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Montagsfrage: Im Original?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Nach einem Wochenende voller guter Musik, Bier, schmerzenden Füßen, zu vielen Menschen und überwältigenden Emotionen bin ich nun wieder zurück in der Heimat. Glücklicherweise habe ich mir den Montag in weiser Voraussicht frei genommen und kann den Tag heute ganz entspannt nutzen, um meine Akkus wieder aufzufüllen. Zum Lesen bin ich die letzten Tage natürlich leider nicht gekommen, also muss das unbedingt nachgeholt werden und die eine oder andere Rezension steht ja ebenfalls an. 😉 Heute starten wir jedoch erst einmal ganz regulär mit der Montagsfrage von Svenja aka Buchfresserchen:

Welche(s) Buch/Bücher würdest du gerne mal in der Originalsprache lesen, wenn du könntest?

Ich finde die Frage toll, weil es tatsächlich so einige Bücher gibt, die ich gern im Original lesen würde. Ganz oben auf dieser Liste steht Dantes „Göttliche Komödie“, doch ich spreche nun mal kein Italienisch und es extra dafür zu lernen… Seien wir ehrlich, bis ich soweit wäre, dieses Werk zu lesen und zu verstehen, würden Jahre vergehen. Bei solchen Klassikern ist es daher sehr sehr wichtig, für welche Übersetzung man sich entscheidet. Ich habe gelesen, dass die Übersetzung von Stefan Georges recht gut sein soll, allerdings hat er wohl nur Teile übersetzt und nicht das Gesamtwerk. Ich werde mich da noch einmal dahinter klemmen müssen und mir ein paar Leseproben anschauen. Hinzu kommt, dass es mir in diesem Fall extrem wichtig ist, eine schöne Ausgabe zu besitzen. Ich möchte eine Version, die dem Inhalt gerecht wird. Irgendwas in Leder gebundenes.
Außerdem würde ich gern Shakespeare und Dickens im Original lesen, traue es mir aber nicht zu. Mein Englisch ist gut und es reicht für moderne Romane, aber Shakespeare ist ja schon in meiner Muttersprache schwer zu verstehen. Das Englisch des 16./17. Jahrhunderts unterscheidet sich maßgeblich von dem Englisch, das heute gesprochen und geschrieben wird; ich hätte Sorge, dass ich den großen Dramatiker überhaupt nicht mehr verstehe. Bei Charles Dickens ist es ähnlich, auch wenn seine Werke im 19. Jahrhundert entstanden. Ich muss es mir ja nicht absichtlich schwer machen, richtig? 😉

Welche Werke würdet ihr gern im Original lesen?

Ich freue mich sehr auf eure Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Wochenstart! Außerdem möchte ich die Chance nutzen, euch noch einmal an mein Geburtstags-Gewinnspiel zu erinnern, an dem ihr immer noch teilnehmen könnt. Schaut einfach mal HIER vorbei! 😀

Alles Liebe,
Elli

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Anonymus – Das Buch Ohne Staben

„Das Buch Ohne Staben“

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Originaltitel: “The Eye Of The Moon”

Reihe: Bourbon Kid #2

Autor: Anonymus

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 448 Seiten

Verlag: Bastei Lübbe

Sprache: Deutsch

ISBN:  3404206401

Genre: Fantasy > Urban Fantasy

ausgelesen am: 05.06.2014

Bewertung:

Nachdem die Rezension zu „Das Buch Ohne Namen“ eher eine Beschreibung meiner Beziehung zu diesem Buch war, habt ihr nun wieder eine reguläre Rezension vor Augen. „Das Buch Ohne Staben“ ist der zweite Teil der „Bourbon Kid“ – Reihe; ich möchte daher darauf hinweisen, dass dieser Beitrag ein paar inhaltliche Details enthalten wird. LeserInnen, die wie schon beim ersten Band komplett unvoreingenommen an das Buch herangehen möchten, sollten auf das Lesen verzichten.

Ein Jahr ist es her, dass der Bourbon Kid das letzte Mal in Santa Mondega gewütet hat. Ein Jahr, seitdem alle Mönche der Insel Hubal brutal abgeschlachtet wurden, einschließlich Vater Taos. Alle, bis auf einen. Der Mönch Peto überlebte das Massaker durch einen erstaunlichen Zufall und konnte darüber hinaus auch das Auge des Mondes retten. Nun hält er sich auf der Suche nach Bourbon Kid erneut in Santa Mondega auf.
Auch Dante und Kacy sind in die Stadt zurückgekehrt, allerdings nicht freiwillig. Von der Regierung erpresst, muss Dante sich unter die Vampirclans mischen, um Peto und mit ihm das Auge des Mondes zu finden.
Der Barmann des Tapioca, Sanchez, hütet noch immer ein gefährliches Geheimnis. In einem Raum über seiner Bar pflegt er heimlich die wunderschöne Jessica, die nach der Schießerei vor einem Jahr abermals im Koma liegt. Er ahnt nicht, dass Jessica mehr ist als nur eine hübsche Frau.
Der Vampirclans der Filthy Pigs verfolgt einen perfiden Plan, um wahre Unsterblichkeit zu erreichen. Dafür benötigen sie nicht nur Jessicas Blut, sondern auch das des Bourbon Kid.
Damit noch nicht genug, wandelt eine Jahrtausende alte, wieder auferstandene Mumie durch die Straßen der Stadt.
Erneut macht Santa Mondega ihrem Ruf als gefährlichste Stadt der Welt alle Ehre und im Mittelpunkt aller Ereignisse steht Bourbon Kid. Es wird Blut fließen. Literweise.

Ich bleibe bei meiner Einschätzung: die „Bourbon Kid“ – Reihe ist Punk. Sie ist Trash. „Das Buch Ohne Staben“ ist eines der härtesten Bücher, die ich je gelesen habe. Brutal, blutig und gewalttätig. Die Sterberate der Charaktere, ob nun Haupt- oder Nebenfiguren, ist astronomisch hoch. Der Autor (ich gehe weiterhin davon aus, dass es ein Mann ist) sagte angeblich:

„Ich schreibe so lange weiter, bis alle tot sind.“

Ich glaube ihm aufs Wort. Als LeserIn ist es sinnvoll, sich emotional nicht zu sehr an die Charaktere zu binden, denn man weiß nie, wen es als nächstes erwischt. Immer wieder wurde ich überrascht und nicht nur einmal zog ich einen enttäuschten Flunsch, weil eine meiner liebsten Figuren das Zeitliche segnete. In dem Höllenloch Santa Mondega sterben die Menschen/Vampire/Werwölfe wie die Fliegen. Trotzdem glaube ich, dass Anonymus noch einiges vor sich hat, weil er so viele Figuren in seine Geschichte einbaut. Diese erstaunte mich erneut durch ihre Komplexität; zahlreiche Parteien, zahlreiche Ziele, zahlreiche Pläne. Alles ist irgendwie miteinander verbunden, lose Fäden gibt es nicht. Wie schon im ersten Band entstehen dabei absurde, wahnwitzige Situationen, über die ich nur immer wieder ungläubig den Kopf schütteln konnte. Anonymus versteht es exzellent, die verschiedenen Erzählstränge unter einen Hut zu bringen und vermittelt dabei eine gehörige Portion makabren Galgenhumors.
Die BewohnerInnen von Santa Mondega sind die Bank weg durch korrupt, hinterhältig und insgesamt eher unangenehme ZeitgenossInnen. Das ändert jedoch nichts daran, dass ich für die meisten Sympathie empfand. Selbst der Massenmörder Bourbon Kid, dessen Vergangenheit in „Das Buch Ohne Staben“ nach all den Andeutungen im ersten Band nun endlich offengelegt wird, verdiente sich erneut meine Zuneigung. Das gipfelte darin, dass ich fast zu Tränen gerührt war, als sein Leben am Ende des Buches eine deutlich positive Wendung nimmt.
Außerdem liebe ich es, dass Vampire und Werwölfe als das dargestellt sind was sie sind, ohne einen Hauch romantischer Verklärung: triebhafte Bestien.

Santa Mondega ist der vermutlich verruchteste, moralisch verwerflichste Ort, den ich je in meiner Fantasie besuchte. Und doch kann ich es kaum abwarten, dorthin zurückzukehren. Ich bin begierig auf das Weiterlesen und weiß schon jetzt, dass ein paar Details aus „Das Buch Ohne Staben“ zu Komplikationen im nächsten Band „Das Buch Ohne Gnade“ führen werden. Ich freue mich darauf.
Die gesamte „Bourbon Kid“ – Reihe ist nichts für schwache Nerven. Man muss diese spezielle Mischung aus Gewalt, Blut und Absurdität zu schätzen wissen. Es gibt sicher so einige LeserInnen, die von Anonymus‘ brutaler Geschichte abgestoßen sind. Doch wer es rasant, makaber und blutrünstig mag, liegt mit „Das Buch Ohne Namen“ und „Das Buch Ohne Staben“ goldrichtig.

 
8 Kommentare

Verfasst von - 8. Juni 2014 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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