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Schlagwort-Archive: April 2019

Montagsfrage: Vor oder zurück?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich hoffe, ihr habt mich letzte Woche nicht vermisst, weil ich die Montagsfrage kommentarlos ausfallen ließ. Die Frage kam recht spät, es war ein Feiertag, meine Familie war zu Besuch, das Wetter war sensationell und irgendwie kam einfach alles zusammen, sodass ich keine Lust hatte, Zeit vor dem Rechner zu verbringen. Diese Woche bin natürlich wieder ganz regulär am Start und mache mich ohne weitere Umschweife an die Beantwortung der neuen Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Prequel oder Sequel?

Antonia hat wirklich eine Schwäche für komplizierte Fragen. Meiner Meinung nach müssen wir uns als Voraussetzung für eine Antwort erst einmal darauf einigen, wie sich Prequel und Sequel im Buchuniversum überhaupt definieren. Beide Begriffe stammen aus dem Filmjargon. Laut Wikipedia handelt es sich bei einem Prequel um „eine Erzählung, die als Fortsetzung zu einem Werk erschien, deren Handlung aber in der internen Chronologie vor diesem angesiedelt ist“; bei einem Sequel hingegen um einen „Film, der die Handlung eines Vorgängerfilms fortführt“. Ich finde, diese Definitionen müssen im Kontext von Literatur ein wenig abgewandelt bzw. loser formuliert werden, denn in beiden Fällen fehlt mir die Option, eine weitere, eigenständige Geschichte im selben Universum anzusiedeln. Diese Variante zählt für mich ebenfalls dazu, selbst wenn andere Charaktere und eine komplett neue Handlung fokussiert werden. Der einzig entscheidende Faktor ist die Chronologie. Die daraus resultierende Bandbreite erschwert es mir, mich festzulegen, ob ich Prequels oder Sequels lieber mag. Es kommt darauf an.

Tendenziell bevorzuge ich wohl eher Sequels. Prequels können ihren Reiz haben, aber ich verzichte zum Beispiel häufig darauf, Kurzgeschichten zu lesen, die zeitlich VOR einer Buchreihe spielen. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass ich generell kein großer Freund von Kurzgeschichten bin, doch in den meisten Fällen interessieren mich diese zusätzlichen Informationen zu bestimmten Figuren der Reihe einfach nicht. Ich schaue lieber in die Zukunft als in die Vergangenheit.
Manchmal sind diese Rückschauen allerdings auch sehr hilfreich, um die Motivationen eines Charakters besser zu verstehen. Ein passendes Beispiel ist „Fairest“ von Marissa Meyer. Die Novelle erschien als Zwischenband der „Lunar Chronicles“, beleuchtet jedoch die Vergangenheit der bösen Königin Levana. Diese Geschichte empfand ich als äußerst wertvoll, weil ich nach der Lektüre besser begreife, warum Levana bestimmte Entscheidungen innerhalb der Reihe trifft. Ich kann Prequels folglich durchaus schätzen, sie müssen mir allerdings wirklich einen Mehrwert bieten und nicht nur bestätigen, was ich bereits weiß.

Um zu erklären, wieso mir Sequels mehr zusagen, möchte ich Tad Williams heranziehen. Seine Trilogie (im Deutschen Tetralogie) „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ ist ein Klassiker der High Fantasy. Der erste Band „Der Drachenbeinthron“ wurde 1988 erstveröffentlicht, das Finale „Der Engelsturm“ 1993. 2017, 29 Jahre nach „Der Drachenbeinthron“ , kehrte er wieder in das Universum Osten Ard zurück, erst mit dem Übergangsband „Das Herz der Verlorenen Dinge“, dann mit dem Auftakt „Die Hexenholzkrone“ seiner neuen Trilogie „Der Letzte König von Osten Ard“. Das Vorwort von „Das Herz der Verlorenen Dinge“ ist eine wundervolle, ergreifende Danksagung an seine Fans, ohne die er ihm zufolge niemals nach Osten Ard zurückgefunden hätte. Ich hätte schon da beinahe geheult. Als ich dann mit „Die Hexenholzkrone“ begann, hatte ich eine echte, sichtbare Gänsehaut, weil nicht nur in der Realität fast 30 Jahre vergangen sind, sondern auch in Osten Ard. Ich kann kaum ausdrücken, wie berührend es war, all die Charaktere, die ich aus „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ kannte, um 30 Jahre gealtert wiederzutreffen. Das war ein sehr besonderer Moment meiner Lesekarriere, den meiner Ansicht nach kein Prequel jemals toppen kann. Ich sehe meine Figuren lieber gereift und erlebe, wie sie sich weiterentwickelt haben, statt ihrer Jugend einen Besuch abzustatten.

Handelt es sich hingegen um eine Geschichte, die lediglich dasselbe Universum als Setting nutzt, ist mir die Chronologie nicht wichtig. Mit neuen Figuren und einer neuen Handlung ist mir die Kategorisierung als Prequel oder Sequel egal, weil der Bezug zur ursprünglichen Geschichte ja nur auf geografischen und kulturellen Gegebenheiten basiert. Tauchen dann am Rande Charaktere auf, die ich schon kenne, freue ich mich einfach, unabhängig davon, ob sie jünger oder älter sind als bei meinem ersten Zusammentreffen mit ihnen. Diese Cameo-Auftritte zaubern mir immer ein Lächeln ins Gesicht.

Heute kann ich euch demzufolge keine simple Antwort bieten. Obwohl ich eher zu Sequels tendiere, können mir Prequels ebenfalls gefallen, wenn sie mir Informationen bieten, die mein Verständnis eines bestimmten Aspekts der Originalgeschichte erweitern. Es gibt überflüssige Fortsetzungen, genauso wie es überflüssige Vorgeschichten gibt. Ich möchte mich daher nicht festlegen und schließe mit einem entschiedenen Jein. 😉

Tummelt ihr euch lieber in der Zukunft oder der Vergangenheit?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen großartigen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Grüße zum Welttag des Buches!

Hallo ihr Lieben! 🙂

Füße hoch, Bücher raus – es ist Welttag des Buches! Genießt den Feiertag und macht es euch so richtig gemütlich, heute ist es erlaubt. Lesen ist wundervoll, lehrreich, horizonterweiternd, toleranzstiftend und noch so vieles mehr. Wir können dankbar sein, dass wir einfachen, freien und unzensierten Zugang zu Literatur haben, denn das ist keine Selbstverständlichkeit. Deshalb habe ich beschlossen, heute mit der Tradition zu brechen und kein Gewinnspiel zu veranstalten. Ich möchte stattdessen, dass wir alle einen Moment innehalten, um die Bücher in unseren Regalen als die Symbole wertzuschätzen, die sie sind.

Schaut hin. Spürt ihre Gegenwart. Fühlt ihre Bedeutung.
Lesen ist Freiheit.

Alles Liebe,
Elli ❤

 
 

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Montagsfrage: Meinungsänderungen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Am Wochenende ist Ostern. In Berlin bedeutet das natürlich kaum mehr als Schokoladenosterhasen in den Regalen, bunte Eier überall und freie Tage, da der christliche Glaube hier kaum praktiziert wird, aber ich wüsste gern, wie ihr Ostern feiert. Besucht ihr eine Kirche? Sucht ihr Eier? Stopft ihr euch mit Schoki voll? Außerdem habe ich überlegt, ob es eigentlich österliche Literatur gibt. Grundsätzlich lesen einige von euch ja gern saisonal, trifft das auch auf dieses Fest zu? Erzählt mir doch, ob ihr eure Lektüre passend dazu auswählt und falls ja, welche Bücher das sind. Ich bin wirklich neugierig! 🙂
Während ihr noch über Ostern grübelt, widme ich mich schon mal der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Gibt es einen Autor oder eine Autorin, den/die du früher sehr bewundert hast, heute aber kritischer siehst?

Bewunderung ist vermutlich ein zu starkes Wort, aber meine Meinung von James Frey hat sich maßgeblich verändert, seit ich herausgefunden habe, wie er junge Autor_innen behandelt. Ihr kennt ihn vielleicht durch seine YA-Trilogie „Endgame“, mir hingegen fiel er als Autor der „Lorien Legacies“ auf, der sich hinter dem Pseudonym Pittacus Lore verbirgt. Die Geschichte seiner Karriere ist lang und kompliziert. Ich möchte hier nicht allzu weit ausholen, doch ein paar Fakten muss ich bereitstellen, damit ihr versteht, wieso ich diesen Mann dermaßen abstoßend finde, dass ich ihn auf meine persönliche schwarze Liste gesetzt habe.

James Frey wurde berühmt durch seine Autobiografie „A Million Little Pieces“. Bestseller, internationale Aufmerksamkeit, ein Auftritt bei Oprah, das ganze Paket. Dann wurde allerdings bekannt, dass dieses Buch gar nicht so autobiografisch ist, wie Frey behauptete. Einige Schlüsselszenen, die sich mit seiner angeblich kriminellen Vergangenheit und seinem Drogenentzug beschäftigen, sind hemmungslos ausgeschmückt und übertrieben. Frey hatte gelogen, im großen Stil. Ihm schlug eine Welle der Empörung entgegen; er wurde mehr oder weniger aus dem literarischen Geschäft in den USA verbannt. Frey verkraftete diesen Rückschlag sehr schlecht. Er zog sich eine Weile zurück, war verletzt, gedemütigt und zornig, weil sein Traum, ein beachteter Autor zu werden, geplatzt war.

Nach einer Phase des Schmollens beschloss Frey, zurückzuschlagen und sich an der gesamten Buchbranche zu rächen. Er gründete die Firma Full Fathom Five. Dieses Unternehmen funktioniert als eine Art Literaturwerkstatt: Autor_innen sind dort angestellt und produzieren hochkommerzielle, marktorientierte Bücher im YA-Segment, die den Mainstream-Geschmack befriedigen, ohne über irgendeinen Mehrwert zu verfügen. Es sind Geschichten, die Geld drucken, statt zu berühren. Dieses Geschäftsmodell widerspricht selbstverständlich meinen romantischen Vorstellungen von der Entstehung von Literatur, aber es ist per se kein Teufelswerk. Im Gegenteil, ich verstehe, dass ein Job bei Full Fathom Five jungen Autor_innen attraktiv erscheint, um sich erst einmal einen Namen zu machen und sich ein finanzielles Polster zu schaffen. Deshalb lehne ich James Frey nicht ab. Mein Problem besteht in den Verträgen, die dort mit aufstrebenden Schriftsteller_innen geschlossen werden/wurden.

Wer für Full Fathom Five schreibt, verkauft seine Seele. Die Kontrolle liegt beim Unternehmen, nicht bei den Autor_innen. Sie treten alle Urheberrechte ab, müssen Änderungswünsche minutiös und punktgenau umsetzen, werden unterirdisch bezahlt, haben keine Entscheidungsgewalt bezüglich der Verwendung von Pseudonymen und so weiter und so weiter und so fort. Meiner Meinung nach ist Full Fathom Five ein Ausbeuterbetrieb, der die Träume von Nachwuchsschriftsteller_innen ausnutzt. Ich finde das zutiefst verwerflich, abscheulich und ethisch fragwürdig. James Frey hat meiner Ansicht nach überhaupt kein Interesse daran, jungen Talenten bei den ersten Schritten auf dem Weg zu ihrer großen Karriere zu helfen. Er will Geld scheffeln und der Buchbranche, die ihn schlecht behandelte, so viel nichtssagende Literatur in den Rachen stopfen, bis sie daran erstickt. Das ist menschlich die allerunterste Schublade und damit möchte ich nichts zu tun haben. Deswegen lese ich grundsätzlich keine Bücher mehr, die von Full Fathom Five auf den Markt geworfen werden und versuche, die Wahrheit über James Frey so weit wie möglich zu verbreiten.

Falls ihr euch für die gesamte Geschichte interessiert, möchte ich euch meine Beitragsserie aus 2016 ans Herz legen, in der ich detailliert beschreibe, wie James Frey von einem Bestseller-Autor zum Enfant terrible der US-amerikanischen Buchbranche wurde, wann und wie er Full Fathom Five gründete und wie die Arbeitsbedingungen dort aussehen (oder aussahen, es ist nicht klar, ob sich die Vertragsklauseln gelockert haben):

James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #1: Münchhausens Erbe
James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #2: Literatur vom Fließband
James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #3: Full Fathom Five – Ein Ausbeuterbetrieb?
James Frey & Full Fathom Five | Die Chronik der Skrupellosigkeit – Teil #4: Die Rache eines Bad Boys

Welche Autor_innen seht ihr heute völlig anders als früher?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fabulösen Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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[Rund ums Buch] Lieber Verlag blanvalet, …

Hallo ihr Lieben 🙂

Morgen werde ich die Doppelrezension zu „Die Stadt des blauen Feuers“ und „Tod eines Gottes“ (Das Spiel der Götter #8) von Steven Erikson veröffentlichen. Ich habe beim Schreiben dieser Besprechung wieder einmal alle üblichen Vorgaben ignoriert und einfach aufgeschrieben, was mir durch den Kopf ging, ohne mich zum Beispiel um die Zeichenanzahl zu kümmern. Als ich die Inhaltsangabe fertig hatte, setzte ich mich an die Einleitung. Normalerweise verzichte ich für die Rezensionen von „Das Spiel der Götter“ mittlerweile auf Trivia-Infos, weil die zahlreichen Bände für sich selbst sprechen und meine Texte ohnehin lang genug werden, aber dieses Mal hatte ich aus aktuellem Anlass etwas auf dem Herzen. Ich begann, zu tippen und musste einige Stunden später einsehen, dass meine Einleitung viel zu umfangreich geworden war. Das war keine Einleitung. Das war ein eigener Beitrag. Deshalb habe ich beschlossen, diesen heute der morgigen Rezension voranzustellen. Ich muss mir etwas von der Seele reden und ich finde das Thema wichtig, darum lasse ich euch an meinen Gedanken teilhaben. Ich muss schimpfen – wo könnte ich das besser, als hier?

Die originale, englische Version von „Das Spiel der Götter“ wurde im Frühjahr 2011 mit dem Erscheinen des finalen Bandes „The Crippled God“ abgeschlossen. Für alle, die so ihre Schwierigkeiten mit Zahlen haben (wie ich), das ist 8 Jahre her. Der deutsche Verlag blanvalet begann 2012, eine schicke Neuauflage der Reihe zu veröffentlichen. Das ist 7 Jahre her. Bis heute ist die Reihe auf Deutsch nicht abgeschlossen. Dank der Teilung der zehn englischen Originalbände, die den ersten Band allerdings nicht betraf, sind aktuell 16 der 19 geplanten Bände erschienen. Das heißt, es fehlen noch immer anderthalb Bände der ursprünglichen Reihe. In den sieben Jahren seit der Neuveröffentlichung von „Die Gärten des Mondes“ schaffte es blanvalet nicht, eine vollständige, existierende Reihe zu übersetzen und auf den Markt zu bringen.

👉 Weiterlesen

 

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Montagsfrage: Internationale Literatur?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Endlich Frühling! Die Sonne scheint fröhlich auf uns hinab, die Temperaturen sind angenehm und meine Laune hat sich deutlich verbessert. Nicht, dass ich im Herbst und Winter Trübsal blasen würde, das nicht, aber wenn ich morgens aufwache, vom Bett aus ein Stück blauen Himmel sehe und weiß, dass ich mich für den ersten Gassigang nicht wie eine Raumfahrerin anziehen muss, habe ich gleich viel mehr Lust, den Tag anzugehen. Chilli und ich verbringen bereits wieder viel mehr Zeit draußen, was uns beiden einfach guttut. Jetzt dauert es nicht mehr lange und ich kann unter freiem Himmel oder auf dem Balkon lesen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, doch für mich ist das das eindeutige Zeichen dafür, dass die kalten Tage vorbei sind. Ich freue mich jedes Jahr darauf. Nutzt ihr das tolle Wetter lesetechnisch ebenfalls aus, vielleicht sogar schon jetzt?
Mit diesen sonnigen Gedanken beginne ich heute die neue Woche, wie immer mit der Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise!

Welche_r Autor_in aus dem nicht-deutschsprachigen oder nicht-englischsprachigen Raum sollte mehr gelesen werden?

Ei, da erwischt mich Antonia kalt. Ich lese ebenfalls hauptsächlich Literatur aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum. Liegt nahe, schließlich sind das die beiden Sprachen, die ich fließend spreche. In meinem Regal finden sich auch internationale Autor_innen, beispielsweise aus Polen, Indien, Russland und Frankreich, aber bisher habe ich diesen eher wenig Beachtung geschenkt. Es handelt sich dabei durchaus um eine bewusste Entscheidung, weil ich das Gefühl habe, gerade für die Klassiker aus Frankreich und Russland noch nicht bereit zu sein. Eine wirkliche Hilfe bin ich heute deshalb nicht. Dennoch möchte ich zumindest einen Namen nennen, der meiner Ansicht nach zu wenig Aufmerksamkeit erhält: Sergei Lukjanenko. Seine „Wächter“-Reihe erweiterte mein Verständnis von Urban Fantasy maßgeblich und lehrte mich, dass russische Autor_innen Fantasy vollkommen anders umsetzen als ihre westlichen Kolleg_innen. Lukjanenko pflegt einen wundervollen, poetischen Schreibstil. Mir ist bis heute nichts Vergleichbares begegnet. Wenn ich so darüber nachdenke, wird es vielleicht mal Zeit für einen Reread. Es ist schon viel zu lange her.

Welche internationalen Autor_innen verdienen eurer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen fulminanten Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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Montagsfrage: Lesen und Lachen?

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich bin endlich in 2019 angekommen. Nein, das ist kein Aprilscherz, ich habe den Rezensionsrückstand von 2018 vollständig aufgearbeitet und darf mich nun der Lektüre des neuen Jahres widmen. Ich bin ziemlich stolz auf mich. Ich hoffe, dass ich dieses Tempo beibehalten und somit vielleicht die Frequenz meiner Rezensionen steigern kann, sodass ich pro Woche zukünftig vier statt drei Beiträge veröffentliche. Das wäre super, weil ich auf diese Weise wahrscheinlich meine jährliche Rezensionsquote aufbessern könnte, die 2018 recht enttäuschend war. Irgendwann muss ich die Auswirkungen meines blöden Reitunfalls ja mal überwinden. 😉 Bevor ich auch heute weiter fleißig die nächste Besprechung tippe, gönne ich mir aber eine kleine Pause und beantworte die Montagsfrage von Antonia von Lauter&Leise:

Welches humoristische Buch gehört in den Schrank jedes Lesers oder jeder Leserin?

Ich bin tatsächlich kein großer Fan humoristischer Literatur. Geschichten, die bewusst darauf abzielen, die Leser_innen zum Lachen zu bringen und auf diese Weise zu unterhalten, erscheinen mir meist überdreht. Ich finde sie selten lustig, weil sie meinen Humor nicht treffen. Das ist schade, denn ich lache gern und halte mich eigentlich nicht für eine übertrieben ernste Person. Glücklicherweise gab es einen Autor, bei dem ich mit meinem offenbar ziemlich nischigen Humor genau richtig bin: Terry Pratchett. Seine „Scheibenwelt“-Romane sind zum Schreien komisch, aber intelligent und oft sehr gesellschaftskritisch. Pratchett hatte ein zuverlässiges Gespür für absurde, paradoxe Situationen und gesellschaftliche Abläufe. Im Rahmen der Scheibenwelt setzte er diese fröhlich in Szene und betonte so, wann und in welchen Kontexten Menschen sich vollkommen hirnrissig benehmen. Seine Romane enthalten viel Wahrheit, sind aber stets mit einem Augenzwinkern erzählt. Ich besuche die Scheibenwelt sehr gern und bin immer noch ein bisschen traurig, dass Pratchett 2015 viel zu früh verstorben ist.
Wann immer mich jemand fragt, mit welchem „Scheibenwelt“-Band man am besten beginnen sollte (die Reihe umfasst 41 Bände), antworte ich: „Gevatter Tod“. Dabei handelt es sich um Band #4, doch da Pratchett allerhöchstens eine sehr lose, lockere Chronologie vorsah, spielt es keine Rolle, mit welcher Geschichte oder Figur man einsteigt. Deshalb empfehle ich grundsätzlich den ersten Auftritt meiner absoluten Lieblingsfigur: TOD höchstpersönlich. Ich finde, „Gevatter Tod“ muss man gelesen haben und sollte sich wirklich in jedem Bücherregal der Welt befinden. Schließlich gibt es kein besseres Zitat als „Ich bin nicht tot. Ich bin TOD“.

Welche literarische Komödie sollte man eurer Meinung nach gelesen haben?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen wunderbaren Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️

 

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