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John Green – The Fault in Our Stars

Kann ich irgendetwas über „The Fault in Our Stars“ von John Green schreiben, das noch nicht geschrieben wurde? Ich glaube nicht. Ich glaube auch nicht, dass ich euch erklären muss, um welches Buch es sich handelt. Spätestens beim deutschen Titel „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (übrigens eine furchtbare Variante, schließlich ist der Originaltitel ein Shakespeare-Zitat) sollten in euren Köpfen alle Glocken laut klingeln. Also dachte ich mir, lassen wir die Einleitung doch einfach wegfallen. Ersparen wir mir ausnahmsweise die Recherche von Trivia, die sowieso jede_r nachlesen kann und kommen direkt zum Eingemachten. Denn das hat es dieses Mal so richtig in sich, das verspreche ich euch.

Hazel tanzt Tango mit dem Tod. Das war schon immer so. Seit in ihrer Kindheit der Krebs diagnostiziert wurde, der sie langsam von innen auffrisst, besteht ihre Hauptaufgabe im Überleben. Ein Wunder verschaffte ihr bereits mehr Lebenszeit, als ihre ursprüngliche Prognose versprach, doch Schule, Freunde und alles, was für andere 16-Jährige wichtig ist, hat für Hazel kaum Priorität. Erst, als sie in ihrer Selbsthilfegruppe den umwerfenden Augustus Waters kennenlernt, ändern sich ihre Prioritäten schlagartig und sie begreift, dass sie todkrank sein mag – aber noch längst nicht tot.

Okay. Dies wird vermutlich die persönlichste Rezension, die ich seit langer Zeit geschrieben habe. Formal handelt es sich um eine Besprechung von „The Fault in Our Stars“ von John Green. In Wahrheit ist es jedoch eher ein emotionales Resümee meiner Leseerfahrung. In Wahrheit ist es eine Geschichte meiner Trauer.

Einige von euch erinnern sich wahrscheinlich, dass meine Hündin Chilli am 24. September 2019 gestorben ist. Dieses Erlebnis war das Schlimmste, das mir bisher in meinem Leben widerfahren ist. Sie gehen zu lassen, war das Schwerste, das ich je tun musste. Chilli war der Mittelpunkt meines Universums. Sie war mein Sonnenschein, mein Ein und Alles, mein Grund, jeden Morgen aufzustehen. Als sie starb, hinterließ sie einen Krater in meinem Herzen, der so gewaltig ist, dass die Ränder erst jetzt, ein halbes Jahr später, beginnen, zu verschorfen und langsam zu heilen. Ich vermisse sie schrecklich. Es vergeht kein Tag und beinahe keine Nacht, ohne dass ich an sie denke oder von ihr träume.

Ich wusste ungefähr, was mich erwartet, als ich „The Fault in Our Stars“ aus dem Regal zog. Ich wusste, dass es ein Bestseller ist, gehypt wie kaum ein anderes Buch und dass es um eine krebskranke Jugendliche geht, die sich unsterblich verliebt. Meine Entscheidung, den Roman genau jetzt zu lesen, war eher impulsiv und nicht wohldurchdacht. Primär dachte ich, dass es ein guter Zeitpunkt sei, weil ich für die Motto-Challenge im März Verkaufsschlager lesen sollte, also Bücher, um die ein Hype besteht, die sich als Bestseller qualifizieren oder die von Autor_innen verfasst wurden, die als populär gelten. Man nenne mir ein Buch, das besser zu diesen Anforderungen passt als „The Fault in Our Stars“. Außerdem plante ich, mit der Lektüre meine Lesestatistik aufzupolieren, denn für meine Verhältnisse ist es mit etwas mehr als 300 Seiten recht schmal und Jugendliteratur liest sich in der Mehrheit der Fälle ja fix und flüssig. Ich war überrascht, wie sehr sich mein Bauch trotz dieser rationalen Gründe auf das Buch freute – ich hatte es eigentlich nur gekauft, weil es auf meiner Liste der modernen Klassiker stand, nicht, weil ich mich tatsächlich danach sehnte, die gehypte Geschichte kennenzulernen.

Es gab eine Zeit in meiner Lesekarriere, in der ich häufig zu sogenannter Erfahrungsliteratur griff. Berichte psychisch kranker Menschen, Krebstagebücher, die Erlebnisse von Menschen, die in die Fänge diverser Sekten gerieten, die Schilderungen misshandelter Kinder und Frauen – ich las sie alle. Ich denke, ich lechzte damals nach einer Öffnung meines Horizonts, ohne dass ich das in diesen Jahren hätte ausformulieren können. Irgendwann fühlte ich mich gesättigt und distanzierte mich wieder von diesen Büchern. Auf gewisse Weise waren sie ja doch alle gleich und die ständigen Angriffe auf mein Herz begannen, ihren Effekt zu verlieren. Ich stumpfte ab und hatte keine Lust mehr auf deprimierende, reale Geschichten. Seitdem mache ich um diese Form der Literatur meist einen großen Bogen. Ich verbannte die Krebstagebücher, die Berichte extremer Lebensumstände und Schicksalsschläge in eine entfernte Ecke meines Bücherhirns, die ich nur selten mental besuche. Obwohl es rein fiktiv ist, befand sich auch „The Fault in Our Stars“ in dieser eingestaubten Ecke, als ich es auswählte.

Ich bin kein besonders sentimentaler Mensch. Ich breche nicht bei jeder Kleinigkeit in Tränen aus. Ich bin nicht kaltherzig, aber es bedarf schon besonderer literarischer Momente, um meine emotional schützende Mauer zu überwinden. Beschreibungen von Krankheiten reichen dafür normalerweise nicht aus, weil ich seit meiner Geburt in meiner Familie mit den Auswirkungen gesundheitlicher Hürden konfrontiert bin. Ich wurde dazu erzogen, Krankheiten als das zu akzeptieren, was sie sind, zu tun, was nötig und möglich ist und nicht zu verzweifeln, egal, wie düster die Aussichten sind. Hysterie ist nicht hilfreich, nicht produktiv. Schwer krank zu sein ist – entschuldigt die Umgangssprache – scheiße, aber ich lernte, dass es gar nichts bringt, sich im Selbstmitleid zu suhlen und sich davon lähmen zu lassen. Das heißt allerdings nicht, dass ich alle Gefühle, die damit einhergehen, wie Zorn, Trauer und Hoffnungslosigkeit, nicht als legitim anerkenne.

Als Chilli krank wurde und ich zwei Monate lang zusehen musste, wie es ihr von Tag zu Tag schlechter ging, ohne ihr helfen zu können, habe ich all diese Empfindungen selbst erlebt. Ich habe geweint, ich bin innerlich mit jeder weiteren schlechten Nachricht aufs Neue zerbrochen. Aber ich bin immer wieder aufgestanden. Ich habe zusammengekehrt, was von mir übrig war, habe mir ein Lächeln ins Gesicht geklatscht und habe weiter gemacht. Ich schreibe das nicht, um Lob oder Bewunderung zu ernten, ich will lediglich erklären, wie ich mit Krankheiten umgehe. Sie verdiente es, dass ich an sie glaube. Ich durfte sie nicht sehen lassen, wie sehr mich ihre Erkrankung und ihre desaströse Prognose aus dem Gleichgewicht brachten. Sie brauchte mich an ihrer Seite bei diesem Kampf, sie brauchte ihre Mama, die mutig und stark für sie ist, sie beschützt und sie daran erinnert, dass es sich lohnt, zu kämpfen, egal wie weh es tut oder wie anstrengend es ist. Sie brauchte einen Champion und genau das war ich für sie, weil meine Verzweiflung uns beide nur handlungsunfähig gemacht hätte, hätte ich sie die Oberhand gewinnen lassen.

Deshalb fühlte ich mich für „The Fault in Our Stars“ hervorragend gewappnet. Mehr noch, ich glaubte vor der Lektüre nicht daran, dass mich dieses Buch, das ich aus der vernachlässigten „Erfahrungen“-Ecke meines Bücherhirns hervorkramte, berühren könnte. Ich vertraute auf meine Mauer. Ich befürchtete sogar, dass ich es unerträglich kitschig finden würde. Ich war nicht auf die entwaffnende Ehrlichkeit von „The Fault in Our Stars“ vorbereitet; ich war nicht darauf vorbereitet, wie tief es mich bewegen würde. Vielleicht hätte es das auch nicht geschafft. Vielleicht wäre meine Mauer funktional und intakt geblieben. Vielleicht. Wäre Chilli nicht im September gestorben.

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Paul Tremblay – A Head Full of Ghosts

Paul Tremblay bricht eine Lanze für modernen Horror. Im Essay „The H Word: The Politics of Horror” argumentiert er, dass Horror nicht reaktionär und konservativ sein muss, um erfolgreich zu sein. Er hält das Ende von „Der Exorzist“ für einen Fehlschlag, weil Regan und ihre Mutter nach dem schrecklichen Erlebnis der Besessenheit zu den konservativen Werten der Ausgangssituation zurückkehren – die beiden leben glücklich weiter, als wäre nie etwas geschehen. Tremblay diskutiert, dass diese Wiederherstellung des Status quo der Grund dafür ist, dass sich die wenigsten an die letzten Szenen erinnern, während sie Erbsensuppe mit völlig neuen Augen betrachten. Der horrende Charakter einer Geschichte sollte nicht allein durch singuläre Ereignisse entstehen, sondern durch das Wissen, dass nichts mehr so ist wie vorher. Auf dieser Theorie fußt Tremblays Roman „A Head Full of Ghosts“.

Zuerst waren es nur Kleinigkeiten. Marjorie verhielt sich merkwürdig. Nachts schlich sie in das Zimmer ihrer jüngeren Schwester Merry. Sie stahl ihre Kinderbücher. Sie malte unheimliche Bilder. Sie erzählte Merry gruselige Geschichten. Dann wurde es schlimmer. Ihre Eltern schickten Marjorie zu einem Arzt. Nachts schrie sie. Sie erzählte von Geistern in ihrem Kopf, die sie nicht schlafen ließen. Es wurde noch schlimmer. Zwei Wochen verbrachte Marjorie in einem Krankenhaus. Ihr Vater suchte Trost bei der Kirche und traf Vater Wanderly. Als Marjorie zurückkehrte und noch immer nicht sie selbst war, nahmen ihre verzweifelten Eltern die Hilfe des Priesters an. Wenig später zog ein Kamerateam in ihr Haus. Doch auch sie konnten Marjorie nicht helfen.
15 Jahre später erinnert sich Merry an die furchtbaren Monate, die ihre Familie zerstörten. Unterstützt von einer Autorin kehrt sie in das Haus ihrer Kindheit zurück, um herauszufinden, was sie als 8-Jährige nicht verstand: Was ist damals wirklich geschehen? War ihre Schwester besessen?

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Verfasst von - 28. Januar 2020 in Horror, Rezension

 

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Ira Levin – The Stepford Wives

Rezensionsheader The Stepford Wives

„The Stepford Wives“ von Ira Levin erschien 1972. Damit fiel die Veröffentlichung zufällig (?) in das Jahr, in dem das Equal Rights Amendment vom US-Senat angenommen wurde. Dieser Verfassungszusatz sollte die Gleichstellung der Geschlechter in den USA vorantreiben und Frauen weitreichende Rechte zusichern, stieß in den Bundesstaaten jedoch auf erbitterten Widerstand. Gegner_innen des ERA beriefen sich auf traditionelle Geschlechterrollen, prophezeiten, dass Frauen zum Militärdienst gezwungen und schützende Gesetze, die zum Beispiel Unterhaltsansprüche regelten, null und nichtig würden. Phyllis Schlafly, eine der Schlüsselfiguren der Oppositionsbewegung, behauptete, der Zusatz sei lediglich ein Vorteil für junge Karrierefrauen, der die Sicherheit von Hausfrauen im mittleren Alter, die keinen Beruf erlernt hatten, hingegen bedrohte. In diesem Kontext war „The Stepford Wives“ beinahe prophetisch, denn darin geht es um eben jene Hausfrauen, die Schlafly gefährdet sah.

Als Joanna und Walter Eberhart mit ihren Kindern nach Stepford zogen, hofften sie, ein neues Leben fernab vom Trubel der großen Stadt beginnen zu können. Stepford ist ein malerisches Idyll ruhiger Straßen und freundlicher Nachbarn, ein Paradies des gehobenen Mittelstandes. Doch während sich die Kinder schnell einleben und Walter Anschluss in der exklusiven Men’s Association findet, wird Joanna das Gefühl nicht los, dass sich hinter der lächelnden Fassade des Örtchens ein schmutziges Geheimnis verbirgt. Es sind die Frauen. Sie sind nett und höflich, aber sie scheinen neben der obsessiven Erfüllung ihrer Haushaltspflichten keine Interessen zu haben. Sie sind zu perfekt. Irgendetwas stimmt nicht in Stepford und Joanna muss herausfinden, was vor sich geht – bevor es zu spät ist.

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Verfasst von - 13. November 2019 in Rezension, Science-Fiction

 

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Marissa Meyer – Winter

Rezensionsheader Winter

„Winter“ ist der finale Band der „Lunar Chronicles“ und eine Adaption von „Schneewittchen“. Dabei war Prinzessin Winter, Marissa Meyers dunkelhäutige Version des Schneewittchens, ursprünglich nur als Nebenrolle gedacht. Meyer wollte sich eigentlich auf Levana als böse Königin und Jacin als Jäger konzentrieren. Doch je weiter die Reihe voranschritt, desto nachdrücklicher verlangte Winters außergewöhnlicher Charakter die Aufmerksamkeit der Autorin. Sie wuchs mit der Geschichte, bis sie zu faszinierend war, um sie zu ignorieren. So ergatterte die junge, bildschöne Prinzessin noch im letzten Band eine Hauptrolle – neben Cinder, Scarlet und Cress.

Königin Levana muss fallen. Niemals wird sie ihre Pläne, die Herrschaft über die Erde an sich zu reißen, aufgeben. Niemals wird sie Lunas Volk aus ihrem eisernen Griff entlassen. Cinder und ihre Freunde müssen sie aufhalten, bevor sie ihre skrupellosen Absichten in die Tat umsetzen kann. Ihnen bleibt nur eine Option: sie müssen nach Luna gelangen, um dort Cinders wahre Identität als rechtmäßige Thronerbin zu offenbaren. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft in der Hauptstadt Artemisia werden sie von den Thaumaturgen der Königin entdeckt. Im anschließenden Chaos wird die Crew der Rampion getrennt. Während Cinder, Thorne, Wolf und Iko in die Außenbezirke fliehen können, muss sich Cress im Palast mitten unter Feinden verstecken. Gerade, als sie glaubt, alles sei verloren, erhält sie unerwartet Hilfe. Levanas ungeliebte Stieftochter Prinzessin Winter und ihr Leibwächter Jacin verbergen sie vor den Augen der Königin und ihrer Schergen. Winters Schönheit, ihre Großzügigkeit und Freundlichkeit sind legendär. Aber man erzählt sich auch, dass Winter verrückt ist. Kann sie Cinder und ihre Freunde dennoch dabei unterstützen, eine Revolution auszulösen, die Levana endgültig zu stürzen vermag?

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Riley Sager – Final Girls

Rezensionsheader Final Girls

Bevor ich mit der Rezension des Thrillers „Final Girls“ von Riley Sager beginne, möchte ich euch theoretischen Kontext zum Titel bereitstellen. Das Final Girl ist die einzige Überlebende eines Slasher-Horrorfilms. Normalerweise entspricht sie einem bestimmten Typ: sie ist brünett, klug und introvertiert. Während ihre jugendlichen Freunde über die Stränge schlagen, bleibt sie verantwortungsbewusst und anständig. Ihre moralische Überlegenheit befähigt sie, sich erfolgreich gegen den Killer zu wehren; ihre Freunde hingegen werden für ihre Zügellosigkeit brutal mit dem Tod bestraft. Die Verteilung von Genderrollen spielt in diesem Analyseansatz eine maßgebliche Rolle, ich möchte hier allerdings nicht zu sehr ins Detail gehen. Für diese Rezension müsst ihr lediglich wissen, dass Riley Sager diese Theorie aufgriff und das Final Girl in den Mittelpunkt seines Thrillers stellte.

Drei Massaker. Drei Tragödien. Drei Überlebende: Lisa, Samantha und Quincy. Die Presse nennt sie Final Girls. Quincy hasst diesen makabren Spitznamen. Sie hasst die Aufmerksamkeit, die damit verbunden ist. Sie erinnert sich nicht an die schreckliche Nacht in Pine Cottage, die sie beinahe das Leben kostete. Sie möchte sich auch nicht erinnern. Doch als Lisa tot aufgefunden wird und Sam plötzlich vor ihrer Tür steht, muss sich Quincy ihrer traumatischen Vergangenheit stellen. Sie befürchtet, dass irgendjemand beenden will, was vor vielen Jahren für sie alle begann. Antworten wird sie nur in den verschollenen Tiefen ihres Gedächtnisses finden – aber kann sie sich selbst überhaupt trauen? Oder vergaß sie mehr als das Blut, die Schreie und die Leichen ihrer Freunde? Vergaß sie ihre Schuld?

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Verfasst von - 7. Mai 2019 in Krimi, Rezension, Thriller

 

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Becky Chambers – The long way to a small, angry planet

Ich liebe ungewöhnliche Veröffentlichungsgeschichten. Becky Chambers Danksagung in ihrem Debütroman „The long way to a small, angry planet” zauberte mir deshalb ein entzücktes Lächeln ins Gesicht. Sie berichtet darin von der Kickstarter-Kampagne, ohne die sie ihr Buch nicht hätte veröffentlichen können. Wildfremde Menschen griffen ihr 2012 finanziell unter die Arme, damit sie „The long way“ fertigschreiben und im Selfpublishing 2014 auf dem Markt bringen konnte. Ist das nicht wundervoll? Seitdem nahm ihre Karriere als Autorin kräftig Fahrt auf; aus dem Debüt wurde die Trilogie „Wayfarers“. Bei mir landete der Science-Fiction-Roman, weil mich der Titel einfach neugierig machte.

Als Rosemary Harper alle Brücken hinter sich verbrannte, war sie gründlich. Sie wollte so weit weg, wie nur möglich – was läge näher, als auf einem Raumschiff anzuheuern? Die Wayfarer ist allerdings nicht ganz das, was sie erwartet hatte. Die Crew steht ständig kurz davor, komplett im Chaos zu versinken und das Schiff selbst… nun, die Bezeichnung „Schrottkiste“ würde wohl ihre Gefühle verletzen. Kaum zu glauben, dass die Wayfarer regelmäßig engagiert wird, um Löcher ins All zu bohren. Dennoch findet Rosemary inmitten des wilden Haufens verschiedener Spezies, wonach sie sich sehnte: ein Heim und echte Freundschaft. Ihr Glück scheint perfekt, als der Crew der Auftrag ihres Lebens angeboten wird. Sie sollen einen Hyperspace-Tunnel zu einem weit entfernten kleinen Planeten errichten. Gelingt es ihnen, haben sie ausgesorgt. Leider gibt es einen gewaltigen Haken. Der betreffende Planet ist dauerhaftes Kriegsgebiet und Rosemary ist besorgt, dass sie ihr dunkelstes Geheimnis auf der langen, riskanten Reise nicht verbergen kann. Doch auf ihrem abenteuerlichen Weg durch die gefährlichen, verwirrenden Weiten des interstellaren Raums lernt Rosemary, dass manche Verbrechen vergeben werden können – und andere nicht.

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Lauren Oliver – Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

„Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ von Lauren Oliver begründete meine Liebe zu Young Adult – Literatur. Ich stolperte über diesen Roman, als ich gerade begann, meine Bibliothek zu organisieren, zu strukturieren und hemmungslos zu erweitern. Bücher spielten in meinem Leben immer eine Rolle, doch erst in dieser Phase fing ich an, mich wirklich für Literatur zu interessieren und mir eigenständig – ohne den Einfluss meiner Eltern – eine Sammlung aufzubauen. „Wenn du stirbst“ hatte erheblichen Anteil daran, dass ich Lesen als ernstzunehmendes Hobby begriff und war ein Meilenstein auf der niemals endenden Erforschung meines Literaturgeschmacks. Als ich im November 2018 für eine Challenge ein Buch lesen sollte, in der eine Figur denselben Tag wieder und wieder erlebt, beschloss ich daher, diese Aufgabe mit einem Reread dieses für mich sehr wichtigen Buches zu erfüllen.

Samantha Kingston starb am Abend des 12. Februars in einem Autounfall, der auch ihre drei besten Freundinnen Lindsay, Elody und Ally das Leben kostete. Deshalb ist Sam mehr als überrascht, als sie am nächsten Morgen einfach wieder in ihrem Bett aufwacht, als wäre nichts geschehen. War der Unfall ein Traum? Sam ist erleichtert und dankbar, am Leben zu sein, doch schon bald fallen ihr beunruhigend viele Parallelen auf. Es ist nicht morgen. Es ist exakt derselbe Tag, der 12. Februar. Wieder und wieder durchlebt Sam den Tag, an dem sie starb. Nichts ändert sich – nur sie selbst. Tief in ihrem Inneren weiß Sam, dass sie noch nicht bereit ist, zu gehen. Sie hat noch etwas zu erledigen. Ein Unrecht zu begleichen. Erst dann wird sie weiterziehen und Frieden finden können.

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Michael Schreckenberg – Der Finder

Deutsche Autor_innen zu recherchieren ist oft eine ermüdende Angelegenheit. Die schreibende Zunft unseres Landes scheint schüchtern zu sein: Websites sind schlicht und professionell gehalten, Wikipedia-Artikel enthalten kaum mehr als die Randdaten. Um etwas über die Persönlichkeit des Autors oder der Autorin herauszufinden, muss man mühsam mit der Lupe suchen. Nicht so Michael Schreckenberg. Der Autor des postapokalyptischen Romans „Der Finder“ ist freigiebig mit seinen Gedanken. Er führt einen Blog namens schreckenbergschreibt, in dem er über alles fachsimpelt, was ihn beschäftigt – häufig politische und gesellschaftliche Themen. Ich finde das großartig. Nicht nur schwingen wir in unseren Überzeugungen voll auf einer Wellenlänge, ich verstehe jetzt auch viel besser, wieso „Der Finder“ so und nicht anders genau diese Geschichte erzählt. Weiter so, Herr Schreckenberg! Die ganzen Likes sind übrigens von mir. 😉

Zuerst bemerken sie die Stille. Die gespenstische Abwesenheit menschlicher Geräusche. Dann begreifen ihre Augen, was ihre Ohren längst wissen: sie sind allein. Alle Menschen sind verschwunden. Ganz plötzlich, von heute auf morgen. Nur eine kleine Gruppe Hinterbliebener sammelt sich in Leverkusen. Sie sind keine Fremden. Sie kennen einander seit vielen Jahren. Sie entscheiden, zu überleben. Sie verlassen die Städte, ziehen ins Bergische Land und errichten eine neue, einfachere Zivilisation. Alle bringen sich ein, leisten, was sie können. Daniel ist der Finder ihrer Gemeinschaft. Es ist seine Aufgabe, zu finden, was übrigblieb. Nützliche Gegenstände, kleine Hoffnungsträger, andere Überlebende. Antworten. Doch seine einsamen Reisen sind nicht ungefährlich. Nacht für Nacht erwacht tief im Wald ein unsichtbares Übel mit bestialischem Geheul. Und es kommt näher…

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Verfasst von - 12. März 2019 in Dystopie, Rezension, Science-Fiction

 

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Anne Helene Bubenzer – Das Weihnachtswunder des Henry N. Brown

Hallo, ich heiße Elli, bin 29 Jahre alt und schlafe noch immer mit einem Teddybären im Arm. Wie? Ist das gar nicht die Gruppe für anonyme Geständnisse? Oh. Ähm. Nun ja. Da die Wahrheit jetzt schon mal raus ist…

Bereits als Kind waren Kuscheltiere für mich sehr wichtig. Ich sammelte sie. Ich liebte sie. Und natürlich kannte ich jeden einzelnen Namen auswendig. Aber es gab immer DAS eine Kuschel, das ich mehr als alle anderen liebte. Seit meinem achten Lebensjahr ist das eine Bärendame namens Dickie. Das Dickchen. Ich rettete sie vor einem würdelosen Ende auf dem Müll, als mein Grundschul-Klassenzimmer ausgemistet wurde. Ihr Fell ist eher kurz, trotzdem ganz weich und hat diese seltsame beige Farbe. Sie ist älter als ich. Ich weiß nicht, woher sie kam und was sie schon alles erlebte, doch seit diesem denkwürdigen Tag sind wir unzertrennlich. Wir reisten, spielten, weinten und lachten zusammen. Als ich älter wurde, begleitete sie mich klaglos ins Leben einer Erwachsenen. Bis heute schlafe ich besser, wenn sie bei mir ist. Mein Ehemann berichtet, dass ich im Schlaf sogar zufriedene Geräusche von mir gebe, wenn er sie mir in den Arm legt und wir manchmal in exakt derselben Position daliegen. Ziemlich verrückt?

Auch nicht verrückter, als einen ganzen Roman über die Weltgeschichte aus der Perspektive eines Teddybären zu schreiben, wie Anne Helene Bubenzer es mit „Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown“ getan hat.  Das N. steht für „Nearly“, weil Henry eben nur fast braun ist. Wie Dickie. Für diese Rezension ist es entscheidend, dass ihr versteht, wie abgöttisch ich das Buch ihretwegen liebe, deshalb erzähle ich euch von ihr. Die Lektüre fühlte sich an, als hätte Bubenzer direkt in mein Herz geschaut und die Geschichte aufgeschrieben, die ich mir so dringend für Dickie wünschte. Das bedeutet mir mehr, als ich ausdrücken kann. Einige Jahre nach Henrys Biografie erschien „Das Weihnachtswunder des Henry N. Brown“, eine schmale, lockere Fortsetzung, die ich 2018 endlich passend zur Weihnachtszeit las.

In seinem 91-jährigen Teddybärenleben durfte Henry N. Brown bereits eine Menge Erfahrungen sammeln: er bereiste die Welt, erlebte Liebe und Verlust, sah Kriege entflammen und den Frieden siegen. Er kann zweifellos behaupten, mit allen Wassern gewaschen zu sein. Seinen Ruhestand als stiller Mitbewohner der Schriftstellerin Flora Sommer verdiente er sich redlich. Doch dieses Weihnachtsfest weckt erneut die Lebensgeister des alten Bären. Alle sorgfältigen Pläne, die Flora und Henry für einen ruhigen Heiligabend schmiedeten, werden vom Chaos unerwarteter Familienbesuche und uneingeladener Gäste über den Haufen geworfen. Die beiden haben alle Hände und Pfoten voll zu tun, um das Tohuwabohu unter Kontrolle zu halten, aber der Magie von Weihnachten kann niemand entfliehen. Trotz vieler Überraschungen wird es am Ende das schönste Fest, das sich Flora und Henry wünschen konnten.

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Verfasst von - 25. Dezember 2018 in Märchen, Rezension

 

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John Gwynne – Wrath

Der Feind hat Drassil eingenommen. Calidus und Nathair besitzen drei der Sieben Schätze und sind ihrem Ziel, Asroth in die irdische Welt zu bringen, bedrohlich nahe. Das Wettrennen um die verbleibenden Gegenstände hat begonnen. Nur zusammen können sie Asroth‘ Ketten in der Anderswelt sprengen – und nur zusammen können sie zerstört werden, um die Gefahr, die von ihnen ausgeht, ein für alle Mal zu bannen. Noch besteht Hoffnung, doch die Rebellion muss einen harten Rückschlag verkraften: Corban wurde vom Riesen-Clan der Jotun entführt. Will er überleben, muss er die Jotun davon überzeugen, sich dem Krieg der Götter anzuschließen und ihn freizulassen. Die Zukunft der Verbannten Lande hängt davon ab, dass er die Sieben Schätze erobert und zu seinen Truppen zurückkehrt. Sie brauchen ihn. Die Prophezeiung mag eine Lüge sein, aber Corban ist ihr Leuchtender Stern, ihr Anführer, der ihnen die Kraft verleiht, den Mächten des Bösen die Stirn zu bieten, während die letzte Schlacht naht. Sie wird viele Leben fordern. Vor den Toren Drassils wird sich das Schicksal der Welt entscheiden. Werden Corban und seine Verbündeten in ihren Herzen Wahrheit und Mut finden, um zu schützen, was ihnen lieb und teuer ist und Asroth‘ Schergen endgültig zu besiegen?

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Verfasst von - 21. November 2018 in Fantasy, High Fantasy, Rezension

 

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