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Eric Scott Fischl – Dr. Potter’s Medicine Show

Wisst ihr, was eine Medicine Show ist? Im 19. Jahrhundert reisten selbsternannte Wunderheiler in Pferdewagen durch die USA und versuchten, selbstzusammengerührte Heilmittelchen an die Leute zu bringen. Meist waren diese Verkaufsveranstaltungen mit einem Unterhaltungsprogramm verbunden. Eine Mischung aus Zirkus, Kirmes und Kaffeefahrt. Da Herstellung und Vertrieb von Medikamenten noch keinen gesetzlichen Regelungen unterworfen waren (erst ab 1906), konnte sich jeder zum Quacksalber aufschwingen, der den Willen und die finanziellen Voraussetzungen besaß. Dementsprechend waren diese Mittel oft wirkungslos oder sogar schädlich – großzügig versetzt mit Alkohol, Opium oder Kokain. Eine Geschichte, die in diesem Umfeld spielt, erschien mir äußerst vielversprechend. Ich konnte nicht widerstehen, als ich „Dr. Potter’s Medicine Show“ von Eric Scott Fischl bei Netgalley entdeckte.

Hereinspaziert, hereinspaziert! Kommen Sie näher, kommen Sie näher! Überzeugen Sie sich selbst von der wundersamen Wirkung von Dr. Hedwiths Chock-a-saw Sagwa Tonikum! Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Rheuma – dieses großartige Elixier heilt jede geistige oder körperliche Krankheit!
Diese oder eine ähnliche Ansprache hält Dr. Alexander Potter in jeder neuen Stadt, die er mit seiner Medicine Show besucht, obwohl er weiß, dass das Tonikum im besten Fall lediglich abhängig macht. Im schlimmsten Fall… erweckt es die Menschen. Zu viele Jahre arbeitet der Sezessionskriegsveteran schon für Dr. Hedwith und seinen grausamen Handlanger Lyman Rhoades, trägt eine alte Schuld ab, die ihn auf ewig an den Doktor fesselt und in dessen alchemistische Experimente verstrickt. Zu lange schon wartet Alexander darauf, seine Freiheit zurückzugewinnen. Seine Chance kommt, in Person des verzweifelten Zahnarztes Josiah McDaniel, dem das Sagwa Tonikum alles nahm und der nun schwört, sich an Dr. Hedwith zu rächen. Gemeinsam stellen sie sich dem Kampf gegen einen Mann, der nichts zu verlieren hat – außer der Unsterblichkeit.

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Leonie Swann – Garou

2017-01-22-swann-garou

Als ich „Garou“ von Leonie Swann aus dem Regal zog und aufschlug, segelte mir ein altes Lesezeichen entgegen. Ich habe die Fortsetzung des erfolgreichen Schafskrimis „Glennkill“ vor Jahren schon einmal begonnen, dann aber abgebrochen. Ich meine mich zu erinnern, dass das Buch ein Fall von „Nicht auf den Bauch gehört“ war. Ich nahm es mir vor, obwohl ich eigentlich keine Lust darauf hatte. Das war ein Fehler, denn dadurch bildeten sich in meinem Kopf negative Assoziationen, die mich lange Zeit davon abhielten, es noch einmal hervorzuholen. Glücklicherweise habe ich meine Vorurteile letztendlich doch überwunden und fühlte mich bereit, „Garou“ eine zweite Chance zu geben.

So hatten sich die Schafe von Glennkill ihre lang ersehnte Europareise nicht vorgestellt. Die Europäer verstehen offenbar nichts von schaflicher Gastfreundschaft. Sie müssen ihr Winterquartier im Schatten eines französischen Schlosses mit einer Ziegenherde teilen. Ziegen! Jedes Schaf weiß, dass Ziegen verrückt sind. Dass sich Menschen ihrer Verrücktheit anschließen, ist allerdings neu. Hinter vorgehaltener Hand flüstern sie von einem Loup Garou, einem Werwolf, der auf dem Schlossgelände sein Unwesen treiben soll. Ein Wolf im Menschenpelz? Ist das möglich? Die Glennkill-Schafe wollen nicht so recht an die unheimliche Legende glauben, doch als sie eine Leiche im Schnee entdecken, bleibt ihnen keine andere Wahl, als die Dinge selbst in die Hufe zu nehmen. Motiviert durch Kraftfutter und ausgestattet mit solider Schafslogik beginnen sie zu ermitteln, um die Herde und ihre Schäferin Rebecca zu schützen. Die Spuren führen tief in die Geschichte des alten Schlosses. Handelt es sich tatsächlich um einen Loup Garou oder verbergen sich hinter den dicken Mauern weitere Geheimnisse?

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Verfasst von - Februar 28, 2017 in Humor, Krimi, Rezension

 

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Laurell K. Hamilton – The Laughing Corpse

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Seit ich begonnen habe, die „Anita Blake“-Reihe von Laurell K. Hamilton noch einmal auf Englisch zu lesen, plagt mich die Frage, was beim deutschen Verlag schiefgelaufen ist. Der erste Band „Guilty Pleasures“ erschien 1993 in den USA. Bastei Lübbe begann erst 2003, die Reihe herauszugeben. Das heißt, in Deutschland mussten wir nie abwarten, bis ein neuer Band geschrieben war, weil wir weit hinterherhinkten. Trotz dessen waren die Veröffentlichungen seit dem 8. Band „Ruf des Blutes“ (OT: „Blue Moon“) unregelmäßig. In den zwei Jahren zwischen Band 7 und 8 muss etwas passiert sein, denn „Ruf des Blutes“ hatte plötzlich auch ein anderes Design. Erhielt die Reihe eine_n neue_n Betreuer_in? Gab es Probleme mit den Lizenzen? Verlangte die Übersetzerin mehr Geld? Was immer es war, in der Folge wurden Entscheidungen getroffen, die dazu beitrugen, dass sich die Reihe finanziell nicht mehr rentierte. Glücklicherweise ist der amerikanische Markt unabhängig, sodass ich mich beruhigt meinem Reread widmen kann, was ich mit dem zweiten Band „The Laughing Corpse“ auch getan habe.

Eine grausame Mordserie erschüttert St. Louis. Die Opfer sind junge Familien, die völlig zerfleischt in ihren Häusern gefunden werden. Kein Mensch könnte diese Verheerung anrichten. Deshalb wird das Spukkommando der Polizei auf den Plan gerufen und mit ihm Anita Blake, Animatorin und Vampirhenkerin. Anita vermutet hinter den Angriffen das Werk eines fleischfressenden Zombies, aber wer könnte und würde so etwas Abscheuliches tun? Anita fällt bloß eine Person ein, die mächtig und bösartig genug ist, um einen Zombie als Mordwaffe einzusetzen: Dominga Salvador. Der Gedanke, sich mit der Voodoo-Königin anzulegen, lässt das Blut in Anitas Adern gefrieren. Doch will sie die Leben Unschuldiger schützen, hat sie keine andere Wahl, als ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen.

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Verfasst von - November 15, 2016 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Jonathan L. Howard – Totenbeschwörer

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Die „Johannes Cabal“ – Reihe begann ich 2013. Obwohl ich den Auftakt „Seelenfänger“ mochte und bereits zwei Folgebände besaß, hielt ich mich mit dem Weiterlesen zurück, weil ich warten wollte, bis sie weiter fortgeschritten ist. Der vierte Band erschien 2014 in Englisch, also wollte ich ausharren, bis dieser übersetzt wäre. Ich wartete und wartete. Im Juli 2016 war meine Geduld am Ende. Ich fragte die Twitter-Community um Rat, ob eine Übersetzung nach zwei Jahren noch wahrscheinlich sei. Meine liebe Blogger-Kollegin Elizzy wandte sich für mich an den Autor Jonathan L. Howard, der dann auch prompt antwortete, dass er leider keinen deutschen Vertrag über den vierten und fünften Band habe. Unerhört. Er riet mir, Mundpropaganda für die Reihe zu betreiben, denn stiegen die Verkaufszahlen, würde Goldmann seinen Vertrag eventuell ausweiten. Deal. Einen Monat später nahm ich mir den zweiten Band „Totenbeschwörer“ vor und erfülle nun hiermit meinen Part, euch von dem Buch zu erzählen.

Nekromanten haben es schwer. Von der Welt gehasst und verfolgt, kann ein Nekromant nicht einmal ohne Komplikationen ein Buch ausleihen. Gut, Johannes Cabal wollte das Buch nachts ausleihen, als die Bibliothek verlassen war. Er hatte auch nicht vor, es jemals zurückzugeben oder Ausleihgebühren zu zahlen. Aber das ist noch lange kein Grund, ihn ins Gefängnis zu werfen und zu exekutieren, oder? Während Cabal in seiner Todeszelle über diese Ungerechtigkeit nachgrübelt, erhält er überraschenden Besuch. Ein hoher Staatsmann verspricht, ihn zu begnadigen, wäre er bereit, seine Fähigkeiten einzusetzen, um den unerwartet und gänzlich unpassend verstorbenen Kaiser des Reiches vorübergehend wiederzubeleben. Cabal erkennt die Gunst der Stunde und lässt sich auf die Vereinbarung ein. Doch damit fangen seine Probleme erst an…

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Verfasst von - September 16, 2016 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy

 

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Veronica Roth – Allegiant

„Allegiant“

Divergent #3 - Allegiant - Veronica Roth

Reihe: Divergent #3

Autor: Veronica Roth

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 526 Seiten

Verlag: Katherine Tegen Books

Sprache: Englisch

ISBN: 0062287338

Genre: Science Fiction > Dystopie > Young Adult

ausgelesen am: 21.04.2014

Bewertung:

Das Ende einer guten Reihe oder Trilogie ist für mich immer eine recht emotionale Angelegenheit. Ein angemessener Abschluss ist essentiell wichtig, um lieb gewonnene Charaktere befriedigt verlassen zu können, doch selbst dann fällt mir das in der Regel ziemlich schwer, weil ich mich oft stark mit den Figuren identifiziere. Im Fall der Divergent – Trilogie hoffte ich daher, dass noch alle offenen Fragen geklärt werden und die Figuren eine echte Chance auf ein friedliches Leben bekommen.

Das Finale „Allegiant“ beginnt kurz nach der Veröffentlichung des Edith Prior – Videos: Evelyn und die Fraktionslosen haben die Stadt übernommen und das Fraktionssystem abgeschafft. Doch was in der Theorie Freiheit bedeuten sollte, bedeutet nun in der Praxis Zwang. Evelyn führt die Gesellschaft mit harter Hand und bestraft schonungslos jedes Anzeichen von Sympathie mit dem ehemaligen System. Darüber hinaus weigert sie sich, die Anweisungen Edith Priors umzusetzen; niemand darf die eingezäunte Stadt verlassen. Doch Tris, Tobias und ihre Freunde wollen das nicht hinnehmen und schließen sich der Rebellengruppe Allegiant an, die sowohl das Fraktionssystem wiederherstellen und Evelyn stürzen als auch die Welt außerhalb der Stadt erkunden will. In einer abenteuerlichen Flucht gelingt es ihnen, die Grenze zu überwinden. Außerhalb der Stadt werden sie bereits erwartet und darüber aufgeklärt, was es mit ihrer umzäunten Heimat und den Divergents auf sich hat. Die Antworten auf ihre Fragen sind jedoch weniger zufriedenstellend, als es sich Tris und Tobias erhofft hatten…

Bezüglich der Bewertung von „Allegiant“ geriet ich innerlich in einen ziemlich starken Konflikt. Auf der einen Seite stand mein Rationalismus, der mir sagte, dass Veronica Roth‘ Aufklärung ihrer Dystopie und des Phänomens der Divergents für mich nicht einhundertprozentig überzeugend war. Auf der anderen Seite beharrten meine Emotionen darauf, dass der Roman mich tief berührte und eine nachhaltige Identifikation mit den Figuren auslöste, sodass es mir wie üblich schwer fiel, mich von ihnen zu verabschieden. Wie sollte ich diesen Zwiespalt in einer konkreten Anzahl von Sternen erfassen?
Zwar wurden alle noch bestehenden Unklarheiten in einen größeren Zusammenhang gebracht, aber ich fand die Hintergründe des Divergent – Universums eher weniger befriedigend. Ich hatte erhebliche Zweifel daran, dass Veronica Roth‘ Erklärung der bestehenden Umstände wirklich realistisch ist. Natürlich hat sie als Autorin einen gewissen Spielraum hinsichtlich künstlerischer Freiheit und der literarischen Umsetzung umstrittener Theorien; doch ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Menschen und vor allem Regierungen sich so verhalten würden, wie sie es schildert. Ansonsten ist die Handlung durchaus spannend, wird jedoch hauptsächlich von den sympathischen Figuren getragen und bewegt sich in einer sehr kleinen räumlichen Dimension. Die Geschichte spielt ausschließlich im Großraum Chicagos, den LeserInnen wird kein wahrhafter Eindruck der Dystopie außerhalb dieses Gebiets vermittelt, sodass sich das Gefühl entwickelt, sich in einer Art Quarantäne zu bewegen.
All diese Bedenken hinderten mich allerdings nicht daran, die schon bestehende Beziehung zu den Figuren noch zu vertiefen. Diese verhalten sich ab und an auch mal ein wenig unrealistisch, aber Roth hat ihnen trotz dessen so viel Leben eingehaucht, dass mich ihr Schicksal wirklich interessierte und auch berührte. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Tris und Tobias allen Widerständen zum Trotz wieder zueinander finden und habe getrauert, da Roth die Sterbefreudigkeit ihrer Charaktere weiter beibehält. Ganz am Ende sind bei mir sogar ein paar Tränchen geflossen, weil die letzten Ereignisse unheimlich emotional sind.

Letztendlich habe ich bei der Bewertung die Emotionalität über den Rationalismus siegen lassen und mich für vier Sterne entschieden. Wenn mich ein Buch wie „Allegiant“ zu Tränen rührt, kann ich jegliche Kritik hinsichtlich Handlung und Realismus verzeihen. Dementsprechend empfand ich das Finale der Divergent – Trilogie als würdig, denke aber auch, dass drei Bände absolut ausreichend waren. Für mich ist die Geschichte beendet.
LeserInnen, die bereits „Divergent“ und „Insurgent“ gelesen haben, sollten unbedingt auch „Allegiant“ lesen, da hier nun endlich alle Geheimnisse aufgedeckt werden und einen Sinn bekommen. Die Dystopie ist weniger realistisch, als ich gehofft hatte, doch die Charaktere sind liebevoll konstruiert, wodurch sie mir wirklich ans Herz wuchsen und ich bin mir sicher, dass interessierte LeserInnen eine ähnliche Erfahrung machen können.

 

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