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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Fazit

Es ist vollbracht. Mein Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“ ist abgeschlossen. Acht Wochen. 22 Beiträge (diesen eingeschlossen). Ich kann es noch gar nicht fassen. Für euch ist dieses Finale wahrscheinlich weniger spektakulär als für mich, aber ihr befindet euch ja auch in der vorteilhaften Position, lediglich die Früchte meiner Arbeit zu sehen. 😉 Ich habe monatelang geschuftet und all meine Leidenschaft für Literatur, Fantasy und Robert E. Howard in diese Beitragsreihe gesteckt. Verzeiht mir, dass ich mich jetzt, am Ende, ein wenig sentimental fühle.

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 6 – Leseanleitung: Wie man Conan liest – Ausgaben

Ab heute möchte ich euch beibringen, wie ihr Conan lesen könnt. Da durchschnittliche Leser_innen mit diversen Komplikationen konfrontiert werden, wenn sie planen, ihre Bibliotheken mit Robert E. Howards Geschichten über den Cimmerier zu erweitern, möchte ich all mein erworbenes Wissen einsetzen, um euch diese Aufgabe zu erleichtern. Meine Leseanleitung ist garantiert nicht die einzig wahre Herangehensweise an den berühmten Barbaren und ich versuche gar nicht erst, diesen Anspruch zu erfüllen. Vielmehr ist sie ein unverbindlicher Wegweiser, der euch mit Tipps und Ratschlägen dabei unterstützen soll, eure Annäherung an Conan so sinnvoll und logisch wie möglich zu gestalten. Ihr könnt einen Teil meiner Vorschläge nutzen, ihr könnt alle befolgen oder auch keinen. Das ist ganz euch überlassen. Dieser Beitrag ist lediglich ein Referenzdokument, auf das ihr zurückgreifen könnt, solltet ihr Hilfe benötigen.

Die Anleitung teilt sich in zwei Abschnitte. Im heutigen ersten schildere ich die aktuelle Situation auf dem Buchmarkt und schlage euch Ausgaben drei verschiedener Verlage vor, mit denen euer Einstieg in Conans hyborisches Zeitalter meiner Meinung nach glücken kann. Im morgigen zweiten Abschnitt behandeln wir eine Auswahl an Chronologien, die seit Ende der 1930er Jahren vorgelegt wurden und an denen man sich bei der Lektüre von Conan orientieren kann. Wieso das wichtig ist, haben wir in den vorangegangenen Beiträgen bereits angerissen – jetzt sprechen wir ausführlich darüber.
Mein Anliegen ist, dass ihr am Ende der Leseanleitung, die darüber hinaus den lang herbeigesehnten Schlussakkord dieses umfangreichen Blogprojekts darstellt, bestens gewappnet seid, um Conan selbst kennenzulernen. Ich hoffe, ich kann euch um einiges schlauer und aufgeklärter in die Welt entlassen. Seid ihr bereit? Dann auf zum letzten Akt.

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 4 – Conan: Der texanische Barbar (Teil 3)

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Heute schließen wir die theoretische Analyse der Conan-Geschichten ab. Gestern haben wir erfahren, dass Robert nach 12 Erzählungen eine Auszeit von Conan nahm und etwa sechs Monate später mit „The Devil in Iron“ wieder einstieg. Während dieses Abenteuer eher durchschnittlich ist, zeigte er mit der folgenden Geschichte „The People of the Black Circle“ abermals, dass er ein Meister der Action war…

Weird Tales Ausgabe vom September 1934, in der „The People of the Black Circle“ das Coverfeature war, illustriert von Margaret Brundage, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

„The People of the Black Circle“ war die erste Conan-Novelle und bietet eine komplexe, intelligente Handlung voller Action, Schwertkämpfe und auf Hypnose basierender Magie. Ich erinnere mich an einige epische Szenen. Conan, der zu einer Besprechung durch ein hochgelegenes Fenster erscheint, wutschnaubend und eindrucksvoll. Verfolgungsjagden zu Pferd. Eine sensationelle Belagerungsschlacht vor einem Berg. Wilde, gefährliche Magie. Robert E. Howard konzipierte „The People of the Black Circle“ sehr anschaulich und greifbar; er zeigt seinen Leser_innen, was passiert, statt sie darüber in Dialogen aufzuklären, wie er es zuvor oft tat. Dieser Unterschied ist spürbar und gestaltet die Lektüre rasant und nervenaufreibend. Die wichtigste Figur neben Conan ist Prinzessin Yasmina, die Schwester des Königs von Vendhya, der von den Hexern des Schwarzen Zirkels tödlich verflucht wurde. Yasmina schwört Rache und plant, Conan als ihr Werkzeug einzusetzen. Sie bietet ihm an, seine inhaftierten Männer freizulassen, wenn er dafür den Schwarzen Zirkel unschädlich macht. Wie zu erwarten war, ist Conan von diesem Erpressungsversuch nicht begeistert und entführt Yasmina kurzentschlossen durch das oben erwähnte Fenster (noch so eine epische Szene), um ebenfalls über ein Druckmittel zu verfügen. Die Entführung läuft allerdings nicht ganz wie angenommen, denn Yasmina ist alles andere als eine furchtsame, devote Maid. Sie gibt Conan Kontra, zankt mit ihm und als sie sich letztendlich zusammenraufen, weil sich ihre Interessen dann doch überschneiden, findet er in ihr eine kluge, unabhängige, einfallsreiche Frau, die mit allen Wassern gewaschen ist.

Zum zweiten Mal nach Bêlit versuchte Robert, eine weibliche Figur zu integrieren, deren Persönlichkeit nicht dem typischen Fräulein in Nöten entspricht. Obwohl Yasmina diese Rolle rein strukturell durchaus erfüllt, ist sie kein Opfer, sondern nimmt aktiv Einfluss auf die Handlung. Auch verfällt sie Conan nicht blindlings, wie so viele ihrer Vorgängerinnen. Sie fühlen sich zueinander hingezogen, aber Yasmina behält ihren gesunden Menschenverstand und vergisst niemals ihre Verantwortung gegenüber ihrem Heimatland. Sie ist eine Weiterentwicklung von Bêlit und hätte für Conan eventuell eine wunderbare Partnerin sein können, stünden sie nicht auf gegensätzlichen politischen Seiten. Es ist möglich, dass die Begegnung mit Novalyne Price 1933 Robert zu Yasminas Entwurf inspirierte, ich halte das jedoch für eher unwahrscheinlich, weil Robert meiner Ansicht nach erst spät mit aller Konsequenz aufging, dass Novalyne eine Frau und somit mögliche Partnerin war. Mark Finn konstatiert, dass es ebenso möglich ist, dass er die Nase voll vom Figurentyp des Fräuleins in Nöten hatte, denn er mochte die melodramatischen Romanzen in Westernfilmen nie und beschwerte sich in seiner Korrespondenz offen über die Rolle weiblicher Figuren in Seabury Quinns „Jules de Grandin“ – Geschichten. Diese Erklärung erscheint mir plausibler, weil Novalyne Price erst im Herbst 1934 nach Cross Plains zog und es – soweit ich weiß – nach ihrem ersten Treffen bis dahin keinen Kontakt zwischen ihr und Robert gab. Man sollte Novalynes Einfluss nicht überschätzen; Robert hatte durchaus auch ein eigenes Interesse an starken weiblichen Charakteren.

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[Robert E. Howard & Conan der Barbar] Kapitel 2 – Robert E. Howard: Der tragische König der Kurzgeschichte (Teil 2)


Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag in meinem großen Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“. Gestern haben wir begonnen, uns mit Roberts Biografie zu beschäftigen, dieses Kapitel führen wir heute weiter. Ende 1924 verzeichnete der junge, aufstrebende Autor seine ersten Verkäufe und platzierte Geschichten im Pulp Magazin Weird Tales. Nun hatte er Blut geleckt…

Angestachelt vom plötzlichen Erfolg seiner ersten Verkäufe schrieb Robert E. Howard ab 1925 fieberhaft und wie im Wahn, nicht selten 12 Stunden pro Tag. Es gibt Hinweise darauf, dass Hester ihn in der Verwirklichung seines Traums unterstützte; wie sein Vater auf die Schreiberei reagierte, ist hingegen nicht bekannt. Mark Finn mutmaßt, dass Isaac abwartete, wie viel Geld die Bemühungen seines Sohnes einbrachten. Robert lebte ja noch immer in ihrem Haus und steuerte zuerst nichts zum Auskommen der Familie bei. Er war permanent pleite, denn mehr als ein kleines Taschengeld stellten ihm seine Eltern nicht zur Verfügung. Im Frühling 1925 sah er sich daher gezwungen, einen Nebenjob anzunehmen, um seine Ausgaben zu decken. Er versorgte die örtlichen Zeitungen mit Nachrichten von den Ölfeldern. Es war der erste von vielen harten, oft unterbezahlten Jobs, die Robert ertragen musste, bis er als Schriftsteller so erfolgreich war, dass er vom Schreiben leben konnte und vermittelt einen Eindruck davon, was sein prinzipielles Problem mit diesen Stellen war. Er musste mit Leuten, die er nicht mochte, über ein Thema sprechen, das er nicht mochte. Egal, wo er Arbeit in Cross Plains und Umgebung fand, überall kam er in Kontakt mit dem Ölboom, den er so leidenschaftlich verfluchte: entweder mit den Ölfirmen oder mit den Arbeitern auf den Ölfeldern. Cross Plains profitierte unterm Strich von der Ölindustrie und tätigte kluge städtische Investitionen (zum Beispiel wurde eine neue Schule gebaut), aber Robert wollte das nicht anerkennen und konzentrierte sich stets auf die negativen Aspekte des Booms. Er lehnte alles, was irgendwie mit dem Öl in Verbindung stand, kategorisch ab.

Außerdem hatte Robert so seine Schwierigkeiten mit Autorität. Bereits in der Schule widerstrebte es ihm, dass ihm vorgegeben wurde, was er zu denken, zu lesen und wie er sich zu verhalten hatte. Im Berufsleben wurde das natürlich nicht besser. Jetzt musste er Anweisungen von Menschen ausführen, die er oft weder mochte noch respektierte, ob diese ihm nun sinnvoll erschienen oder nicht. Sein aufbrausendes, hitziges Temperament tat sein Übriges. Das konnte nicht gutgehen und er kündigte mehrfach, weil er sich mit seinen Vorgesetzten in die Haare bekommen hatte. Bis zu einem gewissen Grad kann ich das nachvollziehen. Diese Jobs sollten ihn finanzieren, bis er hauptberuflich als Schriftsteller arbeiten konnte. Sein Herz hing am Schreiben, nicht an den Aushilfestellen, die er in Cross Plains übernahm. Es war ihm nicht wichtig, was er tat; das Geld war das Einzige, das zählte. Trotzdem wäre ihm etwas mehr Pragmatismus wohl gut bekommen. Meiner Meinung nach setzte er alles auf eine Karte und ging damit ein unnötiges Risiko ein. So sehr ich seine Zielstrebigkeit bewundere und obwohl sein Erfolg letztlich alle Kritik als obsolet kennzeichnet, bestand immer die Möglichkeit, dass ihm niemals der große Durchbruch gelungen wäre. Warum also nicht aufs College gehen, einen Beruf erlernen, der ihm als Standbein hätte dienen können und nebenbei weiterschreiben? Robert E. Howards Karriere ist ein leuchtendes Beispiel für die Früchte unerbittlicher Arbeit. Scheitern kam für ihn einfach nicht in Frage. Aber der Leistungszwang, den er dadurch auf sich selbst ausübte, war ungesund und nicht nachahmenswert. Rückblickend scheint es fast, als hätte er unter Zeitdruck gestanden.

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Erica Fischer – Aimée & Jaguar: Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943

Rezensionsheader Aimée & Jaguar

Homosexualität war im nationalsozialistischen Deutschland strafbar. Im Dritten Reich betrachtete man schwule Männer als entartet und als eine Bedrohung für den Staat, da man fürchtete, sie versuchten, interne Strukturen zu unterwandern und diese von innen heraus zu zerstören. Seit 1934 wurden Homosexuelle verstärkt verfolgt, interniert und ermordet. Laut Paragraf 175 des Reichsstrafgesetzbuches genügten bereits „begehrliche Blicke“, um eine Verhaftung und teilweise sogar eine sofortige Deportation zu rechtfertigen.

Die Zahl der Verurteilungen stieg bis Kriegsbeginn 1939 stetig an. Wikipedia verzeichnet für das Jahr 1935, in dem §175 in Kraft trat, 2.363 Schuldsprüche – 1938 waren es 9.536. Männer, die auf sogenannte „Umerziehungsmaßnahmen“ nicht wie gewünscht reagierten, wurden in Konzentrationslager verschleppt und gezwungen, ein Symbol zu tragen, das ihre sexuelle Orientierung für alle sichtbar machte: den rosa Winkel. Wie viele schwule Männer in den KZs umgebracht wurden, ist rückblickend schwer zu ermitteln, weil nicht klar ist, wie viele von ihnen für ihre Zugehörigkeit zu einer anderen verfolgten Bevölkerungsgruppe interniert wurden. Schätzungen zufolge wurden etwa 10.000 Schwule in die KZs gebracht, von denen circa 53% die Qualen der Lager nicht überlebten.

Paradoxerweise richtete sich der Hass der Nazis primär auf schwule Männer, nicht auf Homosexuelle im Allgemeinen. Lesbische Frauen waren von Paragraf 175 nicht betroffen; es existieren allerdings Hinweise darauf, dass Lesben aus anderen Gründen inhaftiert und in den KZs für entsprechendes Verhalten bestraft wurden. Dennoch zweifelt der Historiker Alexander Zinn an, dass eine gezielte Verfolgung homosexueller Frauen stattfand. Seine These ist meiner Meinung nach nicht von der Hand zu weisen, was ich in der Position der Frau im Nationalsozialismus begründet sehe. Das Dritte Reich war strikt patriarchalisch. Frauen hatten sich um Küche, Kinder und Kirche zu kümmern und sollten sich sonst bevorzugt im Hintergrund halten. Ich glaube, dass die alten Säcke der Parteispitze um Hitler gar nicht auf die Idee kamen, Frauen könnten so etwas wie eine individuelle sexuelle Identität besitzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr völliges Unverständnis des weiblichen Geschlechts, die vollkommene Reduzierung der Frau auf ihre Rolle als Mutter, Ehe- und Hausfrau, Lesben vor einer dem Paragrafen 175 ähnlichen Gesetzgebung schützte. Den Nazis fehlte einfach die Fantasie. Doch selbst wenn ihnen bewusst war, dass sich einige Frauen zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlten, sahen sie darin eventuell nicht dieselbe Bedrohung, die sie in schwulen Männern vermuteten.

Woran auch immer es lag, homosexuelle Frauen konnten ihre Orientierung freier ausleben als homosexuelle Männer, obwohl Denunzierungen selbstverständlich möglich waren. Wie hoch das Risiko konkret war, hing stark davon ab, wie stabil und zuverlässig das soziale Netz der Frauen war. Wer sich in einem eingeschworenen Freundeskreis bewegte und sich sonst nichts zu Schulden kommen ließ, war vor einer Entdeckung relativ sicher. Diese Faktenlage erklärt, wieso Lilly Wust und Felice Schragenheim verhältnismäßig offen in einer lesbischen Beziehung leben konnten.

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2 Kommentare

Verfasst von - 3. September 2019 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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Stephanie Oakes – The Sacred Lies of Minnow Bly

Stephanie Oakes‘ Debütroman „The Sacred Lies of Minnow Bly“ nahm einige Umwege, bis er veröffentlicht wurde. Während ihres Studiums sollte sie Gedichte zu einem Thema ihrer Wahl schreiben. Sie entschied sich für Märchen und stieß bei ihren Recherchen auf „Das Mädchen ohne Hände“. Die grausame Erzählung inspirierte sie, eine Märchenadaption zu schreiben. Zuerst konzipierte sie eine dystopische Version, die von Agent_innen und Verlagen allerdings abgelehnt wurde. Sie musste einsehen, dass ihre Geschichte nicht funktionierte. Die Rahmenbedingungen stimmten nicht: „The Sacred Lies of Minnow Bly“ verlangte nach einem realistischen Setting. Sie schrieb das gesamte Manuskript neu. Ihre Protagonistin Minnow, die Maid ohne Hände, wurde das Opfer einer Sekte im modernen Montana und das Buch endlich akzeptiert. Bei mir landete der Roman, weil mich die psychologischen Aspekte von Sekten interessieren.

Das Gefängnis macht der 17-jährigen Minnow Bly keine Angst. Angst machen ihr nur die dunklen Visionen ihrer Vergangenheit, besonders diejenigen dieser letzten Nacht. Der Nacht, in der ihr Heim niederbrannte.
Minnow lebte 12 Jahre in einer Sekte. Die Community war ihr Zuhause und alles, was sie kannte. Sie glaubte an die Worte des Propheten Kevin, an seine Erklärungen, an seine Weisheit und an seine strengen Regeln. Bis sie zu zweifeln begann und ihm nicht mehr glaubte. Als sie sich verliebte, erfuhr sie am eigenen Leib, wozu Kevin fähig war – und wozu sie selbst fähig ist. Minnow möchte am liebsten vergessen. Das Feuer. Die Toten. Doch sie muss sich ihren Erinnerungen stellen. Denn um eines Tages in Freiheit leben zu können, muss sie zuerst ihren Geist befreien.

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Montagsfrage: Klangvolle Namen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich hatte heute eine Spätschicht und komme gerade von der Arbeit. Ich wollte jetzt eigentlich nur noch ein paar Seiten lesen, bevor ich mich bettfertig mache, aber da trudelte gerade noch rechtzeitig die neue Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise ein. Also werde ich mich noch schnell an die Beantwortung machen, bevor es in die Federn geht. 😀

Die schönsten Buchcharakter-Namen?

Awww, da ist mir gleich ein Name eingefallen, den ich schon lange bewundere. Ein Name wie ein Gedicht. Ein Name, so besonders, einzigartig und wunderschön, dass ich ihn gern in Gedanken immer wieder ausspreche. Manchmal auch laut. Leider kann man ihn wirklich keinem Kind antun. Obwohl ich  bezweifle, dass es einen Menschen auf der Welt geben könnte, der diesem Namen gerecht wird. Lauscht dem Klang dieser herrlichen Silbenkombination: Anomandaris Purake. Der Familienname wird manchmal auch mit Dragnipurake angegeben. Es handelt sich dabei um den vollen Namen des Lords der Tiste Andii aus „Das Spiel der Götter“ von Steven Erikson. Der Sohn der Dunkelheit. Schwarze Haut, silbernes Haar, groß, schlank, kräftig und Augen, die bereits alt waren, als das Universum noch jung war. Oh und er kann sich in einen Drachen verwandeln. In der modernen Zeit des Epos wird er häufig – besonders von Menschen, diesen Banausen – schlicht Anomander Rake genannt, was ich unfassbar schade finde. Vergleicht das doch mal. Anomandaris. Anomander. Muss ich noch mehr sagen?
Anomandaris ist ein traumhafter Name, der aktuell ganz oben auf der Liste meiner liebsten Charakternamen rangiert. Das könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass die Person, die ihn trägt, äußerst beeindruckend ist. Der Sohn der Dunkelheit gehört nämlich zu meinen absoluten Favoriten in dieser außergewöhnlichen High Fantasy – Reihe. 😉

Welche Figurennamen gehören zu euren Favoriten?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Die Freuden der Lyrik?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe eine unfassbar stressige Woche hinter mir. Kennt ihr diese Filme, in denen die beste Freundin einer schwangeren Frau zu einer hysterischen, überspannten Nervensäge mutiert, weil sie eine Babyparty planen muss? Ich kann die beste Freundin jetzt verstehen. Meine liebe Freundin R. ist hochschwanger und wir haben im Freundeskreis für sie am Samstag eine Babyparty veranstaltet. Hätte ich geahnt, wie viel organisatorischer Aufwand das ist, hätte ich behauptet, dass ich mich aus religiösen Gründen leider nicht beteiligen kann. Geschenke, Verpflegung, Gäste, Logistik, Spiele, Musik und noch mehr Geschenke, die bitte nicht zu kitschig sein dürfen. Ich hätte gelogen, dass sich die Balken biegen, um diesem Wahnsinn zu entkommen.
Nein, natürlich nicht. Ich hätte trotzdem geholfen. 🙄 Die Party war ein Erfolg, aber ich hoffe aufrichtig, dass so schnell niemand weiteres aus meinem Umfeld schwanger wird. Ich bin richtig froh, dass ich mich nun wieder nur mit meinem ganz normalen Alltagsstress auseinandersetzen muss und ich freue mich, dass ich die Woche mit meinem entspannten Montagmorgen-Ritual beginnen kann – der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise.

Lyrik: ausgedient oder am Aufblühen?

Lyrik. Habe ich eine Beziehung zu Lyrik? Mal überlegen. In meiner Schulzeit haben mich Gedichtanalysen ebenso genervt wie vermutlich alle anderen Schüler_innen auch, obwohl mir diese Aufgabe leicht von der Hand ging. Die Struktur einer Analyse ist immer gleich: man muss ein paar Fakten auswendig lernen, wie die Merkmale der entsprechenden historischen Epoche und Stilmittel, wendet diese an und darf dann wild herumspekulieren, was der Autor oder die Autorin (wobei wir wenig Gedichte von Frauen besprochen haben) wohl aussagen wollte. Ich fand das einfach. Nur die Metrik bereitete mir lange Zeit Probleme, bis ich selbst begann, Gedichte zu schreiben und ein Gefühl für sprachlichen Rhythmus entwickelte. Danach war es noch einfacher. Den Interpretationspart, der für viele meiner Mitschüler_innen eine Herausforderung darstellte, empfand ich immer als Kinderspiel, weil man alles in ein Gedicht hineinlesen kann, solange man fundierte Beweise dafür im Text findet. Ich war stets von meiner Meinung überzeugt und hatte Spaß daran, meinen Lehrer oder meine Lehrerin durch eine geschickte Argumentation ebenfalls davon zu überzeugen, dass sie gerechtfertigt war. Mich nervte nur, dass Gedichtanalysen so oft auf dem Lehrplan standen. Immer und immer wieder dieselben sprachlichen Mittel durchzukauen und darüber zu diskutieren, wieso sie wie eingesetzt wurden und inwiefern dieser Gebrauch Rückschlüsse über die Geisteshaltung des Autors zuließ, fand ich ermüdend. Selbstverständlich sah ich auch nicht, welchen Nutzen diese Fähigkeit bzw. dieses Wissen für mein weiteres Leben haben sollte. Kapiere ich bis heute nicht, denn mich hat noch nie jemand in der Gemüseabteilung aufgefordert, Goethes „Prometheus“ zu analysieren.

Heutzutage erkenne ich die Schönheit von Gedichten. Es gibt einige lyrische Werke, die ich sehr schätze. Erstaunlicherweise sind das fast alles Gedichte, die mir im Laufe meiner Schulzeit irgendwann einmal vor die Nase gehalten wurden, denn seit ich aus der Schule raus bin, habe ich mich mit dieser Gattung so gut wie gar nicht mehr beschäftigt. Sie passen nicht in meinen Alltag. Ich würde gern Gedichte lesen, aber ich musste feststellen, dass ich ohne den Rahmen einer Analyse keinen Zugang zur Bedeutungsebene finde.
Ich hatte jahrelang Walt Whitman’s „Grashalme“ auf dem Nachttisch liegen. Der Vorsatz lautete, jeden Abend vor dem Einschlafen ein Gedicht zu lesen. Das hat überhaupt nicht funktioniert, weil ich nicht dahinter kam, was mir der alte Hippie sagen wollte. Ich grübelte und grübelte, konnte nicht einschlafen und drehte mich mit meinen Gedanken im Kreis. Ich lernte, dass ich offenbar kein Mensch bin, der Gedichte einfach so lesen kann, weil sie hübsch sind. Ich bin zu analytisch dafür, ich will ein Gedicht auseinandernehmen und bis in den tiefen Kern vordringen, um die mutmaßliche Intention des Autors oder der Autorin offenzulegen. Ich begreife Gedichte als Kompositionen, deren Elemente alle einem bestimmten Zweck dienen. Kann ich diesen Zweck nicht ermitteln, bleibt mir die Bedeutung ganzheitlich verschlossen. Ergo müsste ich für jedes Gedicht, das ich lese, eine Gedichtanalyse anfertigen, was im Alltag schlicht viel zu viel Arbeit ist. Deshalb passen sie momentan nicht in mein Leben.

Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass der Tag kommen wird, an dem ich fähig sein werde, Gedichte um ihrer selbst willen zu lesen. Ich weiß nicht, woher ich diese Überzeugung nehme, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich Geduld haben und älter werden muss. Ich sehe das nicht als Hindernis oder Problem, weil ich ohnehin glaube, dass alles im Leben seine Zeit hat. Ich fürchte nicht, dass die Lyrik ausgestorben ist, bis ich soweit bin, denn einerseits schätze ich das Risiko bei Poeten, deren Werke bereits Jahrhunderte überdauerten, als gering ein und andererseits denke ich ebenso wie Antonia, dass diese Gattung aktuell einen zweiten Frühling erlebt. Die modernen Medien erlauben jedem Menschen, die eigenen Gedanken in die Welt hinauszuposaunen, wieso sollten sie nicht für Gedichte genutzt werden? Außerdem bin ich der Meinung, dass diverse Rapkünstler_innen stark dazu beitragen, die Lyrik frisch zu halten. Obwohl das gar nicht meine Musik ist, weiß ich durch den Lieblingsmenschen, dass Raptexte immer ausgeklügelter werden und einige Musiker_innen weit über plumpe Haus-Maus-Reime hinausgehen. Vielleicht müssen wir die Lyrik heutzutage einfach anders betrachten und dürfen nicht auf traditionelle Formen beharren. Wer weiß, möglicherweise werden zukünftige Generationen im Unterricht Raplines analysieren?

Ist Lyrik ein Teil eures Lebens?

Ich freue mich wie immer auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Literarische Adventskalender?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich sitze auf einem Klappstuhl. Auf einem unbequemen, sturen Klappstuhl, der eigentlich auf unseren Balkon gehört. Ich verrate euch was: man kann einen Klappstuhl so gründlich auspolstern, wie man will, irgendwann schläft einem trotzdem der Hintern ein. Die sind nicht zum Lümmeln gedacht. Ich habe einen Hocker für meine Füße, der ist allerdings niedriger als der Stuhl, daher fühlt es sich ständig an, als würde das Blut in meinen Beinen absacken. Mimimi. Ich leide. Aber ich leide aus gutem Grund. Erinnert ihr euch, dass ich euch im Oktober erzählt habe, dass der Lieblingsmensch und ich uns als erste große gemeinsame Anschaffung als frischgebackenes Ehepaar eine Couch gekauft haben? Ich habe nicht mehr daran geglaubt, doch unser freundlicher Möbelfachverkäufer hat Wort gehalten. Die Couch kommt noch vor Weihnachten. Genauer: SIE KOMMT MORGEN!!! 😀 Jubel!!! Unsere alte Couch haben wir bereits am Freitag entsorgt, denn wir hatten das Angebot, sie von dem Kumpel des Bruders eines Bekannten (also über fünf Ecken), der bei der BSR (Berliner Stadtreinigung) arbeitet, kostenlos abholen zu lassen. Das wollten wir nicht im Namen der Bequemlichkeit ausschlagen. Also: Klappstühle bis Dienstag. Glücklicherweise lenkt mich das Bloggen hervorragend von meinem schmerzenden Hintern ab, deshalb ignoriere ich jetzt meine schwelende Ungeduld und beantworte stattdessen die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise:

Literarische Adventskalender?

Antonia hat sich in dieser Woche selbst übertroffen. Ich wusste nicht, dass man sich über die Thematik „Literarischer Adventskalender“ so viele Gedanken machen kann. 😀 Persönlich habe ich eigentlich keine konkrete Meinung dazu. Tatsächlich besäße in unserem Haushalt überhaupt nur der Hund einen Adventskalender (ein stinkendes Monstrum, gefüllt mit lauter guten Leckereien vom Rind, das heiß geliebt wird), hätte eine Freundin nicht für alle ihre Pappenheimer Schokoladenkalender gekauft. Wir haben also alle einen. Aber irgendwie ist mir über die Jahre das Bewusstsein für die „Road to Christmas“ abhanden gekommen. Ich habe Schwierigkeiten, mich in Weihnachtsstimmung zu versetzen und empfinde schon lange keine Vorfreude mehr bezüglich des Öffnens der Türchen. Ich trauere der Zeit, in der ich es kaum abwarten konnte und am liebsten alle Türchen auf einmal aufgerissen hätte, nostalgisch hinterher. Das Problem ist, ich bin irgendwann erwachsen geworden.

Damit will ich nicht sagen, Adventskalender wären nur etwas für Kinder, nein, auf keinen Fall. Ganz im Gegenteil, ich finde, das ist ein wunderbarer Brauch, für den man nie zu alt ist. Für mich liegt die Schwierigkeit in der Organisation meines Lebens. Als ich ein Kind war, hatte ich keine Tagespläne. Ich musste nichts erledigen, außer erst in den Kindergarten und später in die Schule zu gehen. In meinem Kopf war viel Platz für Fantasie, Spiele und die Vorfreude auf Weihnachten. Heutzutage ist dort alles mit Verpflichtungen, Terminen, Sorgen und lauter blöden erwachsenen Gedanken verstopft. Ich wache morgens auf und denke nicht als erstes daran, dass ich ein weiteres Türchen öffnen darf, wie es früher der Fall war. Ich denke daran, was mich an diesem Tag erwartet, wann ich wieder zu Hause bin, wie viel Zeit ich für welche Tagesordnungspunkte zur Verfügung habe und wie meine Hündin da hineinpasst, ohne zu kurz zu kommen. Deshalb vergesse ich meinen Adventskalender sogar häufig. Dem Lieblingsmenschen ergeht es genauso. Wir sind schon gut, wenn wir jeden zweiten Tag daran denken, die Türchen aufzumachen. Ich bin damit sehr unzufrieden. Für das nächste Jahr habe ich mir bereits vorgenommen, uns allen richtig tolle Kalender zu kaufen und einen festen Tagestermin für das Öffnen festzulegen. Traurig, dass das nötig ist, aber lieber so als dieses enttäuschende Gewurschtel.

Ich kann mir nicht vorstellen, für mich einen literarischen Adventskalender auszusuchen. Das passt gar nicht zu mir. Ich lese ja ohnehin nicht saisonal (ich sollte aus diesem Satz ein Trinkspiel machen) und ich glaube nicht, dass meine chronische Vergesslichkeit durch eine tägliche Weihnachtsgeschichte oder ein Gedicht oder welche literarischen Ergüsse auch immer behandelt werden kann. Super leckere Schokolade klingt da schon vielversprechender. Meine Tage sind durchgetaktet. Obwohl ich erkenne, dass ein literarischer Adventskalender die Entschleunigung begünstigt, weil er mich zwingen würde, mich täglich hinzusetzen, von meiner Routine abzuweichen und mir Zeit zu nehmen, um die Geschichte / das Gedicht / das literarische Werk zu lesen, glaube ich nicht, dass das in der Praxis funktionieren würde. Ich mag meine Routinen. Entspannungszeit entspricht bei mir grundsätzlich Lesezeit, doch dann nicht zu meinem aktuellen Buch zu greifen, erscheint mir… falsch. Wie Betrug. Ich betrüge mein Buch mit einer Weihnachtsgeschichte. Ja ja, ich weiß, das ist nicht rational, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich das tun würde. Ich verstehe Antonia in dieser Hinsicht vollkommen. Wenn ich lesen will, dann will ich LESEN. Nicht nur 3 Seiten oder 20 Seiten oder ein Gedicht, sondern mindestens 100 Seiten. Warum sollte ich mir eine Kurzgeschichte vornehmen, wenn ich einen Roman lesen kann? Nee, klingt unrealistisch. Außerdem würde mich der Adventskalender unnötig unter Druck setzen. Da stünde er, wie ein missbilligendes Mahnmal, das mir meine Unfähigkeit vor Augen führt. Toll. Ich hätte das Gefühl, ich muss lesen, weil die Adventszeit ja nun mal begrenzt ist. Je intensiver ich diesen Druck empfinden würde, desto weniger Lust hätte ich, die Türchen zu öffnen, die Texte zu lesen und desto schlechter würde ich mich fühlen, wenn ich es nicht hinkriege. Ein Teufelskreis.

Ein literarischer Adventskalender, der lauter Bücher meiner Wunschliste enthält, das wäre was. Da hätte ich keinen Druck und würde mich jeden Tag auf das Öffnen freuen. Vielleicht rede ich mal mit meiner Mutter, ob wir das irgendwie realisieren können. Sie bekäme eine prioritsierte, gekürzte Wunschliste, eine Summe und den Auftrag, 24 Bücher zu kaufen. Denn ich darf ja nicht wissen, welche Bücher wann drin sind. Das würde mir gefallen. Vielleicht macht sie das. 😀

So, kommen wir mal zum Punkt. Ich bin kein Typ für klassische literarische Adventskalender. Ich kenne niemanden, der oder die so einen Kalender besitzt. Ich weiß nicht, ob der Markt dafür im Wachstum begriffen ist, weil ich selten Buchhandlungen aufsuche, kann es mir aber definitiv vorstellen. Seien wir ehrlich, die Leute kaufen eben jeden Mist, solange „Weihnachten“ draufsteht.
Damit verabschiede ich mich jetzt und mache mal noch fix das Türchen vom Sonntag auf… 🙈

Wie steht ihr zu literarischen Adventskalendern?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch einen entspannten Start in die neue Woche (ohne eingeschlafene Hintern)!

Außerdem nutze ich dreist die Chance, Werbung für die 2019er Ausgabe von Wortmagie’s makabrer High Fantasy Challenge zu machen! 😀 Habt ihr Lust auf eine ungewöhnliche Lesechallenge, die euren ganzen Mut verlangt und mit einem Wunschbuch im Wert von 20€ winkt? Dann klickt aufs Logo und findet heraus, welche fiesen, blutigen und lustigen Aufgaben ich für euch zusammengestellt habe!

Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Mark Lawrence – Emperor of Thorns

Mark Lawrence ist nicht nur Autor mehrerer erfolgreicher Fantasy-Romane aus der Grimdark-Ecke, er betätigt sich darüber hinaus als Dichter. Unerwartet, oder? Ich hätte ihm eine Ader für Gedichte nicht zugetraut. Während ich seine Werke auf seiner Website las, legte sich meine Überraschung. Diese Art der Lyrik passt wie die Faust aufs Auge. Melancholische Formulierungen, die in mir Assoziationen von Trauer und Depression wecken, ein düsterer Grundtenor, Naturthemen – Lawrence bleibt seinem grundlegenden Stil treu, obwohl seine Gedichte selbstverständlich keinerlei Gewaltdarstellungen enthalten, im Gegensatz zu seinen Romanen. „Emperor of Thorns“ ist das Finale der „The Broken Empire“ – Trilogie und schließt die Geschichte rund um den ehrgeizigen, fragwürdigen Protagonisten Jorg von Ancrath ab.

Man könnte behaupten, der Thron des Zersplitterten Reiches sei verwaist. Jorg von Ancrath bevorzugt es, ihn als „frei“ zu betrachten – der Thron wartet nur darauf, von ihm in Besitz genommen zu werden. Leider kann die Würde des Imperators nicht erobert werden. Es handelt sich um ein gewähltes Amt. Wie unwillkommen. Um Imperator zu werden, muss Jorg genügend Stimmen für sich unter den Königen und Königinnen während des Kongresses in Vyene sammeln. Bereits Jahre zuvor schloss er unwahrscheinliche Allianzen, die seinen Sieg garantieren sollen. Als König von sieben Nationen stehen seine Chancen überraschend gut. Vorausgesetzt, er erreicht Vyene gesund und munter. Die lebenden Toten bedrängen die Ländereien des Reiches. Nekromantie breitet ihre giftigen Klauen aus. Der Einfluss des Toten Königs erstarkt. Niemand kennt seine Identität oder Ziele. Doch eines ist deutlich: sein rätselhaftes persönliches Interesse an Jorg…

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Ein Kommentar

Verfasst von - 28. November 2017 in Fantasy, Low Fantasy, Rezension

 

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