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Schlagwort-Archive: Empfehlung

Chloe Neill – Höllenbisse

Die Reihe „Chicagoland Vampires“ von Chloe Neill endet mit Band 13. Traurige Fans kann ich jedoch trösten – es wird eine Spin-Off-Reihe geben. Es ist zwar noch nicht bekannt, ob diese den deutschen Markt erreichen wird, doch zumindest erscheint der erste Band der „Heirs of Chicagoland“ voraussichtlich unter dem Titel „Wild Hunger“ im Juli 2018 in den USA. Nein, ich weiß nicht, um wen es gehen wird. Ich wäre schön dumm, würde ich nachsehen. Ich könnte mich heftig spoilern. Das möchte ich vermeiden, weil ich entschlossen bin, die letzten Bände der „Chicagoland Vampires“ wirklich zu genießen. „Höllenbisse“ ist Band 11, damit fehlen mir nur noch zwei, um die Reihe endlich abzuschließen.

Chicagos Vampire finden keine Ruhe. Nachdem Balthasar Ethan postalisch eröffnete, dass er noch immer am Leben ist, hält sich Ethans grausamer Erschaffer nun in Chicago auf, um einen teuflischen Plan zu verwirklichen. Überzeugt, dass Ethan ihn einst enttäuschte und verriet, beabsichtigt Balthasar, ihm alles zu nehmen, was ihm etwas bedeutet: seine Stadt, Haus Cadogan – und Merit, die gegen die Verzauberung des Meisters machtlos ist. Angreifbar und verletzlich wie nie zuvor muss sich Merit außerdem mit einer Bedrohung auseinandersetzen, die ihre Kompetenzen als Hüterin weit übersteigt. Es scheint, als habe sich eines der Vampirhäuser mit einer mafiösen Organisation eingelassen, die sich der Zirkel nennt und für ihre skrupellosen Machenschaften berüchtigt ist. Welches Interesse könnte das organisierte Verbrechen an Vampiren haben? Merit wird den Eindruck nicht los, dass die Aktivitäten des Zirkels und Balthasars Auftauchen zusammenhängen. Doch wie soll sie die Wahrheit aufdecken, ohne sich selbst, Ethan und ganz Chicago in Gefahr zu bringen?

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Ein Kommentar

Verfasst von - Juli 13, 2017 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Eric Scott Fischl – Dr. Potter’s Medicine Show

Wisst ihr, was eine Medicine Show ist? Im 19. Jahrhundert reisten selbsternannte Wunderheiler in Pferdewagen durch die USA und versuchten, selbstzusammengerührte Heilmittelchen an die Leute zu bringen. Meist waren diese Verkaufsveranstaltungen mit einem Unterhaltungsprogramm verbunden. Eine Mischung aus Zirkus, Kirmes und Kaffeefahrt. Da Herstellung und Vertrieb von Medikamenten noch keinen gesetzlichen Regelungen unterworfen waren (erst ab 1906), konnte sich jeder zum Quacksalber aufschwingen, der den Willen und die finanziellen Voraussetzungen besaß. Dementsprechend waren diese Mittel oft wirkungslos oder sogar schädlich – großzügig versetzt mit Alkohol, Opium oder Kokain. Eine Geschichte, die in diesem Umfeld spielt, erschien mir äußerst vielversprechend. Ich konnte nicht widerstehen, als ich „Dr. Potter’s Medicine Show“ von Eric Scott Fischl bei Netgalley entdeckte.

Hereinspaziert, hereinspaziert! Kommen Sie näher, kommen Sie näher! Überzeugen Sie sich selbst von der wundersamen Wirkung von Dr. Hedwiths Chock-a-saw Sagwa Tonikum! Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Rheuma – dieses großartige Elixier heilt jede geistige oder körperliche Krankheit!
Diese oder eine ähnliche Ansprache hält Dr. Alexander Potter in jeder neuen Stadt, die er mit seiner Medicine Show besucht, obwohl er weiß, dass das Tonikum im besten Fall lediglich abhängig macht. Im schlimmsten Fall… erweckt es die Menschen. Zu viele Jahre arbeitet der Sezessionskriegsveteran schon für Dr. Hedwith und seinen grausamen Handlanger Lyman Rhoades, trägt eine alte Schuld ab, die ihn auf ewig an den Doktor fesselt und in dessen alchemistische Experimente verstrickt. Zu lange schon wartet Alexander darauf, seine Freiheit zurückzugewinnen. Seine Chance kommt, in Person des verzweifelten Zahnarztes Josiah McDaniel, dem das Sagwa Tonikum alles nahm und der nun schwört, sich an Dr. Hedwith zu rächen. Gemeinsam stellen sie sich dem Kampf gegen einen Mann, der nichts zu verlieren hat – außer der Unsterblichkeit.

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Jahresrückblick 2016: Statistiken zu Schönheitsköniginnen, tanzenden Zombies und High Fantasy

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist Zeit, einen detaillierten Blick auf mein Leseverhalten des letzten Jahres zu werfen. Der Jahresrückblick 2016 steht an!
Wie bereits die letzten beiden Jahre ist dieser zweigeteilt. Zuerst schauen wir uns die harten Fakten meines Lesejahrs an. Dafür habe ich wieder eine Infografik erstellt, die in ein paar Statistiken zusammenfasst, wie 2016 für mich gelaufen ist. Zu jeder Folie werde ich ein paar Worte sagen und den Vergleich mit 2015 anstellen. Was war besser, was schlechter, was hat sich verändert?

Danach beantworte ich erneut die 30 Fragen von Martina, die das Formular netterweise auf ihrem Blog Bookaholics zur Verfügung stellt. Auf diese Weise kann ich das Jahr 2016 auch noch einmal emotional Revue passieren lassen und mich gemeinsam mit euch an all die tollen Geschichten erinnern, die meinen Weg gekreuzt haben.

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion wird wöchentlich von den Schlunzen-Büchern veranstaltet; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Logo!

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Verfasst von - Januar 12, 2016 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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[TAG] The Book Courtship

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Hallo ihr Lieben! 🙂

So langsam mausert sich der Donnerstag zum TAG-Tag. Hihi. 😀 The Book Courtship TAG habe ich bei Duncelbunte Zeiten gefunden und ich fand ihn so putzig, dass ich einfach mitmachen wollte. Außerdem hat mich später die liebe Nina vom Blog Book Blossom auch noch getaggt, das heißt, jetzt muss ich quasi teilnehmen. 😉

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Verfasst von - Oktober 22, 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Aktuelle Lektüre empfehlbar?

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Am kommenden Wochenende steht für uns die Jugendweihe meiner kleinen Schwägerin in Spe an. Daher wird diese Woche ziemlich stressig, es muss vorher noch einiges erledigt werden. Zum Glück schlage ich mich gerade ganz gut mit den ausstehenden Rezensionen und habe die beiden Texte für diese Woche bereits fertig und vorbereitet. Mittwoch und Freitag, ihr könnt euch freuen! 😉 Heute steht die Montagsfrage von Svenja aka Buchfresserchen an, die diesmal recht leicht zu beantworten ist:

Würdest du dein aktuelles Buch nach jetzigem Stand weiterempfehlen?

Ja. Ich habe es mit dieser Frage wirklich einfach, weil ich gerade „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ von John Irving lese. Ich bin noch überhaupt nicht weit, habe gerade mal das erste Kapitel geschafft (Zeitmangel -.-), aber das gute Stück ist ein moderner Klassiker. Ich weiß nicht viel über das Buch und habe auch die Verfilmung nie gesehen. Wenn man mich fragte, warum es empfehlenswert ist, würde ich vermutlich genau so argumentieren: „Weil es ein Klassiker ist“. Meine Mutter liebt John Irving, deswegen gehe ich davon aus, dass auch mir „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ gefallen wird. Bisher liest es sich ganz gut und flüssiger, als ich erwartet hätte. Irving hat einen interessanten Sinn für Humor und ich bin gespannt, wohin die Reise des Protagonisten Homer Wells führt. 🙂

Ist euer aktuelles Buch empfehlenswert?

Ich freue mich auf eure Antworten und Kommentare und wünsche euch allen einen fabelhaften Wochenstart!
Alles Liebe;
Elli

 
 

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Gewinnspiel zum Welttag des Buches: Blogger schenken Lesefreude

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Hallo ihr Lieben! 😀

Heute ist für alle Bücherwürmer ein freudiger Tag, denn heute ist der Welttag des Buches! Aufgrund dieses ganz wundervollen Anlasses gibt es eine ebenso wundervolle Aktion, an der ich mich dieses Jahr unbedingt beteiligen wollte: Blogger schenken Lesefreude. Lasst uns gemeinsam das Lesen, Bücher und die Literatur feiern! 😀 Was kann es Schöneres geben, als anderen Buchverrückten eine Freude zu machen?
Die Idee dahinter besagt ja eigentlich, dass Blogger ihre Lieblingsbücher verschenken; ich habe mich allerdings dafür entschieden, stattdessen einen Gutschein im Wert von 20€ zu verlosen. Das ist vielleicht ein bisschen uninspiriert, ich konnte mich aber einfach nicht entscheiden, welches Buch mein liebstes ist. Die Auswahl ist riesig und außerdem möchte ich euch die Chance geben, genau das Buch zu bekommen, das euch glücklich macht.

Blogger schenken Lesefreude groß

Das Gewinnspiel

Im Grunde ist es ganz einfach: beantwortet einfach meine Gewinnspielfrage und schon seid ihr im Lostopf! Ihr könnt eure Antwort in den Kommentaren hinterlassen, könnt mir aber auch per Twitter, Google+ oder E-Mail eine Nachricht schicken. Wichtig ist vor allem, dass ihr mir eure E-Mail-Adresse zukommen lasst, damit ich euch erreichen kann. Aus allen Einsendungen lose ich dann ganz fair den/die GewinnerIn aus und melde mich bei dieser glücklichen Person. Ich werde euch dann fragen, was ich von den 20€ für euch bei Amazon bestellen und an welche Adresse ich eure Bestellung schicken lassen soll. Da ich Prime-Mitglied bin, entfallen die Versandkosten. 🙂 Mir ist es völlig gleich, wie genau ihr die 20€ verballern möchtet (ob nun ein Buch für 20€ oder vier Bücher für je 5€), die einzige Bedingung ist nur, dass es sich um Bücher oder eBooks (Kindle) handeln muss.
Das Gewinnspiel läuft ab heute bis zum 30. April, also genau eine Woche. Ich werde den/die GewinnerIn direkt benachrichtigen, wenn feststeht, wer es ist. Eure Wunschbestellung sollte dann innerhalb von 1-3 Tagen bei euch ankommen; falls sich die Lieferung aus irgendeinem Grund verzögert, werde ich euch das natürlich mitteilen.

Bitte beachtet folgendes:
1. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr mindestens 18 Jahre alt sein, oder das Einverständnis eurer Eltern muss vorliegen.
2. Ich übernehme keine Garantie für den Versand.
3. Der Rechtsweg und eine Auszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen.
4. Das Gewinnspiel läuft bis zum 30.04.2015, ihr habt also eine Woche Zeit, mir eure Antworten mitzuteilen. Ausgelost wird dann am 01.05.2015 und ich werde den/die GewinnerIn sofort benachrichtigen, sobald feststeht, wer es ist.

Alles verstanden? Gut, dann kommt jetzt die Frage zum Glück! 😀

Welche Buchempfehlung war die bisher beste eures Lebens und wer hat diese Empfehlung ausgesprochen?

Da sich der heutige Tag ganz um das Thema „verschenkte Lesefreude“ dreht, möchte ich von euch wissen, welche Buchempfehlung euer Leben nachhaltig verändert hat. Welche Empfehlung war so gut, dass ihr dieser Person euer Leben lang dankbar sein werdet? Ist vielleicht sogar eines eurer Lieblingsbücher erst durch eine Empfehlung bei euch eingezogen? Wer war der/die WohltäterIn, der/die euch dieses Geschenk gemacht hat?
Ich weiß, dass diese Frage für einige von euch sicher nicht ganz leicht zu beantworten ist, denn auch für mich ist sie schwierig. Harry Potter, alle Bücher von Joyce Carol Oates und Dave Eggers, die Anita Blake – Reihe… sie alle waren einst Empfehlungen. Ich denke aber, ich entscheide mich für die eine Empfehlung, die mich zu meinem Lieblingsautor gebracht hat: „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde. Diese Empfehlung bekam ich von meiner Mutter und ich bin ihr bis heute sehr dankbar dafür, weil dieses Buch meiner Meinung nach im Grunde ein einziges Zitat ist. (Fast) Jeder Satz hat eine tiefere Bedeutung und lehrte mich etwas über das Leben, über Laster und Anstand. Es zeigte mir, dass jede Tat Konsequenzen hat, auch wenn man sie äußerlich nicht immer erkennen kann. Es ist ein wundervolles, tiefgründiges Buch und ich bin unglaublich froh, dass es zu meinem Leben gehört.

Nun seid ihr dran! Erzählt mir von der besten Empfehlung eures Lebens und lasst mich an eurer Freude darüber teilhaben! Ich drücke euch allen ganz fest die Daumen für das Gewinnspiel und bin irgendwie schon ganz aufgeregt, wem ich wohl ein Lächeln ins Gesicht zaubern darf! Wenn ihr selbst ebenfalls eine Verlosung veranstaltet, dürft ihr diese hier natürlich verlinken. Außerdem würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mein Gewinnspiel auf den verschiedenen sozialen Netzwerken verbreitet. 🙂

Ich freue mich, den Welttag des Buches mit euch feiern zu dürfen. Es macht mich sehr glücklich, dass es so viele Menschen gibt, denen an Büchern genauso viel liegt wie mir! ❤
Alles Liebe,
Elli

 
 

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Montagsfrage: Empfehlung aus dem Lieblingsgenre?

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Puh, ich habe eine ziemlich stressige Woche hinter mir. Doch all die Umstände haben sich gelohnt, denn jetzt steht tatsächlich ein niegelnagelneues Bett in unserem Schlafzimmer. Schlafen wie auf einer Wolke. Ein Traum. *.*
Diese Woche sollte (theoretisch) wesentlich entspannter werden, deswegen habe ich mir vorgenommen, fleißig die ausstehenden Rezensionen anzugehen und zumindest einen Teil abzuarbeiten. Heute ist allerdings erst mal Montag – Zeit für die Montagsfrage von Svenja aka Buchfresserchen.

Welches Buch würdest du jemandem empfehlen, der zum ersten Mal ein von dir favorisiertes Genre liest?

Ich habe mich für drei verschiedene Genre entschieden, weil es für mich unmöglich ist, nur eines auszuwählen. 😀 Selbstverständlich ist jede Empfehlung immer von der Person abhängig, für die ich eine Empfehlung ausspreche. Aber da es sich hier um eine hypothetische Situation handelt, will ich es mal nicht komplizierter machen, als es ist.

Mein erstes Empfehlungs-Genre ist die High Fantasy. Ich liebe dieses Genre, weil es kaum ein anderes gibt, das mich so weit von der Realität wegbringt. Die Magie, die wunderschönen Welten, der Kampf zwischen Gut und Böse – das alles fasziniert mich. Sollte ich hier nun eine Empfehlung abgeben, würde ich versuchen, eine Saga auszuwählen, die nicht zu anspruchsvoll und umfangreich, aber auch nicht zu langatmig ist. Ich könnte mir vorstellen, dass einen Genre-Neuling das abschreckt.
Ich denke, ich würde den Mehrteiler „Das Geheimnis von Askir“ von Richard Schwartz empfehlen, beziehungsweise den ersten Band „Das Erste Horn“. Diese Reihe umfasst sechs Bände; die ersten vier Bände bewegen sich im Rahmen von 400-450 Seiten, also überschaubar. Ich fand „Das Geheimnis von Askir“ großartig und äußerst fesselnd, sodass ich alle sechs Bände hintereinander weg gelesen habe. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Mehrteiler nicht zu lang ist, einen Neuling aber trotzdem dazu verführt, immer weiter zu lesen, was ja mein Anliegen wäre.

das erste horn

 

Ein verschneiter Gasthof im hohen Norden: Havald, ein Krieger aus dem Reich Letasan, kehrt in dem abgeschiedenen Wirtshaus „Zum Hammerkopf“ ein. Auch die undurchsichtige Magierin Leandra verschlägt es hierher. Die beiden ahnen nicht, dass sich unter dem Gasthof uralte Kraftlinien kreuzen. Als der eisige Winter das Gebäude vollständig von der Außenwelt abschneidet, bricht Entsetzen aus: Ein blutiger Mord deutet darauf hin, dass im Verborgenen eine Bestie lauert. Doch wem können Havald und Leandra trauen? Die Spuren führen in das sagenhafte, untergegangene Reich Askir…“

 

 

Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich zusätzlich noch die „First Law“-Trilogie von Joe Abercrombie empfehlen würde, doch für einen Neuling des Genres halte ich Abercrombie für etwas zu brutal und blutig. Wenn die Person ihre ersten Erfahrungen in der High Fantasy mit ihm sammelt, könnte das mächtig nach hinten losgehen und das möchte ich nicht. Ich will ja vermitteln, was an der High Fantasy so wundervoll ist. 😉

Das zweite Genre ist, genau wie bei Svenja, die Urban Fantasy. Allerdings würde ich einen völlig anderen Vertreter empfehlen, weil ich keine der Reihen mit einer starken Heldin oder einem sympathischen Anti-Held im Mittelpunkt auswählen würde. Bei diesen Romanen ist die Frage, ob sie einem Leser oder einer Leserin gefallen, einfach zu stark davon abhängig, ob sie die Hauptfigur mögen. Außerdem finde ich, dass sie einfach nicht magisch genug sind. Sie machen mir großen Spaß, ich lese sie gern. Aber wenn ich jemandem, der neu im Genre ist, vermitteln sollte, wie schön die Vorstellung ist, dass unsere Realität vielleicht weit mehr bereit hält, als wir tagtäglich sehen können, würde ich „Die Uralte Metropole“ von Christoph Marzi empfehlen. Auch hier natürlich den ersten Band „Lycidas“. Seit ich diese Reihe gelesen habe, schaue ich manchmal in die U-Bahn-Tunnel meiner Stadt hinein und frage mich, was wohl dort im Dunkeln ist, was ich nicht sehen kann. Was für eine Welt sich nur ein paar Meter von mir entfernt versteckt. 🙂

Die Welt ist gierig und manchmal verschlingt sie kleine Kinder mit Haut und Haaren …

lycidasEs geschehen seltsame Dinge in London. Im Waisenhaus des grausamen Mister Dombey traut die kleine Emily Laing ihren Augen nicht, als sie eines Morgens in der Küche von einer Ratte angesprochen wird, die sich ihr höflich als Lord Hironymus Brewster vorstellt. Eine Sinnestäuschung? Nein, denn bald darauf bleibt Emily nichts anderes übrig, als an die Existenz von wundersamen Wesen zu glauben – als sie nämlich Zeugin wird, wie ein Werwolf eines der Mädchen aus dem Schlafsaal für Neuzugänge stiehlt. In Begleitung der Ratte – sowie eines Elfen namens Maurice Micklewhite und des mürrischen Alchemisten Wittgenstein – macht sich Emily auf die Suche nach der verschwundenen Mara.

Die Spur führt die Gefährten in die Uralte Metropole, eine geheimnisvolle Stadt unter der Stadt, ein dunkles, gefährliches Reich, in dem gefallene Engel hausen und antike Gottheiten über das Schicksal der Menschen walten.

Doch was steckt wirklich hinter den Kindesentführungen, von denen London regelmäßig heimgesucht wird? Und wer ist der mysteriöse Herrscher der uralten Metropole, der sich Lycidas nennt?“

Zu guter Letzt bleiben noch meine heiß geliebten YA Dystopien. Da gibt es viele, die sich anbieten würden, aber ich würde die „Delirium“-Trilogie von Lauren Oliver auswählen. Es war diese Trilogie, die mich für das Genre gewinnen konnte, also warum sollte das bei anderen nicht auch funktionieren? 😉

Delirium

 

 

Ninety-five days, and then I’ll be safe. I wonder whether the procedure will hurt. I want to get it over with. It’s hard to be patient. It’s hard not to be afraid while I’m still uncured, though so far the deliria hasn’t touched me yet. Still, I worry. They say that in the old days, love drove people to madness. The deadliest of all deadly things: It kills you both when you have it and when you don’t.

 

 

Das wären also meine Empfehlungen für Genre-Neulinge. Jetzt bin ich natürlich äußerst gespannt, welche Bücher ihr auswählen würdet. Vielleicht ist ja auch für mich etwas dabei. 😉

Welches Buch würdet ihr einem Neuling in eurem Lieblingsgenre empfehlen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Antworten und Kommentare und wünsche euch eine wunderbar tollige Woche! 😀

Alles Liebe,
Elli

(Bildquelle 1)
(Bildquelle 2)
(Bildquelle 3)

 
 

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese Aktion wird abwechselnd von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher betreut; die Fragen dieser Woche findet ihr bei Weltenwanderer durch einen Klick aufs Bild! 🙂
Es scheint so, als wäre der Montag für mich prinzipiell DER Auslese-Tag der Woche. Irgendwie bin ich in einen Rhythmus gerutscht, der zur Folge hat, dass ich bei Gemeinsam Lesen immer gerade erst mit einem neuen Buch angefangen habe und nur ein paar Seiten lesen konnte. So auch heute. Ich kann euch heute also wieder nur Erwartungen präsentieren, statt wirklich etwas zu meiner aktuellen Lektüre sagen zu können.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich habe gestern Abend noch mit „Hexed“ von Kevin Hearne begonnen und befinde mich jetzt auf Seite 11. Das ist der zweite Band der Iron Druid Chronicles und ein Zugeständnis meines Bauches an unser Jahresziel, nicht so viele neue Reihen anzufangen und dafür bereits begonnene weiterzulesen oder abzuschließen. 😉

HexedAtticus O’Sullivan, last of the Druids, doesn’t care much for witches. Still, he’s about to make nice with the local coven by signing a mutually beneficial nonaggression treaty—when suddenly the witch population in modern-day Tempe, Arizona, quadruples overnight. And the new girls are not just bad, they’re badasses with a dark history on the German side of World War II.

With a fallen angel feasting on local high school students, a horde of Bacchants blowing in from Vegas with their special brand of deadly decadence, and a dangerously sexy Celtic goddess of fire vying for his attention, Atticus is having trouble scheduling the witch hunt. But aided by his magical sword, his neighbor’s rocket-propelled grenade launcher, and his vampire attorney, Atticus is ready to sweep the town and show the witchy women they picked the wrong Druid to hex.“

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Leif’s fangs popped out and he launched himself from his chair to the edge of my front lawn, scanning the darkness for assailants with all his senses.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Hach, Atticus. Ein Mann ganz nach meinem Geschmack. Angenommen, es gäbe ihn wirklich und er lebte in meiner Nachbarschaft – ich würde ihn stalken. Vorausgesetzt, der Lieblingsmensch wäre nicht in meinem Leben. Nicht nur, dass Atticus wohl phänomenal gut aussieht (trotz seiner rund 2.000 Lebensjahre), er hat auch einen fantastischen, spritzigen Humor, der auf mich wirklich äußerst attraktiv wirkt. Ich finde es großartig, mit welcher Leichtigkeit er sein Leben bestreitet und dass er niemals den Glauben an sich verliert. Er ist lässig und einfach derbe cool. Außerdem kann er magiern (zaubern klingt immer so nach Taschenspielertricks). Und er führt richtige Gespräche mit seinem Hund Oberon. Mir fällt nichts ein, was ich an ihm nicht leiden kann, was besonders in der Urban Fantasy selten vorkommt. Ich mag Atticus genau so, wie er eben ist. Ja, ich weiß, ich klinge ein bisschen nach Fan-Girl. Na und? 😀
Ich erwarte vom zweiten Band der Reihe, dass er mich genauso begeistert wie der erste und dass ich wieder einige interessante Details aus zum Teil bereits fast vergessenen Glaubensrichtungen erfahre. Die keltische Mythologie steht natürlich im Vordergrund, aber da ich mich mit dem entsprechenden Götterpantheon und ihren Beziehungen nicht auskenne, soll mir das nur recht sein. Bestimmt wird es auch wieder sehr actionreich und lustig, worauf ich mich ebenfalls freue, weil die letzten Bücher, die ich gelesen habe, doch eher auf Psychisches konzentriert und sehr ernst waren. Kaum Schlägereien. Jetzt darf mal wieder geprügelt werden! 😀 Und Atticus ist dafür einfach der perfekte Kandidat.

4. Welches Buch würdest du einem absoluten Lesemuffel empfehlen, um ihn davon zu überzeugen, dass Lesen einfach das absolut tollste ist? Und warum gerade dieses Buch?

Wow, was für eine Frage. 😀 So toll ich sie finde, die Antwort ist wirklich nicht leicht. Ich habe so viele tolle Bücher in meinem Leben gelesen, dass diese Frage ganz ähnlich ist, als würde man mich fragen, welches Buch mein liebstes auf der ganzen Welt ist. Mal davon abgesehen, dass ich denke, die Antwort ist auch von besagtem Lesemuffel abhängig. Jemandem, der sich nicht vorstellen kann, dass Orks in einer anderen Welt existieren könnten, würde ich zum Beispiel niemals einen Fantasy-Roman empfehlen.
Spontan würde ich „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel (zur Rezension geht es HIER lang) auswählen, weil dieses Buch meiner Meinung nach nicht nur wundervoll, sondern auch ein ziemlicher Allrounder ist. Es geht um das Leben, die Liebe, es gibt Abenteuer und Action, aber auch Wissen, etwas zu Lachen und ein bisschen Drama. Ich denke, es gibt sehr viele Menschen, denen ich durch dieses Buch klarmachen könnte, wie toll Lesen ist. Vielen, aber eben nicht allen. Jedes Buch, das ich empfehlen könnte, wäre für einige Muffelchen perfekt geeignet, für andere wiederum gar nicht. Letztendlich wäre es also davon abhängig, was für einen Menschen ich vom Lesen überzeugen wollte. Ich würde versuchen, sehr vorsichtig und einfühlsam an diese Aufgabe heranzugehen, denn wähle ich das falsche Buch aus, bestätigt das das Muffelchen vermutlich nur und im schlimmsten Fall nimmt es nie wieder ein Buch zur Hand. Und dafür möchte ich keinesfalls verantwortlich sein. 😉

Was lest ihr im Moment? Welches Buch würdet ihr einem Lesemuffel empfehlen und warum?

Ich freue mich auf eure Meinungen und Kommentare! 😀
Alles Liebe,
Elli

 
 

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Chris Beckett – Dark Eden

„Dark Eden“

Autor: Chris Beckett

Format: Tachenbuch

Seitenzahl: 404

Verlag: Corvus

Sprache: Englisch

ISBN: 1848874642

Genre: Science-Fiction > Dystopie

ausgelesen am: 20.12.2013

Bewertung:

Inhalt

Die Geschichte katapultiert den Leser auf einen anderen Planeten, einen Planeten, auf dem die Bäume geothermisch sind und brummen, die Tiere zwei Herzen haben und dunkelgrünes Blut durch ihre Adern pumpt. Ein Planet, der permanent im Dunkeln lebt – Eden.

Dort begegnen wir John Redlantern, ein 15-jähriger menschlicher Jugendlicher, der sich nichts sehnlicher wünscht als Veränderung.  Doch Veränderung ist in seiner Familie, die 532 Mitglieder zählt, nicht gern gesehen. Er und seine Verwandten warten seit 163 Jahren darauf, von Eden abgeholt und zur Erde gebracht zu werden. Daher hat in dieser langen Zeit nie jemand versucht, den bizarren und doch wunderschönen Planeten zu erkunden. Geduldig harren sie in der Nähe eines Steinkreises aus, mit dem ihre Vorfahren (Angela und Tommy) ihre Ankunft mit einem Raumschiff markierten. Alle sind überzeugt, man dürfe sich nicht zu weit von der Siedlung um den Steinkreis herum entfernen, da man sonst von Erde nicht gefunden werden könnte. Alle sind zufrieden, obwohl die Nahrungsquellen knapp werden, die Familie durch Inzucht und eine Form von freier Liebe immer weiter wächst und der Lebensraum zusehends beengter wird.

Alle, außer John. Aus Sorge um die Zukunft seiner Familie und einer eigenen inneren Unruhe heraus beginnt er zu revoltieren. Er stellt das Leben, wie die menschlichen Bewohner von Eden es kannten, komplett auf den Kopf; so sehr, dass sich eine Gruppe Jugendlicher abspaltet und ihr Glück darin sucht, die unentdeckten Territorien des Planeten zu erkunden, um eine neue Heimat zu finden.

Getrieben von dem Wunsch nach Verbesserung ihrer Lebensumstände, werden sie mit Sturheit, Wut und Ignoranz konfrontiert. Sie müssen lernen, dass es nicht leicht ist, mit alten Traditionen zu brechen und darüber hinaus, was es bedeutet, wenn die eigene Familie zum Feind wird.

Auf ihrer Reise entdecken sie völlig neue Seiten ihrer Heimat und decken dabei das große Geheimnis um die Vergangenheit und ihre Vorfahren auf…

Rezension

„Dark Eden“ ist ein Dystopie-Roman aus der Science Fiction – Ecke, wie er im Buche steht. Alles wirkt fremd und für Menschen lebensfeindlich, trotzdem aber faszinierend und wunderschön. Die Welt, die Chris Beckett beschreibt, gleicht einer giftigen Pflanze: herrlich anzuschauen, aber auf näheren Kontakt sollte man verzichten.

Die Menschen, die dort aufgrund unglücklicher Umstände leben, erscheinen wie Kinder. Fast alles Wissen, dass Angela und Tommy einst von der Erde mitbrachten, ist verloren oder vergessen. Sie wissen nicht, wie man warme Kleidung näht, der Großteil kann weder lesen noch schreiben und 163 Jahre nach der Landung ist man auch nicht mehr ganz sicher, wie Jahre überhaupt gezählt werden. Die Familie ist durch Inzucht entstanden, daher sind alle mehr oder weniger eng miteinander verwandt. Natürlich hatte dies auch über die Generationen hinweg Auswirkungen, es werden immer mehr Kinder mit schlimmen Hasenscharten oder sogenannten Klauenfüßen (clawfeet) geboren. Es ist zwar bekannt, dass man nicht mit Brüdern, Schwestern oder der eigenen Mutter schlafen sollte, doch warum das so ist, weiß niemand, geschweige denn, dass sie den Zusammenhang zwischen Missbildungen und ihrem Sexualverhalten erkennen würden. Ich muss gestehen, dass mich diese Eigenheit anfangs sehr schockiert hat, die Familie wirkt wie eine Kommune, in der im Grunde jeder mit jedem (natürlich ungeschützt) ein Nümmerchen schieben darf. Sex gehört dort einfach zum Alltag dazu, es ist nichts Außergewöhnliches und auch nichts, dass zwei Menschen auf besondere Art und Weise miteinander verbinden würde. Er hat nur zwei Funktionen: Fortpflanzung und Entspannung.

Trotzdem sind die Bewohner von Eden so menschlich, wie sie nur hätten sein können. Beckett hat die typisch humane Eigenschaft, Angst vor allem Neuen zu haben und es kategorisch abzulehnen, wunderbar herausgearbeitet. Der Widerwille, den eigenen Planeten zu erkunden; der Hass, der der Gruppe um den Protagonisten John Redlantern entgegen schlägt, ist so tiefgreifend und facettenreich beschrieben, dass die Geschichte von diesem Standpunkt aus auch hätte auf unserem Planeten spielen können.

Insgesamt empfand ich die Charaktere als sehr fein und umfangreich konstruiert. Den Hauptteil des Buches bestreitet der Leser aus der Perspektive von John Redlantern, da er trotz vielen Nebenfiguren Protagonist ist und auch bleibt. Beckett dreht die Perspektive jedoch häufiger, indem er (teilweise parallel) andere Figuren einen Teil der Geschichte erzählen lässt. Mir hat das sehr gut gefallen, es war zum Einen eine Möglichkeit, den Protagonisten aus verschiedenen Blickwinkeln kennenzulernen und dadurch einen recht vollständigen Eindruck von ihm zu bekommen, zum Anderen gab es einen hervorragenden Einblick in die Denkweise der Menschen auf Eden.

Der Protagonist John ist ein komplizierter Charakter. Tatsächlich bin ich bis jetzt immer noch nicht sicher, ob er meiner Meinung nach wirklich ein Sympathieträger ist oder nicht. Er versucht zwar, das Leben für alle zu verbessern, ich hatte aber trotzdem oft das Gefühl, dass er auch von egoistischen Motiven getrieben wird. Die bereits erwähnte eigene Unruhe scheint in ihm oft gepaart zu sein mit dem Bedürfnis, etwas Besonderes und Großes zu leisten und dabei zusätzlich noch im Mittelpunkt zu stehen. Wird ihm die zentrale Rolle in den Ereignissen abgesprochen oder von jemand anderem übernommen, fühlt er sich unwohl und trägt sich sofort mit dem Gedanken, wie er auch das zu seinem Vorteil nutzen kann, um sich wieder in den Vordergrund zu rücken. Des Weiteren ist John ein extrem vorausschauender junger Mann, manchmal sogar ZU vorausschauend und berechnend für sein angegebenes Alter von etwa 15 Jahren. Allerdings half hier die Unsicherheit, was die Zeitrechnung in Eden betrifft, da es genauso gut möglich wäre, dass er bereits etwa 18 Jahre alt ist. Der Leser kann sich nie ganz sicher sein, ebenso wenig wie die Menschen auf Eden. Daher stellte dies für mich kein Hindernis dar. Dazu passend ist sein manipulatives Wesen, eine seiner dominantesten Eigenschaften. Das ganze Buch über hatte ich den Eindruck, dass ihm zwischenmenschliche Kontakte unglaublich schwer fallen, es sei denn, er will etwas durch sie erreichen. Er scheint immer recht genau zu wissen, welche Knöpfe er bei seinen Gesprächspartnern drücken muss, um sie in die eine oder andere Richtung zu lenken. Doch sobald es um Gefühle geht oder darum, einfach nur das Leben zu spüren, versagt John komplett. Er kann nie loslassen, zerdenkt alles bis ins kleinste Detail. Außerdem ist John sehr mutig, er hat einen wachen, intelligenten Geist und betätigt sich für die dargestellten Verhältnisse relativ erfolgreich als Erfinder.

Es sind gerade seine Fehler, die ihn real erscheinen lassen. John ist kein Held aus dem Bilderbuch. Chris Beckett gab ihm einen vielschichtigen Charakter mit egoistischen Zügen, und dadurch ein durch und durch menschliches und nachvollziehbares Verhalten. Es spielt keine große Rolle, ob der Leser ihn mag oder nicht; er trägt die Geschichte, die sich eigentlich um viel größere Dinge dreht als nur um diesen einen jungen Mann.

Darüber hinaus hat Beckett seinen Roman auf erfrischende Weise durch den Einsatz unterschiedlichster Perspektiven aufgebrochen, wie bereits erwähnt. Daher weiß man nie, wer die Hauptfigur des nächsten Kapitels sein wird. Es erzeugt Spannung und eine gewisse Loslösung von John, was durch seine nicht immer sympathische Art sehr angenehm war. Manche Figuren bekommen mehrere Kapitel, um aus ihrem Blickwinkel zu erzählen, manche nur eines.

Die größte Rolle neben John spielt Tina Spiketree, eine junge Frau in Johns Alter, die ihm letztendlich auch auf seine Reise durch Eden folgt. Sie ist intelligent und scharfzüngig; mit John verbindet sie eine recht komplizierte Beziehung, die auch zu keinem Happy End findet. Dies liegt jedoch nicht an ihr, sondern an John und seinem schwierigen zwischenmenschlichen Verhalten. Tina ist für den Leser der größte und verlässlichste Faktor, um zu verstehen, wie der Protagonist auf die anderen Figuren wirkt.

Ein absolutes Highlight des Buches war für mich die Schreibweise. Die Menschen in Eden neigen dazu, Adjektive mehrfach zu wiederholen, wenn sie ausdrücken möchten, wie sehr sie etwas geärgert, gefreut, erstaunt etc. hat. Anfangs fand ich das befremdlich, es erinnerte mich erneut an die Kommunikation von Kindern, aber im Laufe des Buches habe ich diese Ausdrucksweise wirklich zu schätzen gelernt. Der Autor erlaubte seinen Figuren dadurch einen ganz eigenen Charme.

Zusätzlich verwendet Beckett hin und wieder Worte, die eindeutig ursprünglich von der Erde kommen, auf Eden in den Jahren aber verfälscht und abgeändert wurden. Aus „electricity“ wurde so beispielsweise „lecky-trickity“ und „televison“ wurde zu „telly vision“. Aus linguistischer Sicht stellt das eine absolut plausible Entwicklung dar, denn schließlich sind die einzigen Personen, die sich an diese Worte hätten erinnern können, schon seit Jahrzehnten verstorben. Ich musste über dieses Detail mehrfach schmunzeln und mochte den auflockernden Effekt.

Zusammenfassend erzählt das Buch eine eher ruhige Geschichte, die ohne große Spannungsmomente auskommt. Die Zugkraft geht völlig von der Reise der Gruppe um John Redlantern aus, man wünscht ihnen einfach so sehr, dass sie einen sicheren Platz zum Leben finden und natürlich trieb mich auch die Neugier an, zu erfahren, was die große Entdeckung um die Vorfahren der Familie darstellt.

Im Mittelpunkt stehen absolut zwischenmenschliche Beziehungen in allen ihren Facetten. Chris Beckett hat in der Konstruktion seiner Charaktere sehr viel Feingefühl und Liebe zum Detail bewiesen, wodurch sie glaubhaft und echt wirken.

Dieses Buch ist etwas für all die Leser, die Science Fiction eher kritisch gegenüber stehen, weil sie sich nicht mit der Vorstellung von Aliens anfreunden können. „Dark Eden“ braucht weder abgefahrene, ausgeflippte und eindeutig nicht menschliche Feinde, noch ein besonders umfangreiches, kompliziertes Gesellschaftssystem, um zu überzeugen. Durch und durch menschliche Konflikte, Ängste und Emotionen in einer faszinierenden und befremdlichen Natur reichen völlig aus, um eine fesselnde Geschichte zu erzählen.

Ich kann es guten Gewissens weiter empfehlen.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - Dezember 20, 2013 in Dystopie, Science Fiction

 

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