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Schlagwort-Archive: gierig

Laurell K. Hamilton – Bloody Bones

In Großbritannien und den USA weckt der Titel des fünften „Anita Blake“-Bandes, „Bloody Bones“, vermutlich ganz bestimmte Assoziationen. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass deutsche Leser_innen hingegen keine Ahnung haben, welche Anspielung sich darin versteckt. Im englischsprachigen Raum ist Bloody Bones als Kinderschreck bekannt, der nahe Gewässern lebt und unartige Kinder ertränkt. Die Legende variiert natürlich. Alternativ lebt das Monster in einem Schrank unter der Treppe; in neueren Versionen treibt es in Abflussrohren sein Unwesen. Obwohl ich das Buch schon einmal auf Deutsch gelesen habe, erinnerte ich mich nicht an diese Sagengestalt. Insgesamt war meine Erinnerung an Band 5 vollkommen verschwunden, sodass ich „Bloody Bones“ gänzlich unbelastet beginnen konnte.

Jeder andere Animator hätte den Auftrag, einen ganzen Friedhof voller 200 Jahre alten Leichen zu erwecken, um einen Streit über die Besitzverhältnisse des Landes beizulegen, ablehnen müssen. Doch Anita Blake ist nicht wie ihre Kolleg_innen. Ist das Opfer mächtig genug, könnte sie es schaffen. Sie ist neugierig; will wissen, ob sie den Auftrag meistern kann, ohne menschliches Blut zu vergießen. Sie sagt zu und kurz darauf sitzt sie, begleitet von Larry, bereits in einem Helikopter, der sie nach Branson, Missouri bringen soll. Dort angekommen, bekommt sie es allerdings nicht nur mit gierigen Anwälten und der dubiosen Familie Bouvier zu tun, sondern auch mit einer rätselhaften Mordserie. Alle Opfer sind jung und nahezu blutleer. Für Anita ist der Fall klar: der Täter ist ein Vampir. Sie ahnt nicht, dass sich in den Wäldern rund um Branson noch ein ganz anderes Wesen verbirgt. Ein Wesen, das schlimmer und gefährlicher ist als ein Nest skrupelloser Vampire…

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Verfasst von - November 15, 2017 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Richard Schwartz – Der Inquisitor von Askir

„Der Inquisitor von Askir“ ist ein Zwischenband in Richard Schwartz‘ Epos „Die Götterkriege“, der zwischen Band 4 und 5 angesiedelt ist. Damit folgt der Autor einer Tradition, die er bereits im ersten Zyklus „Das Geheimnis von Askir“ etablierte. Die sechsteilige Reihe wurde ebenfalls um einen Zwischenband erweitert, „Die Eule von Askir“, der zwischen Band 5 und 6 gelesen werden sollte. Ich wusste das damals nicht, was mir nun im Nachhinein große Probleme bereitet. Ich habe „Die Eule von Askir“ bis heute nicht gelesen, weil ich nicht weiß, wie ich das ohne einen Reread der gesamten ersten Reihe bewerkstelligen soll. Glücklicherweise war mir hingegen klar, wie „Der Inquisitor von Askir“ einzuordnen ist und konnte diesen halben Band zum vorgesehenen Zeitpunkt lesen.

Eine aufregende Schatzsuche hatte sich Wiesel anders vorgestellt. Garantiert hatte er nicht angenommen, mit der Suche nach dem Gold des alten Kaisers seine eigene Haut retten zu müssen. Der Meisterdieb steckt bis zum Hals in Schwierigkeiten. 10 Tage vor der Krönungszeremonie seiner Ziehschwester Desina wurde er schlafend neben der blutbesudelten Leiche der angesehenen Bardin Refala aufgegriffen. Wiesel mag vieles sein, doch ein kaltblütiger Mörder ist er nicht. Er wurde hereingelegt. Gejagt von der unbeugsamen Inquisition muss er seine Unschuld beweisen. Er gräbt tief in den uralten Geheimnissen Askirs und entdeckt ein abscheuliches Intrigengeflecht, das Desina vom Thron fernhalten soll. Ihm bleiben nur wenige Tage, seinen Namen reinzuwaschen, die Pläne gegen Desina zu vereiteln und das Rätsel eines Goldschatzes zu lösen, der seit Jahrhunderten als verschollen gilt. Das Schicksal Askirs liegt in seinen Händen.

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Verfasst von - Oktober 24, 2017 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Montagsfrage: Danksagungen?

Huhu ihr Lieben! 🙂

Mensch, da dachte ich schon, es gäbe heute gar keine Montagsfrage und dann kommt das Buchfresserchen Svenja doch noch überraschend mit einer Aufgabenstellung um die Ecke. Dafür unterbreche ich die Arbeit an der nächsten Rezension doch gern und will heute gar nicht lange um den heißen Brei herumreden:

Mal ehrlich – liest du dir die Danksagungen der Autor_innen in den Büchern durch?

Ja, das tue ich tatsächlich. Irgendwie gehören die für mich dazu und sind genau der emotionale Abschluss, den ich oft brauche, um eine Geschichte glücklich verlassen zu können. Wie auch Svenja überfliege ich reine Namenslisten, doch jedes zusätzliche Informationsbröckchen sauge ich gierig auf. Danksagungen enthalten oft interessante Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt des Autors oder der Autorin, sodass ich durch sie ein besseres, vollständigeres Bild von der Person erhalte, die mich gerade stundenlang zu unterhalten versuchte. Das ist für mich besonders in Bezug auf die ausstehende Rezension eines Buches wichtig. Es ist schon vorgekommen, dass ich Teile der Danksagung in meine spätere Besprechung eingebaut habe. Also ja, ich lese Danksagungen und freue mich immer, wenn Autor_innen dort ihre Persönlichkeit durchschimmern lassen.

Lest ihr Danksagungen von Autor_innen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Feiertagsmontag! 🙂
Alles Liebe,
Elli  ❤

 

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Cornelia Funke – Tintenblut

Nach meinem Fiasko mit „Tintenherz“, dem ersten Band von Cornelia Funkes „Tintenwelt“ – Trilogie, brauchte ich lange, um mich zur Lektüre der Fortsetzung zu überwinden. Die Enttäuschung hallte nach. Über ein Jahr traute ich mich nicht an „Tintenblut“ heran, obwohl meine Ausgangssituation wesentlich erfolgsversprechender aussah. Ich wusste nichts über das Buch und hatte daher auch keine übersteigerten Erwartungen, die meine Leseerfahrung negativ beeinflussen konnten. Ich musste meine Zweifel jedoch erst abklingen lassen, bis ich „Tintenblut“ eine faire Chance einräumen konnte. Als ich soweit war, verlor ich keine Zeit mehr.

Im Leben der Familie Folchart ist Frieden eingekehrt. Mo, Meggie und Resa sind bei Ellinor eingezogen. Langsam verblasst der Schrecken der furchtbaren Ereignisse in Capricorns Dorf. Für Meggie ist die Faszination der Tintenwelt ungebrochen. Noch immer träumt sie davon, die Magie von Fenoglios Welt am eigenen Leib zu spüren. Sie versuchte sogar – erfolglos und natürlich heimlich – sich selbst in die Geschichte hineinzulesen. Als eines Abends der verzweifelte Farid an ihre Tür klopft, erreicht Meggies unbändige Neugier einen neuen Höhepunkt. Er berichtet, dass Staubfinger nach all den Jahren heimgekehrt ist – ohne ihn. Ein Mann namens Orpheus las ihn in die Tintenwelt zurück. Jetzt wünscht sich Farid nichts sehnlicher, als ihm zu folgen und fleht Meggie an, ihm zu helfen. Unter einer Bedingung sagt sie zu: sie will Farid begleiten, obwohl es ihren Eltern das Herz brechen wird. Gemeinsam öffnen sie die Tür zwischen den Worten und stürzen in das Abenteuer einer Welt, die nicht einmal mehr ihr Schöpfer unter Kontrolle hat.

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Thomas Finn – Weißer Schrecken

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„Weißer Schrecken“ von Thomas Finn erregte vor Jahren meine Aufmerksamkeit, weil der Klappentext behauptete, das Buch sei der ultimative Thriller für alle Fans von Stephen King. Das war kurz nachdem ich begeistert meinen ersten King gelesen hatte, „ES“. Ich war sozusagen frisch angefixt. Ich erinnere mich sogar daran, dass ich meiner Schwester euphorisch von „Weißer Schrecken“ erzählte. Das Buch landete auf meiner Wunschliste, ich konnte mich aus Geiz aber wieder einmal lange nicht überwinden, es zu kaufen. Ich weiß nicht, wie lange, mehr als drei Jahre auf jeden Fall. Im März 2016 begegnete es mir dann günstig gebraucht bei Medimops. Ich zögerte nicht und nutzte die Chance, diese WuLi-Altlast endlich abzuarbeiten. 10 Monate später nahm ich mir „Weißer Schrecken“ als ideale Winterlektüre vor.

Andreas verbrannte alle Brücken zu seiner Vergangenheit. Er ließ seine Heimat, das verschlafene Berchtesgadener Dörfchen Perchtal, weit hinter sich. Um zu vergessen. Um zu entkommen. 26 Jahre lang täuschte er vor, die schrecklichen Ereignisse seiner Jugend überwunden zu haben. Doch nun holt das Grauen ihn ein. Kurz vor Nikolaus ruft ihn das Schicksal nach Hause. Unter Schnee und Eis regt sich erneut das Böse in Perchtal und droht, weitere Kinder als Opfer zu fordern. Andreas hat keine Wahl. Er muss sich erinnern. Er braucht seine Jugendfreunde, um sich der uralten Macht entgegenstellen zu können. Das dunkelste Kapitel seines Lebens ist noch nicht abgeschlossen.

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Verfasst von - Januar 24, 2017 in Mystery, Rezension, Thriller

 

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Steven Erikson – Kinder des Schattens & Gezeiten der Nacht

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Lange Zeit lebten die Völker der Letherii und der Tiste Edur friedlich nebeneinander. Verträge legten ihre Territorien fest und bestimmten den Handel. Das Leid, das die Letherii den indigenen Stämmen antaten, berührte die langlebigen Kinder von Vater Schatten kaum. Aus der Ferne beobachteten sie die gnadenlosen Eroberungsfeldzüge, die weit häufiger mit Münze und Feder geführt wurden als mit Waffen und Soldaten; die perfiden Pläne, die die Stämme in die Abhängigkeit tricksten; Lügen, Verrat und Betrug. Erst als das gierige Auge Lethers auf die Gebiete und Rohstoffe der Edur fällt und die Kontrakte vorsätzlich gebrochen werden, sind sie gezwungen, zu reagieren. Der unausweichliche Konflikt ängstigt die Edur nicht, denn erstmals seit Generation sind sie unter der Führung des Hexenkönigs vereint. Doch auch die Letherii glauben fest an ihre Unbezwingbarkeit. Im Namen des Sieges entfesseln beide Völker schreckliche, unberechenbare Mächte, die niemand zu kontrollieren vermag. Tod, Schmerz und Verzweiflung sind die Banner der unfassbaren Gewalt zwischen Letherii und Tiste Edur, die eine gesamte Kultur auszulöschen droht. Eine uralte Prophezeiung sagt den nahenden Morgen eines neuen Imperiums voraus – wer wird sich aus der Asche des Krieges erheben?

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Vera Buck – Runa

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Die Karriere des jungen Schweizer Arztes Jori Hell steckt fest. Seit Jahren lebt er in Paris, studiert an der berühmten Klinik Salpêtrière unter dem großen Neurologen Dr. Jean-Martin Charcot und kümmert sich um Patient_innen – doch die Doktorarbeit, für die er einst nach Paris zog, ist noch nicht geschrieben. Schlimmer noch, Dr. Charcot kennt nicht einmal seinen Namen, obwohl Jori regelmäßig die berüchtigten Dienstagsvorlesungen besucht, in denen Hysterikerinnen zu Unterrichtszwecken publikumswirksam hypnotisiert und vorgeführt werden. Erst als eines Dienstagabends ein junges Mädchen präsentiert wird, ändert sich Joris ziellose Routine schlagartig. Runa passt in keines der bekannten Krankheitsschemata, nicht einmal Dr. Charcot weiß, was dem Mädchen fehlt. Nur, dass sie verrückt ist, darin sind sich alle einig. Wäre sie gesund, würde sie sich kaum wie ein wildes Tier gebärden. Jori sieht seine Chance gekommen, sich zu profilieren und endlich seinen Doktortitel zu ergattern. Spontan schlägt er eine Hirnoperation vor, die Runas Verhalten korrigieren soll. Überraschenderweise erteilt ihm Dr. Charcot die Erlaubnis dazu und bietet sich sogar als Doktorvater an. Ein Rückzieher ist nun nicht mehr möglich. Jori hat keine andere Wahl, als seinen überhasteten Worten Taten folgen zu lassen. Je intensiver er sich mit Runa befasst, desto tiefer werden die Einblicke in den erniedrigenden Alltag der Patient_innen in der Salpêtrière. Er lernt die Schattenseiten einer Klinik kennen, die sich damit brüstet, weltweit als fortschrittlich zu gelten und muss sich fragen, ob seine Zukunft tatsächlich dort liegt. Doch seine Selbstzweifel sind nicht Joris einziges Problem. Runa ist der Schlüssel zu einem dunklen Geheimnis seiner Vergangenheit, das ihn nun heimsucht…

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Montagsfrage: Schlägt dein Herz für Antagonisten?

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Guten Morgen ihr Lieben!

Ich bin für Frühschichten nicht geschaffen. Früh ins Bett zu gehen, um dann noch früher wieder aufzustehen, liegt mir überhaupt nicht. Trotzdem lässt es sich nicht immer vermeiden – daher sitze ich heute bereits um 04 Uhr vor meinem Rechner, der überlebenswichtige Kaffee steht rechts neben mir und ich brüte über der Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja. Es hilft ein bisschen, dass der Lieblingsmensch ebenfalls zur Frühschicht muss und wir gemeinsam aufstehen konnten, aber wirklich viel Trost kann ich daraus nicht beziehen. Der tote Punkt wird kommen. Ich kann nur hoffen, dass ich heute auf Arbeit genug zu tun habe, damit ich ihn gar nicht erst bemerke. Die Chancen stehen gut, schließlich haben wir gestern hier in Berlin gewählt und den großen Parteien prompt einen Denkzettel verpasst. Ich bin gespannt, wie die Zukunft meiner Stadt aussehen und für welche Koalitionspartner sich die SPD als Wahlsieger entscheiden wird.
Nun aber erst einmal genug von der Politik, widmen wir uns unserem Lieblingsthema, dem Lesen:

Gibt es Antagonist_innen, die ihr mehr mögt als Protagonist_innen bestimmter Bücher/Reihen und falls ja, was ist der Grund dafür?

Laut Wikipedia stammt das Wort „Antagonist“ aus dem Griechischen und bedeutet „Gegenspieler“. In der Literatur wird damit die Figur eines Buches beschrieben, die den Protagonisten in seinem Handeln behindert. Glücklicherweise ist diese Definition einigermaßen weit gefasst und schließt vielschichtige Persönlichkeiten ein, statt stumpf in Gut und Böse zu unterscheiden. Dann würde mir die Beantwortung der Frage nämlich recht schwer fallen, weil ich eher selten Bücher lese, die sich durch eine so klare Rollenverteilung auszeichnen. Dank dieser offenen Auslegung bin ich in der Lage, eindeutig mit „Ja“ zu antworten. Es kommt vor, dass mich ein_e Antagonist_in mehr fasziniert als der/die Protagonist_in. Von Sympathie möchte ich nicht sprechen, da diese Formulierung nicht den Kern meiner Empfindungen trifft. Es geht nicht darum, ob ich die Person, die dem Hauptcharakter in die Quere kommt, mag. Es geht darum, dass es mich reizt, herauszufinden, warum sie ihm ins Handwerk pfuscht. Die Motivation einer Figur zu ergründen, die auf den ersten Blick böse wirkt, weil sie ein entgegengesetztes oder anderes Ziel verfolgt, ist unheimlich aufregend, weil mich dieser Prozess hin und wieder zwingt, meine gefasste Meinung zu überdenken.

Das eindrucksvollste Beispiel für einen Fall dieser Art ist sicherlich Ahmann Jardir aus Peter V. Bretts epischer High Fantasy – Saga „Demon Cycle“. Im ersten Band (Rezension HIER) mochte ich Jardir überhaupt nicht, weil er Arlen und ihre Freundschaft verrät. Ich empfand ihn als egoistisch, skrupellos und gierig. Im zweiten Band (Rezension HIER) lernte ich Jardir dann wirklich kennen. Ich sah ihn aufwachsen, begriff seine Kultur und seinen Glauben, sodass ich einsehen musste, dass es aus seiner Perspektive keine andere Möglichkeit gab, als Arlen zu verraten. Jardir ist ein facettenreicher Charakter mit positiven sowie negativen Eigenschaften; ihn einfach als böse abzustempeln, wird ihm nicht gerecht. Ich kann zwar nicht behaupten, dass ich ihn besonders gut leiden kann, weil er einen ungesunden Hang zum Fanatismus hat, aber ich verstehe ihn und nur darauf kommt es an.

Schlägt euer Herz für Antagonisten?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare, komme aber vermutlich erst heute Abend dazu, mich durch eure Beiträge zu wühlen. Habt einen wundervollen Montag! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - September 19, 2016 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Steven Erikson – Die Eisige Zeit & Der Tag des Sehers

2016-08-05 - Erikson Die Eisige Zeit & Der Tag des Sehers (Das Spiel der Götter #3)

Im Südosten von Genabackis regt sich eine neue Bedrohung: die Pannionische Domäne, angeführt vom Pannionischen Seher. Begleitet von einer hungrigen, blutrünstigen Bauernarmee verschlingt er gierig eine Stadt nach der anderen. Um ihn aufzuhalten, braucht es ein eigenwilliges Bündnis. Nach Jahren des Krieges stehen sich Dujek Einarm, Elster, Caladan Bruth und Anomander Rake erstmals als Alliierte gegenüber. Abtrünnige malazanische Soldaten, Tiste Andii, Söldner und Rhivi werden Seite an Seite kämpfen, um den Grauen des Pannionischen Sehers Einhalt zu gebieten. Doch das Bündnis steht auf tönernen Füßen. Ein eiskalter Hauch aus einer lang vergrabenen Vergangenheit stellt die Loyalitäten aller Beteiligten in Frage. Verrat hebt sein hässliches Haupt. Legenden offenbaren sich als Realität. Chaos vergiftet die Welt, in dessen Wirren sich der wahre Feind der vereinten Armee verbirgt und nach uralter Rache dürstet. In der Stadt Capustan wird sich entscheiden, ob die Allianz stark genug ist, dem Griff des Sehers und seines Meisters nach Genabackis ein Ende zu setzen.

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Giles Kristian – Götter der Rache

2015-11-20 - Kristian Götter der Rache

„Götter der Rache“ von Giles Kristian habe ich beim Bloggerportal von Random House angefragt, weil die Lektüre ein neuer, weiterer Versuch mit einem historischen Roman sein sollte. Bisher habe ich weder den richtigen Zeitabschnitt noch die richtige Region für mich gefunden, obwohl dieses Genre unheimlich vielfältig ist. Da ich die Kultur der Wikinger faszinierend finde und darüber hinaus ein riesiger Fan der Serie „Vikings“ bin, beschloss ich, es darauf ankommen zu lassen und es mit „Götter der Rache“ zu versuchen. Ich hoffte, mir mit diesem Buch die Wartezeit bis zur Veröffentlichung der vierten Staffel in Deutsch verkürzen zu können und freute mich auf Männer und Frauen, die Stahl in den Venen haben.

Sigurd, jüngster Sohn von Jarl Harald, wünscht sich nichts sehnlicher, als sich endlich im Kampf beweisen zu können. Er ist zornig auf seinen Vater, weil dieser ihm diese Ehre verwehrt. Sigurd muss sich damit begnügen, die ruhmversprechende Seeschlacht an der Seite von König Gorm gegen den ambitionierten Jarl Randver aus der Ferne zu beobachten. Er konnte nicht ahnen, dass die Entscheidung seines Vaters sein Leben retten würde. Die Schlacht ist eine Falle. Hilflos muss Sigurd zusehen, wie der gierige König seinen Vater verrät und die tapferen Krieger gnadenlos von Jarl Randvers Männern abgeschlachtet werden. Auf einen Schlag verliert Sigurd alles, was in seinem Leben von Bedeutung ist. Nun kennt er nur noch einen Gedanken: Rache. Lediglich eine Handvoll treue Kämpfer begleiten ihn bei seinem Vorhaben, doch ihr Hass brennt heißer als die Sonne. König Gorm und Jarl Randver werden den Tag verfluchen, an dem sie sich gegen Jarl Harald wandten, denn Sigurd und seine Männer werden Blut in Strömen vergießen…

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Verfasst von - Dezember 4, 2015 in Historische Fiktion, Norwegen, Rezension

 

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