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Jahresrückblick 2019: Zahlen, Diagramme und ein bisschen Sentimentalität

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich kann es kaum glauben. Mein Jahresrückblick 2019 ist tatsächlich innerhalb der ersten zwei Wochen des Jahres 2020 fertig geworden! Ich finde, das verdient einen Tusch! Es hat sich ausgezahlt, dass ich dieses Mal sehr diszipliniert war und bereits zum Jahresende angefangen habe, mein Resümee zusammenzustellen. Übrigens, laut Duden ist ein Resümee eine „knappe Inhaltsangabe“ oder „kurze Zusammenfassung“. Nun, das ist hier nicht der Fall. Mit „kurz und knapp“ kann ich nicht dienen – wie auch, schließlich soll dieser Rückblick 12 volle Lesemonate statistisch und emotional Revue passieren lassen.

Wie immer habe ich eine zweigeteilte Struktur gewählt, um euch die verschiedenen Facetten meines vergangenen Lesejahrs zu präsentieren. Im ersten Part werden wir 2019 statistisch aufarbeiten und anhand der Fakten ein objektives Fazit ziehen. Dafür habe ich bei Piktochart Infografiken erstellt, die euch mithilfe von Zahlen und Diagrammen einen transparenten Überblick verschaffen. Ich werde jede Kategorie einzeln kommentieren und interpretieren, damit ihr das nötige Kontextwissen erhaltet, um zu verstehen, wie die Statistiken einzuordnen sind. Ich möchte mich im Voraus dafür entschuldigen, dass die Legenden der Diagramme nicht mehr so gut zu lesen sind; das liegt einfach daran, dass Piktochart die Aufmachung veränderte und ich die Schriftgröße leider nicht beeinflussen kann. Ich bemühe mich, Zahlen und Prozentangaben in meinen Diskussionsabschnitten zu erwähnen, damit ihr diese trotzdem kennenlernt. Außerdem werde ich natürlich den Bezug zu den vergangenen Jahren herstellen, denn die entscheidende Frage, die es zu beantwortet gilt, lautet: Wie entwickelt sich mein Leseverhalten?

Im anschließenden zweiten Part machen wir es uns bequem, lehnen uns zurück und lassen 2019 emotional Revue passieren, Popcorn, Chips und Erfrischungen inklusive. Dafür werde ich 30 Fragen beantworten, die ursprünglich von Martina Bookaholics stammen. Seit einigen Jahren bietet sie das Formular nicht mehr auf ihrer Website an, deshalb habe ich auf die alte, bewährte Version von 2016 zurückgegriffen und meinen Header, den ich letztes Jahr erstellt habe, aktualisiert. Ich lade euch in die Kommandozentrale meines Bücherhirns ein; in dem kleinen Büro in einem Nebenraum meines Lektürearchivs wird es für uns alle vermutlich reichlich eng, aber ich habe Kissen und Decken ausgelegt, damit ihr es euch gemütlich machen könnt!

Habt ihr Lust auf einen ausführlichen Ausflug in die jüngste Vergangenheit? Dann klemmt euch die Sepiabrille auf die Nase, lasst euch von einem sentimentalen Harfenthema in die richtige Stimmung bringen und schon starten wir mit meinem Jahresrückblick 2019!

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10 Kommentare

Verfasst von - 14. Januar 2020 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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Montagsfrage: Profis versus Laien?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist mal wieder soweit: die Uhr wurde umgestellt. Meine Güte, wie mich dieses Hickhack nervt. Die Umstellung auf die Winterzeit, die jetzt anstand, ist natürlich immer einfacher zu realisieren als der Wechsel zur Sommerzeit, weil uns ja quasi eine Stunde geschenkt wird, aber grundsätzlich hasse ich dieses Rumspielen an der Uhr. Ich hoffe sehr, dass die EU bald aus dem Knick kommt und wir den Quatsch endlich abschaffen. Voraussichtlich 2021. Als gute EU-Bürgerin habe ich damals brav an der Volksbefragung teilgenommen, es erstaunt mich allerdings, dass die meisten Menschen in der Umfrage angaben, sie möchten die Sommerzeit behalten. Das beliebte Argument, dass es während der Sommerzeit abends länger hell bleibt, hat für mich kaum Gültigkeit, weil ich finde, davon haben wir unter der Woche viel zu wenig. Was nützt es mir, wenn es bis nach 22 Uhr hell ist, ich aber dennoch um 22 Uhr ins Bett muss, um am nächsten Tag pünktlich aufstehen zu können? Stattdessen belastet es mich, wenn ich mich im Dunkeln aus den Federn quälen muss, deshalb ist es mir wesentlich lieber, wenn die Sonne morgens bereits scheint oder sich fleißig bemüht, aufzugehen. Ebenso kann ich besser einschlafen, wenn es abends dunkel ist, also plädiere ich vehement für die Winterzeit.

Das ist übrigens mehr als ein subjektives Empfinden, rein biologisch betrachtet hätte die Sommerzeit auf die meisten Menschen Auswirkungen, die jetzt noch gar nicht vollständig absehbar sind. Die biologische, innere Uhr der Mehrheit der Menschen zeichnet sie tendenziell nämlilch als Eulen aus, das heißt, ihr Körper ist später wach und bereit, in den Tag zu starten und wird demzufolge auch später müde. All diese Menschen müssten im Rahmen der Sommerzeit gegen einen Tagesverlauf ankämpfen, der ihrer inneren Uhr widerspricht: früher aufstehen, obwohl man noch gar nicht wach ist und früher schlafen, obwohl der Tag gefühlt noch gar nicht zu Ende ist. Die Folge ist Schlafmangel, dessen Konsequenzen hinlänglich bekannt sind: Übergewicht, Stimmungsschwankungen und verminderte Leistungsfähigkeit. Wer möchte schon permanent launisch, unkonzentriert und übergewichtig sein? Nein, danke, ich bin für die Winterzeit!
Die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise ist glücklicherweise nicht von Sommer- oder Winterzeit beeinträchtigt, also setze ich mich jetzt an meine Antwort.

Wie sehen sich Buchblogger_innen im Vergleich zu professionellen Literaturkritiker_innen?

Das ist ganz einfach: Literaturkritiker_innen sind Profis, Buchblogger_innen sind Laien. Allerdings handelt es sich bei dieser Unterscheidung meiner Meinung nach nicht um eine binäre Beziehung, wie man sie zum Beispiel im Handwerk vorfindet (Bin ich ein Profi, kann ich die Toilette reparieren, bin ich ein Laie, kann ich es nicht). Buchblogger_innen wird vom Feuilleton immer wieder vorgeworfen, nicht kritisch genug zu sein, mehr Wert auf hübsche Instagramposts als auf schlüssige Rezensionen zu legen und einfach ganz grundsätzlich überhaupt keine Ahnung von Literatur zu haben, sich aber als Expert_innen aufzuspielen. Da mag sogar etwas dran sein. Uns als Buchblogger_innen befähigt meist nichts dazu, Bücher zu besprechen – außer unserer Liebe zum Lesen. Aaaaaaber.

Ich finde nicht, dass wir mit professionellen Literaturkritiker_innen ernsthaft vergleichbar sind. Wir spielen nicht in der gleichen Liga und nicht einmal im gleichen Stadion. Das Feuilleton und Buchblogger_innen bilden gemeinsam ein Spektrum der Literaturkritik ab. Die Profis besprechen Literatur im Rahmen des Kanons. Sie beurteilen Bücher anhand ihres literarischen Wertes und ihrer Bedeutsamkeit. Sie agieren auf einer rein intellektuellen, akademischen Ebene. Diese Herangehensweise hat ihre Berechtigung, denn die Gesamtheit der Leserschaft braucht Profis, um zu erkennen, welche Bücher beispielsweise das Potential besitzen, zur Weltliteratur erhoben zu werden oder – aus aktuellem Anlass – den Literaturnobelpreis zu erhalten. Durchschnittlichen Leser_innen fehlt das Know-How, um echte Qualität festzustellen und es ist wichtig, dass professionelle Literaturkritiker_innen diese Lücke füllen.

Dennoch hat dieser akademische Ansatz einen gravierenden Nachteil: da es normalerweise nur Bücher in das Feuilleton schaffen, die potenziell über das Prädikat „literarisch wertvoll“ verfügen, ist die professionelle Literaturkritik meiner Meinung nach oft zu weit von der Realität vieler Leser_innen entfernt, weil Trivialliteratur ausgeklammert wird. Das entspricht nicht den Tatsachen. Jeder einzelne leseverrückte Mensch, den ich bisher getroffen habe, greift zumindest hin und wieder zu leichter Unterhaltungsliteratur. Ein Kollege von mir orientiert sich in seiner Buchauswahl stark am Feuilleton und liest überproportional viele Klassiker. Doch selbst er braucht manchmal eine Pause von anspruchsvollen Büchern und genehmigt sich dann mit Freuden einen Roman aus der „Star Wars“-Reihe. Andere gönnen sich Krimis, Fantasy oder die berüchtigte Chic-Lit. Die wenigsten dieser Genres werden (abgesehen von seltenen Ausnahmefällen) von der professionellen Literaturkritik bewertet. Und genau da kommen Buchblogger_innen ins Spiel.

Buchblogger_innen besprechen die Bücher, die das Feuilleton als zu banal oder trivial ansieht. Wir beschäftigen uns hauptsächlich mit Unterhaltungsliteratur. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen; es existieren Buchblogs, die sich ausschließlich der Belletristik widmen und der eine oder andere Klassiker und Literaturnobelpreisträger verirrt sich sogar in meine Auswahl. Trotz dessen befassen sich die meisten Buchblogs primär mit Trivialliteratur. Wir lesen und rezensieren die Bücher, die es tatsächlich auf den Nachttisch durchschnittlicher Leser_innen schaffen: die Krimis, die Science-Fiction, die historischen Romane, die romantische Literatur. Damit decken wir das weite Areal des Buchmarktes ab, das die professionelle Literaturkritik meist übergeht. Man kann sich darüber streiten, ob diese Bücher es überhaupt wert sind, besprochen zu werden. Meiner Ansicht nach ist das der Fall, weil nicht die Bücher selbst ausschlaggebend sind. Ich bin fest überzeugt, dass die Motivation für das Schreiben einer Rezension immer andere Leser_innen sind. Jede_r Leser_in verdient es, zu einem Buch, für das er oder sie sich interessiert, eine Einschätzung vorzufinden, ob es sich dabei um ein gutes Buch handelt oder nicht. Lesezeit ist kostbar, niemand sollte diese mit schlechten Büchern verschwenden.

Antonia nennt als Unterschied zwischen professionellen Literaturkritiker_innen und Buchblogger_innen die Diskrepanz in der Objektivität der veröffentlichten Texte. Bis zu einem gewissen Grad gebe ich ihr da recht, ich würde es allerdings anders formulieren. Rezensionen von Buchblogger_innen sind subjektiver, das liegt aber nicht daran, dass wir uns nicht um Objektivität bemühen würden, sondern daran, dass wir eine andere Herangehensweise nutzen. Wir besprechen Bücher nicht (ausschließlich) vom akademischen Standpunkt aus, wir beziehen ihre emotionale Wirkung mit ein. Emotionen sind immer subjektiv. Wieder kann man darüber streiten, wie viel Wert so eine Rezension dann noch hat, meiner Erfahrung nach (sowohl als Leserin als auch als Buchbloggerin) sind es aber gerade die Emotionen der Rezensentin oder des Rezensenten, die helfen, eine Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Buch zu treffen, weil sie entweder ein positives oder ein negatives Leseerlebnis versprechen. Bei meiner persönlichen Buchauswahl nützt es mir wenig, wenn ich weiß, dass ein Buch literarisch wertvoll ist, das ist nicht der entscheidende Punkt. Der entscheidende Punkt ist, ob ich die Lektüre genießen könnte oder meine Zeit verschwende. Deshalb sind die Rezensionen ganz normaler Leser_innen, die sich viel näher an meiner Realität bewegen, für mich meist wertvoller als die Besprechungen im Feuilleton.

Ich glaube nicht, dass eine Konkurrenz zwischen professionellen Literaturkritiker_innen und Buchblogger_innen besteht. Das ist kein Wettstreit. Wir erfüllen ganz einfach unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche. Die Welt ist groß genug für alle. Deshalb verstehe ich die Missbilligung des Feuilletons nicht. Letztendlich machen wir als Buchblogger_innen ebenso wie die einschlägigen Zeitungen lediglich ein Angebot, das man wahrnehmen oder ausschlagen kann. Niemand zwingt hier irgendwen, die URL eines Blogs in den Browser einzutippen. Wer das dennoch tut, weiß, worauf er/sie sich einlässt.

Wie bewertet ihr das Verhältnis von Buchblogs und Feuilleton?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fitten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Buchcommunities?

Hallo ihr Lieben 🙂

Da bin ich wieder. Nach meiner trauerbedingten Pause möchte ich versuchen, langsam wieder in den Blog-Alltag zu starten. Ich danke euch allen für eure lieben Worte und Beleidsbekundungen. Euer Mitgefühl hat mich wirklich berührt und obwohl es mir Chilli natürlich nicht zurückbringt, half es mir sehr, zu wissen, dass ich nicht allein bin. Ich habe mich mittlerweile einigermaßen in meinem neuen Leben ohne Hund eingefunden. Es tut noch immer weh und ich vermisse sie furchtbar, aber ich glaube ganz fest daran, dass sie, wo auch immer sie jetzt ist, glücklich, gesund und munter durch die Gegend springt. Am Samstag haben wir ihre Asche in unserem Park im Rahmen einer kleinen Trauerfeier mit Freunden und Familie verstreut. Sie ist frei. Ich finde Trost in dem Gedanken, dass es für sie jetzt keine irdischen Fesseln mehr gibt und sie gehen kann, wohin sie will. Ich trage sie für immer in meinem Herzen, als Tattoo auf der Haut und bald auch einen kleinen Teil ihrer Asche in einer Kette um meinen Hals. Ich möchte sie stolz machen. Ich bemühe mich, nach vorn zu schauen und mich wieder aufzurappeln. Diese Woche wird es zwar noch keine Rezensionen geben, ich möchte es gemächlich angehen, doch der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise möchte ich mich heute stellen. Schritt für Schritt zurück in die Normalität. Für dich, mein Schatz.

Was haltet ihr von Buchcommunities wie Goodreads oder LovelyBooks?

Huch, das ist ja meine Frage. Na wie gut, dass ich heute Spätschicht habe und erst nachmittags zur Arbeit muss. Ich hoffe, ihr habt ebenfalls etwas Zeit mitgebracht, denn ich habe wirklich einiges zu berichten.

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Montagsfrage: Wie alles begann…

Hallo ihr Lieben! 🙂

Heute möchte ich euch nicht mit Geschichten über meine kranke Prinzessin langweilen. Es gibt nämlich kaum etwas Neues zu berichten. Obwohl ihre letzten Blutwerte erneut keine entscheidende Verbesserung zeigten, haben ihre Ärzte und ich entschieden, die Behandlung mit Ciclosporin noch aufzuschieben, weil ich mir dieses extrem teure Medikament (50ml reichen bei Chillis Gewicht 15 Tage lang und kosten unfassbare 160€) nicht einfach mal so leisten kann und es keine Garantie gibt, dass es ihr helfen würde. Also bleiben wir bei Cortison und üben uns in Geduld.

Da wir dementsprechend weiterhin in der Warteschleife festhängen, möchte ich heute noch vor der offiziellen Montagsfrage von euch erfahren, wie ihr eigentlich Rezensionen zu Klassikern angeht. Ich stehe gerade vor der schwierigen Aufgabe, Herman Melvilles „Moby Dick“ besprechen zu müssen und bin mit der Informationsflut, die meine Recherchen zu Tage brachten, schlicht überfordert. Es gäbe so viel zu erzählen, über Melvilles bewegtes Leben, seinen Einfluss auf die Literatur, die wirtschaftliche, gesellschaftliche und historische Bedeutung des US-amerikanischen Walfangs, über die reale, verhängnisvolle Fahrt der Essex, die Melville dazu inspirierte, seine Pequod auf ihre Unglücksfahrt zu schicken. Wie wählt ihr die Fakten aus, die es in eure Klassiker-Rezensionen schaffen? Wägt ihr ab, was euch interessiert und was wichtig für die Aspekte ist, die ihr in der Besprechung thematisieren wollt oder versucht ihr, so viel wie möglich einfließen zu lassen? Geht ihr auf die Analysen und Interpretationsansätze der Literaturwissenschaft ein? Ich bin wirklich neugierig und würde gern Anekdoten aus eurem Erfahrungsschatz lesen. 🙂

Während ich darauf hoffe, dass ihr euch bereiterklärt, eure Erfahrungen mit mir zu teilen, widme ich mich wie immer zum Wochenstart der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Was hat euch zum Bloggen verleitet?

Der wortmagieblog existiert seit Dezember 2013. Ich habe ihn bewusst als eine Plattform gegründet, auf der ich meine Rezensionen veröffentlichen kann, er war also von Beginn an als Buchblog gedacht. Ich hatte bereits im Oktober 2012 angefangen, gelegentlich Rezensionen zu meinen gelesenen Büchern auf Amazon zu posten, aber irgendwann stellte ich fest, dass ich meine Texte gern einem größeren Publikum zur Verfügung stellen würde. Zu dieser Zeit borgte sich meine Schwester häufig Bücher von mir und verließ sich dabei voll und ganz auf meine Meinung. Sie ließ mich aussuchen, was ihr gefallen könnte oder hörte sich meine Einschätzungen an, um zu entscheiden, was sie lesen mochte, weil sie selbst nicht die Zeit hatte, sich durch die Angebote der Verlage zu wühlen. Mir kam der Gedanke, dass es vermutlich vielen Menschen wie ihr ergeht: Interesse an Literatur, aber keine Zeit, sich wirklich damit zu beschäftigen. Außerdem fand ich heraus, dass es mir Spaß macht, Rezensionen zu schreiben, weil es meine kreative Ader befriedigte und es einige Bücher gab, zu denen ich unbedingt meinen Senf abgeben wollte, im Positiven wie im Negativen. Ich überlegte, dass mir eine eigene Plattform mehr Freiheiten gewähren würde, als Amazon anbot und ich dann auch über andere literaturbezogene Themen texten könnte. So kam es, dass ich im Dezember 2013 kurzentschlossen den wortmagieblog gründete, mitten in der Nacht. Meine ersten Schritte in der Bloggerwelt waren sehr holprig, ich musste erst herausfinden, wie mein Blog aussehen und welche Inhalte er thematisieren sollte. Ich musste meinen eigenen Stil finden und etwas HTML lernen. Das hat eine Weile gedauert, aber irgendwann wusste ich, wie der wortmagieblog aufgestellt sein sollte. Das Ergebnis seht ihr noch heute vor euch. 🙂

Letztendlich führten also eine Summe von Faktoren dazu, dass ich Bloggerin wurde: mein Verlangen, kreativ tätig zu sein, mein Mitteilungsbedürfnis und der Wunsch, anderen Menschen bei ihrer Literaturauswahl zu helfen. Bis heute verstehe ich mich als literarische Vorkosterin und habe Freude daran, meine Liebe zu Büchern zu teilen. Es erfüllt mich und ist für mich ein Weg, mich als Individuum weiterzuentwickeln. Deshalb hat das Bloggen mittlerweile einen festen Platz in meinem Leben und ich gehe davon aus, dass ich es so schnell nicht aufgeben werde. 😉

Wie seid ihr zum Bloggen gekommen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen genialen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 
 

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Montagsfrage: Dein liebster Content?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Immer noch keine Besserung. Wir wissen immer noch nicht, was Chilli fehlt. Der zweite Besuch in der Tierklinik brachte leider keine neuen Erkenntnisse und war stattdessen hauptsächlich beängstigend. Da alle Testergebnisse negativ waren, sie also weder eine weitere Infektion noch eine Autoimmunerkrankung hat, erklärte die Ärztin, sie vermute nun die vergrößerte Milz als Übeltäter. Man müsse überlegen, ob man die entfernt, es gäbe aber keine Garantie, dass ihr das hilft. Dann schickte sie mich und meinen Papa, der mich liebenswürdigerweise begleitete, zurück ins Wartezimmer, wo wir auf die neusten Blutwerte warten sollten. Ich bin fast durchgedreht. Eine OP, bei der Chilli ein wichtiges Organ entfernt wird? In ihrem Alter? In ihrem Zustand? Was heißt das überhaupt? Man kann ohne Milz leben, das weiß ich, doch die Aussicht, dass sie ihr einfach auf gut Glück die Milz herausoperieren könnten, ließ mich beinahe die Wände hochgehen. Als sie uns wieder hereinrief, ruderte die Ärztin glücklicherweise ein Stück zurück. Sie schlug vor, die Milz erst mal zu punktieren, um das Gewebe zu untersuchen.

Das haben wir dann auch gemacht, einen Tag später bekam ich telefonisch die Ergebnisse mitgeteilt. Die Probe sieht nicht nach Tumor aus, was allerdings nicht heißt, dass da kein Tumor ist. Ich bekam den Auftrag, heute wieder bei unserem Haustierarzt Blut abnehmen zu lassen und die Werte an die Klinik zu schicken. Morgen wollen wir dann noch mal telefonieren und entscheiden, wie es weitergeht. Vielleicht noch mal punktieren, vielleicht doch noch mal Cortison in einer immunsuppressiven Dosis. Ich weiß es nicht. Die Ungewissheit macht mich fertig.

Ich sehe Chilli an, erkenne meinen Hund nicht wieder und niemand kann mir sagen, was sie hat. Seit letzter Woche will sie nicht mehr richtig fressen, wir müssen jedes Mal diskutieren. Das kenne ich von ihr nicht. Die Situation belastet mich unheimlich und macht mir große Angst. Ich kann nicht mehr in Ruhe lesen, ich kann mich nicht auf mein Buch konzentrieren. Ich schlafe schlecht. Ich komme mit meinen Rezensionen nicht voran. Ich bin nicht ich selbst. Ich fühle mich wahnsinnig erschöpft. Ich wünschte, das alles wäre endlich vorbei, wir würden endlich herausfinden, was in Chillis Körper los ist. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchhalte. Ich will stark sein für sie, ich will positiv bleiben, aber das ist so unendlich schwer. Ich schleppe mich von Tag zu Tag und versuche, in der Routine des Alltags etwas Trost zu finden. Deshalb gibt es heute trotzdem die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise, denn es bringt nichts, sich in bitteren Gedankenkreisen zu verlieren.

Welche Beiträge verfasst ihr selbst am liebsten?

Da Chilli und ich uns gleich auf den Weg zum Tierarzt machen müssen, bin ich sehr dankbar, dass die Frage diese Woche simpel ist und keine ellenlange Antwort verlangt. Natürlich schreibe ich am liebsten Rezensionen. Mein Blog nahm seinen Anfang mit dem Wunsch, meine Meinung zu Büchern anderen interessierten Leser_innen öffentlich zugänglich zu machen und das ist bis heute das Herzstück meines Auftritts. Ich weiß, dass es Rezensionen recht schwer haben, aber mittlerweile habe ich mir eine treue kleine Leserschaft aufgebaut, die meine Ergüsse liest und mich darin bestätigt, weiterhin Besprechungen zu schreiben.

Es gibt viele Gründe, warum ich gern Rezensionen schreibe. Kurz gesagt finde ich, dass Rezensionen den Buchmarkt bereichern. Nicht alle und vielleicht nicht einmal meine, aber grundsätzlich rechne ich ihnen einen äußerst positiven Effekt zu. Primär unterstützen sie bei der Buchauswahl. Klappentexte sind oft zu nichtssagend, zu kryptisch, zu oberflächlich, um mit ihrer Hilfe eine Entscheidung für oder gegen ein Buch zu treffen. Rezensionen hingegen sprechen Punkte an, die nicht den Inhalt, sondern das Leseerlebnis betreffen, was mich persönlich häufig weit mehr beeinflusst. Liest sich der Schreibstil locker und flüssig? Sind Charaktere und Universum gut ausgearbeitet? Ist die Geschichte originell? Bedient sie Klischees? Antworten auf diese Fragen erhalte ich nicht aus Klappentexten, sondern durch die Erfahrungen anderer Leser_innen.

Als Verfasserin haben Rezensionen darüber hinaus einen unschätzbaren Wert für meine eigenen Leseprozesse. Für mich ist ein Buch nicht mit der letzten Seite abgeschlossen, sondern erst, wenn ich meine Gedanken dazu geordnet ausformuliert habe. Dadurch ermögliche ich mir selbst eine viel intensivere Auseinandersetzung mit dem Gelesenen. Ich konsumiere Geschichten nicht mehr nur, ich beschäftige mich wirklich mit ihnen. Ich hinterfrage und analysiere den Inhalt und dessen Wirkung auf mich als Leserin. Seit ich den Blog führe, reflektiere ich mein Leseverhalten detaillierter und habe unheimlich viel über mich gelernt. Zum Beispiel auch, dass ich auf Knopfdruck kreativ produktiv sein kann.

Außerdem macht es einfach Spaß. Wenn mich die Muse küsst und sich eine Rezension fast von selbst schreibt, weil sich meine Gedanken wunderbar zusammenfügen, ist das beinahe wie ein Rausch. Manchmal entwickeln sich Rezensionen während des Schreibprozesses völlig anders, als ich erwartet hatte und führen mich in mentale Richtungen, die mir vorher nicht bewusst waren. Selbstverständlich gibt es auch Besprechungen, die ich gern Rezensionsschreckgespenster nenne, weil sie schwierig sind und mir einiges abverlangen. Manchmal sitze ich tagelang am selben Text und komme nicht voran. Aber bisher habe ich noch jede Rezension gemeistert und das ist ein großartiges Gefühl. Ich bin stolz auf meine Besprechungen, weil ich denke, dass sie einen gewissen Anspruch erfüllen und anderen Leser_innen wirklich weiterhelfen. Darum werden sie auch in Zukunft den Löwenanteil meines Blogcontents stellen, denn dazu sind Buchblogs meiner Ansicht nach da.

Welche Blogbeiträge machen euch am meisten Spaß?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sonnigen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Wolfgang Herrndorf – Tschick

Rezensionsheader Tschick

Wolfgang Herrndorf beging am 26. August 2013 Selbstmord. Drei Jahre zuvor war bei ihm ein bösartiger Hirntumor (Glioblastom) festgestellt worden. Während dieser drei Jahre führte er ein Blog-Tagebuch namens „Arbeit und Struktur“, in dem er schonungslos offen seine Gedanken zum Alltag mit einer tödlichen Erkrankung festhielt. Ich habe es gelesen. Es war … intensiv. Schmerzhaft. Aber auch witzig und manchmal herrlich belanglos, mit hohem Suchtfaktor. Absolut lesenswert. Herrndorf war ein beeindruckender Mann. Zwischen fatalistisch-makabren Überlegungen, Bestrahlung und Chemotherapie gelang es ihm tatsächlich, zwei Bücher zu verfassen, darunter der hochgelobte Jugendroman „Tschick“. Dieser entstand, weil Herrndorf die grundlegenden Prinzipien der Bücher seiner Jugend modernisieren wollte: Schnell verschwundene erwachsene Bezugspersonen, eine große Reise und ein großes Gewässer. Nun, das große Gewässer ergab mitten in Ostdeutschland wenig Sinn, aber der Rest ist in „Tschick“ durchaus zu finden.

Die Sommerferien sind in vollem Gange und der 14-jährige Maik Klingenberg hat nichts, aber auch gar nichts vor. Seine Mutter ist mal wieder in der Entzugsklinik, sein Vater mit seiner Assistentin auf Geschäftsreise. Maik sitzt vollkommen allein im Haus seiner Familie und bläst Trübsal. Er richtet sich gerade richtig schön im Selbstmitleid ein, als eines Tages ein blauer, verbeulter Lada vor seiner Tür hält und sein Mitschüler Tschick aussteigt. Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichatschow und wohnt in einem Assi-Plattenbau in Hellersdorf. Keine Ahnung, wie der es aufs Gymnasium geschafft hat. Vielleicht Erpressung. Schließlich ist er Russe. Der Wagen ist natürlich geklaut. Und obwohl Maik eigentlich ein anständiger Junge ist, willigt er ein, mit Tschick einfach draufloszufahren. Quer über Deutschlands Landstraßen, durch verlassene oder vergessene Ortschaften, ein Abenteuer, das ihnen haufenweise Ärger einbrockt, ihnen aber auch den Sommer ihres Lebens beschert.

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Montagsfrage: Erfahrungen mit Selfpublishern?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Kennt ihr das Gefühl, ewig in einem Buch festzustecken? So ergeht es mir mit meiner letzten Lektüre „The Red Wolf Conspiracy“ von Robert V.S. Redick, die ich heute Morgen endlich beendet habe. Ich weiß gar nicht, was genau das Problem war. Darüber muss ich noch mal nachdenken, bevor ich die Rezension schreibe. Ich mochte das Buch, aber irgendwie kam ich nur sehr langsam voran. So langsam, dass ich mich jetzt wirklich darauf freue, ein neues Buch aussuchen zu können. Bevor ich meine Bibliothek nach der nächsten Geschichte durchforste, beantworte ich aber erst einmal die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Was sind eure Erfahrungen mit self-publishing Autor_innen?

Hmm, wie fasse ich das am besten zusammen? Über die Jahre, die es meinen Blog nun schon gibt, habe ich definitiv einige Erfahrungen mit Selfpublishern gesammelt, über ganz verschiedene Kanäle. Ich habe Autor_innen kennengelernt, die mir ihr selbstveröffentlichtes Buch persönlich per Mail zur Rezension angeboten haben, ich fand Bücher bei Netgalley, die im Selbstverlag erscheinen sollten (Netgalley ist eine Plattform, die Vorabexemplare zur Rezension anbietet) und ich bin durch Buchcommunities wie Goodreads selbst auf Selfpublisher aufmerksam geworden. Außerdem helfe ich gerade meiner lieben Schwester im Geiste, DarkFairy, ihr erstes Buch im Selbstverlag auf den Markt zu bringen – ich habe mich als Testleserin angeboten und unterstütze sie mit Korrektorat/Lektorat. Dazu wird es in absehbarer Zukunft natürlich einen ausführlichen Bericht geben. 😉

Grundsätzlich bin ich Selfpublishern gegenüber folglich aufgeschlossen, obwohl ich Antonia zustimme, dass es nicht immer ganz einfach ist, mit dieser speziellen Nische des Buchmarktes in Kontakt zu treten. Das liegt meiner Ansicht nach schlicht daran, dass Selbstverleger_innen normalerweise nicht dieselben Mittel für Werbemaßnahmen zur Verfügung stehen, auf die Verlage zurückgreifen können. Wer Lust hat, mal ein bisschen in die Möglichkeiten selbstorganisierter Autor_innen hineinzuschnuppern, sollte unbedingt mal auf der Website von Laura Newman vorbeischauen, die dort sehr detaillierte und offene Dokumentationen ihrer Werbestrategien veröffentlichte (HIER). Ich fand ihre Berichte äußerst interessant. Aber zurück zum Thema. Letztendlich begegnen mir selbstverlegte Bücher auf denselben Wegen wie Bücher, die von einem großen Verlag veröffentlicht wurden. Der Unterschied besteht in der Frequenz. Verlagswerke haben es zweifellos leichter, weil sie mehr oder weniger aggressiv beworben werden, in Verlagsvorschauen auftauchen und die Autor_innen meist einfach bekannter sind. Ein kleines Selfpublishing-Exemplar muss schon verflixt gut sein, um sich daneben behaupten zu können.

Deshalb finde ich das Konzept von Netgalley genial. Dort werden alle Bücher gleichberechtigt angepriesen und man kann sich mit ein bisschen Zeit nach Lust und Laune für eine bunte Mischung von Vorabexemplaren bewerben. Ich gönne mir den Spaß in unregelmäßigen Abständen,  klicke mich durch ihr Angebot und bewerbe mich, wenn Genre, Cover und Inhaltsangabe mein Interesse wecken. Was leider nicht funktioniert, ist, sich ausschließlich Selfpublisher anzeigen zu lassen. Man muss hier also genauso viel Geduld aufbringen wie auf anderen Seiten, zum Beispiel Amazon. Ich kenne keine Plattform, auf der man gezielt nach Büchern im Selbstverlag stöbern kann. Vielleicht wisst ihr da mehr?

Widmen wir uns nun der Qualität. Ich habe dazu natürlich keine Statistik aufgestellt, aber ich denke, rechne ich es hoch, sind selbstveröffentlichte Bücher ebenso oft schlecht oder gut wie Bücher, die bei einem Verlag eine Qualitätsüberprüfung absolviert haben. Das Vorurteil, dass Selfpublisher den Markt sowieso nur mit Mist überschwemmen, der lediglich von Blutsverwandten für gut befunden werden kann, kann ich nicht bestätigen. Einige populäre Autor_innen begannen ihre Karriere als Selbstverleger_innen, darunter Andy Weir, dessen Roman „The Martian“ mit Matt Damon in der Hauptrolle verfilmt wurde und Becky Chambers, deren Debüt „The long way to a small, angry planet“ für unzählige Preise nominiert wurde. Beide kamen letztendlich bei Verlagen unter. Die Art der Veröffentlichung sagt überhaupt nichts über die Qualität der Geschichte aus. Es mag sein, dass selbstverlegte Bücher weniger Feinschliff besitzen und sicher gibt es die berüchtigten Schundromane, die von der Mutti über den grünen Klee gelobt wurden, in Wahrheit allerdings kaum als Brandmaterial taugen, aber es lohnt sich dennoch, sie nicht grundsätzlich abzulehnen. Diamanten findet man nun mal im Dreck. Ich würde jetzt gern konkrete Beispiele nennen, da ich jedoch wenig darüber nachdenke, wie ein Buch erschienen ist, will mir dummerweise nichts einfallen. Ich bin schließlich nicht grundlos stolz darauf, jedem Werk erst einmal dieselbe Chance einzuräumen.

Nichtdestotrotz muss ich zugeben, dass ich Rezensionsanfragen von Selfpublishern mittlerweile sehr kritisch beurteile, vielleicht kritischer, als ich es bei Angeboten von Verlagen tue. Ich nehme diese Anfragen nur noch sehr selten an. Einige ignoriere ich von Vornherein, weil es mich ärgert, wenn mein Blog in diesen Mails gelobt wird, mir dann aber beispielsweise ein Liebesroman angedreht werden soll. Hätte die betreffende Person meinen Blog nämlich aufmerksam gelesen, wüsste sie, dass ich Liebesromane meide. Wer etwas von mir will, sollte sich zumindest die Mühe machen, herauszufinden, ob ich die richtige Adresse dafür bin. Das kommt in den letzten Jahren glücklicherweise nicht mehr oft vor. Allzu ambitionierte Projekte sortiere ich ebenfalls aus, denn ich habe wirklich keine Lust, nach Ankündigungen, man würde „die Fantasy neu erfinden“, enttäuscht zu werden. Ich bin misstrauisch, weil meine Logik mir sagt, wäre das Buch tatsächlich so revolutionär, hätte es doch einen Verlag gefunden. Das ist vermutlich ein bisschen unfair, aber meine Lesezeit ist mir zu kostbar, um sie mit pseudo-originellen Geschichten zu verschwenden. Je länger ich darüber nachdenke, desto deutlicher kristallisiert sich heraus, dass mir wirklich selten selbstverlegte Bücher per Mail angeboten werden, die mein Interesse wecken. Also lehne ich den Großteil ab oder mache mir gar nicht erst die Mühe, zu antworten – immer dann, wenn ich glaube, dass es sich dabei sowieso nur um eine Rundmail handelt, in der lediglich die Anrede angepasst wurde. Ich habe mit Selfpublishern, die ich selbst entdeckt habe, wesentlich bessere Erfahrungen gemacht.

Welche Erfahrungen konntet ihr mit Selfpublishern sammeln?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen grandiosen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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