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Ich bin nicht tot. Ich bin Tod. – Ein Nachruf

terry-pratchett

Gestern ist einer der fabelhaftesten AutorInnen der Welt im Alter von 66 Jahren verstorben: Sir Terry Pratchett. Ich schätze, ich habe es als eine der ersten erfahren, weil ich gestern in der Redaktion im 16. Stock gearbeitet habe. Es hat mich ziemlich hart getroffen und wäre ich allein oder bei mir zu Hause gewesen, hätte ich wohl ein paar Tränen der Trauer vergossen. Ich wusste, dass er krank war (Alzheimer). Doch bis zum Schluss hat er geschrieben.
Ich möchte hier nicht sein Leben zusammenfassen oder auf jedes einzelne seiner unzähligen literarischen Werke aufzählen. Das können andere, kluge Menschen vermutlich wesentlich besser als ich. Stattdessen möchte ich euch erzählen, was Terry Pratchett mir bedeutet hat.

Mein erster Terry Pratchett war „Gevatter Tod“. Bis heute ist dieses Buch mein liebster Scheibenwelt-Roman und TOD mein liebster Scheibenwelt-Charakter. In all seiner Nüchternheit ist er herrlich (unfreiwillig) witzig. Ich kann wohl behaupten, dass die Lektüre von „Gevatter Tod“ mein Leben verändert hat, denn seitdem bin ich verrückt nach der Scheibenwelt. Ich liebe die schiere Absurdität dieses Universums, wo alles passieren kann. Pratchett hat für sich selbst und für seine LeserInnen einen Ort erschaffen, in dem jedes Gedankenspiel ausgelebt werden kann. Nach „Gevatter Tod“ kam „Einfach göttlich“, was mir verdeutlichte, dass Pratchett nicht nur großartige, lustige Fantasy schreiben konnte (wow, die Vergangenheitsform schmerzt mehr, als ich dachte), sondern auch ein unkonventioneller, überzeugender Philosoph war. Seine Ansichten zum Thema Glauben kamen damals vermutlich ein wenig früh für mich; ich war eigentlich noch etwas jung für diese Lektüre. Trotz dessen habe ich sehr viel aus „Einfach göttlich“ mitgenommen. Pratchett hat meinen Horizont erweitert und seitdem hat er es immer wieder getan. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar.
Bücher wie „Der Club der Unsichtbaren Gelehrten“ beweisen einen unvergleichlich scharfen Blick auf die Gesellschaft mit all ihren Macken, Fehlern, aber auch schönen Seiten.
Es macht mich so traurig, dass Terry Pratchett nie wieder einen neuen Scheibenwelt-Roman schreiben wird. Ich kannte ihn nicht persönlich, aber ich denke, er wird mir sehr fehlen. Es gäbe noch so viele Themen, zu denen seine Ansichten meine Welt bereichert hätten. Sein Tod ist ein herber Verlust. Nicht nur für die (literarische) Welt, sondern auch für mich.

Mir fehlen die Worte. Ich bin traurig und ich trauere. Eines schönen Tages möchte ich in meine kleine Privatbibliothek blicken und dort sein Gesamtwerk finden. Denn nur so wird Terry Pratchett weiterleben. In seinen Büchern und seinen Geschichten.

Danke, Sir Terry Pratchett.

(Bildquelle)

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