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Steven Erikson – Die Stadt des blauen Feuers & Tod eines Gottes

Nach der Zerstörung Mondbruts fanden die Tiste Andii in Schwarz-Korall eine neue Heimat. Sie hüllten die Stadt in ewige Nacht, eine Reminiszenz an Kurald Galain. Doch Mutter Dunkel ist noch immer taub für die Nöte ihrer Kinder. Vor den Toren Schwarz-Koralls entstand der Kult des Erlösers: aus ganz Genabackis pilgern Menschen zum Grabhügel des gefallenen Schild-Amboss Itkovian und bitten um seinen Segen. Der Erlöser stellt keine Ansprüche. Er schließt ausnahmslos jede Seele in seine Arme. Er ist wehrlos, verletzlich gegenüber denjenigen, die seinen Kult zu missbrauchen gedenken. Denn Itkovian ist nicht der einzige Aufgestiegene, dessen Einfluss in Schwarz-Korall spürbar ist. Aus den Tiefen des Chaos steigt der Sterbende Gott empor, der süßes Vergessen verspricht. Seine Anhänger_innen planen, den Erlöser zu überwältigen und Schwarz-Korall zu übernehmen. Mehr denn je brauchen die Andii die Führung ihres Lords Anomander Rake, dieser schaut jedoch sorgenvoll nach Darujhistan.
In der Stadt des blauen Feuers kündigt sich eine gewaltige Konvergenz an. Reisende nähern sich der Metropole, Schlitzer kehrt in Begleitung seiner Gefährten zurück in die Straßen seiner Jugend, malazanische Veteran_innen und die Assassinengilde liefern sich blutige Scharmützel, das Azath-Haus speit Totgeglaubte aus und in der Ferne ist das Geheul furchteinflößender Hunde zu hören. Darujhistan ist in Aufruhr. Leben und Tod tanzen Hand in Hand und noch immer giert der Verkrüppelte Gott nach jedem Fetzen Macht, dem er habhaft werden kann. Im Schatten der Konvergenz richtet er seinen Blick auf das verfluchte Schwert Dragnipur, dessen schwarzes Herz tausende Seelen knechtet. Sein Träger ist Anomander Rake und so obliegt es dem Sohn der Dunkelheit, Schwarz-Korall und Darujhistan gleichermaßen vor dem Gift zweier wahnsinniger Götter zu bewahren. Ein Gott muss sterben, damit ein anderer aufgehalten werden kann.

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Daphne Unruh – Himmelstiefe

„Himmelstiefe“

himmelstiefe

Reihe: Zauber der Elemente #1

Autor: Daphne Unruh

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 412

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Sprache: Englisch

ISBN: 1480179299

Genre: Fantasy > Urban Fantasy > Young Adult

ausgelesen am: 07.07.2014

Bewertung:

Ich habe lange versucht, „Himmelstiefe“ von Daphne Unruh bei eBay zu ersteigern. Irgendetwas ist mit diesem Buch, dass die eBayer komplett ausflippen, wenn es in seltenen Fällen in der Angebotsliste auftaucht. Da wird dann gern auch mal wesentlich mehr als der Neupreis geboten. Ich konnte darüber immer nur den Kopf schütteln und habe dieses Jahr dann beschlossen, es mir einfach neu zu kaufen. Ich dachte, dass ein Buch, das so heiß begehrt ist, phänomenal gut sein muss. Auch bei Goodreads sind die Bewertungen weitgehend positiv, sodass es einen durchschnittlichen Wert von 4,02 Sternen hat. Ich begann die Lektüre daher reichlich optimistisch.

Noch 250 Schultage trennen Kira von der Freiheit. Dann ist sie 18, hat endlich ihr Abitur und kann sich auf und davon machen. Doch das letzte Schuljahr hält weit mehr für Kira bereit, als sie es sich jemals vorzustellen wagte. Sie entwickelt merkwürdige Symptome, die zu keiner bekannten Krankheit passen und wird das Gefühl nicht los, von seltsamen Schatten verfolgt zu werden. Kiras Eltern glauben ihr nicht und wissen sich nicht anders zu helfen, als sie in eine psychiatrische Klinik einzuweisen.
Zum Glück kann Kira fliehen und findet den Weg zu dem einzigen Ort, an dem ihr wahrhaft geholfen werden kann: die Akademie der Elemente in der magischen Welt. Denn Kira kann mit ihren Fähigkeiten die Elemente ihrem Willen unterwerfen. An der Akademie soll sie ausgebildet werden. Allerdings merkt Kira schnell, dass sie erneut anders ist. Während die anderen Schüler jeweils nur ein Element beherrschen können, ist sie zu weit mehr fähig. Kira ist unglaublich mächtig, doch das bringt einen Haufen Probleme mit sich…

Anfangs fand ich das Buch super. Es las sich packend und flüssig; ich mochte Kira, weil sie auf mich wie eine taffe, etablierte und freiwillige Außenseiterin wirkte und fand die Entwicklung ihrer Fähigkeiten spannend. Leider blieb das nicht so. Stück für Stück wurde Kira immer oberflächlicher. Von stark und unabhängig mutierte sie zu kindlich trotzig und dauerhaft verängstigt. Ich hätte dafür Verständnis aufgebracht, wäre diese Verhaltensweise nur vorübergehend gewesen, aber nein, es wurde schlimmer. Als sie in der Akademie der Elemente ankommt, ist Kira wie durch ein Wunder offenbar plötzlich nicht mehr 17, sondern 12 Jahre alt. Sie ist sprunghaft, aufbrausend und permanent verunsichert, so, als würde nicht ein rationaler Gedanke den Weg durch ihre Gehirnwindungen schaffen. Zusammenhänge zu erkennen ist nicht gerade ihre Stärke, völlig egal, wie offensichtlich sie sind. Daher hatte ich ständig das Gefühl, ihr gedanklich mindestens drei Schritte voraus zu sein. Für mich war „Himmelstiefe“ dementsprechend selten überraschend und weitgehend vorhersehbar. Verdutzt war ich nur immer wieder davon, was für ein unsensibler Trampel die Protagonistin ist. Ich kann nicht zählen, wie oft ich ihr gern den Mund zugehalten hätte. Sie ist dermaßen schnell bereit, andere zu verurteilen, dass es mich massiv geärgert hat, wie bereitwillig die Nebencharaktere ihr ihre Eskapaden verzeihen. Wer so ich-bezogen ist und andere verletzt, verdient keine Nachsicht. Aber natürlich musste das so sein, denn Kira ist das definite Zentrum des Romans. Alle Nebenfiguren sind perfekt auf sie abgestimmt und bewegen sich lediglich in ihrem Kielwasser. Für mich hatte keine einzige eine eigenständige Persönlichkeit, als könnten sie ohne Kira nicht existieren.
Diese Defizite auf der Charakterebene fand ich besonders enttäuschend, weil Daphne Unruhs Ideen für ihre magische Welt eigentlich zauberhaft sind, obwohl sie eindeutig mehr Gewicht auf die Beschreibung der Kontrolle der Elemente hätte legen können. Ich weiß im Grunde immer noch nicht, wie es sich für Kira anfühlt, so viel Macht zu haben und Feuer, Wasser, Erde, Luft und Äther ihren Willen aufzuzwingen.

In meinen Augen hat Daphne Unruh das große Potential ihrer Geschichte verschenkt, weil sie sich auf ihre nervige, infantile Protagonistin konzentrierte. Ich kann Kira nicht ausstehen. „Himmelstiefe“ fokussiert Kira so umfassend, dass ich nicht mal die Möglichkeit hatte, mich von meiner Abneigung abzulenken. Immer steht sie im Mittelpunkt; nie geht es um etwas anderes als sie.
Die Geschichte selbst finde ich zwar nett, aber wenig aussagekräftig. Was soll mir Kiras Schicksal bitte mitteilen? „Hab keine Hemmungen, dich verletzend zu benehmen, denn dir wird sowieso verziehen“?
Im nächsten Band „Schattenmelodie“ geht es nicht um Kira, sondern um ihre Freundin Neve. Ich habe diese Fortsetzung auf meine Vielleicht – Liste gesetzt, glaube aber kaum, dass ich sie je lesen werde, denn auch Neve steht auf meiner Sympathieskala recht weit unten. Kira ist ja wenigstens noch temperamentvoll, Neve hingegen ist einfach nur devot.
Ich weiß nicht, wie ich „Himmelstiefe“ empfehlen soll. Vielleicht ist dieser Roman nur etwas für LeserInnen, die verständnisvoller sind als ich. Vielleicht gehe ich zu hart mit Kira ins Gericht. Entscheidet selbst, wie viel ihr einer Protagonistin verzeihen könnt.

 
 

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