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Montagsfrage: Lesen und Lachen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich bin endlich in 2019 angekommen. Nein, das ist kein Aprilscherz, ich habe den Rezensionsrückstand von 2018 vollständig aufgearbeitet und darf mich nun der Lektüre des neuen Jahres widmen. Ich bin ziemlich stolz auf mich. Ich hoffe, dass ich dieses Tempo beibehalten und somit vielleicht die Frequenz meiner Rezensionen steigern kann, sodass ich pro Woche zukünftig vier statt drei Beiträge veröffentliche. Das wäre super, weil ich auf diese Weise wahrscheinlich meine jährliche Rezensionsquote aufbessern könnte, die 2018 recht enttäuschend war. Irgendwann muss ich die Auswirkungen meines blöden Reitunfalls ja mal überwinden. 😉 Bevor ich auch heute weiter fleißig die nächste Besprechung tippe, gönne ich mir aber eine kleine Pause und beantworte die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise:

Welches humoristische Buch gehört in den Schrank jedes Lesers oder jeder Leserin?

Ich bin tatsächlich kein großer Fan humoristischer Literatur. Geschichten, die bewusst darauf abzielen, die Leser_innen zum Lachen zu bringen und auf diese Weise zu unterhalten, erscheinen mir meist überdreht. Ich finde sie selten lustig, weil sie meinen Humor nicht treffen. Das ist schade, denn ich lache gern und halte mich eigentlich nicht für eine übertrieben ernste Person. Glücklicherweise gab es einen Autor, bei dem ich mit meinem offenbar ziemlich nischigen Humor genau richtig bin: Terry Pratchett. Seine „Scheibenwelt“-Romane sind zum Schreien komisch, aber intelligent und oft sehr gesellschaftskritisch. Pratchett hatte ein zuverlässiges Gespür für absurde, paradoxe Situationen und gesellschaftliche Abläufe. Im Rahmen der Scheibenwelt setzte er diese fröhlich in Szene und betonte so, wann und in welchen Kontexten Menschen sich vollkommen hirnrissig benehmen. Seine Romane enthalten viel Wahrheit, sind aber stets mit einem Augenzwinkern erzählt. Ich besuche die Scheibenwelt sehr gern und bin immer noch ein bisschen traurig, dass Pratchett 2015 viel zu früh verstorben ist.
Wann immer mich jemand fragt, mit welchem „Scheibenwelt“-Band man am besten beginnen sollte (die Reihe umfasst 41 Bände), antworte ich: „Gevatter Tod“. Dabei handelt es sich um Band #4, doch da Pratchett allerhöchstens eine sehr lose, lockere Chronologie vorsah, spielt es keine Rolle, mit welcher Geschichte oder Figur man einsteigt. Deshalb empfehle ich grundsätzlich den ersten Auftritt meiner absoluten Lieblingsfigur: TOD höchstpersönlich. Ich finde, „Gevatter Tod“ muss man gelesen haben und sollte sich wirklich in jedem Bücherregal der Welt befinden. Schließlich gibt es kein besseres Zitat als „Ich bin nicht tot. Ich bin TOD“.

Welche literarische Komödie sollte man eurer Meinung nach gelesen haben?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

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Terry Pratchett – Alles Sense!

TOD ist meine absolute Lieblingsfigur des „Scheibenwelt“-Universums. Seinetwegen begann ich überhaupt erst, die Reihe zu lesen, denn mein erster Roman von Terry Pratchett war „Gevatter Tod“. Der verstorbene britische Autor selbst pflegte ebenfalls eine spezielle Beziehung zu seinem Schnitter. 2008 wurde er von der Queen in den Adels- bzw. Ritterstand erhoben und durfte sich fortan Sir Terry Pratchett nennen. Zwei Jahre später wurde ihm sein eigenes Wappen verliehen. Dieses beinhaltet ein Ankh, eine Morpork-Eule und das Motto „Noli timere Messorem“ – lateinisch für „Fürchte nicht den Sensenmann“. Damit ist es sowohl eine Anspielung auf TOD als auch auf den Song „(Don’t Fear) The Reaper“ der Hardrock-Band Blue Öyster Cult. Das beste Wappen aller Zeiten!
„Alles Sense!“ ist der elfte „Scheibenwelt“-Roman, in dem TOD erneut eine Hauptrolle spielt.

Der Tod ist sicher, das Leben nicht. Nun – er war es. TOD, der Schnitter höchstpersönlich, wurde in den Ruhestand verbannt. Ausrangiert. Strafberentet. Seine Vorgesetzten bedankten sich für seine Dienste, drückten ihm eine Lebensuhr in die knochige Hand und warfen ihn aus seinem heimelig trostlosen Domizil im Nichts. Seitdem staut sich Lebensenergie auf der Scheibenwelt. Es wird nicht mehr ordentlich gestorben. Sehr zum Missfallen derjenigen, die ein friedliches Ende erwarteten. Der greise Zauberer Windle Poons hatte sein Dahinscheiden minutiös geplant. Es gab sogar eine Party! Man stelle sich die Schmach vor, als er kurz darauf erneut in seinem Körper erwacht: untot, aber quicklebendig. Natürlich möchte niemand das hässliche Z-Wort aussprechen, dennoch sind sich alle einig, dass Poons sture Wiederauferstehung vollkommen unangemessen ist. Doch schon bald wird Ankh-Morpork auf die Hilfe der Untoten angewiesen sein, denn während TODs Abwesenheit Chaos stiftet, merkt niemand, dass die Stadt Opfer einer heimlichen Invasion wird…

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Ein Kommentar

Verfasst von - 5. Dezember 2018 in Fantasy, High Fantasy, Humor, Rezension

 

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Ich bin nicht tot. Ich bin Tod. – Ein Nachruf

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Gestern ist einer der fabelhaftesten AutorInnen der Welt im Alter von 66 Jahren verstorben: Sir Terry Pratchett. Ich schätze, ich habe es als eine der ersten erfahren, weil ich gestern in der Redaktion im 16. Stock gearbeitet habe. Es hat mich ziemlich hart getroffen und wäre ich allein oder bei mir zu Hause gewesen, hätte ich wohl ein paar Tränen der Trauer vergossen. Ich wusste, dass er krank war (Alzheimer). Doch bis zum Schluss hat er geschrieben.
Ich möchte hier nicht sein Leben zusammenfassen oder auf jedes einzelne seiner unzähligen literarischen Werke aufzählen. Das können andere, kluge Menschen vermutlich wesentlich besser als ich. Stattdessen möchte ich euch erzählen, was Terry Pratchett mir bedeutet hat.

Mein erster Terry Pratchett war „Gevatter Tod“. Bis heute ist dieses Buch mein liebster Scheibenwelt-Roman und TOD mein liebster Scheibenwelt-Charakter. In all seiner Nüchternheit ist er herrlich (unfreiwillig) witzig. Ich kann wohl behaupten, dass die Lektüre von „Gevatter Tod“ mein Leben verändert hat, denn seitdem bin ich verrückt nach der Scheibenwelt. Ich liebe die schiere Absurdität dieses Universums, wo alles passieren kann. Pratchett hat für sich selbst und für seine LeserInnen einen Ort erschaffen, in dem jedes Gedankenspiel ausgelebt werden kann. Nach „Gevatter Tod“ kam „Einfach göttlich“, was mir verdeutlichte, dass Pratchett nicht nur großartige, lustige Fantasy schreiben konnte (wow, die Vergangenheitsform schmerzt mehr, als ich dachte), sondern auch ein unkonventioneller, überzeugender Philosoph war. Seine Ansichten zum Thema Glauben kamen damals vermutlich ein wenig früh für mich; ich war eigentlich noch etwas jung für diese Lektüre. Trotz dessen habe ich sehr viel aus „Einfach göttlich“ mitgenommen. Pratchett hat meinen Horizont erweitert und seitdem hat er es immer wieder getan. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar.
Bücher wie „Der Club der Unsichtbaren Gelehrten“ beweisen einen unvergleichlich scharfen Blick auf die Gesellschaft mit all ihren Macken, Fehlern, aber auch schönen Seiten.
Es macht mich so traurig, dass Terry Pratchett nie wieder einen neuen Scheibenwelt-Roman schreiben wird. Ich kannte ihn nicht persönlich, aber ich denke, er wird mir sehr fehlen. Es gäbe noch so viele Themen, zu denen seine Ansichten meine Welt bereichert hätten. Sein Tod ist ein herber Verlust. Nicht nur für die (literarische) Welt, sondern auch für mich.

Mir fehlen die Worte. Ich bin traurig und ich trauere. Eines schönen Tages möchte ich in meine kleine Privatbibliothek blicken und dort sein Gesamtwerk finden. Denn nur so wird Terry Pratchett weiterleben. In seinen Büchern und seinen Geschichten.

Danke, Sir Terry Pratchett.

(Bildquelle)

 
 

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