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Schlagwort-Archive: Frankfurter Buchmesse

Montagsfrage: Wie sieht die Zukunft der Buchmessen aus?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe große Neuigkeiten zu verkünden. In den nächsten Monaten wird sich mein Leben drastisch verändern, denn ich habe einen neuen Job. Ich habe zu Ende November bei meinem aktuellen Arbeitgeber gekündigt und wechsele zum 01. Dezember in eine Berliner Kommunikationsagentur. Leute, ich sage euch, das ist vielleicht AUFREGEND! Ich war schon länger nicht mehr glücklich in meinem derzeitigen Job und sehnte mich nach einer Veränderung, wusste aber nicht so richtig, wohin es gehen soll. Im Juli erhielt ich eine Nachricht einer ehemaligen Kollegin, die für besagte Kommunikationsagentur arbeitet, in der sie mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, mich zu bewerben, sie bräuchten dringend gute Mitarbeiter_innen. Ich dachte, wenn dir das Universum eine Tür öffnet, musst du mutig sein und durchgehen. Also habe ich meine Unterlagen hingeschickt, war zweimal zum Gespräch vor Ort und letzte Woche konnten wir uns einigen. Die Agentur repräsentiert alles, was ich mir von einem Arbeitgeber wünsche: Flexibilität, Abwechslungsreichtum, Entwicklungspotential und ein stark ausgeprägtes soziales, ethisches Bewusstsein. In all den Jahren, in denen ich für die große Tageszeitung mit den vier Buchstaben gearbeitet habe, fehlte mir der letzte Punkt besonders, denn moderner Journalismus entspricht nicht immer meinen Ansprüchen an Ethik und Moral. Ich freue mich wahnsinnig darauf, dass bald ein neuer Lebensabschnitt für mich beginnt, mit geregelten Arbeitszeiten, Wochenenden, Feiertagen und hoffentlich einer Atmosphäre der Wertschätzung. Nach dem ganzen Mist, den mir das Universum in den letzten anderthalb Jahren zugemutet hat, bin ich angesichts dieser enormen Chance schon fast wieder versöhnt. Klappt jetzt noch alles mit der Küche reibungslos, schwingen wir erneut auf einer Wellenlänge. 😉

Inwiefern sich mein neuer Job auf den Blog auswirkt, kann ich noch nicht beurteilen, aber darüber muss ich mir ja jetzt auch noch keine Gedanken machen. Heute zelebrieren wir den Wochenstart ganz wie gehabt mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Ist die Zukunft der Buchmessen online?

Meiner Meinung nach ist das eine ziemlich naive Frage. Als Person, die ihren Lebensunterhalt mit der Umsetzung, Organisation und Aufbereitung digitalen und online abrufbaren Contents verdient, kann ich sie nur folgendermaßen beantworten: Selbstverständlich. Die Vorstellung, dass es in der Zukunft noch Institutionen, Einrichtungen, Unternehmen oder Veranstaltungen gibt, die ohne digitale Repräsentation im Internet auskommen, ist blauäugig. Dementsprechend wird sich auch die Zukunft der Buchmessen mit Sicherheit online abspielen. Eigentlich ist es sogar erstaunlich, dass erst Corona daherkommen musste, damit die Frankfurter Buchmesse die digitalen Möglichkeiten auslotet, aber gut, besser spät als nie.

Ich höre jetzt bereits mehrere von euch entrüstet aufschreien, also lasst mich meine Meinung etwas genauer ausführen. Die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Sie gestaltet unsere Gegenwart und unsere Zukunft. Sichtbarkeit und Reichweite im Internet sind heutzutage Wirtschaftsfaktoren, mit denen sich viel Geld verdienen lässt. Durch Corona wurde das Bewusstsein dafür, wie wichtig digitale Angebote mittlerweile sind, gerade hier in Deutschland drastisch erhöht. Ich denke, die FBM wird die diesjährige Notlösung der digitalen Veranstaltungen in den kommenden Jahren ausbauen und in ihr Konzept aufnehmen, vorausgesetzt, die Akzeptanz bei den Konsument_innen ist gegeben. Ich kann mir vorstellen, dass eine duale Umsetzung zukünftig absolut im Rahmen des Möglichen liegt. Präsenzveranstaltungen werden weiterhin den Kern der Messe darstellen, aber wieso sollten Lesungen, Seminare und Vorträge nicht zusätzlich online gestreamt werden, um diejenigen zu erreichen, die einen Besuch in Frankfurt nicht realisieren können? Ich bin fest überzeugt, dass das der FBM nicht schaden, sondern sie sogar bereichern würde. Ich rechne damit, dass die Organisator_innen der Messe diesen Wert früher oder später erkennen werden.

Das bedeutet natürlich, dass der Zugang zu diesen Veranstaltungen zukünftig nicht mehr kostenlos sein wird, wie er es 2020 ist. Wer an der FBM teilnehmen möchte, muss dafür bezahlen, das steht völlig außer Frage, denn auch digitale Inhalte müssen sich rentieren und die verursachten Kosten wieder reinbringen. Es ist nämlich keineswegs so, dass eine professionelle digitale Umsetzung ohne Investitionen abläuft. Dennoch glaube ich, dass die Zielgruppe der FBM durchaus bereit ist, für die digitale Teilnahme zu zahlen. Man könnte verschiedene, flexible Preismodelle entwickeln, damit User frei entscheiden können, wie viele Veranstaltungen sie besuchen wollen. Von einzelnen Lesungen bis zu einem Wochenendticket, das alle Veranstaltungen enthält, könnte alles abgedeckt sein. Im Grunde kann man das digitale Angebot beliebig erweitern; gemeinsam mit Verlagen könnte man digitale Standbesuche aufziehen, ein Online-Bestellsystem implementieren und vieles mehr. Wem die virtuelle Erfahrung nicht reicht, kann immer noch persönlich nach Frankfurt (oder auch Leipzig) fahren und ich denke, dass das weiterhin viele Menschen tun werden.

Meiner Ansicht nach wird ein duales Konzept in den nächsten Jahren nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht an Bedeutung gewinnen, sondern auch, weil wir Covid-19 wahrscheinlich nicht mehr loswerden. Die Formulierung „post-Pandemie“, die Antonia wählte, neigt dazu, fehlinterpretiert zu werden. Vielleicht werden wir den Status der Pandemie irgendwann überwinden. Das heißt allerdings nicht, dass wir das Virus überwinden, dass es einfach wieder verschwindet. Es ist lediglich eine Frage der Kontrolle. Angenommen, wir finden einen wirksamen Impfstoff, der zugelassen und der breiten Masse zur Verfügung gestellt wird. Theoretisch kann sich in Deutschland dann jede_r Bürger_in impfen lassen. Werden das alle tun? Nein. Es ist unwahrscheinlich, dass unsere Bundesregierung eine Impfpflicht erlässt, demzufolge kann niemand zur Impfung gezwungen werden. Daher wird es immer noch ein paar Hansels geben, die sich weigern, sich impfen zu lassen, die dem Impfstoff nicht vertrauen, die es vergessen, denen der Besuch beim Arzt einfach lästig ist – die Gründe sind vielfältig. Großveranstaltungen wie die FBM bleiben demnach ein Risiko, weil es ja bloß eine_n Impfverweigerer_in braucht, um hunderte von Menschen anzustecken. Außerdem ist die FBM ein Ereignis, das bewusst auf Internationalität ausgelegt ist. Selbst wenn sich jede_r Deutsche impfen lässt, wer sagt, dass das für internationale Gäste ebenfalls gilt? Machen wir uns nichts vor, Corona ist ein Fakt, den wir in den kommenden Jahren irgendwie in unsere Realität integrieren müssen. Mit Tests kann man vielem entgegen wirken, weshalb ich auch dafür bin, die ungenaueren Schnelltests im öffentlichen Leben zuzulassen, doch da die FBM grundsätzlich im Herbst stattfindet, in dem Viruserkrankungen prinzipiell Hochkonjunktur haben, kann es immer passieren, dass beispielsweise die Teilnehmerzahl eingeschränkt wird, um die Infektionszahlen unter Kontrolle zu halten. Um diese Effekt abzufedern, braucht es ein digitales Angebot, das die Messe vor finanziellen Ausfällen schützt.

Wir haben das Internet und es geht nicht mehr weg – nutzen wir es doch. Mutig, unkonventionell und kreativ, das ist die Zukunft, auch für die Buchmessen.

Wie seht ihr die Zukunft der Buchmessen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen traumhaften Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: FBM in Corona-Zeiten?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Hui, was für ein Wochenende! Am Freitag bin ich in den Zug gestiegen und habe mich auf den Weg in die Eifel gemacht. Total verrückt, ich bin noch nie zuvor ICE gefahren. Aber man sagt ja, es gibt für alles ein erstes Mal und in diesem Fall war der Anlass äußerst erfreulich: Marina aka DarkFairy hat geheiratet und ich war eingeladen! Ich bin immer noch wahnsinnig dankbar, dass ich dabei sein durfte und es war wirklich eine richtig schöne Feier. Es war aufregend und einfach toll, meine liebe Blogger-Kollegin in ihrem natürlichen Lebensraum zu besuchen und all die freundlichen Menschen kennenzulernen, die ihr nahestehen. Obwohl ich normalerweise Schwierigkeiten damit habe, mit vielen Fremden auf einmal konfrontiert zu sein, fand ich schnell Anschluss, weil Marinas Freunde und Familie es mir sehr leicht gemacht haben und äußerst offen auf mich zugegangen sind. Ich habe mich willkommen gefühlt und die Tage genossen. Da sich die Feier allerdings bis in die frühen Sonntagmorgenstunden zog, war meine Nacht vor der Heimreise recht kurz und als ich dann gestern endlich zu Hause auf der Couch saß, konnte ich die Augen nicht mehr lange offenhalten. Deshalb habe ich den gestrigen Start der neuen Football-Saison überwiegend verpasst. Das ist zwar schade, aber weil wir uns für dieses Jahr extra den NFL GamePass zugelegt haben, um alle Spiele sehen zu können, kann ich alles nachholen, was mir entgangen ist. Also bitte keine Spoiler, ich schmeiße gleich den Fernseher an, um zu sehen, wer das „Alte-Männer-Duell“ zwischen Drew Brees und Tom Brady gewonnen hat. 😉
Die kommende Woche verläuft weitgehend normal. Ihr könnt euch auf drei neue Beiträge in meinem Blogprojekt „Robert E. Howard & Conan der Barbar“ freuen, die ab morgen online gehen und heute starten wir ganz traditionell mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Nehmt ihr dieses Jahr an der FBM teil?

Bevor ich Antonias heutigen Beitrag gelesen habe, wusste ich nicht, dass die Frankfurter Buchmesse dieses Jahr trotz Corona stattfindet. Ich habe vor Jahren entschieden, dass ich dort fehl am Platz wäre und interessiere mich deshalb kaum noch dafür, wann sie veranstaltet wird, welche Programmpunkte angekündigt sind und wer eingeladen ist. Daher ist die Diskussion darüber, ob die Buchmesse wie gewohnt stattfinden oder aufgrund der Corona-Pandemie digital umgesetzt werden sollte, an mir vorbeigegangen. Dass jetzt offenbar beschlossen wurde, den Großteil des Programms in den digitalen Raum zu verschieben und zu streamen, ist allerdings eine Nachricht, die für mich durchaus attraktiv ist.

Ich habe es bisher vermieden, die Buchmessen zu besuchen, weil ich Menschenmassen nicht mag und den finanziellen Aufwand scheue. Aus meiner Sicht würde ich ein Heidengeld dafür ausgeben, mich in eine Situation zu begeben, mit der ich nicht gut umgehen kann, die ich verabscheue und das alles nur, um am Ende mit einem Stapel Bücher nach Hause zu gehen, den ich auch bequem von zu Hause aus hätte ordern können (mal ganz davon abgesehen, dass ich lieber gebraucht kaufe). Nun könnte ich all das aber umgehen und dennoch in den Genuss des Programms kommen. Das ist für mich definitiv eine positive Entwicklung und ich kann mir vorstellen, auf diese Weise doch an der FBM teilzunehmen. Ich habe eben schon mal auf der Website der Messe gestöbert. Aktuell scheint noch nicht festzustehen, welche Veranstaltungen online übertragen werden. Diese Informationen sollen in den nächsten Tagen verkündet werden und ja, ich werde schauen, ob etwas dabei ist, das mich interessiert. Passt der Zeitpunkt, werde ich sicher mal reinschalten (oder mich anmelden oder wie auch immer das am Ende funktioniert). Das heißt, dieses Jahr könnte ich tatsächlich zum ersten Mal die FBM besuchen – rein digital. Es hängt jetzt nur noch davon ab, ob irgendeine Lesung, Diskussion oder so meine Neugier weckt. Bei allen negativen Aspekten, die Corona mit sich brachte, fände ich es schon ziemlich genial, wenn ich durch das Virus auch mal Messegängerin werden könnte. 😉

Werdet ihr die FBM digital oder live besuchen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sensationellen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 
 

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[Lieber Literaturnobelpreis, wir müssen reden] Kapitel 4: «Ich bin ein Schriftsteller»

«Ich bin ein Schriftsteller»

Ich muss den heutigen Beitrag mit einer Einschränkung beginnen: Ich möchte darauf verzichten, euch den äußerst bewegten Werdegang von Peter Handke detailliert darzulegen. Das würde zu weit führen und ist für die Thematik des Literaturnobelpreises nicht relevant. Es genügt, euch mitzuteilen, dass er einer der bekanntesten deutschsprachigen Autor_innen ist, ihm der Durchbruch 1966 mit „Die Hornissen“ gelang und er stets eine gewisse Exzentrik an den Tag legte, die ihn veranlasste, seine Kolleg_innen und den Literaturbetrieb im Allgemeinen scharf anzugreifen. Seine Fehde mit dem verstorbenen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist legendär. Er war streitbar und schreckte nicht davor zurück, auch mal zuzuschlagen, wenn ihm etwas nicht passte, so zum Beispiel den FAZ-Journalisten Jochen Hieber. Heute lebt Peter Handke zurückgezogen in einem kleinen französischen Dorf bei Versailles.

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Was uns hier heute interessieren soll, ist Peter Handkes enge Bindung an die ehemals jugoslawischen Staaten, die im Erbe seiner Mutter, einer Kärntner Slowenin, begründet ist. Er wurde 1942 in Griffen geboren, eine Gemeinde, die seit Ende des 6. Jahrhunderts Ziel slowenischer Siedlungswellen war. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der slowenischen Bevölkerung in KZs deportiert, woraufhin Griffen Vergeltungsmaßnahmen des slowenischen Widerstands erlebte. Diese Eindrücke prägten die frühste Kindheit von Peter Handke und entfachten in ihm eine Sympathie für das ehemalige Jugoslawien, die wiederum dazu führte, dass er weite Teile des Staates bereiste. Anfang der 1990er steigerte sich sein Interesse zusätzlich durch die politische Situation.

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Montagsfrage: Reiz der Buchmessen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Letzten Montag habe ich euch vom Drama um die diesjährige Vergabe des Literaturnobelpreises erzählt. Ich hatte damit offenbar genau den richtigen Riecher, denn ob ihr es glaubt oder nicht, das Drama geht weiter und erreichte diese Woche eine neue Ebene.

Der Preisträger von 2019 ist der Österreicher Peter Handke. Ich habe bisher nichts von ihm gelesen und habe es auch nicht vor. Sein Name kommt mir vage bekannt vor, ich könnte allerdings nicht sagen, wann und in welchem Kontext ich von ihm gehört habe. In meiner Welt findet Peter Handke schlicht nicht statt. In der Welt anderer Menschen ist er hingegen durchaus präsent – auf negative Art und Weise, weshalb seine Ehrung mit dem Literaturnobelpreis diese Woche heftig kritisiert wurde. Handke machte in den 90er Jahren von sich reden, weil er anlässlich der Jugoslawienkriege mit Serbien sympathisierte und den Genozid an der bosnischen Bevölkerung verteidigte. Bosnische Schriftsteller_innen empfinden es als Affront, dass Handke nun mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, denn seine politischen Ansichten schlugen sich in seinen Werken nieder, vor allem in dem Reisebericht „Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien“. Mitglieder des Nobelkomitees hingegen rechtfertigen ihre Wahl des Österreichers mit slowenischen Wurzeln damit, dass (und ich zitiere) „eine klare Grenze zwischen einem politischen, ideologiekritischen, ethisch suchenden Diskurs und der Beschreibung und Gestaltung einer persönlichen Erfahrung zu ziehen“ sei. Man halte ihn nicht für einen Kriegshetzer, weil er stets eine friedliche Lösung der Jugoslawienkriege präferiert habe. Außerdem sei große Literatur, die sich mit schwierigen Themen wie Geschichte und Gewalt auseinandersetze, zu belohnen, denn „Eine harte Welt braucht Schriftsteller, die es mit ihr aufnehmen können“. Handke selbst weigert sich, sich zu den Vorwürfen zu äußern und lehnt Interviews mit dem Verweis darauf, er sei lediglich Schriftsteller, derzeit ab.

Tja. Ich glaube, in der heutigen Zeit muss der Literaturnobelpreis zwangsläufig eine politische Ebene haben. Wertvolle Literatur beschäftigt sich eben häufig mit politischen Entwicklungen und dem Einfluss, den diese auf die Menschen haben. Vielleicht können Literatur (zumindest die Literatur, die potenziell mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird) und Politik heutzutage nicht mehr getrennt werden. Dennoch ist eine Auszeichnung für einen Mann, der sich offen zu Personen bekannte, die völker- und menschenrechtliche Verbrechen begingen, gelinde gesagt fragwürdig und für Opfer und Nachfahren dieser Verbrechen verletzend. Wieder lande ich bei der Frage, ob die Vergabe des Literaturnobelpreises heute noch zeitgemäß ist. Ein eigener Beitrag zu dem Thema wird immer wahrscheinlicher. Ich werde diese Option noch eine Weile in meinem Kopf hin und her wälzen, bis dahin widme ich mich zum Wochenstart erst einmal wie immer der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Was macht eigentlich den Reiz einer Buchmesse aus?

Ich weiß es nicht. Wüsste ich es, hätte ich vielleicht längst eine Buchmesse besucht, aber da mir nicht einfallen will, was daran so toll sein könnte, bleibe ich regelmäßig im Herbst und Frühling zu Hause, während viele andere Buchblogger_innen nach Leipzig und Frankfurt pilgern. Rein aus fachlicher Sicht ist mir klar, welche Vorteile die Messen für Verlage, Autor_innen, Journalist_innen und ja, auch Blogger_innen haben. Die Möglichkeit, sich zu vernetzen, sollte heutzutage nicht unterschätzt werden. Dennoch werdet ihr mich dort vermutlich niemals antreffen.

Ich bin so gar nicht der Typ Mensch, der sich auf Massenveranstaltungen wohlfühlt. Das Geschubse und Gedränge macht mich nur wütend und stresst mich ungemein. Ich denke nicht, dass ich meinen Besuch auf einer Buchmesse genießen könnte. Der finanzielle Aspekt spielt natürlich ebenfalls eine Rolle, denn ganz billig ist so ein Ausflug nicht, trotz möglicher Akkreditierung. Wenn ich mir überlege, wie viel Geld ich für ein einziges Wochenende ausgeben müsste, frage ich mich, ob der Nutzen diese Kosten rechtfertigt. So richtig kann ich mich mit dem Konzept der Buchmessen nämlich nicht anfreunden. Dort werden Neuerscheinungen vorgestellt, parallel dazu präsentieren sich Schriftsteller_innen und Fachpersonal. Neuerscheinungen interessieren mich nur bedingt; einerseits, weil ich meine Bücher ohnehin überwiegend gebraucht kaufe und andererseits, weil ich mittlerweile hauptsächlich auf Englisch lese. Da es sich um deutsche Buchmessen handelt, heißt das, deutsche Verlage stellen aus. Das widerspricht meine Lesegewohnheiten, denn ich verzichte auf Übersetzungen, wenn ich nicht darauf angewiesen bin. Bücher, die ich im Original lesen möchte, erscheinen auf dem englischsprachigen Buchmarkt deutlich früher, weil Übersetzungen hinfällig sind, demzufolge hätte ich mit der Vorstellung der deutschen Verlage nichts gewonnen. Ich würde ja sowieso das englische Original kaufen. Was Veranstaltungen wie Lesungen oder Frage-Antwort-Runden betrifft, bin ich ebenso skeptisch, ob mir das viel bringen würde. Ich bin mit Situationen, die es erfordern, dass ich Autor_innen Fragen stelle, grundsätzlich überfordert. Mir fällt nie etwas ein, das ich fragen könnte, besonders, weil das meist voraussetzt, dass man das aktuelle Buch dieser Person bereits gelesen hat. Ich lese Bücher aber normalerweise mit reichlicher Verspätung, was daran liegt, dass ich sie gebraucht kaufe und demzufolge länger warten muss, bis sie für akzeptable Preise verfügbar sind und einfach, weil ich sehr selten das Gefühl habe, ein Buch kurz nach der Veröffentlichung lesen zu müssen. In einer Lesung könnte ich mich heftig spoilern, in einer Frage-Antwort-Runde könnte ich nichts beitragen. Es gibt grundsätzlich nur wenige Autor_innen, die ich unbedingt treffen möchte und diejenigen, die ich live erleben möchte, kann ich ebenso gut in einem kleineren Rahmen kennenlernen, zum Beispiel, wenn sie in Berlin Lesungen abhalten. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass ich mich nicht mit anderen Blogger_innen darum prügeln muss, überhaupt einen Platz zu bekommen, denn ich habe nun schon sehr oft gelesen, dass die Veranstaltungen der populären Autor_innen auf Buchmessen hoffnungslos überlaufen sind, was mich zu meinem ersten Punkt zurückbringt: ich würde mich ärgern.
Darüber hinaus habe ich den Reiz, ein Buch auf einer Messe zu kaufen, nie ganz verstanden. Warum sollte ich das einem Besuch im Buchladen oder einer Online-Bestellung vorziehen? Alles, was ich auf einer Buchmesse kaufen würde, müsste ich ja auch wieder nach Hause schleppen, das heißt, mein Kontingent wäre bereits aus logistischen Gründen begrenzt. Mich von Berlin aus um Nachschub zu kümmern, erscheint mir wesentlich bequemer.

Ich glaube nicht, dass ich auf einer Buchmesse richtig aufgehoben wäre. Ich habe mal darüber nachgedacht, dieses Abenteuer trotzdem zu wagen, letztendlich hielten mich jedoch die oben genannten Punkte davon ab, es zu versuchen. Ich denke, es wäre eine enttäuschende Erfahrung für mich und bisher ist es niemandem gelungen, mich vom Gegenteil zu überzeugen, denn die meisten Messeberichte (so positiv sie auch sein mögen) enthalten mindestens zwischen den Zeilen Bestätigungen all meiner Skrupel. Ich wüsste ehrlich nicht, was ich da soll und deshalb kann ich die heutige Frage nur mit einem Achselzucken beantworten.

Warum sind Buchmessen für euch reizvoll?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Buchmesse?

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Chilli hatte am Donnerstag ihre erste Anwendung im Rahmen ihrer Physiotherapie. Alle, die Tiere halten, wissen, wie schwierig es sein kann, die richtige Person zu finden, um den eigenen Liebling behandeln zu lassen. Als Laie ist man den Experten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, weil man einfach nicht weiß, ob sie ihren Job gut machen oder korrekte Informationen weitergeben. Man muss ihnen vertrauen. Dafür ist die Chemie zwischen Halter und Experte extrem wichtig. Chillis Physiotherapeutin hätte ich mir besser nicht träumen können. Die Frau ist meine neue Heldin. Ich habe ein unglaublich gutes Gefühl bei ihr und bin mir sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben. Chilli findet sie auch super und die erste Behandlung war bereits ein Erfolg. Sie hat begonnen, Chillis massive Verspannungen zu lösen und dabei genau zugehört, was Chilli ihr währenddessen durch Körpersprache und Verhalten mitteilt. Sie hat ihre Grenzen respektiert und sie nur soweit massiert, gedehnt und abgetastet, wie es ihr angenehm war. Bei dem ersten Anzeichen von Unwohlsein hat sie aufgehört. Ein Traum geht in Erfüllung, denn endlich behandelt jemand meine Prinzessin genauso, wie ich es auch tun würde, wenn ich das Fachwissen hätte. Ich bin sehr, sehr glücklich, weil ich sehen kann, dass es Chilli schon besser geht. Kommenden Donnerstag ist die nächste Behandlung und ich kann es kaum erwarten. Endlich geht es aufwärts!
Mit diesem guten Gefühl starte ich heute in die neue Woche, natürlich wie immer mit der Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja.

Warst du schon mal auf einer Buchmesse, falls nein, möchtest du mal hin oder hast du kein Interesse daran?

Alle Jahre wieder beantworte ich diese Frage. Komischerweise immer dann, wenn die Leipziger oder die Frankfurter Buchmesse ansteht. 😉 Nein, ich war bisher noch nicht auf einer Buchmesse und ich habe auch nicht vor, das zu ändern. Vor einigen Jahren verfolgte ich noch die fixe Idee, die Leipziger Buchmesse zu besuchen, weil ich das Gefühl hatte, als Buchbloggerin gehört das irgendwie dazu und es definitiv total cool ist, dass sich Blogger_innen akkreditieren lassen können. Glücklicherweise habe ich dieses Vorhaben noch einmal gründlich überdacht und mich letztendlich dagegen entschieden. Ich bin nicht bereit, Chilli ein ganzes Wochenende allein zu lassen (der Lieblingsmensch hätte mich begleitet), um nach Leipzig zu pilgern, mich dort von den Menschenmassen umherschubsen zu lassen, kurz vor einem gewaltigen Wutanfall zu stehen, mir die Füße wund zu laufen und am Ende vielleicht weder die Autor_innen treffen zu können, die mich interessieren, noch neue Bücher mit nach Hause zu nehmen. Ich kann sehr schlecht mit großen Menschenaufläufen umgehen, die Enge, die Masse, dumme Leute, die im Weg rumstehen und andere anrempeln, regen mich fürchterlich auf. Man kann auf Buchmessen nur am letzten Tag Bücher kaufen, die man dann aber auch mit sich herumschleppen muss und die ausschließlich für den Neupreis zu bekommen sind. Es widerstrebt mir, den vollen Preis für ein Buch zu zahlen, das ich einige Zeit später auch gebraucht günstig ergattern kann, mit etwas Geduld. Außerdem ist es den Erfahrungsberichten anderer Blogger_innen zufolge dort oft so voll, dass man gar nicht an die Autor_innen herankommt, die man gern treffen würde. Das würde mich schrecklich frustrieren. Die Rennerei ist nun auch nicht meine Traumvorstellung. Insgesamt glaube ich, ich hätte das ganze Wochenende über miese Laune, wäre auf dem Heimweg sehr enttäuscht und hätte zusätzlich ein schlechtes Gewissen, Chilli dafür allein gelassen zu haben. Deshalb lasse ich das lieber. Ich gehöre da nicht hin.

Fahrt ihr zu den Buchmessen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wüsche euch allen einen glücklichen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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15. 09. 2014 – Montagsfrage: Frankfurter Buchmesse?

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Montag in Berlin, die Sonne scheint, da ist es wohl Zeit für die Montagsfrage von Nina aka Libromanie! 🙂 Heute geht es um das Mekka aller deutschen Buchfans:

Besuchst du nächsten Monat die Frankfurter Buchmesse?

Nein. 😦 Ich wäre gern hingefahren, aber das geht leider nicht. Es ist zu weit, zu teuer und mein Partner hat unglücklicherweise auch keine Urlaubstage mehr übrig. Wenn man sowas plant, sind ja meist nicht die Eintrittspreise das Problem, sondern all das, was noch mit dran hängt: Fahrt-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten. Wären wir oder ich eher auf diese Idee gekommen, wäre es vermutlich noch machbar gewesen, aber so war es etwas arg kurzfristig. Dieses Jahr muss ich also noch mal verzichten, aber nächstes Jahr werden wir das ernsthaft in Betracht ziehen. Fest steht bereits, dass wir zur Leipziger Buchmesse fahren werden, ob die Frankfurter Buchmesse dann auch mit uns rechnen kann, wird sich zeigen. In jedem Fall werde ich vorher noch ein paar Vorbereitungen treffen, um für meinen Blog ein bisschen zu werben. 🙂

Wie sieht es bei euch aus? Fahrt ihr zur Frankfurter Buchmesse?

Ich freue mich wie immer auf eure Antworten und Kommentare! 🙂

 
8 Kommentare

Verfasst von - 15. September 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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