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Antonia Michaelis – Der Märchenerzähler

Recherchiere ich Autor_innen für meine Rezensionen, freue ich mich immer, wenn ich in ihren Biografien und Interviews etwas finde, das mich mit ihnen verbindet. Bei Antonia Michaelis ist der Kitt zwischen uns allerdings so unwahrscheinlich, dass ich mir ungläubig die Augen rieb. In einem Interview wurde sie gefragt, ob sie sich noch an das erste Buch erinnere, das sie je gelesen habe. Sie antwortete, das wäre mit 5 Jahren ein Buch über drei kitschige kleine Katzen gewesen, die mit einem Wollknäuel spielten. Ich kenne das Buch! Es war auch eins meiner Kinderbücher! Zugegeben, ich weiß nicht, ob wir dasselbe Buch meinen, aber mir gefällt die Vorstellung. Glücklicherweise ist „Drei Kätzchen“ kein Hinweis auf die Qualität von Michaelis‘ eigenen Büchern. Sie überzeugte mich mit „Die Worte der Weißen Königin“ – nun wollte ich sie mit „Der Märchenerzähler“ erneut auf die Probe stellen.

Auf dem Schulhof kursieren über den polnischen Kurzwarenhändler die wildesten Gerüchte. Er schwänzt die Schule. Er lebt in einem Plattenbau. Er verkauft Drogen. Für Anna war ihr schweigsamer Mitschüler kaum mehr als ein verschwommener Schemen am Rande ihrer Wahrnehmung. Bis zu dem Tag, an dem sie die Puppe findet. Plötzlich erhält der polnische Kurzwarenhändler einen Namen. Er heißt Abel Tannatek und verfügt über eine magische Stimme. Er ist ein Märchenerzähler, der sich rührend um seine kleine Schwester Micha kümmert, für die er wundervolle Geschichten erfindet. Schon bald ist Anna von ihm verzaubert und entdeckt Gefühle, die sie niemals für möglich gehalten hätte. Doch sie spürt auch, dass irgendetwas nicht stimmt. Das Märchen nimmt eine beängstigende Wendung. Welche finsteren Geheimnisse verbirgt Abel? Tiefer und tiefer versinkt Anna in einem undurchsichtigen Strudel von Fantasie und Realität und erkennt, dass das Märchen vielleicht kein Happy End haben kann…

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Kendare Blake – Girl of Nightmares

Im Frühling 2016 wurde bekannt, dass Kendare Blake die Filmrechte von „Anna Dressed in Blood“ an Stephenie Meyer verkaufte. Die Produktionsfirma der „Twilight“-Autorin legte sofort los, benannte Regisseurin, Drehbuchautorin und einen Teil des Casts. Seitdem wurde es still um das Projekt. Vielleicht wurde „Anna Dressed in Blood“ einfach nur hinter Meyers Serien-Realisierung ihres Romans „The Chemist“ zurückgestellt – vielleicht wurde die Verfilmung aber auch gecancelt. Wir haben ja schon oft erlebt, dass solche Projekte im Sande verlaufen. Für mich hat der Film allerdings ohnehin keine Priorität, obwohl ich mir vorstellen könnte, ihn mir anzusehen. Die Fortsetzung „Girl of Nightmares“ war definitiv wichtiger.

Cas, Carmel und Thomas verdanken ihre Leben einem Geist: Anna Korlov, besser bekannt als Anna Dressed in Blood. Sie opferte sich, um die drei zu schützen und zog den schrecklichen Obeahman hinab in die Hölle. Cas weiß, dass Carmel und Thomas die beängstigenden Ereignisse dieser Nacht hinter sich lassen möchten, doch er kann nicht vergessen, was Anna für sie getan hat. Er kann nicht aufhören, an sie zu denken. Er träumt oft von ihr – blutige, unheimliche Albträume. Als er beginnt, Anna auch tagsüber zu sehen, zweifelt er an seinem Verstand. Die Visionen sind verstörend; sie wirkt gequält, gehetzt und verzweifelt. Ist es möglich, dass es sich gar nicht um Halluzinationen handelt? Versucht Anna, um Hilfe zu rufen? Sofort ist Cas fest entschlossen, Anna zu retten. Die einzigen, die ihm einen Weg in die Hölle weisen können, sind die Mitglieder des mysteriösen Ordens, der sein Athame erschuf. Diese verfolgen allerdings ganz eigene Pläne, für die Cas nicht unbedingt überleben muss. Und in der Hölle wartet schon der Obeahman auf ihn…

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Jahresrückblick 2016: Statistiken zu Schönheitsköniginnen, tanzenden Zombies und High Fantasy

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Es ist Zeit, einen detaillierten Blick auf mein Leseverhalten des letzten Jahres zu werfen. Der Jahresrückblick 2016 steht an!
Wie bereits die letzten beiden Jahre ist dieser zweigeteilt. Zuerst schauen wir uns die harten Fakten meines Lesejahrs an. Dafür habe ich wieder eine Infografik erstellt, die in ein paar Statistiken zusammenfasst, wie 2016 für mich gelaufen ist. Zu jeder Folie werde ich ein paar Worte sagen und den Vergleich mit 2015 anstellen. Was war besser, was schlechter, was hat sich verändert?

Danach beantworte ich erneut die 30 Fragen von Martina, die das Formular netterweise auf ihrem Blog Bookaholics zur Verfügung stellt. Auf diese Weise kann ich das Jahr 2016 auch noch einmal emotional Revue passieren lassen und mich gemeinsam mit euch an all die tollen Geschichten erinnern, die meinen Weg gekreuzt haben.

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Kendare Blake – Anna Dressed in Blood

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„Anna Dressed in Blood“ von Kendare Blake war eine Goodreads-Empfehlung, die mir auf der Startseite prominent vor die Nase gehalten wurde. Titel in Kombination mit dem Cover weckten meine Neugier, doch es war der Klappentext, der mich überzeugte. Geisterjagd? Familienauftrag? Das „Supernatural“-Fangirl in mir japste. Die Parallelen waren unübersehbar und unwiderstehlich. Völlig egal, dass es statt zwei Brüdern nur einen Protagonisten gibt und die Geschichte eher im YA-Bereich angesiedelt ist. Ich musste das Buch haben!

High-School, Homecoming-Ball und Dates – über die Dramen seiner Altersgenossen kann Cas nur müde lächeln. Sein Leben wird von völlig anderen Dingen bestimmt. Von toten Dingen. Cas ist ein Geisterjäger, wie bereits sein Vater vor ihm. Begleitet von seiner Mutter reist er im Namen des Familienauftrags durch Nordamerika. Wo immer ein Geist die Lebenden terrorisiert und bedroht, ist er zur Stelle. Anna Dressed in Blood ist die Lokallegende des kanadischen Städtchens Thunder Bay. In den letzten 50 Jahren soll sie 27 Teenager getötet haben. Cas ist fest entschlossen, ihrem mörderischen Treiben ein Ende zu setzen. Doch dieses Mal ist alles anders. Anna ist stärker als jeder Geist, dem er bisher begegnet ist. Intelligenter. Tödlicher. Um sie aufhalten zu können, muss Cas herausfinden, woher sie Macht bezieht und beginnt, in ihrer tragischen Vergangenheit zu graben. Stück für Stück lernt er Anna besser kennen und muss sich bald eingestehen, dass ihn ihre Geschichte tief berührt. Als der Moment der Entscheidung gekommen ist, weiß Cas nicht mehr, ob er Anna überhaupt noch ins Jenseits schicken möchte…

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Verfasst von - 29. Oktober 2016 in Fantasy, Rezension, Urban Fantasy, Young Adult

 

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Brandon Sanderson – Kinder des Nebels

2016-03-10 - Sanderson Kinder des Nebels

Brandon Sanderson begann bereits während seines Studiums ernsthaft an seiner Karriere zu feilen. Mit bewundernswerter Ausdauer schrieb er Roman um Roman, schickte sie an Verlage und sammelte Absagen, bis er 2003 endlich akzeptiert wurde. Es folgte ein kometenhafter Aufstieg, der ihn in den Olymp der Fantasy- und Science-Fiction – Autor_innen katapultierte. Heute ist Sanderson einer der erfolgreichsten Schriftsteller_innen fantastischer Fiktion weltweit und musste früher oder später seinen Weg in mein Bücherregal finden. „Kinder des Nebels“ kaufte ich 2013, fand aber lange keine Motivation, es zu lesen. Hätte sich Anna von Live Your Life With Books „Kinder des Nebels“ Anfang 2016 nicht ebenfalls zugelegt, wäre das Buch wohl weiterhin auf meinem SuB eingestaubt. Ich schlug ihr vor, es gemeinsam zu lesen und erhielt so endlich den Antrieb für mein erstes Date mit Brandon Sanderson.

Seit einem Jahrtausend werden die Skaa unterdrückt. Der unsterbliche Oberste Herrscher verdammt sie zu einem Leben als Sklaven und Knechte, während der Adel auf ihren Rücken in Saus und Braus lebt. Auch Kelsier ist von niederer Geburt, doch in seinem Blut verbirgt sich ein fantastisches Vermächtnis. Kelsier ist ein Nebelgeborener. Metalle gehorchen ihm, beugen sich seinem Willen. Mit seinen Fähigkeiten plant er, die unterjochten Skaa hinter sich zu vereinen und die Grundfesten des Letzten Reiches zu erschüttern. Er möchte eine Rebellion entfachen, den Obersten Herrscher stürzen und den Adel entmachten. Doch ein Plan dieser Größenordnung ist riskant, wenn nicht gar tödlich und erfordert präzise Vorbereitungen. Unterstützt von seinen ältesten Freunden und der jungen Vin schmiedet er eine Intrige gigantischen Ausmaßes. Wird er seinen Traum von der Befreiung der Skaa verwirklichen können?

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Verfasst von - 20. April 2016 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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Hallo ihr Lieben! 🙂

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion wird wöchentlich von den Schlunzen-Büchern veranstaltet; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Logo!

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Hallo ihr Lieben! 😀

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese Aktion wird abwechselnd von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher betreut; die Fragen dieser Woche findet ihr bei Weltenwanderer durch einen Klick aufs Bild! 🙂

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Naked“ von Stacey Trombley. Es ist ein eBook, daher gibt es keine Seitenzahlen, aber ich befinde mich bei 62 Prozent.

Naked„The best place to hide is in a lie…

I could never fit in to the life my parents demanded. By the time I was thirteen, it was too much. I ran away to New York City…and found a nightmare that lasted three years. A nightmare that began and ended with a pimp named Luis. Now I am Dirty Anna. Broken, like everything inside me has gone bad.

Except that for the first time, I have a chance to start over. Not just with my parents but at school. Still, the rumors follow me everywhere. Down the hall. In classes. And the only hope I can see is in the wide, brightly lit smile of Jackson, the boy next door. So I lie to him. I lie to protect him from my past. I lie so that I don’t have to be The Girl Who Went Bad.

The only problem is that someone in my school knows about New York. Someone knows who I really am. And it’s just a matter of time before the real Anna is exposed…“

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„I crawl back through my window and stand there, staring at my bedroom in the dark.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

„Naked“ ist wieder mal eine ARC-Version, die ich vom Verlag Entangled Teen zur Verfügung gestellt bekam. Das Buch erscheint voraussichtlich am 07. Juli dieses Jahres. Eigentlich hätte ich ja noch massig Zeit, diesen Debütroman zu lesen, aber da ich erstens ein Buch mit „N“ für DarkFairy’s Alphabet-Lesechallenge brauche und zweitens eine Protagonistin, deren Name mit „A“ beginnt für die April-Zusatzaufgaben der Disney-Challenge von Bows and Fairytales, bot es sich einfach an.
Ich finde ja, dass der Klappentext schon sehr viel von der Handlung verrät. Es gibt zwei Versionen; ich habe für euch diejenige ausgewählt, die meiner Meinung nach weniger Details offenbart. Einerseits ist es natürlich ein wenig schade, dass der Verlag seine LeserInnen irgendwie von vorne herein spoilert, andererseits muss ich aber sagen, ohne den Klappentext hätte ich mich wohl nicht für die ARC beworben. Ich lese ja gern von schwierigen Teenagern, deren Seelen zerbrochen oder angeknackst sind. Ich erlebe einfach so gern, wie sie ihre inneren Dämonen überwinden und sich selbst den Weg in eine glückliche Zukunft ebnen, allen Hindernissen zum Trotz. Dabei darf die Geschichte nicht zu kitschig sein und muss die Schwierigkeiten, mit denen diese Kids kämpfen, direkt und ungeschönt ansprechen. Mit dieser Art von YA-Roman habe ich bereits gute Erfahrungen gemacht, vor allem mit „Dissected“ von Megan Bostic. „Naked“ beinhaltet darüber hinaus eine romantische Ebene, die ich in diesem Fall allerdings wirklich ganz bezaubernd finde. Der männliche Protagonist Jackson ist ein sanfter, verständnisvoller, geduldiger junger Mann, der es ganz wundervoll versteht, Anna ein gutes, sicheres Gefühl zu geben, obwohl sie sonst große Probleme hat, zu vertrauen. Er drängt sie nicht und respektiert ihre Grenzen. Natürlich ist er ein bisschen zu perfekt und ich kann ihn mir überhaupt nicht als reale Person vorstellen, aber ich finde es zuckersüß, wie er auf Anna eingeht und ihr genau das gibt, was sie braucht, nicht mehr und nicht weniger.
Anna selbst… sie ist einfach 16. Eine 16-jährige, die in bestimmten Punkten unter Garantie frühreif ist/war, sich in anderen Punkten aber auch noch völlig kindlich, naiv und unerfahren verhält. Sie ist sehr verkopft, was sicher kein Wunder ist, reflektiert aber niemals wirklich ihre eigenen Gedanken und Verhaltensweisen. Beispielsweise hält sie sich selbst für „zu schlecht, zu schmutzig“, um ernsthaft eine romantische Beziehung mit Jackson in Betracht zu ziehen, fragt sich jedoch nie, wieso sie das eigentlich denkt. Sie glaubt nicht, dass sie eine glückliche Zukunft verdient hat. Ich warte nur auf den Moment, indem sie endlich denkt „Zur Hölle, wieso eigentlich nicht?!“.
Im Großen und Ganzen macht mir das Buch bisher ziemlichen Spaß, vermutlich gerade weil ich wohl eigentlich schon ein bisschen zu alt/erfahren für die Geschichte bin und weiß, worauf es hinausläuft. Ich denke, es ist besonders dieses Durchschauen, das den Spaßfaktor für mich ausmacht. Ich will eben nicht immer kalt erwischt werden. 😀 Manchmal fühle ich mich in einer Geschichte wohl, die nur wenig Überraschungen bereit hält und mich stattdessen in meinen Intuitionen bestätigt. Zumindest, solange sie deswegen nicht langweilig ist. 😉

4. Dass wir alle begeisterte Bücherwürmer sind und lesen, was wir so in die Finger bekommen, wissen wir ja… 😉 Aber gibt es auch (bestimmte, gewisse) Bücher, die wir niemals lesen würden? Wenn ja, welche sind das und warum?

Oh ja, da gibt es einen ganzen Haufen Bücher, die ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde. Ich habe ja schon einmal einen Beitrag zum Thema literarische Vorurteile geschrieben (HIER) und wie diese mein Leseverhalten beeinflussen. Ich habe mich dazu bekannt, dass ich weder Jenny-Mai Nuyen, noch Ken Follet jemals eine Chance geben möchte und dass ich wohl nie wieder einen Kafka anfassen werde. Es gibt aber auch noch viele weitere AutorInnen, deren Bücher ich aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht lesen möchte. Ein aktuelles Beispiel ist Günter Grass, der letzte Woche im Alter von 88 Jahren gestorben ist. Normalerweise verfasse ich hier auf meinem Blog Nachrufe für verstorbene AutorInnen, doch in diesem Fall habe ich bewusst darauf verzichtet, denn mich stimmte sein Tod nicht gerade traurig und ich hätte mich demzufolge unehrlich und heuchlerisch gefühlt. Harte Worte, ich weiß. Ich weiß auch, dass Grass ein großer Literat war, der international viel Aufmerksamkeit erhalten hat, nicht zuletzt wegen seiner kritischen Äußerungen bezüglich der Politik Israels. Ich weiß das alles. Ich vermute, dass er sein Ansehen nicht umsonst erworben hat. Aber ich… ich kann seine Bücher nicht lesen, weil ich ihm einfach nicht verzeihen kann, dass er mit 17 Jahren freiwillig in die Waffen-SS eingetreten ist. Angeblich hat er nie ein Kriegsverbrechen begangen und insgesamt ist sein Eintritt wohl eher unter „jung und dumm“ zu verbuchen, doch ich kann das einfach nicht so sehen. Ich komme nicht darüber hinweg und höre/lese ich seinen Namen, kann ich an nichts anderes mehr denken. Wie konnte er nur etwas so falsches tun? Wie konnte er sich freiwillig einer Einheit von widerlichen Berufs-Mördern anschließen? Das ist nicht mehr mit einer jugendlichen Verfehlung vergleichbar, meiner Meinung nach. Ich bin vielleicht kleinlich und nachtragend, kann das aber nun mal nicht ändern. Es hätte überhaupt keinen Sinn, würde ich versuchen, seine Bücher zu lesen, weil ich so voreingenommen wäre, dass ich keinem seiner Werke eine faire Chance geben würde. Also lasse ich es sein.

Einen weiten Bogen mache ich darüber hinaus generell um die sogenannte Romantasy, Chic-Lit und erotische Literatur. Dieses ganze Gefühlsgedudel… ohne mich. Entschuldigt, ich weiß, dass einige unter euch diese Romane sehr gern lesen, aber ich kann damit einfach so gar nichts anfangen. Sie provozieren bei mir nur ein Gähnen oder schlimmstenfalls den Würgereflex. Wenn ich mich an romantischen Romanen versuche, dann maximal in der YA, weil der Charakter der beschriebenen Liebe reiner, unverdorbener und unschuldiger ist. Es erinnert mich daran, wie es war, als ich selbst noch verklärte, idealistische Vorstellungen von Liebe und Beziehungen hatte. Aber in der Erwachsenen-Literatur… nein, danke. Ich kann verstehen, wenn Jugendliche um einander herumschleichen und einen Affentanz aufführen, weil sie ja noch gar keine Erfahrungen mit ihren eigenen Gefühlen haben. Da kann ich das akzeptieren, tolerieren, hinnehmen und sogar putzig finden. Doch benehmen sich Erwachsene in Büchern so, nervt mich das nur. Ich finde das nicht süß, nicht magisch oder zauberhaft. Ich finde es übertrieben und kitschig. Ich habe keine stark ausgeprägte romantische Ader. Ich finde es romantisch, wenn der Lieblingsmensch mir geschmolzenen Käse gibt.
Für erotische Literatur kann ich mich überhaupt nicht begeistern, weil ich nicht so richtig weiß, warum ich sie lesen soll. Und ja, da zählt auch „50 Shades of Grey“ dazu. Wenn es um das Schwelgen in sexuellen Fantasien geht, dann schnappe ich mir doch lieber den Lieblingsmenschen und… na ja, ihr wisst ja, was ich meine. Lieber Praxis als Theorie. 😉

Außerdem gibt es da noch all die Romane, die ich nur unter Schmerzen als Literatur bezeichnen kann, die aber gefühlt jede/jeder Zweite gelesen hat. „Feuchtgebiete“ ist da das beste Beispiel. Was sollte das? Wozu hat Charlotte Roche diese Ansammlung von Obszönitäten geschrieben? „Guckt mal alle her, auch Frauen können pervers sein!“. Na ach. Quelle surprise. Große Offenbarung.
Jede „Promi“-Biografie gehört für mich auf den gleichen Stapel. Gedankenabfall, den die Welt nicht braucht, über Leben, die vermutlich nur die beschriebenen Personen selbst für wertvoll halten. Ich bin ja sonst sehr für „Lesen und Lesen lassen“, aber in diesen Fällen ärgere ich mich immer wieder darüber, dass mit so einem Schund richtig viel Geld gescheffelt wird. Dementsprechend tue ich genau das, was ich als Konsument tun kann: ich weigere mich, diese Bücher zu kaufen und zu lesen.

Kurz gesagt gibt es also viele Bücher, die ich nicht lesen möchte und die ich deswegen auch nie lesen werde. Habe ich so eine Entscheidung einmal gefällt, bleibe ich in der Regel auch dabei. Das liegt gar nicht daran, dass ich besonders konsequent bin, sondern eher daran, dass die Gedanken an dieses Buch dann aus meinem Kopf herausgefiltert werden. Es taucht auf meinem Radar nicht mehr auf. Um mich doch davon zu überzeugen, ein Buch, das ich bereits aussortiert hatte, zu lesen, braucht es dann einen äußeren Anreiz. Meine Mutter, die mir immer und immer wieder davon vorschwärmt. Eine begeisterte Rezension. Sowas eben. Dann bin ich auch gern bereit, mich umstimmen zu lassen. Und das ist doch alles, worauf es ankommt, oder? 🙂

Welches Buch lest ihr im Moment? Gibt es Bücher, die ihr unter keinen Umständen lesen werdet?

Erzählt mir davon! Ich bin wirklich gespannt darauf, welche Bücher auf eurer persönlichen „schwarzen Liste“ stehen und freue mich schon darauf, in euren Beiträgen zu stöbern! 😀
Alles Liebe,
Elli

 
 

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29. 12. 2014 – … and the winner is: Anna!

winner

Wie versprochen fand am Wochenende die Auslosung zu meinem Blog-Geburtstagsgewinnspiel statt. Und wir haben eine Gewinnerin! 😀 Ganz im Sinne von „die letzten werden die ersten sein“, hatte Anna mit ihrem Blog LiveyourLifewithBooks das Glück, dass mir ihr Los in die Hände fiel. Beobachte deinen Posteingang Anna, bald kommt eine Mail! 😀
Ich danke allen anderen für ihre Teilnahme und sage: Kopf hoch. Es wird sicher noch das eine oder andere Gewinnspiel auf dem wortmagieblog stattfinden, dann habt ihr alle erneut eine Chance. 😉

Liebe Anna, es wäre ganz toll, wenn du uns allen verrätst, welches Buch ich zu dir nach Hause schicken darf und wieso du dich ausgerechnet für dieses Buch entscheidest. Vielleicht ist es ja auch für einige von uns potentielles Lese-Material. 😉
Ich gratuliere dir von Herzen! Applaus für die liebe Anna! 😀

(Bildquelle)

 

 
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Verfasst von - 29. Dezember 2014 in Neuigkeiten & schnelle Gedanken

 

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