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Linda Castillo – Blutige Stille

2016-04-25 - Castillo Blutige Stille

Den ersten Band der „Kate Burkholder“ – Reihe, „Die Zahlen der Toten“, habe ich im März 2014 gelesen. Ich empfand das Buch als soliden, wenig überraschenden Thriller und hatte kaum Ambitionen, die Reihe weiterzuverfolgen. Zwei Jahre später purzelte mir der zweite Band „Blutige Stille“ in den Schoß. Ich unterhielt mich mit meiner Freundin E. darüber, dass ich englische Bücher unter anderem dafür schätze, dass sie oft in winzigen, platzsparenden Ausgaben herausgebracht werden. Sie stimmte mir zu und verschwand in ihrem Wohnzimmer. Als sie zurückkehrte, hielt sie „Blutige Stille“ in den Händen, als Mini-Ausgabe der Fischer Taschenbibliothek. Wir stellten fest, dass sie zwar den zweiten Band der „Kate Burkholder“ – Reihe gelesen hatte, aber niemals den ersten, während ich hingegen nur den ersten Band gelesen hatte. Kurzer Hand tauschten wir die Bücher aus, um unsere Wissenslücken zu füllen. Gekauft hätte ich „Blutige Stille“ vermutlich nicht, weshalb ich E. umso dankbarer bin, dass ich nun trotzdem weiß, wie sich Kates Geschichte weiterentwickelt.

Nachdem Kate Burkholder mit Hilfe von John Tomasetti einem Serienmörder erfolgreich das Handwerk legte, hoffte sie mehr als alles andere, dass wieder Frieden in Painter’s Mill einkehren würde. Leider währt die Ruhe nur kurz. Die amische Familie Plank wird abgeschlachtet aufgefunden. Vater und Söhne liegen erschossen im Haus, die Mutter und das Baby wurden auf ihrer verzweifelten Flucht hingerichtet. Ihr Mörder zeigte keine Gnade, doch seinen Sadismus sparte er sich für die Töchter auf. Verstümmelt und gefoltert hängen sie in der Scheune. Die ungeheure Brutalität des Verbrechens schockiert selbst hartgesottene Polizeiveteranen. Wer würde einer gottesfürchtigen, friedliebenden Familie so etwas antun und warum? Kate tappt im Dunkeln – bis sie das Tagebuch der ältesten Tochter findet…

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Verfasst von - 4. Juni 2016 in Krimi, Rezension, Thriller

 

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I can’t get over it, this is my job: Mein Abend mit Peter V. Brett

Bericht zur Lesung

Hallo ihr Lieben! 🙂

Donnerstag Abend hatte ich das große Glück, wieder einmal einer Lesung beiwohnen zu dürfen. Die Otherland Buchhandlung veranstaltete abermals einen Abend mit einem der ganz großen Namen der High Fantasy – Literatur: Peter V. Brett. Seine Reihe „Demon Cycle“ gehört zu meinen liebsten Entdeckungen des letzten Jahres, obwohl mir mittlerweile bewusst ist, dass die Bücher hinsichtlich des weiblichen Rollenbilds, das sie vermitteln, nicht ganz unproblematisch sind. Trotzdem bewundere ich den New Yorker für sein originelles und intelligentes Design, denn die Geschichte, die er erzählt, unterscheidet sich stark von der traditionellen Fantasy mit all ihren Magiern, Elben und Zwergen. Ich freute mich sehr darauf, ihn kennenzulernen.

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Peter V. Brett – The Desert Spear

„The Desert Spear“

the desert spear

Reihe: Demon Cycle #2

Autor: Peter V. Brett

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 638 Seiten

Verlag: Del Rey

Sprache: Englisch

ISBN: 0345524144

Genre: Fantasy > High Fantasy

ausgelesen am: 02.05.2015

Bewertung:

Ich würde gern das Siegel-Zeichnen lernen. So, wie es Leesha und der Tätowierte Mann können. Sie verbinden viele verschiedene Siegel zu einem komplexen Muster, das Schutz vor allen möglichen Dämonen bietet. Ich finde, Peter V. Brett könnte gemeinsam mit der Künstlerin Lauren K. Cannon ein Grimoire herausbringen, in dem all die Siegel mit Abbildungen und Erklärungen zu finden sind. Sonst habe ich es nicht so mit Extra-Merch zu einer Buchreihe, aber diesen Bildband würde ich mir besorgen und einfach alles mit Siegeln versehen, das sich anbietet. Allerdings werde ich darauf wohl noch eine Weile warten müssen, denn es macht wenig Sinn, ein Grimoire zu veröffentlichen, bevor die Reihe abgeschlossen ist. Schließlich kommen in jedem Band neue Siegel hinzu.

Sein ganzes Leben widmete Ahmann Jardir dem Kampf gegen die Dämonen, den alagai. Er überlebte die harte Schule der Kaji’sharaj, wuchs über sich hinaus und wurde mit Hilfe seiner Ehefrau Inevera zum mächtigsten Mann Krasias, des Wüstenspeers. Als der Par’Chin den Speer des Kaji zu Jardir brachte, war ihm klar, dass diese Waffe nur für ihn bestimmt sein konnte. Er ist der Shar’Dama Ka, der Erlöser. Doch bevor er die Welt von der Dämonenplage befreien kann, müssen die Menschen unter seiner Führung geeint werden. Gemeinsam mit jedem Mann und jeder Frau Krasias zieht Jardir aus, den Tageslichtkrieg zu kämpfen. Im Norden kennt niemand die Prophezeiung des Shar’Dama Ka. Hier glauben die Menschen daran, dass der mysteriöse Tätowierte Mann der Erlöser ist. So werden aus alten Freunden Rivalen und merken nicht, dass sie beobachtet werden. Denn der Horc ist die Heimat vieler Dämonen. Und einige sind gefährlich intelligent…

Es ist jetzt etwas mehr als drei Wochen her, dass ich den zweiten Band des Demon Cycle ausgelesen habe, aber wenn ich an „The Desert Spear“ denke, möchte ich noch immer im Kreis hüpfen, wie wild klatschen und begeisterte Quietschgeräusche von mir geben. Applaus für Peter V. Brett und die fantastische Fortsetzung seiner High Fantasy – Reihe! Er hat es wirklich verdient; ich kann kaum glauben, wie unfassbar gut seine Geschichte ist. Von der ersten Seite an schlug er mich in ihren Bann und führte mich in eine Richtung, die ich niemals erwartet hätte. Ich habe nicht damit gerechnet, Ahmann Jardir so intensiv kennenzulernen. Im ersten Band empfand ich ihn als den unsympathischen Gegenspieler des Tätowierten Mannes, der keine Skrupel hat, eine Freundschaft für etwas zu opfern, das er haben will. Jetzt habe ich ihn aufwachsen sehen. Ich habe erlebt, wie anders die Lebensrealität in Krasia ist und warum Jardir glaubte, keine andere Wahl zu haben, als Arlen den Speer des Kaji abzunehmen und ihn dem Tod zu überantworten, obwohl sie Freunde waren. Sein Glaube daran, dass er der Shar’Dama Ka ist, ist unglaublich stark. Es ist für ihn nicht nur ein Titel, den er sich verliehen hat, um mehr Macht zu haben. Er ist überzeugt, dass er die Menschheit von den Dämonen erlösen wird. Er ist nicht böse. Ich musste meine Meinung von ihm komplett revidieren und habe es gern getan, weil Jardir für mich zu einem äußerst attraktiven Mann geworden ist: intelligent, gebildet, leidenschaftlich, bestimmt, zielstrebig und sehr aufopferungsvoll. In Peter V. Bretts Universum gibt es keine eindimensionalen Charaktere; sie alle sind lebendig und facettenreich. Das gilt auch für Jardirs erste Ehefrau Inevera, die ich liebe, liebe, liebe. Sie ist eine Frau, der man besser nicht in die Quere kommt. Eine manipulative Schlange, eine geschickte Intrigantin und extrem gefährlich. Atemberaubend schön, aber in ihren Adern fließt Gift. Ihre tatsächlichen Ziele kennt nur sie selbst; nicht mal ich weiß, was sie eigentlich plant, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Jardir nur deshalb zum Shar’Dama Ka machte, weil ihr Glaube so unerschütterlich ist. Nein, die Dame hat etwas vor und ist es nicht gewohnt, nicht zu bekommen, was sie will. In diesem Punkt ist sie Leesha sehr ähnlich, weshalb es mich überhaupt nicht überrascht hat, dass Jardir sich zu Leesha hingezogen fühlt. Natürlich ist die Kombination von Leesha und Inevera hochexplosiv und unter Umständen sogar tödlich – ich konnte es kaum abwarten, dass sie sich begegnen! Ihr Aufeinandertreffen war eine der spannendsten Situationen meiner Literaturgeschichte. Leesha und Inevera sind jedoch nicht die einzigen interessanten Frauen in „The Desert Spear“. Erinnert ihr euch an Renna aus dem ersten Band? Arlen war ihr versprochen, bevor er davon lief. Sie waren damals beide noch Kinder. Jetzt ist Renna erwachsen und bekommt eine eigene Erzählperspektive. Damit habe ich ebenfalls nicht gerechnet, denn ich empfand Renna eigentlich nur als „unwichtigen“ Nebencharakter. Peter V. Brett belehrte mich eines Besseren und zeigte mir, dass es sowas wie unwichtige Figuren in seiner Welt nicht gibt. Ist das nicht großartig? Man weiß bei ihm einfach nie, wer in der weiteren Handlung noch eine Rolle spielen wird. Obwohl er sehr detailreich schreibt und seine LeserInnen fast überall dabei sein lässt, kann man nur schwer voraussagen, was als Nächstes passieren wird. Ich finde das fabelhaft, denn ich habe keinerlei Probleme, ihm zu vertrauen und mich einfach in seine extrem dichte, greifbare Atmosphäre fallen zu lassen.

„The Desert Spear“ verdient eigentlich weit mehr als fünf Sterne. Ich könnte stundenlang davon schwärmen und hätte dann vermutlich immer noch nicht alles aufgezählt, was mir daran gefällt. Es ist actionreich, spannend, intelligent und überrascht mich immer wieder aufs Neue. Ich kann es kaum abwarten, den dritten Band „The Daylight War“ zu lesen, versuche aber, mich zurückzuhalten, bis der vierte Band „The Skull Throne“ ebenfalls in meinem bevorzugten Format erschienen ist. Mal sehen, wie lange ich tatsächlich widerstehen kann. Bis dahin werde ich einfach weiter in der Erinnerung an „The Desert Spear“ schwelgen und jeder bzw. jedem auf die Nase binden, dass Peter V. Brett ein High Fantasy – Rockstar ist, ob er/sie es nun hören will oder nicht! 😉

 
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Verfasst von - 27. Mai 2015 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Wieder einmal ist Dienstag – Zeit für Gemeinsam Lesen! Diese Aktion wird abwechselnd von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher betreut; die Fragen dieser Woche findet ihr bei Schlunzen-Bücher durch einen Klick aufs Bild! 🙂

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „The Desert Spear“ (Demon Cycle #2) von Peter V. Brett und befinde mich auf Seite 283.

the desert spear„The sun is setting on humanity. The night now belongs to voracious demons that prey upon a dwindling population forced to cower behind half-forgotten symbols of power. Legends tell of a Deliverer: a general who once bound all mankind into a single force that defeated the demons. But is the return of the Deliverer just another myth? Perhaps not. Out of the desert rides Ahmann Jardir, who has forged the desert tribes into a demon-killing army. He has proclaimed himself Shar’Dama Ka, the Deliverer, and he carries ancient weapons—a spear and a crown—that give credence to his claim. But the Northerners claim their own Deliverer: the Warded Man, a dark, forbidding figure. Once, the Shar’Dama Ka and the Warded Man were friends. Now they are fierce adversaries. Yet as old allegiances are tested and fresh alliances forged, all are unaware of the appearance of a new breed of demon, more intelligent—and deadly—than any that have come before.“

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„»I was apprenticed to an Herb Gatherer for six month as part of my Messenger training,« the Warded Man said.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Mich hat „The Desert Spear“ von Anfang an sehr überrascht. Nach dem ersten Band, den ich noch auf Deutsch gelesen habe („Das Lied der Dunkelheit“), konnte ich mir nicht so genau vorstellen, wie Peter V. Brett die Handlung weiterführen möchte. Nun ja, also DAMIT hatte ich nicht gerechnet. 😀 Ich bin total begeistert, dass Brett sich entschieden hat, die Perspektive einer Figur auszuarbeiten, der ich im ersten Band bereits kurz begegnete: die Perspektive von Ahmann Jardir. In „Das Lied der Dunkelheit“ habe ich ihn als Verräter kennengelernt; durch „The Desert Spear“ musste ich diese Meinung noch einmal überdenken. Nichts auf der Welt ist so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Niemand verrät ohne Grund, aus Spaß am Verraten. Ich mag Jardir mittlerweile sehr und muss sagen, ich finde seinen Charakter äußerst attraktiv. Er hat eine besondere Anziehungskraft auf mich, weil er sehr charakterstark, bestimmt, zielstrebig und aufopferungsvoll ist. Seine Frau hingegen… oh oh oh. Die Dame hat Gift im Blut. Jardir hat unglaubliches Glück, dass sie auf seiner Seite steht und nicht gegen ihn. Noch nicht jedenfalls. Wer weiß. Ich traue ihr so einiges zu. 😉
Außerdem wird direkt am Anfang eine neue Dämonen-Gattung integriert, die ich extrem spannend finde. Mir gefiel ihre Vielfalt ja schon im ersten Band sehr, doch jetzt wird es richtig interessant. Der Klappentext verrät es ja schon, diese neue Gattung ist intelligent. Und wie intelligent die sind! Brrrr, gruselig. Intelligente Monster sind immer eine besondere Herausforderung und ich freue mich wie Bolle auf den Kampf mit diesem neuen Gegner! 😀
Ihr merkt es, ich habe extrem viel Spaß an dem Buch, aber nach dem ersten Band habe ich auch nichts anderes erwartet. Das liegt übrigens auch daran, wie detailliert Peter V. Brett schreibt. Mir ist das am Wochenende aufgefallen, weil der Lieblingsmensch aus irgendeinem Anlass heraus behauptete, die Figuren in meinem Buch hätten bestimmt keine natürlichen Bedürfnisse, oder zumindest gäbe es solche Szenen nicht. Wir sind einiges durchgegangen: Toilette, Essen, Trinken. All das beschreibt Peter V. Brett auf die eine oder andere (aber niemals zu deutliche) Weise. Ich liebe es, wenn AutorInnen sich so viel Mühe geben, ihre Figuren lebendig und realistisch erscheinen zu lassen. Nur Übernatürliche müssen weder essen, noch trinken, noch atmen oder die Toilette besuchen. Peter V. Bretts Charaktere sind Menschen, also unterliegen sie auch zutiefst menschlichen Beschränkungen. Ich habe eine viel engere Beziehung zu ihnen, weil Brett mich fast überall dabei sein lässt, ohne geschmacklos zu werden. Vermutlich ist dieser Detailreichtum wirklich nur in der High Fantasy möglich. Und deswegen: High Fantasy – ich liebe dich! 😀

4. Wie steht ihr zu Seiten in denen Blogger Rezensionsexemplare anfragen können? Seid ihr selber auf solchen Seiten angemeldet? (bloggdeinbuch, Das bloggerportal von Randomhouse etc.)?

Ich nutze solche Möglichkeiten, aber nicht oft.
Ich bin seit einiger Zeit im Mail-Verteiler des Verlags Entangled Teen. Auf diese Weise trudeln regelmäßig Mails bei mir ein, in denen sie ihre neusten ARC-Versionen anbieten und anhand derer ich entscheiden kann, ob das eine oder andere eBook etwas für mich sein könnte. Ist etwas Vielversprechendes dabei, kann ich mich auf die entsprechenden Bücher bewerben. Bisher hat das für mich sehr gut geklappt; ich wurde jedes Mal ausgewählt (wenn das denn überhaupt so läuft, keine Ahnung). Ich bekomme dann von Entangled Teen eine weitere Mail, in der steht, bis wann ich das Buch gelesen und rezensiert haben soll (also das Erscheinungsdatum) und einen Netgalley-Link, über den ich es auf meinen Kindle laden kann. Netgalley selbst ist auch ein Blogger-/Rezensenten-Portal; dort bin ich natürlich zwangsläufig angemeldet, habe das Portal aber noch nicht wirklich genutzt. Könnte ich eigentlich mal tun… 😉
Blogg dein Buch habe ich hingegen schon mehrfach genutzt, für mich ist es aber nicht ganz das richtige Portal. Wenn man das Buch bekommt, soll man es ja innerhalb eines Monats gelesen und rezensiert haben. Man kann die Frist zwar verlängern, aber mich setzt das trotzdem unter Druck, weil ich die Ursprungsfrist einhalten möchte. Weder mein Kopf noch mein Bauch mögen zeitliche Vorgaben, es sei denn, sie sind ziemlich lang. Dann spielt es keine Rolle. Ein Monat ist dafür allerdings tatsächlich zu kurz und es ist für mich, als wäre das Buch ein Stachel in meinen Gedanken, der mir keine Ruhe lässt.Bird Box
Seit neustem bin ich auch im Bloggerportal von Randomhouse angemeldet. Auf die Idee kam ich dank der lieben Buchmacherin Melanie. Ich habe das Portal jetzt einmal auf gut Glück ausprobiert, indem ich ein älteres Buch und eine Neuerscheinung angefordert habe. Die Neuerscheinung war „Bird Box“ von Josh Malerman, auf das ich sowieso neugierig war und genau dieses lag dann letzte Woche am Freitagmorgen in meinem Briefkasten. Das fand ich ziemlich toll, weil ich nicht damit gerechnet habe. Randomhouse sagt einem ja nicht, ob man ein Rezensionsexemplar bekommt oder nicht, das heißt, es wird wohl jedes Mal eine Überraschung sein. 🙂

Prinzipiell finde ich, bei diesen Bloggerportalen kommt es weniger darauf an, ob man sie nutzt, sondern eher, WIE man sie nutzt. Maß halten ist angesagt, wenn ihr mich fragt. Fordert man ab und zu mal ein Rezensionsexemplar an, weil man zum Beispiel ein bestimmtes Buch sowieso haben möchte oder weil man vielleicht auch total ungeduldig ist und nicht das Erscheinungsdatum abwarten möchte, finde ich das völlig in Ordnung. Dafür sind diese Portale ja da. Letztendlich bieten sie einen Deal, von dem beide Seiten etwas haben: der Bücherwurm bekommt ein kostenloses (Vorab-)Exemplar; Verlag und AutorIn bekommen kostenlose Werbung. Aber nie, nie, niemals sollte man mehr ordern, als man A) wirklich haben möchte und B) bewältigen kann. Was bringt es, wenn sich die Rezensionsexemplare auf dem SuB häufen und man nicht mehr hinterher kommt? Ich weiß, dass es offenbar BloggerInnen gibt, die ihre Blogs nur führen, um kostenlos Bücher abzustauben. Das ist höchst unethisch, gierig und einfach daneben. Als ich mich in den Portalen angemeldet habe, bin ich ja sozusagen einen Vertrag eingegangen; ich habe versprochen, ehrliche Rezensionen zu schreiben. Ehrensache, dass ich dann auch genau das tue. Für eine ehrliche Rezension braucht es Zeit (sieht man ja an den ausstehenden Rezensionen rechts *hust*). Je mehr Rezensionsexemplare ich hier liegen habe, desto mehr setzt mich das unter Druck und Stress. Ich bin zwar definitiv Bücherjägerin und -sammlerin, aber ich tue das weder mir noch dem Verlag oder den AutorInnen an. Würde ich massenweise Bücher ordern, käme ich ja auch gar nicht mehr dazu, ältere Bücher auf meinem SuB abzuarbeiten. Ich wäre nur noch damit beschäftigt, Neuerscheinungen nach Zeitplan zu lesen und zu besprechen. Schon die Vorstellung ist mir zuwider.
Es ist gut, dass es diese Portale gibt, weil so auch BloggerInnen, die nicht bereits Millionen Follower haben, unkompliziert an Rezensionsexemplare herankommen. Wir lesen viel, um unseren LeserInnen viele Bücher empfehlen oder eben von ihnen abraten zu können. Da finde ich es sehr entgegenkommend von den Verlagen, dass sie uns unter die Arme greifen und das eine oder andere Buch spendieren. Aber ich bin auch überzeugt, man sollte niemals vergessen, dass das nicht selbstverständlich ist und man dankbar sein muss für jedes Buch, das man nicht bezahlen muss. Das System funktioniert nur dann richtig, wenn es mehr Leute gibt, die es verantwortungsvoll nutzen, als Leute, die es bloß ausnutzen. Sag NEIN zur Gier.

Was lest ihr im Augenblick? Nutzt ihr Bloggerportale und wenn ja, wie nutzt ihr sie?

Ich freue mich bereits sehr auf eure Meinungen und Kommentare und bin schon sehr neugierig, wie ihr auf euren Blogs auf die vierte Frage geantwortet habt. Auf die Plätze… Fertig… LOS! Das Stöbern kann beginnen! 😀

Alles Liebe,
Elli

 
 

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Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit

„Das Lied der Dunkelheit“

das lied der dunkelheit

Originaltitel: „The Warded Man“ / „The Painted Man“

Reihe: Demon Cycle #1

Autor: Peter V. Brett

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 797 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 3453524764

Genre: Fantasy > High Fantasy

ausgelesen am: 01.03.2015

Bewertung:

Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind fürchtet die Nacht. Denn mit der Dunkelheit kommen die Dämonen. Verschwindet die Sonne am Horizont, kriechen sie aus dem Horc hervor und alles, was die Menschen zu schützen vermag, sind uralte Siegel, die die Dämonen nicht passieren können. Einst gab es mächtige Kampfsiegel, doch diese Symbole gingen über die Jahrtausende verloren und so haben die Menschen keine andere Wahl, als sich jede Nacht ängstlich hinter den Schutzsiegeln zu verbarrikadieren.
Als die Mutter des jungen Arlen bei einem Dämonenangriff ums Leben kommt und er erleben muss, wie sein Vater tatenlos zusieht, erkennt er, dass er es leid ist, sich furchtsam zu verstecken; er will kämpfen. Arlen läuft davon und macht sich auf die Suche nach dem Wissen um die Kampfsiegel und nach Menschen, die noch einen letzten Funken Hoffnung und Mut in sich tragen.
Das Tal der Holzfäller, Leeshas Heimatdorf, ist dem Dorf, in dem Arlen aufwuchs, sehr ähnlich. Auch ihr Leben wird maßgeblich von einem brutalen Dämonenangriff geprägt, denn dadurch erkennt sie ihr Talent und ihre Bestimmung. Unter der Anleitung der alten Bruna wird sie zur Heilerin ausgebildet.
Rojers Eltern werden von Dämonen umgebracht, als er gerade einmal drei Jahre alt ist. Seit dieser verhängnisvollen Nacht wächst er bei dem Jongleur Arrick auf.
Drei Menschen, die durch die Horclinge fast alles verloren haben. Können sie gemeinsam den Menschen ihren Kampfeswillen wiedergeben, wenn sich ihre Wege kreuzen?

Eigentlich kann ich gar nicht viel zu „Das Lied der Dunkelheit“ sagen, denn es gibt einfach nichts zu meckern. 😀 Ich fand es fand es fantastisch, so fantastisch, dass ich diesen dicken Wälzer innerhalb von knapp drei Tagen ausgelesen habe. Dieses Buch ist High Fantasy at its finest und ein delikater Vorgeschmack auf eine überzeugende, spannende Serie.
Besonders beeindruckt war ich von der greifbaren Vorstellbarkeit von Bretts Welt, die atmosphärisch beschrieben ist, ohne langatmig Geduld von den LeserInnen zu erfordern. Wir begegnen Arlen direkt nach einem Dämonenangriff in seinem Dorf und begreifen so sehr schnell, wie gefährlich und eingeschränkt die Lebensrealität der Menschen ist. Die Angst vor den Horclingen bestimmt jedes einzelne Leben; der Stand der Sonne ist das Maß aller Dinge. Geschickt verwebt Brett in diese Ausgangssituation Erklärungen und Hintergründe; er beweist Autorität, nimmt seine LeserInnen an die Hand und erläutert, wie es überhaupt so weit kommen konnte. So fühlte ich mich die gesamte Geschichte über nicht nur den Figuren sehr nahe, sondern auch dem Autor selbst.
Die drei Protagonisten werden einzeln und sehr ausführlich etabliert, wodurch es für mich völlig unkompliziert war, ein Gefühl für sie zu entwickeln und sie richtig kennenzulernen. Ich fand es großartig, dass mir alle drei als Kinder vorgestellt wurden und ich sie dann einige Jahre begleiten durfte, denn so erlebte ich live und in Farbe, wie sie (mehr oder weniger) erwachsen wurden. Ich war dabei, als Arlen, Leesha und Rojer jeweils am Scheideweg standen und entscheiden mussten, wie sie ihr weiteres Leben gestalten wollen. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Außerdem wusste ich einfach von Beginn an, dass sich ihre Wege kreuzen würden und ich konnte es kaum abwarten, bis es soweit war. Auf die eine oder andere Weise sind sie alle Außenseiter der Gesellschaft, weil sie ihr Leben abseits der Norm leben. Sie sind besondere Persönlichkeiten; von ihrem Aufeinandertreffen versprach ich mir viel Spannung und tja, was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht. 😉
Vergleicht man Arlen, Leesha und Rojer mit ihrem Umfeld, wird erst deutlich, WIE außergewöhnlich sie sind. Peter V. Brett hat vor allem die Mentalität der Dorfbevölkerung hervorragend getroffen. Ich bin zwar eine Großstädterin, aber auch ich weiß, dass es schwer sein kann, auf dem Land zu leben, wenn man anders ist. In einer Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt und in der über alles getratscht wird, bleibt nichts verborgen und ein Gerücht kann sich mir nichts, dir nichts verselbstständigen. Trotz dessen versäumt Brett es nicht, diesem Bild den besonderen Zusammenhalt hinzuzufügen, den es wohl so nur in Dörfern geben kann. Sobald es Nacht wird, sobald es heißt „Wir gegen die Dämonen“, sind all die kleinen Streitigkeiten des Tages vergessen.
Die Dämonen an sich verdienen übrigens auch ein herzliches Lob. Ihre Vielfalt ist verblüffend und ich kann verstehen, warum die Menschen solche Angst vor ihnen haben. Leesha fällt gegen Ende des Buches auf, dass allerdings nur sehr rudimentäre Fakten über sie bekannt sind; ich freue mich schon darauf, mit ihr gemeinsam im nächsten Band mehr über sie herauszufinden, das wird bestimmt sehr interessant und spannend.

„Das Lied der Dunkelheit“ ist ein großartiger Serien-Auftakt, der Lust auf mehr macht. Das Buch stand sehr lange ungelesen in meinem Regal – jetzt kann ich das nicht mehr verstehen. Arlen, Leesha und Rojer steht meiner Meinung nach eine fantastische Reise bevor, die sie mit so mancher Prüfung konfrontieren wird. Wenn sie wirklich den schlummernden Kampfeswillen der Menschen wieder erwecken möchten, wird das ein hartes Stück Arbeit. Ich bin wirklich neugierig auf den nächsten Band, den ich allerdings auf Englisch lesen werde, weil die Originalausgabe („The Desert Spear“) schlicht und ergreifend viel günstiger ist. Ich kann mir noch gar nicht richtig vorstellen, in welche Richtung Peter V. Brett seine Geschichte treiben möchte und bin gespannt, was er mit mir vorhat.
Ich kann euch „Das Lied der Dunkelheit“ guten Gewissens empfehlen, wenn ihr High Fantasy liebt. Euch erwarten ein atmosphärischer, vorstellbarer Weltenaufbau, facettenreiche Charaktere und ein Kampf, der grundlegender nicht sein könnte: die Menschheit gegen das Böse!

 
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Verfasst von - 18. März 2015 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Timothy Carter – Dämonenhunger

„Dämonenhunger“

dämonenhunger

Autor: Timothy Carter

Originaltitel: Epoch

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 304 Seiten

Verlag: Droemer Knaur

Sprache: Deutsch

ISBN: 3426503328

Genre: Fantasy > Urban Fantasy & Humor

ausgelesen am: 01.02.2015

Bewertung:

Auf den Autor Timothy Carter stieß ich zum ersten Mal auf dem Mängelexemplar-Grabbeltisch einer Bahnhofsbuchhandlung. Dort fiel mir sein Buch „Böser Engel“ in die Hände. Ich fand es originell und zum Schießen komisch, weshalb ich unbedingt weitere Romane aus Carters Feder lesen wollte. So kam ich zu „Dämonenhunger“. Über den Autor selbst konnte ich leider kaum etwas herausfinden; offenbar ist er einer der letzten Menschen, die zwar im öffentlichen Leben stehen (zumindest halbwegs), über die es aber keinen Wikipedia-Artikel gibt. Droemer Knaur beschreibt seine Bücher als „schnell, actionreich und voller rabenschwarzem Humor“, was ich durchaus so unterschreiben kann. Nachdem ich in „Böser Engel“ bereits gelernt hatte, wie man mit schwierigen himmlischen Boten umgeht, freute ich mich nun darauf, in „Dämonenhunger“ herauszufinden, wie man den Weltuntergang überlebt.

Als Vincent Drear sein Schulprojekt zum Thema „Weltuntergang“ vorstellt, hätte er niemals damit gerechnet, dass er ihn bald selbst erlebt. Ebenso wenig hätte er je vermutet, dass es Elfen, Feen und Dämonen wirklich gibt. Nun muss er sich schnell mit beidem abfinden, denn die Menschheit hat nur noch wenige Tage auf Erden. Doch es gibt Hoffnung. Über Portale sollen sich zumindest einige Menschen retten können. Eigentlich hätten sie den Ruf dieser Portale längst vernehmen sollen, aber irgendetwas blockiert ihren Sog. Mithilfe seiner Freunde muss Vincent herausfinden, was es ist, um zu verhindern, dass die letzte Chance der Menschen verfällt und alle, die er kennt und liebt, von Dämonen gefressen werden.

„Dämonenhunger“ ist witzig, aber nicht so witzig. Es ist originell, aber nicht so originell. Es ist ein typisches Schulterzucken-Buch. Es hat mich einigermaßen gut unterhalten, unterm Strich spielt es für mich jedoch keine große Rolle, ob ich es gelesen habe oder nicht. Vielleicht lagen zwischen „Böser Engel“ und „Dämonenhunger“ zu viele Jahre in denen meine Ansprüche gestiegen sind, wahrscheinlicher ist allerdings, dass es einfach nicht so gut ist wie Carters erster Roman.
Gefühlt besteht das Buch aus einer absurden Prügelszene nach der anderen. Menschen prügeln sich mit Elfen, Feen mit Dämonen, Dämonen mit Elfen und so weiter und so weiter und so fort. Natürlich gibt es eine Handlung, aber diese wird von all den Schlägereien völlig überdeckt. Darüber hinaus empfand ich es als äußerst dialoglastig, sodass ich oft Probleme hatte, mich in neuen Situationen zurecht zu finden. Beispielsweise landet der Protagonist Vincent im Laufe der Geschichte im Krankenhaus, weil er eine schwere Verletzung im Brustbereich hat. Ich habe nie erfahren, wie schlimm verletzt er wirklich ist und was für eine Verletzung das eigentlich ist, weil Carter es nicht für nötig hielt, mich darüber aufzuklären. Für mein Verständnis wäre es aber wichtig gewesen, weil ich auf diese Weise nicht ausloten konnte, wie kampffähig Vincent ist und wie sehr ihn die Strapazen seiner Bemühungen belasten. Ich könnte auch keine verlässliche Charakterbeschreibung von ihm anfertigen; eigentlich weiß ich nicht einmal richtig, wie er aussieht. Meiner Meinung nach hat Timothy Carter viel zu viel Wert darauf gelegt, lustig zu sein und möglichst unwahrscheinliche Handlungsabläufe zu konzipieren und vergaß darüber, seinen Figuren Tiefe zu verleihen. Carters Humor ist dabei in „Dämonenhunger“ für meine Begriffe zu aufdringlich; seine Szenen glänzen nicht mit lockerer, natürlicher Absurdität, sondern sind stark gekünstelte Darstellungen. Statt seine Figuren in die eine oder andere Richtung zu zwingen, hätte Carter ihnen mehr Raum zur Entfaltung zugestehen sollen – die Lacher wären dann ganz von selbst gekommen, davon bin ich überzeugt.
Nichtsdestotrotz fand ich Carters Idee des Weltuntergangs interessant, weil sie gar nicht so unlogisch ist. Er schlägt vor, dass jede Spezies ihre Epoche (daher auch der Originaltitel „Epoch“) hat; ist diese abgelaufen, wird die Erde von der Putztruppe des Universums gesäubert: den Dämonen. Diese sind eher putzig als wirklich bedrohlich, vor allem aufgrund ihres knubbeligen Körperbaus (s. Cover), aber ihren Job machen sie wohl seit Jahrhunderten ziemlich gut. Mir gefällt die Vorstellung, dass es so funktionieren könnte und warum auch nicht? Unser Verständnis der Welt ist ja doch reichlich begrenzt, wer weiß schon mit absoluter Sicherheit, was vor uns war? Vielleicht ist die Erde viel älter, als wir glauben; warum sollte sie nicht einst von Elfen und Feen bevölkert gewesen sein? Timothy Carter scheint jemand zu sein, der ähnlich wie ich an solche Fantasien glauben mag, was ihn mir definitiv sympathisch macht.

„Dämonenhunger“ ist ein Buch, das man nicht lesen muss, das aber für nette Unterhaltung sorgt. Für Zwischendurch zum Abschalten ist es sicher nicht schlecht, feinsinnigen Humor dürft ihr allerdings nicht erwarten. Es ist eher plakativ und oberflächlich. Ich denke nicht, dass ich Timothy Carters Schaffen weiter verfolgen werde; es gibt genug andere AutorInnen, die meinem Sinn für Humor mehr entsprechen. Sollte ich den Weltuntergang jedoch tatsächlich eines Tages erleben, werde ich dafür sorgen, dass Insektenvernichtungsmittel im Haus ist. Man kann ja nie wissen. 😉

 

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Jennifer Rardin – Ein Quantum Blut

„Ein Quantum Blut“

ein quantum blut

Reihe: Jaz Parks #3

Originaltitel: Biting the Bullet

Autor: Jennifer Rardin

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 413 Seiten

Verlag: Heyne

Sprache: Deutsch

ISBN: 345352585X

Genre: Fantasy > Urban Fantasy

ausgelesen am: 24.11.2014

Bewertung:

Habt ihr Jennifer Rardin schon mal gegoogelt? Ich habe es getan, um ein bisschen mehr über die Autorin der Jaz Parks – Romane herauszufinden. Dabei musste ich feststellen, dass Jennifer Rardin schon nicht mehr lebt. Ich finde das wirklich traurig, denn sie ist verfrüht und überraschend im Alter von 46 Jahren verstorben, im September 2010. Die Veröffentlichung der beiden letzten Bände ihrer Urban Fantasy – Reihe hat sie nicht mehr erlebt, konnte Jaz‘ Abenteuer allerdings noch abschließen. Mich freut das von Herzen, weil ich kaum etwas so tragisch finde wie eine/n AutorIn, der/die vor der Vollendung ihres oder seines Werkes stirbt. Obwohl ich von der Jaz Parks – Reihe nicht gerade begeistert bin, lässt es mich nicht kalt, dass ich Rardins Vermächtnis im Regal stehen habe.

„Ein Quantum Blut“ ist der dritte Band der Serie und konfrontiert Jaz und Vayl ein weiteres Mal mit einer Herausforderung. Ihr neuster Fall sieht vor, dass sie einen mächtigen Zauberer und Nekromanten eliminieren, der weltweit Terroranschläge durchgeführt hat und ein Verbündeter des Raptors Edward Samos ist. Dafür müssen sie in den Iran reisen und sich mit einem Spezialkommando zusammentun. Schnell zeigt sich, dass der Auftrag die eine oder andere Überraschung bereithält, denn das Spezialkommando wird von niemand anderem als Jaz‘ Zwillingsbruder David geleitet. Dieser ist zutiefst besorgt, weil sein Team von einem Maulwurf infiltriert wurde.
Währenddessen kann sich Vayl kaum auf den Fall konzentrieren, hat ihm doch eine iranische Seherin versprochen, ihn mit seinen Söhnen zusammenzubringen. Jaz‘ ist mehr oder weniger auf sich selbst gestellt und entdeckt dabei nicht nur neue Fähigkeiten an sich selbst, sondern auch neue Feinde und dass der Auftrag nicht so einfach gestrickt ist, wie sie glaubte…

Und wieder war es viel zu viel. Wie schön wäre es gewesen, wenn Jennifer Rardin nicht schon wieder neue Gegner eingeführt hätte, zusätzlich zu den bereits bekannten. Es muss bereits eine Warteschlange für diejenigen geben, die Jaz schaden wollen. Sie kämpft in „Ein Quantum Blut“ nicht nur gegen den Zauberer/Nekromanten, sondern auch gegen Zombies, Dämonen, Schröpfer und die Mahghul, eine Rasse, die sich von schlechten Gefühlen ernährt. Noch im letzten Band war der Endgegner ein mächtiger Schröpfer, jetzt sind diese Fieslinge nicht mehr wirklich bedrohlich und eher lächerlich dargestellt. Ich verstehe das nicht.
Doch nicht nur bezüglich der Gegner übertrieb Rardin meiner Empfindung nach maßlos, auch Jaz‘ Figur mutiert immer mehr zur unglaubwürdigen Superheldin. Was sie mittlerweile alles kann, ist erstaunlich. Damit meine ich nicht mal ihre physischen Fähigkeiten wie den Schwertkampf, sondern all den übernatürlichen Kram. Sie kann Supras spüren, sie beherrscht die Astralprojektion, sie besucht die Hölle und kämpft in einer Zwischenebene gegen einen gefährlichen Dämon. Sie bräuchte nur noch ein Cape und eine nette Erkennungsmelodie.
Zusätzlich ist mir da etwas aufgefallen, das sich auf meinem Interesse an Genderstudies gründet. Jaz ist der einzige weibliche Charakter, der als Retterin auftreten darf. In „Man lebt nur ewig“ war das noch nicht so offensichtlich, aber in „Ein Quantum Blut“ wird systematisch jede andere weibliche Figur ausgeschaltet, die ihre Rolle gefährden könnte. Cassandras Fähigkeiten haben so etwas wie einen Kurzschluss. Die Sanitäterin aus Davids Team kommt nicht mit Vayl zurecht und wird deswegen gleich auf den ersten 100 Seiten heim geschickt. Grace, eine Soldatin, ist von Beginn an so unsympathisch beschrieben, dass es keine Möglichkeit gibt, sie zu mögen. Später wird sie oft komplett außen vor gelassen und schießt sich dann auch noch selbst ins Aus, weil sie Befehle missachtet. Aus der Gender-Perspektive ist das interessant, weil es ein Phänomen ist, das auch in Horrorfilmen sehr oft auftritt. Dort ist es das sogenannte „final girl“, das den Tag rettet. Ich werde auf jeden Fall in diese Richtung recherchieren und versuchen, herauszufinden, ob es Artikel gibt, die eine mögliche Existenz des „final girl“ auch in Urban Fantasy – Romanen belegen oder untersuchen.
Da wir schon beim Thema Rolle der Frau in „Ein Quantum Blut“ sind, möchte ich unbedingt erwähnen, dass ich mit Jennifer Rardins Darstellung vom Iran nicht zufrieden bin. Verschleierte Frauen, öffentliche Hinrichtungen, eine aus westlicher Sicht komplett rückständige Gesellschaft. Ich bezweifle, dass Rardin vor Ort war; schreibt man über ein Land, das man noch nie besucht hat, sollte man sehr vorsichtig sein, nicht nur ethnische Klischees zu reproduzieren. Auf mich wirkte ihr Bild sehr voreingenommen, ich glaube nicht, dass es der Lebensrealität im Iran gerecht wird.

Ich bin fertig mit der Jaz Parks – Reihe. Ich werde nicht mehr weiterlesen, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass es noch besser wird. Meine Sympathie für die Charaktere reicht nicht aus, um über all die Mängel hinweg zu sehen.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 5. Dezember 2014 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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