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Herman Melville – Moby-Dick

Rezensionsheader Moby-Dick

Der Mann, der niemals irgendwo gescheitert ist, kann nicht groß werden. – Herman Melville

Die Biografin Laurie Robertson-Lorant schrieb über Herman Melville, man könne ihn entweder als gescheiterten Schriftsteller charakterisieren oder als verkanntes Genie und Visionär. Melville gehört zu den tragischen Figuren der Literaturgeschichte, die erst weit nach ihrem Tod die Anerkennung erlangten, die sie verdienen.

1819 in New York geboren, nach einer Kindheit, die vom Bankrott seines ehemals wohlhabenden Vaters geprägt war, fuhr Melville im Alter von 20 zur See und erlebte fünf äußerst turbulente Jahre auf Handelsschiffen, Walfängern und sogar einer Kriegsfregatte. Er desertierte, heuerte wieder an, war Teil einer Meuterei, wurde ins Gefängnis geworfen, floh und bereiste weite Teile des Atlantiks und Pazifiks. Er war ein Abenteurer. Zurück in New York verarbeitete er seine Erlebnisse in zwei erfolgreichen, überwiegend fiktiven Reisedokumentationen, „Typee“ (1846) und „Omoo“ (1847). Leider stellten diese beiden Romane bereits den Höhepunkt seiner literarischen Karriere dar, an den er nie wieder anknüpfen konnte. Nicht einmal mit dem Buch, für das er heute am besten bekannt ist: „Moby-Dick“.

Melville litt unter der gesellschaftlichen Zurückweisung, erkrankte an Depressionen und konnte sich nur schwer mit der Missachtung der Kritiker abfinden. Dennoch gab er das Schreiben niemals auf, veröffentlichte weiterhin Romane und Kurzgeschichten und wandte sich vermehrt der Lyrik zu. Als er im September 1891 im Alter von 72 Jahren starb, hinterließ er die unveröffentlichte Gedichtsammlung „Weeds and Wildings“ und ein fragmentarisches Manuskript namens „Billy Budd“, das erst 1919 von seinem Biografen Richard Weaver entdeckt und 1924 überarbeitet veröffentlicht wurde. Bei seinem Tod war der kurzzeitige literarische Star Herman Melville längst in Vergessenheit geraten. Die New York Times widmete seinem Nachruf lediglich ein paar Zeilen.

Rückblickend geht man davon aus, dass Melville seiner Epoche zu weit voraus war. In seinen Werken finden sich Techniken und Stilmittel, die erst in den 1920er Jahren populär wurden und seine zeitgenössische Leserschaft überforderten. Es überrascht daher nicht, dass Melville auch erst anlässlich seines 100. Geburtstags wiederentdeckt und sein literarisches Schaffen neubewertet wurde. Seitdem gilt er als Vorreiter der Moderne und als einer der Väter der US-amerikanischen Literatur, an dem sich Literaturwissenschaftler_innen aus verschiedensten Perspektiven abarbeiten.

„Moby-Dick“, Melvilles monumentaler Roman, erschien 1851. Die Druckgeschichte des Buches wirkt aus heutiger Sicht absurd: der Setzer arbeitete bereits daran, während Melville noch schrieb und Korrekturen anordnete. Das ursprüngliche Manuskript ist nicht erhalten, ein für Melville-Forscher_innen unglücklicher Umstand, weil „Moby-Dick“ zwar in England und den USA mit nur etwa einem Monat Abstand originalveröffentlicht wurde, sich die beiden Ausgaben jedoch stark unterschieden. Die britische Ausgabe wurde Opfer der Zensur, die „antiroyalistische“ und religionskritische Passagen strich. Außerdem fehlte der Epilog. Die US-amerikanische Ausgabe hingegen verzichtete auf viele der nachträglichen Änderungen, weil diese nicht mehr eingearbeitet werden konnten. Trotz dessen konnten beide Versionen ein literaturhistorisches Novum vorweisen. Die britische Ausgabe erschien unter dem unspezifischen Titel „The Whale“; auf dem US-amerikanischen Cover war „Moby-Dick; or, The Whale“ zu lesen. Damit war dies der allererste Roman, dessen titelgebende Hauptfigur ein Tier war, noch dazu mit Eigennamen.

Für mich entwickelte „Moby-Dick“ über die Jahre ohne mein Zutun eine beinahe unheimliche Eigendynamik. Ich hatte immer vor, das Buch zu lesen, dieses Schwergewicht unter den Klassikern. In meiner Vorstellung lag ich im hohen Alter auf meinem Sterbebett und flüsterte „Aber den Wal, den hab ich gelesen“. Das mag seltsam klingen, aber ich glaube, dass viele Leser_innen sich literarische Meilensteine setzen, die sie im Laufe ihres Lebens unbedingt abhaken wollen. Für mich war es eben „Moby-Dick“.
Im Juni 2015 lachte mich eine günstige deutsche Ausgabe von dem Wühltisch eines Antiquariats an, die ich freudig und kurzentschlossen mit heimnahm. Es war das letzte Mal für lange Zeit, dass mir das Buch positive Emotionen vermittelte.

Anfangs betrachtete ich den Wal in meinem Bücherregal mit der üblichen Zutraulichkeit. Ich vertraute darauf, dass seine Zeit kommen würde und setzte mich nicht unter Druck. Doch die Jahre vergingen und irgendwie gelang es dem Wal, zunehmend Raum in meinem Hinterkopf einzunehmen und darin herumzuspuken. Wann immer das Thema auf Bücher kam, die ich längst gelesen haben wollte, schlug er heftig mit seiner Schwanzflosse und machte auf sich aufmerksam. Ich stellte fest, dass mich die ausstehende Lektüre einschüchterte. Es ist ein dickes Werk von über 800 Seiten, geschrieben in einer Zeit, in der Eingängigkeit noch nicht als Ziel der Literatur verstanden wurde. Ich begann, bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit anderen Leser_innen über „Moby-Dick“ zu sprechen, um aus ihren Erfahrungen eine Ahnung dafür zu entwickeln, was mich erwartete und meine Ängste zu lindern. Leider hatte diese Taktik eher den gegenteiligen Effekt. Langweilig und langatmig sei der Wal, eine Qual und überhaupt keine angenehme Lektüre.

Mir schlotterten die Knie. In meinem Kopf verwuchs sich das Buch „Moby-Dick“ mit seinem tierischen Titelhelden und ich verwandelte mich in eine abstruse Version von Kapitän Ahab: das Subjekt der Begierde und der obsessive Jäger (bzw. die Jägerin), auf ewig vereint in einem unvollendeten Tanz. Ich hatte die Befürchtung, niemals bereit zu sein. Ich sehnte und bangte dem Moment gleichermaßen entgegen.

Dann wurde ich im Juni 2019 nach meinen „SuB-Leichen der Schande“ gefragt, also nach ungelesenen Büchern, die ich schon lange vor mir herschiebe. Der weiße Wal in meinem Kopf flippte aus. Er veranstaltete einen spektakulären Zirkus und überflutete mich mit Wellen des schlechten Gewissens. Ich begriff, dass ich längst bereit war. Meine Sorgen, mein Respekt vor der Lektüre, blockierten mich. Als mir das klar wurde, regte sich endlich mein alter Freund, der Trotz. Ich ärgerte mich über mich selbst und entschied, dass ich dem Wal nicht länger erlauben wollte, munter vorwurfsvoll durch meinen Geist zu planschen. Es reichte. Daher nahm ich im Juli 2019 meinen ganzen Mut zusammen und holte ihn aus dem Regal. Ich würde es schaffen. Ich würde „Moby-Dick“ lesen und den weißen Wal erlegen. Komme, was da wolle.

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Verfasst von - 24. September 2019 in Klassiker, Rezension

 

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Montagsfrage: Verlesene Urlaube?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe es geschafft! Der Weiße Wal ist besiegt! Am Samstag habe ich „Moby Dick“ von Herman Melville ausgelesen. Ja, es war langatmig. Manchmal auch ganz schön langweilig. Aber insgesamt fand ich die Lektüre wesentlich verdaulicher, als ich befürchtet hatte. Mehr dazu dann natürlich in der ausstehenden Rezension. Ich wollte euch nur berichten, dass ich den Kampf mit „Moby Dick“ nicht nur überlebt habe, sondern glorreich triumphierte! 😀
Getragen von diesem Hochgefühl starte ich heute in die neue Woche, natürlich wie immer mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Sollte man auf Reisen lesen?

Urlaubsfragen kann ich leider nur theoretisch beantworten, weil ich Chilli zuliebe meinen Urlaub ja maximal auf Balkonien verbringe. Ich fahre nicht weg. Ich finde es einfach nicht richtig, sie wegzugeben, um mir eine schöne Zeit machen zu können. Ich mache mir lieber eine schöne Zeit mit ihr. Seit sie schlagartig alt wurde und ihr ihre Knochen und Gelenke solche Probleme bereiten, dass sie an manchen Tagen kaum laufen kann, ist die Helikopter-Hundemama in mir außerdem mehr denn je überzeugt, dass niemand angemessen für sie sorgen kann außer mir selbst und meinem Ehemann. Ich hätte im Urlaub keine ruhige Minute, weil ich mir permanent Sorgen machen würde. Ich habe ihr versprochen, dass ich sie bis zu ihrem Lebensende niemals länger weggebe, als es unbedingt nötig ist. Eine Urlaubsreise ist nicht unbedingt nötig.

Dennoch gestehe ich, dass ich in den letzten Jahren durchaus zunehmendes Fernweh verspüre, womit wir jetzt auch zur Frage kommen. Ich kann mir vorstellen, recht bald nach Chillis Tod eine Reise zu unternehmen, um zu entspannnen, wieder zu mir zu finden und in einer Umgebung zu trauern, die mich nicht die ganze Zeit an sie erinnert. In meiner Fantasie besteht dieser Urlaub aus Sonne, weißem Sandstrand, türkisblauem Meer, Schlafen, Essen, Yoga und eben ganz viel Lesen. Genau darin liegt für mich die Antwort auf die heutige Frage: es kommt darauf an, was für einen Urlaub man plant, wohin man fährt oder fliegt und welchen Zweck er erfüllen soll. Sollte ich diesen Trip tatsächlich buchen, werde ich ins Reisebüro marschieren und der netten Person hinter dem Tresen sagen, dass ich an den wundervollsten, langweiligsten Ort der Welt fliegen möchte. Keine Kultur. Keine Ausflüge. Hübsch anzusehen, aber ohne Tiefgang. An so einem Ort ist es überhaupt nicht schlimm, den Urlaub zu verlesen.

Reisen, die hingegen dazu gedacht sind, Entspannung und Kultur zu vereinen, sollten meiner Meinung nach nicht ausschließlich hinter den Seiten eines Buches verlebt werden. Es ist völlig okay, Strandtage einzuplanen und dafür ausreichend Lesestoff mitzunehmen, doch ich denke, wenn man schon in einem fremden Land ist, das auf eine reiche Geschichte zurückblickt, sollte man sich auch bemühen, dieses Land kennenzulernen. Ich träume zum Beispiel schon lange von einer Reise nach Schottland oder Irland, was aktuell mit Hund aufgrund der Quarantänebestimmungen ziemlich unmöglich ist. Mal davon abgesehen, dass ich vermutlich keine Strandtage organisieren würde, möchte ich dort in Land, Natur, Leute, Kultur und Mythologie eintauchen. Ich möchte etwas erleben, alle Eindrücke tief in mich aufsaugen und das geht hinter einem Buch einfach nicht. Also würde ich auf exzessives Lesen verzichten, um nichts zu verpassen.

Man erfährt die Welt nicht, wenn man ihr entflieht. Lesen ist eine Form der Realitätsflucht. Ein Urlaub, der der Konfrontation mit der vergangenen und gegenwärtigen Realität des jeweiligen Landes gewidmet ist, sollte meiner Ansicht nach deshalb nicht verschwendet werden, indem man ihr entschwindet.

Was haltet ihr von verlesenen Urlauben?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen jubeltollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Lesen als Freizeitbeschäftigung?

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Habt ihr meinen Stapel ausstehender Rezensionen gesehen? Habt ihr gesehen, dass ich auf eine runter bin? Eine! Nachdem ich dieses Jahr mehrmals haarscharf am zweistelligen Bereich vorbeigeschrammt bin, hat sich mein Urlaub wirklich ausgezahlt und ich konnte fast alles abarbeiten, was sich angesammelt hatte. Ein gutes Gefühl zum Ende des Jahres. Und das Beste: ich habe ab heute wieder 5 Tage Urlaub! Herrlich. Da werde ich mich wohl mal daran setzen, meinen Blog-Schlüpftag vorzubereiten, der heute in einer Woche ansteht. 😉 Bevor ich mich jedoch den Gedanken an den nächsten Montag hingebe, möchte ich erst einmal die heutige Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja beantworten.

Welchen Stellenwert nimmt das Lesen bei deiner Freizeitgestaltung ein?

Selbstverständlich nimmt das Lesen für mich einen hohen Stellenwert in meiner Freizeitgestaltung ein. Ich versuche, jeden Tag zu lesen, am besten um die 100 Seiten. Dementsprechend versuche ich, mir Zeiträume für das Lesen freizuhalten, meist abends. Ich würde allerdings nicht sagen, dass Lesen nun DAS eine Hobby ist, neben dem alles andere zurückstehen muss. Ich glaube, dass es drei Hauptbeschäftigungen in meiner Freizeit gibt, die mir alle in etwa gleich wichtig sind: meine Hündin, das Lesen und das Bloggen. Okay, meine Hündin steht vermutlich doch ein wenig über allem anderen. 😉
An einem normalen, freien Tag teile ich meine Zeit in der Regel zwischen diesen drei Punkten auf. Ich gehe mit meiner Prinzessin spazieren und bespaße sie, ich schreibe eine Rezension oder einen Beitrag für meinen Blog und den Abend verbringe ich lesend auf der Couch (hin und wieder kuscheln die Maus und ich dabei noch). Es gibt allerdings auch Phasen, während derer ich lieber etwas anderes tue, als abends zu lesen oder tagsüber am Blog zu arbeiten. Dann schaue ich exzessiv Serien oder zocke bis tief in die Nacht. Da es sich dabei aber wirklich um Phasen handelt, ist es schwer, diesen Hobbys einen konkreten Stellenwert beizumessen.
Außerdem verbringe ich natürlich auch Zeit mit meinen Freunden. Glücklicherweise handelt es sich bei meinem Freundeskreis um eine Hunde-Clique, will heißen, wir treffen uns gemeinsam mit unseren Hunden, gehen zusammen spazieren oder machen wundervolle Tagesausflüge in die Natur. Ich kann meine Beschäftigung mit meiner Hündin mit der Gesellschaft meiner Freunde verbinden, was einfach großartig und genau auf meine Bedürfnisse abgestimmt ist. Dadurch muss ich auf nichts verzichten und keine Prioritäten setzen. Zeit für meine Familie fällt auch noch ab, sodass ich sowohl meine Eltern als auch meine Schwester wöchentlich sehe, mit der ich übrigens darüber hinaus einmal im Monat Reiten fahre.
Bei all diesen Aktivitäten versuche ich zusätzlich, meinen Lieblingsmenschen zu integrieren. Beim Lesen geht das selbstverständlich nicht, aber erfreulicherweise reicht es ihm oft schon, wenn ich neben ihm sitze und in regelmäßigen Abständen seine Anwesenheit anerkenne. Er kennt mich zum Glück gut genug, um zu wissen, dass Lesen für mich einfach sehr wichtig ist und ich ihn nicht weniger liebe, nur weil ich meine Nase stundenlang in ein Buch stecke. 🙂

Wie integriert ihr das Lesen in eure Freizeit?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und kann es kaum erwarten, mich an meinem ersten Urlaubstag mit einer guten Tasse Kaffee durch eure Beiträge zu wühlen! Habt einen wundervollen Start in die neue Woche, ich geh jetzt erst mal schlafen. 😀
Alles Liebe,
Elli  ❤

P.S.: Und nicht vergessen: wer auf High Fantasy steht, kann sich immer noch bei Wortmagie’s makabrer High Fantasy Challenge 2017 anmelden! 😉

 

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Montagsfrage: Gewalt in Büchern?

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Letzte Woche habe ich es nicht geschafft, meine Freitags-Rezension zu schreiben. Obwohl mir das vermutlich mehr Kopfzerbrechen bereitet als euch, fühle ich mich auch ein bisschen erleichtert, denn für diese Woche habe ich jetzt einen kleinen Vorlauf. Was gut ist, schließlich ist Zeit Mangelware und diese Woche wird es wirklich knapp. Wie heute. Heute muss ich mal wieder blöden Erwachsenenkram tun und meinen Ausweis verlängern lassen. Das nervt. -.-
Vorher möchte ich aber unbedingt die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja beantworten, denn heute kommt diese Frage von mir! 😀

Wie kommst du mit Gewalt in Büchern zurecht? Magst du blutige Szenen oder lehnst du sie ab?

Es ist wohl kein Geheimnis mehr, dass ich es blutig mag. Schlachten, Kämpfe, Gemetzel – immer her damit. Eine gute, überzeugende Schlachtbeschreibung ist mir mehr wert als jede romantische Szene. Für mich sind sie der heilige Gral der High Fantasy. Ich kann euch nicht genau erklären, warum das so ist. Die Aufregung eines Kampfes nimmt mich einfach gefangen; spritzendes Blut bringt auch mein Blut in Wallung. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich jede Form der Gewalt mit offenen Armen begrüße. Nein, diese Szenen müssen A) zur Handlung passen und B) einen Sinn ergeben. Gemetzel um des Gemetzels Willen ist auch mir nicht recht. Ein Beispiel ist „Nebelmacher“ von Bernhard Trecksel, ein Buch, in dem ich die exzessive Gewalt als übertrieben und unnötig empfand, weil die kunstvolle Schreibweise des Autors diese überflüssig machte. Gewalt muss sich natürlich entwickeln, sie muss eine Eskalation darstellen und darf nicht willkürlich sein. Gewalt gegen Frauen ist in Büchern leider meistens willkürlich, ein Punkt, den auch Svenja anspricht. Vergewaltigungen sind da ein sehr spezielles Thema, das mich ebenfalls hin und wieder zusammen zucken lässt, denn ich muss ihr zustimmen, dass sie nur selten mit dem nötigen Fingerspitzengefühl beschrieben oder in die Handlung integriert werden. Allerdings muss ich zugeben, dass mich das nicht davon abhält, diese Bücher zu lesen und unter Umständen sogar zu mögen. Vielleicht ist das falsch, aber ich kann es nicht ändern. Eigentlich glaube ich jedoch sowieso, der entscheidende Faktor ist, dass es mir auffällt. Sensibilisierung ist das Schlüsselwort.
Zusammengefasst kann ich also sagen, ja, ich mag Gewalt in Büchern. Ich mag es blutig, brutal und gerne auch explizit, vorausgesetzt, es passt zur Geschichte.

Wie steht ihr zu Gewalt in Büchern?

Heute bin ich natürlich besonders auf eure Antworten gespannt und freue mich aufs Stöbern. Nachdem ich Erwachsenenkram erledigt habe. -.-
Kommentiert, was das Zeug hält, denn jede Meinung ist gern gesehen. Ich wünsche euch allen einen fabelhaften Start in die neue Woche! 🙂
Alle Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 22. Februar 2016 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Bernhard Trecksel – Nebelmacher

2015-11-27 - Trecksel Nebelmacher

Bernhard Trecksel ist ein neues Gesicht in der deutschen Fantasy. Laut den Angaben von Random House entdeckte er sein Talent zum Geschichtenerzählen durch all die Zeit, die er mit Fantasy-Rollenspielen verbrachte. Schade nur, dass seine Biografie diesbezüglich nicht genauer ist, denn ich wette, es würde so einige Leser_innen interessieren, über welche Art Rollenspiel wir hier sprechen. Ich tippe auf die Spielleitung bei Pen-&-Paper-Rollenspielen, schließlich sagt Trecksel über sich selbst, er sei ein absoluter Geek.
„Nebelmacher“ ist sein erster Roman, den ich über das Bloggerportal von Random House als Rezensionsexemplar erhalten habe.

Als kleiner Junge stellte Clach sein Leben in den Dienst der dunklen Göttin. Heute ist er ihr ergebenster Diener und tötet, wen immer man ihm aufträgt zu töten. Er ist der Totenkaiser, der Nebelmacher, der erfolgreichste Assassine aller Zeiten, der nicht nur die Körper, sondern auch die Seelen seiner Opfer auslöscht. In letzter Zeit glaubt Clach jedoch, ein Muster hinter seinen Aufträgen zu erkennen. Seine Ziele werden strategisch und systematisch ausgewählt, verbinden sich zu einem größeren Gesamtbild. Clach beginnt zu hinterfragen und stößt auf eine ungeheuerliche Verschwörung, der er unwissend in die Hände spielte. Es kümmert ihn nicht, dass er auf seiner Suche nach Antworten selbst zum Gejagten wird, verfolgt von einem alten Bekannten und einem neuen Feind.
Im Nebel läuft man leicht Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Wird Clach einen Weg aus dem Morast voller Geheimnissen und Intrigen finden, ohne sich in ihm zu verirren?

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Verfasst von - 11. Dezember 2015 in Fantasy, Low Fantasy, Rezension

 

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