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Schlagwort-Archive: Elend

Montagsfrage: Buchige Vorfreude?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich liebe Routine. Wenn alles so läuft, wie immer, bin ich glücklich und fühle mich sicher. Diese Woche hat das mit der Routine nicht so ganz geklappt, weil sich Antonia von Lauter&Leise aktuell im Unistress befindet. Deshalb ging die Montagsfrage erst am Dienstag online, was ich einfach nicht mitbekommen habe, da ich davon ausging, dass keine Frage mehr kommen würde, nachdem sie am Montag ausfiel. Ich habe das erst heute gesehen. Also bin ich jetzt mal ganz verrückt und beantworte die Montagsfrage, die am Dienstag veröffentlicht wurde, an einem Donnerstag! 😀

Auf welche (baldige) Buchveröffentlichung freust du dich momentan am meisten?

Argh, ein ganz sensibles Thema im Moment. Ich habe dazu bereits einen Beitrag geschrieben, den ich in zwei Wochen posten werde, einen Tag vor der Doppelrezension zu „Die Stadt des blauen Feuers“ und „Tod eines Gottes“ (Das Spiel der Götter #8) von Steven Erikson. Ich möchte hier nicht zu viel vorwegnehmen, aber ich kann euch verraten, dass ich seit mehr als zwei Jahren auf die Veröffentlichung von „Die Schwingen der Dunkelheit“ , der zweite Part des neunten Bandes von „Das Spiel der Götter“ warte. Auf Deutsch ist das Band Nummer 17. Angeblich soll dieser nun im November erscheinen. So ganz überzeugt bin ich davon noch nicht, denn ich bin ein gebranntes Kind und habe schon zu oft erlebt, dass die Veröffentlichungstermine der Reihe immer wieder kommentarlos verschoben wurden. Ich traue mich quasi nicht, mich darauf zu freuen, obwohl ich es tief in meinem Herzen kaum abwarten kann, das Buch in den Händen zu halten. Ich wünsche mir, dass der deutsche Verlag blanvalet das Epos endlich abschließt und dieses Elend mit den Veröffentlichungsdaten aufhört. Deshalb hüpfe ich zwar nicht ungeduldig auf der Stelle, aber es gibt aktuell kein Buch, auf das ich mich mehr freue als „Die Schwingen der Dunkelheit“. Mehr dazu dann in zwei Wochen.

Welchem Buchveröffentlichungstermin fiebert ihr entgegen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen eine hervorragende Restwoche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

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Verfasst von - 28. März 2019 in VORLAGEN

 

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Jahresrückblick 2018: Vom Spaß mit Statistiken, dem Kampf gegen die Durchschnittlichkeit und plüschigen Helden

Hallo ihr Lieben!

Tatatataaaa! Es ist geschafft! Der Jahresrückblick 2018 ist endlich fertig! Die Zusammenfassung meines vergangenen Lesejahres war wie immer eine Mammutaufgabe, die mich wieder einmal viel länger in Anspruch nahm, als ich eigentlich plante. Jedes Jahr unterschätze ich, wie viel Zeitaufwand dieser Rückblick erfordert. Aber: es ist mir noch im Januar gelungen, ihn fertigzustellen und ich freue mich sehr, ihn euch heute präsentieren zu können! Eigentlich wäre heute ja die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise dran, doch da diese aus privaten Gründen ausfällt, dachte ich, ich nutze die Gelegenheit, um meinen Jahresrückblick einen Tag vorzuziehen. 😉

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Verfasst von - 28. Januar 2019 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Heinz Strunk – Der goldene Handschuh

„Der goldene Handschuh“ ist ein Tatsachenroman des Autors Heinz Strunk, der den Serienmörder Fritz Honka in den Mittelpunkt stellt. Honka war in den 1970er Jahren in Hamburg aktiv und ermordete mindestens vier Frauen, deren Leichen durch Zufall entdeckt wurden. Seine Opfer waren gescheiterte Existenzen ohne soziales Netz, weshalb niemand sie als vermisst meldete. Honka gabelte sie in den übelsten Kneipen im Bezirk St. Pauli auf, darunter auch das Lokal „Zum goldenen Handschuh“. Er wurde im Juli 1975 verhaftet und im Dezember 1976 zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Das Gericht ordnete eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik aufgrund verminderter Schuldfähigkeit an. Er starb 1998. Zu Recherchezwecken erhielt Strunk Einsicht in Honkas Prozessakten, die bis dahin verschlossen im Hamburger Staatsarchiv lagerten. Der daraus entstandene Roman ist eine von Kritikern gelobte Milieustudie, die mir von einem Kollegen empfohlen und ausgeborgt wurde.

Fritz Honka ist ein Frauenmörder. Innerlich verkommen und äußerlich entstellt, findet er seine Opfer am untersten Bodensatz der Gesellschaft. Er ist ein Verlierer, der von einem besseren Leben träumt und seinen verstörenden Fantasien nicht entkommen kann. Er weiß, er ist ein Säufer, ein bedauernswerter Tropf, eine Niete. Doch Frauen lassen sich selbst für einen wie ihn auftreiben. Die Verlorenen. Die Verzweifelten. Diejenigen, die längst nicht mehr auf bessere Tage hoffen. In der Hamburger Kneipe „Zum goldenen Handschuh“ geht Honka auf die Jagd. Dort kreuzen sich die Wege aller sozialen Klassen. Arm und Reich trinken Schulter an Schulter, Jung und Alt begegnen sich in den ranzigen Schatten der schäbigen Kaschemme. Im „Handschuh“ ist das Elend zu Hause. Und es ist kein Privileg der Unterschicht.

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Sally Green – Half Bad

„Half Bad“ von Sally Green steht zweifach im Guinness-Buch der Rekorde. 2014 brach es den Weltrekord für das „meist-übersetzte Buch eines/einer Debüt-Autor_in vor dessen Erscheinen“, sowie für das „meist-übersetzte Kinderbuch eines/einer Debüt-Autor_in vor dessen Erscheinen“. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Die beiden Rekorde bedeuten, dass „Half Bad“ bereits vor seinem britischen Veröffentlichungsdatum am 03. März 2014 in andere Sprachen übersetzt und in die entsprechenden Länder verkauft wurde. Das schafften andere Bücher ebenfalls, doch keines erreichte die überwältigende Anzahl von 45 Sprachen. Die Rekorde sind auf der Website des Guinness-Buches noch immer verzeichnet, woraus ich schließe, dass sie weiterhin aktuell sind. Herzlichen Glückwunsch, Sally Green! Seit 4 Jahren im Guinness-Buch der Weltrekorde, keine üble Leistung! Da wurde es wohl höchste Zeit, dass ich „Half Bad“, den Auftakt der gleichnamigen „Half Bad“-Trilogie, endlich lese, oder?

Nathan ist Grausamkeiten gewöhnt. Sein Leben lang wurde er mit Argwohn behandelt, erfuhr Demütigungen und Erniedrigungen. Auf Schritt und Tritt wurde er beobachtet, überwacht, verdächtigt. Als einziger Sohn der gefürchteten Schwarzen Hexe Marcus sieht die britische magische Gemeinschaft in ihm eine tickende Zeitbombe. Doch jetzt sind sie zu weit gegangen. Sie sperrten ihn in einen Käfig, schlugen ihn, misshandelten ihn. Gefangen wie ein Tier fantasiert Nathan pausenlos von Flucht. Seine einzige Chance, zu überleben, besteht darin, seine Ketten zu sprengen, den Weißen Hexen zu entkommen und an seinem bevorstehenden 17. Geburtstag seine eigenen Kräfte zu erwecken. Dafür muss er allerdings das Ritual der drei Gaben vollziehen. Und der einzige, der ihm diese überreichen kann, ist sein Vater…

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Khaled Hosseini – Tausend Strahlende Sonnen

Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul als Sohn eines Diplomaten geboren und wuchs als Asylant in Kalifornien auf, da seine Familie nach einigen Jahren in Paris aufgrund der politischen Lage nicht nach Afghanistan zurückkehren konnte. 2001 begann er, „Drachenläufer“ zu schreiben, das 2003 veröffentlicht wurde und die weltweiten Bestsellerlisten im Sturm eroberte. 2007 folgte sein ebenso erfolgreiches zweites Werk „Tausend Strahlende Sonnen“. Hosseini schreibt über die Menschen Afghanistans, öffnet den Blick der Welt für ihr unfassbares Leid. Seine Stiftung The Khaled Hosseini Foundation unterstützt afghanische Frauen, Kinder und Flüchtlinge mit Bildung und Wohnungsbau. Kaum zu glauben, dass ich „Tausend Strahlende Sonnen“ auf der Straße fand.

Mariams Welt zerbricht 1974, als sie 15 wird. Gezwungen, den 30 Jahre älteren Raschid zu heiraten und in die afghanische Hauptstadt Kabul umzuziehen, beginnt für sie ein Leben voller Leid und Schmerz. Raschid betrachtet sie als sein Eigentum. Er schlägt sie, demütigt sie bei jeder Gelegenheit. Die Zeit vergeht für Mariam hinter dem Schleier einer Burka, ungesehen und stumm. Die politischen Erschütterungen in Afghanistan – blutige, furchtbare Kriege – haben wenig Einfluss auf ihre persönliche Hölle. Erst nach 18 Jahren einer lieblosen, gewalttätigen Ehe tritt Laila in ihr Leben. Lailas gesamte Familie wurde bei einem Bombenanschlag ausgelöscht. Sie hat keine andere Wahl, als Raschids Ehefrau zu werden. Anfangs betrachtet Mariam Laila als unerwünschten Eindringling. Doch schon bald erkennt sie, dass das junge Mädchen ebenso eine Gefangene ist wie sie. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam trotzen sie allen Grausamkeiten, die ihnen ihr Ehemann und der Krieg entgegenschleudern.

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Verfasst von - 5. Dezember 2017 in Afghanistan, Historische Fiktion, Rezension

 

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Aslı Erdoğan – Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch

Wie gut kennt ihr euch mit der aktuellen politischen Situation in der Türkei aus? Versteht ihr, was dort zurzeit passiert? Begreift ihr, warum der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf hervorragende Zustimmungswerte in der Bevölkerung blickt, obwohl ihm von westlichen Ländern der Status eines Diktators und menschenrechtsverletzende Politik vorgeworfen wird?
Ich habe die Nachrichten aus der Türkei stets aufmerksam verfolgt, habe versucht, zu erfassen, was in diesem Land am Bosporus geschieht. Ich habe die Bilder der Putschnacht vom 15. zum 16. Juli 2016 gesehen und den Prozess gegen Jan Böhmermann beobachtet. Ich erlebte, wie die Meinungsfreiheit mehr und mehr eingeschränkt wurde. Immer öfter trudeln Meldungen von verhafteten Deutschen ein, denen vorgeworfen wird, eine terroristische Vereinigung zu unterstützen. Sie sitzen heute in den gleichen Gefängnissen ein, in denen türkische Akademiker_innen, Journalist_innen und unbequeme Staatsangestellte inhaftiert sind. Ich setzte mich mit diesen Nachrichten auseinander – doch völlig verstanden habe ich sie nicht. Keine der Mitteilungen vermochte es, mir zu erklären, wieso sich die Türkei plötzlich in einen rückständigen Staat verwandelt und Niemand. Etwas. Dagegen. Unternimmt.

Dieser Eindruck täuscht. Es gibt sehr wohl zahllose Menschen, die sich gegen die Regierung Erdoğans auflehnen – wir kriegen das hier in Deutschland nur nicht ausreichend mit. Die Verhaftungen erscheinen uns willkürlich, dabei sind sie für den türkischen Präsidenten ein praktikables Mittel, seine politischen Kritiker_innen mundtot zu machen. Eine von ihnen ist die Schriftstellerin Aslı Erdoğan, die bis August 2016 für die kurdisch-türkische Zeitung Özgür Gündem arbeitete. Sie wurde verhaftet, weil ihr „Propaganda für eine illegale Organisation“, „Mitgliedschaft bei einer illegalen Organisation“ und „Volksverhetzung“ vorgeworfen wurde. Ihre Kolumnen und Essays sind hochpolitisch; sie spricht sich seit Jahren aktiv für die kurdische Minderheit in der Türkei aus und verarbeitet ihre Empfindungen literarisch. Ihr Schaffen ist preisgekrönt, doch da sie regierungskritisch ist, kann sie ihre Texte seit ihrer Verhaftung nicht mehr in der Türkei veröffentlichen. Stattdessen nahm sich der deutsche Verlag Knaus ihren Werken an. Im März 2017 erschien dort eine Sammlung ihrer Essays unter dem Titel „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“, angedickt mit einem Vorwort des türkischstämmigen Bundesvorsitzenden der Partei Bündnis 90/Die Grünen Cem Özdemir.

Ich stolperte auf der Arbeit über dieses Buch. Einige von euch wissen mittlerweile, dass ich bei der größten deutschen überregionalen Tageszeitung mit den vier Buchstaben angestellt bin. Ja, genau die. In den Tiefen unseres Systems entdeckte ich einen Artikel, der die bald anstehende Veröffentlichung der Essay-Sammlung thematisierte und das Vorwort von Cem Özdemir abbildete. Ich las es und hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass mir dort jemand wirklich begreiflich machen konnte, warum sich die politische Situation in der Türkei in einer schwer aufzuhaltenden Abwärtsspirale befindet und wieso Präsident Erdoğan von der Mehrheit seines Volkes glühend verehrt wird, obwohl er aus deutscher Sicht ein Despot ist. Ich sah eine Möglichkeit, endlich Antworten auf all meine Fragen zu erhalten, den historischen Zusammenhang zu verstehen und darüber hinaus der Stimme einer Systemgegnerin zu lauschen. Der Knaus Verlag gehört zur Random House Gruppe, also bat ich um ein Rezensionsexemplar von „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ beim Bloggerportal von Random House. Meine Anfrage wurde angenommen.

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Verfasst von - 4. Oktober 2017 in Non-Fiction, Politik, Rezension

 

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André Pilz – No llores, mi querida – Weine nicht, mein Schatz

Bevor ich mit der Rezension zu „No llores, mi querida – Weine nicht, mein Schatz“ beginne, sollte ich euch erklären, wieso ich diesen Skinhead-Roman besitze. Ich habe eine tiefe persönliche Bindung zum Thema des Buches, zu der Szene, in der und für die der Autor André Pilz es geschrieben hat. Ich war selbst jahrelang in der linken bzw. unpolitischen Skinhead-Szene aktiv. Ich war ein Renee, ein Skingirl, mit allem, was dazu gehört: Musik, Kleidung, Lebensstil. Mittlerweile habe ich die Szene verlassen, weil ich mit der Stagnation selbiger nicht zurechtkam. „No llores, mi querida“ war das letzte ungelesene literarische Überbleibsel dieser Zeit. Als ich es von meinem SuB befreite, war ich extrem gespannt, wie es auf mich wirken würde. Eine Reise in meine Vergangenheit stand bevor.

Skinhead, Skinhead, Oi Oi Oi! Diese Worte sind Ricos Schlachtruf. Jahrelang war Rico schwach, wurde geschubst und getreten, als er am Boden lag. Er schwor sich, niemals wieder so verletzlich zu sein. Er ist ein Skin, ein Krieger im täglichen Kampf gegen die brutalen Anforderungen einer Gesellschaft, in die er nicht passt. Gewalt und Exzess bestimmen seine Existenz. Seine Freunde sind ebenso Ausgestoßene wie er. Doch tief in seinem Herzen verzehrt sich Rico nach Hoffnung. Als er die Mexikanerin Maga kennenlernt und sich rettungslos in sie verliebt, stellt er sich zum ersten Mal die Frage, ob es nicht auch anders geht. Muss er die lähmende Verzweiflung, den Zorn, die giftige Bitterkeit ertragen? Gibt es keinen Ausweg aus der Abwärtsspirale seines Lebens? Entgegen aller Widerstände wird Maga zu Ricos Licht in der Dunkelheit und lehrt ihn, dass jeder Mensch eine Chance auf Glück verdient, sogar ein Skinhead.

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Verfasst von - 15. Juni 2017 in Realistische Fiktion, Rezension

 

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Andrew Buckley – Hair in All the Wrong Places

Im April 2016 passierte mir etwas Ungewöhnliches. Ich erhielt eine Rezensionsanfrage – auf Englisch. Da ich auf meinem Blog ausschließlich in Deutsch rezensiere, konnte ich es kaum fassen. Elli goes international, whoop whoop! Der kanadische Autor Andrew Buckley bat mich, sein neustes Werk „Hair in All the Wrong Places“ zu lesen und zu rezensieren. Ich schnupperte in die mitgesandte Leseprobe hinein und war sofort Feuer und Flamme. Das Buch sollte von dem kleinen Nerd Colin handeln, der sich in einen Werwolf verwandelt. Das klang nach Spaß, also sagte ich zu. Ende Oktober entschied mein Bauch endlich, dass es Zeit für die Lektüre war. Ich stürzte mich voller Vorfreude in Colins Abenteuer.

In einem Punkt waren sich Colin Strauss und sein Spiegelbild stets einig: er ist ein Loser. Ein großer, schlaksiger 13-jähriger Brillenträger, der bei seiner mürrischen Großmutter in Elkwood wohnt, die ihren Enkel für eine Verschwendung von Sauerstoff hält. Sein Leben war ganz und gar elend. Doch damit ist jetzt Schluss. Auf einmal sprießen Colin Haare an allen möglichen und unmöglichen Stellen. Er braucht keine Brille mehr. Sein Geruchssinn ist hypersensibel. Und erst die Muskeln! Vielleicht sollte er seine Verwandlung fürchten, aber er kann nicht anders, als jede Veränderung zu genießen. Auf Wiedersehen Loser, hallo Werwolf! Wäre da nur nicht die Ungewissheit, ob er etwas mit der Ermordung eines Mitschülers zu tun hat. Hat er ihn – igitt – gefressen? Colin muss herausfinden, was in jener Nacht geschehen ist und seine Kräfte zu kontrollieren lernen, bevor weitere Menschen verletzt werden. Während er versucht, die Rätsel seiner Werwolf-Existenz zu lösen, stolpert er über Geheimnisse, die seine Heimat in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Offenbar ist Elkwood eine Menge, aber ganz bestimmt nicht langweilig.

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Verfasst von - 22. November 2016 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

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Steven Erikson – Der Krieg der Schwestern & Das Haus der Ketten

2016-08-16 - Erikson Der Krieg der Schwestern & Das Haus der Ketten (Das Spiel der Götter #4)

Noch immer wütet im Reich der Sieben Städte die Rebellion des Wirbelwinds. Die Seherin Sha’ik versammelte ihre Rebellenarmee in der heiligen Raraku und erwartet den unausweichlichen Gegenschlag des malazanischen Imperiums. Sie weiß, wen die Imperatrix schicken wird, um das Land zurückzuerobern: Mandata Tavore. Als Tavore in Aren eintrifft, findet sie dort demoralisierte, verängstigte Soldaten vor. Das Schicksal der Kette der Hunde und der grausame Tod von Faust Coltaine hinterließen tiefe Wunden. Die von Verrat gebeutelte malazanische Armee muss auf unerfahrene Rekruten zurückgreifen, um ihre Reihen aufzustocken, kann allerdings auf die Unterstützung einiger Veteranen bauen. Unter ihnen ist Sergeant Saiten, der schon einmal durch die Raraku marschierte und ihre Magie am eigenen Leib erfuhr. Der Armee der Mandata steht eine lange Reise und ein blutiger Krieg bevor, dessen Ausgang völlig ungewiss ist. Obwohl das Lager der Rebellen von Intrigen verseucht ist, verfügt Sha’ik über Wissen, das ihr den entscheidenden Vorteil verschaffen könnte: sie kennt die Mandata. In einem anderen Leben, bevor die Göttin von ihr Besitz ergriff, war sie eine malazanische Adlige. Sie hieß Felisin und hatte eine Schwester – Tavore. Was die Schwestern jedoch nicht ahnen, ist, dass nicht nur die Göttin des Wirbelwinds die Macht der heiligen Wüste begehrt…

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Verfasst von - 31. August 2016 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Joe Abercrombie – Heldenklingen

2015-07-01 - Abercrombie - Heldenklingen

Dass ich eine Lesung von Joe Abercrombie besucht habe, hat meine Begeisterung für diesen Autor neu entfacht. Nach fast einem Jahr Pause wurde es für mich mal wieder Zeit, in seine düstere, ehrliche High Fantasy abzutauchen. Aus seinem First Law – Universum fehlten mir noch zwei Romane: „Heldenklingen“ und „Blutklingen“, die beide in sich geschlossene Einzelbände sind, allerdings in lockerer Verbindung mit seiner hoch gelobten First Law – Trilogie stehen. Ich hatte das Glück, beide Bücher günstig bei Medimops erstehen zu können. Als diese hier eintrafen, wollte ich nicht mehr länger warten, beendete meine angefangene Lektüre und widmete mich danach sofort und voller Vorfreude „Heldenklingen“.

Seit der Schwarze Dow den Blutigen Neuner tötete und sich selbst zum Bewahrer des Nordens berief, herrscht Krieg zwischen der Union und den Nordlanden. Der König der Union will den Mord an seinem alten Weggefährten nicht einfach hinnehmen. Doch ein Krieg ist teuer und verschlingt Ressourcen, die an anderer Stelle dringender gebraucht werden. Besonders jetzt, da Monza Murcatto, die Schlange von Talins, in Styrien auf dem Thron sitzt, kann es sich die Union nicht leisten, an mehreren Fronten zu kämpfen. Der Geschlossene Rat strebt daher eine schnelle Beendigung des Konflikts im Norden an. Auf einem unbedeutenden Stück Land nahe eines alten Steinkreises, den man Die Helden nennt, soll eine finale Schlacht die Entscheidung über das Schicksal des Nordens erzwingen. Drei Tage des Kämpfens tränken das Schlachtfeld in Blut und am Ende gibt es nur einen Sieger: den Tod.

„Heldenklingen“ ist für Fans großer High Fantasy – Schlachten die Erfüllung eines Traums. Es geht um nichts anderes als blutigen, brutalen Kampf – ehrlich, spannend und brillant konstruiert. Es mag eindimensional klingen, doch wer Joe Abercrombie kennt, weiß, dass er selbst den scheinbar banalsten Ansatz in eine vielschichtige, hintergründige Handlung verwandeln kann. Die dreitägige Schlacht, die er auf fast 900 Seiten beschreibt, ist nur Ausdruck und Gipfel einer vertrackten, politischen Situation. Die Nordlande und die Union haben sich in eine Lage gebracht, aus der es kein Zurück mehr gibt und die sie zwingt, eine Stärke und Entschlossenheit zu demonstrieren, die keine der beiden Seiten noch empfindet. Ihr Krieg ist sinn- und aussichtslos, denn es geht um nichts. Es geht nicht um Ressourcen, es geht nicht um Religion oder Land. Zwar kann ich verstehen, dass Jezal dan Luthar, König der Union, nicht gerade erfreut darüber ist, dass der Schwarze Dow Logen Neunfinger ermordete, doch es ist kindisch und kleinlich, deswegen einen Krieg zu führen, der Logen nicht zurückbringen wird. Der Schwarze Dow und Jezal nehmen billigend in Kauf, dass tausende Soldaten für ihre Feindschaft mit dem Leben bezahlen. So erschütternd das ist, es ist auch realistisch, ebenso wie Abercrombies ungeschönte Darstellung des Krieges insgesamt. Krieg ist nicht heroisch oder romantisch. Er ist zerstörerisch und nährt das Elend. Für Heldentaten ist dort kein Platz; heldenhaftes Handeln ist oft nur ein Kind des Zufalls. Mir gefällt der englische Originaltitel des Romans („The Heroes“) daher wesentlich besser als die deutsche Version, denn dieser ist ein typisches Abercrombie-Wortspiel: er bezieht sich auf das Setting, nicht auf die Figuren, wie man auf den ersten Blick annehmen könnte. Keine der Figuren, aus deren Perspektive Joe Abercrombie die Schlacht erzählt, ist ein Held. Der Unionssoldat Bremer dan Gorst beispielsweise wirkt nach außen vielleicht heldenmütig, doch innerlich verrottet er; er wird von Bitterkeit, Wut, Enttäuschung und Demütigung regelrecht zerfressen. Kropf, ein vergleichsweise ehrenwerter, anständiger Nordmann, ist ein Relikt einer anderen Zeit und hat seinen Zenit vermutlich längst überschritten. Er würde gern aus dem blutigen Geschäft aussteigen, hat jedoch keine Alternativen. Er hat außerhalb des Krieges kein Leben, keine Familie und keine Freunde. Der Kampf bestimmt sein Leben. Damit ist er das genaue Gegenteil des ehemaligen Prinzen Calder, der meiner Ansicht nach eine neue Generation Nordmänner repräsentiert. Er ist kein guter Kämpfer; feige, manipulativ und intrigant, allerdings auch erstaunlich intelligent. Er ist ein Denker, ein raffinierter Diplomat, dessen eigene Ziele für ihn stets an erster Stelle stehen. Jemand wie er kann kein Held sein und manchmal fragte ich mich, ob er sich als Edelmann in der Union nicht wesentlich wohler fühlen würde.
Diese drei sind zwar nicht die einzigen POV-Charaktere, doch sie nehmen eindeutig den meisten Raum in der Geschichte ein und sind auch diejenigen, zu denen ich die intensivste und stabilste Verbindung hatte. Es verblüfft mich immer wieder, wie lebendig Joe Abercrombies Charaktere sind.

Meines Erachtens nach ist „Heldenklingen“ eine epochale Geschichte über das schmutzige, unbarmherzige Antlitz des Krieges, geschildert aus den verschiedensten Perspektiven. Trotz des ernsten Themas wirkt sie niemals schwer oder verbissen, weil Joe Abercrombie es unnachahmlich versteht, seinen derben, unanständigen, makabren Galgenhumor einfließen zu lassen, der hervorragend in diese Welt des Kämpfens passt. Wenn man nicht heulen kann, muss man eben lachen. Abercrombie wedelt nicht mit dem moralischen Zeigefinger vor den Nasen seiner LeserInnen herum; er lässt sie selbst begreifen, was Krieg den Menschen antut, indem er ihnen die Wahrheit zeigt. Krieg bedeutet Tod. Krieg bedeutet Leiden. Krieg bedeutet Blut. Dazu passt sogar das für mich recht unbefriedigende Ende, das nicht wie ein Abschluss wirkte, sondern eher, als würde man die Handlung nur verlassen. Das Buch hört einfach auf – vielleicht fühlt sich so ein Friedensschluss für Soldaten an. Es gibt kein fulminantes Finale, weil es niemals wirklich vorbei ist. Poo-tee-weet?[1]


[1] Googelt es. 😉

 
6 Kommentare

Verfasst von - 15. Juli 2015 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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