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Montagsfrage: Grusel, Gänsehaut und emotionale Intensität?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Das Drama nimmt kein Ende. Ich sags euch, als Hundemutter macht man was mit. Bei Chilli wurden letzte Woche durch einen routinemäßigen Bluttest Blutparasiten festgestellt. Blutparasiten! Dieser Hund muss auch wirklich jeden Quatsch mitmachen. Vermutlich wurden sie durch einen Zeckenbiss übertragen. Seltsam, denn natürlich ist sie gegen Zecken und anderes Ungeziefer geschützt und ich habe ihr in der letzten Zeit keine entfernt, obwohl ich ihre Haut ja beinahe jeden Abend einer Faszienmassage unterziehe. Woher auch immer das Mistvieh kam, ihre Blutergebnisse ergaben eine akute Anämie, also einen Mangel an roten Blutkörperchen, was ein Anzeichen für eine Infektion ist. Wir fuhren also sofort wieder zum Arzt und ich ließ einen weiteren Bluttest machen, um herauszufinden, welche Parasiten das sind und welches Medikament sie bekommen muss. Es stellte sich heraus, dass sie tatsächlich eine leichte Infektion hat, die glücklicherweise mit einem Antibiotikum behandelt werden kann. Wir hatten unglaubliches Glück. Solches Glück, dass ich noch immer daran knapse, die ganze Situation zu verarbeiten. Chilli hätte sterben können. Wird so eine Infektion nicht therapiert, verläuft sie tödlich. Normalerweise fällt eine Anämie durch Verhaltensveränderungen auf. Der Hund ist schlapp, möchte sich nicht bewegen, die Schleimhäute sind blass, Gliederschmerzen können auftreten. Alles Punkte, die bei einem gesunden Vierbeiner sofort die Alarmglocken schrillen lassen. Aber bei einem Hund wie Chilli, die sowieso permanent Schmerzen leidet, stark bewegungseingeschränkt ist und von Hause aus dunkle Schleimhäute hat, ist es sehr schwer, diese Symptome korrekt zu deuten. Ich dachte, ihr Rücken quält sie, denn das ist bei ihr immer die naheliegende Antwort. Sie hat so viele Symptome, so viele Baustellen, dass ich sie nicht mehr auseinanderhalten kann. Wären wir nicht genau jetzt zum jährlichen Checkup gegangen, hätte ich vermutlich erst viel zu spät gemerkt, dass mit ihr etwas anderes nicht stimmt. Im schlimmsten Fall wäre sie gestorben. Das Timing war schicksalhaft. Der Routine-Bluttest hat ihr das Leben gerettet. Also Leute, ich weiß, Blutuntersuchungen sind teuer, aber spart daran nicht. Dabei können Erkrankungen festgestellt werden, die wir als Mamas und Papas aus verschiedenen Gründen einfach nicht sehen. Und bitte, bitte, verzichtet nicht auf einen Ungezieferschutz. Chillis wird auch noch einmal aufgefrischt, sobald die Infektion ausgestanden ist.
Nun wollen wir dieses ernste Thema aber hinter uns lassen, uns freuen, dass Chilli rechtzeitig behandelt werden kann und uns endlich der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise widmen, dafür sind wir schließlich hier. 😉

Können Bücher bei euch das Blut in den Adern gefrieren lassen?

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mit der Frage heute nicht viel anfangen kann. Ich bin mir nicht ganz sicher, worauf Antonia hinauswill. Ich glaube, eigentlich fragt sie nach emotionaler Intensität; danach, inwieweit wir uns auf eine Geschichte einlassen können. Ich muss darauf frustrierend unspezifisch antworten: das hängt von der Geschichte ab. Grundsätzlich bin ich immer bereit, alle Gefühle der Figuren zu teilen und mich von der Atmosphäre einsaugen zu lassen. Die besten Bücher sind diejenigen, die die Grenzen zwischen mir als Leserin und der Handlung überwinden, in denen ich mich als Teil der Geschichte empfinde und keinerlei emotionale Barriere mehr existiert. Diese Bücher bringen mich zum Weinen, zum Lachen und ja, auch mal zum Fürchten. Aber das schaffen eben nicht alle Autor_innen. Ich glaube, für diese Leseerlebnisse muss einfach alles harmonisch passen: die Thematik, die Identifikation mit den Figuren, der Schreibstil, das Worldbuilding (falls nötig), die Stimmung und viele Kleinigkeiten mehr. Erst dann vergesse ich, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt. Schriftsteller_innen, denen das bei mir gelang, waren zum Beispiel Laini Taylor, Patrick Ness und Nicholas Eames. Das heißt nicht, dass das betreffende Buch tatsächlich perfekt sein muss und keine Fehler oder Mängel haben darf, nein, es geht um das berühmte Gesamtpaket. Ich verzeihe kleine Logiklöcher gern, wenn ich trotzdem so richtig in der Geschichte drin bin. Ich glaube, für mich wird es intensiv, wenn meine Gefühlsebene meine Verstandesebene überstimmt. Dann mag es sein, dass meinem analytischen Ich Patzer auffallen, aber weil mein emotionales Ich befriedigt wird, ist es mir egal.

Demzufolge bin ich durchaus fähig, mich richtig zu gruseln und das Blut in meinen Adern gefrieren zu lassen. Da wir hier allerdings explizit über Horror und Nervenkitzel sprechen, muss ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass Schauerliteratur immer einen besonders schweren Stand hat. Angst ist äußerst persönlich und individuell. Damit ich während eines Horrorromans eine Gänsehaut bekomme (im übertragenen Sinne, buchstäblich konnte ich das bei mir noch nie beobachten), muss dieser meine Angstfantasien gezielt ansprechen. So funktionieren Entitäten wie Geister bei mir zum Beispiel sehr gut, paranormale Wesen wie Werwölfe und Vampire oder ganz profane menschliche Serienkiller hingegen nicht. Das ist bei Horrorfilmen der Fall und bei Büchern eben auch.
Außerdem habe ich festgestellt, dass die Herangehensweise des Autors oder der Autorin für mich eine große Rolle spielt. Je länger man mir verschweigt, was eigentlich vor sich geht, welches Monster da im Dunkeln lauert, desto aktiver arbeitet meine eigene Fantasie. Weiß ich früh, wovor ich mich fürchten soll, geht für mich ein entscheidender Anteil des Nervenkitzels verloren. Andeutungen, subtile Hinweise und Anspielungen jagen mir eher Schauer über den Rücken als konkrete Ansagen. Mir macht das, was ich nicht sehen oder greifen kann, weit mehr Angst als das, womit ich schwarz auf weiß konfrontiert werde. Nichts ist so unheimlich wie die eigene Vorstellungskraft. Jemand, der das wirklich verstanden hat, ist natürlich Stephen King. Von „ES“ hatte ich tatsächlich Albträume und ein ziemliches mulmiges Gefühl im Bauch, als ich Nachts allein mit Chilli Gassi gehen musste… Das Geräusch des Windes in den Bäumen klang wie die Schwingen eines riesigen Vogels… Brrr. Ein interessanter Fall ist auch Thomas Finn. Sein Roman „Weißer Schrecken“ hat alle meine Knöpfe gedrückt. Ich genoss den Schauder, den mir die gruselige, atmosphärische Geschichte um den düsteren Knecht Ruprecht bescherte. „Dark Wood“ dagegen sprach meine Ängste nicht an, weshalb ich es zwar spannend und aufregend, aber nicht wirklich unheimlich fand. Da sieht man, wie wichtig individuelle Faktoren sind.

Oh und noch ein Funfact über mich zum Abschluss: Horror gehört für mich in die dunklen Jahreszeiten. Ein Buch, das versucht, mir trotz Beschreibungen von knalligem Sonnenschein Angst zu machen, wird höchstwahrscheinlich scheitern. Ich brauche Kälte, Nässe, Wind, Nebel und Dunkelheit, gerne auch Schnee und Eis. Bisher gab es von dieser Regel nur eine Ausnahme – das bereits erwähnte „ES“. Aber mal ehrlich, dabei sprechen wir schließlich über den Meister des Horrors, der braucht eben keine saisonale Hilfe.

Lasst ihr euch von Büchern so richtig Angst einjagen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen hervorragenden Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

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Marissa Meyer – Fairest

Rezensionsheader Fairest

Als Marissa Meyer begann, die „Lunar Chronicles“ zu schreiben, wusste sie, dass die zentrale Antagonistin ihrer Geschichte auf der bösen Königin aus „Schneewittchen“ basieren würde. Ihre Figur faszinierte sie. Welche Frau würde so großen Wert auf Schönheit legen, dass sie bereit wäre, all diese furchtbaren Dinge zu tun? Was müsste dieser Frau zugestoßen sein, um diese Skrupellosigkeit zu entwickeln? Meyer gab ihrer bösen Königin den Namen Levana. Sie konzipierte ihre Biografie mental parallel zu den Heldinnen ihrer Reihe, stieß mit dieser Taktik jedoch an eine Grenze, als sie den letzten Band „Winter“ schrieb. Einige Szenen bereiteten ihr Schwierigkeiten. All diese Szenen hatten eines gemeinsam: sie drehten sich um Levana. Um ihre Blockade aufzulösen, entschied die Autorin, Levanas Hintergrundgeschichte auszuformulieren. Das Ergebnis ist der Zwischenband „Fairest“, den man laut Meyer nicht zwangsläufig zwischen „Cress“ und „Winter“ lesen muss, der allerdings gewisse Entwicklungen in „Winter“ verständlicher gestaltet. Ich hielt mich an Meyers Empfehlung und las „Fairest“ nach „Cress“.

Cinder und ihre Verbündeten kennen Königin Levana als skrupellose, kaltherzige Herrscherin des Reiches Luna. Doch einst war sie ein junges Mädchen voller Hoffnungen und Träume. Am Hofe Lunas war sie unsichtbar. Sie wollte geliebt werden, sehnte sich nach Aufmerksamkeit und Respekt. Sie wurden ihr verwehrt. Ihre Einsamkeit vergiftete ihre Seele, bis sie vor nichts mehr zurückschreckte, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Dies ist ihre Geschichte, eine Geschichte voller Tragik und Leid. Denn niemand wird als böse Königin geboren.

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Ralph »Sonny« Barger – Hell’s Angel: Mein Leben

Rezensionsheader Hells Angel Mein Leben

Ich könnte heute nicht mehr sagen, wann mein Interesse am Motorradclub Hell’s Angels begann. Ich gehe davon aus, dass Hunter S. Thompsons literarische Reportage „Hell’s Angels“ großen Anteil daran hatte, die ich las, als ich etwa 20 Jahre alt war. Der exzentrische Journalist reiste in den 60er Jahren mit dem Club. Seine Schilderungen faszinierten mich. Er malte das Bild wilder, unbeugsamer, freiheitsliebender Männer, die sich von niemandem etwas sagen ließen und eigene Gesetze schrieben. Ihre Lebensauffassung brachte meinen eigenen Freiheitsdrang, der in meiner Jugendzeit stark ausgeprägt war, zum Singen. Ich sah in ihnen moderne Piraten, Rebellen und fühlte mich zu ihren Idealen hingezogen.

Es dauerte Jahre, bis ich bereit war, einzusehen, dass meine romantischen Vorstellungen der Hell’s Angels vollkommen verklärt waren. In den Medien häuften sich Berichte von kriminellen, mafiaähnlichen Strukturen, schweren Straftaten wie Zuhälterei, Drogen- und Waffenhandel und blutigen Fehden, die nicht selten in Rachemorden gipfelten. Ich fühlte mich desillusioniert und enttäuscht. Diese Nachrichten hatten nichts mit der sympathischen Bande ruppiger Aussteiger zu tun, die ich in „Hell’s Angels“ kennengelernt hatte. Heute weiß ich, dass ich das immense kriminelle Potential des Clubs, das sich bereits in den 60ern andeutete, einfach ignorierte. Ich wollte es nicht sehen.

Mit der Erkenntnis kam die Ernüchterung. Je öfter ich Nachrichten sah oder las, die die gewalttätigen oder illegalen Exzesse der Hell’s Angels dokumentierten, desto weniger verstand ich, wie aus einem Haufen Verlierer, die der Gesellschaft freiwillig den Rücken gekehrt hatten, eine strikt organisierte, globale, kriminelle Vereinigung werden konnte. Diese Frage beschäftigt mich noch immer. Deshalb nahm ich mir im Februar 2019 die biografischen Aufzeichnungen des Mannes vor, der es meiner Ansicht nach am besten wissen musste: Ralph »Sonny« Barger, Gründungsmitglied und langjähriger Präsident der Hell’s Angels.

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Scott Westerfeld – Uglies

Rezensionsheader Uglies

Ich habe einen interessanten Zeitpunkt gewählt, um „Uglies“ von Scott Westerfeld zu lesen. Das Buch ist mittlerweile 14 Jahre alt und Auftakt der gleichnamigen „Uglies“-Tetralogie. Es lag recht lange auf meinem SuB, etwa dreieinhalb Jahre, weil meine Begeisterung für Young Adult – Dystopien seit dem Kauf deutlich abflaute. Als ich es im Februar 2019 aus dem Regal holte, folgte ich einer spontanen Eingebung meines Bauches. Das Timing hätte nicht besser sein können, denn während meiner Recherchen zum Autor fand ich heraus, dass Westerfeld im September 2018 begann, eine neue Tetralogie namens „Impostors“ im „Uglies“-Universum zu veröffentlichen, die bis 2021 vollständig erscheinen soll. Wir werden sehen, ob er mich so lange bei der Stange halten kann. Mit „Uglies“ erlebte ich auf jeden Fall einen vielversprechenden Start.

Alle Menschen wollen schön sein. Die beinahe 16-jährige Tally ist da keine Ausnahme. Nur noch ein paar Wochen trennen sie von ihrem neuen Gesicht und ihrem neuen Ich. Schluss mit ihrem Dasein als Ugly! Sie wird eine Pretty sein, in New Pretty Town leben und nur noch Spaß haben. Es ist so großzügig von der Regierung, allen Einwohner_innen zu ihrem 16. Geburtstag eine umfangreiche Schönheitsoperation zu schenken! Ist es doch – oder nicht? Tallys Freundin Shay hat Bedenken, denn der Eingriff ist keineswegs freiwillig. Kurz vor ihrer OP läuft sie davon, um in der Wildnis zu leben und bringt Tally damit in ernste Schwierigkeiten. Die Regierung stellt sie vor die Wahl: entweder, sie findet Shay und verrät ihre Freundin oder sie wird niemals operiert werden. Tally muss sich entscheiden. Wird sie Shay opfern, um pretty zu sein?

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[Rund ums Buch] Lieber Verlag blanvalet, …

Hallo ihr Lieben 🙂

Morgen werde ich die Doppelrezension zu „Die Stadt des blauen Feuers“ und „Tod eines Gottes“ (Das Spiel der Götter #8) von Steven Erikson veröffentlichen. Ich habe beim Schreiben dieser Besprechung wieder einmal alle üblichen Vorgaben ignoriert und einfach aufgeschrieben, was mir durch den Kopf ging, ohne mich zum Beispiel um die Zeichenanzahl zu kümmern. Als ich die Inhaltsangabe fertig hatte, setzte ich mich an die Einleitung. Normalerweise verzichte ich für die Rezensionen von „Das Spiel der Götter“ mittlerweile auf Trivia-Infos, weil die zahlreichen Bände für sich selbst sprechen und meine Texte ohnehin lang genug werden, aber dieses Mal hatte ich aus aktuellem Anlass etwas auf dem Herzen. Ich begann, zu tippen und musste einige Stunden später einsehen, dass meine Einleitung viel zu umfangreich geworden war. Das war keine Einleitung. Das war ein eigener Beitrag. Deshalb habe ich beschlossen, diesen heute der morgigen Rezension voranzustellen. Ich muss mir etwas von der Seele reden und ich finde das Thema wichtig, darum lasse ich euch an meinen Gedanken teilhaben. Ich muss schimpfen – wo könnte ich das besser, als hier?

Die originale, englische Version von „Das Spiel der Götter“ wurde im Frühjahr 2011 mit dem Erscheinen des finalen Bandes „The Crippled God“ abgeschlossen. Für alle, die so ihre Schwierigkeiten mit Zahlen haben (wie ich), das ist 8 Jahre her. Der deutsche Verlag blanvalet begann 2012, eine schicke Neuauflage der Reihe zu veröffentlichen. Das ist 7 Jahre her. Bis heute ist die Reihe auf Deutsch nicht abgeschlossen. Dank der Teilung der zehn englischen Originalbände, die den ersten Band allerdings nicht betraf, sind aktuell 16 der 19 geplanten Bände erschienen. Das heißt, es fehlen noch immer anderthalb Bände der ursprünglichen Reihe. In den sieben Jahren seit der Neuveröffentlichung von „Die Gärten des Mondes“ schaffte es blanvalet nicht, eine vollständige, existierende Reihe zu übersetzen und auf den Markt zu bringen.

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Kevin Hearne – Hunted

„Hunted“ ist in der Benennung der Reihe „The Iron Druid Chronicles“ von Kevin Hearne ein kleiner Hickser. Die Titel der ersten drei Bände enthalten alle den Anfangsbuchstaben „H“ („Hounded“, „Hexed“ und „Hammered“), Band vier und fünf das „T“ („Tricked“ und „Trapped“) und die letzten drei Bände das „S“ („Shattered“, Staked und „Scourged“). Der Symmetrie zuliebe hätte der sechste Band eigentlich ebenfalls einen Titel mit einem „T“ tragen müssen. Tatsächlich sollte er ursprünglich „Tracked“ heißen. Letztendlich entschieden Hearne und sein Verlag jedoch, dass „Hunted“ die inhaltlichen Entwicklungen besser widerspiegelte, da „to track“ eben nicht nur „jemanden verfolgen“ bedeutet, sondern auch „jemanden beobachten/überwachen“. Ein nachvollziehbarer Einwand, denn was in „Hunted“ passiert, ist definitiv keine Überwachung. Es ist eine Jagd.

Atticus, Granuaile und Oberon sind auf der Flucht. Atticus‘ Entscheidung, den Gott Bacchus aus dem Verkehr zu ziehen, kam im griechisch-römischen Pantheon nicht gut an. Jetzt sind ihnen gleich zwei Jagdgöttinnen auf den Fersen: Artemis und Diana. Atticus würde gerne einfach in Tír na nÓg Däumchen drehen, bis sie sich beruhigt haben, aber das ist nicht möglich. Die Portale zur irischen Ebene wurden blockiert. Stinkt nach einer Verschwörung. Ohne die Hilfe der Morrigan, die ihnen einen Vorsprung verschaffte, wären sie niemals entkommen. Sie riet ihm, sich quer über Europa bis zum englischen Windsor Forest durchzuschlagen, das Hoheitsgebiet von Herne dem Jäger. Es ist ihr letztes Geschenk an ihn. Atticus, Granuaile und Oberon nehmen die Beine in die Hand. Doch die wilde Jagd ist nicht ihr einziges Problem. Ragnarök rückt näher. Atticus muss all seine grauen Zellen anstrengen, will er die Griechen und Römer austricksen, bevor Loki das Universum in Brand steckt. Irgendwelche Vorschläge?

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2 Kommentare

Verfasst von - 6. März 2019 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Brian McClellan – Sins of Empire

Ich liebe es, wenn ein High Fantasy – Universum Schauplatz mehrerer Geschichten ist. In den meisten fantastischen Welten stecken unglaublich viel kreative Konzeption und Liebe zum Detail. Mir erscheint es wie Verschwendung, ein sorgfältig etabliertes Setting für nur eine Geschichte zu nutzen. Deshalb jubelte ich, als bekannt wurde, dass Brian McClellan in sein „Powder Mage“ – Universum zurückkehrt. Die Trilogie „Powder Mage“ gefiel mir äußerst gut und öffnete meinen literarischen Horizont für militärische High Fantasy. Während die Konflikte dieses Dreiteilers an das napoleonische Europa erinnerten, untersucht McClellan in „Gods of Blood and Powder“ die Auswirkungen imperialistischer Kolonialisierung in der neuen Welt. Er führt seine Leser_innen nach Fatrasta, das im ersten Band „Sins of Empire“ am Rande einer Revolution steht.

Bei einer Ausgrabung vor den Toren Landfalls, Hauptstadt der jungen, kriegsgeplagten Nation Fatrasta, wird ein antiker Stein geborgen. Eine geheimnisvolle Aura umgibt das Relikt. Es scheint zu flüstern, ist mit unverständlichen Symbolen bedeckt und treibt die Arbeiter in den Wahnsinn.
Weit entfernt im Grenzland Fatrastas ahnt die Pulvermagierin Lady Vlora Flint nichts vom Fund des mysteriösen Steines. Ihre Söldnerkompanie schlägt Aufstände des indigenen Volkes der Palo nieder, bis sie plötzlich zurück nach Landfall beordert werden. Die Lage in der Hauptstadt ist aufgeheizt. Eine offene, organisierte Revolte der Palo wird immer wahrscheinlicher. Vloras Truppen sollen die Anführerin der Rebellen finden und festnehmen. Unterstützung erhält sie von Michel Brevis, Agent der Geheimpolizei, und Ben Styke, in Ungnade gefallener Kriegsheld. Doch als sich Gerüchte über den Ausgrabungsfund über Fatrastas Grenzen hinweg verbreiten, ist eine Revolution bald nicht mehr das drängendste Problem des ungleichen Trios…

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Merrill Markoe – Mein Geburtstag und andere Katastrophen

Ich habe keine Ahnung, wie es „Mein Geburtstag und andere Katastrophen“ von Merrill Markoe in mein Bücherregal geschafft hat. Das Buch passt so gar nicht in mein Beuteschema, daher vermute ich, dass es irgendwann einmal Gegenstand einer Rettungsmission war. In meiner Teenagerzeit habe ich häufig Bücher mitgenommen, die andernfalls auf dem Müll gelandet wären, unabhängig vom Inhalt. Das heißt, ich besitze dieses Buch schon sehr, sehr lange. In den letzten Jahren zweifelte ich daran, ob ich es jemals lesen würde, aber die heutige Rezension beweist, dass jedes Buch seine Zeit hat. Selbst ein Chic-Lit-Roman, der meinem Geschmack eigentlich widerspricht.

Wie ist es nur möglich, dass jedes Jahr gleich verläuft? Es kann doch nicht sein, dass man als erwachsene Frau von 36 Jahren ständig dieselben Fehler wiederholt und sich von den spitzen Kommentaren nörgelnder Eltern, gutmeinenden Ratschlägen ahnungsloser Freundinnen und verwirrenden Signalen kryptischer Männer langsam in den Wahnsinn treiben lässt. Etwas muss sich ändern! Eine neue Tradition muss her: einmal im Jahr, am Geburtstag, einen Brief an sich selbst zu verfassen, das Jahr Revue passieren zu lassen und sich daran zu erinnern, was man alles nicht mehr tun wollte, klingt wie eine gute Idee. Bestandsaufnahme und Vorsatzsammlung in einem. Dummerweise ist es gar nicht so leicht, sich zu ändern. Katastrophen scheren sich nicht um gute Vorsätze. Da helfen nur noch entschlossenes Krisenmanagement und der feste Glauben daran, dass irgendwann alles besser wird. Wird es doch, oder?

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Verfasst von - 11. Dezember 2018 in Chic-Lit, Rezension, Romantik

 

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Marcia Clark – Without A Doubt

Ich begrüße euch herzlich zum dritten und letzten Teil unseres Rezensionsexperiments. In den letzten zwei Tagen haben wir uns mit den Fakten des Falls O.J. Simpson vertraut gemacht. Ich habe euch „The Run of His Life: The People V. O.J. Simpson” von Jeffrey Toobin und „If I Did It: Confessions of the Killer” von O.J. Simpson vorgestellt und meine Eindrücke mit euch geteilt. Heute kehren wir noch einmal zum Strafprozess gegen Simpson in den Jahren 1994 und 1995 zurück. Seit Beginn meiner Recherchemission war es mir wichtig, ausgeglichenen und umfassend vorzugehen. Deshalb möchte ich heute ein Buch rezensieren, das einen weiteren, einzigartigen Blickwinkel auf den Mordprozess vermittelt. Wir beschäftigen uns mit „Without A Doubt“ von der Chefanklägerin Marcia Clark.


Der Medienrummel in den USA um den Fall O.J. Simpson war gewaltig. Bereits vor Prozessbeginn mutierte die Presse zum 13. Jurymitglied – und manch ein Reporter schwang sich zum Richter und Henker auf. Seriosität und Qualität der Berichterstattung variierten enorm. Die Causa Simpson lockte eine ganze Armee von Schmierfinken aus ihren Löchern, die nicht davor zurückschreckten, Falschinformationen zu verbreiten, Beweismaterial öffentlich zu machen und Zeug_innen stolze Summen für Interviews zu zahlen. Dieser ausufernde Zirkus beeinflusste den Strafprozess maßgeblich. Die Verhandlung wurde live auf dem Fernsehsender Court TV übertragen. Die Juryauswahl wurde durch die flächendeckende Berichterstattung massiv erschwert, weil sich kaum eine Person in Los Angeles finden ließ, die nicht bereits von den Morden an Nicole Brown Simpson und Ronald Goldman gehört oder gelesen hatte. O.J. Simpsons Verteidiger, das „Dreamteam“, nutzten die Presse aktiv, um den Prozess zu ihren Gunsten zu manipulieren. Zeitgleiche, inoffizielle Pressekonferenzen aus dem Stegreif von Robert Shapiro und Johnnie Cochran am Ende eines Prozesstages waren keine Seltenheit.

Die Staatsanwaltschaft musste auf diese Tricks natürlich verzichten. Selbst wenn sie die Medien für sich hätten einspannen wollen – sie durften es nicht. Vielleicht schoss sich die Presse deshalb auf das Team der Anklage ein. Alle Mitglieder sahen sich scharfen Angriffen ausgesetzt, wurden als unerfahren, arrogant und schlicht inkompetent dargestellt. Doch niemand von ihnen erntete so viel Spott, Häme, Bosheit und Kritik wie Marcia Clark.

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Verfasst von - 27. September 2018 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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O.J. Simpson – If I Did It: Confessions of the Killer

Herzlich Willkommen zum zweiten Teil unseres dreiteiligen Rezensionsexperiments zum Thema „O.J. Simpson“. Gestern habe ich „The Run of His Life: The People V. O.J. Simpson” von Jeffrey Toobin besprochen und euch die Fakten des Strafprozesses gegen den ehemaligen Footballspieler nahegebracht. Heute widmen wir uns dem zweiten Buch in diesem Themenkomplex: „If I Did It: Confessions of the Killer“, O.J. Simpsons hypothetisches Geständnis der Morde an Nicole Brown Simpson und Ronald Goldman am 12. Juni 1994. Die Geschichte dieses höchst umstrittenen Werkes ist – wie so ziemlich alles, was Simpson betrifft – äußerst verzwickt, kompliziert und kann ausschließlich im Kontext des Zivilprozesses der Familien Goldman und Brown gegen Simpson betrachtet werden. Daher bin ich gezwungen, erneut weit auszuholen und Hintergrundinformationen zusammenzufassen. Ich verlange also wieder eine Menge Geduld von euch. 😉


O.J. Simpsons Strafprozess wegen zweifachen vorsätzlichen Mordes an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson und dem Kellner Ronald Goldman endete am 03. Oktober 1995 mit einem vollständigen Freispruch. Trotz der überwältigenden Beweislast befand ihn die 12-köpfige Trial Jury in allen Anklagepunkten als unschuldig. Da die Geschworenen ihr Urteil nicht begründeten, ist unklar, ob sie die Unschuldsvermutung zugunsten des Angeklagten anwendeten oder Simpson im Sinne der „Jury Nullification“ entgegen geltenden Rechts und der Beweise freisprachen.
Sollte O.J. Simpson jedoch geglaubt haben, er sei damit vom Haken, irrte er sich.

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Verfasst von - 26. September 2018 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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