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Schlagwort-Archive: Chaos Walking

Montagsfrage: Dystopische Favoriten?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Oh Mann, dieses Mal kam die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise wirklich spät. So spät, dass ich sie nur gesehen habe, weil ich zufällig Spätschicht hatte und deshalb eben erst (kurz vor 01 Uhr) nach Hause gekommen bin. Streng genommen ist jetzt bereits Dienstag, aber ich meine mich zu erinnern, dass es irgendwann mal hieß, man hat eine Woche Zeit für die Beantwortung. Heute gibt es die Montagsfrage bei mir also an einem Dienstag, aber grämt euch nicht, die übliche Rezension ist vorbereitet und kommt später noch. Zusätzlich. Wenn es wieder hell ist. 😉

Was ist deine Lieblingsdystopie und warum?

Dystopien sind ein recht weitgefasstes Genre, das laut Wikipedia jede „fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung mit negativem Ausgang“ abdeckt. Ich habe oft Schwierigkeiten, Dystopien und Postapokalypsen auseinanderzuhalten, weil sich die Grenzen gern fließend gestalten. Ich neige dazu, einfach jede negative Zukunftsvision als Dystopie einzuordnen, obwohl mir Literaturwissenschaftler_innen dafür vermutlich auf die Finger hauen würden.

Antonia erwähnt in ihrem Beitrag sowohl die großen Klassiker des Genres wie „1984“, als auch die modernen Varianten, die vor einigen Jahren einen unfassbaren Hype erlebten, Stichwort „Panem“. Ich habe beide Spielarten auf Herz und Nieren getestet und musste feststellen, dass ich mich nicht entscheiden könnte, was mir besser gefällt, weil sie unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen. Die älteren Vertreter richten sich an ein erwachsenes Publikum, die neueren sind auf eine jugendliche Zielgruppe ausgerichtet. Je nachdem, ob mir der Sinn eher nach einer ernsteren Herangehensweise steht oder ich Lust auf Emotionen-zentrierte Young Adult-Literatur habe, wähle ich meine Dystopien aus.

Deshalb ist die beste Dystopie meiner Meinung nach eine Geschichte, die beides vereint. Meine liebste Dystopie überhaupt ist die „Chaos Walking“-Trilogie von Patrick Ness. Die drei Bände „The Knife of Never Letting Go“, „The Ask and the Answer“ und „Monsters of Men“ sprechen originell und emotional mitreißend zahlreiche Themen gesellschaftlichen Zusammenlebens an, erzählen von Liebe, Hass, Freundschaft, Heimat und Fanatismus und überzeugen durch einen einzigartigen Schreibstil. Es verschlug mir die Sprache, ich war geflasht und bin es noch. Diese Trilogie ist der Beweis, dass Jugendliteratur stets über das Potential verfügt, über die Klischees des Genres hinauszuwachsen und etwas Großartiges zu erschaffen. Wann immer jemand über YA herzieht, möchte ich ihm oder ihr diese drei Bücher in die Hand drücken und süffisant grinsen. Ich bin noch immer verliebt und bis heute ein bisschen traurig, dass „Chaos Walking“ in Deutschland unter dem Titel „New World“ so wenig Beachtung fand. Vergesst Katniss, vergesst Tris, vergesst sie alle. Die wahren Stars der Dystopien sind Todd und Viola.

Ich hoffe sehr, dass ich eure Neugier jetzt soweit anstacheln konnte, dass ihr loszieht und herausfindet, worum es in der Trilogie geht. Sie ist wirklich etwas Besonderes und das sage ich, obwohl ich einige der Klassiker ebenfalls gelesen habe. Ginge es nach mir, fände sie sich in jedem gut sortierten Bücherregal.

Welche Dystopie konnte euer Herz erobern?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen eine perfekte neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Unbeachtete Schätze?

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Es ist vollbracht! Ich habe gestern endlich den Jahresrückblick 2017 fertiggestellt! Ich freue mich riesig, dass ich das alte Jahr nun endlich schlafen legen kann. Morgen geht der Rückblick online, also schaut vorbei! 😉
Außerdem möchte ich euch ein kurzes Update bezüglich des Gesundheitsstatus meiner Hündin Chilli geben: sie wurde operiert und ist jetzt stolze Besitzerin eines künstlichen Kreuzbandes im linken Knie. Es geht ihr gut, sie hasst die Einschränkung ihrer Beweglichkeit noch immer, versucht deshalb aber auch, schon wieder aufzutreten. Sie erträgt stoisch, dass sie eine zurechtgeschnittene Strumpfhose und nachts einen Kragen tragen muss, um die OP-Wunde zu schützen. Bald können wir mit Physiotherapie beginnen und ich hoffe, dass sie dann in kürzester Zeit wieder rennen und springen darf. 🙂
Soweit zu den guten Nachrichten aus meinem privaten kleinen Kosmos. Jetzt ist es Zeit für die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja:

Gibt es ein Buch oder eine Reihe, dem/der deiner Meinung nach zu wenig Beachtung geschenkt wurde?

Da fallen mir spontan zwei meiner absoluten Highlights der letzten Jahre ein und ich nutze dankbar die heutige Chance, ein bisschen Werbung für diese beiden Trilogien zu machen. Ihr müsst „Chaos Walking“ von Patrick Ness und „The Divine Cities“ von Robert Jackson Bennett lesen.

„Chaos Walking“ besteht aus den drei Büchern „The Knife of Never Letting Go“, „The Ask and the Answer“ und „Monsters of Men“. Alle drei Bände sind phänomenale Young Adult Science-Fiction. Ich war geflasht davon, wie unfassbar gut sie sind. Ich war sprachlos und zu Tränen gerührt. Es geht um den den Protagonisten Todd, der versucht, auf dem Planeten New World innerhalb einer brutalen Gesellschaftsform zu überleben. Seine Welt wird vom Noise geprägt, dem Lärm, der aus der erdrückenden Flut der Gedanken der männlichen Siedler des Planeten besteht und durch den theoretisch weder Geheimnisse noch Lügen möglich sein sollten. Theoretisch. Praktisch sieht es selbstverständlich ganz anders aus, was Todd schmerzhaft herausfinden muss. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn ihr sollt die Trilogie ja selbst lesen. 😉

„The Divine Cities“ ist eine der besten High Fantasy – Trilogien, die ich je gelesen habe. Die drei Bände „City of Stairs“, „City of Blades“ und „City of Miracles“ sind hervorragende Beispiele für makelloses Worldbuilding und atemberaubende Charakterentwicklung. Tiefsinnig und vielschichtig führt Bennett seine Leser_innen durch eine Handlung, die einfach alles hat, was eine spannende Geschichte braucht: Mord, Intrigen, Politik, Götter, Held_innen, Opfer, Wissenschaft, Magie und Erlösung. Jedes Buch fokussiert eine andere Figur – mit allen konnte ich eine stabile Bindung aufbauen. Ich lege euch diese Trilogie wirklich ans Herz, sie ist fantastisch.

Ich habe beide Dreiteiler auf Englisch gelesen, doch sie sind auch auf Deutsch erschienen. Eurer Lektüre steht also nichts im Wege. 😉

Welches Buch oder welche Reihe verdient eurer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und werde beim Stöbern schon einnmal die Wunschliste bereitlegen. die wächst heute bestimmt. 😀 Kommt gut in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli  ❤

 

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Montagsfrage: Kryptische Buchtitel?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Der Mai macht seinem Ruf als Wonnemonat hier in Berlin wirklich alle Ehre. Die Sonne strahlt von einem hellblauen Himmel und gibt sich große Mühe, auch noch den letzten Winkel zu erreichen. Herrlich! Ich freue mich aber nicht nur wegen des fantastischen Wetters sehr über den neuen Monat. Endlich habe ich das Motto „Fremdgehen“ in Weltenwanderers Motto-Challenge hinter mich gebracht und darf nun wieder Fantasy lesen! Jubel! Es könnte daher sein, dass ich im Mai fast ausschließlich meinem Lieblingsgenre fröne… 😉
Ihr seht, ich habe großartige Laune – die perfekte Voraussetzung für die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja!

Welcher Buchtitel erschloss sich dir erst nach genauem Lesen des Buches?

Ohhh, da gibt es garantiert einige. Es ist aber nicht so einfach, diese spontan abzurufen. Ich musste eine Weile überlegen, um eine konkrete Antwort zu finden.
Der erste Titel, der mir einfiel, ist „Paper Towns“ von John Green. Was der Autor mit diesem Titel tatsächlich ausdrücken möchte, erschloss sich mir erst Stück für Stück während der Lektüre des Buches und selbst jetzt im Nachhinein finde ich es schwer, seine Botschaft in Worte zu fassen. Meiner Ansicht nach ist der Titel eine Metapher für Zweidimensionalität, für Leben ohne Tiefe und ohne Leidenschaft. Er steht darüber hinaus für die Illusionen, die wir von Personen haben. Wir malen ein Bild einer Persönlichkeit anhand der Dinge, die wir oberflächlich wahrnehmen, basierend auf dem, was wir sehen möchten. Oft hat dieses Bild nur wenig mit der Realität der besagten Persönlichkeit zu tun. Ich finde, dass der Titel deshalb hervorragend zu diesem überraschend tiefsinnigen Buch passt.
Das zweite Beispiel ist „The Ask and the Answer“ (Chaos Walking #2) von Patrick Ness. Ich erinnere mich, dass ich anfangs dachte, ich wüsste, worauf Ness damit anspielt, wurde während der Lektüre allerdings überrascht, weil „The Ask“ und „The Answer“ konkrete Bestandteile der Handlung sind und er somit etwas völlig anderes im Kopf hatte, als ich annahm. Trotzdem glaube ich, dass ihm das Wortspiel durchaus bewusst war und er es absichtlich verwendete. Lustigerweise fiel mir erst spät auf, dass „The Ask“ eigentlich gar kein Wort ist. Grammatikalisch korrekt müsste es selbstverständlich „The Question“ heißen. In der Welt der „Chaos Walking“ – Trilogie wird „ask“ allerdings häufig als Nomen gebraucht, weshalb auch dieser Titel perfekt zum Buch passt.
Abschließend ist mir noch der Titel eines Buches eingefallen, das ich erst kürzlich gelesen habe: „Die Rose von Illian“ (Die Götterkriege #1) von Richard Schwartz. Eigentlich ist dieser Titel recht offensichtlich, besitzt aber zwei miteinander verbundene Bedeutungen. Einerseits bezeichnet er Illian, die gleichnamige Hauptstadt des südlichen Reiches Illian. Andererseits ist er auch ein Titel der Königin Illians. Ich schmunzele darüber, dass Schwartz auf diese Weise gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlug und stelle mir seit dem Lesen die Frage, ob er bei der Namensgebung des Auftakts seines Zyklus‘ nun die Stadt Illian im Kopf hatte oder eben doch Leandra de Girancourt, die rechtmäßige Erbin des Throns Illians. Mir gefällt die Doppeldeutigkeit, weil der Titel eine so elegante Lösung ist. 🙂

Welchen Buchtitel habt ihr erst während des Lesens richtig begriffen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Anekdoten und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli

 

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[TAG] Books Until The End

Books until the End

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich wurde wieder einmal getaggt; dieses Mal von DarkFairy und Fissel für den Books Until The End TAG. Wieder einmal sind die Fragen ziemlich interessant – ich gebe zu, so langsam finde ich richtig Geschmack an TAGs. 😀 An diesem speziellen TAG gefällt mir bereits die Ausgangssituation sehr gut:

„Ein Asteroid schlägt auf die Erde ein. Da er mitten im Atlantischen Ozean landet, löst er riesige Flutwellen aus, die alles bis auf ein paar Gebirgsketten überfluten. Die Regierung hat vorsorglich Bunker gebaut. Du und deine Lieben werden ausgelost, einen dieser Bunker zu beziehen. Da ihr einen besonders kühlen Kopf in der Vorbereitungszeit bewahrt, ernennt man euch zum Kommandanten eurer Bunkerkolonie und ihr dürft einige wichtige Entscheidungen treffen.“

Okay, ich glaube zwar, dass wir selbst die Erde irgendwann zerstören und dabei wohl kaum Hilfe aus dem All brauchen werden, aber gut, so sieht es aus. Seid ihr bereit? Dann auf in die hypothetische Apokalypse!

Der Einzug

1. Welche 10 Bücher/Buchreihen nimmst du mit in den Bunker um sie für die Nachwelt zu sichern? (Die Regierung hat die wichtigsten literarischen Werke bereits gerettet, ihr sollt euch um die Unterhaltungsliteratur kümmern)

Es dürfen also auch Buchreihen genannt werden, die dann als eins zählen? Das ist gut. 😀 Ich habe mich um Vielfalt bemüht und versucht, von allem etwas auszusuchen.

1. „Die Sonate des Einhorns“ von Peter S. Beagle
„Die Sonate des Einhorns“ ist eine wunderschöne, märchenhafte Fantasy-Geschichte, mit der man die Realität hervorragend vergessen kann. Ich denke, ab und zu wird das im Bunker nötig werden.

2. „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ von James Krüss
Ich will in keiner Welt leben, in der ich nie wieder „Timm Thaler“ lesen kann. Also muss das Buch mit.

3. „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel
„Schiffbruch mit Tiger“ ist eine Geschichte vom Überleben. Es ist eine Geschichte von Hoffnung, Liebe und Glauben; magisch in all ihrer Unwahrscheinlichkeit. Ich glaube, dieses Buch könnte uns allen Kraft geben, wenn wir an uns und der Zukunft zweifeln.

4. „Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown“ von Anne Helene Bubenzer
Dieses Buch habe ich aus zwei Gründen ausgewählt. Erstens ist es einfach eine sehr berührende Geschichte und zweitens erinnert sie an die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert. Die Welt mag untergehen, aber wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen und wie viel Leid wir uns in der Vergangenheit angetan haben. In der Hoffnung, dass wir es in der Zukunft einer neuen Welt besser machen.

5. „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ von Walter Moers
Wenn mal alles Mist ist, wird Käpt’n Blaubär unsere Stimmung heben. Theoretisch hätte es auch jedes andere Buch von Walter Moers sein können, doch für mich kommt nur der alte Lügengladiator in Frage, weil ich mit ihm aufgewachsen bin.

6. „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry
Noch eine Geschichte aus meiner Kindheit. Ich weiß nicht, wie ich den Wert dieses Buches zusammenfassen soll, weil er so immens ist. Wenn man nicht weiß, wie man etwas besser ausdrücken kann, was jemand anderes bereits gesagt/geschrieben hat, soll man ein Zitat verwenden. Also mache ich das jetzt:

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
(Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz. (Kapitel 21))

7. Die „Chaos Walking“ – Trilogie von Patrick Ness
Hach ja, „Chaos Walking“ („The Knife of Never Letting Go“, „The Ask and the Answer“ und „Monsters of Men“) von Patrick Ness. Diese Trilogie ist eine atemberaubende Geschichte von Liebe, Freundschaft und Menschlichkeit. Sie zeigt die guten und die schlechten Seiten der Menschheit und beweist, dass wir das Potential besitzen, eine Welt des Friedens zu erschaffen.

8. Die Reihe „Das Spiel der Götter“ von Steven Erikson
Mindestens eine epische High Fantasy – Reihe möchte ich auf jeden Fall mitnehmen. Meine Wahl fiel auf „Das Spiel das Götter“, weil diese Reihe außergewöhnlich komplex und intelligent ist. Ich habe zwar bisher nur den ersten Band gelesen aber ich bin überzeugt, dass man sich gedanklich mit diesen Romanen garantiert sehr lange beschäftigen kann, was für die Jahre im Bunker von Vorteil ist.

9. Die Reihe „Anita Blake“ von Laurell K. Hamilton
Was wäre eine Welt ohne mindestens eine taffe Kick-Ass-Urban-Fantasy-Heldin? In diesem Genre ist die Auswahl natürlich riesig, aber ihr wisst ja, dass Anita bis heute meine ganz persönliche Favoritin ist, also haben Laurell K. Hamiltons Romane die Ehre, mit in den Bunker einzuziehen.

10. Die Reihe „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams
Die letzte Wahl fiel mir am schwersten. Ich wollte gern noch ein bisschen Science Fiction mitnehmen, aber keine meiner gelesenen YA-Dystopien bot sich wirklich an. Am Ende habe ich mich für „Per Anhalter durch die Galaxis“ entschieden, weil diese Reihe Humor und Science Fiction vereint. Lachen ist gesund und wird uns durch die dunklen Tage im Bunker helfen.

2. Du darfst 5 Buchcharaktere aussuchen, die mit dir in den Bunker ziehen, wen nimmst du mit und warum?

1. Penryn aus der Trilogie „Penryn & the End of Days“ von Susan Ee
Penryn ist genau die Art Mensch, die man während einer Apokalypse in der Nähe haben möchte. Sie ist rational, zielorientiert und tut genau das, was getan werden muss. Sie suhlt sich nicht im Selbstmitleid, hat Witz und ist einfach taff. Allerdings denke ich, dass ich große Probleme hätte, sie dazu zu überreden, mit in den Bunker zu kommen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sie ohne ihre Familie (also ihre Mutter und ihre Schwester) irgendwohin gehen würde. Und ihre Mutter will ich ganz bestimmt nicht im Bunker haben. Tut mir leid, aber mit einer Frau, die unter paranoider Schizophrenie leidet, möchte ich die Apokalypse nicht auf engstem Raum verbringen.

2. Locke Lamora aus der Reihe „Gentlemen Bastards“ von Scott Lynch
Locke hat einen einzigartigen, kreativen Verstand, mit dem er unglaubliche, komplexe Pläne entwerfen kann. Er hat ein unvergleichliches Talent dafür, Konsequenzen einzukalkulieren. Ich denke, das wäre während einer Apokalypse und für die Zeit des Wiederaufbaus äußerst praktisch. Außerdem ist er witzig und weiß, wie man das Leben genießt. Ein brillanter Taktiker, mit dem man auch noch Spaß haben kann. Er ist mehr als qualifiziert für den Bunker.

3. Ahmann Jardir aus der Reihe „Demon Cycle“ von Peter V. Brett
Ich habe ein Weilchen überlegt, ob ich Jardir oder doch lieber den Tätowierten Mann in meinem Bunker haben möchte. Ich finde, der Bunker braucht jemanden, der kämpfen kann. Ich mag sie beide sehr, aber Arlen trägt eine Finsternis in seinem Herzen, die auf die Dauer vermutlich recht deprimierend sein kann. Jardir ist zwar auch kein ganz unkomplizierter Zeitgenosse, doch ich kann mir eher vorstellen, mit ihm im Bunker festzusitzen als mit Arlen. Er ist kultiviert, intelligent und belesen, hat fantastische Manieren und wenn es hart auf hart kommt, könnte er mit seiner Kampfkunst allen Insassen des Bunkers das Leben retten. Er könnte uns auch im Kampf unterrichten. Und darüber hinaus… *räusper* … sieht er in meiner Vorstellung wahnsinnig gut aus. Verklagt mich doch; ich hätte während der Apokalypse eben gern einen attraktiven Mann an meiner Seite.

4. Atticus O’Sullivan aus der Reihe „The Iron Druid Chronicles“ von Kevin Hearne
Der Bunker braucht Magie. Unbedingt. Nicht so sehr für die Zeit im Bunker, sondern eher für danach, für den Wiederaufbau. Im Bunker selbst wäre Atticus als Druide vermutlich auch nicht besonders nützlich, weil seine Magie Erdkontakt braucht. Wenn die Erde überflutet ist, können wir ja schlecht ein Loch in die Bunkerwand bohren. Trotzdem möchte ich ihn dabei haben, weil er so ALT ist. 2.100 Jahre. Könnt ihr euch vorstellen, wie viele unfassbare Geschichten der Mann erzählen könnte? Damit könnte er uns allen hervorragend die Zeit vertreiben und wenn wir dann endlich wieder raus dürfen, wird seine Magie helfen, die Erde wieder mit Leben zu füllen. Je nachdem, wie lange wir festsitzen, könnten wir sogar bei ihm in die Lehre gehen (also wer möchte). Natürlich dürfte Atticus seinen Hund Oberon mitbringen, denn ich würde Chilli ja auch mitschleppen. Vielleicht könnte er ihre Spondylose heilen. Und dafür sorgen, dass ich mich auch mit ihr per Gedanken unterhalten kann, so wie er mit Oberon.

5. Schnee aus der Reihe „Die Todesengel“ von Jim C. Hines
Die letzte Wahl fiel mir am schwersten. Erst dachte ich, dass es vielleicht ganz sinnvoll wäre, Katniss aus „The Hunger Games“ mitzunehmen, weil sie eine geschickte Jägerin ist. Im Bunker selbst würde das natürlich niemandem was bringen, denn wir würden wohl kein Wild erlegen müssen. Ich dachte an die Zeit danach. Doch der Lieblingsmensch machte mich darauf aufmerksam, dass es in einer Welt, die überflutet wurde, vermutlich sehr sehr lange Zeit kein Wild geben würde. Außerdem denke ich, dass mir Katniss gehörig auf die Nerven gehen würde. Ich weiß natürlich, was sie alles durchgemacht hat, aber nach einigen Jahren im Bunker wäre mein Verständnis für sie wohl erschöpft. Also habe ich mir überlegt, dass eine zweite Magierin oder Zauberin die bessere Wahl wäre. Atticus‘ Magie ist eben recht speziell, weil seine Kräfte sich ziemlich schnell erschöpfen und er den Kontakt zur Erde braucht, um sich wieder aufzuladen. Um der Erde beim Heilen zu helfen ist er perfekt, aber für den Alltag hätte ich gern noch jemanden, der/die uns eben auch einfach mal ein gutes Frühstück herbei zaubern kann. Den letzten Platz im Bunker wollte ich darüber hinaus unbedingt einer Frau geben, damit das Verhältnis ausgewogen ist. Erstaunlicherweise gibt es nicht besonders viele Magierinnen, die ich mitnehmen würde. Rachel Morgan? Dieses Chaos auf zwei Beinen? Nein, danke. Schnee ist vielleicht nicht die beste oder mächtigste Zauberin der Welt, aber ich mag ihre Einstellung zur Magie. Die Magie ist da, sie kann sie nutzen, also tut sie es auch. Manchmal überschreitet sie ihre Grenzen, doch mir ist so jemand lieber als dieses Geschwafel von wegen „Magie maßvoll einsetzen, die Gefahren der Magie, nicht unbedacht nutzen, bla bla bla“. Schnee nutzt ihre Magie, wenn sie Lust dazu hat. Sie ist locker und man kann Spaß mit ihr haben. Sie besitzt eine riesige Bibliothek voller Zauberbücher, von denen sie bestimmt auch ein paar mitnehmen würde. Sie müsste allerdings auch ihren Zauberspiegel einpacken, denn so groß das Ding auch ist, sie braucht ihn. Dieses Zugeständnis mache ich allerdings gern dafür, einen Bunker mit dem echten Schneewittchen zu teilen.

Zum Abschluss hat mich der Lieblingsmensch gebeten, zu betonen, dass er natürlich auch dabei wäre. 😀
Und noch ein Nachsatz extra für die liebe DarkFairy: Logen bleibt draußen. Der schafft das auch so. Das Risiko, dass er im Bunker zum Blutigen Neuner wird, ist mir dann doch zu groß. 😀

3. Welcher Buchcharakter würde auf keinen Fall einen Platz in deinem Bunker bekommen?

Hui, da gibt es eine Menge. Natürlich müssen alle Erzbösewichte sowieso draußen bleiben. Zusätzlich alle Charaktere, die auf engem Raum zu einer Gefahr werden könnten, obwohl ich sie sehr mag (wie z.B. Logen Neunfinger oder Bourbon Kid). Charaktere mit zu viel seelischem Ballast, die die Atmosphäre im Bunker belasten könnten (z.B. Sandman Slim – ein toller Typ, aber er hat ein ernstes Alkoholproblem und war in der Hölle). All die ach so mutigen YA-Heldinnen, die dazu neigen, Kleinigkeiten überzudramatisieren und so furchtbar gern jammern. Meine Liste ist also ziemlich lang, da ist es schwer, eine einzige Figur auszusuchen.
Letztendlich habe ich mich für einen Charakter entschieden, den ich beim Lesen zwar unheimlich gern beobachte, der meiner Meinung nach aber alle drei K.O.-Kriterien erfüllt: er ist potentiell gefährlich, er ist ein seelisches Wrack und er neigt zum Selbstmitleid. Es ist Sand dan Glokta aus der „First Law“ – Trilogie von Joe Abercrombie. Diese manipulative, eiskalte, sadistische Schlange möchte ich keinesfalls im Bunker haben. Glokta ist toxisch, mit jedem Atemzug spuckt er Gift und Galle. Mit so jemandem möchte ich nicht eingesperrt sein. Mal ganz davon abgesehen, dass es keineswegs sicher ist, dass wir (die anderen Insassen des Bunkers) mehrere Jahre mit Glokta überleben. Ich sehe es schon vor mir, wie sich die Luke des Bunkers öffnet, Glokta seelenruhig über unsere Leichen steigt und als einziger die „neue“ Welt betritt. Brrr. Gruselig.

Das Leben im Bunker

4. Wehmütig denkst du an deine ungelesenen Bücher, die du zurückgelassen hast. Um welche drei Bücher deines SuBs tut es dir am meisten Leid, dass du sie noch nicht gelesen hast?

Wir gehen ja davon aus, dass die Regierung die literarisch wertvollen Bücher gerettet hat, richtig? Das heißt, es muss mir nicht Leid tun, dass ich beispielsweise die „Odyssee“ von Homer noch nicht gelesen habe, weil ich die Chance noch bekommen werde und kann mich völlig auf die Trivialliteratur konzentrieren.

1. „The Daylight War“ (Demon Cycle #3) von Peter V. Brett
Eigentlich tut es mir hier um die gesamte Reihe Leid. Aber auf meinem SuB liegt bisher nur der dritte Band, weil ich noch darauf warte, dass Band 4 in meinem Lieblingsformat erscheint. Die Vorstellung, dass ich nie herausfinde, wie die Geschichte um den Tätowierten Mann, Ahmann Jardir und all ihre Verbündeten im Kampf gegen die Dämonen weitergeht bzw. endet, macht mich schon ziemlich traurig.

2. „A Game of Thrones“ (A Song of Ice and Fire #1) von George R.R. Martin
Jetzt werde ich nie zu den coolen Kids gehören! *heul* Nein, Spaß beiseite, es wäre schon sehr schade, wenn ich niemals in diese hochkomplexe High Fantasy Welt eintauchen könnte, um zu erfahren, ob es mir dort gefällt.

3. „Rooms“ von Lauren Oliver
„Rooms“ ist Lauren Olivers erster Roman für Erwachsene. Ich bin fruchtbar neugierig, wie ihr dieser erste Ausflug in ein Genre jenseits der Young Adult Sparte gelungen ist, aber bisher war der richtige Zeitpunkt einfach noch nicht gekommen. Für eine Geistergeschichte muss meine Stimmung passen.

5. Nach einigen Wochen im Bunker ist die Stimmung gedrückt, welches Buch würde dich wieder aufmuntern?

Von den 10 Büchern/Reihen, die mitnehmen durfte oder allgemein?
Von den 10 wären das unter Garantie „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ und die gesamte Reihe „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams.
Von den Büchern aus meinem Regal wäre es „Das Durchgangszimmer“ von Renate Holland-Moritz. Dieses Buch kennt ihr vermutlich nicht, weil ich bisher noch niemanden getroffen habe, der/die diese Autorin kennt. Wenn ihr irgendwann mal die Chance habt, „Das Durchgangszimmer“ zu kaufen oder auszuborgen, macht das. Diese Kurzgeschichtensammlung ist einfach der Oberknaller, speziell die Geschichten „Eine Chance für jeden“, „Henry Haschke ist Schuld“ und „Die Macht der Knete“. Das sind alles Episoden aus ihrem Leben mit ihrer Tochter und die sind zum Brüllen komisch. Wenn ich dieses Buch in der Hand habe, kann ich nie widerstehen und muss mindestens eine dieser Geschichten lesen. Jedes Mal lache ich Tränen, bis mir der Bauch weh tut. Wenn mich sonst nichts aufmuntert, Renate Holland-Moritz schafft es.
Ich geh mal eben das Buch holen. 😀

6. Die Ofenanzünder gehen euch aus, welche 3 Bücher aus deinem Regal könntest du am ehesten um ein paar Seiten erleichtern?

Na ja, ich bin ja eine Jägerin und Sammlerin. Ich behalte meine Bücher, auch, wenn ich sie nicht mochte. Spontan fällt mir nur ein Buch ein, bei dem mir ein paar fehlende Seiten nicht sonderlich weh täten: „Das Siebte Kreuz“ von Anna Seghers. Dabei fand ich das Buch nicht mal schlecht. Es las sich recht gut und die Geschichte war angenehm tiefgründig und spannend. Für Schulliteratur wirklich gar nicht übel. Aber – und das ist ein dickes, fettes Aber – ich kann die Autorin nicht ausstehen. Man soll ja nicht schlecht von den Toten sprechen, doch meine ehemalige Deutsch-LK-Lehrerin erzählte uns damals im Zuge der Besprechung des Buches, dass die Dame eine glühende Sozialistin war. Eine glühende Sozialistin, die nicht davor zurückschreckte, ihre Freunde beim DDR-Regime anzuschwärzen. Das tut man nicht. Da sträuben sich mir die Nackenhaare. Von daher: ich habe „Das Siebte Kreuz“ bereits gelesen und werde es nicht noch einmal tun, also werden mich ein paar Seiten nicht besonders treffen.

Das zweite Buch wäre wohl „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing. Ja ja, ich weiß, schon wieder Weltliteratur. Und schon wieder Schullektüre. Ich habe das Buch versucht zu verstehen. Betonung auf „versucht“. Doch jedes Mal klinkte sich mein Verstand mit einem lauten, genervten Gähnen aus und fiel aus Protest in einen tiefen Schlummer. Ich habe bis heute nicht kapiert, was eigentlich eine Parabel ist und ich begreife auch nicht, was an der Geschichte so toll sein soll. Ich fand sie nur sterbenslangweilig. Da ich das Buch wohl nie wieder anrühren werde, kann ich ein paar Seiten verschmerzen. Das Ding hat allerdings auch nur ein paar Seiten, viel Wärme würde der alte Weise also nicht spenden.

Zum Schluss würde meine Wahl auf drei Romane von Michael Moore fallen. Eigentlich sollte ich ja nur drei Bücher nennen, aber da Nathan so schmal ist, können wir das zusätzliche Brennmaterial sicher gut gebrauchen. „Querschüsse“, „Stupid White Men“ und „Volle Deckung, Mr. Bush“ sind gute, kritische Bücher, so ist das nicht. Sie waren unterhaltsam und haben mir damals einen ersten Eindruck der amerikanischen Politik und Gesellschaft vermittelt. Aber – ich sage das nicht gern und vielleicht möchte Mr. Moore sich jetzt lieber die Augen zuhalten – sie sind überholt. Moore schrieb „Querschüsse“ 1996. Das ist fast 20 Jahre her. „Stupid White Men“ erschien 2002, „Volle Deckung, Mr Bush“ 2003. In dieser Zeitspanne hat sich vielleicht grundlegend nicht viel verändert, doch es gibt mittlerweile definitiv aktuellere und auch bessere Bücher zum Thema. Ich mag Michael Moore, aber auch ich kann nicht leugnen, dass er ein Querulant ist. Heutzutage lese ich lieber etwas objektivere Betrachtungen, die subtil Kritik üben, statt sie mit einem Vorschlaghammer in die Köpfe der LeserInnen zu dreschen. Tut mir leid Mr. Moore, aber überholte Polit-Schmöker werden beim Wiederaufbau nicht gebraucht.

7. Immer die gleichen Menschen im Bunker um sich zu haben kann anstrengend werden. Mit welchem Charakter könntest du es am längsten aushalten?

Aus meiner Liste wäre das vermutlich Atticus. Ich liebe seine lässige Art und denke, wir würden sehr gut harmonieren. Ich kann mir vorstellen, mit ihm bei Kerzenlicht (Strom sparen!) an einem Tisch zu sitzen, ein Bier in der Hand und die ganze Nacht zu reden. Aber irgendwie sehe ich da auch Locke mit an unserem Tisch. 😉
Insgesamt glaube ich, dass wir uns alle recht gut verstehen würden und es wenig Konflikte gäbe. Der einzige, der vielleicht so seine Probleme mit Teamwork hätte, wäre wohl Jardir. Der Mann hat einfach ein gigantisches Ego und ist es nicht so richtig gewöhnt, sich in eine Gemeinschaft einzufügen. Doch das würden wir ihm schon beibringen.

8. Bei welchem Charakter würden schon nach kurzer Zeit die Fetzen fliegen?

Ich bin ja eigentlich nicht der Typ für unnötige Konflikte, weil ich ein dickes Fell habe und versuche, gelassen zu sein. Bei mir würde es also vermutlich länger dauern, bis mir der Kragen platzt. Doch wenn es dazu käme, glaube ich, dass Schnee die Auslöserin wäre. Manchmal ist sie einfach so eine Püppi. Eitel, stur und ab und zu etwas aufgesetzt. Ich denke, es gäbe Situationen, in denen mir ihre Art auf die Nerven gehen würde, besonders, weil sie dazu neigt, in unpassenden Momenten blöde Witze zu reißen. Im Endeffekt bin ich aber auch überzeugt, dass unser Knatsch nicht lange anhalten würde. Wir würden uns bestimmt schnell wieder vertragen, denn Schnee hat eine Eigenschaf, die ich wirklich schätze: sie kann sich entschuldigen.

Der Wiederaufbau

9. In der neuen Welt ist von nun an alles möglich, nenne eine Fähigkeit eines Buchcharakters, die du gerne hättest, um die neue Welt aufzubauen und/oder um damit eine andere/bessere Welt zu schaffen?

Da muss ich der lieben DarkFairy und allen anderen vor ihr zustimmen. Magie. Magie ist das Nonplusultra. Ich hab mir das ja auch schon sehr passend zurecht gelegt, denn während der Zeit im Bunker möchte ich ja bei Atticus in die Lehre gehen. Wenn wir dann wieder draußen sind und es an den Wiederaufbau geht, sollte ich soweit sein, ihm dabei helfen zu können, die Welt neu zu bepflanzen und ihr neues Leben einzuhauchen.

10. Welcher Welt / welchem System aus einem Buch soll die neue Welt auf keinen Fall ähneln?

Oh, sich da festzulegen, ist wirklich schwierig. Ich habe so viele Dystopien gelesen und alle Systeme waren auf die eine oder andere Art und Weise grauenvoll. DarkFairy hat ja das System aus „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury genannt, weil Bücher in dieser Welt verbrannt werden. Fissel hingegen hat „Brave New World“ genannt von Aldous Huxley, sowie „The Hunger Games“ von Suzanne Collins. Aber irgendwie… ich könnte nicht sagen, dass ich ein System schlimmer als alle anderen fand.
Ich entscheide mich für die Welt aus der „Legend“ – Trilogie („Legend“, „Prodigy“ und „Champion“) von Marie Lu. Nicht, weil ich diese besonders furchteinflößend fand, sondern weil in den Büchern drei ganz verschiedene Systeme vorgestellt werden, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Ich möchte in keinem dieser Systeme leben.

11. Du darfst dir einen Autor aussuchen, der über den Weltuntergang, die Zeit im Bunker und den Wiederaufbau schreibt. Wer sollte es sein?

Joyce Carol Oates. Sie ist aus gutem Grund meine Lieblingsautorin, denn niemand versteht es wie sie, nicht nur Tatsachen und Fakten zu einer spannenden Geschichte zu verweben, sondern auch die psychologische Seite eines Themas sensibel und detailliert herauszuarbeiten. Das wäre mir wichtig, denn die Zeit im Bunker ist unter Garantie eine enorme Belastung für die Psyche.

12. Bestimme/Tagge weitere Kommandanten für die anderen Bunker!

Wie immer überlasse ich es euch, ob ihr den TAG ebenfalls machen möchtet oder nicht. Ich empfinde TAGs als witzige Abwechslung für zwischendurch, aber ich möchte nicht, dass sich hier irgendjemand gezwungen fühlt. Wenn ihr Lust dazu habt, legt einfach los und wer mag, kann auch gern den Link zum entsprechenden Beitrag in den Kommentaren hinterlassen.

Ich bin gespannt, was ihr zum meinem Apokalypsen-Endzeit-Szenario und meiner Buch- bzw. Charakterauswahl zu sagen habt und freue mich auf jedes Kommentar!
Alles Liebe,
Elli

 
4 Kommentare

Verfasst von - 8. Oktober 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Lieblingsbuchpärchen?

montagsfrage neu

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ach, die nächste Woche soll schon wieder so warm werden. Wenn ich ehrlich bin, hab ich mittlerweile die Nase voll vom Sommer. Reicht mir. Jetzt darf Herbst werden. Ich brauche wirklich keine 30°, um mich wohl zu fühlen und mir fehlen meine kuschligen Pullis. Unglücklicherweise muss ich mich wohl noch ein wenig gedulden, bis es wieder kühler wird. Bis dahin muss ich die Zeit irgendwie rumkriegen und das Bloggen hilft mir dabei. 😀 Heute steht wieder einmal die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja an:

Welche Figuren sind eines deiner Lieblingsbuchpärchen?

Da muss ich nicht lange überlegen: Todd und Viola aus der Chaos Walking – Trilogie von Patrick Ness. Ihre Beziehung ist etwas ganz Besonderes, weil sie erst vergleichsweise spät ein Paar werden. Davor sind sie Freunde. Sie lernen sich richtig kennen, geben ihrer Verbindung zueinander die Chance, zu wachsen und sich zu entwickeln. Sie würden für einander sterben, bevor sie sich das erste Mal küssen. Es war wundervoll, zu beobachten, wie sie sich langsam in einander verlieben, zart und unschuldig. Ich hatte das Gefühl, dass ihre Beziehung wirklich ein Fundament besitzt, im Gegensatz zu all den YA-Pärchen, die sich Knall auf Fall und Hals über Kopf in einander verlieben. Ihre Liebe wächst, trotz der furchtbaren Umstände und all der Herausforderungen, die sie überwinden müssen. Natürlich gibt es auch zwischen ihnen Probleme und Hindernisse, aber es fehlt dieses spezielle, oft enervierende Drama, das Teenager-Beziehungen in YA-Dystopien sonst auszeichnet. Kein Liebesdreieck. Sie sind wirklich für einander da und können sich aufeinander verlassen. Tief in ihrem Inneren wissen sie immer, wohin ihr Herz gehört, völlig egal, wie weit sie von den Umständen und anderen Menschen auseinander getrieben werden. Irgendwie hat ihre Liebe mehr Substanz als bei anderen YA-Pärchen. Es erschien mir so logisch, natürlich und selbstverständlich, dass sie früher oder später mehr als Freunde sein werden und zwar nicht, weil es vorhersehbar wäre, sondern weil sie einfach zusammen gehören. Mehr als June und Day, Cassia und Ky, Lena und Alex, Tris und Four. Im Vergleich zu Todd und Viola wirken all diese Beziehungen blass und oberflächlich; bei keinem anderen Paar hatte ich so sehr das Gefühl, dass sie zwei Teile von etwas Größerem, Schöneren sind. Sie sind eigenständige, unabhängige Individuen – aber sie vervollständigen einander.
Oh mein Gott, gleich heule ich los, also belasse ich es jetzt dabei.

Welches Buchpärchen ist euer liebstes und warum?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Wochenstart! 🙂
Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 10. August 2015 in Uncategorized

 

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12. 01. 2015 – Montagsfrage: Liebste Nebenfigur?

montagsfrage neu

Guten Morgen ihr Lieben 🙂
Oh man, im Moment fühle ich mich Garfield sehr verbunden: Montage sind Mist. Aber das ändert ja leider auch nichts, ich musste ja trotzdem aufstehen und muss auch trotzdem arbeiten. Beginnen wir den Tag also ganz sanft und starten mit der Montagsfrage von Svenja aka Buchfresserchen:

Welche Nebenfigur mögt ihr aktuell am liebsten und warum?

Puh, was für eine Frage. Um sie zu beantworten, muss ich wohl einige Zeit zurück gehen, denn die letzten Bücher, die ich gelesen habe, sind inhaltlich nicht wirklich dazu geeignet. „Oliver Twist“ von Charles Dickens ist völlig auf Oliver konzentriert. In „Imperial Bedrooms“ gibt es keine einzige sympathische Figur. Die Opcop-Reihe hat nur sehr wenige Nebenfiguren. „Die flüsternde Straße“ von Livi Michael gefiel mir nicht sonderlich.
Ich denke, ich entscheide mich für Manchee aus „The Knife of Never Letting Go“ von Patrick Ness. Vermutlich könnt ihr schon nicht mehr hören, wie gut mir diese Reihe gefiel, aber danach gab es einfach niemanden mehr, der mein Herz so berührt hat. Das Besondere an dieser Nebenfigur: Manchee ist ein Hund. Dadurch, dass in New World aber auch die Gedanken von Tieren hörbar sind, ist Manchee mehr als nur ein stummer Begleiter. Er hat eine echte Persönlichkeit. Er ist süß, treu und mutig. Es hat sicher damit zu tun, dass ich selbst auch eine Hündin habe, dass er mir so ans Herz wuchs. Ich kann mir vorstellen, dass meine Kleine ähnlich wie Manchee denkt. Es tangiert ihn überhaupt nicht, dass er nicht alles versteht, was Todd (oder allgemein die Menschheit) so tut, weil er ihm vertraut. Solange er bei ihm sein kann, an seiner Seite durch die Wälder streift und es etwas zu futtern gibt, ist er glücklich. Diese Art von Liebe bringt eine etwas kitschige, weiche Saite in mir zum klingen. 🙂

Wer ist eure liebste Nebenfigur und warum?

Ich freue mich wie üblich auf eure Antworten und Kommentare und wünsche euch einen supertolligen Wochenstart! 😀

Alles Liebe,
Elli

 
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Verfasst von - 12. Januar 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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06. 01. 2015 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Heute findet Gemeinsam Lesen das erste Mal im Jahr 2015 statt. Irgendwie finde ich das toll und grinse von einem Ohr zum anderen. Vermutlich, weil ich dieses Jahr von Anfang an dabei bin. 😉
Wie ihr mittlerweile sicher bereits auswendig wisst, wird die Aktion von Schlunzen-Bücher und Weltenwanderer im Wechsel betreut. Diese Woche kommen die Fragen von Schlunzen-Bücher, die ihr durch einen Klick aufs Bild findet. 🙂

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Imperial Bedrooms“ von Bret Easton Ellis und befinde mich auf Seite 38 (von schmalen 217).

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Mit einer Schauspielerin, die ich heute Vormittag beim Casting kennengelernt habe, sitze ich jetzt zum Mittagessen an einem Fenstertisch im Comme Ça.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

„Imperial Bedrooms“ ist der Nachfolger von „Unter Null“, das ich vor einigen Jahren gelesen habe. Wie ihr euch vermutlich denken könnt, ist es mein Buch mit „I“ für die ABC-Challenge. 😉
„Unter Null“ ist ein absolut widerwärtiges und abstoßendes Buch, aber eben auch verdammt gut. Menschliche Abgründe at it’s best, hübsch verpackt in der Glitzer-Glamour-Welt Hollywoods der 80er Jahre. Jetzt, 25 Jahre später, kehrt der Protagonist Clay zurück in diesen Sündenpfuhl und muss laut Klappentext feststellen, dass sich gar nichts geändert hat. Ich fand damals schon, dass Bret Easton Ellis einen beeindruckend scharfen Blick auf unsere Gesellschaft hat. Reiche Kids, die einfach alles haben, außer einem moralischen Kompass. Gelangweilt, stumpf, kalt, empathie- und gefühllos. Die Leere im Leben der Figuren hat mir wahrhaft Gänsehaut von Kopf bis Fuß verpasst.
Eine Szene hat mich besonders aus dem Konzept gebracht. In dieser besucht Clay seinen Bekannten (denn von Freundschaft hat in diesem Buch niemand auch nur den blassesten Schimmer) Rip in seinem Apartment. Im Schlafzimmer ist ein 12-jähriges Mädchen ans Bett gefesselt; offenbar wird sie schon seit Stunden immer wieder von verschiedenen Jungs vergewaltigt. Clay ist von der Situation schockiert und verlässt das Zimmer, Rip folgt ihm.

„Ich gehe aus dem Zimmer.
Rip kommt mir nach.
«Warum?» Das ist alles, was ich frage.
«Wie bitte?»
«Warum, Rip?»
Rip macht einen verwirrten Eindruck.
«Warum? Du meinst das da drin?»
Ich versuche zu nicken.

«Warum nicht? Was hast du denn?»
«O Gott, Rip, stell dich nicht so blöd an, das Mädchen ist elf.»
«Zwölf», korrigiert mich Rip.
«Ja, genau, zwölf», sage ich und denke einen Moment lang darüber nach.
«He, guck mich bloß nicht so an, als wenn ich der letzte Arsch wäre. Das stimmt nämlich nicht.»

«Es ist…» Ich gerate ins Stocken.
«Es ist was?» will Rip wissen.
«Es ist… Ich glaube nicht, dass es recht ist.»
«Was heißt hier recht? Wenn du was willst, dann hast du das Recht, es dir zu nehmen. Wenn du was machen willst, dann hast du das Recht, es zu machen.»
Ich lehne mich an die Wand. Ich kann hören, wie Spin im Schlafzimmer stöhnt, und dann das Geräusch einer Hand, die zuschlägt, vielleicht in ein Gesicht.
«Aber du brauchst doch nichts. Du hast doch alles», erkläre ich ihm.
Rip schaut mich an.
«Nein, das stimmt nicht.»
«Was?»

«Nein, das stimmt nicht.»
Daraufhin schweigen wir beide eine Weile, und schließlich frage ich: «Verdammte Scheiße, Rip. Was könnte das denn sein, was du nicht hast?»
«Etwas zu verlieren. Ich habe nichts zu verlieren.»“

(„Unter Null“, Bret Easton Ellis, S. 173)

Diese Szene ist in ihrer ganzen Abscheulichkeit exemplarisch für „Unter Null“. Ich rechne damit, in „Imperial Bedrooms“ ähnlich widerwärtige Szenen vorzufinden, wenn auch auf einer anderen Ebene. In „Unter Null“ war alles überdeutlich gezeichnet, schrill und laut. Ich denke, „Imperial Bedrooms“ wird subtiler sein. 25 Jahre später liegt der Ekel vermutlich tiefer und versteckter. Ich bin gespannt und tatsächlich freue ich mich schon darauf, das Buch am Ende zu rezensieren, weil ich ganz bestimmt eine Menge dazu zu sagen habe.

4. Wir sind nun angekommen in 2015 und wir hoffen ihr seid alle gut, aber nicht zu weit gerutscht 🙂 Lasst doch einmal 2014 Revue passieren, welches Buch oder welche Reihe war euer Highlight und warum?

Diese Fragen habe ich eigentlich schon beantwortet, ich tue es aber gern noch einmal. 🙂 Das meiner Meinung nach beste Buch des Jahres 2014, das ich gelesen habe, war „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel. Die beste Reihe war „Chaos Walking“ von Patrick Ness. Ich könnte jetzt ausschweifend darüber dozieren, warum diese Werke mich so sehr beeindruckt haben, aber ich denke, das muss ich nicht, weil ich sie bereits rezensiert habe. Ich verlinke euch die Rezensionen, dann könnt ihr einen Blick auf meine Gedanken werfen. 🙂
Außerdem möchte ich hier noch mal die Chance nutzen, auf meinen Jahresrückblick 2014 hinzuweisen und schamlos Werbung für diesen Post zu machen. 😀 Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch den Beitrag anseht und mir sagt, was ihr davon haltet.

„Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel
Chaos Walking #1: „The Knife of Never Letting Go“ von Patrick Ness
Chaos Walking #2: „The Ask and the Answer“ von Patrick Ness
Chaos Walking #3: „Monsters of Men“ von Patrick Ness

Was lest ihr im Moment? Welche Bücher waren eure Highlights in 2014?

Ich freue mich wie üblich auf eure Meinungen, Gedanken und Kommentare! 😀

Alles Liebe,
Elli

 
 

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Patrick Ness – Monsters of Men

„Monsters of Men“

Monsters of Men

Reihe: Chaos Walking #3

Autor: Patrick Ness

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 643

Verlag: Candlewick Press

Sprache: Englisch

ISBN: 0763676195

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 06.12.2014

Soundtrack: Bob Dylan – „Masters of War“

Bewertung:

Durch den Massenmord an den versklavten Spackle hat Mayor Prentiss den Zorn des gesamten Volkes über die Menschen gebracht. Jetzt hat er das, was er die ganze Zeit wollte: Krieg. Die Bewohner Havens sehen sich mit einer Übermacht konfrontiert, denn The Land ist zahlreicher, als sie je angenommen haben. Todd muss einsehen, dass sie die militärische Erfahrung des Mayors brauchen, wenn sie nicht ausgelöscht werden wollen. Er muss ihn freilassen. Im ersten Gefecht fließt jedoch trotz dessen literweise Blut. Spackle und Menschen sterben; Todd sieht Gräuel, die ihn nachhaltig verändern. Beinahe werden die menschlichen Soldaten überrannt, denn The Land hat die Jahre des Waffenstillstands nicht ungenutzt gelassen. Im letzten Moment rettet Viola Todd aus der Ferne das Leben, indem sie die Waffen des Kundschafterschiffes einsetzt. Simone und Bradley, die Besatzung des Schiffes, sind davon allerdings nicht begeistert. Vor allem Bradley ist überzeugt, dass die Menschen versuchen müssen, Frieden mit der indigenen Spezies zu schließen, für all die Siedler, die bald in New World ankommen werden. Frieden wollen auch Todd und Viola. Doch sie wissen, dass das sehr schwierig wird, kochen doch Mayor Prentiss und Mistress Coyle noch immer ihr eigenes Süppchen. Wie sollen sie The Land von den Vorteilen eines Bündnisses überzeugen, solange nicht einmal unter den Menschen Einigkeit herrscht?
Eine sichere Welt zu schaffen wird die schwerste Aufgabe in Todds und Violas Leben.

Ich hätte nicht gedacht, dass die Chaos Walking – Trilogie NOCH besser werden kann, aber Patrick Ness hat es tatsächlich geschafft, im Finale noch eine Schippe drauf zu legen. Ich bin absolut verliebt in „Monsters of Men“, so sehr, dass ich mich nach dem Auslesen dabei erwischte, wie ich das Buch ganz fest an mich drückte, als wäre es ein Kuscheltier. Für mich ist es mehr als nur ein Roman, mehr als nur eine Geschichte. Es ist so echt, so tief, lebendig und gefühlsgeladen.
Thematisch behandelt Patrick Ness mehrere Ansätze, die er alle brillant ausgearbeitet hat. Vordergründig geht es um Entwicklung. Seine Handlung verlangt den Charakteren nicht weniger ab, als über sich selbst hinauszuwachsen. Sie müssen den Teufelskreis aus Hass und Rachegelüsten überwinden und begreifen, wie schlechte Gefühle einfach alles vergiften – was nicht nur für die menschlichen Figuren gilt. In „Monsters of Men“ integriert Ness nämlich eine neue Perspektive: die des Spackle 1017, der einzige Überlebende des Massakers, zu dem Todd eine spezielle Beziehung hat. Ich liebte seinen Blickwinkel, weil er der Geschichte eine ganz neue Facette hinzufügt. Sein Schmerz, sein Hass, seine Trauer haben mich völlig aus Balance gebracht, wie ich es HIER bereits beschrieben habe. Er eröffnete mir eine Verständnisebene, die ich andernfalls nicht erreicht hätte; besonders in Bezug auf Todds Handeln. Auch fand ich es faszinierend, wie ähnlich sich 1017 und Todd sind, obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Kulturen stammen. Beide werden durch das, was den Personen, die sie lieben, angetan wird, an die Kante getrieben und sind mehr als einmal kurz davor, sich fallen zu lassen. Beide treten jedoch im ausschlaggebenden Moment einen Schritt zurück und entscheiden sich dazu, das Richtige zu tun und ihre eigenen Gefühle hinten anzustellen.
In diesem Punkt unterscheiden sich sowohl 1017 als auch Todd maßgeblich von Mayor Prentiss. Im letzten Band ebenso wie jetzt im Finale kam mir immer wieder der Gedanke, dass Todd und Prentiss durchaus die eine oder andere Gemeinsamkeit aufweisen. Doch schlussendlich ist es gar nicht so wichtig, was sie gemeinsam haben, viel wichtiger ist, was sie verschieden macht. Prentiss ist ein durchgeknallter Kontrollfreak, der weder Vertrauen noch Liebe in sein Herz lassen kann. Dieses erhebliche Defizit lässt ihn unter der Last New Worlds zusammenbrechen, weil er so nicht in der Lage ist, sich dem Noise hinzugeben, sondern ihn beherrschen will. Er erkennt nicht, wie wunderschön die Verbindung ist, die The Land mit ganz New World eingegangen sind. Dieses unglaubliche Netzwerk ist in seiner Reinheit und Klarheit einfach fantastisch. Anfangs dachte ich, dass das Fehlen jeglicher Privatsphäre das Schlimmste ist, das ich mir vorstellen kann. Aber mittlerweile frage ich mich, ob eine Welt, in der jeder Gedanke offen liegt, tatsächlich so schlecht und beängstigend wäre. Im Noise von The Land gibt es kein Verstellen, keine Lügen und keinen Egoismus. Sie sind wahrhaft EINS. Sie fühlen einander, spüren jede Freude und jeden Schmerz, auch kilometerweit entfernt. Unserer Welt täte das vielleicht gut. Wären wir alle miteinander verbunden, gäbe es dann noch Kriege? Könnten wir uns dann noch gegenseitig umbringen und leiden lassen? Ich denke, so eine Verbindung könnte uns alle zu den besten Versionen unserer selbst werden lassen. Stellt es euch vor: eine Welt ohne Lügen, ohne (versteckte) eigennützige Gedanken und Motive, ohne Heuchelei. Wunderschön, nicht wahr?

Ich habe während des Lesens von „Monsters of Men“ viele Tränen vergossen. Ich durfte eine extreme Nähe erleben und trotzdem war es mir nicht genug. Ich wollte in das Buch hineinkriechen, physisch vor Ort sein, die Figuren umarmen und ihnen sagen, dass alles gut werden wird. Vor allem Todd und Viola werden für immer einen Platz in meinem Herzen haben. Sie sind für mich eines der außergewöhnlichsten Paare der Literatur; ihre Beziehung ist beispiellos. Der Gedanke an sie wird mich für immer daran erinnern, dass es bloß zwei Menschen, Liebe und Vertrauen braucht, um die Welt zu verbessern. Und ihre Geschichte wird mich davor warnen, dass es leider auch nur einen hasserfüllten Menschen braucht, um sie zu verschlechtern.
New World zu verlassen fällt mir unsagbar schwer. Trotz des hoffnungsvollen Endes schmerzt es mich einfach so sehr, Todd, Viola und all ihre Freunde gehen zu lassen.
Die Chaos Walking – Trilogie ist in meinen Augen viel zu unbekannt. Lest sie und verbreitet es, wo immer ihr könnt: Patrick Ness ist ein großartiger, fabelhafter, denkwürdiger Autor.

Chaos Walking – Die Rezensionen zur Trilogie im Überblick:

Chaos Walking #1: „The Knife of Never Letting Go“
Chaos Walking #2: „The Ask and the Answer“
Chaos Walking #3: „Monster of Men“

 
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Verfasst von - 13. Dezember 2014 in Dystopie, Science-Fiction, Young Adult

 

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Patrick Ness – The Ask and the Answer

„The Ask and the Answer“

the ask and the answer

Reihe: Chaos Walking #2

Autor: Patrick Ness

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 553

Verlag: Walker Books

Sprache: Englisch

ISBN: 1406344478

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 30.11.2014

Bewertung:

Haven sollte Todds und Violas sicherer Hafen sein. Doch ihre letzte Hoffnung wurde zu einem Gefängnis. Mayor Prentiss kam ihnen zuvor und übernahm die Stadt mithilfe seiner Armee. Sofort beginnt er, neue Regeln zu diktieren. Seiner Ansicht nach muss New World revolutioniert werden; die Menschen müssten sich auf das besinnen, was sie wirklich sind. Dazu trennt er nicht nur sofort Todd und Viola, nein, er unterteilt auch die Bewohner Havens in Männer und Frauen und isoliert sie voneinander. Außerdem hält er das Heilmittel für den Noise, das in Haven erfunden wurde, unter Verschluss. Aus Angst, dass Prentiss Viola etwas antun könnte, erklärt sich Todd bereit für ihn zu arbeiten. Er würde alles tun, um sie zu beschützen.
Viola wiederum erholt sich im Haus der Heilung von der Schusswunde, die ihr Davy Prentiss Jr. zugefügt hat. Dort lernt sie die begnadete Heilerin Mistress Coyle kennen, die mehr als nur ein paar Zweifel bezüglich Mayor Prentiss‘ Absichten hat. Sie glaubt, dass der Mayor seine Macht missbrauchen wird, um die Frauen New Worlds auszurotten und die Männer in eine tyrannische Diktatur zu zwingen. Viola entdeckt, dass Mistress Coyle bereits dabei ist, den Widerstand zu organisieren. Auf einmal geht alles ganz schnell: unter der Führung der Mistress verlassen die Rebellen die Stadt und beginnen einen Guerillakrieg gegen Prentiss und seine Soldaten. Während Bomben das Land erschüttern und Unschuldige sterben, befinden sich Todd und Viola plötzlich auf entgegengesetzten Seiten des Konflikts. Können sie Mistress Coyle und Mayor Prentiss aufhalten und zusätzlich ihre Freundschaft retten?

Beim Lesen ist mir nicht aufgefallen, wie komplex der zweite Band der Chaos Walking – Trilogie ist. Doch jetzt, während ich versuchte, den Inhalt zusammen zu fassen, sind mir die vielen Wendungen und Details der Handlung bewusst geworden. Wenn ihr mich fragt, genau in diesem Punkt zeigt sich großes schriftstellerisches Können. Patrick Ness hat eine umfangreiche, genau ausschattierte Handlung konstruiert, ohne seine LeserInnen spüren zu lassen, wie viel sie verarbeiten. Ich glitt butterweich durch die Story, weil er deren Komplexität geschickt hinter seinem leichten, flüssigen Schreibstil versteckte. Obwohl in „The Ask and the Answer“ unglaublich viel geschieht, fühlte ich mich nie überwältigt und hatte kein einziges Mal Probleme, die Zusammenhänge nachzuvollziehen.
Im Fokus der Geschichte stehen selbstverständlich wieder Todd und Viola, schließlich schildert Ness die Ereignisse abwechselnd aus ihrer jeweiligen Perspektive. Die Umstände sind eine ungemeine Belastungsprobe für ihre Freundschaft und ihr Vertrauen in einander. Durch den Einfluss von Mistress Coyle und Mayor Prentiss, die sich im Übrigen wesentlich ähnlicher sind, als sie selbst je zugeben würden, schleichen sich bei beiden erhebliche Zweifel ein. Das Interessante an der Situation ist, dass Patrick Ness subtil vermittelt, wie leicht Todd und Viola zu zweiten Versionen beider AnführerInnen hätten werden können, wären sie nie Freunde geworden. Ihre Beziehung erdet sie und erinnert sie in brenzligen Momenten daran, das Richtige zu tun.
Das bedeutet natürlich nicht, dass sie nicht auch Fehler machen. Vor allem Todd lässt sich von Prentiss erst erpressen und dann einlullen, obwohl er tief in seinem Inneren weiß, dass dem Mann nicht zu trauen ist. Er möchte so sehr an das glauben, was Prentiss zu Beginn öffentlich erklärt, „The war is over“, dass er nicht sieht, dass der physische Kampf vielleicht vorbei sein mag, die psychische Seite aber gerade erst begonnen hat.
Mayor Prentiss ist ein Lügner und Manipulator und Mistress Coyle steht ihm da in nichts nach – aber sie sind auch hervorragend ausgearbeitete Figuren, so wie alle Nebencharaktere. Ich empfand sie alle als absolut real, lebendig und individuell. Durch den Noise entsteht ansatzlos eine unfassbare Nähe, mit der Patrick Ness auf erstaunliche Weise spielt. Selbst mit den Tieren fühlte ich mich verbunden, weil ich ihre Gedanken hören/lesen und mir so ein klares Bild ihrer Persönlichkeit machen konnte. In Bezug auf den Protagonisten Todd unterstützt Ness diesen Eindruck zusätzlich, indem er sehr lange Sätze verwendet, wann immer Todd von seinen eigenen Gedanken überflutet wird. Auf manche mag das eigenartig wirken, doch ich empfand es als extrem realistisch. Es gibt der Geschichte und natürlich Todd selbst etwas sehr Eigenes, Besonderes.

„The Ask and the Answer“ steht dem Vorgänger „The Knife of Never Letting go“ in nichts nach. Ich bin mir unsicher, ob Patrick Ness Chaos Walking überhaupt zielgerichtet als Trilogie schrieb, oder ob er schlicht drauf los erzählte und seine Geschichte später an passenden Punkten trennte. Es wirkt einfach nicht so, als hätte er zwischen Band eins und zwei gedanklich abgesetzt. Sie greifen in einander und gehören als Einheit zusammen. Es ist daher auch nicht möglich, „The Ask and the Answer“ zu lesen, ohne den Auftakt gelesen zu haben.
Tatsächlich glaube ich, dass Chaos Walking auch denjenigen LeserInnen gefällt, die sonst nicht viel mit dem Young Adult Genre anfangen können. Die Geschichte bietet so viel an, so viele Facetten, dass ich finde, so etwas wie eine Zielgruppe gibt es in diesem Fall nicht. Man kann sich ihrem Sog einfach nicht entziehen, unabhängig vom Alter. Patrick Ness ist ein Genie; er weckte in mir äußerst intensive Gefühle und selten war ich in einem Buch so tief drin wie in „The Ask and the Answer“. Diese Rezension fiel mir deswegen unglaublich schwer. Ich hoffe, ich habe sie so schreiben können, dass ihr meine Begeisterung spürt und gleichzeitig erkennt, wie außergewöhnlich dieses Buch ist.

(Nächster Band: Chaos Walking #3 – „Monsters of Men“ – Patrick Ness – ISBN: 0763676195)

 
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Verfasst von - 11. Dezember 2014 in Dystopie, Science-Fiction, Young Adult

 

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03. 12. 2014 – Tränen für The Land

Ich weiß, es ist spät. Ich muss eigentlich auch ins Bett. Aber wie das so ist, habe ich natürlich Vor-dem-Schlafen-gehen-Rituale, wie vermutlich viele andere Menschen auch. Das letzte, was ich abends tue, bevor ich ins Schlafzimmer watschel, ist, noch ein paar Seiten zu lesen. Und jetzt sitze ich hier und weine, weil ich eine der furchtbarsten Stellen meiner ganzen Lesekarriere direkt vor dem Schlafengehen lesen musste. Hätte ich nur bis morgen gewartet. Diese Szene verfolgt mich bis in meine Träume, das weiß ich jetzt schon. Und da dachte ich, wozu habe ich einen Buchblog, wenn ich so intensive Gefühle nicht rauslasse und mit euch teile?

Um es zu verstehen, braucht ihr ein bisschen Hintergrund-Wissen. In der gesamten Chaos Walking – Trilogie geht es um Gedanken, denn New World ist ein Ort der konstanten Informationsflut. Stets können die Menschen dort hören, was ihr Gegenüber gerade denkt (es sei denn, es ist eine Frau, aber das ist eine andere Geschichte). Tiere, Männer… niemand außer den Frauen kann die eigenen Gedanken verbergen. Auf New World gibt es eine indigene Spezies, die von den Menschen „Spackles“ genannt wird. Sie selbst nennen sich „The Land“, denn sie sind ein kollektiver Organismus. Sie denken GEMEINSAM. Es ist ihre Art der Kommunikation, denn sie artikulieren sich nicht wie Menschen. Im Laufe der Geschichte kam es, wie es kommen musste. Es geschah das, was immer passiert, wenn Menschen sich überlegen fühlen. Sie versklavten einen Teil von The Land. Sie „heilten“ den Noise (die hörbaren Gedanken) und gaben diese „Heilung“ auch The Land. Sie beraubten sie ihrer einzigen Kommunikationsmöglichkeit. Und dann… töteten sie sie. Weil es ihren eigenen Interessen diente, begangen sie Massenmord. Genozid.

Das ist schon grauenhaft genug, aber in der Szene, die ich gerade gelesen habe, schildert der einzige Überlebende des Massakers seine Eindrücke. Ich will dazu gar nicht mehr sagen, sondern es einfach zitieren:

„Not when they lined us up and began to kill us. Shooting us, hacking at us, making that high stuttering sound they call laughing. Killing the old and the young, mothers and babies, fathers and sons. If we tried to resist, we were killed. If we did not resist, we were killed. If we tried to run, we were killed. If we did not run, we were killed.
One after the other after the other after the other.
With no way to share our fear. No way to coordinate and try to protect ourselves. No way to be comforted as we died.
And so we died alone. Every one of us.“                 („Monsters of Men“, S. 116)

Oh Gott, ich zittere am ganzen Körper, wenn ich mir vergegenwärtige, was es bedeutet, so zu sterben. Unter Tausenden, doch mutterseelenallein. Das ist das Schlimmste, was man jemandem antun kann. Brutal, abscheulich, grausam. So furchtbar, dass mir die Worte fehlen, um meine Gefühle wirklich auszudrücken.
Bitte verzeiht, wenn ich euch damit ebenso traurig gemacht habe, wie ich mich gerade fühle. Aber ich konnte nicht… ich kann nicht ins Bett gehen, so lange das in mir wütet. So konnte ich zumindest einen Teil meiner Trauer (und Wut) rauslassen.

 
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Verfasst von - 3. Dezember 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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