RSS

Schlagwort-Archive: Cassandra Clare

Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion findet wöchentlich bei Schlunzen-Bücher statt; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Bild!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Sharps“ von K.J. Parker und befinde mich auf Seite 221 von 449.

Sharps

 

For the first time in nearly forty years, an uneasy truce has been called between two neighbouring kingdoms. The war has been long and brutal, fought over the usual things: resources, land, money…
Now, there is a chance for peace. Diplomatic talks have begun and with them, the games. Two teams of fencers represent their nations at this pivotal moment.
When the future of the world lies balanced on the point of a rapier, one misstep could mean ruin for all. Human nature being what it is, does peace really have a chance?

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„‚Fine,‘ Suidas growled.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Hui war das schwer, nach „End of Days“ (Penryn & the End of Days #3) von Susan Ee eine neue Lektüre auszusuchen. Ich denke aber, mit „Sharps“ habe ich eine gute Wahl getroffen. Ich wollte ein erwachsenes Buch lesen, das weit weg von der YA-Literatur ist. Besser hätte ich es im Grunde gar nicht machen können.
„Sharps“ ist ein wirklich anspruchsvoller High Fantasy – Roman, sehr intelligent geschrieben und konstruiert. Ich glaube, mir ist noch nie eine epische Fantasywelt begegnet, die politisch und wirtschaftlich dermaßen detailliert durchdacht ist. Die Situation in den beiden Ländern Scheria und Permia ist höchst kompliziert. Soweit ich es verstanden habe, hat Scheria zwar durchaus eine Regierung, wird aber in Wahrheit von Banken regiert, weil die Bevölkerung der Regierung nach Jahrzehnten des Krieges nicht vertraut und diese recht entscheidungsunfähig wirkt. In Permia ist es vermutlich ähnlich, da das gesamte Land von der Förderung von Silber abhängig ist. Demzufolge sind es die Minenbesitzer, die das Land regieren. Wir haben also als Ausgangssituation zwei ehemals verfeindete Länder mit schwachen Regierungen, die der Wirtschaft nichts entgegen zu setzen haben. Ein Zyniker, wer da einen Bezug zu unserer Realität sieht… 😉 Nach 40 Jahren des Krieges soll die Tour des Fechtteams aus Scheria zur Völkerverständigung und Festigung des Friedens beitragen. Ich habe allerdings das Gefühl, dass die ganze Sache zum Himmel stinkt. Es gibt eine Menge Ungereimtheiten und schon die Tatsache, dass keine/r der FechterInnen wirklich freiwillig an der Tour teilnimmt, spricht Bände. Sie wurden alle mehr oder weniger erpresst. Der Titel des Buches bezieht sich auf die scharfen Klingen, mit denen sie in Permia kämpfen müssen, obwohl der Fechtsport in Scheria normalerweise mit beschichteten Klingen ausgeübt wird, die die SportlerInnen daher nicht verletzen können. Nur wusste das vorher niemand von ihnen. Sie werden von einem politischen Offiziellen begleitet, der ganz zufällig einst ein Oberst der Armee Scherias war, im Krieg gekämpft hat und darüber hinaus auch noch der Cousin so-und-so-vielten Grades eines hochrangigen Bankangestellten ist. Ich weiß zwar noch nicht, wohin K.J. Parker mit mir möchte, aber ich vermute, dass die ganze Fechttour nur ein Alibi für irgendeine politische, wirtschaftliche und/oder militärische Schweinerei ist.

4. Hast du schon Mal ein Buch gelesen, das du eigentlich nie lesen wolltest (nicht dein Genre, Klappentext spricht dich nicht an), es dann aber doch getan hast, weil „jeder“ so begeistert von diesem Buch war?

Durchaus, allerdings nicht oft. Spontan fallen mir nur drei Beispiele ein: die Legend-Trilogie von Marie Lu, die Reihe The Mortal Instruments von Cassandra Clare und prinzipiell alles von Stephen King.
„Legend“ (Rezension: HIER) ist mir lange bevor ich mich dazu entschieden habe, es zu lesen, das erste Mal auf Amazon begegnet. Da hatte ich noch keinen Blog, war nicht bei Goodreads angemeldet und überhaupt hatte ich keine Ahnung, wie viele Möglichkeiten das gute alte Internet einem Bücherwurm bietet. Ich musste mich also auf die Rezensionen auf Amazon verlassen, die zu dieser Zeit ziemlich gemischt waren. Ich erinnere mich, dass ich eine gelesen habe, in der sich der/die RezensentIn darüber beschwert hat, wie unrealistisch die ganze Kletterei sei und dass die Grundstory einfach flach ist. Ich entschied mich dagegen, das Buch zu lesen. Dann begann der Hype, alle waren dermaßen begeistert. Und ich dachte „Man, das muss doch einen Grund haben“. Dieser Gedanke führte dann schnell zu „Ach, was soll’s“. 😀 Heute bin ich sehr froh, dass ich mich habe verführen lassen, denn mir hat die Trilogie ausnehmend gut gefallen.
Um den ersten Band der Mortal Instruments, „City of Bones“ (Rezension: HIER), bin ich sehr lange herum geschlichen, tendierte aber fast ebenso lange eher dazu, ihn nicht zu lesen. Ich kann heute nicht mehr vollständig nachvollziehen, warum ich mich dann doch dafür entschied, bin mir aber sicher, dass das Erscheinen des Films eine wichtige Rolle spielte. Ich wollte die Verfilmung sehen, musste dafür aber unbedingt vorher das Buch lesen. Der Hype bestand ja bereits, also warf ich meine Zweifel hinsichtlich der vielen Klischees, die ich befürchtete, einfach über Bord und vertraute darauf, dass sich so viele begeisterte LeserInnen nicht irren könnten. Nun ja. Meine Befürchtungen waren durchaus begründet und letztendlich habe ich die Reihe nach dem zweiten Band abgebrochen. Ich bereue trotzdem nicht, dass ich dem Hype und Film nachgegeben habe.
Meine Beziehung zu Stephen King war sehr lange von Vorurteilen geprägt. Ich war jahrelang fest überzeugt, dass jemand, der so schnell so viel schreibt, gar nicht gut schreiben könne. Es erschien mir unmöglich, dass King ein guter Schriftsteller sein sollte. Meine Mutter hingegen mochte King schon so lange, wie ich mich erinnern kann. „ES“ stand Jahr um Jahr im Wohnzimmer auf Augenhöhe im Bücherregal und grinste mich an. Obwohl ich mich weigerte, das Buch zu lesen, zog es meine Augen nahezu magisch an (das ist übrigens bis heute so). Ich wusste, worum es darin ging, weil Mama mir die Geschichte im Groben erzählt hatte. Ich wusste auch, dass das Monster häufig als Clown auftrat, was meinen Entschluss, es nicht zu lesen, nur noch weiter festigte, denn ich habe schreckliche Angst vor Clowns. Außerdem hatte sie mir auch erzählt, dass ihr „ES“ Albträume beschert hatte. Kurz: ich war fest überzeugt, es niemals zu lesen. Als ich älter wurde, wurde mir jedoch irgendwann bewusst, dass „ES““ eines DER großen Werke von King ist, die alle Welt großartig findet. Gruselig, ja, aber eben auch hoch gelobt und von seinen Fans geliebt. Ich begann, an meinem eigenen Entschluss zu zweifeln. Wann immer ich mit jemandem sprach, der/die Romane von King gelesen hatte, hörte ich ausschließlich Lob. Das musste irgendwie begründet sein und eigentlich war ich ja auch kein kleines Kind mehr. Ich schätzte das Risiko, dass ich von einem Buch Albträume bekommen könnte, immer geringer ein und eines schönen Tages war es dann soweit: ich lieh mir „ES“ von meiner Mutter aus. Ohne die Begeisterung, die an mich herangetragen wurde, hätte ich das vermutlich niemals getan. Jetzt im Nachhinein sehe ich, wie dumm es war, Stephen King aufgrund von Vorurteilen keine Chance einräumen zu wollen. Er schreibt großartig. „ES“ hat mir zwar tatsächlich solche Angst eingejagt, dass ich Albträume hatte, aber es ist auch ein fabelhaftes Buch. Trotzdem möchte ich es nicht hier haben. Meine Mutter hat es mir angeboten, aber ich bin der Meinung, dass ich ein Buch, vor dem ich mich so sehr gefürchtet habe, nicht in meiner Wohnung haben sollte. Das mag übertrieben klingen, doch ich bin besorgt, dass die Nähe zu dem Buch weitere Albträume auslösen könnte. Das muss wirklich nicht sein. Man muss ja nichts riskieren. 😉

Was lest ihr im Moment? Hat euch ein Hype schon einmal verführt, ein Buch zu lesen, das ihr eigentlich nie lesen wolltet?

Ich freue mich wie üblich sehr auf eure Geschichten und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Dienstag! 🙂
Alles Liebe,
Elli

Werbeanzeigen
 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Holly Black – The Coldest Girl in Coldtown

„The Coldest Girl in Coldtown“

the coldest girl in coldtown

Autor: Holly Black

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 422

Verlag: Little, Brown Books for Young Readers

Sprache: Englisch

ISBN: 0316213098

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 08.03.2015

Bewertung:

Holly Black ist eine Bestsellerautorin, die es aus irgendeinen Grund erst jetzt in mein Bücherregal geschafft hat. Ich habe keine Ahnung, warum ihre Werke bisher an mir vorbei gegangen sind, denn ihre erste Veröffentlichung „Tithe: A Modern Faerie Tale“ fand bereits 2002 statt. Seitdem war sie sehr fleißig und konnte besonders im Young Adult Bereich Erfolge verzeichnen. Außerdem ist sie eng mit Cassandra Clare befreundet, mit der sie seit letztem Jahr an einer gemeinsamen Fantasy-Serie arbeitet: Magisterium.
„The Coldest Girl in Coldtown“ ist ein Einzelwerk, auf das ich durch Yvos Blog It’s All About Books aufmerksam wurde und von dem ich erst annahm, es sei eine YA Dystopie. Falsch gedacht – es ist Urban Fantasy.

Coldtowns: abgeschottete Städte hinter dicken Mauern. Gefängnisse der Verdammten. Seit bekannt wurde, dass Vampire keine mystischen Sagengestalten, sondern die blutige Realität sind, entstanden diese streng gesicherten Städte auf der ganzen Welt. Käfige für uralte Bestien, die ebenso tödlich wie glamourös sind. Aber sie sind auch ein Zufluchtsort für Aussteiger, frustrierte Jugendliche und all diejenigen, die sterben wollen, um das Leben zu spüren.
Tana weiß, dass Coldtown gefährlich ist, ganz gleich, was die Medien ihr weismachen wollen. Doch als sie eines Morgens nach einer wilden Party in einem Haus voller Leichen erwacht, ist Springfield der einzige Ort, an den sie gehen kann. Ihr Ex-Freund Aiden ist infiziert und sie selbst – nun, sie weiß es nicht. Dann ist da auch noch der Vampir Gavriel, der ein dunkles Geheimnis zu verbergen scheint. Zu dritt machen sie sich auf den Weg nach Springfield und Tana muss lernen, dass der Unterschied zwischen Jäger und Beute weniger eindeutig ist, als sie dachte…

„The Coldest Girl in Coldtown“ war eine etwas komplizierte Lektüre für mich, weil ich lange nicht richtig wusste, was ich damit anfangen soll. Die alternative Realität, die Holly Black konstruierte, fand ich interessant und glaubhaft, doch ich kam nicht richtig an die Protagonistin Tana heran. Ich hatte keine gute Verbindung zu ihr. Trotz dessen empfand ich das Buch insgesamt als überraschend tiefsinnig, weswegen es letztendlich für vier Sterne reichte.
Ich denke, das zentrale Thema dieses Romans ist die Versuchung. Mithilfe der Vampire erschuf Holly Black für die Menschen eine Möglichkeit, alle gesellschaftlichen Zwänge abzulegen und zu einer rohen, ungefilterten Version ihrer selbst zu werden. Keine Ketten, keine Scham, keine Reue. Eine recht attraktive Aussicht, auch für Tana. Sie weiß, dass sie der Versuchung nicht nachgeben sollte, weil es neben all den augenscheinlichen Vorteilen auch bedeutete, die Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Leider konnte ich bis zum Ende nicht vollständig nachvollziehen, wie genau Tana über die Vampire denkt. Anfangs ist sie fasziniert von ihnen, doch im Laufe der Geschichte ändert sich das. Ich habe nicht mitbekommen, wann das passiert ist und wodurch es ausgelöst wurde. Holly Black hat mich nicht daran teilhaben lassen. Auch fiel es mir schwer, zu verstehen, warum Tana nach dem Blutbad im Haus ihrer Freunde überhaupt nach Springfield fährt, statt die Polizei zu rufen. Dafür gab es eigentlich keinen rationalen Grund. Doch ich bin bereit, dieses Verhalten einfach ihrem Schockzustand zuzuschreiben und es damit gut sein zu lassen.
Die Vampire selbst sind kurz gesagt Monster. Blutrünstig, kaltherzig, skrupellos. Spitzenprädatoren aus dem Bilderbuch. Ich fand sie äußerst überzeugend, da sie wunderbar eine weitere zentrale Frage transportieren: warum sind Monster für uns so reizvoll? In diesem Zusammenhang gefiel mir auch die mediale, finanzielle Ausschlachtung der Vampire sehr gut. Ich halte dieses Verhalten der Medien für realistisch. Es sieht ihnen ähnlich, blutgierige Unsterbliche zu Superstars zu machen und sie bis zur Grenzwertigkeit zu vermarkten. Holly Black bewies hier eine treffende, scharfe Sichtweise auf bestimmte Mechanismen unserer Gesellschaft.
Mein Lieblingscharakter des Buches war eindeutig Gavriel. Er ist verrückt. Wirklich. Total irre. Ich hatte das Gefühl, als kenne nur er allein ein delikates Geheimnis, das ihm gegenüber allen anderen einen Vorteil verschafft. Als bewege er sich auf einer völlig anderen Ebene des Seins. Zwar sind auch all die anderen Charaktere auf ihre eigene Art Freaks, aber Gavriel toppt sie alle.

„The Coldest Girl in Coldtown“ ist ein interessanter YA-UF Roman, der mich in verschiedenen Punkten positiv überrascht hat. Holly Black ist eine bemerkenswerte Autorin, von der ich gern noch mehr lesen möchte. Sie macht mich neugierig, weil ihre Art zu schreiben nicht das übliche YA-Wischiwaschi ist. Sie scheut sich nicht, blutige Details zu beschreiben und behandelt ihre Charaktere als vollwertige Individuen, die mehr zu bieten haben als nur oberflächliche Klischees.
Ich denke, „The Coldest Girl in Coldtown“ ist die richtige Lektüre für LeserInnen, die die Nase voll haben von kitschigen, romantischen Young Adult Urban Fantasy Romanen und es lieber handfest mögen. Holly Black beweist, dass nicht nur Männer derbe Urban Fantasy schreiben können. Lasst ihr euch auf ihre Welt ein, werdet ihr merken, wie verlockend die Versuchung des Monströsen sein kann.

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

14. 01. 2014 – Leseentscheidungen

Als ich mich heute morgen auf den Weg zur Uni machte, wusste ich bereits, dass ich „The Day of the Locust“ im Laufe des Tages auslesen werde. Interessant ist die Entscheidung, die ich bezüglich meiner nächsten Lektüre traf. Eigentlich wollte ich mir wie angekündigt „City of Ashes“ vornehmen. Ich entschied mich jedoch dagegen und packte „Für eine Handvoll Bisse“ (Chicagoland Vampires #7) von Chloe Neill in meinen Rucksack. Wieso? Zum Einen ist das Buch kleiner und dementsprechend leichter als der zweite Band der „The Mortal Instruments“-Reihe. Zum Anderen hatte ich das dringende Bedürfnis, mal wieder ein Buch auf Deutsch zu lesen, nachdem ich nun am Stück drei englische gelesen habe. Zwar fällt mir das Englische leicht und beeinflusst meinen Lesefluss kaum, aber ich hatte das Gefühl, unbedingt mal wieder etwas lesen zu müssen, bei dem ich absolut nicht nachdenken muss. Brain Candy. Natürlich bin ich auch neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte der Vampire aus Chicago, aber das war nicht der Hauptgrund, denn auf die Fortsetzung von Clarys und Jaces Schicksal bin ich genauso gespannt. Das heißt, meine letzten Bücher haben maßgeblich meine Entscheidung für den nächsten Lesestoff beeinflusst. Wer kann es mir übel nehmen nach „The Grapes of Wrath“ und „The Day of the Locust“?

Was mich vor allem interessiert, wie trefft ihr diese Entscheidung? Nach welchen Kriterien sucht ihr die nächste Lektüre aus? Spielt für euch das Gewicht eines Buches eine Rolle, wenn ihr viel unterwegs seid? Hinterlasst mir in den Kommentaren mit Verweis auf das Datum (also der 14.01.2014) eure Antworten, ich freue mich sehr darauf, von euren Erfahrungen und Gewohnheiten zu lesen! 🙂

++ACHTUNG: Dieser Beitrag wurde übertragen. Erstellungsdatum ist der 14.01.2014!++

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Cassandra Clare – City of Ashes

„City of Ashes“

Reihe: The Mortal Instruments #2

Autor: Cassandra Clare

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 411 Seiten

Verlag: Walker Books

Sprache: Englisch

ISBN: 1406307637

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 20.01.2014

Bewertung:

Nachdem ich Verfilmung des ersten Bandes der „The Mortal Instruments“ – Reihe („City of Bones“) gesehen hatte, war ich so neugierig auf den zweiten Band, „City of Ashes“, dass ich nicht mehr warten wollte und ihn direkt bei amazon bestellt habe. Wir erinnern uns: „City of Bones“ bekam von mir eine 3 – Sterne – Bewertung; ich war unzufrieden mit der Konstruktion der Charaktere, weil sie meiner Meinung nach nicht genug Tiefe aufweisen, obwohl mir die actiongeladene Story gefiel.

In „City of Ashes“ geht es ähnlich aufregend weiter: nachdem Valentine den Mortal Cup stehlen konnte, richtet sich sein Interesse nun auch auf den zweiten Gegenstand der Mortal Instruments, das Seelenschwert (Soul-Sword). Dafür ist er bereit, über eine Menge Leichen zu gehen. Wieder liegt es in Jace und Clarys Händen, ihren Vater aufzuhalten, da der Rat der Schattenjäger (The Clave) nicht gewillt ist, energisch einzuschreiten und ihnen stattdessen Steine in den Weg wirft. Zusammen mit ihren Freunden müssen sie sowohl gegen Valentine als auch gegen die starren Strukturen der Welt der Schattenjäger kämpfen. Dabei offenbart sich, dass in Clary und Jace weit mehr steckt, als es auf den ersten Blick erscheint.

Die „The Mortal Instruments“ – Reihe ist eine der merkwürdigsten Serien, die mir je untergekommen sind. Cassandra Clares Ideen sind innovativ und frisch, aber die Umsetzung lässt wirklich zu wünschen übrig. Daher ist es recht schwierig, eine ausgewogene und angemessene Bewertung vorzunehmen, die beide Aspekte beinhaltet. Ich habe mich für 2 Sterne entschieden, weil ich einerseits die Handlung spannend finde, andererseits aber meine Hoffnungen bezüglich der Verbesserung der Figuren enttäuscht wurden. Es ist wirklich schade, dass Clare anscheinend nicht in der Lage ist, die Story in ein logisches und nachvollziehbares Universum mit eigenständigen, starken Charakteren einzuflechten. In „City of Ashes“ begegnet der Leser erneut vielen sogenannten „Downworldern“ (Feen, Werwölfe, Vampire, Hexenmeister), die von den Schattenjägern als minderwertig erachtet werden; mir erschließt sich jedoch immer noch nicht, wieso. Meines Erachtens nach haben „Downworlder“ eindeutig die besseren Fähigkeiten. Die Schattenjäger haben im Grunde nichts, was ihr Überlegenheitsgefühl rechtfertigt, sie haben in der Regel keine nennenswerten Begabungen. Ich begreife nicht, was sie so außergewöhnlich macht und ich begreife auch nicht, wieso Clare sie nicht besser ausgestattet hat, schließlich sind die Schattenjäger diejenigen, die unsere Welt vor Dämonen schützen sollen. Das bringt mich direkt zum nächsten Punkt: warum sind es nur Schattenjäger, die gegen Dämonen kämpfen? Angesichts der Tatsache, dass auch alle „Downworlder“ ein Teil unserer Welt sind, ist es einfach nicht logisch, dass sie sich anscheinend keinen Deut darum scheren, ob Dämonen unsere Dimension infiltrieren. Sie müssten genauso unter den Konsequenzen leiden wie die Menschen; kam denn noch kein Übernatürlicher auf die Idee, sich am Kampf zu beteiligen? Die „Downworlder“ untereinander pflegen außerdem anscheinend eine gleichgültige Koexistenz, von der mehr als klischeehaften Rivalität zwischen Werwölfen und Vampiren einmal abgesehen. Somit wird deutlich, woran es in der „The Mortal Instruments“ – Reihe mangelt: Logik. Cassandra Clare stellt den Leser viel zu oft vor vollendete Tatsachen, sie erklärt wenig und bringt die verschiedenen Aspekte ihres Universums nur selten in einen nachvollziehbaren Zusammenhang. Auf mich wirkte es, als hätte die Autorin sich nicht die Mühe gemacht, ihre Welt bereits VOR dem Schreiben zu konstruieren; eher ist es, als hätte sie versucht, während des Schreibens all ihre Ideen auf Biegen und Brechen unter einen Hut zu bringen, ohne sich jemals die wohl wichtigste Frage zu stellen: wieso. Leider weitet sich dieser Mangel an Logik auch auf die Charaktere aus; ihre Handlungen und Reaktionen sind für mich nicht immer verständlich, obwohl Clare sich hier weit mehr Mühe gegeben hat, Kohärenz herzustellen. Erstaunlicherweise blockiert sie sich selbst, indem sie ihre Figuren als absolute Stereotypen darstellt; wie sich deren Verhalten äußert und ob es zur Handlung passt, ist hingegen nicht von Belang. Regelrecht entsetzt war ich davon, dass „City of Ashes“ tatsächlich weiterhin die Liebesbeziehung zwischen Clary und Jace thematisiert. Ich konnte kaum fassen, dass diese inzestuöse Verbindung weiterhin behandelt wird; wir sprechen hier immerhin über ein Buch für junge Leser, ich bin absolut davon überzeugt, dass so ein Tabu in dieser Art und Weise hier aus äußerst naheliegenden Gründen nicht angesprochen werden sollte. Es ist NICHT die Aufgabe einer Autorin von Urban Fantasy – Romanen, ihren jugendlichen Lesern zu vermitteln, dass eine amouröse Beziehung zwischen Bruder und Schwester akzeptabel wäre. Dabei ist völlig hinfällig, ob sich in den weiteren Bänden rausstellen sollte, dass die beiden doch nicht verwandt sind, wie ich es vermute. Es geht rein darum, dass die Einstellung zu dieser Thematik, die sie mit „City of Ashes“ veröffentlich hat, nicht in Ordnung ist und eine fehlerhafte Ausrichtung ihres moralischen Kompasses vermittelt.

Zusammenfassend rettet sich „City of Ashes“ nur durch die wirklich fesselnde Handlung, alle anderen Punkte weisen gravierende Mängel auf. Ich gestehe, ich bin überrascht von mir selbst, dass ich überhaupt bereit bin, die Folgebände zu lesen. Vielleicht hoffe ich immer noch auf eine Verbesserung von Cassandra Clares Fähigkeiten als Autorin. Ich kann den zweiten Band der „The Mortal Instruments“ – Reihe nur an Leser weiter empfehlen, die bereit sind, zu Gunsten einer guten Handlung auf runde Charaktere und ein logisches Universum zu verzichten. Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen; der Hype, der um diese Bücher besteht, ist für mich nach zwei Bänden jedoch völlig unverständlich.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 26. Januar 2014 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

Schlagwörter: , , , , , , ,

Cassandra Clare – City of Bones

„City of Bones“

Reihe: The Mortal Instruments #1

Autor: Cassandra Clare

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 442

Verlag: Walker Books

Sprache: Englisch

ISBN: 1406307629

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 02.01.2014

Bewertung:

Der Büchermarkt wird aktuell regelrecht überschwemmt mit Romanen aus dem Urban Fantasy – Genre. Ganze Verlage haben sich auf oft als Reihe angelegte Unterhaltungsliteratur spezialisiert, die die Realität der Stadt mit einer übernatürlichen Handlung verbindet. Gewürzt wird das Ganze meist mit einer ordentlichen Portion Romantik, um die weibliche Zielgruppe voll und ganz zufrieden zu stellen. Selbstredend, dass nicht alle diese Bücher und Reihen lesenswert sind. Aus diesem Grund bin ich um die „The Mortal Instruments“-Reihe von Cassandra Clare lange herumgeschlichen, trotz vieler überschwänglicher Rezensionen und der Verfilmung des ersten Bandes „City of Bones“ im August letzten Jahres. Ich fürchtete, dass Handlung und Charaktere den bekannten Klischees über das Genre unterworfen sind: ein Mädchen, das nicht weiß, wie hübsch sie ist, trifft auf den klassischen „Bad Boy“ und mutiert dann an seiner Seite im Kampf mit übernatürlichen Kräften zur Heldin, wodurch er sich unsterblich in sie verliebt. Ausschlaggebend für meine Entscheidung, es doch mit „City of Bones“ zuversuchen, war letztendlich die bereits erwähnte Verfilmung. Da ich vorhabe, mir den Film anzuschauen, wollte ich sicher gehen, dass ich im Voraus die Romanvorlage kenne, um eine Vergleichsmöglichkeit zu haben.

Meine Befürchtungen lagen nicht so weit abseits der Realität, tatsächlich weißt die Handlung viele Parallelen zum Klischee auf: Die 15-jährige Clarissa „Clary“ Fray wird von heute auf morgen in die Welt des Übernatürlichen katapultiert, als sie zufällig in einem New Yorker Club die Exekution eines Dämons durch sogenannte Schattenjäger beobachtet. Gleichzeitig ist dieser Zufall ihre erste Begegnung mit Jace, der schon von Kindesbeinen an in diese Welt hineingewachsen ist. Am folgenden Tag wird Clarys Mutter entführt und Clary selbst von einem Dämon angegriffen; Clary muss sich den Schattenjägern anschließen, um ihre Mutter zu retten und herauszufinden, welche Verbindung zwischen ihr selbst und der übernatürlichen Welt besteht. Sie muss sich der Wahrheit über ihre Wurzeln stellen; an der Seite von Jace begibt sie sich auf die nervenaufreibende und gefährliche Suche nach Antworten, die nicht nur ihr gesamtes Leben verändern werden, sondern auch seines.

Trotz der klischeehaften Rahmenhandlung gefiel mir die Storyline des ersten Bandes von „The Mortal Instruments“ recht gut. Die Idee der Dämonenjäger ist zwar nicht neu, doch Clare peppte diesen altbekannten Stoff mit einigen innovativen Ideen auf, die mir so noch nicht begegnet sind. Die 442 Seiten (meiner Ausgabe) sind vollgepackt mit Action, es gibt kaum ruhige Momente und der Leser schlittert mit den Figuren durch eine aufregende übernatürliche Welt, in der Schlaf offensichtlich überbewertet ist. Unglücklicherweise ist es auch diese abenteuerliche Handlung, unter der die Charaktere leiden. Cassandra Clare konnte ihren Ideenreichtum nicht auf ihre Figuren übertragen, dadurch wirken sie etwas flach und vor allem stereotyp. Die beschrieben Ereignisse liegen so dicht beieinander, dass die Story den Charakteren gegenüber immer dominant bleibt und deren Ausarbeitung eindeutig zu oberflächlich geraten ist. Erfrischend ist diesbezüglich nur, dass sich zwischen Clary und Jace keine wirkliche Liebesgeschichte entwickelt (und dies auch nicht möglich ist), wobei ich die Wendung, die zur Veränderung ihrer Beziehung führt, fast schon zu dramatisch fand.

Zusammenfassend ist der erste Band der „The Mortal Instruments“-Reihe etwas für Freunde von Urban Fantasy aus der Sparte Young Adult. Die Geschichte ist für junge Leser geschrieben, daher kann man als Liebhaber des Genres der Autorin die fehlende Tiefe der Charaktere verzeihen. Erwachsene, die facettenreiche und tiefgründige Figuren erwarten, sollten allerdings die Finger von der Serie lassen.

Nach der Lektüre von „City of Bones“ stand ich abschließend vor der Frage, ob ich bereit bin, Cassandra Clare noch eine Chance zu geben und auch den zweiten Teil der Reihe, „City of Ashes“, zu lesen. Ich habe mich dafür entschieden, weil ich darauf hoffe, dass die Defizite der Charaktere im Verlauf der Geschichte aufgehoben werden und ich Clares Figuren besser kennenlernen kann. Ich freue mich bereits darauf, meine Eindrücke vom nächsten Band hier zu besprechen und mit euch zu teilen!

 
 

Schlagwörter: , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: