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John Gwynne – Malice

Greifbare, gelebte Geschichte ist für den Autor John Gwynne einer der stärksten Faktoren, die sein Schreiben beeinflussen. Das Nachstellen historischer Ereignisse gehört zu seinen Hobbies. Oh ja, Mr. Gwynne hüpft gern in ein Kostüm und spielt Schlachten, Turniere und das mittelalterliche Alltagsleben nach – begleitet von seiner gesamten Familie. Eine herrliche Schrulle. Er erklärt, dass die Erfahrungen, die er dort sammelte, den Entstehungsprozess des High Fantasy – Epos „The Faithful and the Fallen“ entscheidend inspirierten. „Malice“ ist der Auftakt der vierteiligen Reihe, mit dem ich mich vertrauensvoll in die Hände eines Schriftstellers übergab, der tatsächlich weiß, wie es sich anfühlt, einen Schwerthieb abzublocken.

Einst wurden Menschen und Riesen als unsterbliche Herren über die Erde geschaffen. Sie bevölkerten die Schöpfung des Gottes Elyon und lebten in Harmonie. Doch sie wurden beobachtet. Hasserfüllt und eifersüchtig blickte Elyons Gegenspieler Asroth auf die Welt. Bosheit erfasste ihn. Hinterlistig entzweite er Menschen und Riesen. Der Tod, vormals unbekannt, hob sein hässliches Haupt. Ströme aus Blut färbten die Erde und Elyons Zorn war schrecklich. Er entsandte seine Elitekrieger, die Ben-Elim, um seine geliebte Schöpfung auszulöschen. Sein Urteil war fast vollstreckt, als Elyon aus der Anderswelt Asroth‘ Lachen vernahm. Er erkannte, dass er hereingelegt worden war. Bestürzt und von tiefer Trauer überwältigt rettete er die Ruinen seiner ehemals prachtvollen Welt und verschwand. Er kehrte nicht zurück. Noch immer kämpfen die Ben-Elim gegen Asroth und seine Heerscharen, während die Völker der Erde in den Trümmern des Krieges zu überleben versuchen.
Jahrtausende später wächst Asroth‘ Einfluss erneut. Eine Prophezeiung weissagt, dass das Schicksal der Welt zwischen zwei Kämpfern entschieden wird: der Schwarzen Sonne und dem Leuchtenden Stern. Der junge Corban ahnt nicht, dass seine Zukunft eng mit der Prophezeiung verknüpft ist und dass sein Erwachen der Beginn des letzten Krieges sein wird…

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Verfasst von - 12. Juni 2018 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Dan Wells – Mr. Monster

Die „John Cleaver“-Reihe von Dan Wells ist eine richtig schöne SuB-Altlast meines Bücherregals. Es ist mindestens 6 Jahre her, dass ich den ersten Band „Ich bin kein Serienkiller“ las. Dafür hält sich der Inhalt erstaunlich frisch in meinem Gedächtnis. Ich erinnere mich, dass ich damals von der übernatürlichen Wendung des Auftakts nicht allzu angetan war. Trotz dessen wollte ich die Reihe weiterverfolgen, weil mich der Protagonist, ein potentieller Serienmörder, der mit seiner antisozialen Persönlichkeitsstörung kämpft, fasziniert. Nach langen Jahren auf der Ersatzbank wurde es nun also Zeit, noch einmal in Johns Kopf zu schauen und den zweiten Band „Mr. Monster“ hervorzukramen.

John Cleaver ist ein Held. Allein überwältigte der 16-Jährige seinen dämonischen Nachbarn Mr. Crowley, tötete ihn und beendete die Mordserie, die seine Heimatstadt Clayton in Angst und Schrecken versetzte. Nur weiß das niemand. Schließlich kann John schlecht herumerzählen, dass er einen harmlosen alten Mann umbrachte und die Wahrheit würde ihn erst recht in Schwierigkeiten bringen. Zusätzliche Aufmerksamkeit kann er absolut nicht gebrauchen, denn der Preis für seinen Heldenmut war hoch: seine dunkle Seite, die von Mord, Blut, Feuer und Tod träumt und erschreckend viele Anzeichen eines soziopathischen Serienmörders zeigt, ist erwacht. Er nennt sie Mr. Monster. Seit dieser verhängnisvollen Nacht rüttelt Mr. Monster an den Gittern des Käfigs aus Regeln und Verhaltensweisen, den John selbst entwarf, um sich zu kontrollieren. Der Drang, erneut zu töten, wächst Tag für Tag. Als wieder brutal zugerichtete Leichen in Clayton auftauchen, vermutet John schnell, dass ein neuer Dämon seine Stadt heimsucht. Darf er Mr. Monster ein weiteres Mal von der Leine lassen? Und was noch viel wichtiger ist: wird er ihn wieder einsperren können?

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Verfasst von - 25. April 2018 in Mystery, Rezension, Thriller, Young Adult

 

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Jennifer McMahon – The Winter People

Laut Jennifer McMahon sind Autor_innen wie Elstern: sie suchen permanent nach funkelndem Schnickschnack, den sie in ihren Büchern verwenden können. Die Idee zu ihrem Mysterythriller „The Winter People“ verdankt sie ihrer Tochter Zella, der sie das Buch auch widmete. Eines Tages wollte Zella mit ihr ein makabres Spiel spielen, in dem sie zwei Schwestern darstellten, deren Eltern in den Wald entführt wurden. McMahon fand diese Ausgangssituation schrecklich, doch Zella zuckte nur die Schultern und sagte „Sometimes it just happens“ – manchmal passiert es einfach. Heute sind diese nüchternen Worte eines Kindes die Einleitung zu „The Winter People“.

Die Shea-Farm ist verflucht. Seit 1908 die grausam zugerichtete Leiche von Sara Harrison Shea kurz nach dem Tod ihrer Tochter hinter dem Haus gefunden wurde, weiß jeder in West Hall, Vermont, dass auf dem Grundstück und dem umliegenden Land unheimliche Dinge vor sich gehen. Seltsame Geräusche dringen aus dem Wald heraus, Menschen verschwinden spurlos und in einer bizarren Gesteinsformation soll eine Hexe hausen. Die Leute nennen es das West Hall Dreieck. Ruthie hielt das Gerede stets für dummen Aberglauben. Das alte Farmhaus ist ihr Zuhause, das sie mit ihrer Mutter Alice und ihrer kleinen Schwester Fawn teilt. Erst als ihre Mutter vermisst wird und sie auf der Suche nach Hinweisen unter einer Bodendiele Saras Tagebuch entdeckt, beginnt sie, sich zu fragen, ob an den Geschichten vielleicht doch etwas dran sein könnte. Sara berichtet von übernatürlichen Ritualen und Toten, die unter den Lebenden wandeln. Was ist damals wirklich vorgefallen? War Sara verrückt oder war sie die einzige, die die Wahrheit erkannte? Um das Verschwinden ihrer Mutter aufzuklären, muss Ruthie ein 100 Jahre altes Geheimnis lüften, das ihr Verständnis der Realität für immer verändern wird.

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Jean-François Parot – Commissaire Le Floch und Das Geheimnis der Weißmäntel

„Commissaire Le Floch und Das Geheimnis der Weißmäntel“ von Jean-François Parot ist eine weitere Station in meiner andauernden Suche nach meiner Heimat im Genre der historischen Romane. Der Reihenauftakt, der in Frankreich bereits 2000 veröffentlicht wurde, wurde mir vom Newsletter der Random House Gruppe schmackhaft gemacht. Die Mischung aus Setting, einer delikaten Staatsaffäre und einer Mordermittlung weckte meine Neugier. Außerdem habe ich bisher nur sehr wenig Erfahrung mit französischen Schriftsteller_innen; ich konnte also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ich fragte das Buch beim Bloggerportal an und erhielt ein Rezensionsexemplar.

1759 wird der junge Notariatsgehilfe Nicolas Le Floch von heute auf morgen nach Paris beordert. Er soll sich bei Polizeipräfekt Gabriel de Sartine melden, um eine Ausbildung als Gesetzeshüter zu beginnen. Sartine teilt ihn dem grimmigen, schroffen Kommissar Lardin zu, der sich den Anweisungen des Polizeichefs widerwillig beugt. So beginnt Nicolas‘ neues Leben in der pulsierenden französischen Metropole. Er arbeitet und lernt fleißig und besitzt zu viel Anstand und Respekt, um die regelmäßigen Fragen des Polizeipräfekten zu den Gewohnheiten seines Mentors Lardin in Zweifel zu ziehen. 1761, zwei Jahre später, verstirbt unerwartet Nicolas‘ Vormund. Er eilt in seine bretonische Heimat, um an den Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen. Bei seiner Rückkehr nach Paris erwartet ihn eine unerfreuliche Überraschung: Lardin ist verschwunden und Sartine eröffnet ihm, dass der gealterte Kommissar in eine weitreichende Korruptionsaffäre verwickelt ist, die sogar König Ludwig XV. bedroht. Nicolas soll Lardin finden. Unerschrocken stürzt er sich in die Ermittlungen, während auf den Straßen der Stadt der Karneval tobt. Wird er den abtrünnigen Lardin aufspüren und so einen internationalen Skandal verhindern können?

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Montagsfrage: Unbeachtete Schätze?

Guten Morgen ihr Lieben! 🙂

Es ist vollbracht! Ich habe gestern endlich den Jahresrückblick 2017 fertiggestellt! Ich freue mich riesig, dass ich das alte Jahr nun endlich schlafen legen kann. Morgen geht der Rückblick online, also schaut vorbei! 😉
Außerdem möchte ich euch ein kurzes Update bezüglich des Gesundheitsstatus meiner Hündin Chilli geben: sie wurde operiert und ist jetzt stolze Besitzerin eines künstlichen Kreuzbandes im linken Knie. Es geht ihr gut, sie hasst die Einschränkung ihrer Beweglichkeit noch immer, versucht deshalb aber auch, schon wieder aufzutreten. Sie erträgt stoisch, dass sie eine zurechtgeschnittene Strumpfhose und nachts einen Kragen tragen muss, um die OP-Wunde zu schützen. Bald können wir mit Physiotherapie beginnen und ich hoffe, dass sie dann in kürzester Zeit wieder rennen und springen darf. 🙂
Soweit zu den guten Nachrichten aus meinem privaten kleinen Kosmos. Jetzt ist es Zeit für die Montagsfrage vom Buchfresserchen Svenja:

Gibt es ein Buch oder eine Reihe, dem/der deiner Meinung nach zu wenig Beachtung geschenkt wurde?

Da fallen mir spontan zwei meiner absoluten Highlights der letzten Jahre ein und ich nutze dankbar die heutige Chance, ein bisschen Werbung für diese beiden Trilogien zu machen. Ihr müsst „Chaos Walking“ von Patrick Ness und „The Divine Cities“ von Robert Jackson Bennett lesen.

„Chaos Walking“ besteht aus den drei Büchern „The Knife of Never Letting Go“, „The Ask and the Answer“ und „Monsters of Men“. Alle drei Bände sind phänomenale Young Adult Science-Fiction. Ich war geflasht davon, wie unfassbar gut sie sind. Ich war sprachlos und zu Tränen gerührt. Es geht um den den Protagonisten Todd, der versucht, auf dem Planeten New World innerhalb einer brutalen Gesellschaftsform zu überleben. Seine Welt wird vom Noise geprägt, dem Lärm, der aus der erdrückenden Flut der Gedanken der männlichen Siedler des Planeten besteht und durch den theoretisch weder Geheimnisse noch Lügen möglich sein sollten. Theoretisch. Praktisch sieht es selbstverständlich ganz anders aus, was Todd schmerzhaft herausfinden muss. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn ihr sollt die Trilogie ja selbst lesen. 😉

„The Divine Cities“ ist eine der besten High Fantasy – Trilogien, die ich je gelesen habe. Die drei Bände „City of Stairs“, „City of Blades“ und „City of Miracles“ sind hervorragende Beispiele für makelloses Worldbuilding und atemberaubende Charakterentwicklung. Tiefsinnig und vielschichtig führt Bennett seine Leser_innen durch eine Handlung, die einfach alles hat, was eine spannende Geschichte braucht: Mord, Intrigen, Politik, Götter, Held_innen, Opfer, Wissenschaft, Magie und Erlösung. Jedes Buch fokussiert eine andere Figur – mit allen konnte ich eine stabile Bindung aufbauen. Ich lege euch diese Trilogie wirklich ans Herz, sie ist fantastisch.

Ich habe beide Dreiteiler auf Englisch gelesen, doch sie sind auch auf Deutsch erschienen. Eurer Lektüre steht also nichts im Wege. 😉

Welches Buch oder welche Reihe verdient eurer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und werde beim Stöbern schon einnmal die Wunschliste bereitlegen. die wächst heute bestimmt. 😀 Kommt gut in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli  ❤

 

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Neil Gaiman – American Gods

Mein erstes Date mit Neil Gaiman wollte ich ursprünglich mit „Neverwhere“ bestreiten. Jahrelang schlich ich um den populären Fantasy-Autor, der eng mit Terry Pratchett befreundet war, herum. Ich hatte Respekt vor seinem Ruf und traute mich einfach nicht, ihn kennenzulernen. Dann sahen der Lieblingsmensch und ich den Trailer zur Amazon-Serie „American Gods“. Ich wusste, dass es sich dabei um die Verfilmung von Gaimans gleichnamigen Roman handelt und als der Lieblingsmensch äußerte, dass er der Serie eine Chance geben wollte, entschied ich spontan, zuerst das Buch lesen zu wollen. Mein erstes Date mit Gaiman sollte nicht länger „Neverwhere“ sein. Es sollte „American Gods“ sein.

Nach 3 trostlosen Jahren im Gefängnis wünscht sich Shadow nur noch eines: er möchte nach Hause, zu seiner Ehefrau Laura. Als ihn der Gefängnisdirektor in sein Büro bestellt, ahnt er, dass ihn schlechte Nachrichten erwarten. Betäubt lauscht er den Worten des Direktors, der ihm mitteilt, dass Laura bei einem schrecklichen Autounfall ums Leben kam. Er wird verfrüht entlassen, um an ihrer Beerdigung teilnehmen zu können. Von einem surrealen Gefühl der Unwirklichkeit begleitet besteigt er ein Flugzeug, das ihn an einen Ort bringen soll, der nicht länger sein Zuhause ist. Neben ihm sitzt ein gut gekleideter älterer Herr. Er stellt sich als Mr. Wednesday vor. Obwohl sie sich gerade erst kennenlernen, weiß er Dinge über Shadow, die er unmöglich wissen kann und bietet ihm einen Job an. Shadow findet ihn seltsam, doch er hat kein Leben, zu dem er zurückkehren könnte. Er hat nichts zu verlieren. Er schlägt ein, unwissend, dass er schon bald in einen kosmischen Sturm hineingezogen werden wird. Um sich zu schützen, muss Shadow den Funken wiederfinden, der mit Laura starb: seinen Glauben.

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Verfasst von - 14. November 2017 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Arne Dahl – Neid

Der schwedische Autor Arne Dahl heißt eigentlich Jan Lennert Arnald. Ich vermute, dass er ein weiches Pseudonym nutzt, weil er seine schriftstellerische Tätigkeit von seiner Arbeit als Literaturwissenschaftler für die Schwedische Akademie, die jährlich den Nobelpreis für Literatur vergibt, trennen will. Aktuell gehört Arnald nicht zum Nobelkomitee und ich konnte leider nicht herausfinden, ob er in der Vergangenheit mit der Auswahl der Preisträger betraut war, aber die Vorstellung ist schon ziemlich cool.
Sein Pseudonym Arne Dahl, das meiner Ansicht nach übrigens wesentlich einprägsamer ist als Jan Lennert Arnald, kenne ich als Autor der politischen Thriller-Reihe „Opcop“, auf die mich mein Vater 2015 aufmerksam machte. Vom dritten Band „Neid“ erwartete ich erneut eine spannende, extrem intelligente Handlung voller politischer Implikationen.

Einem dänischen Wissenschaftler wird in Stockholm auf offener Straße die Kehle durchgeschnitten. Der Mord gleicht einer Hinrichtung, brutal, provokant und inszeniert. Der wichtigste Zeuge floh unbemerkt vom Tatort: ein rumänischer Bettler, der das Smartphone des Toten an sich nahm und jetzt im Besitz hochsensibler Daten ist, die ihn ebenfalls das Leben kosten könnten. Leider will der europäischen Operativeinheit Opcop niemand verraten, an welchem geheimen, brisanten Projekt der Wissenschaftler zuletzt arbeitete. Der verschwundene Rumäne ist ihre beste Spur, da Opcop bereits mit Hochdruck gegen die Bettlermafia und den europäischen Menschenhandel ermittelt.
Währenddessen wird die französische EU-Parlamentarierin Marianne Baillard mit kompromittierenden Fotos erpresst und bedroht. Sie plant, einen Gesetzesentwurf auf den Weg zu bringen, der ganz Europa verändern würde. Wer würde über Leichen gehen, um sie aufzuhalten?
Irgendwie sind beide Fälle miteinander verbunden. Nun liegt es bei der Opcop-Gruppe, herauszufinden, welche Parallelen bestehen, bevor weitere Menschen sterben.

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Verfasst von - 25. Juli 2017 in Politik, Rezension, Thriller

 

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Mark Lawrence – King of Thorns

Habt ihr schon mal den Begriff Grimdark gehört und euch gefragt, was das nun wieder ist? Grimdark ist ein Subgenre der Fantasy: die Charaktere sind zwielichtiger, ihre Entscheidungen fragwürdiger, ihre Handlungen gewalttätiger. Alles ist etwas extremer, härter, blutiger, kompromissloser. So würde ich Grimdark erklären, denn bisher scheint es keine einheitliche Definition zu geben. Mein persönlicher Favorit ist die Beschreibung des Autors Adam Roberts, der Grimdark ganz simpel als „Anti-Tolkien“ bezeichnet – obwohl ich nicht glaube, dass dieses Subgenre zwangläufig eine Definition braucht. Ich halte es für eine intuitive Kategorie, die lediglich eine bestimmte Atmosphäre vermitteln und eine gewisse emotionale Resonanz erzeugen sollte.
„King of Thorns“, der zweite Band der Trilogie „The Broken Empire“ von Mark Lawrence, qualifiziert sich nach meinen Maßstäben spielend als Grimdark.

Als Jorg Ancrath schwor, er würde im Alter von 14 Jahren König sein, wurde er verspottet und belächelt. Er bewies, dass er niemals leere Reden schwingt, strafte seinen Onkel für den Verrat an seiner Mutter und seinem Bruder und entriss ihm sein Königreich. Heute ist Jorg 18 Jahre alt, herrscht seit vier Jahren über das Gebirgsland Renar und befindet sich in einer deprimierend aussichtslosen Lage. Vor den Toren seiner Burg versammelt sich eine gewaltige Streitmacht, die Jorgs Truppen zahlenmäßig weit überlegen ist. Der Prinz der Pfeile ist entschlossen, Renar zu erobern, denn er will zum Imperator ernannt werden, um den Krieg der Hundert ein für alle Mal zu beenden. Jorgs Chancen, ihm zu trotzen, sind gering. Jedenfalls in einem fairen Kampf. Vor vier Jahren entdeckte der junge König während einer Reise Artefakte der Erbauer von unsäglicher Macht. Niemand hat behauptet, Jorg würde fair kämpfen, richtig?

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Erfahrungsbericht zum Reread von Harry Potter und Der Orden des Phönix

Der Tod der Unschuld

Erinnert ihr euch daran, dass zwischen der Veröffentlichung des vierten Bandes der „Harry Potter“ – Reihe, „Harry Potter und Der Feuerkelch“ (zum Erfahrungsbericht geht es HIER lang), und des fünften Bandes „Harry Potter und Der Orden des Phönix“ 3 Jahre vergingen? Ich nicht. Ich habe das Gefühl, ich müsste diese lange Wartezeit irgendwo in meinem Gedächtnis abgespeichert haben, aber vermutlich interessierten mich in dieser Zeitspanne andere Dinge einfach mehr.
Als „Der Orden des Phönix“ am 08. November 2003 in Deutschland erschien, war ich 14 Jahre alt. Was für ein Alter. Meine ganze Welt war im Begriff, sich zu verändern, weil ich mich veränderte. Ich verabschiedete mich spontan von meinen langen schwarzen Haaren auf der linken Seite meines Kopfes und ließ mir – lange, bevor es modern wurde – von einem Kumpel einen Halfcut rasieren. Ich trug mein erstes Paar Springerstiefel. Ich versuchte mich an der Rebellion der Jugend; wollte frei, wild und unabhängig sein. Die Punker-Szene zog mich magisch an, ich wollte unbedingt dazu gehören. Kein Jahr mehr und ich würde mein Elternhaus verlassen, um bei meinem damaligen Freund zu wohnen.

Dass Harry in dieser chaotischen Phase meines Lebens überhaupt seinen Platz hatte, ist ein kleines Wunder. Lesen war in den Kreisen, in denen ich mich bewegte, nicht hoch angesehen. Ich konnte diese Leidenschaft mit niemandem teilen. Ich verschwieg meine Liebe zum geschriebenen Wort nicht, aber ich erwähnte sie meiner Erinnerung nach nur sehr, sehr selten. Für mich war (und ist) Lesen selbstverständlich, etwas, das ganz natürlich zu mir gehörte. Ich musste nicht darüber sprechen und vielleicht habe ich einfach angenommen, dass all meine verrückten Freunde zu Hause auch lesen würden. Rückblickend weiß ich, dass das nicht der Fall war. Als Bücherwurm war ich in der Punker-Szene eine Kuriosität. Ich denke, es ist gut, dass mir das damals nicht bewusst war. Andernfalls hätte ich dieses Hobby eventuell aufgegeben, weil ich geglaubt hätte, dass sich das für eine richtige Punkerin nicht schickt. Die Anerkennung meines Umfelds war mir in diesem Alter so wichtig, dass ich bereit gewesen wäre, mich zu verbiegen. Wer weiß, wann und ob ich diesen Bestandteil meiner Persönlichkeit und Identität wiederentdeckt hätte. Die typisch jugendliche Eigenschaft, von sich auf andere zu schließen, diese blinde Ignoranz anderer Lebensweisen, bewahrte mich davor, zu vergessen, wie viel mir das Lesen bedeutet. Sie bewahrte mich davor, Harry zu vergessen.

Nichtsdestotrotz erinnere ich mich leider überhaupt nicht daran, in welcher Situation mir „Der Orden des Phönix“ das erste Mal begegnete. Ich weiß nicht, ob ich den Veröffentlichungstermin herbeisehnte, ob ich den fünften Band kurz darauf bekam oder länger warten musste. All diese Eindrücke prägten sich nicht tief genug ein, weil mein Leben damals voller Neuheiten und (subjektiver) Abenteuer war. Ich war abgelenkt. Ich finde das heutzutage schade, aber ich kann mir verzeihen. Es macht nichts, dass ich nicht mehr weiß, unter welchen Umständen ich den fünften Band das erste Mal las, denn ich erinnere mich sehr wohl an die Gefühle meines 14-jährigen Ichs während der ersten Lektüre – ich mochte ihn nicht besonders. Im Ernst. Kein Spaß. Natürlich handelte es sich dabei um Jammern auf hohem Niveau, schließlich ist es ein Potter und somit automatisch ein gutes Buch, doch ich erinnere mich, dass ich mich mit der Düsternis in „Der Orden des Phönix“ nicht wohl fühlte. In meinem persönlichen Ranking der Reihe stand er immer ganz unten.

Seit dem Tag, an dem Marina aka DarkFairy und ich 2016 begannen, alle „Harry Potter“ – Bände noch einmal zu lesen, vermutete ich, dass ich „Der Orden des Phönix“ als Erwachsene anders bewerten würde. Ich war von Anfang an überzeugt, dass sich meine Meinung wandeln würde. Als wir uns zum fünften Band vorgelesen hatten, war ich deshalb besonders gespannt, wie dieser auf mich wirken würde. Ich war bereit, neue Erinnerungen zu schaffen.

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Leonie Swann – Garou

2017-01-22-swann-garou

Als ich „Garou“ von Leonie Swann aus dem Regal zog und aufschlug, segelte mir ein altes Lesezeichen entgegen. Ich habe die Fortsetzung des erfolgreichen Schafskrimis „Glennkill“ vor Jahren schon einmal begonnen, dann aber abgebrochen. Ich meine mich zu erinnern, dass das Buch ein Fall von „Nicht auf den Bauch gehört“ war. Ich nahm es mir vor, obwohl ich eigentlich keine Lust darauf hatte. Das war ein Fehler, denn dadurch bildeten sich in meinem Kopf negative Assoziationen, die mich lange Zeit davon abhielten, es noch einmal hervorzuholen. Glücklicherweise habe ich meine Vorurteile letztendlich doch überwunden und fühlte mich bereit, „Garou“ eine zweite Chance zu geben.

So hatten sich die Schafe von Glennkill ihre lang ersehnte Europareise nicht vorgestellt. Die Europäer verstehen offenbar nichts von schaflicher Gastfreundschaft. Sie müssen ihr Winterquartier im Schatten eines französischen Schlosses mit einer Ziegenherde teilen. Ziegen! Jedes Schaf weiß, dass Ziegen verrückt sind. Dass sich Menschen ihrer Verrücktheit anschließen, ist allerdings neu. Hinter vorgehaltener Hand flüstern sie von einem Loup Garou, einem Werwolf, der auf dem Schlossgelände sein Unwesen treiben soll. Ein Wolf im Menschenpelz? Ist das möglich? Die Glennkill-Schafe wollen nicht so recht an die unheimliche Legende glauben, doch als sie eine Leiche im Schnee entdecken, bleibt ihnen keine andere Wahl, als die Dinge selbst in die Hufe zu nehmen. Motiviert durch Kraftfutter und ausgestattet mit solider Schafslogik beginnen sie zu ermitteln, um die Herde und ihre Schäferin Rebecca zu schützen. Die Spuren führen tief in die Geschichte des alten Schlosses. Handelt es sich tatsächlich um einen Loup Garou oder verbergen sich hinter den dicken Mauern weitere Geheimnisse?

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Verfasst von - 28. Februar 2017 in Humor, Krimi, Rezension

 

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