

ausgelesen am: 12.04.2015

Bewertung:

Den Autor Jonathan Barnes habe ich vor Jahren kennengelernt, als mir sein Roman „Das Albtraumreich des Edward Moon“ in die Hände fiel. „Das Königshaus der Monster“ ist eine lockere Fortsetzung dieses Romans. Barnes selbst verdient unter anderem genau damit sein Geld, was ich mir für meine eigene Zukunft wünsche: er schreibt Rezensionen. Es ist ein seltsames Gefühl, eine Kritik zu einem Buch zu schreiben, das ein Kritiker geschrieben hat. Aber gut, wenn jemand versteht, dass nicht jedes Buch fabelhaft ist, dann wohl er. Vor kurzem ist übrigens auch Barnes‘ dritter Roman „Cannonbridge“ erschienen. Nach der Lektüre von „Das Königshaus der Monster“ bin ich mir allerdings noch nicht ganz sicher, ob ich es lesen möchte.

Henry Lamb führt ein durchschnittliches, austauschbares Leben. Früher war er ein Kinderstar, aber die Tage seiner Schauspielerei liegen schon lange zurück. Heute ist er ein einfacher Archivangestellter. Bis sein Großvater einen Herzinfarkt erleidet und seitdem im Koma liegt. Plötzlich tritt eine mysteriöse Behörde an Henry heran, die sich als das Direktorium vorstellt und behauptet, nur er könne London vor dem Untergang bewahren. Seit Jahrhunderten kämpft das Direktorium gegen die königliche Familie Windsor, die die Stadt dem Dämon Leviathan opfern will. Nun nähert sich der Kampf seinem blutigen Höhepunkt und alles steht auf der Kippe. Henry muss Estella finden, die einzige, die Leviathan aufhalten kann. Doch dafür muss er mit den Dominomännern sprechen. Der Wettlauf um die Seele Londons beginnt.

Meine Güte, was für ein abgefahrener Genre-Mix. Jonathan Barnes hält sich nicht mit dem zarten, sachten Vermischen von Details auf, die typisch für bestimmte Genres sind. Nein, er mixt die ganz großen und schlägt sie seinen LeserInnen um die Ohren: Fantasy und Science Fiction. Bis zum Ende war ich überzeugt, es mit einem reinen Fantasy-Roman zu tun zu haben, weil alles darauf hinwies. Aber dann – Boom! Überraschung! Science Fiction! Erst war ich total verwirrt, da ich allerdings sowieso das ganze Buch über ständig verwirrt war, konnte ich das Gefühl schnell überwinden und freute mich einfach darüber, dass meine Erwartungshaltung gekippt wurde. Ich habe mich köstlich amüsiert. Das wurde auch Zeit, denn während der Geschichte kam ich nicht sonderlich oft zum Lachen. Ich stolperte durch sie hindurch und hatte nie das Gefühl, überhaupt irgendetwas zu verstehen oder zu durchschauen. Ich kann mir mittlerweile vorstellen, dass Jonathan Barnes das so wollte, damit der unvermeidliche Höhepunkt umso heftiger wirkt. Vielleicht wollte er undurchsichtig und mysteriös sein. Damit machte er es allerdings nicht nur mir schwer, sondern auch seinem Protagonisten Henry. Der Ärmste ist völlig ahnungslos und garantiert kein Held, obwohl er London retten soll. Er ist ein Jedermann; leidenschaftslos und ersetzbar. Dementsprechend hatte ich nicht wirklich eine Verbindung mit ihm, er ist einfach so durchschnittlich. Auch hier denke ich, dass Barnes das durchaus beabsichtigte. Henry trifft auf haufenweise skurrile Charaktere und wirkt inmitten dieser Verrückten wie ein Zengarten der Normalität. Außerdem vermittelt das den Eindruck, dass es anstatt Henry auch jede andere beliebige Person hätte treffen können.
Die Spitze der ganzen Freaks sind eindeutig die Dominomänner. Ich liebe sie! Sie sind so böse. Verschlagene, intelligente, hinterlistige, mordende Lügner, die Spaß daran haben, Menschen zu quälen. Was Henry fehlt, haben sie im Überfluss: Charakter. Ich bin sicher, dass sie eindeutig nicht menschlich sind, aber was sie sind – ich habe keinen blassen Schimmer. Sie können aus dem Nichts auftauchen, wissen Dinge, die sie nicht wissen können und sind offenbar uralt. In ihren altmodischen Schuljungen-Uniformen empfand ich sie als extrem bedrohlich und gefährlich. Sie sind wie Raubtiere, die ihre Beute geduldig und unsichtbar aus dem Unterholz beobachten, bevor sie brutal und lustvoll zuschlagen. Und sie passen in diese Handlung, so temporeich, actiongeladen und unvorhersehbar wie sie ist. Manchmal dachte ich, ich hätte das Buch verstanden. Ich freute mich schon und klopfte mir selbst gedanklich auf die Schulter. Zufrieden blätterte ich um und musste all meine Annahmen wieder über Bord werfen, weil es plötzlich einen neuen Erzähler gab. Einen völlig anderen Erzähler. Jemanden, der Henry nicht besonders mag und behauptet, alles, was er als Ich-Erzähler bis dahin geschildert hat, sei gelogen.

„Das Königshaus der Monster“ ist ein düsteres Kuriositätenkabinett. Jonathan Barnes verbreitet keine sonnige Fröhlichkeit, sondern unheimliche, verstörende Absurdität. Wer dieses Buch liest, darf nicht erwarten, alles zu verstehen. Es ist eine dieser Geschichten, auf die man sich unvoreingenommen einlassen muss. Wenn ihr das schafft, werdet ihr eine verrückte Show erleben, in der alles möglich ist: Serienkiller in Schuljungen-Uniform, ein alter Mann mit Kiemen, drogenabhängige Royals und ein Dämon, der etwas Ungeheuerliches mit London vorhat!

 

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