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Schlagwort-Archive: Das verkaufte Lachen

Montagsfrage: Schätze aus der Kindheit?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich kämpfe derzeit mit einem Rezensionsmonster. Kennt ihr diese Rezensionen, die euch einfach nicht gelingen wollen? So ergeht es mir aktuell mit „Nights of Villjamur“ von Mark Charan Newton. Die Rezension wächst und bläht sich auf, färbt sich giftgrün und hat auf einmal viel zu viele Arme und Augen. Ich habe schon mehrfach komplett neu angefangen und bin effektiv trotzdem noch keinen Schritt voran gekommen. Aber ich gebe nicht auf. Ich kämpfe so lange, bis ich dieses verdammte große, giftgrüne Monster vertrieben habe und die Rezension endlich online gehen kann. Drückt mir die Daumen!
Heute gönne ich mir allerdings eine kleine Kampfpause, um die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja beantworten zu können:

Hast du bestimmte Bücher aus deiner Kindheit, die schöne Erinnerungen hervorrufen?

Ha, ich weiß schon, welche Bücher garantiert am häufigsten genannt werden! 😀 Ich verwette meinen linken Arm darauf, dass mindestens jede_r zweite „Harry Potter“ antwortet. Ich bin da natürlich keine Ausnahme, auch ich verbinde zahlreiche schöne Kindheitserinnerungen mit HP. Trotzdem möchte ich heute primär von zwei anderen Büchern erzählen, die mir gleich als erstes eingefallen sind.

Das erste ist „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ von James Krüss. Timm Thaler war der Held meiner Kindheit. Ich habe das Buch unzählige Male gelesen, erst gemeinsam mit Mutter, später allein. Er hat mich stets begleitet und ich bin sicher, seine Geschichte hat maßgeblich dazu beigetragen, mich zu einem besseren Menschen heranwachsen zu lassen. Im Dezember 2014 habe ich den Reread gewagt und überglücklich festgestellt, dass sie im Prinzip noch immer die gleiche Wirkung auf mich hat wie vor 20 Jahren. Die Dimensionen sind geschrumpft, aber die Botschaft berührt mein Herz bis heute. Ich denke, ich werde immer zu Timms Geschichte zurückkehren. Schlage ich die Seiten meiner Ausgabe auf, die mehr als 50 Jahre alt ist, versetzt mich das sofort in meine Kindheit zurück; ich kann sie riechen, sehen und fühlen, als wäre sie zwischen den Buchdeckeln konserviert. Ich liebe das Buch und ich liebe es, dass es mir das Gefühl gibt, meiner Mama sehr nahe zu sein. Das ist wahre Magie.

Das zweite Buch ist „Käpt’n Blaubärs Reine Wahrheit“ von Bernhard Lassahn. Vermutlich wundert ihr euch nun, dass diese kleine Geschichtensammlung nicht von Walter Moers stammt, der die Figur des Käpt’n Blaubär erfunden hat. Soweit ich das heute beurteilen kann, erhielt Bernhard Lassahn eine Erlaubnis, das geistige Eigentum von Moers zu verwenden, um dieses Kinderbuch zu schreiben. Als das Buch in meinem Leben eine Rolle spielte, wusste ich nicht, wer sich den Seemannsgarn spinnenden Bären, seine drei Enkel und Hein Blöd ausgedacht hat und es war mir auch egal. Ich kannte sie aus „Die Sendung mit der Maus“, die ich mir immer gemeinsam mit meinem Vater ansah. Deshalb war es für mich völlig selbstverständlich, dass nur Papa „Käpt’n Blaubär“ vorlesen durfte. Sonst brachte mich eigentlich immer meine Mutter ins Bett und las mir vor, aber wenn ich von Blaubärs Abenteuern hören wollte, musste Papa ran. Mama durfte das nicht. Ich weiß nicht, wie oft ich über diese Geschichten gelacht habe. Ich habe Blaubär immer geliebt und ich liebte es, wie viel Mühe mein Vater sich beim Vorlesen gab. Ich erinnere mich, dass er immer einen Küstendialekt imitierte, wenn er dem alten Bären seine Stimme lieh. Ich fand das wunderbar. Bis heute bringt mich diese Kindheitserinnerung zum Lächeln. Danke, Papa. 🙂

Beide Bücher stehen noch immer in meinem Regal. Ich werde sie nie, nie, niemals weggeben. Schätze aus der Kindheit sollte man bewahren in dieser Welt, die oft nur wenig Freude zu bieten hat.

Welche Bücher erinnern euch an eure Kindheit?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Geschichten und werde mich gleich zu einer ausgedehnten Stöberrunde aufmachen. Das Rezensionsmonster kann auch bis morgen warten und noch ein bisschen rummonstern. Habt einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli  ❤

 

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[TAG] Books Until The End

Books until the End

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich wurde wieder einmal getaggt; dieses Mal von DarkFairy und Fissel für den Books Until The End TAG. Wieder einmal sind die Fragen ziemlich interessant – ich gebe zu, so langsam finde ich richtig Geschmack an TAGs. 😀 An diesem speziellen TAG gefällt mir bereits die Ausgangssituation sehr gut:

„Ein Asteroid schlägt auf die Erde ein. Da er mitten im Atlantischen Ozean landet, löst er riesige Flutwellen aus, die alles bis auf ein paar Gebirgsketten überfluten. Die Regierung hat vorsorglich Bunker gebaut. Du und deine Lieben werden ausgelost, einen dieser Bunker zu beziehen. Da ihr einen besonders kühlen Kopf in der Vorbereitungszeit bewahrt, ernennt man euch zum Kommandanten eurer Bunkerkolonie und ihr dürft einige wichtige Entscheidungen treffen.“

Okay, ich glaube zwar, dass wir selbst die Erde irgendwann zerstören und dabei wohl kaum Hilfe aus dem All brauchen werden, aber gut, so sieht es aus. Seid ihr bereit? Dann auf in die hypothetische Apokalypse!

Der Einzug

1. Welche 10 Bücher/Buchreihen nimmst du mit in den Bunker um sie für die Nachwelt zu sichern? (Die Regierung hat die wichtigsten literarischen Werke bereits gerettet, ihr sollt euch um die Unterhaltungsliteratur kümmern)

Es dürfen also auch Buchreihen genannt werden, die dann als eins zählen? Das ist gut. 😀 Ich habe mich um Vielfalt bemüht und versucht, von allem etwas auszusuchen.

1. „Die Sonate des Einhorns“ von Peter S. Beagle
„Die Sonate des Einhorns“ ist eine wunderschöne, märchenhafte Fantasy-Geschichte, mit der man die Realität hervorragend vergessen kann. Ich denke, ab und zu wird das im Bunker nötig werden.

2. „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ von James Krüss
Ich will in keiner Welt leben, in der ich nie wieder „Timm Thaler“ lesen kann. Also muss das Buch mit.

3. „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel
„Schiffbruch mit Tiger“ ist eine Geschichte vom Überleben. Es ist eine Geschichte von Hoffnung, Liebe und Glauben; magisch in all ihrer Unwahrscheinlichkeit. Ich glaube, dieses Buch könnte uns allen Kraft geben, wenn wir an uns und der Zukunft zweifeln.

4. „Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown“ von Anne Helene Bubenzer
Dieses Buch habe ich aus zwei Gründen ausgewählt. Erstens ist es einfach eine sehr berührende Geschichte und zweitens erinnert sie an die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert. Die Welt mag untergehen, aber wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen und wie viel Leid wir uns in der Vergangenheit angetan haben. In der Hoffnung, dass wir es in der Zukunft einer neuen Welt besser machen.

5. „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ von Walter Moers
Wenn mal alles Mist ist, wird Käpt’n Blaubär unsere Stimmung heben. Theoretisch hätte es auch jedes andere Buch von Walter Moers sein können, doch für mich kommt nur der alte Lügengladiator in Frage, weil ich mit ihm aufgewachsen bin.

6. „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry
Noch eine Geschichte aus meiner Kindheit. Ich weiß nicht, wie ich den Wert dieses Buches zusammenfassen soll, weil er so immens ist. Wenn man nicht weiß, wie man etwas besser ausdrücken kann, was jemand anderes bereits gesagt/geschrieben hat, soll man ein Zitat verwenden. Also mache ich das jetzt:

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
(Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz. (Kapitel 21))

7. Die „Chaos Walking“ – Trilogie von Patrick Ness
Hach ja, „Chaos Walking“ („The Knife of Never Letting Go“, „The Ask and the Answer“ und „Monsters of Men“) von Patrick Ness. Diese Trilogie ist eine atemberaubende Geschichte von Liebe, Freundschaft und Menschlichkeit. Sie zeigt die guten und die schlechten Seiten der Menschheit und beweist, dass wir das Potential besitzen, eine Welt des Friedens zu erschaffen.

8. Die Reihe „Das Spiel der Götter“ von Steven Erikson
Mindestens eine epische High Fantasy – Reihe möchte ich auf jeden Fall mitnehmen. Meine Wahl fiel auf „Das Spiel das Götter“, weil diese Reihe außergewöhnlich komplex und intelligent ist. Ich habe zwar bisher nur den ersten Band gelesen aber ich bin überzeugt, dass man sich gedanklich mit diesen Romanen garantiert sehr lange beschäftigen kann, was für die Jahre im Bunker von Vorteil ist.

9. Die Reihe „Anita Blake“ von Laurell K. Hamilton
Was wäre eine Welt ohne mindestens eine taffe Kick-Ass-Urban-Fantasy-Heldin? In diesem Genre ist die Auswahl natürlich riesig, aber ihr wisst ja, dass Anita bis heute meine ganz persönliche Favoritin ist, also haben Laurell K. Hamiltons Romane die Ehre, mit in den Bunker einzuziehen.

10. Die Reihe „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams
Die letzte Wahl fiel mir am schwersten. Ich wollte gern noch ein bisschen Science Fiction mitnehmen, aber keine meiner gelesenen YA-Dystopien bot sich wirklich an. Am Ende habe ich mich für „Per Anhalter durch die Galaxis“ entschieden, weil diese Reihe Humor und Science Fiction vereint. Lachen ist gesund und wird uns durch die dunklen Tage im Bunker helfen.

2. Du darfst 5 Buchcharaktere aussuchen, die mit dir in den Bunker ziehen, wen nimmst du mit und warum?

1. Penryn aus der Trilogie „Penryn & the End of Days“ von Susan Ee
Penryn ist genau die Art Mensch, die man während einer Apokalypse in der Nähe haben möchte. Sie ist rational, zielorientiert und tut genau das, was getan werden muss. Sie suhlt sich nicht im Selbstmitleid, hat Witz und ist einfach taff. Allerdings denke ich, dass ich große Probleme hätte, sie dazu zu überreden, mit in den Bunker zu kommen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sie ohne ihre Familie (also ihre Mutter und ihre Schwester) irgendwohin gehen würde. Und ihre Mutter will ich ganz bestimmt nicht im Bunker haben. Tut mir leid, aber mit einer Frau, die unter paranoider Schizophrenie leidet, möchte ich die Apokalypse nicht auf engstem Raum verbringen.

2. Locke Lamora aus der Reihe „Gentlemen Bastards“ von Scott Lynch
Locke hat einen einzigartigen, kreativen Verstand, mit dem er unglaubliche, komplexe Pläne entwerfen kann. Er hat ein unvergleichliches Talent dafür, Konsequenzen einzukalkulieren. Ich denke, das wäre während einer Apokalypse und für die Zeit des Wiederaufbaus äußerst praktisch. Außerdem ist er witzig und weiß, wie man das Leben genießt. Ein brillanter Taktiker, mit dem man auch noch Spaß haben kann. Er ist mehr als qualifiziert für den Bunker.

3. Ahmann Jardir aus der Reihe „Demon Cycle“ von Peter V. Brett
Ich habe ein Weilchen überlegt, ob ich Jardir oder doch lieber den Tätowierten Mann in meinem Bunker haben möchte. Ich finde, der Bunker braucht jemanden, der kämpfen kann. Ich mag sie beide sehr, aber Arlen trägt eine Finsternis in seinem Herzen, die auf die Dauer vermutlich recht deprimierend sein kann. Jardir ist zwar auch kein ganz unkomplizierter Zeitgenosse, doch ich kann mir eher vorstellen, mit ihm im Bunker festzusitzen als mit Arlen. Er ist kultiviert, intelligent und belesen, hat fantastische Manieren und wenn es hart auf hart kommt, könnte er mit seiner Kampfkunst allen Insassen des Bunkers das Leben retten. Er könnte uns auch im Kampf unterrichten. Und darüber hinaus… *räusper* … sieht er in meiner Vorstellung wahnsinnig gut aus. Verklagt mich doch; ich hätte während der Apokalypse eben gern einen attraktiven Mann an meiner Seite.

4. Atticus O’Sullivan aus der Reihe „The Iron Druid Chronicles“ von Kevin Hearne
Der Bunker braucht Magie. Unbedingt. Nicht so sehr für die Zeit im Bunker, sondern eher für danach, für den Wiederaufbau. Im Bunker selbst wäre Atticus als Druide vermutlich auch nicht besonders nützlich, weil seine Magie Erdkontakt braucht. Wenn die Erde überflutet ist, können wir ja schlecht ein Loch in die Bunkerwand bohren. Trotzdem möchte ich ihn dabei haben, weil er so ALT ist. 2.100 Jahre. Könnt ihr euch vorstellen, wie viele unfassbare Geschichten der Mann erzählen könnte? Damit könnte er uns allen hervorragend die Zeit vertreiben und wenn wir dann endlich wieder raus dürfen, wird seine Magie helfen, die Erde wieder mit Leben zu füllen. Je nachdem, wie lange wir festsitzen, könnten wir sogar bei ihm in die Lehre gehen (also wer möchte). Natürlich dürfte Atticus seinen Hund Oberon mitbringen, denn ich würde Chilli ja auch mitschleppen. Vielleicht könnte er ihre Spondylose heilen. Und dafür sorgen, dass ich mich auch mit ihr per Gedanken unterhalten kann, so wie er mit Oberon.

5. Schnee aus der Reihe „Die Todesengel“ von Jim C. Hines
Die letzte Wahl fiel mir am schwersten. Erst dachte ich, dass es vielleicht ganz sinnvoll wäre, Katniss aus „The Hunger Games“ mitzunehmen, weil sie eine geschickte Jägerin ist. Im Bunker selbst würde das natürlich niemandem was bringen, denn wir würden wohl kein Wild erlegen müssen. Ich dachte an die Zeit danach. Doch der Lieblingsmensch machte mich darauf aufmerksam, dass es in einer Welt, die überflutet wurde, vermutlich sehr sehr lange Zeit kein Wild geben würde. Außerdem denke ich, dass mir Katniss gehörig auf die Nerven gehen würde. Ich weiß natürlich, was sie alles durchgemacht hat, aber nach einigen Jahren im Bunker wäre mein Verständnis für sie wohl erschöpft. Also habe ich mir überlegt, dass eine zweite Magierin oder Zauberin die bessere Wahl wäre. Atticus‘ Magie ist eben recht speziell, weil seine Kräfte sich ziemlich schnell erschöpfen und er den Kontakt zur Erde braucht, um sich wieder aufzuladen. Um der Erde beim Heilen zu helfen ist er perfekt, aber für den Alltag hätte ich gern noch jemanden, der/die uns eben auch einfach mal ein gutes Frühstück herbei zaubern kann. Den letzten Platz im Bunker wollte ich darüber hinaus unbedingt einer Frau geben, damit das Verhältnis ausgewogen ist. Erstaunlicherweise gibt es nicht besonders viele Magierinnen, die ich mitnehmen würde. Rachel Morgan? Dieses Chaos auf zwei Beinen? Nein, danke. Schnee ist vielleicht nicht die beste oder mächtigste Zauberin der Welt, aber ich mag ihre Einstellung zur Magie. Die Magie ist da, sie kann sie nutzen, also tut sie es auch. Manchmal überschreitet sie ihre Grenzen, doch mir ist so jemand lieber als dieses Geschwafel von wegen „Magie maßvoll einsetzen, die Gefahren der Magie, nicht unbedacht nutzen, bla bla bla“. Schnee nutzt ihre Magie, wenn sie Lust dazu hat. Sie ist locker und man kann Spaß mit ihr haben. Sie besitzt eine riesige Bibliothek voller Zauberbücher, von denen sie bestimmt auch ein paar mitnehmen würde. Sie müsste allerdings auch ihren Zauberspiegel einpacken, denn so groß das Ding auch ist, sie braucht ihn. Dieses Zugeständnis mache ich allerdings gern dafür, einen Bunker mit dem echten Schneewittchen zu teilen.

Zum Abschluss hat mich der Lieblingsmensch gebeten, zu betonen, dass er natürlich auch dabei wäre. 😀
Und noch ein Nachsatz extra für die liebe DarkFairy: Logen bleibt draußen. Der schafft das auch so. Das Risiko, dass er im Bunker zum Blutigen Neuner wird, ist mir dann doch zu groß. 😀

3. Welcher Buchcharakter würde auf keinen Fall einen Platz in deinem Bunker bekommen?

Hui, da gibt es eine Menge. Natürlich müssen alle Erzbösewichte sowieso draußen bleiben. Zusätzlich alle Charaktere, die auf engem Raum zu einer Gefahr werden könnten, obwohl ich sie sehr mag (wie z.B. Logen Neunfinger oder Bourbon Kid). Charaktere mit zu viel seelischem Ballast, die die Atmosphäre im Bunker belasten könnten (z.B. Sandman Slim – ein toller Typ, aber er hat ein ernstes Alkoholproblem und war in der Hölle). All die ach so mutigen YA-Heldinnen, die dazu neigen, Kleinigkeiten überzudramatisieren und so furchtbar gern jammern. Meine Liste ist also ziemlich lang, da ist es schwer, eine einzige Figur auszusuchen.
Letztendlich habe ich mich für einen Charakter entschieden, den ich beim Lesen zwar unheimlich gern beobachte, der meiner Meinung nach aber alle drei K.O.-Kriterien erfüllt: er ist potentiell gefährlich, er ist ein seelisches Wrack und er neigt zum Selbstmitleid. Es ist Sand dan Glokta aus der „First Law“ – Trilogie von Joe Abercrombie. Diese manipulative, eiskalte, sadistische Schlange möchte ich keinesfalls im Bunker haben. Glokta ist toxisch, mit jedem Atemzug spuckt er Gift und Galle. Mit so jemandem möchte ich nicht eingesperrt sein. Mal ganz davon abgesehen, dass es keineswegs sicher ist, dass wir (die anderen Insassen des Bunkers) mehrere Jahre mit Glokta überleben. Ich sehe es schon vor mir, wie sich die Luke des Bunkers öffnet, Glokta seelenruhig über unsere Leichen steigt und als einziger die „neue“ Welt betritt. Brrr. Gruselig.

Das Leben im Bunker

4. Wehmütig denkst du an deine ungelesenen Bücher, die du zurückgelassen hast. Um welche drei Bücher deines SuBs tut es dir am meisten Leid, dass du sie noch nicht gelesen hast?

Wir gehen ja davon aus, dass die Regierung die literarisch wertvollen Bücher gerettet hat, richtig? Das heißt, es muss mir nicht Leid tun, dass ich beispielsweise die „Odyssee“ von Homer noch nicht gelesen habe, weil ich die Chance noch bekommen werde und kann mich völlig auf die Trivialliteratur konzentrieren.

1. „The Daylight War“ (Demon Cycle #3) von Peter V. Brett
Eigentlich tut es mir hier um die gesamte Reihe Leid. Aber auf meinem SuB liegt bisher nur der dritte Band, weil ich noch darauf warte, dass Band 4 in meinem Lieblingsformat erscheint. Die Vorstellung, dass ich nie herausfinde, wie die Geschichte um den Tätowierten Mann, Ahmann Jardir und all ihre Verbündeten im Kampf gegen die Dämonen weitergeht bzw. endet, macht mich schon ziemlich traurig.

2. „A Game of Thrones“ (A Song of Ice and Fire #1) von George R.R. Martin
Jetzt werde ich nie zu den coolen Kids gehören! *heul* Nein, Spaß beiseite, es wäre schon sehr schade, wenn ich niemals in diese hochkomplexe High Fantasy Welt eintauchen könnte, um zu erfahren, ob es mir dort gefällt.

3. „Rooms“ von Lauren Oliver
„Rooms“ ist Lauren Olivers erster Roman für Erwachsene. Ich bin fruchtbar neugierig, wie ihr dieser erste Ausflug in ein Genre jenseits der Young Adult Sparte gelungen ist, aber bisher war der richtige Zeitpunkt einfach noch nicht gekommen. Für eine Geistergeschichte muss meine Stimmung passen.

5. Nach einigen Wochen im Bunker ist die Stimmung gedrückt, welches Buch würde dich wieder aufmuntern?

Von den 10 Büchern/Reihen, die mitnehmen durfte oder allgemein?
Von den 10 wären das unter Garantie „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ und die gesamte Reihe „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams.
Von den Büchern aus meinem Regal wäre es „Das Durchgangszimmer“ von Renate Holland-Moritz. Dieses Buch kennt ihr vermutlich nicht, weil ich bisher noch niemanden getroffen habe, der/die diese Autorin kennt. Wenn ihr irgendwann mal die Chance habt, „Das Durchgangszimmer“ zu kaufen oder auszuborgen, macht das. Diese Kurzgeschichtensammlung ist einfach der Oberknaller, speziell die Geschichten „Eine Chance für jeden“, „Henry Haschke ist Schuld“ und „Die Macht der Knete“. Das sind alles Episoden aus ihrem Leben mit ihrer Tochter und die sind zum Brüllen komisch. Wenn ich dieses Buch in der Hand habe, kann ich nie widerstehen und muss mindestens eine dieser Geschichten lesen. Jedes Mal lache ich Tränen, bis mir der Bauch weh tut. Wenn mich sonst nichts aufmuntert, Renate Holland-Moritz schafft es.
Ich geh mal eben das Buch holen. 😀

6. Die Ofenanzünder gehen euch aus, welche 3 Bücher aus deinem Regal könntest du am ehesten um ein paar Seiten erleichtern?

Na ja, ich bin ja eine Jägerin und Sammlerin. Ich behalte meine Bücher, auch, wenn ich sie nicht mochte. Spontan fällt mir nur ein Buch ein, bei dem mir ein paar fehlende Seiten nicht sonderlich weh täten: „Das Siebte Kreuz“ von Anna Seghers. Dabei fand ich das Buch nicht mal schlecht. Es las sich recht gut und die Geschichte war angenehm tiefgründig und spannend. Für Schulliteratur wirklich gar nicht übel. Aber – und das ist ein dickes, fettes Aber – ich kann die Autorin nicht ausstehen. Man soll ja nicht schlecht von den Toten sprechen, doch meine ehemalige Deutsch-LK-Lehrerin erzählte uns damals im Zuge der Besprechung des Buches, dass die Dame eine glühende Sozialistin war. Eine glühende Sozialistin, die nicht davor zurückschreckte, ihre Freunde beim DDR-Regime anzuschwärzen. Das tut man nicht. Da sträuben sich mir die Nackenhaare. Von daher: ich habe „Das Siebte Kreuz“ bereits gelesen und werde es nicht noch einmal tun, also werden mich ein paar Seiten nicht besonders treffen.

Das zweite Buch wäre wohl „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing. Ja ja, ich weiß, schon wieder Weltliteratur. Und schon wieder Schullektüre. Ich habe das Buch versucht zu verstehen. Betonung auf „versucht“. Doch jedes Mal klinkte sich mein Verstand mit einem lauten, genervten Gähnen aus und fiel aus Protest in einen tiefen Schlummer. Ich habe bis heute nicht kapiert, was eigentlich eine Parabel ist und ich begreife auch nicht, was an der Geschichte so toll sein soll. Ich fand sie nur sterbenslangweilig. Da ich das Buch wohl nie wieder anrühren werde, kann ich ein paar Seiten verschmerzen. Das Ding hat allerdings auch nur ein paar Seiten, viel Wärme würde der alte Weise also nicht spenden.

Zum Schluss würde meine Wahl auf drei Romane von Michael Moore fallen. Eigentlich sollte ich ja nur drei Bücher nennen, aber da Nathan so schmal ist, können wir das zusätzliche Brennmaterial sicher gut gebrauchen. „Querschüsse“, „Stupid White Men“ und „Volle Deckung, Mr. Bush“ sind gute, kritische Bücher, so ist das nicht. Sie waren unterhaltsam und haben mir damals einen ersten Eindruck der amerikanischen Politik und Gesellschaft vermittelt. Aber – ich sage das nicht gern und vielleicht möchte Mr. Moore sich jetzt lieber die Augen zuhalten – sie sind überholt. Moore schrieb „Querschüsse“ 1996. Das ist fast 20 Jahre her. „Stupid White Men“ erschien 2002, „Volle Deckung, Mr Bush“ 2003. In dieser Zeitspanne hat sich vielleicht grundlegend nicht viel verändert, doch es gibt mittlerweile definitiv aktuellere und auch bessere Bücher zum Thema. Ich mag Michael Moore, aber auch ich kann nicht leugnen, dass er ein Querulant ist. Heutzutage lese ich lieber etwas objektivere Betrachtungen, die subtil Kritik üben, statt sie mit einem Vorschlaghammer in die Köpfe der LeserInnen zu dreschen. Tut mir leid Mr. Moore, aber überholte Polit-Schmöker werden beim Wiederaufbau nicht gebraucht.

7. Immer die gleichen Menschen im Bunker um sich zu haben kann anstrengend werden. Mit welchem Charakter könntest du es am längsten aushalten?

Aus meiner Liste wäre das vermutlich Atticus. Ich liebe seine lässige Art und denke, wir würden sehr gut harmonieren. Ich kann mir vorstellen, mit ihm bei Kerzenlicht (Strom sparen!) an einem Tisch zu sitzen, ein Bier in der Hand und die ganze Nacht zu reden. Aber irgendwie sehe ich da auch Locke mit an unserem Tisch. 😉
Insgesamt glaube ich, dass wir uns alle recht gut verstehen würden und es wenig Konflikte gäbe. Der einzige, der vielleicht so seine Probleme mit Teamwork hätte, wäre wohl Jardir. Der Mann hat einfach ein gigantisches Ego und ist es nicht so richtig gewöhnt, sich in eine Gemeinschaft einzufügen. Doch das würden wir ihm schon beibringen.

8. Bei welchem Charakter würden schon nach kurzer Zeit die Fetzen fliegen?

Ich bin ja eigentlich nicht der Typ für unnötige Konflikte, weil ich ein dickes Fell habe und versuche, gelassen zu sein. Bei mir würde es also vermutlich länger dauern, bis mir der Kragen platzt. Doch wenn es dazu käme, glaube ich, dass Schnee die Auslöserin wäre. Manchmal ist sie einfach so eine Püppi. Eitel, stur und ab und zu etwas aufgesetzt. Ich denke, es gäbe Situationen, in denen mir ihre Art auf die Nerven gehen würde, besonders, weil sie dazu neigt, in unpassenden Momenten blöde Witze zu reißen. Im Endeffekt bin ich aber auch überzeugt, dass unser Knatsch nicht lange anhalten würde. Wir würden uns bestimmt schnell wieder vertragen, denn Schnee hat eine Eigenschaf, die ich wirklich schätze: sie kann sich entschuldigen.

Der Wiederaufbau

9. In der neuen Welt ist von nun an alles möglich, nenne eine Fähigkeit eines Buchcharakters, die du gerne hättest, um die neue Welt aufzubauen und/oder um damit eine andere/bessere Welt zu schaffen?

Da muss ich der lieben DarkFairy und allen anderen vor ihr zustimmen. Magie. Magie ist das Nonplusultra. Ich hab mir das ja auch schon sehr passend zurecht gelegt, denn während der Zeit im Bunker möchte ich ja bei Atticus in die Lehre gehen. Wenn wir dann wieder draußen sind und es an den Wiederaufbau geht, sollte ich soweit sein, ihm dabei helfen zu können, die Welt neu zu bepflanzen und ihr neues Leben einzuhauchen.

10. Welcher Welt / welchem System aus einem Buch soll die neue Welt auf keinen Fall ähneln?

Oh, sich da festzulegen, ist wirklich schwierig. Ich habe so viele Dystopien gelesen und alle Systeme waren auf die eine oder andere Art und Weise grauenvoll. DarkFairy hat ja das System aus „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury genannt, weil Bücher in dieser Welt verbrannt werden. Fissel hingegen hat „Brave New World“ genannt von Aldous Huxley, sowie „The Hunger Games“ von Suzanne Collins. Aber irgendwie… ich könnte nicht sagen, dass ich ein System schlimmer als alle anderen fand.
Ich entscheide mich für die Welt aus der „Legend“ – Trilogie („Legend“, „Prodigy“ und „Champion“) von Marie Lu. Nicht, weil ich diese besonders furchteinflößend fand, sondern weil in den Büchern drei ganz verschiedene Systeme vorgestellt werden, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Ich möchte in keinem dieser Systeme leben.

11. Du darfst dir einen Autor aussuchen, der über den Weltuntergang, die Zeit im Bunker und den Wiederaufbau schreibt. Wer sollte es sein?

Joyce Carol Oates. Sie ist aus gutem Grund meine Lieblingsautorin, denn niemand versteht es wie sie, nicht nur Tatsachen und Fakten zu einer spannenden Geschichte zu verweben, sondern auch die psychologische Seite eines Themas sensibel und detailliert herauszuarbeiten. Das wäre mir wichtig, denn die Zeit im Bunker ist unter Garantie eine enorme Belastung für die Psyche.

12. Bestimme/Tagge weitere Kommandanten für die anderen Bunker!

Wie immer überlasse ich es euch, ob ihr den TAG ebenfalls machen möchtet oder nicht. Ich empfinde TAGs als witzige Abwechslung für zwischendurch, aber ich möchte nicht, dass sich hier irgendjemand gezwungen fühlt. Wenn ihr Lust dazu habt, legt einfach los und wer mag, kann auch gern den Link zum entsprechenden Beitrag in den Kommentaren hinterlassen.

Ich bin gespannt, was ihr zum meinem Apokalypsen-Endzeit-Szenario und meiner Buch- bzw. Charakterauswahl zu sagen habt und freue mich auf jedes Kommentar!
Alles Liebe,
Elli

 
4 Kommentare

Verfasst von - 8. Oktober 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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[TAG] Mein Leben in Büchern

Hallo ihr Lieben! 🙂

Gestern habe ich den TAG „Mein Leben in Büchern“ bei Anna von Live Your Life With Books gesehen, der mir so gut gefiel, dass ich entschieden habe, heute gleich mal mitzumachen, auch ohne getaggt worden zu sein. Bücher begleiten mich schon mein ganzes Leben lang, also kann ich es auch durch Bücher beschreiben! 😉

1. Suche dir je eins deiner gelesenen Bücher für deine Initialen heraus.

[E]: „Engel und Joe“ von Kai Hermann

Engel und JoeJoe, die eigentlich Johanna heißt, hält es zu Hause nicht mehr aus und irrt ziellos durch Berlin. Als die 15-jährige von Skinheads bedroht wird, tritt Engel dazwischen. Es ist Liebe auf den ersten Blick zwischen Joe und dem 17 -jährigen, der zu einer Punker-Clique auf dem Alex gehört. Doch kaum haben sich die beiden zueinander gefunden und sich geschworen, nie wieder auseinander zu gehen, ist ihre junge Liebe in Gefahr.

Für das „E“ meines Vornamens habe ich „Engel und Joe“ von Kai Hermann herausgesucht. Wenn man so will, war es DAS Buch meiner Teenagerzeit. Als ich das erste Mal mit dieser Geschichte in Berührung kam, war ich gerade frisch in der Punk-Szene angekommen und viele der Probleme, die in „Engel und Joe“ thematisiert werden, beschäftigten mich durch meinen neuen Freundeskreis ebenfalls. Drogen, Alkohol, Selbstmord, die erste große Liebe, Konflikte mit Autoritäten… Für mich war es ein Buch mitten aus dem Leben. Eigentlich ist ein Reread längst überfällig.

[S]: „Die Straße“ von Cormac McCarthy

die straßeEin Mann und ein Kind schleppen sich durch ein verbranntes Amerika. Nichts bewegt sich in der zerstörten Landschaft, nur die Asche im Wind, die den Schnee grau färbt. Sie haben nur noch ihre Kleider am Leib, einen Einkaufswagen mit all ihrer Habe und einen Revolver mit zwei Schuss Munition. Ihr Ziel ist die Küste, obwohl sie nicht wissen, was sie dort erwartet. Eine Geschichte voller Dunkelheit und mittendrin ein Licht: die herzzerreißende Liebe eines Vaters zu seinem Sohn.

Ich gehe mal davon aus, dass Artikel nicht zählen, daher fiel meine Wahl für das „S“ meines Nachnamens auf „Die Straße“ von Cormac McCarthy. McCarthy erhielt für diesen Roman 2007 den Pulitzer Preis – völlig zu Recht, wenn ihr mich fragt. Das Buch ist eine Dystopie, aber meilenweit entfernt von all den hübschen, niedlichen Young Adult Dystopien, die ich gelesen habe. Es ist dunkel, kalt und verzweifelt. Wie soll ich euch erklären, warum es trotzdem ein wundervolles Buch ist, das mich zum Weinen brachte? Wisst ihr, obwohl es in dieser Geschichte fast nichts gibt, an das man sich klammern könnte, ist sie so voller Hoffnung und Liebe, dass es mir fast das Herz brach.

2. Stell dich vor dein Bücherregal und zähle dein Alter entlang die Bücher ab – bei welchem Buch landest du?

Wie ihr wisst, ist mein Bücherregal sehr groß. Es geht über drei Wände. Natürlich steht in der Frage nicht, wo man anfangen soll zu zählen. Ich könnte das im Grunde an hundert verschiedenen Stellen machen, es käme jedes Mal etwas anderes heraus. Tja, entscheiden musste ich mich trotzdem, also habe ich ganz traditionell bei „A“ angefangen zu zählen (mein Regal ist alphabetisch nach AutorIn sortiert). 26 Zähler später landete ich bei „Sense and Sensibility“ von Jane Austen.

Sense and SensibilityMarianne Dashwood wears her heart on her sleeve, and when she falls in love with the dashing but unsuitable John Willoughby she ignores her sister Elinor’s warning that her impulsive behaviour leaves her open to gossip and innuendo. Meanwhile Elinor, always sensitive to social convention, is struggling to conceal her own romantic disappointment, even from those closest to her. Through their parallel experience of love—and its threatened loss—the sisters learn that sense must mix with sensibility if they are to find personal happiness in a society where status and money govern the rules of love.

Ich kann zu diesem Buch noch nichts sagen, weil ich es noch nicht gelesen habe. Bis ich wieder Lust auf einen Roman von Jane Austen habe, wird aber wohl vermutlich noch ein bisschen Zeit vergehen.

3. Suche dir eines deiner Bücher aus, das in deiner Stadt, deinem Bundesland oder in deinem Land spielt.

Ich bin Berlinerin, habe es bei dieser Aufgabe also relativ leicht. Eine naheliegende Wahl wäre ein Roman von Sebastian Fitzek, aber ich fand „Onkel Toms Hütte, Berlin“ von Pierre Frei dann doch besser.

Onkel Toms Hütte Berlin„Der fünfzehnjährige Ben stößt beim Sammeln von Zigarettenkippen auf eine Frauenleiche: blond, blauäugig, brutal zugerichtet. In der vom Krieg zerstörten Stadt treibt ein psychopathischer Serienmörder sein Unwesen, dem innerhalb kurzer Zeit drei weitere Frauen zum Opfer fallen.“

Dieses Buch könnte einer der ersten Thriller sein, die ich gelesen habe. Das muss gut 10 Jahre her sein. Es ist ein großartiger Mix aus Spannung und geschichtlichen Details, die sich vor allem mit dem Leben von Frauen im Dritten Reich beschäftigen. Bis heute finde ich den Aufbau des Buches genial, weil der Autor sehr bemüht war, dass man als LeserIn die ermordeten Frauen intim kennenlernt und begreift, wie es war, während des Zweiten Weltkriegs Frau, Mutter, Schwester, Geliebte, Rebellin und/oder Arbeiterin zu sein.

4. Jetzt suche ein Buch heraus, das einen Ort repräsentiert, an den du gerne reisen würdest.

Hier fiel mir die Wahl wirklich schwer. Es gibt so viele Länder, in die ich gern einmal reisen würde. Am liebsten möchte ich die ganze Welt sehen. Trotzdem musste ich mich entscheiden und habe ein Buch herausgesucht, das (zum Teil) in dem Land spielt, das mir als erstes eingefallen ist: Indien. Was läge da näher als „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel?

Schiffbruch_mit_Tiger„Schiffbruch mit Tiger? Diese Geschichte würden Sie nicht glauben? Kein Wunder. Fantastisch. Verwegen. Atemberaubend. Wahnsinnig komisch. Eine Geschichte, die Sie an Gott glauben lässt.“

Ich liebe dieses Buch, in all seinem philosophischen Reichtum. Zwar glaube ich nach dem Lesen immer noch nicht richtig an Gott (kompliziertes Thema), aber ich glaube an das Leben und an Wunder. *.* Ich hatte damals schon ziemliche Schwierigkeiten, meine Gefühle Pis Geschichte gegenüber in Worte zu fassen, also werde ich das hier nicht noch einmal versuchen. Lest einfach meine Rezension, wenn ihr es wissen möchtet. 🙂

5. Was ist deine Lieblingsfarbe? Fällt dir ein gelesenes Buch ein, dessen Cover in dieser Farbe gehalten ist?

Hui. Schwierig. Meine Lieblingsfarbe ist blau, in allen Schattierungen. Viele Bücher haben ein blaues Cover. Ich entscheide mich für… *ratlos im Kreis herumwusel* … Ähhh… „Die Gärten des Mondes“ von Steven Erikson.

Die Gärten des MondesFür Sergeant Elster war stets klar, dass er dem malazanischen Imperium treu ergeben ist, egal wie schlecht er von seiner Herrscherin behandelt wurde. Auf ihren Befehl begibt er sich in die feindliche Stadt Darujistan, um deren Eroberung vorzubereiten. Doch als er und sein Trupp eintreffen, schwebt bereits die finstere Festung Mondbrut wie eine schützende Hand über der Stadt – und der Plan der Imperatrix zur Vernichtung Mondbruts kann sehr leicht auch Elster und seine Leute mit in den Tod reißen.

Ich arbeite schon eine Weile daran, die High Fantasy – Reihe Das Spiel der Götter zusammen zu kaufen. Gar nicht so leicht bei mittlerweile 15 deutschen Bänden. Im Original hat die Reihe wohl nur 10 Bände – vermutlich hat Blanvalet entschieden, die Bücher zu teilen (nein, ich werde mich jetzt nicht aufregen). Ich besitze jetzt fünf Bände, habe also noch einiges vor mir. Ich weiß auch, dass ich den Auftakt „Die Gärten des Mondes“ noch einmal lesen muss, bevor ich mit der Reihe durchstarten kann. Ich habe seit Monaten große Lust dazu, aber ich gestehe, mir graut es dermaßen vor der Rezension, dass ich davor zurückschrecke. Alle Welt schwärmt von George R.R. Martin (und ich schätze, das ist berechtigt), aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er komplexer als Steven Erikson schreibt.

6. An welches Buch hast du die schönsten Erinnerungen?

Das ist leicht, weil ich das entsprechende Buch erst im letzten Winter noch einmal gelesen habe: „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ von James Krüss.

Timm ThalerTimm Thalers wunderbares Lachen steckt alle an. Doch er verkauft es an den geheimnisvollen Baron Lefeut, der ihm dafür viel Geld verspricht: Der Baron erhält Timms Lachen, und Timm gewinnt ab jetzt jede Wette. Bald aber merkt Timm, dass ein Mensch ohne Lachen kein richtiger Mensch ist – gleich, wie viel Reichtum er anhäuft. Timm schmiedet einen Plan, wie er sein Lachen zurück erobern kann. Lefeut ist nicht leicht zu überlisten, aber Timm gibt nicht auf…“

Glücklicherweise habe ich auch zu diesem Buch erst einen Beitrag und dann eine Rezension verfasst. Dort steht alles, was ihr über meine langjährige Beziehung zu diesem wundervollen Buch wissen müsst. 🙂

7. Bei welchem Buch hattest du die größten Schwierigkeiten es zu lesen?

Muss es ein Buch sein, das in meinem Regal steht? Wenn nicht, wäre es Franz Kafkas „Die Verwandlung“, das ich für die Schule lesen musste und das der Grund für meine tiefsitzende Abneigung gegen diesen Autor ist. Falls doch… Hmmm..
Ich denke, es ist ein Kopf an Kopf – Rennen zwischen „The Jungle“ von Upton Sinclair und „The Armies of the Night“ von Norman Mailer. Beide Bücher musste ich für die Uni lesen, beide Bücher habe ich abgebrochen (nach der verlangten Seitenanzahl). „The Jungle“ fand ich schockierend und sehr ehrlich, aber Sinclairs Schreibstil fiel mir unglaublich schwer. Mit „The Armies of the Night“ konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden. Ich weiß nicht, was mir das Buch sagen wollte, obwohl es thematisch für mich voll ins Schwarze trifft und ich hohe Erwartungen hatte. Eigentlich fand ich, dass Mailer nur uninteressantes Zeug geschwafelt hat. Und das über den Marsch auf Washington im Oktober 1967. Vielleicht spielt auch mit rein, dass ich Mailer als Persönlichkeit nicht ausstehen kann. Der Mann hat versucht, seine zweite Ehefrau (von insgesamt sechs) abzustechen.

8. Welches Buch auf deinem SuB wird dir das größte Gefühl verschaffen, etwas geleistet zu haben, wenn du es gelesen hast?

Im Gegensatz zu Anna gibt es für mich durchaus ein Buch, das mir ein Gefühl von Erfolg verschaffen wird, wenn ich es eines Tages gelesen und verstanden habe: „Das Verlorene Paradies“ von John Milton.

das verlorene paradies„Der englische Dichter John Milton (1608-1674) schuf Mitte des 17. Jahrhunderts mit seinem Versepos »Das verlorene Paradies« eines der bedeutendsten Werke der europäischen Literatur. In für die damalige Zeit untypischen Blankversen erzählt es von den wiederholten Versuchen Satans, Gott seine Macht zu entreißen. Als Satan in Schlangengestalt ins Paradies eindringt und den Sündenfall Adams und Evas provoziert, ist der Garten Eden schließlich verloren. Miltons kunstvolle Komposition von »Paradise Lost« blieb lange Zeit Wegweiser für die englische Literatur.“

Dieses Buch ist meine Nemesis. Das eindeutige Zeichen dafür, dass jedes Buch seine Zeit hat. Die für mich noch nicht gekommen ist. Ich bin erst 26, aber schon heute sorge ich mich, dass ich niemals bereit sein werde für Miltons großes Epos. Ich will auf meinem Sterbebett denken können „Zumindest hast du den Milton gelesen“. Es steht hier. Seit Jahren. Ab und zu höre ich, wie es mich auslacht. Es macht mich wahnsinnig, dass ich noch nicht so weit bin, weil es ganz oben auf meiner Lebens-Lese-Liste steht. Dieses Buch zu lesen und zu verstehen ist für mich das ultimative Zeichen von fortgeschrittener Intelligenz und ich werde niemals hinnehmen, dass ich für Milton eventuell nicht klug genug bin. Eines Tages werde ich „Das Verlorene Paradies“ in die Knie zwingen. Ich werde triumphieren. Wenn es soweit ist, werde ich das bestimmt sogar feiern, denn wenn man endlich ein Buch ausgelesen hat, das einen jahrelang verfolgt hat, ist das eine Party wert.


Fertig! 😀 Ich finde, da ist eine wirklich interessante Bücher-Mischung zu Stande gekommen. Habt ihr diese Werke bereits gelesen?
Eigentlich müsste ich jetzt weitere Blog taggen, aber da ich nicht weiß, wer diesen TAG schon alles gemacht hat und es außerdem noch verdammt früh ist, verzichte ich darauf. Wenn ihr Lust habt, mitzumachen, tut es einfach! 😀

Ich freue mich sehr auf eure Kommentare und Meinungen zu meinem Leben in Büchern und wünsche euch allen einen wundervollen Sommertag! (I’m walking on Sunshine, ohooo *sing*)
Alles Liebe,
Elli

 
 

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James Krüss – Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen

„Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“

Timm Thaler

Autor: James Krüss

Format: Hardcover

Seitenzahl: 460

Verlag: Der Kinderbuchverlag Berlin

Sprache: Deutsch

ISBN: keine Angabe

Genre: Kinderbuch

ausgelesen am: 25.12.2014

Bewertung:

Es wäre töricht von mir, anzunehmen, dass ich „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ von James Krüss jemals herkömmlich rezensieren könnte. Das geht einfach nicht. Unsere gemeinsame Vorgeschichte ist so lang und intensiv, dass ich nicht einfach die Vor- und Nachteile des Buches abwägen und dann ein Urteil fällen kann. Dazu bin ich viel zu emotional und nostalgisch, sobald es um Timm geht. Also habe ich mich entschieden, es gar nicht erst zu versuchen. Ich habe keine einzige Notiz für diesen Post zu Papier gebracht. Ich glaube auch nicht, dass das nötig ist. Ich werde einfach mein Herz sprechen lassen.

Der schlimmste Tag im Leben des kleinen Timm Thaler ist der Tag, an dem sein Vater stirbt. Plötzlich ist er mit seiner hysterischen, strengen Stiefmutter und ihrem grässlichen Sohn Erwin allein. Von seiner Trauer völlig überwältigt, sucht er den einen Ort auf, an dem er sich seinem Vater nahe fühlt: die Pferderennbahn. Auf das Drängen eines Fremden hin, der behauptet, seinen Vater gekannt zu haben, wettet Timm – und er gewinnt! Timm kann gar nicht fassen, wie glücklich ihn sein Gewinn macht. Er beginnt zu glauben, dass auch das Leben mit der Stiefmutter und Erwin wesentlich erträglicher wäre, wenn sie nur viel Geld hätten. Wie praktisch, dass ihm der Fremde, der sich als Herr L. Lefuet zu erkennen gibt, ein richtiges Geschäft vorschlägt: er möchte Timm die Fähigkeit verleihen, jede Wette zu gewinnen, völlig egal, wie absonderlich sie auch sein mag – im Austausch für sein Lachen. Timm lässt sich auf das Geschäft ein und wahrlich, fortan gewinnt er jede Wette. Doch glücklich macht ihn das nicht. Er begreift, dass man ohne Lachen nicht glücklich sein kann. So beginnt die Jagd nach Timms Lachen, eine Jagd, die ihn um die ganze Welt führt, obwohl die Lösung bereits direkt vor seiner Nase liegt.

Ich möchte ganz fest daran glauben, dass „Timm Thaler“ maßgeblich dazu beigetragen hat, mich zu einem besseren Menschen heranwachsen zu lassen. Dass ich dank James Krüss ich in dem Bewusstsein groß geworden bin, dass es Dinge auf der Welt gibt, die unbezahlbar und nicht mit Gold aufzuwiegen sind. Bis heute erinnert es mich bei jedem Reread wieder daran, dass Glück nicht durch viel Geld oder Materielles zu Stande kommt. Diese Lektion habe ich auf diese Weise so früh gelernt, dass ich mir eine Kindheit ohne dieses Wissen und natürlich auch diese Geschichte gar nicht vorstellen kann.
Ich habe mit meiner Mutter über das Buch gesprochen, nachdem ich den Beitrag Das Wort zum Sonntag geschrieben habe. Wie gesagt wusste ich bis dahin nicht, wie alt unsere Ausgabe ist. Sie hat es mir erzählt: das Buch in meinem Regal, mein unser Timm Thaler ist sage und schreibe 50 Jahre alt. Ein halbes Jahrhundert. Doppelt so alt wie ich. Mich macht das völlig sprachlos. 50 Jahre und die Moral oder Botschaft der Geschichte ist damals wie heute aktuell. Heute vielleicht sogar noch mehr als damals. In einer Welt, in der der alles verschlingende Kapitalismus uns das Konsumieren mit der Muttermilch einsaugen lässt, in der uns vorgegaukelt wird, ALLES wäre mit einem Preisschild versehen, bin ich dankbar, dass Timm in meinem Leben stets eine Art Kompass war und ist.
Als Kind erschien mir die Geschichte extrem aufregend und ich muss sagen, auch heute ist sie das noch immer, obwohl die Dimensionen sich verändert haben. Eine Weltreise, das klang für meine Kinderohren über die Maßen dekadent und einfach GROß. Heutzutage kann ich mit den Städten, Ländern und Entfernungen, die Timm besuchte und zurücklegte, natürlich wesentlich mehr anfangen. Ich habe gemerkt, dass ich gewachsen bin und die Welt mittlerweile nicht mehr als das unbekannte Universum wahrnehme, als das sie mir als kleiner Steppke vorkam. Einerseits finde ich das schade, denn dadurch ist seine Reise für mich kein Wunder mehr. Andererseits ist es atemberaubend, nach all den Jahren endlich wirklich zu WISSEN, wo Timm war. So ist es wohl mit dem Erwachsen-Werden: die Wunder schrumpfen, aber dafür wächst das Gefühl, der Welt ein Stück näher gekommen zu sein.
Ich glaube, mein Interesse an Theorien über den Teufel (Satan, Luzifer, Lycidas, wie auch immer ihr ihn nennen wollt) hat seinen Ursprung ebenfalls in „Timm Thaler“. Es war mein erster Kontakt mit dem Herrscher der Hölle und seitdem habe ich nie aufgehört, mir meine Gedanken über ihn zu machen. Es war spannend, die mutmaßlichen Wurzeln meiner Neugierde schwarz auf weiß vor mir ausgebreitet zu sehen.

Für mich hat sich dieser Reread wirklich gelohnt. Noch einmal in eine Geschichte meiner Kindheit einzutauchen, in diese Geschichte, war bezaubernd. Ich bin mittlerweile sicher, dass meine Mutter mir „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ vorgelesen hat, bevor ich es selbst lesen konnte. Denn während ich es in den Händen hielt und sich in meinem Kopf all die unglaublichen Erlebnisse in Timms Leben abspielten, war es, als könnte ich ihre Stimme hören. Ihre Intonation, ihr Tonfall, als würde sie erneut für mich lesen. Das war sehr schön und ich habe mich meiner Mama sehr nahe gefühlt dabei.
Wenn ihr bisher noch nie dazu gekommen seid, Timms Geschichte zu lesen, holt das umgehend nach. Wenn ich könnte, ich würde es euch befehlen und euch zwingen (ihr wisst, wie ich das meine). Niemand sollte durchs Leben gehen, ohne Timm im Herzen zu tragen. Denn nach über 20 Jahren bringt er, der Junge, der nicht lachen kann, mich noch immer zum Lächeln. Auf dieses Gefühl sollte niemand verzichten.

 
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Verfasst von - 30. Dezember 2014 in Kinderbuch, Rezension

 

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23. 12. 2014 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Man man man, beinahe hätte ich Gemeinsam Lesen heute vergessen. Einem Teil von mir ist nicht richtig bewusst, dass heute Dienstag ist, glaube ich. 😀 Na wie auch immer, es ist mir ja noch eingefallen. Diese Aktion wird abwechselnd von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher betreut; diese Woche ist Schlunzen-Bücher an der Reihe. Zu den Fragen kommt ihr durch einen Klick aufs Bild. Auf geht’s! 😀

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ von James Krüss und befinde mich auf Seite 306.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Der Tagesablauf im Schloß war streng geregelt.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Eigentlich habe ich alles, was zu diesem Buch in meinem Herzen steckt, bereits HIER beschrieben. Aber weil ich euch trotzdem etwas anbieten möchte, erzähle ich euch einfach von gestern. Meine Ausgabe von Timm ist ziemlich alt und schon ein bisschen gebrechlich. Ich musste mir also etwas einfallen lassen, wie ich das Buch mit zur Arbeit nehmen kann, ohne es weiter zu beschädigen. Ich hatte extreme Panik, dass es in meinem Rucksack neue Risse bekommt oder dass meine Wasserflasche ausläuft oder dass mein Frühstück Flecken hinterlässt oder oder oder. Sonst bin ich nicht so empfindlich; ein paar Eselsohren oder Flecken machen mir nichts aus. Aber Timm ist eben ein spezieller Fall. Ich brauchte einen Schutz für ihn, der es mir trotzdem ermöglichte, bequem auf dem Weg zu lesen. Also bekam er seine eigene Reisetasche. Ich habe ihn einfach in die Tasche meines kleinen Netbooks gesteckt. Wasserfest, gut gepolstert und mit Reißverschluss – ideal. Als ich dann in der U-Bahn saß, habe ich seelenruhig die Tasche ausgepackt und Timm heraus geholt. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie seltsam ich angesehen wurde. 😀 Ich bin mir nicht sicher, was die Menschen um mich herum gedacht haben. Es ist mir allerdings auch reichlich egal, denn wenn sie wüssten, wie wertvoll dieses Buch für mich ist, würden sie es verstehen.

4. Das Jahr nähert sich dem Ende. Hattet ihr ein Leseziel für dieses Jahr? Wenn ja, welches Ziel habt ihr euch gesteckt und habt ihr es erreicht oder werdet ihr es auf die letzten Tage noch erreichen?

Okay, diese Frage habe ich nun eigentlich schon mehrmals ausführlich beantwortet. 😀 Schaut einfach HIER vorbei.
Aaaaaaber ich habe ja bereits ein paar Fortschritte verzeichnen können, seitdem ich diesen Beitrag geschrieben habe. Ich habe alle drei Trilogien ausgelesen, die ich noch beenden wollte. Timm erfüllt die Aufgabe „Lies ein Buch aus deiner Kindheit“, die mir noch für die Buch-Challenge 2014 fehlt. Ich wollte ursprünglich 80 Bücher dieses Jahr lesen. Das habe ich geschafft und bin nun überzeugt, dass ich 84 daraus machen kann. Wer weiß, vielleicht sogar 85.
Ansonsten bin ich ganz optimistisch, dass ich bis Silvester alle Rezensionen des Jahres 2014 fertig haben werde. Um „Prodigy“ möchte ich mich heute Abend noch kümmern, mal sehen, wann ich dann zu „Champion“ komme.
Kurz, es läuft recht gut. 😀

Was lest ihr im Augenblick? Habt ihr eure Ziele erreichen können?

P.S.: Schaut doch mal bei meinem Blog-Geburtstagsgewinnspiel vorbei! Vielleicht geht das Wunschbuch im Wert von 10€ ja an euch! 😀

Mein erster Blog-Schlüpftag: 52 Mal Elli

 

 
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Verfasst von - 23. Dezember 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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21. 12. 2014 – Das Wort zum Sonntag: Ein Schatz aus meiner Vergangenheit

Guten Abend ihr Lieben,
bevor ich mich bald in Ruhe darauf vorbereite, mein Bett aufzusuchen, um in meinen letzten Arbeitstag vor Weihnachten voller Elan starten zu können, möchte ich ein paar Worte zu meiner „neuen“, aktuellen Lektüre sagen. Ich habe das Gefühl, dass ich das muss. Um diesem Buch gerecht zu werden und all den Erinnerungen, die an ihm hängen.

Ich lese jetzt zum vermutlich hundersten Mal „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ von James Krüss. Ein paar von euch sehe ich jetzt bereits wissend lächeln. Die Geschichte des kleinen Timm, der sein Lachen an den mysteriösen Herrn L. Lefuet verkauft, im Austausch für die Garantie, fortan jede Wette zu gewinnen. Ich weiß nicht mehr, wann ich dieses Buch das erste Mal gelesen habe. Ich weiß nicht einmal mehr, ob ich es wirklich selbst gelesen habe oder ob meine Mutter es mir vorlas. Soweit ich mich erinnern kann, war diese Geschichte schon immer in meinem Leben. Ich wuchs auf – Timm war da. Ich wurde älter – Timm war da. Ich begann, bewusst selbst zu lesen – Timm war da. Er begleitet mich schon von Beginn an. Er bedeutet mir unendlich viel. Diese fantastische Geschichte von James Krüss ist eine der ganz wenigen, die ich über die Jahre wieder und wieder und wieder und wieder gelesen habe.
Heute habe ich das Buch aus dem Regal gezogen, weil mir noch immer die Challenge-Aufgabe „Lies ein Buch aus deiner Kindheit“ fehlt. Welches sollte ich lesen, wenn nicht dieses?

Timm 1

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Rechts in der Sidebar seht ihr das Cover meiner Ausgabe. Meine Ausgabe ist eigentlich gar nicht MEINE Ausgabe. Es ist die Ausgabe meiner Mutter. Sie gehörte ihr. Jetzt gehört sie mir. Denn wenn sie eines schon immer getan hat, dann war es das: sie schenkte mir Geschichten. Ich liebe meine Mutter, so wie das (hoffentlich) jedes Kind auf der Welt tut, aber dafür liebe ich sie besonders.

Timm 2

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Ich weiß, dass diese Ausgabe für einige von euch sicher furchtbar aussieht: die Bindung mit braunem Leukoplast geklebt, abgeplatze Stellen im Einband, völlig rund gelesene Ecken. Von innen bietet sich kaum ein anderes Bild; die Seiten sind vergilbt und einige sind eingerissen. Doch für mich ist es eines der wunderschönsten Bücher, die mein Regal überhaupt anzubieten hat, weil es gelesen und GELIEBT aussieht. Nicht alle Macken stammen von mir, aber an diejenigen, die ich dem Buch zugefügt habe, erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen. Wenn ich es aufschlage, rieche ich sofort diesen unvergleichlichen Duft, diesen Duft, den nur Timm hat und der für immer mit ihm verbunden sein wird. Das Papier hat diese unvergleichliche Qualität, durch die ich Timm überhaupt noch in den Händen halten kann, ohne dass er mir unter den Fingern zerfällt. Ich sehe die Illustrationen, die in schwarz-weiß gehalten sind und mir als Kind halfen, die Geschichte zu visualisieren. Sie stammen von Werner Klemke. Er verstarb 1994, als ich gerade einmal fünf Jahre alt war. 20 Jahre später ist er durch seine Bilder noch immer lebendig, so, wie er für mich Timm zum Leben erweckte und ihm ein Gesicht gab.
Ich weiß nicht einmal, von wann diese Ausgabe ist. Es steht nicht drin. Ich weiß, es ist eine DDR-Ausgabe, aber das war es dann auch schon. Timm wurde über die Jahre hinweg immer wieder neu verlegt, doch ich habe noch keine einzige Ausgabe gesehen, die meiner in ihrer Schönheit auch nur nahe kommt. Deswegen habe ich bei Goodreads sogar extra einen neuen Eintrag erstellt.

Timm 3

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Ich weiß nicht, ob ich in der Lage sein werde, Timm zu rezensieren. Vielleicht ja, vielleicht nein. Unsere letzte gemeinsame Reise ist einige Jahre her, ich weiß nicht, wie er jetzt auf mich wirken wird. Ich denke nicht, dass ich in seinem Fall jemals objektiv sein könnte oder überhaupt wollte.
Halte ich dieses Buch in den Händen, sehe, rieche und fühle ich meine Kindheit, als wäre ein Teil von ihr darin für die Ewigkeit konserviert worden. Das bedeutet mir die Welt.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 21. Dezember 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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