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Aileen P. Roberts – Das magische Portal

Rezensionsheader Das magische Portal

Aileen P. Roberts war das Pseudonym der deutschen Fantastik-Autorin Claudia Lössl, die tragischerweise im Alter von 40 Jahren am 05. Dezember 2015 verstarb. Sie hinterließ ihren Ehemann Stephan, mit dem sie unter dem Sammelpseudonym C.S. West ebenfalls fantastische Romane verfasste, und ihre Tochter. Die Schriftstellerin litt unter einer schweren Krankheit, wovon offenbar nicht einmal ihr Verlag Goldmann Kenntnis hatte. Die Nachricht ihres Todes überraschte Fans wie Verleger gleichermaßen. Ich möchte ihrer Familie an dieser Stelle mein tief empfundenes Beileid aussprechen. Ich wusste nicht, dass sie nicht mehr unter uns weilt, als ich „Das magische Portal“, den ersten Band der „Weltennebel“-Trilogie, las. Durch ihre Bücher bleibt sie auf ewig in Erinnerung.

Was hat die unscheinbare Mia bloß an sich, dass sich Darian zu ihr hingezogen fühlt? Weder entspricht sie seinem Typ, noch verkehrt sie in denselben sozialen Kreisen. Er ist beliebt und wohlhabend, sie hingegen wird von allen „die Vogelscheuche“ genannt. Als sie sich auf einer Studienreise nach Schottland näherkommen, erkennt Darian, dass sein Interesse an Mia über eine harmlose Schwärmerei hinausgeht. Sie verbirgt ein unglaubliches Geheimnis: sie ist kein Mensch. Sie stammt aus einem magischen Land namens Albany, dessen königliche Familie vor 25 Jahren Opfer einer heimtückischen Verschwörung wurde. Nur der jüngste Prinz überlebte und wurde durch den Weltennebel in Sicherheit gebracht. Von Verzweiflung getrieben offenbart sie Darian die Wahrheit: er ist Albanys verschollener Prinz, der Thronerbe und muss schnellstmöglich zurückkehren, um sein geknechtetes Volk zu erlösen. Obwohl Mias Geschichte verrückt klingt, glaubt Darian ihr. Doch die Reise nach Albany fordert Opfer und schon bald muss Darian einsehen, dass er in seiner Heimat vielleicht nicht willkommen ist…

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Michael R. Fletcher – Beyond Redemption

Rezensionsheader Beyond Redemption

Michael R. Fletcher schreibt nicht hauptberuflich. Es war ihm zwar eine Weile möglich, als Vollzeit-Autor zu leben, nachdem er die Vorauszahlung von Harper Voyager für seinen Grimdark-Trilogieauftakt „Beyond Redemption“ erhalten hatte, aber leider hatte der Verlag aufgrund niedriger Verkaufszahlen kein Interesse an einer Fortsetzung und Fletcher musste erneut regulär arbeiten. Das war sicher eine niederschmetternde Erfahrung, doch sie hinderte ihn nicht daran, seinen Traum weiterzuverfolgen. Er veröffentlichte den zweiten Band der „Manifest Delusions“ im Selfpublishing. Das Finale fand beim kleinen Imprint Talos eine Heimat. In dieser Geschichte steckt eine wichtige Moral: nicht jede schriftstellerische Karriere ist ein Märchen und für jemanden, der so spezielle Bücher schreibt wie Michael R. Fletcher kann es schwer sein, sich dauerhaft zu etablieren.

Eine Welt, in der sich die Wahnvorstellungen der Menschen real manifestieren, kann nur von geistesgestörten Göttern erschaffen worden sein. Konig Furimmer, Oberhaupt der Geborene Damonen, glaubt das nicht. Er ist überzeugt, dass die Götter manifestierte Wahnvorstellungen der Menschen sind. Ist es möglich, einen neuen Gott zu formen? Kostbare Jahre seines Lebens widmete er der Ausbildung potenzieller Kandidat_innen. Ein letzter ist übrig: ein Junge namens Morgen. Sein Aufstieg steht kurz bevor. Die Zeit drängt, denn Konig droht, die Kontrolle über seine Halluzinationen zu verlieren. Fatalerweise bekommt eine dreiköpfige Räuberbande Wind von seinen Plänen. Konig schickt seine gefährlichste Agentin aus, um die drei festzunehmen: Gehirn Schlechtes. Doch Gehirn kann sie nicht aufhalten und schon bald versuchen auch andere Geisteskranke, Morgen in ihre Gewalt zu bringen. Das Schicksal der Welt ruht auf den Schultern des Jungen – aber verdient eine vom Wahnsinn regierte Welt überhaupt Erlösung?

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Markus Heitz – AERA: Die Rückkehr der Götter

2012, als sich alle Welt wegen des Mayakalenders in die Hose machte, beschäftigte sich der Fantastik-Autor Markus Heitz mit den damit verbundenen Vorhersagen. Er fand heraus, dass dort keineswegs die Rede vom Weltuntergang war. Vielmehr versprachen die Prophezeiungen Veränderung. Er grübelte, was in unserer modernen Zeit als gravierende Veränderung durchgehen könnte. Eine Idee nahm Gestalt an: eine reelle Manifestation antiker Götter. Doch sein Zeitplan ließ es nicht zu, sie sofort umzusetzen. Erst 2015 hatte Heitz genug Luft, um sich diesem Gedankenspiel zu widmen. Dann sollte es schnell gehen. Er entschied, „AERA: Die Rückkehr der Götter in 10 E-Book-Episoden zu veröffentlichen und die Printausgabe hintenanzustellen. Da ich Printausgaben jedoch bevorzuge, wartete ich auf das Taschenbuch und las die irre Geschichte 2018 am Stück.

Die Welt erbebt im Angesicht göttlicher Präsenz. Sieben Jahre ist es her, seit die antiken Götter zurückkehrten und die Menschheit ins Chaos stürzten. Sie eroberten die Moderne im Sturm, lösten Kriege aus und demonstrierten ihre uneingeschränkte Macht. Im Jahr 2019 hat sich die Lage beruhigt. Eine neue Ordnung ist entstanden. Doch einige Zweifler gibt es noch immer. Malleus Borreau blieb Atheist. Er glaubt nicht, dass es sich bei den Entitäten, denen aufopferungsvoll gehuldigt wird, wahrhaft um Götter handelt. Sein Misstrauen stigmatisiert ihn als Außenseiter und ist das Geheimnis seines beruflichen Erfolgs. Als Ermittler bei Interpol untersucht er Verbrechen, die mit den Göttern in Zusammenhang stehen. Sein neuster Fall bringt jedoch sogar seine ehernen Überzeugungen ins Wanken. Auf der ganzen Welt verschwinden religiöse Artefakte. Leichen bezeugen die Skrupellosigkeit der Diebe und an den Tatorten taucht ein rätselhaftes Symbol auf. Ein Symbol, das Malleus schon einmal gesehen hat und das ihm noch immer Albträume beschert…

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Andrzej Sapkowski – Zeit des Sturms

Im Mai 2016 erhielt ich ein Päckchen. Darin befand sich „Zeit des Sturms“, ein Zwischenband der populären „Hexer-Saga“ des polnischen Autors Andrzej Sapkowski, die vielen durch die Videospielreihe „The Witcher“ bekannt sein dürfte. Das Buch war ein Geschenk von Sanne vom Blog Wortgestalten. Der Verlag hatte ihr ungefragt ein Exemplar zugeschickt und ihren Geschmack zielsicher verfehlt, also sollte es bei mir, der Fantasytante, ein neues Heim finden. Danke Sanne! „Zeit des Sturms“ erschien 2013, lange nach der ursprünglichen Reihe, die bereits 1999 ihr Finale erreichte. Inhaltlich ist es zwischen den ersten zwei Bänden, beides Kurzgeschichtensammlungen, angesiedelt. Ich mag Kurzgeschichten nicht besonders, daher wollte ich mit „Zeit des Sturms“ erst einmal in die Welt des Hexers Geralt von Riva hineinschnuppern, um zu entscheiden, ob ich mit der Reihe eine Zukunft haben könnte.

Kaum betritt der Hexer Geralt von Riva die Stadt Kerack, wird er verhaftet. Die Vorwürfe sind lächerlich – dennoch könnte eine Verurteilung drohen. Dann wird er überraschend freigelassen. Jemand wendete erheblichen Einfluss und beachtliche finanzielle Mittel auf, um ihn aus dem Gefängnis zu holen. Als er seinen beschlagnahmten Besitz auslösen will, stellt sich jedoch heraus, dass seine unersetzbaren Hexenschwerter verschwunden sind. Geralt ist außer sich. Nur sein alter Freund, der Barde Rittersporn, hindert ihn daran, eine Dummheit zu begehen. Dieser teilt ihm auch mit, wer seine großzügige Wohltäterin war: eine mächtige und atemberaubend schöne Zauberin namens Lytta Neyd, genannt Koralle. Die Koralle verlangt für ihre Hilfe eine Gegenleistung: Geralt soll zum Schloss Rissberg reisen und für den Orden der Zauberer einen Dämon jagen. Geschäfte mit Zauberern sind selten klug, doch vielleicht verfügt der Orden über Hinweise auf den Verbleib seiner Schwerter. Geralt willigt ein und stürzt sich in ein gefährliches Abenteuer…

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Simon Strauß – Sieben Nächte

Simon Strauß wurde 1988 in die kulturelle Elite Deutschlands hineingeboren. Sein Vater ist der populäre Autor und Dramatiker Botho Strauß, seine Mutter die Moderatorin und Autorin Manuela Reichart. Er studierte Altertumswissenschaften und Geschichte in Basel, Poitiers und Cambridge und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bereits während seines Studiums arbeitete er als freier Journalist für die Baseler Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung, bei der er seit 2016 als Feuilleton-Redakteur im Theater-Ressort angestellt ist. 2017 veröffentlichte er seinen Debütroman „Sieben Nächte“ und löste damit eine hitzige Debatte aus. Das Buch unterstütze „die Agenda der Rechten“, wurde in der taz geurteilt. Als ich „Sieben Nächte“ zu lesen begann, wusste ich nichts von dessen Umstrittenheit. Ich wählte es aus, weil ich für eine Challenge ein Buch über die sieben Todsünden lesen sollte.

Sein 30. Geburtstag naht. 30 werden – bedeutet das nicht, erwachsen zu werden, erwachsene Entscheidungen zu treffen? Hausbau, Baumpflanzung, Familiengründung. Von den wilden Zeiten Abschied nehmen. Nur war er niemals wild. Er war niemals rebellisch. Sein Leben wird vorbei sein, bevor er jemals richtig lebte. Doch ein wenig Zeit bleibt ihm noch. Ein wenig Zeit, um alles nachzuholen. Er will seine letzte Chance nutzen, der Angst vor dem Erwachsenwerden ins Gesicht lachen. In sieben Nächten will er die sieben Todsünden begehen. Sieben Mal um sieben Uhr über die Stränge schlagen, habsüchtig, neidisch, wollüstig, hochmütig, träge, zornig und maßlos sein. Intensität spüren, bevor es zu spät ist. Bevor ihn die graue Gewohnheit einholt. Bevor er 30 wird.

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Verfasst von - 6. November 2018 in Biografie, Rezension

 

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Antonia Michaelis – Der Märchenerzähler

Recherchiere ich Autor_innen für meine Rezensionen, freue ich mich immer, wenn ich in ihren Biografien und Interviews etwas finde, das mich mit ihnen verbindet. Bei Antonia Michaelis ist der Kitt zwischen uns allerdings so unwahrscheinlich, dass ich mir ungläubig die Augen rieb. In einem Interview wurde sie gefragt, ob sie sich noch an das erste Buch erinnere, das sie je gelesen habe. Sie antwortete, das wäre mit 5 Jahren ein Buch über drei kitschige kleine Katzen gewesen, die mit einem Wollknäuel spielten. Ich kenne das Buch! Es war auch eins meiner Kinderbücher! Zugegeben, ich weiß nicht, ob wir dasselbe Buch meinen, aber mir gefällt die Vorstellung. Glücklicherweise ist „Drei Kätzchen“ kein Hinweis auf die Qualität von Michaelis‘ eigenen Büchern. Sie überzeugte mich mit „Die Worte der Weißen Königin“ – nun wollte ich sie mit „Der Märchenerzähler“ erneut auf die Probe stellen.

Auf dem Schulhof kursieren über den polnischen Kurzwarenhändler die wildesten Gerüchte. Er schwänzt die Schule. Er lebt in einem Plattenbau. Er verkauft Drogen. Für Anna war ihr schweigsamer Mitschüler kaum mehr als ein verschwommener Schemen am Rande ihrer Wahrnehmung. Bis zu dem Tag, an dem sie die Puppe findet. Plötzlich erhält der polnische Kurzwarenhändler einen Namen. Er heißt Abel Tannatek und verfügt über eine magische Stimme. Er ist ein Märchenerzähler, der sich rührend um seine kleine Schwester Micha kümmert, für die er wundervolle Geschichten erfindet. Schon bald ist Anna von ihm verzaubert und entdeckt Gefühle, die sie niemals für möglich gehalten hätte. Doch sie spürt auch, dass irgendetwas nicht stimmt. Das Märchen nimmt eine beängstigende Wendung. Welche finsteren Geheimnisse verbirgt Abel? Tiefer und tiefer versinkt Anna in einem undurchsichtigen Strudel von Fantasie und Realität und erkennt, dass das Märchen vielleicht kein Happy End haben kann…

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Montagsfrage: Zu unkritisch?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich möchte mich heute bei euch für eure lieben Glückwünsche zu meiner Hochzeit bedanken. Es erstaunt mich immer wieder, wie viel Anteilnahme ihr für mich, eine Person, die ihr (mit einer Ausnahme) nie getroffen habt, aufbringen könnt. Es ist wundervoll, wie positiv und freundlich unsere Community ist. Darum teile ich mit euch gern auch Privates, weil ich einfach weiß, dass ihr verständnisvoll und mitfühlend reagieren werdet, egal, was ich euch erzähle. Ihr seid großartig. Es lebe die Buchblogger_innen-Gemeinschaft! 😀
Da wir nun schon beim Thema Positivität sind, habe ich gleich eine passende Überleitung zur heutigen Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise:

Schreibst du überwiegend Rezensionen über Bücher, die dir gefallen, oder auch über Bücher, die dir nicht gefallen?

Ich kann diese Frage kategorisch beantworten: ich rezensiere jedes Buch, das ich lese. Sehr selten mache ich eine Ausnahme, beispielsweise, wenn eine Rezension zu stark in meine privaten Erfahrungen driften würde, aber es würde mir nie einfallen, auf eine Besprechung zu verzichten, weil ich das Buch nicht mochte. Ich empfinde meinen Leser_innen, also euch gegenüber eine Verpflichtung und habe mit der Zeit gelernt, dass euch gerade negative Rezensionen oft weiterhelfen. Da das mein Hauptanliegen mit diesem Blog ist, möchte ich euch diese Entscheidungshilfe nicht verwehren. Außerdem fallen mir Texte zu Werken, die mir nicht gefielen, häufig sogar leichter. Ausgiebiges Meckern entwickelt erstaunlicherweise eine eigene Dynamik und kann eben auch Spaß machen. Ich bin mir demzufolge keiner Schuld bewusst. Ich sehe mich selbst nicht als zu unkritisch. Tatsächlich frage ich mich manchmal, ob ich nicht zu streng bin, weil ich ungern 5 Sterne rausrücke. Trotzdessen erscheinen auch hier hauptsächlich positive Rezensionen. Das liegt aber einfach daran, dass ich meinen Lesegeschmack gut kenne. Ich weiß, was mir gefallen könnte und suche danach meine Lektüre aus. Dafür werde ich mich niemals, niemals, niemals entschuldigen.

Ich kenne den Artikel, den Antonia in ihrem Beitrag anspricht und natürlich auch andere, die in dieselbe Kerbe hauen. Ich habe mich schon einmal dazu geäußert in meinem Post „Gutes kommt dreifach ODER Warum es wundervoll ist, eine Buchbloggerin zu sein“. Ich möchte mich jetzt nicht zu umfangreich wiederholen, aber durchaus noch einmal betonen, dass Buchbloggen für die meisten von uns erstens kein Beruf ist, der bestimmten Richtlinien folgen müsste, unsere Lektüreauswahl zweitens über jeden Zweifel erhaben ist und wir drittens deutlich mehr Macht besitzen, als uns gerade das Feuilleton zugestehen möchte. Manchmal habe ich das Gefühl, Redakteur_innen, die solche Artikel schreiben, sind neidisch auf die Freiheit, mit der wir lesen und rezensieren können. Für uns gibt es keine Tabus, keine Deadlines, keine vorgeschriebenen Lektürelisten. Wir lesen und besprechen, was immer wir wollen, wie immer wir wollen. Ich möchte diesen Neidhammeln gern ihre Stifte entreißen, weil sie mit ihren Kommentaren meiner Ansicht nach unnötig und künstlich Verunsicherung streuen. Wir lieben, was wir tun. Warum verlangt das eine Rechtfertigung? Ich sehe Buchblogs und das Feuilleton nicht in Konkurrenz, weil sie ganz unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Wem Fangirlen, Hypes und leidenschaftliches Schwärmen nicht zusagen, muss ja keine Blogadresse in den Browser tippen. Wer das Feuilleton als zu abgehoben empfindet, kann diese Seiten in den Zeitungen überspringen. Wo ist das Problem?

Persönlich lese ich keine professionellen Rezensionen von „echten“ Buchkritiker_innen. Mir helfen sie nicht weiter. Es bringt mir gar nichts, wenn dort der intellektuelle Anspruch oder der experimentelle Schreibstil gelobt werden, weil diese Informationen keine Emotionen übermitteln. Ist ja schön, dass es ein für die Popkultur wertvolles Buch ist, aber wie hat es denn nun gefallen? War es spannend, war es mitreißend, hat es zu Tränen gerührt? Ich ziehe Rezensionen von Buchblogger_innen vor, weil ich keine sterile Einschätzung eines Buches möchte. Ich möchte von Liebe, Hass, Leidenschaft, Trauer und dem ganzen Repertoire der Gefühle lesen, die Bücher auslösen. Es ist mir egal, ob auf einem bestimmten Blog überwiegend positive Rezensionen veröffentlicht werden. Wenn mir eine dieser Rezensionen hilft, eine Entscheidung für oder gegen eine Lektüre zu treffen, bin ich dafür dankbar. Punkt.

Schreibt ihr negative Rezensionen?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen perfekten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Marcia Clark – Without A Doubt

Ich begrüße euch herzlich zum dritten und letzten Teil unseres Rezensionsexperiments. In den letzten zwei Tagen haben wir uns mit den Fakten des Falls O.J. Simpson vertraut gemacht. Ich habe euch „The Run of His Life: The People V. O.J. Simpson” von Jeffrey Toobin und „If I Did It: Confessions of the Killer” von O.J. Simpson vorgestellt und meine Eindrücke mit euch geteilt. Heute kehren wir noch einmal zum Strafprozess gegen Simpson in den Jahren 1994 und 1995 zurück. Seit Beginn meiner Recherchemission war es mir wichtig, ausgeglichenen und umfassend vorzugehen. Deshalb möchte ich heute ein Buch rezensieren, das einen weiteren, einzigartigen Blickwinkel auf den Mordprozess vermittelt. Wir beschäftigen uns mit „Without A Doubt“ von der Chefanklägerin Marcia Clark.


Der Medienrummel in den USA um den Fall O.J. Simpson war gewaltig. Bereits vor Prozessbeginn mutierte die Presse zum 13. Jurymitglied – und manch ein Reporter schwang sich zum Richter und Henker auf. Seriosität und Qualität der Berichterstattung variierten enorm. Die Causa Simpson lockte eine ganze Armee von Schmierfinken aus ihren Löchern, die nicht davor zurückschreckten, Falschinformationen zu verbreiten, Beweismaterial öffentlich zu machen und Zeug_innen stolze Summen für Interviews zu zahlen. Dieser ausufernde Zirkus beeinflusste den Strafprozess maßgeblich. Die Verhandlung wurde live auf dem Fernsehsender Court TV übertragen. Die Juryauswahl wurde durch die flächendeckende Berichterstattung massiv erschwert, weil sich kaum eine Person in Los Angeles finden ließ, die nicht bereits von den Morden an Nicole Brown Simpson und Ronald Goldman gehört oder gelesen hatte. O.J. Simpsons Verteidiger, das „Dreamteam“, nutzten die Presse aktiv, um den Prozess zu ihren Gunsten zu manipulieren. Zeitgleiche, inoffizielle Pressekonferenzen aus dem Stegreif von Robert Shapiro und Johnnie Cochran am Ende eines Prozesstages waren keine Seltenheit.

Die Staatsanwaltschaft musste auf diese Tricks natürlich verzichten. Selbst wenn sie die Medien für sich hätten einspannen wollen – sie durften es nicht. Vielleicht schoss sich die Presse deshalb auf das Team der Anklage ein. Alle Mitglieder sahen sich scharfen Angriffen ausgesetzt, wurden als unerfahren, arrogant und schlicht inkompetent dargestellt. Doch niemand von ihnen erntete so viel Spott, Häme, Bosheit und Kritik wie Marcia Clark.

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Verfasst von - 27. September 2018 in Biografie, Non-Fiction, Rezension

 

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N.K. Jemisin – The Kingdom of Gods

Eines der ersten Bilder, das N.K. Jemisin veranlasste, die „Inheritance Trilogy“ zu schreiben, war das eines Kindes, das mit Planeten spielt. Angesichts dieser frühen Inspiration ist es wohl nicht verwunderlich, dass sich Sieh zu einem ihrer Lieblingscharaktere entwickelte. In einem Interview erklärte sie, sie liebe es, dass er tausende von Jahren alt und trotzdem entschlossen sei, das Leben aus der Perspektive eines Kindes anzugehen. Mit „The Kingdom of Gods“ schenkte sie Sieh ein ganzes Buch. Sie beschreibt das Finale der Trilogie als einen „verdrehten Bildungsroman“, der das Heranwachsen eines uralten Jungen thematisiert, der stirbt, wenn er erwachsen wird. Klingt verrückt und paradox? Dank Sieh in der Hauptrolle keine Überraschung. 😉

Seit Itempas‘ Ketten gesprengt wurden, ist Sieh langweilig. Ihn erfüllt eine Ziellosigkeit, die ihn verunsichert. Wieder und wieder kehrt er zurück in die Himmelsfestung Sky. Er ertappt sich dabei, die Arameri zu beobachten. Er empfindet eine unerklärliche Faszination für die königliche Familie, die ihn jahrhundertelang quälte und misshandelte. Seine Aufmerksamkeit gebührt den Kindern, jenen unvollendeten Seelen, die der seinen so ähnlich sind. Tief in den Eingeweiden der Festung begegnet er dem 6-jährigen Geschwisterpaar Shahar und Deka. Nach einigen Jahren der Besuche äußern sie den unschuldigen Wunsch, gemeinsam einen Eid auf ihre Freundschaft zu schwören. Ihre verbundenen Hände lösen eine gewaltige Energiewelle aus, die Sieh ins Nichts schleudert. Als er erwacht, sind acht Jahre vergangen. Etwas… hat sich verändert. Seine Magie schwindet. Er altert. Sieh muss herausfinden, was damals geschehen ist und wie er es aufhalten kann. Ihm läuft die Zeit davon. Denn für den Gott der Kindheit bedeutet erwachsen zu werden den Tod.

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Ein Kommentar

Verfasst von - 1. August 2018 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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E.S. Bell – The Dark of the Moon

Jeden Tag erinnert das Loch in ihrer Brust Selena Koren daran, dass sie die Gunst ihres Gottes verlor. Eisige Kälte flutet ihren Körper bei jedem Atemzug. Seit 10 Jahren kennt sie keine Wärme – seit sie 400 unschuldige Leben opferte, um Lunos‘ Krieg mit den Zak’reth zu beenden. Sie setzte ihre beträchtliche Macht als Paladin ein und zahlt einen hohen Preis dafür. Sie würde beinahe alles tun, um die schreckliche Wunde zu schließen. Doch kann sie es verantworten, für ihren Orden der Aluren zur Attentäterin zu werden und zwei dunkle Priester der Bazira zu töten? Widerwillig übernimmt Selena die Quest, nicht ahnend, dass sie bald selbst zur Beute wird.
Sebastian Vaas ist der beste Assassine in ganz Lunos. Der Zak’reth-Krieg nahm ihm seine Familie, schenkte ihm jedoch die Erkenntnis, dass er sein Talent teuer verkaufen kann. Nach einem Jahrzehnt des Blutvergießens plant Sebastian, sich zur Ruhe zu setzen. Ein letzter Job soll seinen Ruhestand sichern. Der Orden der Bazira heuert ihn an, um einen Paladin der Aluren auszuschalten. Als er erfährt, dass Selena sein Ziel ist, die gefallene Heldin, die hunderte der Zak’reth in den Tod schickte, zögert er. Aber eine Unbekannte wird ihn nicht von seinem Ruhestand abhalten. Er nimmt den Auftrag an.
So beginnt eine wilde Jagd, die Selena und Sebastian quer durch das Inselreich führt. Zu spät begreifen sie, dass sie beide lediglich Bauern in einem viel größeren Spiel sind – und der Einsatz ist Lunos‘ Schicksal.

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