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Montagsfrage: Trennung zwischen Geschichte und Autor_in?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Die letzte Woche ist an mir vorbeigerauscht. Unfassbar, wie viel Stress 7 Tage enthalten können. Krümel, der Hund meiner Schwester, war zu Gast, weil sie bis Samstag im Urlaub war. Von Montag bis Donnerstag habe ich gearbeitet, in drei verschiedenen Schichten zu verschiedenen Uhrzeiten. Das war bereits anstrengend, aber händelbar. Eben einfach der normale Wahnsinn. Der Hammer kam am Freitag.

Da Chillis neuste Blutwerte immer noch nicht die gewünschte Verbesserung zeigen, wurden wir zum Ultraschall bei unserem Haustierarzt bestellt, um auszuschließen, dass sie innere Blutungen hat, die bisher übersehen wurden. Der Befund war glücklicherweise negativ, obwohl ihre Milz definitiv vergrößert und verändert ist, was allerdings an der Infektion liegen kann. Der Tierarzt stellte mich vor die Wahl für das weitere Vorgehen: entweder ambulante engmaschige Blutuntersuchungen alle 2-3 Tage oder eine Überweisung in die Tierklinik, um dort eine weitreichendere Diagnostik vornehmen zu lassen. Ich entschied mich für die Klinik, weil ich mittlerweile glaube, die Infektion durch die Blutparasiten (Anaplasmose) ist nicht die einzige Baustelle. Da ist noch mehr. Also fuhr uns eine Freundin kurzfristig nach Zehlendorf, in die Uniklinik der FU. Dort erlebte Chilli die allerschlimmsten Stunden ihres Lebens. Ihr wurden mehrfach größere Mengen Blut entnommen, sie wurde geröntgt, sie wurde noch mal per Ultraschall untersucht. Sie wurde gepiekst, geknufft, hoch- und runtergehoben (was mit ihrem Rücken echt problematisch ist), von A nach B geschickt und zweimal für einen längeren Zeitraum auf den Rücken gedreht. Es brach mir fast das Herz, als sie beim Ultraschall auf dem Rücken in meinem Arm lag, zitterte wie Espenlaub, jammerte und sich wehrte. Es war schrecklich. Immer im Schlepptau natürlich Krümel, denn ich konnte ihn ja schlecht die gesamte Zeit allein lassen. Das ganze Prozedere dauerte etwa 5 Stunden. Wir wurden mit neuen Medikamenten heim geschickt. Sie bekommt ja noch nicht genug Tabletten. Die Ergebnisse der Bluttests stehen noch aus, die erfahre ich am Donnerstag. Wir waren alle fix und fertig, als wir endlich zu Hause waren.

Am Samstag konnten die Hunde ausspannen, ich hingegen nicht, denn ich musste wieder arbeiten. Das heißt, gestern war der einzige Tag der Woche, an dem ich mal ein bisschen runterkommen konnte. Ich habe nichts, aber auch gar nichts geschafft. Seit Tagen schreibe ich an der Rezension zu „Aimée & Jaguar“ und komme nicht voran. Ich habe für nichts richtig Nerven und weiß noch nicht, wie ich den Blog in der nächsten Zeit auf die Reihe kriege. Sollte es also stiller als sonst sein, wundert euch nicht. Hier geht einfach gerade die Post ab.
Die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise beantworte ich heute aber natürlich trotzdem. Ein bisschen Routine tut gut.

Wie wichtig ist der Autor bzw. die Autorin eines Buches?

Die heutige Frage klingt banal, Antonia hat jedoch eine genaue Vorstellung davon, was sie wissen möchte. Sie fragt nach der Interaktion von Autor_in und Geschichte. Sollte man Schriftsteller_innen komplett von ihren abgeschlossenen Werken trennen oder jede Äußerung, die nach dem eigentlichen Schreibprozess getätigt wird, als Gesetz betrachten? Antonia nennt das HP-Beispiel, um zu erklären, was sie meint. „Harry Potter“ ist mit den sieben Bänden eigentlich abgeschlossen. J.K. Rowling hat das Universum der Geschichte im Nachhinein allerdings ständig erweitert, durch das Stück „Das verwunschene Kind“, die Filmreihe „Fantastische Tierwesen“ und diverse Aussagen, wie zum Beispiel, dass Dumbledore homosexuell ist, was in den Büchern nicht erwähnt wurde. Muss man diese Erweiterungen als Teil des Kanons begreifen oder sollte man sie ignorieren?

Persönlich befinde ich mich zwischen diesen beiden Extremen irgendwo in der Mitte. Als High Fantasy – Fan ist es für mich nicht möglich, spätere Ergänzungen von Autor_innen zu ignorieren, weil das bedeuten würde, dass ich Fortsetzungen, die vielleicht andere Figuren fokussieren, sich aber im selben Universum bewegen, nicht lesen könnte. Oder Fortsetzungen, die Jahrzehnte später spielen. In meinem Lieblingsgenre ist es nicht unüblich, noch einmal zu einem Setting zurückzukehren und natürlich werden dabei auch neue Gesetzmäßigkeiten vorgestellt und festgelegt, je nachdem, was die Geschichte verlangt. Spin-Offs, Folgetrilogien, -zyklen oder -reihen gefallen mir sogar sehr gut, weil ich es immer schade finde, all die Arbeit, die im Worldbuilding steckt, lediglich für eine Geschichte zu nutzen und das Potential verfallen zu lassen. Ich finde es spannend, andere Aspekte eines Universums zu beleuchten und neue Ecken zu besuchen. Das gilt natürlich ebenfalls für andere Genres wie Science-Fiction oder Urban Fantasy. In diesem Rahmen bin ich daher offen und freue mich über Erweiterungen.

Beispiele wie „Harry Potter“ hingegen… Hm. Finde ich nicht so toll. Im Nachhinein zu behaupten, alle Leser_innen hätten dieses oder jenes Detail falsch aufgefasst oder neue Fakten zu postulieren, die im Kontext der Handlung eher dünn gerechtfertigt sind und tatsächlich auch keine große Rolle spielen, empfinde ich als… Ich suche nach dem passenden Wort… unlauter. Unglaubwürdig. Im konkreten Fall von J.K. Rowling habe ich immer das Gefühl, sie versucht, die Geschichte, die vor so vielen Jahren schrieb, nachträglich an den Zeitgeist anzupassen, statt zuzugeben, dass sie sich damals keine Gedanken über Diversität oder ähnliches gemacht hat. Es ist eine Sache, ungeklärte Punkte mit den Leser_innen zu erörtern, aber sich einfach hinzustellen und zu behaupten, ein bestimmter Sachverhalt wäre schon immer so gewesen oder gar geplant, erscheint mir falsch und unehrlich. Wenn die Geschichte abgeschlossen ist, sollte man nicht versuchen, etwas anderes aus ihr zu machen, als sie ist. Ich glaube, würde Rowling ein weiteres Buch schreiben, in dem sie alles, was sie anschließend an das Finale der ursprünglichen Reihe geäußert hat, fundiert in den Kontext des Universums einarbeitet, wäre ich versöhnt. Es ist hauptsächlich die Art und Weise, die mich stört, weshalb ich dazu neige, ihre späteren Ausführungen zu ignorieren. Ich möchte mir von ihr nicht erklären lassen, ich hätte gewisse Aspekte einer der bedeutendsten Geschichten meines Lebens vollkommen falsch interpretiert oder gleich ganz übersehen.

Ich nehme also schon eine gewisse Trennung von Autor_in und Geschichte vor. Wenn ein Buch oder eine Reihe abgeschlossen ist, gehört sie den Leser_innen. Es ist uns überlassen, was wir daraus machen. Ray Bradbury hatte zum Beispiel nie vor, mit „Fahrenheit 451“ ein Buch über staatliche Zensur zu schreiben. Er wollte lediglich auf die Gefahren übermäßigen Fernsehkonsums aufmerksam machen. Dennoch hat sich diese Interpretation im allgemeinen Bewusstsein festgesetzt, was meiner Ansicht nach völlig in Ordnung ist und Bradbury sogar schmeichelt. Interpretationen sind subjektiv. Autor_innen können nicht kontrollieren, was Leser_innen aus ihren Büchern mitnehmen und sie sollten es nicht versuchen. Haben sie den Eindruck, dass nicht alles gesagt oder erklärt ist, bitte, dann können sie gern eine Fortsetzung schreiben und die fraglichen Themen darin angehen – überzeugend, plausibel und konsequent. Aber im Nachhinein wilde Theorien aufzustellen, die dann frei durch die Fangemeinschaft geistern, bloß, weil ihnen nicht passt, wie über ihre Geschichte gesprochen wird, das sollten sie meiner Meinung nach unterlassen.

Wie stark trennt ihr Geschichte und Autor_in?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sorgenfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Bücherregal-Erweiterung 2018: Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe euch versprochen, dass ich euch zeige, was aus der seit Ewigkeiten geplanten Erweiterung meines Bücherregals und der daraus resultierenden Umgestaltung unseres Wohnzimmers geworden ist. Heute löse ich dieses Versprechen ein.
Viele von euch wissen mittlerweile, dass ich zu großen Kompromissen bereit bin, wenn es darum geht, meinen Büchern ein angemessenes Zuhause zu kreieren. In unserem Wohnzimmer hängen keine Bilder an den Wänden. Es gibt keine schmucken Wandtattoos, Fotocollagen oder ähnliches. Die einzige Deko, die ich brauche, akzeptiere und wirklich schön finde, sind Bücher. Ich halte es mit Cicero: „Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele“. Ich kann wunderbar damit leben, in anderen Räumen das eine oder andere Kinkerlitzchen an die Wand zu hängen, doch das Wohnzimmer gehört meinen Büchern. Es ist ihr Heim und ihre Gesellschaft beruhigt mich. Ich kann nicht zählen, wie oft ich einfach nur auf der Couch sitze und meine Augen über die Buchrücken wandern lasse.

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Über die 80er, Berberitzen, Onaniersucht und vertuschte Orgasmen – Jürgen von der Lippe geht unter die Booktuber

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich bin kein großer Fan von YouTube. Damit bin ich im Zeitalter der digitalen Unterhaltung das Pendant eines seltenen Schmetterlings, der nur im Himalaya zu finden ist. Für mehr als ein paar Tutorials („Wie flechte ich einen Wasserfall-Zopf?“ oder „Wie repariere ich meinen Reißverschluss?“) reicht meine Geduld gewöhnlich nicht aus. Ich langweile mich extrem schnell und habe oft bereits nach ein paar Sekunden keine Lust mehr, mir ein Video anzusehen. Der Hype um die sogenannten YouTube-Stars, die meines Erachtens nach häufig nicht mit genügend Talent gesegnet wurden, um dieses Prädikat überhaupt zu verdienen, ist für mich vollkommen unverständlich. Stundenlang einen Clip nach dem anderen anzusehen, würde mir nie einfallen.

Tatsächlich empfinde ich auch kein gesteigertes Interesse an meinen Booktuber-Kolleg_innen. Ich erkenne ihre Bemühungen selbstverständlich an, denn mir ist bewusst, dass diese Form der Auseinandersetzung mit Literatur möglicherweise noch mehr Arbeit bedeutet als ein stinknormaler Buchblog, wie ich ihn führe. Ich sehe nur den Sinn dahinter nicht. Sich vor die Kamera zu setzen, um ein Buch zu besprechen, ist für mich einfach abwegig. Das ist keine Kritik, mir mangelt es da lediglich an Verständnis, weil mein eigener Arbeitsprozess für meinen Blog gänzlich anders funktioniert. Das wird sich in Zukunft vielleicht ändern, was ich einem Artikel bei wasliestdu.de zu verdanken habe.

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Montagsfrage: Letzte Erweiterung der Wunschliste?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Die Strukturveränderungen in meiner Firma schreiten weiter voran; heute und morgen erhalte ich noch einmal Schulungen in einer neuen Abteilung. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet und werde heute auch das erste Mal in unseren brandneuen Büroräumen arbeiten. Wollen doch mal sehen, ob schon alles nach Plan läuft oder noch das Chaos regiert. An den veränderten Tagesablauf muss ich mich sicher erst gewöhnen, denn ab sofort habe ich zusätzlich Schichten, die tagsüber von 11 bis 19 Uhr stattfinden. Abends zu Hause zu sein ist bestimmt nett; ich mache schon so lange Spätschichten, dass ich das gar nicht mehr kenne. 😀 Bevor ich dieses neue Kapitel in meinem Berufsleben aufschlage, möchte ich allerdings erst einmal die wöchentliche Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja beantworten:

Welches Buch hast du zuletzt deiner Wunschliste hinzugefügt und wie bist du darauf aufmerksam geworden?

Der neuste Eintrag auf meiner Wunschliste ist „Die Grausamen“ von John Katzenbach. Ich sammele Katzenbachs Thriller seit Jahren, also war es für mich keine Frage, dass ich seinen neusten Roman haben möchte. Ich habe erst kurz vor der Veröffentlichung davon erfahren, durch einen Newsletter des Verlags Droemer. Die Mail landete am 01. April in meinem Postfach, das Erscheinungsdatum war der 03. April. Andernfalls wäre mir wahrscheinlich erst sehr viel später aufgefallen, dass es ein neues Buch von Katzenbach gibt. Es war so lange still um ihn, dass ich auch eben erst bei Wikipedia entdeckt habe, dass bereits 2015 „Der Psychiater“ erschienen ist. Witzig, denn dadurch wird gleich nicht mehr „Die Grausamen“ die neuste Erweiterung meiner Wunschliste sein. 😉

Welches Buch habt ihr als letztes auf eure Wunschliste gesetzt?

Ich freue mich auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli  ❤

 

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06. 09. 2014 – Platz! Mehr Platz!

HINWEIS: Alle Fotos können angeklickt werden, wenn ihr sie gern größer sehen möchtet. 🙂

Heute möchte ich endlich etwas nachholen, das schon längst fällig war: ich möchte euch mein neues Bücherregal vorstellen! 🙂
Der Ausdruck „neu“ ist eigentlich nicht ganz korrekt, denn ich habe nicht ein neues bekommen und das alte aussortiert, nein, wir haben expandiert. Mein Bücherregal ist ein Regalsystem, das man beliebig erweitern kann. Dieses System ist vom Hersteller als Lösung für Keller und Werkstätten gedacht, daher sieht es nicht sonderlich spektakulär aus, bietet aber vor allem eines: PLATZ. Außerdem ist es wahnsinnig variabel. Es besteht aus Stangen, Auflegern und Brettern. Das alles gibt es in verschiedenen Ausmaßen und Farben, daher kann man es an die jeweilige Umstände anpassen.
Natürlich wäre ein schickes Regal aus Massivholz ansehnlicher, aber ganz ehrlich, solche Regale finde ich einfach total unpraktisch. Ich bräuchte eine Menge davon, um alle meine Bücher unterzubringen. Sie sind unglaublich schwer, was einen Umzug schwierig gestaltet. Ich lebe in einem Altbau mit hohen Decken; um diesen Platz optimal auszunutzen, bräuchte ich spezielle, hohe Regale, die unter Garantie sehr teuer sind. Nein, da bleibe ich lieber bei meinem Keller-Regalsystem. 😀
Vor dem Anbau sah mein Regal so aus und bot Platz für etwa 600 Bücher:

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Da wir nach links um die Ecke anbauen wollten, habe ich, bevor ich dieses Foto geschossen habe, alle Bücher von links nach rechts geräumt. Auf dem Foto kommt das nicht so rüber, aber ich hatte wirklich Angst, das mittlere und rechte Regal danach überhaupt auch nur anzutippen; es sah aus, als könnten sie jeden Moment zusammenbrechen. Sind sie aber nicht, zum Glück. 😀
Wenn ich von „wir“ spreche, dann meine ich meine Eltern, meinen Partner und mich. Im Voraus hatte ich den Wunsch geäußert, auch über der Wohnzimmertür Regale anzubringen, weil das einfach so hübsch aussähe. Wir waren uns aber nicht sicher, ob das möglich war. Wie gesagt, ich lebe in einer Altbau-Wohnung. Wie ihr vielleicht wisst, sind die meisten Altbau-Wohnungen früher wesentlich größer gewesen. Heute gibt es auf jeder Etage drei Wohnungen, früher waren es nur zwei. Für die dritte wurden nachträglich Wände eingezogen. Diese sind aber nicht alle von der gleichen Qualität und es ist nicht mehr nachzuvollziehen, welche nun ursprünglich da waren und aus festem Mauerwerk sind und welche erst später hinzukamen und eher… sagen wir mal weniger stabil sind. Wir hatten uns also vorgenommen, über der Tür erst einmal eine Probebohrung vorzunehmen, um herauszufinden, ob diese Wand das Regal überhaupt tragen konnte. Aber zuerst ging es an den Anbau um die linke Ecke:

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Auf den Bildern sieht das alles ein bisschen schief und scheel aus, das liegt aber an meiner Kameraführung. Ich versichere euch, alles ist im Lot und wurde mit Wasserwaage überprüft. 😉
Die Bretter haben wir erst mal zwischengelagert, wir wollten erst alle Stangen anbringen, bevor wir die Aufleger anbrachten.
Es folgte die Probebohrung über der Tür. Tja und was soll ich sagen, anscheinend ist diese Wand eine stabile! 😀 Seht selbst:

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Wenn das mal nicht schick ist, oder? Uns fehlte durch den zusätzlichen Platz ein Brett, aber mein Vater versprach mir, sich darum so schnell wie möglich zu kümmern.
Das Anbringen der Stangen ging relativ fix, innerhalb von zwei Stunden hing alles an seinem Platz. Der aufwendige Teil folgte erst jetzt: das Bücher sortieren. Alle Bücher mussten aus dem Regal raus, die Bretter runter und die Aufleger auch. Mir war schon vorher klar, dass ich die alten Bretter auch mal dringend nass abwischen musste, aber zum Glück half meine Mutter mir dabei. Sie blieb das Wochenende über bei uns, um mir auch beim Einsortieren zu helfen. Allein wäre das alles sehr viel Arbeit und äußerst anstrengend gewesen. Hoch die Leiter, runter die Leiter, hoch die Leiter, runter die Leiter, und so weiter. Darum bin ich noch immer total dankbar, dass ich ihre helfenden Hände zur Verfügung hatte. 🙂
Die Bücher haben wir schon beim Rausnehmen aus dem Regal alphabetisch nach Autor geordnet und einfach erst mal auf dem Boden zwischengelagert. Das sah aus, sag ich euch. Ich hätte ein kleines Fort aus Büchern bauen können.

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Dabei stellte sich heraus, dass ich unglaublich viele Bücher von AutorInnen habe, deren Nachname mit „H“ beginnt. oO Das liegt vor allem daran, dass die Herren und Damen mit „H“ fast alle Vielschreiber sind. Mrs. Hamilton schreibt seit Jahren an der „Anita Blake“-Reihe. Herr Heitz kann sich nicht beherrschen und schmeißt immer neue Romane auf den Markt. Die Hohlbeins sind schon immer fleißig gewesen. 😀
Ansonsten kann ich fast alle Buchstaben des Alphabets bedienen, es fehlen nur „Q“ und „X“. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass das jetzt die neue Challenge für mich ist: AutorInnen mit „Q“ und „X“ finden und der Sammlung hinzufügen. Man braucht eben Ziele im Leben. 😉
Für den Samstag hatten wir uns vorgenommen, alles bis einschließlich „H“ einzusortieren und das haben wir tatsächlich auch geschafft. Mit der Hilfe meiner Ma ging das viel schneller, als ich dachte. Ich turnte oben auf der Leiter herum, während sie mir die Bücher reichte. Oft haben wir unten schon vorsortiert, damit ich oben nur noch alles an seinen Platz stellen musste. Am Ende des Tages sah das so aus:

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Den Abend haben wir dann ganz gemütlich auf der Couch vorm Fernseher verbracht. Aber natürlich ließen mich die Gedanken an mein Regal nicht los. Ich konnte mir mittlerweile vorstellen, wie das Ganze aussehen würde, wenn alles voll ist und gewann die Ansicht, dass mir noch ein entscheidendes Detail fehlte. Ich wollte Buchstützen, die nach außen den Buchstaben tragen, wie in einer richtigen Bibliothek. Ich machte mich sofort auf die Suche danach und durchforstete das Internet. Unglücklicherweise gibt es zwar Buchstützen, auf denen ein Buchstabe eingeprägt ist, aber eben auf dem Rücken und das würde man in meinem System nicht sehen. Mal davon abgesehen, dass ich die Preise für ein einfaches Paar Buchstützen absolut unverschämt finde. Ich brauchte etwas anderes. Mir kam die Idee, dass ich, wenn mein Regal aussehen sollte wie eines in einer Bibliothek, ja einfach im Bibliotheksbedarf stöbern konnte. Und siehe da, dort hatten sie so etwas. Man nennt die Dinger „Regalstopper“. Der Preis für ein Set Alphabet-Regalstopper ist gelinde gesagt anspruchsvoll, aber nun ja, wenn die Elli etwas unbedingt haben möchte… 😀
Am Sonntag haben wir den Tag langsam angehen lassen und erst mal in Ruhe etwas gefrühstückt und Kaffee getrunken. Dabei haben meine Ma und ich darüber diskutiert, wie ich in Zukunft mit neuen Büchern umgehen sollte. Bisher hatten wir die Bücher dicht eingeräumt, so, dass ich neue Bücher nicht einfach würde einsortieren können, ohne die komplette Sammlung zu verschieben. Meine Ma hatte schon die ganze Zeit gesagt, dass das ungünstig ist, aber manchmal bin ich eben einfach stur. Im Licht des neuen Tages habe auch ich erkannt, dass das nicht nur Quatsch, sondern auch unpraktisch ist. Also war unser erster Arbeitsschritt, die bereits eingeräumten Bücher zu verschieben und lockerer zu stellen.
Im Anschluss ging es dann weiter. Wir kamen genauso gut voran wie zuvor und schnell waren alle Bücher einsortiert. Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Ich war und bin unglaublich stolz. Und ich habe jetzt wieder so viel Platz! Ich habe die Bücher nicht mitgezählt, aber wie gesagt, es werden so um die 600 sein. Vorher platzte mein Regal wirklich aus allen Nähten, jetzt kann ich insgesamt 1000-1500 Büchern ein zu Hause bieten. 😀
Fotos habe ich erst ein paar Tage später gemacht, als die Regalstopper hier ankamen. Haltet euch fest, das hier ist mein Regal, wie es jetzt aussieht:

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Ich finde, mein Regal ist ein echtes Schmuckstück geworden. Die Regalstopper geben ihm irgendwie so eine professionelle Note und dass beispielsweise Sigmund Freud neben Sebastian Fitzek steht, finde ich großartig. Ich liebe die Mischung, ich liebe die Übersichtlichkeit. Und ich liebe es, dass ich genau weiß, dass ihr versteht, warum ein neues Bücherregal eine Menge Fotos und einen eigenen Beitrag verdient. Es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, dass ihr meine Begeisterung nachvollziehen könnt, selbst wenn mein Regalsystem vielleicht nichts ist, was ihr euch an eure eigenen vier Wände hängen würdet.
Ich liebe es, dass ich Leuten, die mir vorschlagen, Bilder, Fotos oder Poster aufzuhängen, immer sagen muss „Dafür habe ich keinen Platz, meine Wände sind voller Bücherregale“. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich meinen Eltern sagen muss „Mama, Papa, mein Regal ist voll, ich brauche die nächste Erweiterung“. Selbstverständlich weiß ich schon jetzt, wo ich die nächsten Regale hin hängen würde. Es ist das beste Geburtstagsgeschenk, das ich mir vorstellen kann. Ein zu Hause für Millionen und aber Millionen Worte.

Ihr möchtet etwas zu meinem neuen Regal sagen? Ihr seid herzlich eingeladen, mir eure Meinung mitzuteilen! 🙂 Könntet ihr euch so ein System auch für eure Bücher vorstellen? Wie sehen eure Bücher-Wohnungen aus?

 
16 Kommentare

Verfasst von - 6. September 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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