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Herman Melville – Moby-Dick

Rezensionsheader Moby-Dick

Der Mann, der niemals irgendwo gescheitert ist, kann nicht groß werden. – Herman Melville

Die Biografin Laurie Robertson-Lorant schrieb über Herman Melville, man könne ihn entweder als gescheiterten Schriftsteller charakterisieren oder als verkanntes Genie und Visionär. Melville gehört zu den tragischen Figuren der Literaturgeschichte, die erst weit nach ihrem Tod die Anerkennung erlangten, die sie verdienen.

1819 in New York geboren, nach einer Kindheit, die vom Bankrott seines ehemals wohlhabenden Vaters geprägt war, fuhr Melville im Alter von 20 zur See und erlebte fünf äußerst turbulente Jahre auf Handelsschiffen, Walfängern und sogar einer Kriegsfregatte. Er desertierte, heuerte wieder an, war Teil einer Meuterei, wurde ins Gefängnis geworfen, floh und bereiste weite Teile des Atlantiks und Pazifiks. Er war ein Abenteurer. Zurück in New York verarbeitete er seine Erlebnisse in zwei erfolgreichen, überwiegend fiktiven Reisedokumentationen, „Typee“ (1846) und „Omoo“ (1847). Leider stellten diese beiden Romane bereits den Höhepunkt seiner literarischen Karriere dar, an den er nie wieder anknüpfen konnte. Nicht einmal mit dem Buch, für das er heute am besten bekannt ist: „Moby-Dick“.

Melville litt unter der gesellschaftlichen Zurückweisung, erkrankte an Depressionen und konnte sich nur schwer mit der Missachtung der Kritiker abfinden. Dennoch gab er das Schreiben niemals auf, veröffentlichte weiterhin Romane und Kurzgeschichten und wandte sich vermehrt der Lyrik zu. Als er im September 1891 im Alter von 72 Jahren starb, hinterließ er die unveröffentlichte Gedichtsammlung „Weeds and Wildings“ und ein fragmentarisches Manuskript namens „Billy Budd“, das erst 1919 von seinem Biografen Richard Weaver entdeckt und 1924 überarbeitet veröffentlicht wurde. Bei seinem Tod war der kurzzeitige literarische Star Herman Melville längst in Vergessenheit geraten. Die New York Times widmete seinem Nachruf lediglich ein paar Zeilen.

Rückblickend geht man davon aus, dass Melville seiner Epoche zu weit voraus war. In seinen Werken finden sich Techniken und Stilmittel, die erst in den 1920er Jahren populär wurden und seine zeitgenössische Leserschaft überforderten. Es überrascht daher nicht, dass Melville auch erst anlässlich seines 100. Geburtstags wiederentdeckt und sein literarisches Schaffen neubewertet wurde. Seitdem gilt er als Vorreiter der Moderne und als einer der Väter der US-amerikanischen Literatur, an dem sich Literaturwissenschaftler_innen aus verschiedensten Perspektiven abarbeiten.

„Moby-Dick“, Melvilles monumentaler Roman, erschien 1851. Die Druckgeschichte des Buches wirkt aus heutiger Sicht absurd: der Setzer arbeitete bereits daran, während Melville noch schrieb und Korrekturen anordnete. Das ursprüngliche Manuskript ist nicht erhalten, ein für Melville-Forscher_innen unglücklicher Umstand, weil „Moby-Dick“ zwar in England und den USA mit nur etwa einem Monat Abstand originalveröffentlicht wurde, sich die beiden Ausgaben jedoch stark unterschieden. Die britische Ausgabe wurde Opfer der Zensur, die „antiroyalistische“ und religionskritische Passagen strich. Außerdem fehlte der Epilog. Die US-amerikanische Ausgabe hingegen verzichtete auf viele der nachträglichen Änderungen, weil diese nicht mehr eingearbeitet werden konnten. Trotz dessen konnten beide Versionen ein literaturhistorisches Novum vorweisen. Die britische Ausgabe erschien unter dem unspezifischen Titel „The Whale“; auf dem US-amerikanischen Cover war „Moby-Dick; or, The Whale“ zu lesen. Damit war dies der allererste Roman, dessen titelgebende Hauptfigur ein Tier war, noch dazu mit Eigennamen.

Für mich entwickelte „Moby-Dick“ über die Jahre ohne mein Zutun eine beinahe unheimliche Eigendynamik. Ich hatte immer vor, das Buch zu lesen, dieses Schwergewicht unter den Klassikern. In meiner Vorstellung lag ich im hohen Alter auf meinem Sterbebett und flüsterte „Aber den Wal, den hab ich gelesen“. Das mag seltsam klingen, aber ich glaube, dass viele Leser_innen sich literarische Meilensteine setzen, die sie im Laufe ihres Lebens unbedingt abhaken wollen. Für mich war es eben „Moby-Dick“.
Im Juni 2015 lachte mich eine günstige deutsche Ausgabe von dem Wühltisch eines Antiquariats an, die ich freudig und kurzentschlossen mit heimnahm. Es war das letzte Mal für lange Zeit, dass mir das Buch positive Emotionen vermittelte.

Anfangs betrachtete ich den Wal in meinem Bücherregal mit der üblichen Zutraulichkeit. Ich vertraute darauf, dass seine Zeit kommen würde und setzte mich nicht unter Druck. Doch die Jahre vergingen und irgendwie gelang es dem Wal, zunehmend Raum in meinem Hinterkopf einzunehmen und darin herumzuspuken. Wann immer das Thema auf Bücher kam, die ich längst gelesen haben wollte, schlug er heftig mit seiner Schwanzflosse und machte auf sich aufmerksam. Ich stellte fest, dass mich die ausstehende Lektüre einschüchterte. Es ist ein dickes Werk von über 800 Seiten, geschrieben in einer Zeit, in der Eingängigkeit noch nicht als Ziel der Literatur verstanden wurde. Ich begann, bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit anderen Leser_innen über „Moby-Dick“ zu sprechen, um aus ihren Erfahrungen eine Ahnung dafür zu entwickeln, was mich erwartete und meine Ängste zu lindern. Leider hatte diese Taktik eher den gegenteiligen Effekt. Langweilig und langatmig sei der Wal, eine Qual und überhaupt keine angenehme Lektüre.

Mir schlotterten die Knie. In meinem Kopf verwuchs sich das Buch „Moby-Dick“ mit seinem tierischen Titelhelden und ich verwandelte mich in eine abstruse Version von Kapitän Ahab: das Subjekt der Begierde und der obsessive Jäger (bzw. die Jägerin), auf ewig vereint in einem unvollendeten Tanz. Ich hatte die Befürchtung, niemals bereit zu sein. Ich sehnte und bangte dem Moment gleichermaßen entgegen.

Dann wurde ich im Juni 2019 nach meinen „SuB-Leichen der Schande“ gefragt, also nach ungelesenen Büchern, die ich schon lange vor mir herschiebe. Der weiße Wal in meinem Kopf flippte aus. Er veranstaltete einen spektakulären Zirkus und überflutete mich mit Wellen des schlechten Gewissens. Ich begriff, dass ich längst bereit war. Meine Sorgen, mein Respekt vor der Lektüre, blockierten mich. Als mir das klar wurde, regte sich endlich mein alter Freund, der Trotz. Ich ärgerte mich über mich selbst und entschied, dass ich dem Wal nicht länger erlauben wollte, munter vorwurfsvoll durch meinen Geist zu planschen. Es reichte. Daher nahm ich im Juli 2019 meinen ganzen Mut zusammen und holte ihn aus dem Regal. Ich würde es schaffen. Ich würde „Moby-Dick“ lesen und den weißen Wal erlegen. Komme, was da wolle.

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Verfasst von - 24. September 2019 in Klassiker, Rezension

 

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Erica Fischer – Aimée & Jaguar: Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943

Rezensionsheader Aimée & Jaguar

Homosexualität war im nationalsozialistischen Deutschland strafbar. Im Dritten Reich betrachtete man schwule Männer als entartet und als eine Bedrohung für den Staat, da man fürchtete, sie versuchten, interne Strukturen zu unterwandern und diese von innen heraus zu zerstören. Seit 1934 wurden Homosexuelle verstärkt verfolgt, interniert und ermordet. Laut Paragraf 175 des Reichsstrafgesetzbuches genügten bereits „begehrliche Blicke“, um eine Verhaftung und teilweise sogar eine sofortige Deportation zu rechtfertigen.

Die Zahl der Verurteilungen stieg bis Kriegsbeginn 1939 stetig an. Wikipedia verzeichnet für das Jahr 1935, in dem §175 in Kraft trat, 2.363 Schuldsprüche – 1938 waren es 9.536. Männer, die auf sogenannte „Umerziehungsmaßnahmen“ nicht wie gewünscht reagierten, wurden in Konzentrationslager verschleppt und gezwungen, ein Symbol zu tragen, das ihre sexuelle Orientierung für alle sichtbar machte: den rosa Winkel. Wie viele schwule Männer in den KZs umgebracht wurden, ist rückblickend schwer zu ermitteln, weil nicht klar ist, wie viele von ihnen für ihre Zugehörigkeit zu einer anderen verfolgten Bevölkerungsgruppe interniert wurden. Schätzungen zufolge wurden etwa 10.000 Schwule in die KZs gebracht, von denen circa 53% die Qualen der Lager nicht überlebten.

Paradoxerweise richtete sich der Hass der Nazis primär auf schwule Männer, nicht auf Homosexuelle im Allgemeinen. Lesbische Frauen waren von Paragraf 175 nicht betroffen; es existieren allerdings Hinweise darauf, dass Lesben aus anderen Gründen inhaftiert und in den KZs für entsprechendes Verhalten bestraft wurden. Dennoch zweifelt der Historiker Alexander Zinn an, dass eine gezielte Verfolgung homosexueller Frauen stattfand. Seine These ist meiner Meinung nach nicht von der Hand zu weisen, was ich in der Position der Frau im Nationalsozialismus begründet sehe. Das Dritte Reich war strikt patriarchalisch. Frauen hatten sich um Küche, Kinder und Kirche zu kümmern und sollten sich sonst bevorzugt im Hintergrund halten. Ich glaube, dass die alten Säcke der Parteispitze um Hitler gar nicht auf die Idee kamen, Frauen könnten so etwas wie eine individuelle sexuelle Identität besitzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr völliges Unverständnis des weiblichen Geschlechts, die vollkommene Reduzierung der Frau auf ihre Rolle als Mutter, Ehe- und Hausfrau, Lesben vor einer dem Paragrafen 175 ähnlichen Gesetzgebung schützte. Den Nazis fehlte einfach die Fantasie. Doch selbst wenn ihnen bewusst war, dass sich einige Frauen zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlten, sahen sie darin eventuell nicht dieselbe Bedrohung, die sie in schwulen Männern vermuteten.

Woran auch immer es lag, homosexuelle Frauen konnten ihre Orientierung freier ausleben als homosexuelle Männer, obwohl Denunzierungen selbstverständlich möglich waren. Wie hoch das Risiko konkret war, hing stark davon ab, wie stabil und zuverlässig das soziale Netz der Frauen war. Wer sich in einem eingeschworenen Freundeskreis bewegte und sich sonst nichts zu Schulden kommen ließ, war vor einer Entdeckung relativ sicher. Diese Faktenlage erklärt, wieso Lilly Wust und Felice Schragenheim verhältnismäßig offen in einer lesbischen Beziehung leben konnten.

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Verfasst von - 3. September 2019 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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Rebecca Wild – Verräter der Magie

Rezensionsheader Verräter der Magie

Rechtfertigt die Arbeit an einem neuen Buch die Vernachlässigung des medialen Auftritts? Diese Frage stelle ich mir anlässlich meiner Recherchen zur Salzburger Autorin Rebecca Wild. Seit etwa zwei Jahren herrscht bei ihr beinahe Funkstille. Ihr letztes Buch erschien 2017. Ihre Website ist veraltet und nicht voll funktionstüchtig. Es finden sich keine aktuellen Interviews. Im Mai 2019 erklärte sie auf Facebook, was bei ihr los ist. Sie arbeitet an der Veröffentlichung eines Thrillers. Ein bedeutender Genrewechsel, denn bisher war sie in der Fantasy- und Young Adult – Ecke zu finden, zu der auch ihr 2012er Debüt „Verräter der Magie“ zählt. Ich verstehe, dass sie dieses Projekt beschäftigt, trotzdem finde ich, dass eine gepflegte Website heutzutage die Mindestanforderung ist, sucht eine Person die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Frau Wild, viel Erfolg mit dem Thriller, aber ich empfehle, an dieser Stelle nachzubessern.

Ein kühler Hauch im Nacken, explodierende Kopfschmerzen, Ohnmacht – und plötzlich ist Kira nicht mehr allein in ihrem Körper. Sie ist geschockt, als sie begreift, dass ihr ungebetener Gast ausgerechnet Cian Kingsley ist, die einzige Person, die sie aufrichtig hasst. Cian ist ein mächtiger, einflussreicher Magier, dessen hartherzige Gesetze alle nicht-menschlichen Spezies in abgeriegelte Reservate sperren, einschließlich Kira. Sie muss die arrogante Nervensäge so schnell wie möglich loswerden. Leider ist das nicht so einfach, denn Cian wurde ermordet. In der Verzweiflung seiner letzten Augenblicke spaltete er seine Seele ab und schlüpfte in Kiras Kopf. Ihre einzige Chance besteht darin, ihm zu helfen, herauszufinden, wer ihn tötete und warum. Doch je mehr Zeit sie mit Cian verbringt, desto weniger stört sie seine Anwesenheit. Sie beginnt sogar, ihn zu mögen und Kira muss sich fragen, ob sie überhaupt noch will, dass er sie verlässt …

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Verfasst von - 14. August 2019 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

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Montagsfrage: Erfahrungen mit Selfpublishern?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Kennt ihr das Gefühl, ewig in einem Buch festzustecken? So ergeht es mir mit meiner letzten Lektüre „The Red Wolf Conspiracy“ von Robert V.S. Redick, die ich heute Morgen endlich beendet habe. Ich weiß gar nicht, was genau das Problem war. Darüber muss ich noch mal nachdenken, bevor ich die Rezension schreibe. Ich mochte das Buch, aber irgendwie kam ich nur sehr langsam voran. So langsam, dass ich mich jetzt wirklich darauf freue, ein neues Buch aussuchen zu können. Bevor ich meine Bibliothek nach der nächsten Geschichte durchforste, beantworte ich aber erst einmal die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Was sind eure Erfahrungen mit self-publishing Autor_innen?

Hmm, wie fasse ich das am besten zusammen? Über die Jahre, die es meinen Blog nun schon gibt, habe ich definitiv einige Erfahrungen mit Selfpublishern gesammelt, über ganz verschiedene Kanäle. Ich habe Autor_innen kennengelernt, die mir ihr selbstveröffentlichtes Buch persönlich per Mail zur Rezension angeboten haben, ich fand Bücher bei Netgalley, die im Selbstverlag erscheinen sollten (Netgalley ist eine Plattform, die Vorabexemplare zur Rezension anbietet) und ich bin durch Buchcommunities wie Goodreads selbst auf Selfpublisher aufmerksam geworden. Außerdem helfe ich gerade meiner lieben Schwester im Geiste, DarkFairy, ihr erstes Buch im Selbstverlag auf den Markt zu bringen – ich habe mich als Testleserin angeboten und unterstütze sie mit Korrektorat/Lektorat. Dazu wird es in absehbarer Zukunft natürlich einen ausführlichen Bericht geben. 😉

Grundsätzlich bin ich Selfpublishern gegenüber folglich aufgeschlossen, obwohl ich Antonia zustimme, dass es nicht immer ganz einfach ist, mit dieser speziellen Nische des Buchmarktes in Kontakt zu treten. Das liegt meiner Ansicht nach schlicht daran, dass Selbstverleger_innen normalerweise nicht dieselben Mittel für Werbemaßnahmen zur Verfügung stehen, auf die Verlage zurückgreifen können. Wer Lust hat, mal ein bisschen in die Möglichkeiten selbstorganisierter Autor_innen hineinzuschnuppern, sollte unbedingt mal auf der Website von Laura Newman vorbeischauen, die dort sehr detaillierte und offene Dokumentationen ihrer Werbestrategien veröffentlichte (HIER). Ich fand ihre Berichte äußerst interessant. Aber zurück zum Thema. Letztendlich begegnen mir selbstverlegte Bücher auf denselben Wegen wie Bücher, die von einem großen Verlag veröffentlicht wurden. Der Unterschied besteht in der Frequenz. Verlagswerke haben es zweifellos leichter, weil sie mehr oder weniger aggressiv beworben werden, in Verlagsvorschauen auftauchen und die Autor_innen meist einfach bekannter sind. Ein kleines Selfpublishing-Exemplar muss schon verflixt gut sein, um sich daneben behaupten zu können.

Deshalb finde ich das Konzept von Netgalley genial. Dort werden alle Bücher gleichberechtigt angepriesen und man kann sich mit ein bisschen Zeit nach Lust und Laune für eine bunte Mischung von Vorabexemplaren bewerben. Ich gönne mir den Spaß in unregelmäßigen Abständen,  klicke mich durch ihr Angebot und bewerbe mich, wenn Genre, Cover und Inhaltsangabe mein Interesse wecken. Was leider nicht funktioniert, ist, sich ausschließlich Selfpublisher anzeigen zu lassen. Man muss hier also genauso viel Geduld aufbringen wie auf anderen Seiten, zum Beispiel Amazon. Ich kenne keine Plattform, auf der man gezielt nach Büchern im Selbstverlag stöbern kann. Vielleicht wisst ihr da mehr?

Widmen wir uns nun der Qualität. Ich habe dazu natürlich keine Statistik aufgestellt, aber ich denke, rechne ich es hoch, sind selbstveröffentlichte Bücher ebenso oft schlecht oder gut wie Bücher, die bei einem Verlag eine Qualitätsüberprüfung absolviert haben. Das Vorurteil, dass Selfpublisher den Markt sowieso nur mit Mist überschwemmen, der lediglich von Blutsverwandten für gut befunden werden kann, kann ich nicht bestätigen. Einige populäre Autor_innen begannen ihre Karriere als Selbstverleger_innen, darunter Andy Weir, dessen Roman „The Martian“ mit Matt Damon in der Hauptrolle verfilmt wurde und Becky Chambers, deren Debüt „The long way to a small, angry planet“ für unzählige Preise nominiert wurde. Beide kamen letztendlich bei Verlagen unter. Die Art der Veröffentlichung sagt überhaupt nichts über die Qualität der Geschichte aus. Es mag sein, dass selbstverlegte Bücher weniger Feinschliff besitzen und sicher gibt es die berüchtigten Schundromane, die von der Mutti über den grünen Klee gelobt wurden, in Wahrheit allerdings kaum als Brandmaterial taugen, aber es lohnt sich dennoch, sie nicht grundsätzlich abzulehnen. Diamanten findet man nun mal im Dreck. Ich würde jetzt gern konkrete Beispiele nennen, da ich jedoch wenig darüber nachdenke, wie ein Buch erschienen ist, will mir dummerweise nichts einfallen. Ich bin schließlich nicht grundlos stolz darauf, jedem Werk erst einmal dieselbe Chance einzuräumen.

Nichtdestotrotz muss ich zugeben, dass ich Rezensionsanfragen von Selfpublishern mittlerweile sehr kritisch beurteile, vielleicht kritischer, als ich es bei Angeboten von Verlagen tue. Ich nehme diese Anfragen nur noch sehr selten an. Einige ignoriere ich von Vornherein, weil es mich ärgert, wenn mein Blog in diesen Mails gelobt wird, mir dann aber beispielsweise ein Liebesroman angedreht werden soll. Hätte die betreffende Person meinen Blog nämlich aufmerksam gelesen, wüsste sie, dass ich Liebesromane meide. Wer etwas von mir will, sollte sich zumindest die Mühe machen, herauszufinden, ob ich die richtige Adresse dafür bin. Das kommt in den letzten Jahren glücklicherweise nicht mehr oft vor. Allzu ambitionierte Projekte sortiere ich ebenfalls aus, denn ich habe wirklich keine Lust, nach Ankündigungen, man würde „die Fantasy neu erfinden“, enttäuscht zu werden. Ich bin misstrauisch, weil meine Logik mir sagt, wäre das Buch tatsächlich so revolutionär, hätte es doch einen Verlag gefunden. Das ist vermutlich ein bisschen unfair, aber meine Lesezeit ist mir zu kostbar, um sie mit pseudo-originellen Geschichten zu verschwenden. Je länger ich darüber nachdenke, desto deutlicher kristallisiert sich heraus, dass mir wirklich selten selbstverlegte Bücher per Mail angeboten werden, die mein Interesse wecken. Also lehne ich den Großteil ab oder mache mir gar nicht erst die Mühe, zu antworten – immer dann, wenn ich glaube, dass es sich dabei sowieso nur um eine Rundmail handelt, in der lediglich die Anrede angepasst wurde. Ich habe mit Selfpublishern, die ich selbst entdeckt habe, wesentlich bessere Erfahrungen gemacht.

Welche Erfahrungen konntet ihr mit Selfpublishern sammeln?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen grandiosen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Grusel, Gänsehaut und emotionale Intensität?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Das Drama nimmt kein Ende. Ich sags euch, als Hundemutter macht man was mit. Bei Chilli wurden letzte Woche durch einen routinemäßigen Bluttest Blutparasiten festgestellt. Blutparasiten! Dieser Hund muss auch wirklich jeden Quatsch mitmachen. Vermutlich wurden sie durch einen Zeckenbiss übertragen. Seltsam, denn natürlich ist sie gegen Zecken und anderes Ungeziefer geschützt und ich habe ihr in der letzten Zeit keine entfernt, obwohl ich ihre Haut ja beinahe jeden Abend einer Faszienmassage unterziehe. Woher auch immer das Mistvieh kam, ihre Blutergebnisse ergaben eine akute Anämie, also einen Mangel an roten Blutkörperchen, was ein Anzeichen für eine Infektion ist. Wir fuhren also sofort wieder zum Arzt und ich ließ einen weiteren Bluttest machen, um herauszufinden, welche Parasiten das sind und welches Medikament sie bekommen muss. Es stellte sich heraus, dass sie tatsächlich eine leichte Infektion hat, die glücklicherweise mit einem Antibiotikum behandelt werden kann. Wir hatten unglaubliches Glück. Solches Glück, dass ich noch immer daran knapse, die ganze Situation zu verarbeiten. Chilli hätte sterben können. Wird so eine Infektion nicht therapiert, verläuft sie tödlich. Normalerweise fällt eine Anämie durch Verhaltensveränderungen auf. Der Hund ist schlapp, möchte sich nicht bewegen, die Schleimhäute sind blass, Gliederschmerzen können auftreten. Alles Punkte, die bei einem gesunden Vierbeiner sofort die Alarmglocken schrillen lassen. Aber bei einem Hund wie Chilli, die sowieso permanent Schmerzen leidet, stark bewegungseingeschränkt ist und von Hause aus dunkle Schleimhäute hat, ist es sehr schwer, diese Symptome korrekt zu deuten. Ich dachte, ihr Rücken quält sie, denn das ist bei ihr immer die naheliegende Antwort. Sie hat so viele Symptome, so viele Baustellen, dass ich sie nicht mehr auseinanderhalten kann. Wären wir nicht genau jetzt zum jährlichen Checkup gegangen, hätte ich vermutlich erst viel zu spät gemerkt, dass mit ihr etwas anderes nicht stimmt. Im schlimmsten Fall wäre sie gestorben. Das Timing war schicksalhaft. Der Routine-Bluttest hat ihr das Leben gerettet. Also Leute, ich weiß, Blutuntersuchungen sind teuer, aber spart daran nicht. Dabei können Erkrankungen festgestellt werden, die wir als Mamas und Papas aus verschiedenen Gründen einfach nicht sehen. Und bitte, bitte, verzichtet nicht auf einen Ungezieferschutz. Chillis wird auch noch einmal aufgefrischt, sobald die Infektion ausgestanden ist.
Nun wollen wir dieses ernste Thema aber hinter uns lassen, uns freuen, dass Chilli rechtzeitig behandelt werden kann und uns endlich der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise widmen, dafür sind wir schließlich hier. 😉

Können Bücher bei euch das Blut in den Adern gefrieren lassen?

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mit der Frage heute nicht viel anfangen kann. Ich bin mir nicht ganz sicher, worauf Antonia hinauswill. Ich glaube, eigentlich fragt sie nach emotionaler Intensität; danach, inwieweit wir uns auf eine Geschichte einlassen können. Ich muss darauf frustrierend unspezifisch antworten: das hängt von der Geschichte ab. Grundsätzlich bin ich immer bereit, alle Gefühle der Figuren zu teilen und mich von der Atmosphäre einsaugen zu lassen. Die besten Bücher sind diejenigen, die die Grenzen zwischen mir als Leserin und der Handlung überwinden, in denen ich mich als Teil der Geschichte empfinde und keinerlei emotionale Barriere mehr existiert. Diese Bücher bringen mich zum Weinen, zum Lachen und ja, auch mal zum Fürchten. Aber das schaffen eben nicht alle Autor_innen. Ich glaube, für diese Leseerlebnisse muss einfach alles harmonisch passen: die Thematik, die Identifikation mit den Figuren, der Schreibstil, das Worldbuilding (falls nötig), die Stimmung und viele Kleinigkeiten mehr. Erst dann vergesse ich, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt. Schriftsteller_innen, denen das bei mir gelang, waren zum Beispiel Laini Taylor, Patrick Ness und Nicholas Eames. Das heißt nicht, dass das betreffende Buch tatsächlich perfekt sein muss und keine Fehler oder Mängel haben darf, nein, es geht um das berühmte Gesamtpaket. Ich verzeihe kleine Logiklöcher gern, wenn ich trotzdem so richtig in der Geschichte drin bin. Ich glaube, für mich wird es intensiv, wenn meine Gefühlsebene meine Verstandesebene überstimmt. Dann mag es sein, dass meinem analytischen Ich Patzer auffallen, aber weil mein emotionales Ich befriedigt wird, ist es mir egal.

Demzufolge bin ich durchaus fähig, mich richtig zu gruseln und das Blut in meinen Adern gefrieren zu lassen. Da wir hier allerdings explizit über Horror und Nervenkitzel sprechen, muss ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass Schauerliteratur immer einen besonders schweren Stand hat. Angst ist äußerst persönlich und individuell. Damit ich während eines Horrorromans eine Gänsehaut bekomme (im übertragenen Sinne, buchstäblich konnte ich das bei mir noch nie beobachten), muss dieser meine Angstfantasien gezielt ansprechen. So funktionieren Entitäten wie Geister bei mir zum Beispiel sehr gut, paranormale Wesen wie Werwölfe und Vampire oder ganz profane menschliche Serienkiller hingegen nicht. Das ist bei Horrorfilmen der Fall und bei Büchern eben auch.
Außerdem habe ich festgestellt, dass die Herangehensweise des Autors oder der Autorin für mich eine große Rolle spielt. Je länger man mir verschweigt, was eigentlich vor sich geht, welches Monster da im Dunkeln lauert, desto aktiver arbeitet meine eigene Fantasie. Weiß ich früh, wovor ich mich fürchten soll, geht für mich ein entscheidender Anteil des Nervenkitzels verloren. Andeutungen, subtile Hinweise und Anspielungen jagen mir eher Schauer über den Rücken als konkrete Ansagen. Mir macht das, was ich nicht sehen oder greifen kann, weit mehr Angst als das, womit ich schwarz auf weiß konfrontiert werde. Nichts ist so unheimlich wie die eigene Vorstellungskraft. Jemand, der das wirklich verstanden hat, ist natürlich Stephen King. Von „ES“ hatte ich tatsächlich Albträume und ein ziemliches mulmiges Gefühl im Bauch, als ich Nachts allein mit Chilli Gassi gehen musste… Das Geräusch des Windes in den Bäumen klang wie die Schwingen eines riesigen Vogels… Brrr. Ein interessanter Fall ist auch Thomas Finn. Sein Roman „Weißer Schrecken“ hat alle meine Knöpfe gedrückt. Ich genoss den Schauder, den mir die gruselige, atmosphärische Geschichte um den düsteren Knecht Ruprecht bescherte. „Dark Wood“ dagegen sprach meine Ängste nicht an, weshalb ich es zwar spannend und aufregend, aber nicht wirklich unheimlich fand. Da sieht man, wie wichtig individuelle Faktoren sind.

Oh und noch ein Funfact über mich zum Abschluss: Horror gehört für mich in die dunklen Jahreszeiten. Ein Buch, das versucht, mir trotz Beschreibungen von knalligem Sonnenschein Angst zu machen, wird höchstwahrscheinlich scheitern. Ich brauche Kälte, Nässe, Wind, Nebel und Dunkelheit, gerne auch Schnee und Eis. Bisher gab es von dieser Regel nur eine Ausnahme – das bereits erwähnte „ES“. Aber mal ehrlich, dabei sprechen wir schließlich über den Meister des Horrors, der braucht eben keine saisonale Hilfe.

Lasst ihr euch von Büchern so richtig Angst einjagen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen hervorragenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Merrill Markoe – Mein Geburtstag und andere Katastrophen

Ich habe keine Ahnung, wie es „Mein Geburtstag und andere Katastrophen“ von Merrill Markoe in mein Bücherregal geschafft hat. Das Buch passt so gar nicht in mein Beuteschema, daher vermute ich, dass es irgendwann einmal Gegenstand einer Rettungsmission war. In meiner Teenagerzeit habe ich häufig Bücher mitgenommen, die andernfalls auf dem Müll gelandet wären, unabhängig vom Inhalt. Das heißt, ich besitze dieses Buch schon sehr, sehr lange. In den letzten Jahren zweifelte ich daran, ob ich es jemals lesen würde, aber die heutige Rezension beweist, dass jedes Buch seine Zeit hat. Selbst ein Chic-Lit-Roman, der meinem Geschmack eigentlich widerspricht.

Wie ist es nur möglich, dass jedes Jahr gleich verläuft? Es kann doch nicht sein, dass man als erwachsene Frau von 36 Jahren ständig dieselben Fehler wiederholt und sich von den spitzen Kommentaren nörgelnder Eltern, gutmeinenden Ratschlägen ahnungsloser Freundinnen und verwirrenden Signalen kryptischer Männer langsam in den Wahnsinn treiben lässt. Etwas muss sich ändern! Eine neue Tradition muss her: einmal im Jahr, am Geburtstag, einen Brief an sich selbst zu verfassen, das Jahr Revue passieren zu lassen und sich daran zu erinnern, was man alles nicht mehr tun wollte, klingt wie eine gute Idee. Bestandsaufnahme und Vorsatzsammlung in einem. Dummerweise ist es gar nicht so leicht, sich zu ändern. Katastrophen scheren sich nicht um gute Vorsätze. Da helfen nur noch entschlossenes Krisenmanagement und der feste Glauben daran, dass irgendwann alles besser wird. Wird es doch, oder?

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Verfasst von - 11. Dezember 2018 in Chic-Lit, Rezension, Romantik

 

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Montagsfrage: Einsames Leserlein?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich stecke voll in der Vorbereitung meines Berichts zu „Harry Potter: The Exhibition“. Geschrieben ist er, jetzt muss ich ihn nur noch hübsch gestalten mit Fotos, Links und Logos und ihn ein paar Mal Korrektur lesen, bevor ich ihn euch präsentieren kann. Ich denke, das wird toll, denn ich habe von der Presseabteilung der Ausstellung einen Zugang zum Pressebereich erhalten und kann mit professionellen Aufnahmen dienen! Es freut mich ungemein, dass sie bereit sind, mich zu unterstützen und meine Anfrage ganz unkompliziert angenommen wurde. Es ist schön, dass Blogger_innen mittlerweile nicht mehr nur als Laien belächelt und behandelt werden.
Heute unterbreche ich meine Arbeit hinter den Kulissen allerdings kurz, um die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise zu beantworten.

Wie gehst du damit um, die einzige begeisterte Leserin eines bestimmten Buches in deinem Freundes- und Bekanntenkreis zu sein?

Wenn ich mich für ein Buch stark begeistern kann und das dringende Bedürfnis habe, darüber zu reden, erzähle ich meinen Eltern davon. Sie sind die einzigen, die meine Leseleidenschaft UND meinen Geschmack teilen und somit die einzigen, denen ich mit meiner Schwärmerei etwas Gutes tue. Sage ich meinen Eltern, dass sie ein bestimmtes Buch lesen sollen, machen sie das auch. Andersrum ist es genauso. Wir kennen einander sehr gut, vertrauen einander und wissen genau, was gefallen wird und was nicht. Mir reicht unser gegenseitiges Empfehlungssystem, denn mit ihnen kann ich jegliches Bedürfnis, von der Phänomenalität eines Buches zu fabulieren, komplett befriedigen. Spätestens, wenn sie es ebenfalls gelesen haben. Ich gebe aber zu, dass ich schon so lange mit der Tatsache lebe, dass kaum jemand nachvollziehen kann, wie heftig ich mich von einigen Büchern mitreißen lasse, dass ich mich irgendwie damit abgefunden habe, selten bis nie auf Gleichgesinnte zu treffen. Das Problem besteht auch darin, dass ich durch das Bloggen anders über Bücher rede als normale Leser_innen. Ich will auf meine Frage, wie jemand eine Lektüre fand, nicht „Gut“ als Antwort hören. Ich will diskutieren, reflektieren, analysieren. Ich will in die Tiefe gehen und nicht nur oberflächlich über Positives und Negatives sprechen. Das kann ich ausschließlich mit meinen Eltern, weil sie meine Gedanken verstehen und stimulieren. Viele Ideen für Rezensionen entstehen auf ihrer Couch. Ich habe irgendwann akzeptiert, dass ich diese Ebene von niemandem sonst erwarten kann. Schön, wenn ich mal eines Besseren belehrt werde, aber ich rechne nicht damit und das ist okay. Ich habe eingesehen, dass sich meine Leseerfahrungen fundamental von jenen der nicht-bloggenden Durchschnittsleser unterscheiden. Solange ich eine Adresse habe, an die ich meine Überlegungen richten kann, kann ich damit leben. 🙂

Das Bloggen ist natürlich eine schöne Alternative. Rezensionen zu schreiben ist an sich bereits befriedigend, weil ich dadurch gezielt mit einem Buch abschließen kann. Ich schreibe nieder, was mir dazu durch den Kopf geht und bin daher fähig, sowohl Begeisterung als auch Enttäuschung loszulassen und weiterzuziehen. Natürlich möchte ich anderen Leser_innen mit meinen Rezensionen helfen, aber ich helfe mir ebenso selbst. Ich schreibe für euch UND für mich. Die intensive Auseinandersetzung ermöglicht mir, viel tiefer in eine Lektüre vorzudringen, als ich mir sonst abverlangen würde. Ich analysiere mich selbst, meine Empfindungen, meine Gedanken. Dadurch kann ich meine Erfahrungen detailliert teilen und in die Welt hinausschicken. Provoziert das eure Reaktionen – umso besser.

Ich würde Antonias Frage, ob ein Lieblingsbuch besser wird, wenn man es teilen kann, daher eindeutig mit „JA“ beantworten. Jede Lektüre ist ein kleines Abenteuer, ein aufregender Urlaub (zumindest im Idealfall). Nicht überraschend, dass sich die Erinnerung daran besser einprägt, wenn man darüber ausführlich sprechen kann. Menschen möchten sich mitteilen und je intensiver die Emotionen sind, desto drängender ist dieses Bedürfnis. Die Gefühle wollen raus. Ich denke, oftmals erscheinen sie uns erst real, wenn sie wir sie ausformuliert haben. Deshalb genieße ich es, dass ich Ventile gefunden habe, die mich zufriedenstellen. Ich bin meiner Meinung nach genügsam und veranstalte nun keine Parties, auf denen ich den Gästen ein bestimmtes Buch aufzwinge, aber ganz ohne kann ich nicht. Manchmal muss auch ich die magischen Worte äußern: „Das musst du lesen!“ 😉

Wie und mit wem teilt ihr eure Begeisterung für ein bestimmtes Buch?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Mark Lawrence – Emperor of Thorns

Mark Lawrence ist nicht nur Autor mehrerer erfolgreicher Fantasy-Romane aus der Grimdark-Ecke, er betätigt sich darüber hinaus als Dichter. Unerwartet, oder? Ich hätte ihm eine Ader für Gedichte nicht zugetraut. Während ich seine Werke auf seiner Website las, legte sich meine Überraschung. Diese Art der Lyrik passt wie die Faust aufs Auge. Melancholische Formulierungen, die in mir Assoziationen von Trauer und Depression wecken, ein düsterer Grundtenor, Naturthemen – Lawrence bleibt seinem grundlegenden Stil treu, obwohl seine Gedichte selbstverständlich keinerlei Gewaltdarstellungen enthalten, im Gegensatz zu seinen Romanen. „Emperor of Thorns“ ist das Finale der „The Broken Empire“ – Trilogie und schließt die Geschichte rund um den ehrgeizigen, fragwürdigen Protagonisten Jorg von Ancrath ab.

Man könnte behaupten, der Thron des Zersplitterten Reiches sei verwaist. Jorg von Ancrath bevorzugt es, ihn als „frei“ zu betrachten – der Thron wartet nur darauf, von ihm in Besitz genommen zu werden. Leider kann die Würde des Imperators nicht erobert werden. Es handelt sich um ein gewähltes Amt. Wie unwillkommen. Um Imperator zu werden, muss Jorg genügend Stimmen für sich unter den Königen und Königinnen während des Kongresses in Vyene sammeln. Bereits Jahre zuvor schloss er unwahrscheinliche Allianzen, die seinen Sieg garantieren sollen. Als König von sieben Nationen stehen seine Chancen überraschend gut. Vorausgesetzt, er erreicht Vyene gesund und munter. Die lebenden Toten bedrängen die Ländereien des Reiches. Nekromantie breitet ihre giftigen Klauen aus. Der Einfluss des Toten Königs erstarkt. Niemand kennt seine Identität oder Ziele. Doch eines ist deutlich: sein rätselhaftes persönliches Interesse an Jorg…

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Ein Kommentar

Verfasst von - 28. November 2017 in Fantasy, Low Fantasy, Rezension

 

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Montagsfrage: Die Krux mit dem SuB?

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Passend zur Halbzeit im Spiel Green Bay Packers vs. Dallas Cowboys ist bereits die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja online, sodass ich die Pause sinnvoll nutzen kann. Und ja, ich bin eher Käsekopf als Kuhmädel. 😀

Fühlst du dich hin und wieder von deinem SuB gestresst oder gefällt es dir immer viel Auswahl da zu haben?

Ich freue mich sehr über die heutige Montagsfrage, weil das Thema in den letzten Wochen und Monaten irgendwie ständig aufkam. Offenbar bin ich eine Rarität unter den Buchblogger_innen: mir ist die Höhe meines SuBs vollkommen wurscht und ich verstehe auch nicht, warum das eine Rolle spielen sollte. Wieso sollte ich keine neuen Bücher kaufen dürfen, nur, weil ich noch nicht jedes Buch auf meinem SuB gelesen habe? Warum sollte ich ein schlechtes Gewissen haben? Mir ist bis heute kein plausibler Grund eingefallen. Schließlich werden Bücher nicht schlecht. Sie sind geduldig. Es ist meiner Meinung nach absolut unwichtig, ob sie nun einen Monat oder 20 Jahre in meinem Regal darauf warten, gelesen zu werden und wie viele es sind.

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