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Jon Hollins – Fool’s Gold

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Jon Hollins heißt in Wahrheit Jonathan Wood. Das Pseudonym wurde ihm vom Verlag Orbit nahegelegt, um Assoziationen mit seiner Urban Fantasy – Reihe „Arthur Wallace“, die unter seinem echten Namen erschien, zu vermeiden. Es ist nicht so einfach, Informationen über ihn zu finden, denn er besitzt keine Website. Stattdessen managt er seine digitale Präsenz über soziale Netzwerke. Auf Reddit erklärte er anlässlich des Erscheinens seines ersten High Fantasy – Romans, dass dieser eine Hommage an seine Auffassung des Genres ist, in dem es ihm zufolge im Prinzip darum geht, dass Freunde zusammen Abenteuer erleben. Erweitert man diesen klassischen Plot um ausgeklügelte Raubüberfälle in der Tradition von „Ocean’s Eleven“, erhält man „Fool’s Gold“, den Auftakt von Hollins‘ Trilogie „The Dragon Lords“.

Niemand mag Drachen. Im Kondorra Tal sind sich alle einig, dass Drachen fiese, gierige Tyrannen sind, die viel zu hohe Steuern verlangen und zum Spaß die Bevölkerung terrorisieren. Doch die Leute haben auch Angst vor ihnen. Also halten sie still und unterwerfen sich den kriminellen Gesetzen der Drachen. Will hat sich längst damit abgefunden, dass er als einfacher Bauer nichts gegen das Unrecht in Kondorra unternehmen kann. Bis zum Tag des „bürokratischen Missgeschicks“. Von jetzt auf gleich verliert er alles: seine mageren Finanzen, seine Farm, sogar sein Dach über dem Kopf. Verzweifelt flüchtet er in eine Höhle in den umliegenden Wäldern – nur um festzustellen, dass diese besetzt ist. Unversehens steht er den Söldnern Lette und Balur, der Gelehrten Quirk und dem verrückten alten Firkin gegenüber. Am Lagerfeuer tauschen sie ihre Geschichten aus. Getragen von seiner Stimmung rutscht Will versehentlich ein wahnwitziger Vorschlag heraus. Verflucht sei sein verräterisches Mundwerk! Denn welche Person bei gesundem Verstand würde schon ernsthaft erwägen, einen Drachen zu bestehlen?

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Ralph »Sonny« Barger – Hell’s Angel: Mein Leben

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Ich könnte heute nicht mehr sagen, wann mein Interesse am Motorradclub Hell’s Angels begann. Ich gehe davon aus, dass Hunter S. Thompsons literarische Reportage „Hell’s Angels“ großen Anteil daran hatte, die ich las, als ich etwa 20 Jahre alt war. Der exzentrische Journalist reiste in den 60er Jahren mit dem Club. Seine Schilderungen faszinierten mich. Er malte das Bild wilder, unbeugsamer, freiheitsliebender Männer, die sich von niemandem etwas sagen ließen und eigene Gesetze schrieben. Ihre Lebensauffassung brachte meinen eigenen Freiheitsdrang, der in meiner Jugendzeit stark ausgeprägt war, zum Singen. Ich sah in ihnen moderne Piraten, Rebellen und fühlte mich zu ihren Idealen hingezogen.

Es dauerte Jahre, bis ich bereit war, einzusehen, dass meine romantischen Vorstellungen der Hell’s Angels vollkommen verklärt waren. In den Medien häuften sich Berichte von kriminellen, mafiaähnlichen Strukturen, schweren Straftaten wie Zuhälterei, Drogen- und Waffenhandel und blutigen Fehden, die nicht selten in Rachemorden gipfelten. Ich fühlte mich desillusioniert und enttäuscht. Diese Nachrichten hatten nichts mit der sympathischen Bande ruppiger Aussteiger zu tun, die ich in „Hell’s Angels“ kennengelernt hatte. Heute weiß ich, dass ich das immense kriminelle Potential des Clubs, das sich bereits in den 60ern andeutete, einfach ignorierte. Ich wollte es nicht sehen.

Mit der Erkenntnis kam die Ernüchterung. Je öfter ich Nachrichten sah oder las, die die gewalttätigen oder illegalen Exzesse der Hell’s Angels dokumentierten, desto weniger verstand ich, wie aus einem Haufen Verlierer, die der Gesellschaft freiwillig den Rücken gekehrt hatten, eine strikt organisierte, globale, kriminelle Vereinigung werden konnte. Diese Frage beschäftigt mich noch immer. Deshalb nahm ich mir im Februar 2019 die biografischen Aufzeichnungen des Mannes vor, der es meiner Ansicht nach am besten wissen musste: Ralph »Sonny« Barger, Gründungsmitglied und langjähriger Präsident der Hell’s Angels.

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Nicholas Eames – Bloody Rose

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„The Band“ von Nicholas Eames ist keine traditionell fortlaufende Buchreihe. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und erzählt eine eigenständige Geschichte. Was sie dennoch verbindet, neben Setting und wiederkehrenden Charakteren, ist das Thema Musik. Die ursprüngliche Idee, High Fantasy und Rock zu kombinieren, überfiel Eames, während er inspiriert von „Ready Player One“ die Band Rush hörte, die in ihrem 70er Jahre Progressive Rock fantastische Motive verarbeitete. Er drehte den Spieß um und schrieb „Kings of the Wyld“ – ein hervorragender High Fantasy – Roman und eine Liebeserklärung an Rockbands der 70er wie Led Zeppelin oder Pink Floyd. Der zweite Band „Bloody Rose“ brauchte demzufolge ebenfalls einen Bezug zur Musik. Eames entschied sich für 80er Jahre Rock. Denkt an Guns N‘ Roses, Journey und natürlich Cyndi Lauper, denn Girls just want to have fun!

Tam wird sterben. Vor Langeweile. Wenn sie nicht bald aus Ardburg rauskommt, wird sie eingehen und einfach vertrocknen, vollkommen egal, wie vielen berühmten Söldnerbanden sie im Cornerstone Bier serviert. Wie gern würde sie dazugehören, Abenteuer erleben, in den Arenen stehen, Jungfrauen retten. Ein Mädchen braucht Spaß! Deshalb überlegt sie nicht lange, als sich ihr eine einmalige Chance bietet. Fable ist in der Stadt! Bloody Rose und ihre Bande suchen einen neuen Barden, weil der letzte… nun ja, mit Söldnern zu reisen ist eben gefährlich. Tam schnappt sich ihre Laute, beweist, dass sie das musikalische Talent ihrer Mutter erbte und ist plötzlich Mitglied der populärsten Bande im ganzen Heartwyld! Sie kann ihr Glück kaum fassen. Kopfüber stürzt sie sich in das aufregende Leben einer Monsterjägerin – und muss feststellen, dass die Realität weit weniger glamourös ist als all die Lieder behaupten…

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Ein Kommentar

Verfasst von - 21. Mai 2019 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Nicholas Eames – Kings of the Wyld

Wisst ihr, wie ich auf „Kings of the Wyld“ von Nicholas Eames aufmerksam wurde? Auf dem Cover steht „The Boys Are Back In Town“. Ich dachte sofort an den berühmten Thin Lizzy – Song. Assoziationen von Sex, Drugs and Rock’n‘Roll schwirrten wild durch meinen Kopf und als ich las, dass die Geschichte von einer gealterten Söldnertruppe handelt, die sich auf eine letzte selbstmörderische Mission durch ein monsterverpestetes Land begibt, kannte ich kein Halten mehr. Ich bestellte das Buch, zählte die Stunden bis zu seinem Eintreffen, riss das Paket auf (vielleicht waren Zähne im Spiel) und begann die Lektüre, ohne auch nur daran zu denken, es auf meinen SuB zu legen.

Clay Cooper ist alt geworden. Seine Knie schmerzen, seine Blase treibt ihn peinlich oft aus dem Bett und er wird dafür bezahlt, tagein tagaus als Wache auf der Stadtmauer die Berge anzustarren. Früher, ja früher, war er ein Mitglied der besten und berüchtigtsten Söldnerbande im Heartwyld: Saga. Seite an Seite kämpfte er mit Gabriel, Arcandius Moog, Ganelon und Matrick Skulldrummer. Legenden, allesamt. Doch das ist so lange her, dass er sich nicht mehr erinnern kann, wie er all ihre irrwitzigen, mörderischen Abenteuer eigentlich überlebte. Die Erinnerung überfällt ihn eines Abends, als Gabriel persönlich auf seiner Türschwelle hockt. Sein alter Freund ist ein abgerissenes, verdrecktes Häufchen Elend. Vom Glamour vergangener Tage keine Spur. Verzweifelt bittet er Clay um Hilfe: seine Tochter Rose ist in der schwer belagerten Stadt Castia eingeschlossen. Castia wird nicht standhalten. Eine Rettungsmission wäre dumm, gefährlich, vollkommen aussichtslos – und genau Sagas Stil. Es ist Zeit, die Jungs zusammenzutrommeln, eine letzte Tour durch den Heartwyld zu unternehmen und dem Alter den Mittelfinger zu zeigen.

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Verfasst von - 6. Juni 2017 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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George R.R. Martin – A Storm of Swords

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Meine Ausgabe von „A Storm of Swords“, der dritte Band der Reihe „A Song of Ice and Fire“ von George R.R. Martin, umfasst 1177 Seiten. Das gute Stück hat die Ausmaße eines soliden Ziegelsteins und ist inhaltlich so vollgepackt, dass ich beschlossen habe, meine üblichen Zeichenrichtlinien zum Schreiben einer Rezension ausnahmsweise in den Wind zu schießen. Es ist mir egal, ob dann keiner mehr Lust hat, meine Ausführungen zu lesen, denn letztendlich dienen meine Rezensionen nicht nur dazu, euch einen Eindruck eines Buches zu verschaffen, sondern sollen auch mir helfen, mit einer Geschichte abzuschließen. Ich habe sehr viel zu „A Storm of Swords“ zu sagen und da ich der Meinung bin, dass jeder dieser Gedanken wichtig ist (ja, ich bin so arrogant), werde ich mir selbst die Möglichkeit verschaffen, jeden einzelnen aufzuschreiben, solange es kein Spoiler ist. Bringt Sitzfleisch mit, lehnt euch zurück und genießt.

Der Krieg der Häuser forderte erste Opfer. Renly Baratheon ist tot; sein Bruder Stannis gedemütigt und geschlagen in der vernichtenden Niederlage gegen König Jeoffrey. Nun verfügt einzig Robb Stark als König des Nordens über die nötige Truppenstärke, um den Lannisters und ihren Verbündeten im Feld die Stirn zu bieten. Doch Kriege werden nicht allein durch Schlachten entschieden. In King’s Landing begreift Sansa Stark, dass sie ihren Feinden ohne Freunde schutzlos ausgeliefert ist. Lediglich ihr Titel hält sie am Leben, eine Lektion, die ihrer Schwester ebenfalls aufgezwungen wird. Arya Stark versucht, sich auf eigene Faust zu ihrer Mutter und ihrem Bruder in Riverrun durchzuschlagen, wird jedoch von den unberechenbaren Strömungen des Krieges erfasst und als Geisel gefangen genommen.
Währenddessen kämpft ihr Halbbruder Jon Snow mit den Konsequenzen des letzten Befehls von Qhorin Halfhand. Die Wildlinge trauen ihm nicht und stellen seine Schwüre auf die Probe. Er muss einen Weg finden, so schnell wie möglich unauffällig zu entkommen, um der Nachtwache von seinen Beobachtungen zu berichten und seine Brüder zu warnen, bevor die Wildlinge ihren Angriff auf die Mauer und das Reich beginnen.
Einen Angriff plant auch Daenerys Targaryen. Weit entfernt von Westeros versammelt sie eine Streitmacht, um ihr Geburtsrecht auf den Eisernen Thron einzufordern.
Allianzen und Vereinbarungen schmieden die Bande zum Sieg – wer sie bricht, riskiert alles.

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Verfasst von - 26. Oktober 2016 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Kai Meyer – Nachtland

2016-06-14 - Meyer Nachtland

Der Widerstand hat den Angriff der Adamitischen Akademie überlebt und in der Residenz der Faerfax ein neues Heim gefunden. Nun gilt es, zurückzuschlagen. Gerüchten zufolge besitzt Marduk, König von Libropolis‘ Unterwelt, eine Karte zum Sanktuarium, dem geheimnisvollen Versammlungsort der Drei Häuser. Mit der Sanktuariumskarte könnte der Widerstand die Akademie an ihrer empfindlichsten Stelle treffen. Allerdings wird Marduk das wertvolle Artefakt kaum freiwillig hergeben – so beschließen Furia, Cat, Finnian und Isis ihn mithilfe der Exlibri und Summerbelle, einer weiteren Bibliomantin, zu bestehlen. Doch ihr sorgfältig ausgearbeiteter Plan misslingt. In Marduks Hauptquartier zeigt sich, dass Furias Veränderung der bibliomantischen Welt gravierende Folgen hatte. Sie werden von einem Agenten der Akademie gestellt: Atticus Arbogast, Isis‘ früherer Mentor. Er ist bereit, alle anderen entkommen zu lassen, wenn Isis mit ihm geht und sich anhört, was er ihr zu sagen hat. Um ihre Freunde zu schützen, willigt Isis ein. Zurück in der Residenz wachsen jedoch die Zweifel an ihren Motiven. Ist Isis eine Verräterin? Furia ist empört und verteidigt ihre Freundin; sie will nicht glauben, dass Isis sie im Stich gelassen haben könnte. Als ein Unbekannter in die Residenz eindringt und der Widerstand einen weiteren herben Verlust verkraften muss, spitzt sich die Situation zu. Die bibliomantische Welt befindet sich im Wandel. Wird Furia Isis‘ Unschuld beweisen und die Adamitische Akademie in ihre Schranken weisen können?

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CJ Dushinski – The Thorn and the Sinking Stone

„The Thorn and the Sinking Stone“

The Thorn and the Sinking Stone

Reihe: Thorn and Dagger #1

Autor: CJ Dushinski

Format: Kindle Edition

Seitenzahl: 247 Seiten (Print-Ausgabe)

Verlag: Entangled Teen

Sprache: Englisch

ASIN:  B00TDTR8G8

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 27.02.2015

Bewertung:

„The Thorn and the Sinking Stone“ ist der Debütroman der kanadischen Autorin CJ Dushinski. Wie schon „Red“ von Alyxandra Harvey bekam ich auch diesen Roman als ARC von Entangled Teen zur Verfügung gestellt. Als ich den Klappentext las, sprang mir sofort die grundsätzliche Ähnlichkeit mit Shakespeares „Romeo und Julia“ ins Auge. Sie ist ja auch schwer zu übersehen. Obwohl dieser Stoff schon zur Genüge wieder und wieder verarbeitet wurde, war ich wild entschlossen, mich nicht davon stören zu lassen. „Romeo und Julia“ ist schließlich die Mutter aller Liebesgeschichten – wunderschön und herrlich tragisch. Wieso also nicht mal einer modernen Adaption eine Chance geben?

Seit Jahrzehnten wird Rain City von Bandenkriegen beherrscht. Rivalisierende Gangs bestimmen die Stadt und wachen eifersüchtig über ihre Territorien. Immer wieder fordern die Fehden hohe Blutzölle. Die Feindschaft zwischen den Black Roses und den Two Daggers ist legendär und besteht schon so lange, dass niemand mehr sicher ist, wie sie entstand. Sebastian Leold und Valencia Hara wurden in diesen Krieg hinein geboren. Er, der Dagger; sie, die Black Rose. Nachdem sowohl Valencias als auch Sebastians Vater von der jeweils anderen Gang ermordet wurden, ist es für sie undenkbar, nicht in ihre Fußstapfen zu treten, um den Krieg weiterzuführen. Als sie sich das erste Mal im Kampf gegenüber stehen, sind sie jedoch nicht von Rachegelüsten überwältigt, sondern von einer überraschenden Erkenntnis: sie kennen sich bereits. Die Umstände bringen sie einander näher, als sie es sich je träumen ließen. Doch wie kann zwischen all dem Blutvergießen Platz für Liebe sein?

Für mich las sich „The Thorn and the Sinking Stone“ schwerfällig. Es konnte mich nicht richtig fesseln. Ich habe einige gute Ideen und Ansätze erkannt, doch in der Umsetzung war spürbar, dass es sich um einen Erstling handelt. Ich fand es unausgereift. CJ Dushinski hat zwar auf das altbekannte „Romeo und Julia“-Motiv zurückgegriffen, ihr Weltenaufbau ist dafür jedoch recht kompliziert. Vielleicht zu kompliziert, um alles unter einen Hut zu bringen. Die schwierige Liebesgeschichte, die Gangs, die Dystopie… Sie hat sich möglicherweise etwas viel aufgebürdet.
Zu Beginn dachte ich noch, dass es sich bei diesem Roman um Young Adult Urban Fantasy handelt. Valencia ist nämlich „Verflucht“ (Cursed). Sie kann für ein paar Sekunden in die Zukunft sehen und weiß so, wie sich die Menschen um sie herum verhalten werden. Ziemlich praktisch im Nahkampf. Dies ist jedoch keine magische Fähigkeit, sondern das Resultat einer genetischen Mutation. Dementsprechend ist „The Thorn and the Sinking Stone“ eher als YA Dystopie einzuordnen. Dafür spricht des Weiteren, dass sich die LeserInnen anscheinend in der Zukunft befinden; nach einem verheerenden Krieg, der die Welt in Trümmern zurückließ. Hier endet mein Wissen allerdings auch schon, denn mehr gibt Dushinski nicht preis. Sie streift die Hintergründe ihres Universums nur. Natürlich ist es möglich, dass sie bewusst Informationen zurückhielt, die sie in den nächsten Bänden der Serie offenbaren möchte; ich war damit allerdings unzufrieden. Es war einfach etwas sehr dürftig. Darüber hinaus sehe ich auch andere Punkte ihres Weltenaufbaus kritisch. Laut Dushinski wird Rain City von vier verfeindeten Gangs regiert. Ich bin nicht sicher, wie sie das anstellen, denn das nötige Kleingeld für dieses Ausmaß an Macht hat wohl keine dieser Banden. Ich denke, wenn überhaupt jemand diese Stadt kontrolliert, dann sind es die Watchmen, eine Art Polizei. Der lange Arm einer Regierung, die leider niemals zur Sprache kommt. Alle Gangmitglieder kuschen vor ihnen. Gehörte Rain City tatsächlich den Gangs, hätten sie das nicht nötig.
CJ Dushinski hat ihren Erstling abwechselnd aus Sebastians und Valencias Perspektive geschrieben. Trotz dessen bin ich der Meinung, dass es eigentlich nur eine Protagonistin gibt: Valencia. Sie nimmt in der Geschichte wesentlich mehr Raum ein. Ich empfand sie als omnipräsent, denn Sebastian denkt an kaum etwas anderes. Valencia hier, Valencia da, Valencia überall. Das hat mich genervt, vor allem, weil Valencia nicht die großartige Kriegerprinzessin ist, als die CJ Dushinski sie wohl gern sieht. Weder verhält sie sich wie eine Kriegerin, noch rettet sie sich je selbst aus einer Situation. Mit meiner Vorstellung einer Kick-Ass-Heldin hat sie nicht viel gemein. Sie handelt meist völlig unüberlegt und unlogisch und kann keinen Schritt tun, ohne in Schwierigkeiten zu geraten.
All diese Punkte störten mich, doch meinen Lesefluss hätten sie vermutlich nicht behindert. Die Tatsache, dass Dushinski actiongeladene Szenen eher kurz hielt und diverse Gespräche dafür unglaublich streckte, allerdings schon. Langatmig schlachtete sie jeden Dialog aus, sodass sogar ein Gespräch über Schuhe mehr als eine Seite einnahm. Es fiel mir deswegen schwer, dranzubleiben.

„The Thorn and the Sinking Stone“ ist kein Meisterwerk. Es ist das Werk einer kreativen Autorin, der es meines Erachtens nach noch an Erfahrung fehlt. Besonders in den Kampfszenen hatte ich den Eindruck, dass CJ Dushinski sich unwohl und unsicher fühlte beim Schreiben. Vielleicht flüchtete sie sich deswegen in die Dialoge. Ich denke nicht, dass ich die Serie Thorn and Dagger rund im Sebastian und Valencia weiter verfolgen werde. Ich bin einfach nicht sonderlich neugierig auf die nächsten Bände. Ich könnte mir aber vorstellen, es in ein paar Jahren noch einmal mit CJ Dushinski zu versuchen.
Wie so oft bei 2-Sterne-Bewertungen ist eine Empfehlung für „The Thorn and the Sinking Stone“ schwierig. Vielleicht würde es euch besser gefallen als mir, vielleicht nicht. Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, es zu versuchen, würde ich euch raten, auf CJ Dushinskis Website vorbei zu schauen, um euch noch vor dem Lesen einen ersten Eindruck von Rain City zu verschaffen.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 8. März 2015 in Dystopie, Science-Fiction, Young Adult

 

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