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Schlagwort-Archive: Geistergeschichte

Laurell K. Hamilton – Blue Moon

Rezensionsheader Blue Moon

Eines der wichtigsten Ereignisse in der Biografie von Anita Blake ist der Tod ihrer Mutter bei einem Autounfall, als sie 8 Jahre alt war. Dieses Schlüsselerlebnis ist kein Zufall und nicht rein fiktiv. Die Autorin Laurell K. Hamilton schöpfte hierfür aus ihrer eigenen Vergangenheit. Ihre Mutter Suzie Klein starb 1969 ebenfalls bei einem Autounfall. Hamilton war damals erst 6 Jahre alt. Sie wuchs deshalb bei ihren Großeltern auf. Ihre Großmutter war eine starke Frau, die Hamiltons Bewusstsein für das Übernatürliche früh prägte. Sie glaubte felsenfest an Geister, schwor, selbst Geister gesehen zu haben und erzählte ihrer Enkelin Geistergeschichten. Mit diesem Wissen finde ich es naheliegend, dass Anita Blake eine Nekromantin ist, die mit den Toten kommunizieren kann. Ob Hamiltons Großmutter ihr wohl auch Geschichten über Werwölfe erzählte? Diese stehen im achten Band „Blue Moon“ erneut im Fokus.

Anrufe mitten in der Nacht bedeuten für Anita Blake selten gute Nachrichten. Normalerweise wird sie von der Polizei von St. Louis an einen Tatort gerufen. Dieses Mal ist die Angelegenheit allerdings persönlich. Richard wurde in Tennessee festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, eine junge Frau vergewaltigt zu haben. Selbstverständlich sind diese Anschuldigungen lächerlich. Begleitet von ihren Werleoparden und Mitgliedern des Thronos Rokke – Rudels reist sie nach Myerton, wo Richard die örtliche Trollpopulation studieren wollte. Dort angekommen zeigt sich, dass es sich nicht um ein Missverständnis handelt. Richard wurde hereingelegt. Anita muss herausfinden, wer ihm die Vergewaltigung anhängte und wieso man ihn loswerden will – und zwar schnell, denn bald ist Vollmond…

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Jennifer McMahon – The Winter People

Laut Jennifer McMahon sind Autor_innen wie Elstern: sie suchen permanent nach funkelndem Schnickschnack, den sie in ihren Büchern verwenden können. Die Idee zu ihrem Mysterythriller „The Winter People“ verdankt sie ihrer Tochter Zella, der sie das Buch auch widmete. Eines Tages wollte Zella mit ihr ein makabres Spiel spielen, in dem sie zwei Schwestern darstellten, deren Eltern in den Wald entführt wurden. McMahon fand diese Ausgangssituation schrecklich, doch Zella zuckte nur die Schultern und sagte „Sometimes it just happens“ – manchmal passiert es einfach. Heute sind diese nüchternen Worte eines Kindes die Einleitung zu „The Winter People“.

Die Shea-Farm ist verflucht. Seit 1908 die grausam zugerichtete Leiche von Sara Harrison Shea kurz nach dem Tod ihrer Tochter hinter dem Haus gefunden wurde, weiß jeder in West Hall, Vermont, dass auf dem Grundstück und dem umliegenden Land unheimliche Dinge vor sich gehen. Seltsame Geräusche dringen aus dem Wald heraus, Menschen verschwinden spurlos und in einer bizarren Gesteinsformation soll eine Hexe hausen. Die Leute nennen es das West Hall Dreieck. Ruthie hielt das Gerede stets für dummen Aberglauben. Das alte Farmhaus ist ihr Zuhause, das sie mit ihrer Mutter Alice und ihrer kleinen Schwester Fawn teilt. Erst als ihre Mutter vermisst wird und sie auf der Suche nach Hinweisen unter einer Bodendiele Saras Tagebuch entdeckt, beginnt sie, sich zu fragen, ob an den Geschichten vielleicht doch etwas dran sein könnte. Sara berichtet von übernatürlichen Ritualen und Toten, die unter den Lebenden wandeln. Was ist damals wirklich vorgefallen? War Sara verrückt oder war sie die einzige, die die Wahrheit erkannte? Um das Verschwinden ihrer Mutter aufzuklären, muss Ruthie ein 100 Jahre altes Geheimnis lüften, das ihr Verständnis der Realität für immer verändern wird.

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Yangsze Choo – The Ghost Bride

Yangsze Choo ist in meinem Bücherregal eine Exotin, weil sie aus Malaysia stammt. Ich besitze nicht viele Bücher asiatischer Autor_innen und als Abkömmling einer malaysischen Familie chinesischer Vorfahren in vierter Generation ist sie ein echtes Unikat. Choo lebte als Kind in vielen Ländern, graduierte in Harvard und ließ sich mit ihrem Mann und ihren Kindern in Kalifornien nieder. „The Ghost Bride“ ist ihr erster und bisher einziger Roman, den ich kaufte, weil mich neben dem Klappentext auch die Aussicht auf einen Einblick in die Kultur des kolonialen Malaysia lockte.

Der Glaube an das Jenseits ist in der malaysischen Kultur des späten 19. Jahrhunderts fest verankert. Die 17-jährige Li Lan ehrte die Vorfahren stets angemessen. Sie verbrannte Bestattungsopfer. Doch einen Geist zu heiraten – das geht zu weit. Obwohl das ungewöhnliche Angebot der wohlhabenden Familie Lim die gravierenden Geldsorgen ihres Vaters beenden würde, möchte Li Lan keinesfalls die Ehefrau ihres überraschend verstorbenen Sohnes Tian Ching werden. Leider akzeptieren die Lims ein Nein nicht. Li Lan wird von seltsamen Träumen heimgesucht, die die Grenzen zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten verwischen. Nacht für Nacht erscheint ihr Tian Ching. Sein Werben wird jedes Mal nachdrücklicher, bis sie eines Morgens nicht mehr aufwacht. Plötzlich selbst ein Geist muss Li Lan im Jenseits einen Weg finden, die zerrissenen Bande zwischen ihrer Seele und ihrem Körper wiederherzustellen. Ihre einzige Chance besteht darin, die rätselhaften Umstände von Tian Chings Tod und die Geheimnisse der Familie Lim aufzudecken, bevor es zu spät ist und sie auf ewig in der Geisterwelt gefangen bleibt.

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Montagsfrage: Nächster Einzelband?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Auf mich wartet eine kurze Woche. Ich muss nur heute und am Dienstag arbeiten – den Rest der Woche habe ich frei. Ich brauche diese Atempause dringend und freue mich wahnsinnig darauf. Endlich mal wieder Zeit für mich und Zeit zum Bloggen. Dafür muss ich aber erst die beiden Arbeitstage durchstehen. Kopfüber in die Routine, damit ich nicht merke, wie die Stunden vergehen. Zur Routine gehört auch die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja:

Welcher Einzelband steht bei dir aktuell als nächstes auf dem Leseplan?

Ich mache ja keine Lesepläne. Funktioniert für mich nicht. Mein Bauch ist dafür a) zu eigensinnig und b) zu unberechenbar. Trotzdem habe ich für diesen Monat ein paar Bücher auf meinem Radar, die gut zum Motto „Nervenkitzel“ passen und die ich mir dementsprechend für Weltenwanderers Motto-Challenge anrechnen könnte. Ich überlasse es meinem Bauch, ob er eines davon auswählen möchte. Alles kann, nichts muss. 😉
Unter meiner vagen Vorauswahl befinden sich aktuell zwei Einzelbände, die ich theoretisch gern noch diesen Monat lesen würde. Das erste ist „Say Her Name“ von James Dawson. Zumindest steht auf meinem Cover noch James Dawson. Mittlerweile hat er sich zu seiner Identität als Transsexueller bekannt, heißt Juno und ist nun eine Sie. Herzlichen Glückwunsch und Hut ab für so viel Mut! 🙂 In dem Buch verarbeitet sie die Legende der Bloody Mary – eine Geistergeschichte, die hervorragend in den Horrorctober und zu den Halloween-Wochen von Bücher verschlingen passt. Ich hoffe sehr, dass der Bauch sich von diesem Buch überzeugen lässt und es vielleicht direkt als nächste Lektüre auswählt.
Der zweite Einzelband ist „Five Days in May“ von Ninie Hammon, ein Mystery-Thriller. Dieser Roman würde nicht nur perfekt zum Motto „Nervenkitzel“ passen, ich könnte mit ihm auch endlich eine weitere Aufgabe des Lesebingos erfüllen: ein Buch mit einem Monatsnamen im Titel. Die Geschichte folgt vier Charakteren, die jeweils in irgendeiner Form eine Verabredung mit dem Tod haben (Suizid, Todesstrafe, Sterbehilfe und Abtreibung). Soweit ich es verstanden habe, werden all ihre Pläne von einem verheerenden Tornado durcheinander gewirbelt. Inwiefern, weiß ich noch nicht. Ich bin auf jeden Fall ziemlich neugierig und hoffe, dass sich die 3,65€ für das E-Book lohnen werden.
Mit ein bisschen Glück und dem Wohlwollen des allwissenden Bauches kann ich beide Bücher noch diesen Monat von meinem SuB befreien. Drückt die Daumen! 😀

Welchen Einzelband wollt ihr als nächstes lesen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Kommentare, vielleicht sind diese Woche ja sogar ein paar neue Lektüretipps dabei. 😉 Wundervollen Start in die Woche für euch alle!
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 17. Oktober 2016 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Lauren Oliver – Rooms

2016-03-13 - Oliver Rooms

Als ich 2014 las, dass Lauren Oliver einen Roman für Erwachsene veröffentlichen würde, stellte sich mir gar nicht erst die Frage, ob ich mir diesen zulegen würde. Selbstverständlich wollte ich „Rooms“ lesen. Oliver beschränkte sich bisher sehr erfolgreich auf das Young Adult – Genre. Ihren Einzug in die erwachsene Domäne wollte ich unter keinen Umständen verpassen. Ich war neugierig, wollte an ihr Talent glauben, bewahrte mir jedoch eine gesunde Skepsis. Ein Wechsel der Zielgruppe ist schließlich eine Herausforderung; außerdem sollte „Rooms“ darüber hinaus das erste Mal paranormale Elemente enthalten.

Coral River ist ein Geisterhaus. Erbaut aus Holz und Stein sind es in Wahrheit Erinnerungen, die es zusammenhalten. Erinnerungen an Richard Walker, der dort seine letzten Tage verbrachte, bevor er den Tod fand. Erinnerungen an Leben, die voller Kummer und Geheimnisse waren und ihre Schatten bis in die Gegenwart werfen. Coral River war nie ein Haus der Freude und als Richards entfremdete Familie – seine Exfrau Caroline und seine Kinder Minna und Trenton – nach Jahren der Trennung zurückkehrt, müssen sie sich dem Schmerz stellen, der in die Räume eingesickert ist. Doch die Walkers sind nicht allein. Alice und Sandra sind an Coral River gefesselt, sehnen sich danach, es zu verlassen. Sie leben in den Wänden und sprechen durch die Geräusche des Hauses. Denn Alice und Sandra sind Geister, dazu verdammt, niemals gehört, niemals gesehen zu werden. Und doch sind sie ein Teil der Geschichte dieser Familie; über Jahrzehnte hinweg verbunden durch Tragödien, die sich in Coral River stets zu wiederholen scheinen.

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Verfasst von - 28. April 2016 in Mystery, Rezension

 

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Leo Hunt – 13 Days of Midnight

„13 Days of Midnight“

13 days of midnight

Autor: Leo Hunt

Format: Kindle Edition

Seitenzahl: 235 Seiten (Print-Ausgabe)

Verlag: Orchard Books

Sprache: Englisch

ASIN:  B00XVJBK4C

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 15.06.2015

Bewertung:

Ich habe in meinem Leben bisher nur sehr wenige Geistergeschichten gelesen. Wenn ich ehrlich bin, will mir keine einzige einfallen. Das ist recht erstaunlich, weil ich Geister-Horrorfilme liebe. Als mir „13 Days of Midnight“ bei Netgalley begegnete, bot sich mir endlich die Chance, mit diesem Versäumnis aufzuräumen. Das Buch ist der Debütroman des britischen Autors Leo Hunt, der sich darin laut eigener Aussage bemühte, eine Geschichte zu schreiben, die er selbst gern lesen würde.

Mit schwarzer Magie hatte Luke Manchett nie etwas am Hut. Er war stets ein ganz normaler Junge, ging zur Schule, spielte Rugby und traf sich mit seinen Freunden, um der Langeweile der britischen Vorstadt zu entkommen. Gut, seine Mutter war schon immer ein wenig seltsam. Und sein Vater ist der Star dieser peinlichen Geisterjäger-Fernsehshow, aber das weiß in seinem Umfeld glücklicherweise niemand. Doch als dieser überraschend verstirbt und Luke all seinen Besitz vererbt, obwohl sie jahrelang keinen Kontakt hatten, ändert sich sein Leben schlagartig. Wer hätte ahnen können, dass die Show nicht nur Fake war und Horatio Manchett tatsächlich acht ruhelose Geister unter seiner Kontrolle hatte? Nun gehört die sogenannte Heerschar Luke und er hat nicht die geringste Ahnung, wie er sie beherrschen oder wieder loswerden kann. Ihm läuft die Zeit davon, denn in 13 Tagen ist Halloween – die eine Nacht des Jahres, in der die rachsüchtigen Geister eine Gefahr für sein Leben darstellen. Wird Luke mithilfe der Notizen seines Vaters und der mysteriösen Elza Moss einen Weg finden, die der Heerschar endgültig ins Jenseits zu schicken?

Arrrgh, all das ungenutzte Potential. Ich möchte mir die Haare raufen. „13 Days of Midnight“ hätte noch so viel besser sein können. Wie die Dinge stehen, würde ich diesen Roman als solide Unterhaltungsliteratur bezeichnen – nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein gutes Buch, aber ich wünschte wirklich, ich könnte einmal mit Leo Hunt sprechen und ihn fragen, ob er all die Möglichkeiten nicht gesehen hat oder ob er Angst hatte, sie umzusetzen. Ich verstehe einfach nicht, warum seine Fantasie sich offenbar nicht überschlug, während meine glücklich umhersprang und bunte Alternativen zeichnete. Mein Gefühl für den Handlungsverlauf unterschied sich grundsätzlich von dem, was tatsächlich passierte. Ich habe erst sehr spät geschnallt, dass Protagonist und Ich-Erzähler Luke seine acht Geister gar nicht behalten will – obwohl es im Klappentext stand. Ich weiß nicht genau, wie es passieren konnte, dass meine Erwartungen ein Eigenleben entwickelten und irgendwie annahmen, Luke würde sich schon mit der Heerschar arrangieren. Ich war enttäuscht, als er begann, ernsthaft daran zu arbeiten, sie loszuwerden. Betrachtet man Lukes Charakter, ist es nicht erstaunlich, dass die Initiative dazu nicht von ihm ausging, sondern von seiner Mitschülerin Elza. Sie ist es, die ihm den unbedingt nötigen Tritt in den Hintern verpasst und ihn zwingt, sich mit seinem Problem zu beschäftigen und Verantwortung zu übernehmen. Lukes aufwallende Gefühle für Elza waren zwar recht vorhersehbar, doch ohne sie hätte er wohl weiterhin versucht, die Heerschar einfach weg zu wünschen. Obwohl ich Luke prinzipiell durchaus mochte, verstand ich ihn diesbezüglich überhaupt nicht. Er ist nicht nur hilf- und ziellos, sondern verhält sich auch gefährlich ignorant. Er macht keinerlei Anstalten, die Heerschar besser kennenzulernen oder auch nur herauszufinden, welche Möglichkeiten sie ihm eröffnen könnte. Leider habe auch ich daher nie erfahren, wie die Geistersammlung eigentlich funktioniert und was für Menschen die Geister vor ihrem Ableben waren. Das ist wirklich schade, denn ich fand sie alle unglaublich faszinierend und mochte die Idee, Nekromantie mal ein wenig anders darzustellen. Sonst geht es dabei ja meist um das Erwecken von Toten, in „13 Days of Midnight“ hingegen ist Nekromantie eine Praktik, um Seelen an einen Meister zu binden. Angesichts dessen hätte das Buch allerdings ruhig etwas gruseliger und spannender sein können.

Meiner Meinung nach ist „13 Days of Midnight“ wesentlich flacher geraten, als es hätte sein müssen. Die grundlegende Idee des Buches ist absolut vielversprechend, der Schreibstil angenehm flüssig und locker, die Umsetzung jedoch… Es ist, als hätte sich Leo Hunt entschieden, auf der sicheren Seite zu bleiben, statt zu springen und einfach mal zu sehen, ob er nicht vielleicht doch fliegen kann. Und er hätte es gekonnt, davon bin ich überzeugt. Er hätte weit mehr wagen und das Buch so in sich geschlossener gestalten können. Es fiel mir während des Lesens sehr schwer, „13 Days of Midnight“ als Einzelband zu akzeptieren; es fühlte sich wie ein Reihenauftakt an, weil so viel aus Lukes Geschichte ungesagt bleibt. Auch das relativ offene Ende trug seinen Teil zu diesem Eindruck bei. Wer weiß, vielleicht wird Leo Hunt noch einmal zu Luke und seinem Geisterproblem zurückkehren und eine Fortsetzung schreiben, die ich dann sicher auch lesen würde, um für mich selbst richtig mit der Geschichte abschließen zu können.
Wenn ihr euch während einer Geistergeschichte gruseln möchtet, ist „13 Days of Midnight“ meines Erachtens nach nicht die richtige Lektüre für euch. Es ist kein Buch, das man mitten in der Nacht liest, während man an den Fingernägeln kaut und sich insgeheim nicht traut, ins Bett zu gehen, weil man Angst vor Albträumen hat. Es ist eher ein Buch für einen verregneten Nachmittag mit einer Tasse Tee auf der Couch – unterhaltsam, nicht zu anspruchsvoll und in angenehmem Maße übernatürlich.

Vielen Dank an Netgalley und Orchard Books für diese ARC-Version!

 

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