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Schlagwort-Archive: Bret Easton Ellis

Jahresrückblick 2018: Vom Spaß mit Statistiken, dem Kampf gegen die Durchschnittlichkeit und plüschigen Helden

Hallo ihr Lieben!

Tatatataaaa! Es ist geschafft! Der Jahresrückblick 2018 ist endlich fertig! Die Zusammenfassung meines vergangenen Lesejahres war wie immer eine Mammutaufgabe, die mich wieder einmal viel länger in Anspruch nahm, als ich eigentlich plante. Jedes Jahr unterschätze ich, wie viel Zeitaufwand dieser Rückblick erfordert. Aber: es ist mir noch im Januar gelungen, ihn fertigzustellen und ich freue mich sehr, ihn euch heute präsentieren zu können! Eigentlich wäre heute ja die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise dran, doch da diese aus privaten Gründen ausfällt, dachte ich, ich nutze die Gelegenheit, um meinen Jahresrückblick einen Tag vorzuziehen. 😉

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Verfasst von - 28. Januar 2019 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Cecelia Ahern – The Gift

2018 habe ich mir vorgenommen, in der Weihnachtszeit endlich mal Weihnachtsbücher zu lesen. Da es mir immer schwerer fällt, Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, hoffte ich, dass mir weihnachtliche Geschichten dabei helfen könnten. „The Gift“, ein Buch der Bestsellerautorin Cecelia Ahern, war eine naheliegende Wahl, denn es spielt nicht nur in der Weihnachtszeit, sondern befindet sich auch auf der Liste der modernen Klassiker der Bücherkultur-Challenge. Wie praktisch. Cecelia Ahern gehört sonst nicht zu meinen bevorzugten Autor_innen, weil ich sie in die Chic-Lit-Ecke sortiere, aber angesichts dessen, dass ich ihren Erfolgsroman „P.S. Ich liebe dich“ unerwartet gut fand, wollte ich es trotzdem mit „The Gift“ probieren.

Lou Suffern ist ein Überflieger. Er wohnt in einem eindrucksvollen Haus, fährt einen schnittigen Sportwagen und ist äußerst erfolgreich in seinem Beruf. Mit seiner Ehefrau Ruth hat er zwei bildhübsche Kinder. Doch sein rasanter Aufstieg der Karriereleiter fordert Opfer. Täglich kämpft Lou gegen die Uhr, um immer der Erste, der Beste zu sein. Er führt ein Leben auf der Überholspur und vernachlässigt für seine ehrgeizigen Ambitionen seine Familie. Bis er eines Tages kurz vor Weihnachten einem Obdachlosen einen Kaffee spendiert. Der Mann stellt sich als Gabe vor. Seine bemerkenswerte Auffassungsgabe imponiert Lou. Er besorgt ihm einen Job in der Poststelle seiner Firma. Diese Entscheidung beginnt er schnell zu bereuen. Gabe drängt sich nachdrücklich in sein Leben; ständig schaut er Lou über die Schulter, nervt ihn mit kryptischen Ratschlägen und wie gelingt es ihm eigentlich, an zwei Orten gleichzeitig aufzutauchen? Lou fühlt sich von Gabe bedroht. Er missversteht seine Absichten. Aber er wird verstehen. Schon bald. Denn Gabe macht Lou das wichtigste Geschenk überhaupt: Zeit.

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Bret Easton Ellis – American Psycho

„American Psycho“ von Bret Easton Ellis ist einer der weltweit umstrittensten Romane aller Zeiten. In Deutschland erschien das Buch 1991, 1995 setzte es die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index. Über 5 Jahre war es nicht frei erhältlich, bis der Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi) vor dem Oberverwaltungsgericht gegen die Indizierung klagte und gewann. In Australien und Neuseeland müssen Käufer_innen bis heute mindestens 18 Jahre alt sein. Ellis erhielt Morddrohungen, wurde massiv angefeindet und musste sich Misogynie und Sadismus unterstellen lassen. 27 Jahre später ist die Aufregung abgeebbt und „American Psycho“ hat seinen Weg in die Popkultur gefunden. Obwohl er ein Geschöpf der 80er Jahre ist, treffen die vom Protagonisten Patrick Bateman verkörperten gesellschaftlichen Entwicklungen den modernen Zeitgeist. Bateman ist eine Ikone, ein Halloween-Kostüm. Höchste Zeit, ihn kennenzulernen.

Patrick Bateman verbirgt sein wahres Gesicht nicht. Er hat es nicht nötig, sich zu verstecken. Perfekt in der belanglosen Unpersönlichkeit seiner Existenz eingerichtet frönt er seinen abscheulichen Neigungen, ohne fürchten zu müssen, entdeckt zu werden. Er mordet. Er foltert. Die dünne Fassade, die seinen Wahnsinn von seinem Leben als erfolgreicher Banker an der Wall Street trennt, reicht aus, um sein Umfeld zu täuschen. Geblendet von seinem makellosen Körper, seinem teuren Haarschnitt, seiner vollendeten Garderobe und dekadenten Restaurantbesuchen vermutet niemand, was Pat Bateman in Wahrheit ist: ein Schlächter, ein Psychopath. Niemand ahnt, dass sich mitten unter ihnen ein Monster in der Sicherheit der Anonymität eingegraben hat…

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Verfasst von - 30. Oktober 2018 in Horror, Rezension

 

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[TAG] The Book Courtship

the book courtship tag

Hallo ihr Lieben! 🙂

So langsam mausert sich der Donnerstag zum TAG-Tag. Hihi. 😀 The Book Courtship TAG habe ich bei Duncelbunte Zeiten gefunden und ich fand ihn so putzig, dass ich einfach mitmachen wollte. Außerdem hat mich später die liebe Nina vom Blog Book Blossom auch noch getaggt, das heißt, jetzt muss ich quasi teilnehmen. 😉

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Verfasst von - 22. Oktober 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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27. 01. 2015 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! 😀 Ich muss sagen, mittlerweile freue ich mich immer richtig darauf, zu lesen, in welchen Büchern eure Nasen zur Zeit stecken. Für mich selbst ist es auch irgendwie wichtig geworden, weil es eine tolle Gelegenheit ist, schon vor der Rezension zu einem Buch meine Gedanken zu ordnen. Die Aktion wird abwechselnd von Schlunzen-Bücher und Weltenwanderer betreut, die Fragen dieser Woche findet ihr bei Weltenwanderer durch einen Klick aufs Bild.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Sturmwelten“, den ersten Band der Sturmwelten-Trilogie von Christoph Hardebusch und bin auf Seite 437.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Der Anblick der Todsünde allein verbreitete schon genug Schrecken, ebenso wie die schwarze Flagge, sodass viele Schiffe sich widerstandslos ergaben.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Oh man, oh man, oh man. 😀 Es macht ja solchen Spaß, durch die Ozeane der Sturmwelt zu schippern. Ich liebe die Atmosphäre und ich liebe es, dass immer mal wieder solche Sätze fallen wie „Sie ist eine Tochter der See“ oder „Du trägst die See in dir“. Das weckt in mir die Sehnsucht, auch auf einem Schiff anzuheuern und wild, stolz und frei über die Weltmeere zu kreuzen. Glücklicherweise fällt mir immer rechtzeitig wieder ein, dass die heutige Schifffahrt nichts mit meinen romantischen Vorstellungen zu tun hat. 😉
Ich finde es ganz erstaunlich, wie viel Ruhe Christoph Hardebuschs Roman ausstrahlt. Beim Lesen fühle ich mich zutiefst entspannt, selbst wenn die Handlung gerade ziemlich aufregend ist. Vermutlich liegt es daran, dass Hardebusch sich viel Zeit genommen hat und seine Trilogie sehr bedächtig beginnt. Er führt seine LeserInnen ganz gemächlich in seine Welt ein und lässt sie die sehr unterschiedlichen Hauptcharaktere in Ruhe kennenlernen. Erst jetzt, nach über der Hälfte, wurde zum ersten Mal das schwarze Schiff vom Klappentext erwähnt. Mir gefällt das sehr gut, denn mal ehrlich, in einer Trilogie mit rund 1.700 Seiten ist Eile unnötig. Kein Grund, den Spannungsbogen direkt zu Beginn explodieren zu lassen und schon alles Pulver zu verschießen.
Einen kleinen Kritikpunkt muss ich trotzdem bemängeln, obwohl dieser nicht so schwer ins Gewicht fällt. Ich hätte mir eine ausführlichere Erklärung der Interaktion von Magie und Religion gewünscht. Anscheinend sind die Fähigkeiten von Magiern und Klerikern entgegen gesetzt; Magier können Magie wirken, Kleriker neutralisieren sie. Trotzdem ist die Beziehung zwischen Magiern und Klerikern nicht feindlicher Natur, vielmehr interagieren sie und arbeiten miteinander statt gegeneinander. Das ist wirklich interessant und ein toller Ansatz, aber leider erfährt man all das nur so nebenbei. Am Anfang war ich davon etwas verwirrt und musste erst einmal verstehen, wer jetzt zu welcher Gruppe gehört und was das bedeutet. Ein paar erläuternde Sätze wären hilfreich gewesen. Das ist allerdings wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt, der meinen Spaß nicht mindert – Jammern auf hohem Niveau eben. 😀

Übrigens sieht es ganz gut aus bezüglich des dritten Bandes, der ja vergriffen ist (schaut mal HIER vorbei, wenn ihr die ganze Geschichte lesen wollt). Die eBay-Auktion endet morgen und noch bin ich Höchstbietende! 😀

4. Schreibt ihr euch gerne Zitate aus Büchern ab? Sammelt ihr sie und habt ihr vielleicht sogar ein Lieblingszitat?

Nein, ich schreibe mir keine Zitate aus Büchern ab. Ich sehe darin nicht wirklich einen Sinn, weil ich nicht daran glaube, dass ich mir diese Zitate dann im Nachhinein regelmäßig durchlese. Nicht mal Fotos schaue ich mir in regelmäßigen Abständen an. Also klemme ich mir den Aufwand. Stattdessen markiere ich mir besondere Stellen in Büchern, wenn sie mir sehr gefallen. In Romanen mache ich das in der Regel mit Bleistift und/oder Post-it, bei Sachbüchern kommt auch gern mal der Textmarker zum Einsatz, weil ich denke, ich soll aus dem Buch was lernen, also kann ich auch richtig damit arbeiten. Wenn ich ein Buch dann nach Jahren wieder aufschlage, weiß ich sofort, was mich damals begeistert hat. Als ich z.B. das Zitat aus „Unter Null“ rausgesucht habe, war das überhaupt kein Problem, weil ich es mit Bleistift angestrichen hatte. Erstaunlicherweise helfen mir diese Markierungen aber auch, Textstellen im Gedächtnis zu behalten. Ich erinnere mich dann leichter. Ich weiß bis heute noch, welcher Absatz in „Die Straße“ von Cormac McCarthy mich am meisten beeindruckt hat und ich weiß auch noch, wie wundervoll ich das Gleichnis der ausgestopften Vögel in „Blonde“ von Joyce Carol Oates fand. Das heißt, ich brauche keine physische Zitate-Sammlung, weil ich die Passagen, die mich wirklich begeistern, in meinem Gedächtnis abspeichere. Selbstverständlich nicht auswendig und Wort für Wort, aber ich erinnere mich sehr wohl daran, um was es ging und habe ein ungefähres Gefühl dafür, wo die Stelle im Buch zu finden ist. Mir reicht das. 🙂
Ein wirkliches Lieblingszitat habe ich nicht, aber da ich eben schon Cormac McCarthy erwähnte, möchte ich euch besagten Absatz nicht vorenthalten:

„Im grauen Licht ging er hinaus, blieb stehen und erkannte einen Moment lang die absolute Wahrheit der Welt. Das kalte, unerbittliche Kreisen der hinterlassenschaftslosen Erde. Erbarmungslose Dunkelheit. Die blinden Hunde der Sonne in ihrem Lauf. Das alles vernichtende schwarze Vakuum des Universums. Und irgendwo zwei gehetzte Tiere, die zitterten wie Füchse in ihrem Bau. Geliehene Zeit, geliehene Welt und geliehene Augen, um sie zu betrauern.“
(„Die Straße“, S. 118)

Was lest ihr im Moment? Sammelt ihr Zitate? Welches ist euer liebstes?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Gedanken und Kommentare! 😀

 
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Verfasst von - 27. Januar 2015 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Bret Easton Ellis – Imperial Bedrooms

„Imperial Bedrooms“

Imperial Bedrooms

Autor: Bret Easton Ellis

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 217 Seiten

Verlag: KiWi (Kiepenheuer & Witsch)

Sprache: Deutsch

ISBN: 3462043528

Genre: Realistische Fiktion

ausgelesen am: 08.01.2015

Bewertung:

Ich muss euch an dieser Stelle vorwarnen: diese Rezension wird lang. Ich habe im Vorfeld vier Seiten mit Notizen vollgeschrieben. Zum Vergleich, normalerweise verfasse ich nur eine Seite und komme damit problemlos auf meine durchschnittliche Zeichenanzahl. Nach der Lektüre von „Imperial Bedrooms“ konnte ich spüren, wie mein Hirn auf Hochtouren lief. Ich hatte das Gefühl, jedes Wort, das ich niederschrieb, floss von selbst aus mir heraus. Meine Gedanken überschlugen sich regelrecht; es gibt so viel zu sagen und auch jetzt noch bin ich überzeugt, dass ich längst nicht alle Symbole entschlüsselt habe. Ich hoffe sehr, ihr habt die Geduld, mit mir einen etwas umfangreicheren Ausflug in diesen Albtraum von einem Buch zu machen.

25 Jahre sind vergangen, seit Clay Los Angeles nahezu fluchtartig verlassen hat. Sein Leben ging weiter, von seiner Heimatstadt kam er jedoch nie richtig los. Als Drehbuchautor steht er noch immer in engem Kontakt mit der Glitzer-Glamour-Welt Hollywoods. Jetzt kehrt er wieder einmal zurück und trifft schnell auf einige seiner alten Freunde. Ebenso schnell ergreift auch die alte Angst Besitz von Clay, doch dieses Mal scheint sie begründet zu sein: er fühlt sich verfolgt, ist überzeugt, dass jemand wiederholt in seine Wohnung einbricht, während er nicht da ist. Auch seine neue Freundin Rain kann ihn nicht richtig ablenken, da er weiß, dass sie nur mit ihm zusammen ist, um eine Rolle in einem seiner Filme zu ergattern. Als ein Bekannter aus der Branche tot aufgefunden wird, steigert sich Clays Angst zur Panik. Die Situation spitzt sich zu und Clay muss einsehen, dass sich in 25 Jahren gar nichts verändert hat…

„Imperial Bedrooms“ lieferte mir genau das, was ich erwartet hatte. Es ist ein verstörender, abstoßender, widerlicher Horrortrip, ähnlich wie „Unter Null“, allerdings stechen weniger bestimmte Einzelszenen heraus. Stattdessen ist es das Buch als Ganzes; der Terror ist subtiler, perfider, wie eiskalte Finger, die unter die Kleidung kriechen und einen Schauder verursachen. Ich bin tief enttäuscht von Clay und dem, was aus ihm wurde. In 25 Jahren hat er sich kein bisschen weiterentwickelt, er hat nur alte Eigenschaften und Verhaltensweisen tiefer eingeprägt. All das Potential, das ich in „Unter Null“ noch in ihm sah, ist rückstandslos verpufft. Wie konnte es nur passieren, dass er vom moralischen Anker, der all die Verderbtheit seiner Freunde in Relation setzte, zu einem so ekelhaften, trieb- und impulsgesteuerten Erwachsen wurde? Es gibt einen Begriff, der früher in meinem Freundeskreis Gang und Gebe war für Menschen wie Clay: er ist klatschen geblieben. Er lebt völlig in sich zurückgezogen und hat sich trotzdem extrem weit von sich selbst entfernt, als befände er sich in einem Gefängnis in seinem Kopf. Er schwebt, hat den Kontakt zur Realität, seinem Gewissen, seiner Menschlichkeit und zum Teil auch zu seinem Ich verloren und befindet sich in einem luftleeren Raum; unter ihm der Abgrund, der bereits seine Seele verschlungen hat und nur noch auf seinen Körper wartet. Er konnte seiner Herkunft nicht entfliehen, hatte nicht die Stärke, ihr den Rücken zu kehren und wurde selbst zu einem Monster aus Hollywood. Hollywood – ein Ort, an dem es permanent nur um Macht geht. Clay beherrscht diese Machtspielchen perfekt, allerdings nur von oben nach unten, niemals andersherum, was sich in seiner… nennen wir es mal „Beziehung“ zu Rain deutlich zeigt. Rain ist das perfekte Beispiel für das Scheitern des Feminismus. Um unabhängig zu sein, was in diesem Fall mit „berühmt sein“ gleichzusetzen ist, begibt sie sich unaufhörlich in Abhängigkeitsverhältnisse, was einfach nur paradox ist. Sie versucht, vor sich selbst die Fassade aufrecht zu erhalten, dass sie alles unter Kontrolle hat, aber das ist eine Lüge und sie WEIß es. Sie ist der menschliche Abfall dieses Mikrokosmos, in dem es nicht verwunderlich ist, dass Menschen in alle Einzelteile zerbrechen. Vielleicht können in Hollywood wirklich nur diejenigen überleben, die dort aufgewachsen sind und von skrupellosen Teens zu skrupellosen Erwachsenen wurden, die nicht daran gewöhnt sind, etwas nicht zu bekommen und zu besitzen. Clay hält sich selbst nicht für einen dieser manipulativen Hollywood-Typen – genau das hebt ihn krass von allen anderen ab und macht ihn in meinen Augen noch widerlicher. Natürlich sind einige seiner alten Freunde abscheulich, doch jemand wie beispielweise Rip macht sich zumindest keine Illusionen darüber, wie er wirklich ist. Er belügt sich nicht selbst. Gerade mit ihm hat Clay weit mehr gemeinsam, als er selbst zuzugeben bereit ist. Es gibt eine Szene, in der Bret Easton Ellis unmissverständlich betont, dass Clay freiwillig das Leben gewählt hat, das er führt und kein Stück besser ist als diejenigen, die er früher verurteilte. In dieser meint Trent, der mittlerweile mit Clays Ex-Freundin Blair verheiratet ist, dass Clay es ja eigentlich gar nicht nötig habe, zu arbeiten, weil seine Familie vermögend ist. Dieser Ausspruch hat mir vor Augen geführt, was Clay für eine Entscheidung getroffen hat, denn es ist wahr, er müsste nicht arbeiten, also wieso ging er zurück? Wieso hat er sich selbst über die Kante getrieben und den point of no return erreichen lassen? Nun ist er obsessiv, egoistisch, gewalttätig, vollständig beziehungsunfähig und wird von einer diffusen Angst angetrieben, deren Ursprung er selbst nicht kennt. Ich glaube, seine Angst stammt aus den verschütteten Tiefen seines Ichs; er fürchtet sich davor, eines Tages aufzuwachen und sich eingestehen zu müssen, wie degeneriert sein Leben wirklich ist.

„Imperial Bedrooms“ ist brillant. Es hat mich aufgewühlt und das Karussell meiner Gedanken zum Rotieren gebracht. Bret Easton Ellis schreibt unbarmherzig und hart; seine Romane zu lesen ist, als würde man über Scherben laufen: jede weitere Seite schmerzt mehr als die vorangegangene.
Ich bin nicht sicher, ob man „Unter Null“ lesen muss, um „Imperial Bedrooms“ zu verstehen, denn die Geschichte ist so flach wie die Charaktere, was in diesem Fall allerdings nicht negativ ist. Mehr Tiefgang hätte niemals zu der oberflächlichen Gesellschaft gepasst, die Ellis darstellt. Ich denke, „Imperial Bedrooms“ könnte für sich allein stehen, aber die vollständige Entwicklung des Protagonisten Clay begreift man nur, wenn man „Unter Null“ bereits gelesen hat.
Ich möchte dieses Buch nicht empfehlen. Ich persönlich fand es großartig in all seiner Abscheulichkeit, doch ich weiß auch, dass nicht alle LeserInnen für diese Art von Roman gemacht sind. Ihr müsst für euch selbst entscheiden, ob ihr euch so viel Scheußlichkeit aussetzen wollt.

 
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Verfasst von - 15. Januar 2015 in Realistische Fiktion

 

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06. 01. 2015 – Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen 2

Heute findet Gemeinsam Lesen das erste Mal im Jahr 2015 statt. Irgendwie finde ich das toll und grinse von einem Ohr zum anderen. Vermutlich, weil ich dieses Jahr von Anfang an dabei bin. 😉
Wie ihr mittlerweile sicher bereits auswendig wisst, wird die Aktion von Schlunzen-Bücher und Weltenwanderer im Wechsel betreut. Diese Woche kommen die Fragen von Schlunzen-Bücher, die ihr durch einen Klick aufs Bild findet. 🙂

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Imperial Bedrooms“ von Bret Easton Ellis und befinde mich auf Seite 38 (von schmalen 217).

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Mit einer Schauspielerin, die ich heute Vormittag beim Casting kennengelernt habe, sitze ich jetzt zum Mittagessen an einem Fenstertisch im Comme Ça.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

„Imperial Bedrooms“ ist der Nachfolger von „Unter Null“, das ich vor einigen Jahren gelesen habe. Wie ihr euch vermutlich denken könnt, ist es mein Buch mit „I“ für die ABC-Challenge. 😉
„Unter Null“ ist ein absolut widerwärtiges und abstoßendes Buch, aber eben auch verdammt gut. Menschliche Abgründe at it’s best, hübsch verpackt in der Glitzer-Glamour-Welt Hollywoods der 80er Jahre. Jetzt, 25 Jahre später, kehrt der Protagonist Clay zurück in diesen Sündenpfuhl und muss laut Klappentext feststellen, dass sich gar nichts geändert hat. Ich fand damals schon, dass Bret Easton Ellis einen beeindruckend scharfen Blick auf unsere Gesellschaft hat. Reiche Kids, die einfach alles haben, außer einem moralischen Kompass. Gelangweilt, stumpf, kalt, empathie- und gefühllos. Die Leere im Leben der Figuren hat mir wahrhaft Gänsehaut von Kopf bis Fuß verpasst.
Eine Szene hat mich besonders aus dem Konzept gebracht. In dieser besucht Clay seinen Bekannten (denn von Freundschaft hat in diesem Buch niemand auch nur den blassesten Schimmer) Rip in seinem Apartment. Im Schlafzimmer ist ein 12-jähriges Mädchen ans Bett gefesselt; offenbar wird sie schon seit Stunden immer wieder von verschiedenen Jungs vergewaltigt. Clay ist von der Situation schockiert und verlässt das Zimmer, Rip folgt ihm.

„Ich gehe aus dem Zimmer.
Rip kommt mir nach.
«Warum?» Das ist alles, was ich frage.
«Wie bitte?»
«Warum, Rip?»
Rip macht einen verwirrten Eindruck.
«Warum? Du meinst das da drin?»
Ich versuche zu nicken.

«Warum nicht? Was hast du denn?»
«O Gott, Rip, stell dich nicht so blöd an, das Mädchen ist elf.»
«Zwölf», korrigiert mich Rip.
«Ja, genau, zwölf», sage ich und denke einen Moment lang darüber nach.
«He, guck mich bloß nicht so an, als wenn ich der letzte Arsch wäre. Das stimmt nämlich nicht.»

«Es ist…» Ich gerate ins Stocken.
«Es ist was?» will Rip wissen.
«Es ist… Ich glaube nicht, dass es recht ist.»
«Was heißt hier recht? Wenn du was willst, dann hast du das Recht, es dir zu nehmen. Wenn du was machen willst, dann hast du das Recht, es zu machen.»
Ich lehne mich an die Wand. Ich kann hören, wie Spin im Schlafzimmer stöhnt, und dann das Geräusch einer Hand, die zuschlägt, vielleicht in ein Gesicht.
«Aber du brauchst doch nichts. Du hast doch alles», erkläre ich ihm.
Rip schaut mich an.
«Nein, das stimmt nicht.»
«Was?»

«Nein, das stimmt nicht.»
Daraufhin schweigen wir beide eine Weile, und schließlich frage ich: «Verdammte Scheiße, Rip. Was könnte das denn sein, was du nicht hast?»
«Etwas zu verlieren. Ich habe nichts zu verlieren.»“

(„Unter Null“, Bret Easton Ellis, S. 173)

Diese Szene ist in ihrer ganzen Abscheulichkeit exemplarisch für „Unter Null“. Ich rechne damit, in „Imperial Bedrooms“ ähnlich widerwärtige Szenen vorzufinden, wenn auch auf einer anderen Ebene. In „Unter Null“ war alles überdeutlich gezeichnet, schrill und laut. Ich denke, „Imperial Bedrooms“ wird subtiler sein. 25 Jahre später liegt der Ekel vermutlich tiefer und versteckter. Ich bin gespannt und tatsächlich freue ich mich schon darauf, das Buch am Ende zu rezensieren, weil ich ganz bestimmt eine Menge dazu zu sagen habe.

4. Wir sind nun angekommen in 2015 und wir hoffen ihr seid alle gut, aber nicht zu weit gerutscht 🙂 Lasst doch einmal 2014 Revue passieren, welches Buch oder welche Reihe war euer Highlight und warum?

Diese Fragen habe ich eigentlich schon beantwortet, ich tue es aber gern noch einmal. 🙂 Das meiner Meinung nach beste Buch des Jahres 2014, das ich gelesen habe, war „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel. Die beste Reihe war „Chaos Walking“ von Patrick Ness. Ich könnte jetzt ausschweifend darüber dozieren, warum diese Werke mich so sehr beeindruckt haben, aber ich denke, das muss ich nicht, weil ich sie bereits rezensiert habe. Ich verlinke euch die Rezensionen, dann könnt ihr einen Blick auf meine Gedanken werfen. 🙂
Außerdem möchte ich hier noch mal die Chance nutzen, auf meinen Jahresrückblick 2014 hinzuweisen und schamlos Werbung für diesen Post zu machen. 😀 Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch den Beitrag anseht und mir sagt, was ihr davon haltet.

„Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel
Chaos Walking #1: „The Knife of Never Letting Go“ von Patrick Ness
Chaos Walking #2: „The Ask and the Answer“ von Patrick Ness
Chaos Walking #3: „Monsters of Men“ von Patrick Ness

Was lest ihr im Moment? Welche Bücher waren eure Highlights in 2014?

Ich freue mich wie üblich auf eure Meinungen, Gedanken und Kommentare! 😀

Alles Liebe,
Elli

 
 

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